Test: Native Instruments TRK-01, Kick & Bass Sequencer

Effekte von Native Instruments TRK-01

TRK-01_Effekte

TRK-01 Effekte

Die Kick-Effekte bieten Verzerrung, Sample & Hold, Bitreduktion sowie Hochpass- und Tiefpassfilter. Nichts was einen überfordern würde. Auf der Bassseite gibt es fünf Insert-Effekte: „Distort“, „Unison“, „Flanger“ und „Phaser“, eine dreibandigen parametrischen EQ und einen Kompressor in der Output-Sektion.

 

TRK-01 EQ

TRK-01 EQ

 

TRK-01 Output

TRK-01 Output

 

TRK-01 Ducking Env

TRK-01 Ducking Env

Die Ducking-Hüllkurve sollte etwas näher angeschaut werden. Diese sehr umfangreich einstellbare invertierte Hüllkurve wird durch die aktiven Schritte des Kick-Sequencers ausgelöst, d.h. je stärker ihre Auslenkung ist, desto leiser wird das von ihr modulierte Bass-Signal. Die Hüllkurve kann auf die Parameter der Insert-Effekte, den Equalizer oder den Ausgang der Bass-Sektion wirken.

TRK-01 Ducking Env Mod Matrix

TRK-01 Ducking Env Mod Matrix

Sequencer des Native Instruments TRK-01

Hier entscheidet sich üblicherweise, ob ein musikalisches Konzept aufgeht oder nicht. Im Falle des TRK-01 ist es leider ein klares „Jein“. Aber der Reihe nach.

Für beide Synthesizer gibt es acht Pattern, die in Pages eingeteilt sind. Pro Page gibt es maximal 16 Schritte. Die Anzahl der Steps und Pages sind dabei frei zwischen einem Step bei einer Page pro Pattern bis 16 Steps bei vier Pages pro Pattern einstellbar. Damit ist zwar keine systemische Polyrhythmik, also zwei gleichzeitige Takt-verschiedene Rhythmen, möglich, reicht aber allemal aus. Sehr schön ist auch, dass man die Steps per Offset in ihrer Taktposition verschieben kann. Die Offset-Schalter sollten unbedingt per MIDI oder Automation modulierbar gemacht werden, der Spaß würde kein Ende nehmen!

TRK-01 Kick Seq

TRK-01 Kick Seq

Die beiden Sequencer sind sehr einfach aufgebaut. Groß in der Mitte präsentiert sich die Anschlagslautstärke. Darüber eine Miniübersicht des jeweils anderen Sequencers und darunter die Halte-Option (nur Bass) und die Zeile für die Parameter-Lock. Diese lassen sich ab V1.1 nun auch je nach Bedarf einzeln an- und abschalten.

TRK-01 Bass-Sequencer

TRK-01 Bass-Sequencer

Damit werden pro Schritt alle Einstellungen der aktuellen Synthesizers und Effektparameters eingefroren. Jeder Step kann also völlig anders klingen als der vorherige – quasi ein superschneller Preset-Wechsel pro Step. Doch damit hört die Freude nicht auf. Damit das Parameter-Lock nicht zur Klickorgie wird, gibt es den Parameterfokus. Durch einen Doppelklick auf einen Parameternamen bzw. -wert wird dieser Parameter im Sequencer angezeigt und kann so bequem für jeden Schritt editiert werden. Alles wunderbar, bisher.

TRK-01 Parameter-Focus

TRK-01 Parameter-Focus und Groove-Einstellungen (opben)

Die MIDI-Anbidung bietet MIDI-Noten zum Wechsel der Pattern, jeweils getrennt für Kick und Bass. Alternativ lassen sich auch Kick- und Bass-Engines über MIDI-Eingaben spielen. Die Einstellung erfolgt über ein Icon in der Sequencer-Darstellung.

