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Test: MFB Nanozwerg Analogsyntesizer

29. September 2010

Kleiner Zwerg mit fettem Sound

Obwohl analoge Synthesizer seit vielen Jahren absolut en vogue sind, gab es bis vor kurzem erstaunlich wenige kleine Analogsynths für die schmale Brieftasche. Mittlerweile erkennen aber immer mehr Hersteller den Bedarf und bringen monophone Desktop-Instrumente auf den Markt, die insbesondere Neulingen den Einstieg in die Analogwelt leicht machen sollen. Eine Untergruppe dieses Marktsegments bilden jene Geräte, die wie in der „guten alten Zeit“ keine Speicherplätze besitzen und Digitaltechnik höchstens zur MIDI-Steuerung verwenden. Der Nanozwerg von Manfred Fricke Berlin (MFB) ist ein Vertreter dieser Gattung.

Mit seinem originellen Namen weist sich der Nanozwerg auf Anhieb als Mitglied der vollanalogen MFB-Desktop-Familie aus: Seine Brüder heißen Kraftzwerg, Megazwerg, Urzwerg und Schlagzwerg. Demnächst kommt noch der Microzwerg hinzu, der die Lücke zwischen Kraftzwerg und Nanozwerg füllen soll. Neben dem MFB-typischen Formfaktor und dem Standard-Industriegehäuse-Charme ist allen Zwergen gemein, dass sie über Steuerspannungsein- und -ausgänge verfügen.

Konzeptionell ähnlich ist Doepfers Dark Energy, der 2009 vorgestellt wurde und sich inzwischen zu einem echten Verkaufsschlager gemausert hat. Mit einem einzelnen Oszillator, MIDI-In und einer Reihe CV-Buchsen ist der Dark Energy der Hauptkonkurrent des Nanozwergs, weswegen wir im Folgenden gelegentlich einen Seitenblick auf den etwa 180 Euro teureren Doepfer-Synth werfen wollen.

Zwei, die sich verstehen: Doepfer Dark Energy und MFB Nanozwerg

Den Nanozwerg in der Hand

Der Nanozwerg ist, wie der Name bereits andeutet, das kleinste Mitglied der Gnomenfamilie aus Berlin. Mit gerade einmal 14 x 13 cm Grundfläche dürfte der Minisynthesizer wirklich überall Platz finden. Das Gewicht von lediglich 300 Gramm lässt beinahe vermuten, dass man nur einen Messe-Dummy in der Hand hat – ein Gedanke, der sich nach dem Anschalten und ersten Anspielen aber sofort verflüchtigt.

Die Bedienoberfläche ist übersichtlich gestaltet. Als erstes fallen die zwölf Potis ins Auge, die mit griffigen kleinen Gummikappen bestückt sind. Der Abstand zwischen den Potis ist natürlich nicht ideal für Grobmotoriker oder Leute mit dicken Fingern – aber das Testgerät heißt nun einmal nicht umsonst Nanozwerg. Obwohl die Poti-Achsen nicht mit dem Gehäuse verschraubt sind, wirkt das ganze recht solide.

Außer den zwölf „großen“ Potis gibt es noch zwei Poti-Achsen ohne Kappen. Diese Mini-Bedienelemente sind bei MFB nichts Ungewöhnliches und dienen beim Nanozwerg der Einstellung von Portamento und Filter-Keyfollow – beides keine Parameter, an denen man üblicherweise wild kurbelt, so dass der Verzicht auf Potikappen zugunsten von etwas mehr Platz auf dem Nanozwerg-Gehäuse verschmerzbar ist. Und schließlich ist der Nanozwerg noch übersät mit kleinen runden Mini-Tastern und einer Handvoll LEDs.

Auf der Front hat Manfred Fricke nicht nur einen Audio-Ausgang, sondern auch einen Eingang untergebracht, der den Nutzwert des Nanozwergs enorm erhöht. Alle anderen Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite. Dort gibt es neben einer stabilen Buchse für den Netzadapter typische Ein- und Ausgänge aus der analogen Welt: CV und Gate In, VCF In und VCA In. Zusätzlich verfügt der Nanozwerg über LFO Out und LFO In. Alle diese Schnittstellen sind dem Eurorack-Standard entsprechend als 3,5 mm Klinkenbuchsen ausgeführt. Zum Anschluss an ein Mischpult wird man daher in den meisten Fällen ein Adapterkabel auf 6,3 mm Klinke benötigen, das leider nicht mitgeliefert wird. Ganz außen befindet sich der MIDI-In, ohne den ein solcher analoger Synthesizer vermutlich nicht im modernen Heim- oder Desktopstudio landen würde.

