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Test: Radikal Technologies Accelerator, Synthesizer

19. Oktober 2011

Alleskönner oder Exot?

Nach der Preview des Accelerators durch Peter Grandl und Jörg Schaaf folgt hiermit eine weitere Meinung in Form eines Testberichts. Jörg Schaaf ist treibende Kraft in puncto Synthesizer-Entwicklung bei Radikal Technologies. Aus seiner Feder stammen schon die bekannten Groove-Synthesizer Spectralis und Spektralis 2, die für mannigfaltige Features und hervorragende Klangeigenschaften bekannt sind. Mit dem neuen Accelerator scheint ein weiterer virtuell analoger Synthesizer auf den Markt zu kommen, aber Sie werden überrascht sein: Es ist bei weitem nicht nur ein Synthesizer.

Accelerator

Mit Metallgehäuse, mattem dunkelgrauen Lack und Holzseitenteilen bringt der Accelerator rund 9 Kilo auf die Waage und macht im Vergleich zu manch bekanntem Material aus Fernost einen germanisch-wertigen Eindruck. Aus dem Vollen gefräst ist sie zwar nicht, aber die Aftertouch-fähige 61er Tastatur hinterlässt für einen Synthesizer ein sehr gutes Spielgefühl. Zusätzlich zu den Spielhilfen wie Modulations- und Pitch-Rad gibt es einen Gyrosensor, der Beschleunigungen des Accelerators in drei Achsen in Modulationssignale umwandelt. So können Wutausbrüche oder Freudentänze direkt in klangliche Geschehen eingreifen, so denn man sie mit dem Accelerator teilt. Jedenfalls ist der Gyrosensor ein lustiges Gimmick.
Auf der Rückseite finden wir neben MIDI, Pedalen und Kopfhörerausgang den Summenausgang, sowie zwei Direct Outs. Darüber hinaus bietet der Accelerator einen symmetrischen Stereoeingang, einen optischen S/PDIF-Ausgang und einen USB-MIDI-Port. Der S/PDIF-Ausgang gibt übrigens stets 96 kHz aus, was vermuten lässt, dass der Accelerator intern mit eben dieser Abtastrate arbeitet. Auffällig ist auch der enorme Ausgangspegel, der am Kopfhörerausgang abrufbar ist – Toll aber -> Vorsicht!

Der Radikal Accelerator auf der Musikmesse 2010

Soundengine

Der Klang des Accelerators wird auf einem DSP erzeugt, der gleichzeitig auch eine Effektsektion mitberechnet. In der Grundversion bietet er acht Stimmen, die auf maximal 32 erweitert werden können. Jede Stimme bietet eine volle Breitseite an Funktionen, darunter drei Oszillatoren, drei Filter, sechs Hüllkurven, vier LFOs und eine sehr große Modulationsmatrix. Darüber hinaus sind Funktionen wie Sync, Ringmodulator und filterbare Rauschquelle ebenfalls mit an Bord. Die Oszillator-Filter-Amp Verschaltung ist stereo aufgebaut und ähnelt dem Aufbau der Waldorf Synthesizer. Darüber hinaus verfügt der Accelerator über ein Resonator-Modul, das saitenähnliche Klänge erzeugen kann. Wavetable- oder Sampling-Funktionen sind hier nicht vorgesehen.
Ich werde nicht jeden Parameter beschreiben, aber falls Sie sich ein detailliertes Bild von der Synthese machen möchten, können Sie auf der Herstellerseite die Bedienungsanleitung herunterladen:

