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Test: Roland FP-30X, Stagepiano

7. April 2021

Rolands erweiterte X-Pianos

Test: Roland FP-30X, Stagepiano

Test: Roland FP-30X, Stagepiano

Anlässlich der diesjährigen NAMM Show hatte Roland seine komplette Serie der FP-Stagepianos überarbeitet und schickt diese seit kurzer Zeit wieder ins Rennen um die Gunst der Käufer. Preislich deckt Roland mit den drei erhältlichen Modellen FP-30X, FP-60X und FP-90X alles ab, entsprechend möchten die Japaner mit der überarbeiteten Serie vom Einsteiger bis zum Profi alles ansprechen. Das günstigste Modell der Serie, das FP-30X, haben wir uns einmal genauer angeschaut.

Wie ist das Roland FP-30X aufgebaut?

Der erste Eindruck wiegt bekanntlich am schwersten: zurückhaltend, minimalistisch, edel. Befördert man das FP-30X aus seinem Karton und platziert es vor sich, wird relativ schnell klar, dass das E-Piano – rein optisch gesehen – in jeglichen Lebenslagen eine gute Figur machen möchte. Egal ob im Wohnzimmer, Kinderzimmer, im Proberaum oder auf der (Chor-) Bühne, das FP-30X besticht vor allem aufgrund seiner minimalistischen Optik.

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test Roland FP-30X, Stagepiano

Erhältlich ist das Piano in den zwei Farben Schwarz und Weiß, technisch und preislich gibt es zwischen den Modellen keinen Unterschied. Fast die komplette Bedienoberfläche kommt ohne Bedienelemente aus, anders als bei den größeren Brüdern FP-60X und FP-90X. Dies lässt vermuten, dass die größeren und teureren Varianten technisch deutlich mehr auf bzw. im Kasten haben.

Hinsichtlich der Bedienelemente setzt Roland beim FP-30X wieder auf die länglichen, hintergrundbeleuchteten „Tast-Stäbe“. Diese verrichten ordentliche Dienste und lösen mit einem gut wahrnehmbaren Klack aus. Grundsätzlich gefallen mir diese gut und ich bin sicher, dass sie auch langfristig gut funktionieren, als Lautstärkeregler sehe ich sie allerdings nicht so gerne. Einen Drehregler oder Fader fände ich deutlich besser. Der Grund: Möchte man die Lautstärke des Pianos lauter oder leiser stellen und drückt den entsprechenden Taster, fängt die darüberliegende fünfstellige Lichtleiste an zu blinken und verändert sich nach mehrmaligem Drücken auf der Skala 1-5. Genau genommen muss man 25 Mal drücken, um von der einen zur nächst gelegenen Status-LED zu kommen, da liegt also ein großer Bereich dazwischen, in dem man mehr oder wenig blind agiert (auch wenn man natürlich hört, dass es lauter/leiser wird). Ein Drehregler/Fader wäre da wie gesagt deutlich klarer und intuitiver in der Bedienung gewesen.

test roland fp 30x

Die Verarbeitungsqualität des FP-30X Pianos ist sehr gut, so wie man das von einem Instrument aus dem Hause Roland erwartet. Sauber gefertigt, alles astrein.

Tastatur und Anschlüsse

Bei der Tastatur gibt es keinerlei Überraschungen. Roland setzt wieder eine PHA-4 Tastatur mit 88 Tasten ein, diese ist identisch zur Tastatur des Vorgängers (FP-30 – ohne X) und kommt u. a. auch im größeren Bruder FP-60X (das FP-90X ist mit einer PHA-50 Tastatur ausgestattet) und den Roland Pianos RD-88 und A-88 Mk2 zum Einsatz.

test roland fp 30 x

Auch in Weiß ist das FP-30X erhältlich

Die Tastatur lässt sich sehr gut spielen und ermöglicht ein sehr dynamisches Spiel, auch in leisen Passagen. Die Anschlagsdynamik lässt sich in mehreren Stufen einstellen. Die Gewichtung der komplett aus Kunststoff gefertigten Tastatur fällt moderat aus, nicht nur Umsteiger vom Keyboard sollten hiermit sehr gut zurechtkommen.

