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Test: SOMA PULSAR-23, Organismic Drummachine

29. Oktober 2021

Live-taugliches Abrisskommando

soma pulsar 23 test

SOMA PULSAR-23, Organismic Drummachine

Wenn unser stämmig gebauter Paketbote keuchend und stöhnend die Treppe hochkommt, dann muss schon etwas Großes für mich im Anmarsch sein. Auf halber Höhe der Treppe ihm entgegenkommend stutze ich: „Na so groß ist das Paket ja nun auch wieder nicht …“, um kurz darauf eines Besseren belehrt zu werden, denn auch mir sacken bei der Übergabe kurz die Arme durch. „Was mag da Schweres drin sein?“ Ein Blick auf das Paketlabel und sofort macht sich Vorfreude in mir breit und ein fettes Grinsen zieht über mein Gesicht: Es ist der Soma Pulsar-23!

Soma Pulsar-23 Herstellerbild orange

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Bereits im Frühjahr 2020 bei uns in den News angekündigt, wurde es noch einmal still um den von vielen Nutzern heiß erwarteten Klopfgeist. Nach und nach wurden nun die vielen Vorbesteller auf der ellenlangen Warteliste beglückt und endlich erscheint das coole Teil nun auch im Handel. Was der Paketbote von meinem urplötzlichen Gesichtsausdruck hielt, bleibt sein Betriebsgeheimnis. Wir wenden uns jetzt lieber dem Soma Pulsar-23 zu und versuchen, der Organismic Drummachine ihre Geheimnisse zu entlocken.

Somar Pulser-23: Überblick

Ich hatte ja vor Kurzem das Vergnügen, für unser Magazin den Soma Ornament-8 Organismic Sequencer zu testen. Ein innovatives und tolles Gerät mit steiler Lernkurve und hohem Spaßpotential und so war ich diesmal vorgewarnt: Wenn Vlad Kreimer und die russischen Laborateure von Soma ein Instrument auf die musikmachende Menschheit loslassen, ist es meistens anders, mit Sicherheit innovativ und man muss erst einmal völlig umdenken. Diesmal habe ich mir deshalb sofort die Bedienungsanleitung heruntergeladen und ausgedruckt, man lernt ja schließlich auch aus seinen Fehlern. Und siehe da, schon der erste Absatz des Handbuches bestätigt mich in meinem Handeln: „PULSAR-23 ist ein komplexes Gerät mit vielen nicht auf den ersten Blick offensichtlichen Funktionen und Fähigkeiten. Um sein volles Potenzial zu entfalten, empfehlen wir dringend, diese Anleitung gründlich zu lesen.“

Bedienungsanleitung

Die Bedienungsanleitung ist ganze 34 DIN A4-Seiten stark, erfreulicherweise auch wieder als PDF online in deutscher Sprache erhältlich und geizt auch diesmal nicht mit schrägen Passagen und besonderen Weisheiten. Wer also schon immer wissen wollte, was das Wort „Organismic“ im Beinamen nun bedeutet, hier die Antwort: „Organismisch“ bedeutet, dass einige der prinzipiellen Arbeitsweisen lebender Systeme (Organismen) die Basis der Entwicklung waren: Alles kann mit allem interagieren, wodurch multiple Rückkopplungsschleifen entstehen, die ein komplexes Verhalten des Systems zur Folge haben, schon bei einer einfachen Auswahl von Elementen. Das Verschwimmen der Funktionen von Organen und Teilen, die in Abhängigkeit von Kontext und Verbindung unterschiedlich interpretiert werden können. Die Abwesenheit einer streng linearen Struktur mit einem klar führenden Kopf, dem der Schwanz gehorsam folgt. Jeder Teil des Körpers kann zu gegebener Zeit führen oder geführt werden. Das resultierende Verhalten ist ein dynamisches Gleichgewicht, das von den interagierenden Teilen des lebenden Systems spontan gebildet wird. Diese Prinzipien treten am deutlichsten in Neurosystemen (z. B. dem Gehirn) und in auf deren Basis konstruierten Systemen (z. B. der menschlichen Gesellschaft) hervor.“

Details Patch

Ansonsten ist das Bedienungshandbuch sehr gut illustriert, mit vielen Tipps und Tricks garniert und sehr ausführlich geschrieben und sowieso gilt: Nach dem Test zum Soma Ornament-8, Organismic Sequencer macht mir das nun echt keine Angst mehr und damit kommen wir gleich zur Frage:

Was ist der Soma Pulsar-23?

Der Soma Pulsar-23 ist im Kern ein vierstimmiger, semi-modular aufgebauter, analoger Synthesizer, dessen flexible Klangerzeugung mit vier völlig unterschiedlichen Strukturen auf die Herstellung von Drum- und Percussion-Sounds hin optimiert ist. Clock-Generatoren mit unterschiedlichen Teilern, der Loop-Recorder sowie ein Chaos-Generator dienen zum Erzeugen komplexer rhythmischer Strukturen. Eine große Anzahl an integrierten Tools und Effekten sowie eine umfangreiche MIDI-Einbindung runden die enorme Feature-Liste des Pulsar-23 ab.

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Der Pulsar-23 kann grundlegend in drei verschiedenen Modi arbeiten: Standalone, per MIDI gesteuert oder von extern spannungsgesteuert, aber der Nutzer kann auch alle drei Modi kreativ in jeglicher Kombination gleichzeitig nutzen. Mit Hilfe der körpereigenen Leitfähigkeit lassen sich Patches, Crossmodulationen und Live-Circuitbending erzeugen.

Der Soma Pulsar-23 wird ausgepackt

Aus der SOMA-eigenen Umverpackung kommt der Pulsar-23 in seinem eigenen hochwertigen Gigbag – Hammer! In diesem befinden sich dann, schön getrennt durch Einzelfächer, noch das 12 Volt DC-Netzteil mit Steckern aller Herren Länder und zwei Kabelsets mit Krokodilklemmen (10 Patch-Kabel mit 30 cm und 20 Patchkabel mit 65 cm Länge).

Soma Pulsar-23 Userbild Verpackungsinhalt

Der satte 4 kg schwere Klopper hat die Abmessungen 380 x 280 x 80 mm und wird in den Farben Schwarz, Weiß oder wie das vorliegende Testgerät in knalligem Signal-Orange geliefert.

Alle drei zusammen ...

Werfen wir noch kurz einen Blick auf die rückwärtigen Anschlüsse: Von links nach rechts gibt es dort zuerst den 12 V DC Power-Anschluss mit Minischalter für On und Off, dann einen genormten MIDI-Eingang, sechs als Einzelausgänge oder (Achtung! Klären wir später!) auch als Eingänge nutzbare große Klinkenbuchsen im 6,3 mm Format sowie den Main-Out und einen Kopfhörerausgang.