Oszillatoren

Jeder der drei Oszillatoren bietet die Schwingungsformen Sinus, Dreieck, Sägezahn und Rechteck, die stufenlos in dieser Reihenfolge ineinander übergeblendet werden können. Die mit TLM (Time Linearity Modulation) bezeichnete Funktion stellt die Pulsbreite ein. Dies funktioniert nicht nur wie gewohnt beim Rechteck, sondern auch bei den anderen Schwingungsformen. Die Phasenmodulation (PM) entspricht klanglich dem Resultat einer Frequenzmodulation zwischen den Oszillatoren, so wie sie auch von den einschlägigen Yamaha Synthesizern bekannt ist.
Auch der Phasenstart eines Oszillators kann fixiert werden (z.B. wie bei einem Sampler) oder frei schwingen wie bei einem analogen Synthesizer. Die mit diesen Funktionen erreichbaren Grundspektren sind überaus ergiebig und tragen zum großen Teil zum Klangspektrum des Accelerators bei.
Der Rauschgenerator kann durch ein eigenes resonanzfähiges Multimodefilter klanglich geformt und den beiden Filtern zugeführt werden.

Das hier abgebildete Blockschaltbild sagt mehr als 1000 Worte.

Das hier abgebildete Blockschaltbild sagt mehr als 1000 Worte.

Filter + VCA

Jedes der beiden Filter verfügt über verschiedene Charakteristiken (Off, LP, BP, HP, Notch, jeweils als 12dB oder 24dB). Beide Filter münden in einem VCA, der wiederum über Panning einem Stereobus zugemischt wird. Ein parametrischer 3-Band EQ rundet den Synthesestrang ab. Sättigungsstufen sind nicht vorgesehen.

Selbstverständlich können nahezu alle Quellen und Ziele in der großzügigen Modulationsmatrix verschaltet werden. Während ein Teil der Modulationsmatrix pro Stimme verfügbar ist, bezieht sich ein kleinerer Teil auf Parts und Effekte, ist also monophon. Damit ermöglicht Raditek die Modulationen von Part-Parametern und Effekten. Bezüglich der Stimmenarchitektur trumpft der Accelerator also mit Opulenz. Auch scheinbare „Nebensächlichkeiten“ wie Mono-Modes und Glide sind mit Liebe zum Detail entwickelt worden.

Effektsektion

Der Effektblock besteht aus einer festen Verkettung von unterschiedlichen Algorithmen in folgender Reihenfolge:

Verzerrung/Sättigung mit EQ
Moduliertes Delay (Echo, Chorus und Flanging-Effekte)
Phaser
Leslie (Höhen und Tiefen getrennt bearbeitet)
vierstimmiger Chorus
Hall
Effekt-EQ

Sie ahnen schon, wie man einen Sound mit diesem Effekten aufblasen kann. Je nach Einstellung kann der Grundcharakter des Klangs bis zur Unkenntlichkeit verbogen werden.
Die Qualität der Effekte ist gut, der Hall kann sich ebenfalls gut behaupten, auch wenn ein externer Hall im Studio natürlich den letzen Schliff gibt.
Die wahre Pracht der Klangerzeugung offenbart sich, wenn man sparsam mit den Effekten umgeht oder die Effekte über die Modulationsmatrix in den Klang integriert.

Der Accelerator vermag es, einen eigenständigen Klang zu erzeugen, dazu tragen vor allem die Oszillatoren und Filter bei. Während die Oszillatoren einen sehr prägnanten und eher mittigen Sounds erzeugen, klingen die Filter sehr weich und rund. Dennoch packen sie zu und entwickeln vor allem beim Einsatz der Resonanz einen Klang, der sich positiv vom Plug-in Allerlei abhebt.

Randomize

Last but not least wurde in den Accelerator eine Zufallsfunktion integriert, die es ermöglicht, per Knopfdruck neue Klänge zu erzeugen. Dabei werden nicht nur einfach die Parameter von 0%-100% per Zufall erzeugt, sondern es steckt eine Methodik dahinter, so dass in neun von zehn Fällen ein wirklich guter und spielbarer Klang erzeugt wird. Der Anwender wählt hier aus den zehn Kategorien der Presetanwahl. Obendrein wird sogar aus einem Fundus von Begriffen ein Klangname generiert. Erstaunlich ist, wie gut die Ergebnisse dieser Zufallsfunktion sind. Je nachdem welche Einstellung man zu Zufallsfunktionen im kreativen Dasein hat, kann man es sich aussuchen, ob man sich Klänge selber komplett von Null zurecht schraubt oder so lange auf die Zufallsfunktion zurückgreift, bis etwas Passendes dabei ist.