Viele Möglichkeiten zur externen Steuerung

Die Klangerzeugung des MFB Nanozwerg

Die Synthese-Architektur des monophonen Winzlings ist natürlich von den gegebenen Platzverhältnissen beeinflusst und dementsprechend übersichtlich. Trotzdem verstecken sich viele Details hinter den 14 Potis, sieben Tastern und 22 LEDs, die das Ding erstaunlich flexibel machen.

Oszillator

Oszillator

Wie der Dark Energy verfügt auch der Nanozwerg nur über einen einzigen Oszillator mit den Standard-Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn und Puls. Ein manueller Pulsbreitenregler fehlt, dafür stehen zwei verschiedene Pulsbreiten zur Auswahl. Der Oktavbereich ist zwischen 16′ und 2′ wählbar. Der Tune-Regler reicht ganze zwölf Halbtöne nach unten und nach oben, was das exakte Stimmen etwas erschwert. Weil die Potis so nah beieinander liegen, ist außerdem Vorsicht geboten, dass man beim Einstellen der umliegenden Parameter nicht aus Versehen das Tune-Poti berührt. Ist der Nanozwerg mindestens zehn Minuten warmgelaufen und hält man sich vom Tune-Poti fern, hält er die Stimmung auch recht stabil. Die Warmlaufphase sollte man dem Winzling allerdings unbedingt gönnen, denn auch die maximale Oktavreinheit stellt sich erst danach ein.

Im Gegensatz zum Dark Energy bietet der Testkandidat einen ausgefuchsten Suboszillator mit vier Betriebsarten. Die Settings 1/2 und 1/4 erzeugen jeweils eine Rechteckschwingung eine oder zwei Oktaven unter dem Originalsignal, Mix generiert zusätzlich zu den beiden Suboktaven noch eine Quarte abwärts. Das ermöglicht massive Sounds, die man einem einzelnen Oszillator normalerweise nicht zutrauen würde. Anstelle der tonalen Schwingungsformen kann man dem Suboszillator auch Rauschen entlocken. Das Mixer-Poti überblendet stufenlos vom VCO zum Suboszillator, so dass man auch Sounds erzeugen kann, die ausschließlich auf Rauschen basieren. Der Suboszillator lässt sich auch komplett abschalten, damit mit „Mixer“ auf Rechtsanschlag ausschließlich das am Audio-In anliegende Signal zu hören ist.

Der dritte Regler der VCO-Sektion ist für die Modulation zuständig. Dreht man das Poti von der Mittelstellung aus nach links, wird die Oszillatorfrequenz vom LFO moduliert, nach rechts blendet man die Modulation der Pulsbreite ein. Genial, denn so stehen mit nur einem Poti beide Möglichkeiten zur Verfügung – nur halt leider nicht gleichzeitig. Da viele Synthesizer-Sequenzen erst mit Portamento so richtig zum Leben erwachen, hat Manfred Fricke dem Nanozwerg auch einen Glide-Parameter spendiert. Beim Dark Energy gibt es Glide übrigens nur als Extra.

Filter

Filter

VCO-Signale wandern traditionell in das Filter, das ist auch beim Nanozwerg nicht anders. Fricke setzt auf eine Schaltung mit 12 dB Flankensteilheit. Im Gegensatz zum 24 dB Lowpass des Dark Energy ist die Obertonformung des Nanozwerg als Multimode-Filter ausgelegt und lässt sich zwischen Lowpass, Bandpass, Notch und Highpass umschalten. Angenehmerweise bewirkt das Aufdrehen des Resonanzreglers nicht, dass das Signal wesentlich leiser wird. Bei Resonanzwerten über 5,5 gerät das Filter in wunderbar dreckig klingende Eigenschwingungen. Die Hüllkurve kann via Contour-Regler positiv oder negativ auf die Cutoff-Frequenz wirken. Wie stark der Cutoff der gespielten Tonhöhe folgt, lässt sich leidlich präzise mit dem KeyFollow-Winzpoti einstellen. Dadurch kann man das Filter bei hohen Resonanzwerten auch als chromatisch spielbaren Sinus-Oszillator nutzen. Allerdings ist die exakte Abstimmung von VCO- und VCF-Frequenz mit den kleinen Potis recht heikel.