Soma Pulsar-23 Userbild Rückansicht

Die Verarbeitung des Pulsar-23 ist über jeden Zweifel erhaben, robuste russische Panzerqualität würde man gemeinhin sagen. Trotz dieser Robustheit wirkt der Pulsar-23 edel und sehr wertig. Sauber abgerundete Kanten, perfekte Lackierung und geringe Spaltmaße bestätigen diesen ersten sehr guten Eindruck. Die Wertigkeit wird durch das ordentliche Gewicht auch haptisch unterstützt, man hat hier sozusagen einfach ein richtiges Gerät in den Händen.

Alle Bedienelemente, Pins und Buchsen sind mit der Frontplatte fest verschraubt. Die Potis haben einen guten Grip, sind leichtgängig, haben aber trotzdem einen angenehmen Drehwiderstand. Alles in allem macht der Soma Pulsar-23 hier eine sehr gute Figur, ist damit voll road- und livetauglich, aber durchaus auch ein echter Eyecatcher im Studio.

Die Kernelemente des Soma Pulsar-23 – die vier Synthese-Stränge

Nun geht es ans Eingemachte, den Kernelementen des Pulsar-23, zuerst der Klangerzeugung. Vier unterschiedliche Klangerzeuger, in allen Parametern optimiert auf die Erstellung von Drum- und Percussion-Sounds wollen hier erforscht werden. Anzumerken ist, dass sich die unterschiedlichen Syntheseformen der vier Klangerzeuger nicht überschneiden, sondern ergänzen.

Kanal 1: BD – Bassdrums

Der Erste im Bunde ist der Synthesestrang BD und die Spezialisten unter uns erraten es gleich: Hier werden die BassDrums synthetisiert. Über den Regler TUNE wird die Tonhöhe der Bassdrum eingestellt. Über den Eingangs-Pin MOD lässt sich die Tonhöhe der Bassdrum in einem linearen Verhältnis Volt zu Hertz modulieren. Der dazugehörige Regler AMT regelt die Intensität dieser Modulation. Dann folgen die beiden Circuitbending-Pins WTF? für den Tonhöhenmodulator und OMG! für die Dreieckschwingungsform, diee das Grundgerüst für den Bassdrum-Klang liefert. Ich feiere die Namen immer noch, sie sind Programm!

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Darunter der Regler PITCH steuert die Geschwindigkeit des Decays und die Tiefe der Modulation für den charakteristischen Tonhöhensprung zu Beginn einer Bassdrum. Über den DRIVE-Regler steuert man die Schwingungsform der Bassdrum im Uhrzeigersinn von Dreieck über Sinus zu Rechteck. Ein Stockwerk tiefer finden wir den Pin EXT als Eingang zum Bearbeiten von externen Signalen durch die Bassdrum-Synthese. Der Pin OUT dient als Abgriffspunkt für den Ausgang des Kanals vor dem VOLUME-Regler, der die Lautstärke der Bassdrum im Gesamtmix regelt. Daneben finden wir noch den Regler FX, der den Ausgangspegel des Bassdrum-Kanals zum Effekt-Prozessor, noch vor dem Lautstärkeregler VOL (pre Fader) abgegriffen, sendet. Und zu guter Letzt kommt noch die für Drums typische AR-Hüllkurve mit dem Ausgangs-Pin ENV (Hüllkurve wird ausgegeben), dem Eingangs-Pin TRIG IN (Hüllkurve wird aktiviert) und den beiden Reglern ATT (Attack) und REL (Release).

Klangtechnisch lässt sich mit dem BD-Strang jede Art von elektronischer Bassdrum erstellen, ob ganz tief mit viel Wumms oder kurz und knochentrocken, aber immer kommt da ein gehöriger Schub aus dem Lautsprecher, eine wahre Freude, da wippt die müde Rübe aber sofort im Takt mit.

Kanal 2: BASS – Besser – Bässe

Kommen wir zum nächsten Synthese-Modul BASS und Kenner schnalzen mit der Zunge: Genau! BASS, wir brauchen BASS! Hier gibt es einen leistungsstarken monophonen Synthesizer mit zwei unterschiedlichen Betriebsarten. Einmal die klassische subtraktive Synthese und zum zweiten eine Soma hauseigene Percussion-Synthese.

Man findet hier einen digital gesteuerten Oszillator (DCO), ein analoges Tiefpass-VCF mit Sättigung, einen spannungsgesteuerten analogen VCA sowie einen Hüllkurvengenerator. Dieser Kanal ist also von Haus aus nicht nur auf Bässe beschränkt, sondern man kann mit ihm eine große Bandbreite an unterschiedlichen Klängen und Soundeffekten erzeugen. Laut Handbuch liefert der DCO im Pulsar-23 seine Schwingungsformen durch rekursive Gleichungen in hoher Präzision. Dadurch wird er empfindlich für kleinste Veränderungen der Steuersignale und gibt damit dem Klang letztendlich einen sehr analogen Touch.

Regler Regler Regler

Der Pin CV IN, ein logarithmischer Eingang mit 1 V/Oktave, ermöglicht es, die Tonhöhe von Noten über einen Eingangsbereich von vier Oktaven mit einem CV-Signal zu steuern. Über den Schalter CV/MIDI/PRC wählt man den Arbeitsmodus des DCOs. Schalterstellung CV erlaubt die Spannungssteuerung, MIDI selbstredend die MIDI-Steuerung und PRC schaltet den DCO auf die Synthese perkussiver Klänge. Mit dem Regler SHAPE steuert man die Schwingungsform des DCOs, wobei man durch Drehen des Reglers im Uhrzeigersinn den Anteil der Harmonischen im Signal erhöht. Dies kann man auch über den zugehörigen Pin MOD per Spannungssteuerung automatisieren. Der Regler WARP und sein zugehöriger Pin MOD steuern den nachgeschalteten Waveshaper. Zu erwähnen ist hierbei eine kleine Besonderheit: Im Percussion-Modus PRC steuern die beiden Regler SHAPE und WARP mehrere Parameter gemeinsam. Da sich daraus einige Abhängigkeiten ergeben, sollte man sich hier vorsichtig an den gewünschten Sound herantasten. Natürlich gibt es auch hier den Regler TUNE für die Einstellung der Tonhöhe des Oszillators. Der Eingangs-Pin MOD mit zugehörigem Regler AMT steuert die Phasenmodulation des DCO. Achtung: Besonderheit! Im Modus PRC, für Percussions, arbeitet dieser Pin als Sidechain-Eingang.