Sequencer und Arpeggiator

Pro Part verfügt der Accelerator über einen sehr ausgefuchsten Sequencer, der neben einer polyphonen Notenspur drei weitere Spuren für Parameter beinhaltet. Befindet man sich im Sequencermodus, so wird dieser über die acht Endlosdrehregler und die darunter liegenden Tasten gesteuert. Hat man sich die Funktionen im Handbuch erst verinnerlicht, so kann die Funktionalität voll überzeugen. Der Sequencer kann wirklich in Echtzeit zum Programmieren von Sequencerlinien genutzt werden. Das Ganze funktioniert mit etwas Übung auch live auf der Bühne, ohne dass der Sequencer jemals gestoppt werden muss. Man kann also die Entwicklung eines Patterns richtig zur Show machen!
Gelungen ist vor allem auch die „Zweckentfremdung“ der Benutzeroberfläche zur Steuerung des Sequencers. Trotz relativ wenigen Bedienelementen ist es Raditek gelungen, ein stimmiges Konzept zu erarbeiten und so zum Beispiel auch die Tasten der Klaviatur mit einzubinden.
Neben einem vollständigen und ausgewachsenen Arpeggiator mit sämtlichen denkbaren herkömmlichen Abspielmustern, können auch eigene Muster programmiert werden. Die Programmierung gleicht der des Stepsequencers. Der Arpeggiator benutzt die Sequencerlinien, um aus ihnen ein Arpeggiomuster zu generieren. Man kann einen beliebiges Sequencerpattern aufrufen und ausprobieren, welche Arpeggiomuster aufgrund der Zuordnung von Tonhöhen zu den Akkord-Notennummern entstehen. Viel interessanter ist aber noch das Erlebnis beim Einsatz der Realtime Features des Stepsequencers, die sich allesamt auch auf Arpeggiomuster auswirken. Funktionen wie Skip, Step Mute und Direction wirken sich allesamt direkt aus und führen immer wieder zu unerwarteten neuen Abfolgen.

Radikal Accelerator und Spectralis II

Masterkeyboard- und Live-Funktionen

Mit Voice-Remain bezeichnet Radikal Technologies die Funktion, dass ein gehaltener Klang beim Umschalten auf einen anderen inklusive Effekten stehen bleibt. Das ist insbesondere im Live-Betrieb von unschätzbarem Wert. So kann der Endakkord eines Stücks einfach gehalten werden und der Intro-Sound des nächsten Stücks bereits erklingen, ohne dass irgendwelche Störungen auftreten, Releasephasen oder Hallfahnen abreißen. Das Ganze funktioniert im Singlemodus sogar für bis zu vier Klänge, im Performancemodus für bis zu zwei Klänge.

Ein weiteres Feature ist die so genannte Chain. Mit diesem lassen sich aufeinanderfolgende Klänge vorprogrammieren, so dass man von Stück zu Stück einfach diese Kette durchläuft. Das Bilden von einfachen Abfolgen von Klangaufrufen ist nur eine der möglichen Anwendungen einer Chain. Die Chain schaltet zudem nicht nur einfach Klänge um, sondern sie bietet zehn Direktauswahlen für jeden Song, bei dem nicht nur Klänge aufgerufen werden, sondern gleichzeitig noch der Spielmodus (Performance, Single, Split oder Dual) eingestellt wird. So ruft dann ein Direktzugriff nicht nur einen Klang auf, sondern auf Wunsch auch einen Splitpunkt und zwei Klangfarben. Zusätzlich verwaltet ein Chain Direktzugriff noch bis zu zwei Programmwechsel und Keyboardzonen für externes MIDI Equipment. Voraussetzung ist selbstverständlich ein festes Programm und kein Wunschkonzert. Andere Masterkeyboard-Funktionen wie Keyboard-Splitzonen sind ebenfalls vorhanden und in der Chain nutzbar. Der Accelerator kann dabei als Zentrale zur Steuerung anderer Expander und Synthesizer fungieren, indem er diese auch ansteuert und zum Beispiel Program-Change Befehle sendet. Für jedes Element der Chain ist ein solches Setup speicherbar, so dass sich alle entsprechend programmierten Klangerzeuger korrekt einstellen, sobald man ins nächste „Glied“ wechselt.