Um das Keyboard in lauteren Umgebungen (beispielsweise bei einem Auftritt oder einer Probe) an eine externe Beschallungsanlage anschließen zu können, bietet es rückseitig ein Stereopärchen Klinkenbuchsen. Ebenfalls vorhanden sind zwei USB-Ports, einer für die Verbindung zum Computer (so dass das FP-30X auch als Einspielkeyboard für die DAW und Software-Instrumente genutzt werden kann), einer für USB-Speichermedien sowie zwei Pedalanschlüsse. Hieran lässt sich ein klassisches Sustain-Pedal (das DP-2 Pedal von Roland liegt dem FP-30X bei) und eine komplette 3-fach-Pedaleinheit (Roland KPD-70, 89,- Euro) anschließen – sofern man das Piano auf dem optional erhältlichen Keyboardunterbau KSC-70 (85,- Euro) platzieren möchten.

Auf der Vorderseite bietet das Piano abschließend noch zwei Kopfhörerausgänge. Der Erste ist als 3,5 mm Klinkenbuchse ausgeführt, der Zweite als 6,3 mm Buchse.

roland fp-30x test

Betrieben wird das FP-30X mit einem externen Netzteil. Dieses liegt dem Piano ebenso bei wie ein Notenständer und eine gedruckte, mehrsprachige Bedienungsanleitung.

Welche Sounds bietet das E-Piano FP-30X?

Roland hat dem FP-30X insgesamt 56 Sounds mit auf den Weg gegeben. Diese verteilen sich auf 12 A-Pianos, 20 E-Pianos (wobei in dieser Kategorie auch zahlreiche Orgeln zu finden sind) und 24 Presets in der Kategorie Other. Hierin versammelt Roland alle übrigen Sounds wie Streicher, Lead- und Pad-Sounds und einiges mehr. Da das FP-30X lediglich über die drei Kategorie-Taster Piano, E-Piano und Other verfügt, muss man für das Aufrufen eines Sounds diese zusammen mit den untersten Tasten der Klaviatur drücken. So liegt auf dem untersten A der Tastatur beispielsweise der Sound „Concert Piano“, bei den E-Pianos auf dem untersten C das Preset „80s FM EP“. Die Sounds einzeln mit Hilfe einer sonst üblichen Plus/Minus-Taste durchsteppen, geht leider nicht.

roland fp-30x test

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Möchte man zwei Sounds gleichzeitig als Layer über die Tastatur spielen, so erreicht man dies durch Drücken der beiden gewünschten Soundkategorien. Heißt umgekehrt, dass man zwei Pianos aus der ersten Kategorie nicht zusammen spielen kann, das werden vermutlich aber nur die wenigsten wünschen. Die klassischen Layer-Sounds wie Piano/Strings, Piano/Pad usw. bekommt man hiermit entsprechend ohne Weiteres hin. Auch splitten lässt sich die Tastatur, d. h. im oberen/unteren Teil der Tastatur lassen sich zwei unterschiedliche Sounds spielen, das Lautstärkeverhältnis wie auch der Split-Punkt lassen sich frei einstellen.

Die Qualität der Sounds ist sehr gut. Sowohl bei den klassischen akustischen Klavier- und Flügel-Sounds als auch bei den E-Pianos gibt es mit 12 bzw. 20 Presets ausreichend Auswahl an passenden Sounds, so dass für jeden etwas dabei sein sollte. Während der Concert Grand-Sound sowie die Variationen mit Bright- und Mellow-Piano eher für klassische Klavierliteratur herangezogen werden können, bieten das Ragtime- und Rock Piano auch Sound-Presets, die etwas knalliger klingen und sich auch im dichten Band-Arrangement durchsetzen können.