Soma Pulsar-23 Userbild Detailbild Klangerzeuger geptacht

Des Synthie-Freaks Liebling darf natürlich hier auch nicht fehlen: Der Regler LPF FR steuert die Cutoff-Frequenz des gut zupackenden und resonanzfähigen Tiefpassfilters. Auch hier gibt es wieder einen Eingangs-Pin MOD für die dynamische Steuerung über externe Control-Voltage. Die Resonanz des Tiefpassfilters steuert man über den Regler LPF Q. Die Regler VOL und FX, die Pins EXT, OUT und die AR-Hüllkurve befinden sich mit gleicher Funktionalität wie im BD-Kanal natürlich auch im Bass-Kanal.

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Synthese- und Architekturbedingt sind die erzielbaren, tonal spielbaren Sounds auf diesem Kanal naturgemäß doch leicht limitiert. Strings, Flächen- und Brass-Sounds wird man hier wohl auch nicht erwarten, vielmehr geht es hier um Bässe, kurze Stabs und Keys, die dafür aber toll modulierbar und sehr flexibel einsetzbar sind.

Kanal 3: SD – Snaredrums und Claps

Im dritten Kanal SD für die Snaredrum des Pulsar-23 geht es im Fokus um Rumms, Schepper und Claps, wenngleich die Struktur der Synthese dieses Kanals auch genügend Spielraum für schräge Percussions und coole Effektsounds lässt.

Herz dieser Synthese-Engine ist ein Noise-Generator, Grundlage jeglicher Snaredrum- und Clap-Sounds. Natürlich gibt es auch in diesem Kanal wieder den Regler TUNE, der hier aber das Spektrum des Noise-Generators regelt. Ihm zur Seite steht auch wieder der allgegenwärtige Pin MOD mit zugehörigem Regler AMT (Modulationsintensität) als Steuerspannungseingang. Über den Regler CLAP teilt man die Attack-Phase auf und erzeugt damit namensgebend einen Clap-Sound. Der Regler MIX pegelt die Balance zwischen rosafarbenem und spektralem Rauschen.

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Auch in diesem Kanal gibt es natürlich ein Filter, diesmal ein Bandpass. Der Regler BPF FR regelt dabei die Cutoff-Frequenz des Filters. Über den zugehörigen Pin MOD, ein Steuerspannungseingang lässt sich per eingehender CV die Cutoff-Frequenz des Bandpassfilters dynamisch steuern. Den Grad der Resonanz des Bandpassfilters legt man über den Regler BPF Q fest. Diesen Regler nutzt man üblicherweise, um an der Grenze zur Selbstoszillation die typische Resonanz des Snaredrum-Körpers zu erzeugen.

Wie in den ersten beiden Kanälen gibt es auch hier noch die Regler VOL und FX, sowie die Pins EXT, OUT und die AR-Hüllkurve mit gleicher Funktionalität.

Kanal 4: HHT – HiHats und Shaker

Der vierte und damit letzte Synthese-Kanal HHT des Pulsar-23 beschäftigt sich mit metallischem und zischelndem Material, sprich HiHats, Cymbal, Becken und Shaker. Wie beim Snaredrum-Kanal regelt auch hier der Regler TUNE das Spektrum des Noise-Generators. Auch hier gibt es den dazugehörigen Pin MOD für die dynamische Steuerung dieses Parameters über CV. Auch den nächsten Regler WARP als Waveshaper hatten wir im Bass-Kanal schon.

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Und ein Filter hat der HHT-Kanal passenderweise auch, diesmal ein resonanzfähiges Hochpassfilter, natürlich auch mit Steuerspannungseingangs-Pin. Der Regler HPF FR legt die Cutoff-Frequenz des Hochpassfilters fest und der Regler HPF Q regelt die Filterresonanz.

Die Regler VOL und FX und auch die Pins EXT, OUT, sowie die AR-Hüllkurve gibt es natürlich auch in diesem Kanal.

Die Master-Clock des Soma Pulsar-23

Dreh- und Angelpunkt für die Synchronisation intern und extern ist der Master-Clock-Generator. Hier gibt es einen Regler TEMP, der die Frequenz des Clock-Generators und damit das interne Tempo festlegt.

Soma Pulsar-23 Userbild Detailbild Clock-Sektion

Dazu kommt der nun schon obligatorische Eingangs-Pin MOD mit zugehörigem Regler AMT für die externe Steuerung der CLOCK-Frequenz und neben den vielen Clock-Teiler-Ausgangs-Pins noch der Schalter INT/MIDI, mit dem man von interner Clock des Pulsar-23 auf externe MIDI-Clock umschalten kann. Einen selbstredenden Reset-Knopf RST für den Clock-Reset, der gleichzeitig auch für den Loop-Recorder gilt, finden wir hier natürlich auch.

Der Loop-Recorder – Spaßgarant des Pulsar-23

Hier kommt dann auch schon das zweite Kernelement des Pulsar-23 und ich garantiere hier einen enorm hohen Spaßfaktor! Obwohl das Bedienungshandbuch dem Loop-Recorder ganze vier eng beschriebene Seiten widmet, ist er mehr als einfach zu bedienen. Im Grunde genommen handelt es sich hier um einen Trigger-Sequencer, der die per Touch-Fläche eingegebene Events auf den vier Synthesekanälen je nach angelegter Clock aus den Clock-Teilern (steuern Patternlänge und Auflösung) wiedergibt. Dazu gibt es links drei Touch-Flächen zur Steuerung des Loop-Recorders, mit denen man auch die Velocity der Events steuern kann.

Soma Pulsar-23 Herstellerbild aus dem Manual Looprekorder

Jeder Synthesekanal hat einen Schalter, mit dem man zwischen PLAY und REC umschaltet. In der Schalterstellung REC tappt man dann mit der Touch-Fläche ADD die gewünschten Events ein und mit DEL löscht man einfach die Fehlversuche wieder. Der Schalter PLAY konserviert dann die eingegebenen Events, sperrt also die Aufnahme auf diesem Kanal. Alles ganz schnell durchschaubar, sodass die erste Session schnell starten kann. Und wer jetzt mehr erwartet: Nein! Step-Eingabe gibt es nicht! Wer die Hintergründe dazu wissen will, den verweise ich hiermit auf das Handbuch.

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Ein gutgemeinter Hinweis noch: Immer alles gleich aufnehmen, denn nach dem Ausschalten des Pulsar-23 hat der leider sein Altwissen gelöscht und die eben noch geniale Performance ist für immer verloren!

Ein bisschen Shaos-Theorie nach Vlad Kreimer

Schieberegister + Chaos = Shaos und damit ist klar, wohin die Reise mit diesem integrierten Tool geht. Es handelt sich hierbei um einen Pseudo-Zufallsgenerator, bestehend aus Schieberegistern und Sample & Hold-Einheiten, mit dem man interessante rhythmische Muster Clock-synchron erstellen kann.