Genau wie der Oszillator hat auch das Filter einen Modulationsregler mit Doppelfunktion. Entweder wird die Filterfrequenz damit ganz gewöhnlich vom LFO bewegt (rechts von der Mittelstellung), oder im Audiobereich vom Oszillator (links von der Mittelstellung) – Filter-FM nennt man letzteres. Besonders Klänge, die die Selbstoszillation des Filters nutzen, profitieren davon. Die Filterfrequenz lässt sich auch mit einer an der Buchse VCF In anliegenden Steuerspannung bearbeiten. Ist ein MIDI-Keyboard angeschlossen, wird dessen Modulationsrad (MIDI-CC 1) standardmäßig auf den Cutoff geroutet.

Eine richtige Verstärkersektion gibt es nicht, leider auch keinen Main-Volume-Regler. Das einzige Bedienelement in dieser Abteilung ist der Taster VCA Select, mit dem man zwischen der Lautstärkemodulation via ADSR-Hüllkurve und einer einfachen Gate-Hüllkurve umschalten kann. Über die Buchse VCA In kann der Verstärker auch extern gesteuert werden.

Modulationen

Hüllkurve und LFO

Für die Modulation ist der Nanozwerg mit einer gewöhnlichen ADSR-Hüllkurve und einem LFO ausgestattet. Die Hüllkurve ist flink und präzise genug für kurze Klickersounds und allerhand Perkussives. Sehr störend ist leider, dass sie teilweise auch durch Note-Off-Befehle ausgelöst wird: Spielt man auf dem Keyboard zwei gebundene Noten und lässt dann die zuerst gespielte Taste los, wird der liegende Ton erneut angetriggert. Damit handgespielte Melodien nicht allzu seltsam klingen, muss man seine Spielweise konzentriert auf dieses Verhalten abstimmen oder im MIDI-Editor hinterher Note für Note ausbügeln.

Der LFO gibt neben den drei Standard-Schwingungsformen auch Zufallswerte (Sample and Hold) aus, was immer ein Garant für abwechslungsreiche Klänge ist. Ein ganz besonderes Lob verdient der Nanozwerg für den OneShot-Taster. Ist dieser aktiviert, wird der LFO-Zyklus nur einmal durchfahren – dadurch steht (unter Verzicht auf eine normale LFO-Modulation) eine weitere Hüllkurve für den Oszillator und das Filter zur Verfügung.

Dank des LFO Out auf der Rückseite lässt sich das LFO-Signal per Patchkabel in die rückwärtigen CV-Eingänge, in externes Analogequipment oder gar als zusätzliche Klangquelle zurück in den Audio In des Nanozwerg leiten. Die Buchse LFO In dient der externen Steuerung der LFO-Frequenz: Während der Nanozwerg-LFO normalerweise maximal mit 100 Hz schwingt, kann man ihn mit Hilfe eines externen CV-Signals locker bis 3 kHz treiben. Per CV-Signal kann der LFO so theoretisch auch als zweiter Oszillator genutzt werden. Im Test mit dem Dark Energy als MIDI/CV-Interface war die Oktavspreizung allerdings zu groß, um den LFO chromatisch spielen zu können. Ein analoger Sequencer sollte Melodielinien aber problemlos ermöglichen.

Die geheimnisvolle Welt der Nanozwerge

Ohne den MIDI In käme der Nanozwerg für viele potentielle Käufer vermutlich nicht in Frage, denn so lässt sich der Winzling ohne zusätzliches CV-Interface in ein reines Digitalstudio einbinden. Die Wahl des MIDI-Kanals ist allerdings eine Geheimprozedur, die ohne Bedienungsanleitung auch streng geheim bleibt: LFO-Wave-Taster rechts unten mehr als zwei Sekunden gedrückt halten, dabei mit dem Rate-Regler den Kanal wählen. Der aktuelle Kanal wird mit den LEDs der LFO-Wave-Auswahl dargestellt – und zwar binär. Dafür sind die vier LEDs mit 1, 2, 4 und 8 beschriftet, der einzige Hinweis auf eine Doppelfunktion dieser Bedienelemente.