Natice-Instruments-TRK-01_MIDI

TRK-01 V1.1 Update: MIDI oder Sequencer

Das Ganze funktioniert auch im Mischbetrieb. Die Belegung der MIDI-Noten ändert sich dann entsprechend für die Engine:

Kick und Bass per MIDI
Kick-Noten: A0 bis B3
Bass Noten: C4 bis C8

Kick per MIDI / Bass per Sequencer
Kick-Noten: A0 bis B3
Bass-Sounds: C4 bis G4
Bass-Pattern: C5 bis G5

Kick per Sequencer  / Bass per MIDI
Kick-Sounds: C2 bis G2
Kick-Pattern: C3 bis G3
Bass-Noten: C4 bis C8

Die eingehenden MIDI-Noten für die Kick werden dabei eine Oktave höher transponiert. Zusätzlich ist es möglich, den Root-Key per MIDI zu spielen, um diese Sequenzen zu transponieren.

TRK-01 Automation

TRK-01 Automation

Die Parameter von TRK-01 werden von Reaktor sauber an die DAW weitergereicht und auch bei den praxisnahen und umfassenden Tuning-Optionen zum Einstellen der Notenskala und der  anschaulichen Darstellung von Swing, Groove und Punktierung bei den Groove-Optionen wurde alles richtig gemacht.

Master

TRK-01 Mastereffekte

TRK-01 Master-Effekte

Zuletzt gibt es eine gut zusammengestellte Master-Sektion mit Mixer, Delay, Hall, Bass-Enhancer und Booster inkl. Pegelanzeige.

Damit man seine eigen Kick- und Basskreation auch verwalten kann, verfügt TRK-01 über sehr gute Preset-Verwaltung. Ab V1.1. auch mit Datei-Brwoser zum Laden von Samples. Nicht nur Synthesizer-Einstellungen können über die acht Sound-Bänke eines Presets verwaltet werden, sondern auch über Presets hinweg. Das funktioniert natürlich nicht nur mit Patterns und Pages und sondern auch mit Parameter-Lock-Steps. Sehr praktisch.

Außerdem bietet Native Instruments TRK-01, wie es sich für ein ernstzunehmendes Musikerwerkezug gehört, separate Audioausgänge für Kick-, Bass-, Delay- und Reverb-Kanäle.

Soundemos zu Native Instruments TRK-01

Die Sounddemos wurden nur mit  TRK-01, dem Kontakt Modern Drummer für zusätzliche Percussions ohne Bassdrum und Flesh von Tim Exile für die Erzeugung von harmonischen Zusätzen gemacht. Dabei wurde die kombinierte TRK-01 + Kontakt Sequenz als Audiodatei exportiert und in Flesh importiert. Die harmonischen Zusätze stammen also „Orignal“ aus der TRK-01 Sequenz. Der Rhythmus in Flesh wurde natürlich stummgeschaltet.

Darüber hinaus erfuhren die Tracks nur eine leichte Komprimierung auf dem Mastertrack. Der Peak liegt bei -0,2 dBFS.

Fazit

Native Instruments TRK-01 klingt hervorragend und ist hingegen der ersten Vermutung kein Instrument, das einem alles vorsetzt, im Gegenteil. Die Klangerzeugung besteht aus zwei vollwertigen Synthesizern, die vom Umfang her locker mit einem MircoBrute oder Neutron mithalten können und vom Konzept her auch viel von den Elektrons gelernt haben.

Die Sekundär-Menüs sind zwar gut durchdacht und ausgeführt, das ändert aber nichts an ihrer Anzahl und erinnert doch stark an diverse Hardware mit zu vielen SHIFT-Funktionen und zu kleinen Anzeigen. Doch mit dem V1.1 Update ist das alles doch sehr viel handlicher geworden.

Native Instruments TRK-01 hat genau eine Aufgabe – den permanenten Sweet-Spot zwischen Kick und Bass zu gewährleisten. Das erledigt die Software durchweg mit Bravour und wer sich durch die Programmierung hangelt, wird mit extrem Bass-tighten Tracks belohnt.

Plus

  • Klang
  • Engine per MIDI spielbar
  • weitreichende Klangformungsmöglichkeiten
  • eigene Kick-Samples importieren
  • Preset-Verwaltung
  • separate Ausgäng für Kick und Bass

Minus

  • viele Sekundärmenüs
  • keine eigenen Samples als Wavetables

Preis

  • Ladenpreis: 99,- Euro
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