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Auch hier gibt es umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten über Eingangs- und Ausgangs-Pins, nebst Schalter und Regler. Eine unendliche Spielwiese, um zum Beispiel eintönige HiHat- oder Shaker-Figuren zum Leben zu erwecken.

Effekte im Soma Pulsar-23

Der Pulsar-23 hat als Sahnehäubchen auch noch zwei Effektsektionen zu bieten. Diese sind nicht als High-End-Ausgangseffekte zu sehen, sondern vielmehr Teil der Synthese und wollen wieder durch vielfältige Patch-Möglichkeiten moduliert werden, was dann im besten Fall zu außergewöhnlichen Klangtexturen oder coolen Dubs führt.

Detailbild FX Sektion

Die erste Effektsektion, der FX-Effektprozessor, besitzt zwei Kanäle. Davon ist der erste Kanal für verschiedene Delay-Arten zuständig und der zweite Kanal erzeugt Arten von Hall. In Kombination dieser beiden Effektarten kennt der Effektprozessor im Pulsar-23 drei verschiedene Arbeitsmodi. Der erste Modus ist ein Bandpassfilter BPF: Effektkanal 1 ist ein 1-Tap-Delay mit regelbarem Bandpassfilter und Effektkanal 2 ist ein klassischer Hall. DBL, der zweite Arbeitsmodus bringt im ersten Effektkanal ein 2-Tap-Delay und im zweiten dann eine Variante des klassischen Halls. Und im dritten Arbeitsmodus PCH gibt es Tonhöhenveränderung. Dabei ist im ersten Effektkanal wieder das 1-Tap-Delay und im zweiten der Hall, aber beide Effektkanäle haben einen regelbaren Pitch-Shifter im Feedback. Diese beiden Pitch-Shifter sind im Bereich +/- 1 Oktave in gegensätzlicher Richtung regelbar, bedeutet: Wenn die Frequenz des einen Effektkanals erhöht wird, erniedrigt sich die Frequenz des anderen.

Userbild Distortion

Die zweite Effektsektion des Pulsar-23 fällt dann nicht so pompös aus, ist aber nicht weniger cool. Es handelt sich hierbei um eine analoge Verzerrer-Einheit (DISTORTION). Hier gibt es dann richtig auf die Mütze, wenn der Regler DRIVE auf Rechtsanschlag gedreht wird. Mit dem Regler MIX kann man das Verhältnis zwischen Zerre und Originalsound auspegeln.

Weitere Tools und Konnektivität des Soma Pulsar-23

Um das Fass zum Überlaufen zu bringen, sind noch eine ganze Menge von weiteren Tools als zusätzliche Module in den Pulsar-23 integriert. Diese kann man mit den Eingangs- und Ausgangs-Pins in die Patches integrieren und dadurch die Modulation verändern oder diese auch gezielt steuern.

Soma Pulsar-23 Userbild TOOLS test

Hier finden wir vier zuweisbare Abschwächer mit Regler, Dioden, zwei unterschiedliche Kondensatoren, Impulswandler, zwei unabhängige spannungsgesteuerte VCAs, steuerbare und nichtsteuerbare Inverter, spannungsgesteuerte Schalter, einen Rauschgenerator, einen LFO mit variablen Schwingungsformen (Frequenzbereich: 0,1 bis 5000 Hz) und zwei berührungsempfindliche CV-Generatoren. Letztgenannte Sensoren reagieren sogar auf Druck, die Größe der Berührungsfläche und auf die Hautfeuchtigkeit und generieren daraus eine Steuerspannung, die im Pulsar-23 wieder gewinnbringend eingesetzt werden kann.

Soma Pulsar-23 Userbild Detailbild Eurorackadapter

Und es fehlen tatsächlich immer noch Pins, die noch nicht beschrieben wurden. Diese dienen der externen Anbindung und stehen sinnbildlich für die famose Konnektivität des Pulsar-23. Ganz links oben finden wir acht, auch schon vom Soma Ornament-8 bekannte, Eurorack zu Pin-Adapter, frei konfigurierbar als Ein- oder Ausgang. Damit steht dem Pulsar-23 die Tür zur wunderbaren und ebenfalls vielseitigen Welt des Eurorack-Modularsystems weit offen. Aber Achtung! In meinen Versuchen mit nicht ganz so potentem Output aus dem Eurorack als Trigger wurde auch der Pulsar-23-Out irgendwie sehr schlank. Will sagen: Man sollte dafür im System Trigger-Konverter nutzen, die den gesamten Hub, der anvisierten +10 Volt nutzen. Mit 5 Volt Trigger kommt da eben nur ein fluffiges Ping statt einem knallendem Peng aus dem Snaredrum-Kanal des Pulsar-23. Aber auch das kann ja kreativ durchaus genauso gewollt sein.

Grosse Klinkenadapter

Aber es kommt noch besser! Ganz unten links finden wir sechs Pin-Adapter, die durchnummeriert mit den hinten am Pulsar-23 sitzenden sechs großen Klinkenbuchsen verbunden sind. Damit eröffnet sich eine weitere große Spielwiese. Klar kann man hier die Einzelausgänge der Synthese-Stränge auflegen, aber da geht noch viel mehr! Wie wäre es mit Send-Outs und Effekt-Returns? Outputs von anderen Synthesizern in die Synthese-Stränge einzuspielen oder diese gar als Modulator im Synthese-Strang zu nutzen? Auch hier setzt nur die eigene Kreativität und natürlich die vorhandene externe Peripherie die Grenze des Machbaren.

Die Bedienung des Soma Pulsar-23

Eine sehr gut durchdachte Bedienoberfläche, auch optisch gut sichtbar in Funktionsbereiche unterteilt, unterstützt einen perfekt im Workflow. Wesentliche Kernelemente, wie die Klangerzeugung und der Loop-Recorder, befinden sich frontal im direkten Zugriff, während sich die vielen Tools, Effekte und Modulationseinheiten sinnvoll um diese herum gruppieren.