Bedienungsanleitungs-Verächtern bleiben noch weitere Funktionen verschlossen: So hat Fricke einen kleinen ROM-Sequencer eingebaut, dessen drei nicht veränderbare Sequenzen dem Vorhören und Schrauben ohne Keyboard oder externen Sequencer dienen. Die vierte „Sequenz“ öffnet den Verstärker dauerhaft, was nicht zuletzt für die Verwendung des Nanozwergs als Filterbox wichtig ist. Eingeweihte aktivieren den Sequencer durch das gleichzeitige Drücken von Filter-Select und einer der vier Tasten auf der linken Seite des Bedienpanels.

Der Nanozwerg lässt sich per MIDI sogar anschlagdynamisch spielen – wenn man weiß, wie. Die Accent-Funktion wird mit der Tastenkombination Filter Select + VCA Select aktiviert. Dann wirkt sich die Velocity zugleich auf Filter-Cutoff, VCA-Level und LFO-Rate aus. Auch wenn man vielleicht nicht immer alle drei Parameter gleichzeitig per Anschlag beeinflussen möchte, ist die Accent-Funktion weit mehr als nur ein kleines Goodie, ermöglicht sie doch wunderbar groovende Soli und Sequenzen.

Accent, Sequencer und freie MIDI-Kanalwahl sind tolle Ergänzungen, die allerdings wirklich zu versteckt sind. Eine Kurzanleitung auf der Unterseite des Nanozwergs hätte dieses Problem auf einfache Weise lösen können. Was dann allerdings immer noch fehlen würde, wäre eine Accent-LED, die den aktuellen Zustand dieser Funktion anzeigt.

Der Klang des MFB Synthesizers

Und wie klingt der kleinste MFB-Zwerg nun? Zusammengefasst: eigenständig, eher dreckig als clean, eher hart als weich. Das hier ist natürlich kein Moog, und auch von der ausgewogenen Rundheit des Dark Energy ist der Nanozwerg ein gutes Stück entfernt. Das darf allerdings nicht als Abwertung verstanden werden. Es ist schlicht eine andere Ästhetik, die zum Teil auch auf das 12-dB-Filter zurückzuführen ist.

Was sehr viel Spaß macht, sind die Eigenheiten und Unwägbarkeiten, wegen derer man sich ja gerade einen Analogen zulegt. Was da passiert, wenn man beispielsweise die Resonanz langsam immer weiter nach rechts dreht, ist ein Fest für das neugierige Ohr. Gerade die Modulationen im Audiobereich, egal ob Pulsbreite oder Cutoff, sind reich an jenen interessanten Nebengeräuschen, die teure Synthesizer oft zu vermeiden suchen. Natürlich ist der Nanozwerg dank seines flexiblen Suboszillators prinzipiell für Bässe prädestiniert, jedoch mangelt es ihm hier subjektiv ein wenig am letzten Quäntchen Schub. Insgesamt ist der Winzsynthesizer schon eher ein Spezialist für trockene, knarzige, kratzige und knusprige Sounds.

Der MFB Nanozwerg on YouTube

Fazit

Der MFB Nanozwerg ist vielleicht nicht das perfekte Geschenk für Leute, die schon alle Analogsynthesizer haben; ihn deshalb als reines Anfängergerät abzustempeln, wird dem Minisynthesizer aber nicht gerecht. Dank der CV-Ein- und -Ausgänge kann der Nanozwerg gut in bestehende Modularsysteme einbezogen werden. Mit seinem eigenwilligen, manchmal etwas unberechenbaren Charme ist er vor allem die ideale Ergänzung für jedes VST-Studio. Aber auch Livemusiker werden mit Frickes Kleinstem etwas anfangen können, denn dank der wenigen Parameter kann man mit etwas Übung alle möglichen Sounds schnell zusammenschrauben. Ausgerechnet die fehlende Speicherbarkeit kann der Live-Situation jenes unwägbare Moment zurückgeben, das hinter dem Laptop oft flöten geht. Allerdings könnte der sensible Tune-Regler auf der Bühne unter Umständen für Unbehagen sorgen.