Praxis (Bedienung)

Beim Bedienkonzept des Accelerators handelt es sich um einen sehr gut gelungenen und vor allem praxisgerechten Kompromiss zwischen direktem Zugriff und wenigen Echtzeitreglern. Natürlich wünschen wir uns alle, die komplette Synthese mit einem Regler pro Parameter im Zugriff haben zu können, aber das ist bei einer so komplexen Architektur kaum im attraktiven bezahlbaren Rahmen zu machen. Somit haben sich die Macher bei Radikal Technologies auf eine Bedienung mit einer Matrix ähnlichen Struktur geeinigt, die wir in ähnlicher Form bereits vom Waldorf microQ, Pulse oder dem Plugiator kennen. Acht gerasterte Endlosregler (Encoder) steuern Parameter, die nach Gruppenzugehörigkeit geordnet sind. Die Zeilen der Matrix sind nach Funktionsgruppen wie VCO, VCF, VCA, LFO und User gegliedert und durch einfachen Tastendruck anwählbar. Alle weiteren Parameter werden über das Display und die darunter liegenden drei Endlosregler gesteuert.

Hat man sich die Bedienung erst mal verinnerlicht, so geht sie erstaunlich schnell von der Hand. Jedoch empfehle ich nach dem Auspacken und dem ersten Anspielen von ein paar Werksklängen, zumindest die ersten paar Seiten des Handbuchs zu konsultieren, um sich einzuarbeiten. Das loht sich wirklich und nicht nur wegen der Anekdoten.
Die werksseitige achtstimmige Polyphonie kann über maximal zwei jeweils 12-stimmige DSP-Erweiterungen auf 32 Stimmen aufgestockt werden. Ich würde beim Kauf schon eine Erweiterung einkalkulieren, denn acht Stimmen sind spätestens beim beidhändigen Spielen eines Pad-Sounds mit längerer Releasezeit für heutige Verhältnisse zu wenig. Früher in den 80ern musste man sich mit sechs Stimmen zufrieden geben und dies mit externem Hall oder Delay kaschieren, was beim Accelerator dank der großzügigen Effektsektion selbstverständlich auch intern funktioniert. Beim Einbau einer Erweiterung erhält man übrigens zusätzlich noch einen achtfachen Multimode.

Zukunftsmusik

Bereits auf der Messe wurde eine Zugriegel Emulation für den Accelerator vorgestellt. Diese Orgel ist ab einer eingebauten Expansion verfügbar und besitzt eine Polyphonie von 61 Stimmen, die zusätzlich zu den Synthesizerstimmen erzeugt werden. Bezogen auf die 61 Tasten ist diese Orgel  somit vollpolyphon und verbraucht trotzdem keine Polyphonie des Synthesizers! Eine Expansion fügt in Zukunft also nicht nur 12 zusätzliche Synthesizerstimmen hinzu, sondern auch die 61 Stimmen dieser Orgel.

Mitbewerber

Der Accelerator stellt sich als erstes Keyboard der Radikal Technologie Gerätschaften wie dem vollanalogen Prophet 08, dem polyphonie-strotzenden Virus oder dem Clavia Nord Wave, Nord Lead, Waldorf Blofeld Keyboard und Arturia Origin. Wie Sie sehen, ist die Auswahl der aktuellen polyphonen Hardware-Synthesizer sehr klein, abgesehen von einigen Exoten, die ich hier nicht näher beleuchten möchte. Breit gefächert ist allerdings der Preisbereich der vom Blofeld-Keyboard (700 Euro) bis zum Origin Keyboard (2900 Euro).