Soma Pulsar-23 Userbild Looprekorder

Die schier unfassbare Konnektivität des Soma Pulsar-23, die sich mit beeindruckenden 122 Pins auf dem Gerät auch optisch zeigt, ist einfach sagenhaft und dürfte ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Pulsar-23 sein. Diese Pins sind alle an ihrem Namen mit kleinen Pfeilen gekennzeichnet. Eingänge haben den Pfeil links vor dem Namen, Ausgänge rechts nach ihm. Aber jetzt kommt die Besonderheit: Es gibt auch Bezeichnungen mit Pfeilen vor und nach dem Namen, also für Ein- und Ausgang gleichermaßen und sowieso ist das nur eine Empfehlung und nicht in Stein gemeißelt, denn man kann tatsächlich Eingänge und Ausgänge in jeder Kombination verbinden ohne Angst haben zu müssen, dass da etwas kaputt geht. Praktisch kann man also nichts falsch machen, denn die Aus- und Eingänge sind alle gegen Überlastung abgesichert. Man kann sich demnach auch einfach vor das Gerät setzen und nach Zufallsprinzip mit „Los, das probieren wir jetzt!“ oder „Mal sehen, was da jetzt passiert?“-Denkweise wild drauflos patchen.

Soma Pulsar-23 Userbild Patching

Das gilt natürlich nur, solange man sich im Bereich von -20 bis +20 Volt aufhält, hierbei ist aber der effektive Modulationsbereich auf 0 bis 10 Volt begrenzt. Dabei ist es aber praktisch egal, ob es sich um Audio- oder Steuersignale handelt und noch mal: Selbst Ausgang auf Ausgang oder Eingang auf Eingang zu patchen, ist absolut kein Problem, die intelligenten Pins erkennen das selbstständig und beginnen dann einfach eine gegenseitige Modulation. Der Patch-Möglichkeiten sind also auch hier nur durch das eigene Gehirn und die im Haushalt vorhandenen Kabel Grenzen gesetzt.

Live-Circuitbending und MIDI-Einbindung des Soma Pulsar-23

Ein absolut cooles Feature ist auf den ersten Blick nicht gleich ersichtlich, aber die Musiker, die den Pulsar-23 mit auf Tour nehmen wollen, sollten hier aufhorchen: Die Pins lassen sich auch durch die Finger berühren und quasi damit wie ein temporäres Kabel verbinden, womit man dann im Sound oder auch im Groove dynamische Veränderungen hervorrufen kann, Stichwort: Live-Circuitbending. Dabei kann man sogar durch höheren Druck einfach und intuitiv die Modulationstiefe ändern und man kann hier natürlich mit etwas Geschick und Übung auch mehrere Parameter gleichzeitig steuern: Abgefahren!

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Die MIDI-Einbindung des Pulsar-23 ist so genial wie einfach gelöst. Zum Synchronisieren des Clock-Dividers und des Loop-Recorders stellt man den Schalter INT/MIDI in der Clock-Sektion auf MIDI und der Pulsar-23 folgt nun brav dem externen Takt der MIDI-Clock. Darüber hinaus können natürlich etliche Parameter der Klangerzeuger und vier frei zuweisbare MIDI-CV-Wandler mit MIDI-Daten gefüttert werden. Dafür gibt es neben jeder Funktion mit MIDI-Automation einen Learn-Knopf LRN, über den der Pulsar-23 die Zuweisung eines MIDI-Controllers lernen kann. LRN drücken und MIDI-Controller auslösen, fertig. Der Pulsar-23 merkt sich dann den MIDI-Kanal, die gedrückte Taste oder eben die entsprechende MIDI-Controller-Nummer und das diesmal auch nach dem Abschalten. Per MIDI kann man also folgende Funktionen steuern: die TRIG INs der vier Synthesemodule, SHAPE, WARP, PITCHBEND und PORTAMENTO des BASS-Moduls sowie die vier frei zuweisbaren MIDI-CV-Wandler.

Die Modulatorgurke – Experimente mit dem Soma Pulsar-23

Wenn ich auch nicht unbedingt ein Fan von diesen Kabeln mit Krokodilklemmen bin, hier ergeben sie absolut Sinn: Die Pins sparen auf der Bedienoberfläche Platz, haben niedrige Herstellungskosten und man kann mehrere Kabel an einem Pin befestigen, um damit Signale zu verteilen oder zu kombinieren. Auch die Kabel selbst kann man über die Klemmen verlängern, etwas anderes (zum Beispiel elektrische Bauteile) dazwischen klemmen oder sie gar mit den signalführenden Pins anderer Kabelarten verbinden, was die Einbindung des Pulsar-23 in externes Setup noch einfacher macht.

Soma Pulsar-23 test Userbild im Gras

Eine Stelle dazu aus dem Bedienungshandbuch hat mir dann auch ganz besonders gut gefallen: „Man kann eine Menge Experimente machen, indem man … (hier gekürzt) … zwei Gabeln mit Alligatorklemmen verbindet und in eine Gurke steckt – wie mag das in der Synthesekette des Snare-Kanals klingen?“

Experiment Gurke

Na, das klingt ja mal nach richtigem Spaß! Wer mich kennt, der weiß, dass ich das sofort ausprobieren musste! Also schnell rüber zum Kühlschrank gehastet, eine Gurke geholt, dort Schrauben reingedreht und losgepatcht. Im Klangbeispiel hört ihr erst den Originalsound, angeschlagen von der internen Clock, damit er auch immer gleich stark getriggert wird. Dann wird die Verbindung nur mit Kabel gepatcht und danach kommt die Gurke ins Spiel. Zuerst liegt sie links oben über den Kontakten der Clock, dann mittig auf dem Pulsar-23 und zum Schluss über den ungenutzten Kontakten der BD- und Bass-Kanäle. Jeder Sound ertönt zweimal getriggert. Was soll ich sagen? Das hörbare Ergebnis spricht doch echt für sich – oder?

Und nein! Ich werde jetzt nicht meine Obst- und Gemüsesammlung mit Schrauben malträtieren, nur weil ihr das gern hören wollt. Hm – wie klingt eigentlich ein nasses Brötchen? Nein, nein, nein … das mache ich jetzt nicht! Ich habe so schon ein Problem, die zwei Löcher in der Gurke zu erklären, wenn sich meine Frau den nächsten Salat machen will.