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Obwohl die E-Piano Kategorie 20 Presets zur Auswahl bereithält, findet man hier letztlich nur vier echte E-Piano Sounds: Rhodes, Wurlitzer, FM-Piano und eins als Phaser EP betitelt. Auch wenn man mit den vier Sounds einiges abdecken kann, sind es im Vergleich doch zu wenige Presets, schade.

Bei den Orgeln sind dagegen zahlenmäßig mehr als genug an Bord. Von seichteren Jazz-Orgeln über rockige B3s bis hin zu Kirchenorgeln in verschiedenen Variationen ist hier allerlei Gutes bis sehr Gutes dabei. Praktisch ist die Möglichkeit, einen Rotary-Effekt durch längeres Drücken der E-Piano Taste von langsam auf schnell zu schalten.

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Bei den Other-Sounds dominieren Streicher- und Pad-Sounds, die vornehmlich Rolands eigene Synthesizer nachbilden. Die Presets D50 Stack Pad, JP8 Strings und Co. geben sich hier die Klinke in die Hand und klingen für ein Einsteiger-Stagepiano richtig gut.

Das interne Lautsprechersystem des FP-30X bietet 2 x 11 Watt Leistung und sorgt für einen sehr ausgewogenen Klang. Konstruktionsbedingt fehlt es dem Sound etwas an tiefen Frequenzen, da haben andere Hersteller wie Kawai – trotz einer ebenfalls kompakten Bauweise – durchaus schon bessere Ergebnisse erzielen können. Daher empfinde ich den Klang des E-Pianos als „gut“. Die maximale Lautstärke reicht ohne Probleme für den Einsatz zu Hause und kleinere Auftritte aus.

Bietet das FP-30X Effekte?

Ja, das Stagepiano verfügt über eine kleine Sektion, mehr als die Effekte „Ambience“ und „Brilliance“ bietet das FP-30X aber nicht. Während der Hall-Effekt in zehn Intensitätsstufen eingestellt werden kann, lässt sich der Brilliance-Effekt, der letztlich ein kleiner Equalizer ist, lediglich in drei Stufen einstellen. Grundsätzlich gibt es zwar weitere Effekte, wie beispielsweise beim Phaser E-Piano, diese sind dem Sound-Preset aber fest zugeordnet und lassen sich nicht verändern.

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Bluetooth-Verbindung mit Rolands Stagepiano

Wie auch das Vorgängermodell FP-30 ist das FP-30X mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet, so dass es drahtlos mit mobilen Endgeräten wie Tablets und Smartphones kommunizieren kann. Ist die Verbindung zum iOS-/Android-Device hergestellt, lässt sich das FP-30X darüber steuern, es können Songs vom Smartphone/Tablet zum E-Piano gestreamt und darüber wiedergegeben werden und es lassen sich diverse Übungen und musikalische Spiele nutzen.

roland fp-30x test

Zum Zeitpunkt unseres Tests war die hierfür notwendige (kostenlose) Roland Piano Partner 2 App noch nicht zum FP-30X kompatibel. Das Vorgängermodell FP-30 wird dagegen unterstützt, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Kompatibilität mit dem nächsten Update sichergestellt wird.

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Fazit

Mit der erweiterten X-Version des FP-30 bietet Roland weiterhin ein gutes Stagepiano an. Eine gute Tastatur kombiniert Roland mit guten Sounds. Die Klangqualität ist Roland-typisch sehr gut, die Auswahl ist groß.

Kritik muss das E-Piano für die umständliche Bedienung einstecken, hinzu kommt, dass das FP-30X lediglich einen Ambience (Hall)- und einen Brilliance-Effekt bietet. Hier bieten die Mitbewerber teils einen deutlich größeren Funktionsumfang.

Plus

  • gute Tastatur
  • gute Sounds

Minus

  • umständliche Bedienung
  • nur Ambience- und Brilliance-Effekt

Preis

  • 677,- Euro
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      Felix Thoma  RED

      Entschuldige bitte, da ist beim Einfügen ein Absatz verloren gegangen. Diesen findest Du nun im Test.

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