Mit einem Straßenpreis von gerade einmal 219 Euro ist der MFB Nanozwerg zudem konkurrenzlos günstig. Der Doepfer Dark Energy kostet 398 Euro und muss auf Suboszillator, Rauschgenerator, Multimode-Filter, Gate-Hüllkurve, Sample and Hold und den OneShot-LFO verzichten. Ob der andere Grundsound, das USB-MIDI-CV-Interface, der zweite LFO und die Vintage-Optik des Dark Energy das aufwiegen, muss jeder für sich entscheiden. Der Nanozwerg bekommt jedenfalls eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.

Plus

  • maximale Flexibilität auf kleinstem Raum
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • eigenständiger Sound
  • Audio-In
  • Ansteuerung über MIDI und CV

Minus

  • Hüllkurve löst bei beim Loslassen einer von zwei gleichzeitig gehaltenen Tasten aus
  • kein Main-Volume-Regler
  • Tune-Regler etwas ungenau
  • keine optische Kontrolle über Accent und Sequencer

Preis

  • 219,00 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Goofy

    Herzlichen Glückwunsch – ein gelungener Artikel.
    Ich werde mir den Nanozwerg wohl nicht zulegen, denn ich habe schon genug Analogkisten, aber man weiß ja nie..
    Im Ernst, ich finde den Nanozwerg sogar gelungener als den Dark Energy von Döpfer. Das Filter ist zwar ’nur‘ 12dB – dafür aber erste Sahne und ‚Multimode‘. Somit bin ich mit diesem Synthesizer flexibler, auch wenn ich auf den ‚Schönklang‘ des Dark Energy verzichten muß. Doch drin steckt für mich der Reiz, ich klinge dann nicht so wie die Anderen. Und nur für einen knurrigen Bass brauche ich keinen teuren Döpfer – sorry.
    Bitte versteht mich nicht falsch, der Dark Energy ist ein guter Synthesizer, doch in meinen Augen zu gefragt. Vermutlich wird er bald – wie schon der Korg MS-20 – überall eingesetzt – und dann kann er schnell langweilig werden.

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      XCenter  

      Interessante Argumentation. Demnach sind Instrumente wie ein Minimoog, ein Fender Rhodes, eine Hammond B3 oder eine Gibson Les Paul langweilige Instrumente. Ich mag dem nicht folgen.

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        AMAZONA Archiv

        Ich kann dieser Argumentation schon folgen, schließlich wurden auch Elektrische Gitarren, Pianos und Orgeln in den Anfängen von der Mehrheit verschmäht und haben sich später auch aufgrund ihres „anderen“ Sounds durchsetzen können.

        Ich finde den Nanozwerg auch angenehm anders und bin begeistert von den flexiblen Möglichkeiten, von denen mir einige bei meinem Dark Energy echt schmerzhaft fehlen (bis die Erweiterung Dark Matter endlich herauskommt…). Nachdem ich das vierte und das letzte Klangbeispiel erstellt hatte, fiel es mir tatsächlich etwas schwer, mich wieder vom Nanozwerg zu trennen…

        Aber: Während des Tests hab ich mich oft dabei ertappt, dass ich beim Schrauben am Dark Energy hängen geblieben bin – mir macht der Sound persönlich einfach mehr Gänsehaut. Und darum geht’s doch letzten Endes.

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          Reden wir aneinder vorbei? Ich bezog mich auf die Aussage, dass ein Dark Energy langweilig zu werden droht, weil er beliebt ist und (zu?) oft eingesetzt wird. Dein Hinweis auf die ungebrochene Beliebtheit klassischer Instrumentengruppen, die ja weit verbreitet sind und trotzdem noch spannend bleiben, widerspricht dem doch auch.

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            Goofy

            Hey Leute – Langsaaaam…..