Experiment Gurke Bild 1

Der satte, runde und durchsetzungsfähige Sound des Pulsar-23 und die vielen flexiblen Möglichkeiten zum Patchen, die förmlich nach weiteren Kabeln schreien, regen direkt dazu an, einfach am entstehenden Klang und dem dazugehörigen Groove zu feilen und weiterzuforschen, was da eventuell noch möglich ist. Der Pulsar-23 fordert und fördert die Kreativität seines Besitzers. Martin Gore, Mastermind und kreativer Kopf von Depeche Mode, bringt das mit seiner Liebeserklärung an den Pulsar-23 so ziemlich treffend auf den Punkt: „I love the way the Pulsar-23 sounds and how it pushes your brain to try out different approaches. A very creative tool.“

Soma Pulsar-23 Userbild Details Patch 2

Im Rahmen dieses Testes hatte ich wirklich eine Menge Spaß mit dem Probanden und vermutlich habe ich dabei eh nur an der Oberfläche des tatsächlich Machbaren gekratzt, denn das Teil ist ein echtes Monster und ein wahres Stundengrab mit enormem Spaßfaktor. Der derzeit aufgerufene Preis von 2.099,- Euro, wenn auch absolut gerechtfertigt, beendet vorerst diese äußerst kreative und tolle Erfahrung mit dem Soma Pulsar-23 und damit natürlich auch diesen Test. Mit einer Träne im Auge waren meine letzten Worte an den Soma Pulsar-23 ein wohlgemeintes und jetzt schon sehnsuchtsgetränktes: „Auf Wiedersehen!“

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Fazit

Und ich vermisse ihn schon jetzt! Der Soma Pulsar-23 ist ein faszinierendes, inspirierendes und klanggewaltiges Instrument mit enorm hohem Spaßfaktor, das sich im Studio genauso wohlfühlt, wie auf der Bühne. Beeindruckend, was für ein tolles Gerät das Kreativ-Team von Soma Laboratory um Mastermind Vlad Kreimer hier abgeliefert haben. Die ellenlange Feature-Liste und die absolut wertige Verarbeitung rechtfertigen durchaus den hier aufgerufenen Preis. Ich denke, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich heute schon sage, dass wir den Pulsar-23 in vielen Top-Produktionen hören werden.

Plus

  • wertige Verarbeitung
  • ausführliches Handbuch mit vielen Tipps und Tricks in deutscher Sprache
  • unfassbare Konnektivität nach intern wie extern
  • satter Klang mit Durchsetzungsvermögen
  • fordert und fördert die Kreativität des Benutzers
  • enormer und lang anhaltender Spaßfaktor

Preis

  • 2.099,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Atarkid  AHU

    Ein Traum von Maschine mit der man offensichtlich ohne weiteres Equipment einen schönen Elektro-Gig bestreiten könnte…. Btw.: Cooles Video, Anthony!

      • Profilbild
        mfk  

        Großartiges Video!
        Ich freue mich schon auf Veröffentlichungen mit dem Sound.
        Frage:
        Funktionieren Parameteränderungen gedanklich planbar/nachvollziehbar mit definierbaren und wieder auffindbaren Sweetspots oder ist es eher chaotisch?

        • Profilbild
          Dirk E. aka Xsample  RED

          Das ist – wie alles – Übungssache, wenn Du das Circuitbending meinst. Wenn Du aber einen festen Patch hast, den Du kennst, durchgespielt und genau daraufhin optimiert hast, dann sollte Reproduzierbarkeit kein Problem sein. :)

        • Profilbild
          Anthony Rother  AHU

          Lieben Dank.

          Bei mir war es bei den Video-Jams und generell so wenn ich einen Patch erarbeitet habe dann hatte ich bei jedem Modul die verschiedenen handgedrehten Modulationen schon sehr oft ausgetestet bevor ich dann den Jam gemacht habe.
          Somit war ich geistig voll drin und wusste wie es ungefähr klingt und was ich drehen muss.
          Aber wenn der Patch fertig ist dann sollte man den Jam schon gleich aufnehmen.

          Ein Patch anhand von Bildern oder Notizen wieder von Scratch herzustellen da glaube ich kann man dem Original nahe kommen aber nicht 100% dazu sind die Potis meiner Meinung nach zu fein aufgelöst. Was ja gut ist, analog halt :-)

          Wenn man mit seinen Fingern als Connector arbeitet dann sollte man dass besser sofort aufnehmen denn da spielen dann so viele verschiedenen Umstände eine Rolle dass man sich nicht sicher sein kann dass es zu einem späteren Zeitpunkt noch genau so funktioniert.

          Ich hatte einen Patch Zuhause mit mir als Connector gebaut und wollte das dann im Studio aufnehmen
          Im Studio habe ich die Pins berührt aber das hörte sich dann nicht mehr so an wie Zuhause.

  2. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Danke für den tollen ausführlichen Bericht.

    Das Gurkenexperiment gefällt mir – schön nerdig.
    Die Gurke hat hoffentlich später im Salat dann besonders gut geschmeckt ;-)

    Ich kann die langen SOMA Videos von Vlad zu jedem Instrument und Funktion vom Pulsar-23 nur empfehlen dort bekommt man auch einen sehr guten Eindruck was alles möglich ist.

    Mein Video ist der Mix-Out (Mono) vom Pulsar-23 Dry ohne externe EQs oder Effekte.
    Der pure Sound vom Pulsar-23.
    Sequenced mit Logic X per DIN MIDI.

    Bei mir geht’s jetzt erst richtig los mit dem Pulsar-23 :-)

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Apropos Video, was könnte an einem Viervierteltakt ‚kreativ‘ sein? Das Video have ich nach wenigen Sekunden abgestellt … Langweiliger gehts kaum.

    • Profilbild
      Quantenakustiker  

      Da hat man es wieder, wenn die Kick nicht richtig kicken will, werden die Leut‘ gleich frech! Aber für die Kickdrum verwendet Herr Rother vermutlich ein anderes Gerät…. welches auch im Video zu sehen ist.

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        Larifari  AHU

        Hä…Wer redet über die Kick Drum ? Und wieso sollte man ein Video zu einer Drum Maschine machen ohne die Kick drum ? Das wäre wie Orangensaft ohne Saft – nur Fruchtfleisch.

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          Quantenakustiker  

          Ok, dann also mit dem Holzhammer. Die Kick scheint schon eingebaut zu sein in den Soma Pulsar-23, nur eben nicht so, wie ich das für 2.099,- Euro Listenpreis erwarten würde. Zu einer zünftigen Kick, mit der bestimmt auch vermeintlich ausgelutschte Viervierteltakte noch kreativ zünden können, geht es hier entlang:

          https://www.youtube.com/watch?v=gUBqrIUwGUw

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            Dirk E. aka Xsample  RED

            Danke für das Video, hab es mir angeschaut. Der Pulsar-23 sollte kein Problem haben, diese Sounds hinzubekommen. Wenn im BD-Strang etwas fehlt, holt man es sich per Kabel aus den anderen Strängen oder extern dazu. Ob die BD im Video nicht aus dem Pulsar-23 stammt, kann nur Herr Rother selbst klären .. aber so wie er schreibt, war das Alles purer Output.

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              Quantenakustiker  

              Ja, das kam schon alles aus dem Pulsar-23 im Video. Ich wollte nur andeuten, dass Herr Rother für seine aktuellen und künftigen Produktionen, was die Kick betrifft, vielleicht ein anderes Gerät zu Rate ziehen wird? Aber will man das wirklich, bei so einem Kaufpreis sich noch etwas nebendran stellen müssen zur Ergänzung? Mir persönlich gefällt das grundlegende Konzept vom Pulsar-23, aber das erste Viertel der Tonerzeugung ist einfach nichts für mich.