Eine Abhandlung oder Empfehlung auszusprechen, sehe ich anhand der doch sehr auseinandergehenden Konzepte als unmöglich bzw. sinnfrei an. Klanglich unterscheidet sich das Feld auf jeden fall schon so immens, dass es dem persönlichen Geschmack und der Art der Anwendung überlassen ist, wer sich für welches Produkt entscheidet.

Während der Prophet 08 als vollanaloger komplett anders klingt als ein Nord Lead, dafür aber strukturell mit diesem vergleichbar ist, kann man den Accelerator von der Klangarchitektur am ehesten mit dem Blofeld/mQ/Q vergleichen. Der Virus kann hingegen zusätzlich mit Supersaw und Wavetablen aufwarten. Der Effekt- und der grundlegenden Klangqualität des Accelerator kann man jedoch eine höhere Güte bescheinigen.
In puncto Stimmenzahl und Preislage ist ein Prophet 08 in etwa gleich auf. Konzeptionell unterscheiden sich beide Geräte aber frappierend. Während der P08 vom Grundsound einfach absolut bombastisch klingt und über viele Echtzeitregler verfügt, fehlen ihm Effekte und moderne Masterkeyboard-Funktionen. Der Accelerator verfügt ebenso über einen großartigen digital erzeugten Grundsound, sein Klangspektrum ist viel größer, und er kann als Schaltzentrale im Live-Setup dienen.

Meine Klangbeispiele decken bei weitem nicht das voll Klangspektrum des Accelerators ab. Wer sich noch mehr Lust verschaffen möchte, kann gerne auf Jörg Schaafs Soundcloud mehr entdecken: http://soundcloud.com/joerg-schaaf

Fazit

Der Accelerator ist ein Alleskönner und kein Exot. Radikal Technologies schickt einen Hardware-Synthesizer ins Rennen, der sich sowohl im Studio als auch auf der Bühne als ein gut durchdachtes und modernes Musikinstrument beweist. Klanglich ist der Accelerator auf der Höhe der Zeit und bietet neben der eigentlichen Klangerzeugung viele Features, die ich von einem Synthesizer nicht erwartet hätte.
Ein wohl extrem wichtiger Punkt sind die größtenteils hervorragenden und inspirierenden Werksklänge, die einen Synthesizer erst richtig zum Leben erwecken. Davon bietet der Accelerator reichlich. Außerdem ist durch den gesamten Accelerator deutlich erkennbar, dass sein Entwickler aus jahrzehntelanger praktischer Erfahrung mit Synthesizern schöpfen und die Funktionen entsprechend vollständig und vor allem praxisgerecht umgesetzt wurden, so dass nahezu alle nur denkbaren und/oder sinnvollen Klänge eines subtraktiven Synthesizers realisiert werden können.
Gerade Live-Keyboarder sollten sich den Accelerator genauer ansehen, denn er ist nicht nur Synthesizer, sondern auch ein featurereiches Masterkeyboard.

Plus

  • Soundengine
  • Effektsektion
  • praxisgerechte Benutzerführung
  • Masterkeyboardfunktionen
  • praxisgerechte Live-Funktionen
  • Randomize

Minus

  • nur acht Stimmen in der Grundversion

Preis

  • UVP: 2199 Euro
  • Straßenpreis: ~1950 Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Stue

    Klasse, guter Test – auch die am Schluss kommentierten Alternativen geben eine gute Orientierung für die Einordnung des Accelerators. Habe diesen ausführlich Probe gespielt und bin hellauf begeistert! Schade aber, dass die Stimmenerweiterungen nochmal ordentlich finanziell ins Kontor schlagen…

  2. Profilbild
    tef2000

    Was kostet denn eine Erweiterung?
    Habe dazu keine Informationen im Netz finden können.