            Ich meine damit nicht das diese Instrumente langweilig sind – sonst hätte ich auch keinen Minimoog, DX-7 etc. – ich denke nur daß man auf die Dauer zu oft den ein oder anderen Sound hört. Ähnlich war es damals beim DX-7 – fast jede Produktion in den 80ern nutzte DX-Pianos. Dem D-50 und dem M1 ging es da nicht viel anders.
            Ich persönlich kann mich z.B. an meinem Moog nicht satthören.
            Hoffe Ihr versteht jetzt was ich meine. Sorry – hatte mich eventuell etwas ’schief‘ ausgedrückt.

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              XCenter  

              Dann hab ich das durchaus richtig verstanden. Meiner Meinung nach liegt es am eigenen Vermögen, ob ein Instrument langweilig wird und nicht an seiner Verbreitung. Eine TB303 kann zB in den richtigen Händen auch heute noch sehr spannend sein. Wenn man jedoch eh davon ausgeht, dass sich andere sowieso nur stereotyp mit einem Instrument auseinandersetzen, ja dann hat deine Aussage was für sich. Das ist aber keine Sichtweise, die ich teilen möchte.

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            AMAZONA Archiv

            Stimmt, ich hab ein bisschen an Dir vorbeigeredet. Was ich meinte: Ich kann der Argumentation folgen – wenn man anders klingen will, kann ein anderes Instrument helfen. Gleichzeitig ist kaum ein Instrument per se langweilig, schon gar kein Rhodes und keine Paula. Bestimmte, spezielle, wiedererkennbare Synthie-Sounds, die immer wieder stereotyp eingesetzt werden, möglicherweise aber schon.

  2. Profilbild
    b.ny

    Hallo,

    ich hab mir den Nanozwerg heute gekauft, nicht zuletzt dank deines informativen artikels.

    Das Problem mit der Hüllkurve, die beim loslassen einer Note neu getriggert wird, hat mich so sehr genervt, dass ich ein bisschen recherchiert hab und auf diesen Forum-Thread gestoßen bin:

    [url=http://digital-synthesizer.de/viewtopic.php?f=2&t=42894&sid=0e30af1c0d489be741ca4aa356c35dca&start=100]Link[/url]

    Demnach kann man den Multi-Trigger Mode deaktivieren/aktivieren, indem man den VCA Select Knopf gedrückt hält und dabei den OneShot drückt. Das steht nicht in der Bedienungsanleitung, aber funktioniert. Bei ausgeschaltetem Multitrigger-Mode wird beim Legato spielen nur beim ersten Ton die Hüllkurve getriggert.

    Dass sie bei jedem Note-On Befehl, aber nicht bei den Note-Off Befehlen getriggert wird geht aber scheinbar leider nicht.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Ach schau an! Ich frage mich bei MFB sowieso immer wieder, wie groß wohl die Dunkelziffer an interessanten, nicht dokumentierten Extras sein mag…

      Danke für die Info und viel Spaß mit dem Zwerg!

  3. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Ich benutze den Nanozwerg als Ergänzung zum Dark Energy (des Ersten). Allein schon durch den Oszi des MFB via ext.In werden die Sounds voller, wenn man dann noch unterschiedliche PWM draufgibt, werden sie für Bässe schon zu schwammig. Die zwar etwas spartanischen Patchmöglichkeiten ergänzen sich bei beiden Synths ganz gut; so kann ich das beste beider Welten nutzen. Das LP-Filter des Nanozwerges gefällt mir nicht so sehr (erinnert mich an den MS-10), aber die Kombination aus LP-Filter des DE und dem Notch- oder HP-Filter des NZ ergibt wieder interessante Sounds. Zudem kann noch mein EHX Memory Boy per Exp.In durch CV-Quellen beider Synths gesteuert werden, da wird’s schon irrwitzig…

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Vielen Dank für den ausführlichen Test. Er hat am Ende den Ausschlag gegeben, es mal mit dem Nanozwerg zu versuchen. Ich habe es nicht bereut. Er klingt sogar noch besser als es die Audiobeispiele erwarten ließen …

    Falls es wen interessiert, hier ein Video mit meinen ersten Tests: http://youtu.be/jDUG7uN5BiQ

    • Profilbild
      p.lange  AHU

      Schönes Demo! Bringt die stärken des Nanozwerg prima rüber.
      Und so schöne Holzseitenteile an MC-303 und Mopho :-D

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