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                Dirk E. aka Xsample  RED

                Ah .. jetzt wird es präziser. Also an Deiner Stelle würde ich den Pulsar einfach mal testen. Wie ganz unten schon geschrieben, macht jeder ob der Möglichkeiten etwas anderes mit dem Teil und ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Dir mit dem Pulsar eine andere, eben Deine Wunsch-BD mit Sicherheit zusammenzimmern kannst.

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                Anthony Rother  AHU

                Die Kick vom Pulsar ist sehr vielseitig.
                Man muss die Pulsar Kick als Semi-Modulares Modul verstehen da ist unendlich viel möglich.
                Die Kick von der Jomox Alpha Base und dem Pulsar-23 haben sicher große Schnittmengen sind aber letztendlich doch Grundverschieden.
                Das ist in meinem Video selbstverständlich nicht dargestellt sondern ich habe einfach Musik gemacht.
                Es ist kein Video wo ich nur an der Kick von Pulsar-23 drehe damit man möglichst viel Texturen hören kann.

                So was wäre sicher auch spannend gerade für die Leute die den Pulsar-23 nicht selbst antesten können und auf Soundbeispiele bzw. Videos angewiesen sind.

                Das BD Video von SOMA ist auch sehr gut um einiges an Texturen zu hören.

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                  Dirk E. aka Xsample  RED

                  Danke Anthony für Deine Erklärung. Genau so sehe ich das auch. Das Teil ist so flexibel durch die wahnsinnig vielen Patch-Möglichkeiten, dass jeder kreative Musiker seinen eigenen Stil, seine eigenen Sounds verwirklichen kann. Deshalb sind Soundbeispiele hier fast schon irrelevant, sie spiegeln nur den subjektiven Geschmack des jeweiligen Users. Ein anderer User macht damit wieder ganz andere und vielleicht verrücktere Sachen. Man lese einfach unter Reviews auf der Soma-Seite die Liebeserklärungen der prominenten User .. und man kann vielleicht erahnen, was das für eine geile Maschine ist.

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                    Anthony Rother  AHU

                    Ja Dirk, es so wie damals beim Quantum.
                    Man muss an der Maschine selbst geschraubt haben.
                    Oft kann man erst dann verstehen wie groß die Möglichkeiten sind.

                    Und beim Pulsar kommt noch dazu das hier so viele unkonventionelle Funktionen implementiert sind die man so garnicht erfassen kann.
                    Vlad geht da teilweise sehr eigene und neue Wege.

                    Einige der Basic Functions vom Pulsar muss ich überhaupt erst noch lernen.
                    Deshalb sehe ich mich auch erst am Anfang mit dem Pulsar-23.

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                      Dirk E. aka Xsample  RED

                      Ja .. absolut richtig. Das Teil ist jetzt weg und hat mich irgendwie unbefriedigt zurückgelassen, weil ich nur an der Oberfläche gekratzt habe. Die ständige Frage im Kopf: Was wäre, wenn ich das Kabel dahin gepatcht hätte .. macht mich irre. Ich muss das Ding wieder haben. :)

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      Henrik Fisch  AHU

      So kann’s gehen: Ich freue mich auf alle Videos vom Herrn Rother OBWOHL es nicht so ganz meine Musik ist. Ich kann nämlich meine eigenen Musik-Geschmack hinten anstellen, herausdestillieren, wie jemand anderes ein Gerät einsetzt … und dann trotzdem ZUSÄZLICH jede Menge Spaß mit einem Video haben. Und außerdem finde ich ganz persönlich, dass es immer eine Show ist, wenn Herr Rother in seinem Studio jammt.

      Und, ey, jetzt mal unter uns Pastorentöchtern: Eine Musik ist deshalb nicht kreativ, weil sie einem 4/4tel Takt folgt?!? Bist Du selber dann überhaupt noch in der 12-Ton-Skala unterwegs? Oder lässt Du nur noch Klangfolgen einer klingonischen 9stufigen Tonleier gespielt auf einem SuSDeq an Dein Ohr?

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        MidiDino  AHU

        Über Musikgeschmack habe gar ich nicht gesprochen, sondern über Kreativität. Und ob Kreativität etwas mit Spaß zu tun hat, wäre noch ein ganz anderes Thema …

        Und zur Pastorentochter: Viervierteltakte sind dermaßen ausgelutscht, dass ich sie als Kitsch betrachte. Hier wird nicht selten von Experimenten gesprochen. Gerade Takte und deren Zahlen böten sich dazu an, zumal es um Drum-Maschinen geht.

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          Atarkid  AHU

          Man kann natürlich total verbogenes Zeug machen, aber ob das am Ende noch gefällt? Bestenfalls soll sich den Kram ja noch jemand anhören! der 4/4-Takt scheint irgendwie, genetisch bedingt, einzuschlagen. Klar, das eine oder andere Takt-Experiment ist cool und hörbar. Aber eins ist klar, Produzenten müssen das alles aus kommerzieller Sicht betrachten. Und da muss die Kreativität beim Sound enden. Alles andere ist dann etablierte Praxis. Mit nem 3/4 Takt füll ich keinen Club ^^…. Zumindest nicht bei den unter 80-Jähringen :P

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            MidiDino  AHU

            Die Musikindustrie hat an Kreativität kaum Interesse, die Gesellschaft noch weniger ;-) Suhlen im Kitsch ist angesagt,

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              Dirk E. aka Xsample  RED

              Selbst für Musiker, die am typischen 4/4 vorbeilaufen wollen, ist der Pulsar die perfekte Maschine. Das Thema „Loop-Rekorder“ ist hier wirklich nur sehr rudimentär beschrieben. Ich habe den Testbericht von 7000 Wörtern wegen der Lesbarkeit auf knapp 4000 eingedampft, da wurde dieses Kapitel z.B. stark gekürzt. Ich empfehle hier dringend den Blick ins Manual. Der Loop-Rekorder ist dermaßen hochauflösend, dass selbst kleinste Einspielnachhänger mit aufgezeichnet werden und es selbst dadurch zu total coolem Groove führen kann. Dazu unterschiedliche Patternlängen, Clockteiler, Reset, Shaos-Generator, Bank-Copy etc. … Polymetric und Poly-Rhythmik sind hier nicht die Hürde, nur die eigene Kreativität … und in Verbindung mit dem Organismic Sequencer ist es dann ganz aus mit normalem Timing. Oh man, wie ich den Pulsar jetzt schon vermisse .. :(

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                MidiDino  AHU

                ich selber würde eine Drum-Maschine gar nicht einsetzen, aber ich gebe dir Recht: Das Produkt ist auch interessant einsetzbar.