    Was auch Interessant wäre, wäre noch ein
    Vergleich mit John Bowens Solaris.

    Access Virus, Arturia Origin , Spektralis, Accelerator und Solaris werden übrigends alle von der gleichen Firma gebaut (HMT).

    • Profilbild
      Michael Bereckis

      Nur die Gehäuse kommen alle aus einer mittelständischen Firma in der Eifel. Einige werden dort auch zusammengebaut.

      Die Erweiterung kostet 299.- Euro pro Stück. 2 passen rein.

  3. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Durch die analoge Optik ist er optisch ein sehr ansprechendes Gerät. Die Sounds hören sich üblich virtuell-analog an, also „fett“ und „digital“ zugleich. Schade das bei dem Preis das klangschrauben etwas kurz kommt. Gerade bei einem VA Synthesizer dieser Peisklasse erwarte ich analoges feeling (Knöpfchendrehen) mit der heutigen digitalen Technik ohne technische Einschränkungen. Aber wie schon erwähnt war das angeblich leider nicht anders umsetzbar. Hier stellt sich die Frage ob ich „Tastendruck“ am VA Synth möchte oder „Drehregler“ am MIDI Key mit VSTs. Ich denke das muss jeder für sich selber entscheiden. Gruß ;)

  4. Profilbild
    clipnotic

    Mich würde mal interessieren, ob der Accelerator wieder so ne Fuzzelbedienung hat wie der Spectralis 2?

    Ich such nämlich grad nen Synthesizer mit Sequencer, den man auch live stressfrei einsetzen kann. Und der soll eben mal ein Pad aber auch ein paar Arps abspielen und zwar am besten auch mal mit Tastendruck um die Hände frei zu haben.

    Beim Spectralis 2 ist mir das trotz intesivem Handbuch studieren absolut nicht gelungen.

    Zum Einen weil das Handbuch nicht vollständig war und man vieles wieder ergooglen und fragen musste – und weil ich trotz vielen Knöpfen vor lauter Menüs usw. nicht mehr durchblickte. Grad live muss man sich auf soviel konzentrieren, da ist ne einfache Bedienung das A und O, denn man hat ja nicht nur eine Kiste im Einsatz.

    Daher meine Frage, ist das hier wieder genauso oder hat man sich hier mal ne zugängliche und erträgliche Bedienung beim Accelerator einfallen lassen?

    Ich mein wir reden hier von gut 2700 EUR, wenn man genug Stimmen haben will und die braucht man ja wohl auch.

    Für das Geld kriegt man immerhin schon nen Korg Kronos, gut ich mag den jetzt nicht …. egal warum :-D

    Aber wenn ich für nen Accelerator 2700 EUR ausgebe, dann will ich ne Kiste die vollständig ist, sich on the fly bedienen lässt und bei der ich nicht wieder Jahre auf Updates warten muss wie z. B. beim Spectralis 2. Da warten die User heute noch!

    Ist das so oder was kommt ehrlich auf einen zu?

    Ich würde mir bei Amazona mal etwas direktere und kritischere Testberichte wünschen, denn im allgemeinen liest sich alles immer ganz gut und selbst die schlechten Dinge werden nett hervorgehoben. Das ist für nen Hersteller bestimmt ne feine Sache aber für mich als Käufer ist das nicht so toll.

    Also ich nutze Amazona Testberichte eigentlich nur noch dafür um die technischen Daten herauszufinden, die Bugs, Tücken und Haken find ich fast ausschließlich nur in anderen Foren!

    Das ist nicht bös gemeint aber wirkt schon immer mehr so!