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              Anthony Rother  AHU

              @MidiDino
              Da ist sicher was wahres dran aber im Kleinen betrachtet gibt es doch genug Nischen wo es experimenteller zu geht.

              Und dass das die Musikindustrie und den größten Teil der Leute nicht interessiert ist schon immer so gewesen und macht bei näherer Betrachtung ja auch Sinn.

              Ich versetze mich dann immer in ein Gebiet in dem ich nicht so bewandert bin und muss dann meistens feststellen dass ich selbst auch nur ein durchschnittlicher Zuschauer/Zuhörer/Konsument bin.

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                MidiDino  AHU

                Entweder man spricht über Geld oder über Musik. Im ersteren Fall ginge es um Ökonomie, im zweiten über konkrete Ausprägungen der Musik. Es war ein großer gesellschaftlicher Fehler, beides zu vermischen. Am ​Ende stirbt die Kreativität. Dass du dich selber als Konsument betrachtest, ehrt dich.

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                  AMAZONA Archiv

                  @ MidiDino

                  Der Künstler schweigt wohlwollend und gönnt dem Pöbel verschmitzt lächelnd die Tanzflächenpolka…….

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        Anthony Rother  AHU

        Lieben Dank.

        ZITAT: „meine eigenen Musik-Geschmack hinten anstellen“

        Ja genau so schaue ich mir auch solche Videos an. :-)
        Kreativ bin ich dann einfach selbst in meinem Studio – so wie es mir am besten gefällt.

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    lightman  AHU

    Sehr geil, toller Bericht und gute Videos. Respekt, Anthony!

    Den Sound mag ich, bin mir nur nicht sicher, ob ich mit dem Gerät auf lange Sicht glücklich werden würde. Ich besinne mich seit längerer Zeit wieder auf meine Anfänge, wo ich fast ausschließlich live unterwegs war und mein Setup entsprechend ausgelegt hatte. Man könnte jetzt sagen, daß der Pulsar gerade für das super geeignet ist, aber mir sind da ein bißchen zuviel Funktionen dran. ich versuche derzeit, die Featuritis hinter mir zu lassen und konzentriere mich auf Klang und Bedienbarkeit mit einem minimalen Rig, das nicht mehr als sechs Geräte enthält… six simple synthesizers doing all the sound…

    Trotzdem, der Pulsar hat schon was, die Gurke hats echt rausgerissen! :)

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      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke für das Lob! :) Die Gurke steht für mich auch sinnbildlich für diese unfassbare Konnektivität. Mit dem Experiment, was so etwas wie ein gedanklicher Türöffner für mich war, habe ich das Konzept des Pulsar23 erst so richtig zu greifen bekommen.

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      Anthony Rother  AHU

      Lieben Dank :-)

      Für einen Live Act sehe ich persönlich den Pulsar auch nicht.
      Wie du schon sagst zu viele Möglichkeiten.
      Live muss es absolut minimal und beherrschbar bleiben :-)

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    SkandinAlien  

    Immer wenn ich mein GAS gerade wieder im Zaum hab :/ nach der Vorstellung MUSS man doch den Kasten im Studio (und überall sonst auch!) haben wollen.

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    Ehoax

    Nach der Launch habe ich sofort vorbestellt, das Konzept fand ich vielversprechend und super spannend. Aber nachdem ich die ersten demos gehört hatte, verging mir sofort die Interesse an dem Gerät. Ich finde es klingt einfach nicht sehr gut, es hört sich einfach alles sehr ähnlich und metallisch an.

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      Dirk E. aka Xsample  RED

      Hm .. naja, so unterschiedlich können Wahrnehmungen eben sein. Ich denke, mit dem Pulsar ist es wie mit MS Excel. Die Standards werden abgedeckt und genutzt, aber die meisten User nutzen tatsächlich nur 7 Prozent des tatsächlich Machbaren. Vielleicht hättest Du ihn deshalb erstmal selbst testen sollen und schauen, was Du damit anstellen kannst?

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    Tyrell  RED 113

    Klasse, seit langem wieder einmal ein Synth der mich richtig anmacht. Bin schwer am überlegen mir das Teil zuzulegen. :)

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      Dirk E. aka Xsample  RED

      Ja unbedingt .. der Spaßfaktor ist grandios! :) Ich hoffe, dass ich meinen Spaß beim Test in den Bericht portieren konnte .. wirklich ein tolles Gerät.

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    toneup  RED

    Schön, das Soma den Pulsar jetzt liefern kann, die Preiserhöhung um 500 Euro ist allerdings schon heftig. Wenn man das Ding allerdings einmal von der Post abgeholt hat, kann man die einleitende Geschichte mit dem Postboten nur unterschreiben. Build Like a Tank. Sehr wertige Verarbeitung. Mir persönlich sagt der Klang, auch der Bass Drum, sehr zu. Ich werde damit nicht Musik im Stil des Anthony Rother machen, aber sein Video finde ich sehr eindrucksvoll, eine tolle Performance. Wenn wir schon bei den Videos sind, auf der Soma Homepage gibt es auch ein Video über die Herstellung des Pulsar , das ist Weltklasse. Mit dem Pulsar erwirbt man ein echtes Instrument, eine Spielwiese, einen Begleiter für Jahre. Ich sehe die Maschine eher im Studio. Ihr aus meiner Sicht einziges Manko ist, das sie keinen nichtflüchtigen Speicher für den Loop Recorder aufweist – das ist eben Teil von Vlads Philosophie. Das kann man aber umgehen, in dem man die Drumsynths über Midi antriggert und das kann man mit dem Loop Recorder kombinieren und dazu die Hi Hat mit dem 16er Pin getriggert moduliert vom Schaos-Generator antreiben, und dann….. diese Hardware animiert zum kreativen patchen, man hat schnell gute Ergebnisse , kann aber tief abtauchen. Ich bestätige das Gefühl nur an der Oberfläche zu kratzen.

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    Tinotik  

    Kein contra? die kiste wurde wieder weiter verkauft weil diese mini patchkabel unmöglich sind, das ist was für kinderfinger & auch noch so dünn wie klingeldraht, ganz zu schweigen von den geringen abständen der pins, unmöglich macht es damit spaß zu spielen & ihr gibt ein + für enormen und lang anhaltender Spaßfaktor!? Diese pins + mini patchkabels sind die größte spaßbremse an der kiste! absolutes no go! schade da die kiste ja wirklich fett klingt & potential hat.

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