    • Profilbild
      tompisa

      Nein, der Accelerator ist nicht „on the fly“ zu bedienen. Leider hat er wie schon der Spectralis zuvor sehr Jörg-Schaaf-spezifische Edit- Eigenschaften, die mir z.B. wieder komplett den Spaß verdorben haben am Gerät. Allein ein Preset auszuwählen ist ein Lernprozess ;-) Der Accelerator mal wieder ein genial klingendes Radikal-Gerät mit zum Teil kryptischer Bedienung und steiler Lernkurve, die ich zumindest nicht bereit bin mitzumachen. Es ist einfach sehr schade, dass Radikal die Bedienung nicht hinbekommt, bzw. Jörg Schaaf seine eigenen Edit- Gewohnheiten dem Gerät und damit dem User zu sehr aufzwingt. Etwas mehr an „Commodity“ wäre angebracht , zumindest für mich.

  5. Profilbild
    Zierenberg  

    Hallo Leute,

    habe schon lange nichts mehr in Amazona geschrieben, also nun ist es aber mal wieder so weit…
    Man kann immer etwas zum Mekern finden, wenn man lange genug sucht. Die Frage ist: Was will man?

    Wenn ich mich das frage, antworte ich mit Synthesizersound vom Feinsten! In Betracht der Gattung „Substraktiv VA“ gibt es für mich so einige no-go´s. Zum Beispiel keine Sinuswellenformen in der Abteilung OSC…

    Fakt ist, wer eine Schraubermaschine für live braucht, kann getrost auf andere Reglermonster zugreifen bzw. ist mit diesen anderen besser bedient..

    ..für den Studiofreak wird es nicht darauf ankommen ob er 10 Minuten an einen Sound oder 2 Stunden schraubt, deswegen:

    Keine Angst vor Menüs und Parametern, was seit ihr? Samplerompresentjäger oder was?

    Das Teil rockt, definitiv… und ich habe viele Synhies gehört. Viele… Oh ja!

    Außerdem ist es mal einer der mal e t w a s anders klingt, auf einem ausgetretenem Terrain ist das das Novum in der heutigen Zeit.

    Dagegen kannst Du ne Supernova (o.k. unfairer Vergleich?) an die Wand klatschen. Ich meine sogar ein Radias kann da einpacken, der klang für mich immer blechern.

    Eigendlich alle Korgs kommen da nicht gegen an (gläserner Korgklang), Yamaha´s gibt es keine neuen Vergleichbaren, Roland macht mehr auf Sampleebene.., ansonsten kann man da suchen und auch so Einiges vernünftiges finden (GT, Jupiter 80 – neu), doch muß man insgesamt doch mit deutlich anderem Klangcharakter rechnen, gerade auch weil so einiges auf Sampleebene läuft.

    Bleiben nur noch die Waldörfler, welche sich ähnlich, aber nicht so fein anhören, dafür aber mehr Retro 80 klingen, dann wären da noch die Clavias, welche einen eigenständigen aber gleichwertigen Charakter haben, wobei man aber auch in dem neuen Wave das Sampleedit findet, was völlig anders klingt, ob nun als OSC oder nicht.

    Tja, und was bleibt noch als direkte Konkurenz, einzigst Access – der meistvertretenste Synthesizer aller Zeiten, der auch schon etwas angestaubt klingt, Arturia, mit ihrer Programmiermaschine wäre noch eine echte Alternative und ja da wäre noch der Übersynth von John B, welcher allerdings mal eben ein Drittel mehr kostet, dafür aber den live Schraubern erste Wahl sein dürfte, klanglich macht man da dann auch keine Einbußen, wenn dann eher im gegenteil, es dürfte wohl derzeit nichts besseres digitales Anfassbares geben als den Solaris, nur ist seine Synthese dann noch mal eine ordentliche Ecke komplexer, nat. bei Bedarf.

    Alle Hybrieden (u.a. DSI Evolver) und die echt Analogen habe ich nat. genretypisch nicht mitverglichen.

    Ergo, wer etwas anders klingen will, VA-mäßig, hat nicht sonderlich viel Auswahl.

    Danke Jörg für Deine neue Tischhupe ;-)!

    Fidelity (alias name)

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