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Test: Herbs And Stones Liquid Foam, Groovebox

5. März 2021

Ein Traum: Edle Holzkiste mit flüssigem Schaum

Herbs And Stones Liquid Foam Groovebox test

Herbs And Stones Liquid Foam, Groovebox

Kennt hier vielleicht jemand Gianluca Herbertson? Nein? Den Namen sollte man sich aber schon mal vormerken. Gianluca lebt in den Bergen Norditaliens und findet dort in dieser anscheinend sehr inspirierenden Gegend zwischen Kräutern und Steinen, die auch seinen Firmennamen bilden, die coolen Ideen zu, laut eigener Aussage, esoterischen Musikmaschinen und Lärmutensilien. Eine dieser Ideen hat sich bereits materialisiert und steht jetzt endlich auch vor uns – für euch – im Testlabor: der Herbs and Stones Liquid Foam.

Was ist Liquid Foam?

Liquid Foam ist eine monophone, analoge Groovebox, deren Herzstück, eine flexible analoge Klangerzeugung durch das Kernstück der Maschine, nämlich zwei Sequencer angetrieben wird. Wenngleich auch hinter der hübschen schwarzen und liebevoll beschrifteten Fassade eine konventionelle subtraktive Klangerzeugung werkelt, ist der Zugriff auf diese und der spielerische Ansatz dahinter mit bisher keinem anderen Konzept auch nur ansatzweise vergleichbar.

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Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Ansicht seiltich

Wer Lust und Zeit zum Basteln hat, kann Liquid Foam auch als DIY-Kit auf der Hersteller-Website per E-Mail bestellen. Geliefert wird dann aber nur das PCB und die Frontplatte, alle anderen Bauteile und auch das Holzgehäuse muss man sich dann selbst beschaffen. Eine ausführliche Anleitung und die BOM sind auf der Website für das Projekt hinterlegt. Diese Variante spart ein paar Scheine in der Anschaffung, ist aber natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden, der aber sicher auch seinen Reiz und Spaß für die Bastler unter uns hat.

Erweiterte Eurorack Version

Kurz vor Ende der Testphase kam noch eine Meldung reingeflattert, die meine Herzfrequenz ganz kurz in ungeahnte Höhen schnellen ließ. Liquid Foam wird nun auch als Eurorack-Modul geliefert und bringt dabei sogar noch einige tolle Anpassungen und Verbesserungen mit. Welche das genau sind, könnt ihr bei Bedarf in unserer News-Meldung nachlesen. Wir widmen uns nun erst einmal der kleinen, hübschen Holzkiste.

Herbs And Stones Liquid Foam Herstellerbild Variante Eurorack

Wie präsentiert sich Liquid Foam?

In der mit dem kreativen Firmenlogo verzierten weißen Pappschachtel finden wir gut verpackt, neben der gleich auf den ersten Blick edel und sehr wertig wirkenden Groovebox Liquid Foam, eine kleine Bedienungsanleitung in englischer Sprache. Es handelt sich hierbei um ein beidseitig bedrucktes und mehrfach gefaltetes A4-Blatt, das auch auf der Firmen-Website als PDF-Datei online abrufbar ist. Dazu gab es dann noch fünf 30 cm lange schwarze Kabel mit Bananensteckern an beiden Enden und ein Netzteil mit vier Steckeradaptern für Steckdosenformate aller Herren Länder.

Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Verpackungsinhalt

Um dieses Steckernetzteil gibt es auch die meisten Wirrungen. Die Anleitung und auch Schneiders Laden sagen, dass es nicht zum Lieferumfang gehört. In neuesten Meldungen und auch auf der Website zum Liquid Foam heißt es aber, dass es nun dabei ist. Man wird sich da wohl überraschen lassen müssen oder sollte besser vorher noch einmal nachfragen. Im Grunde handelt es sich hier aber um ein ganz normales 9 Volt Boss-Style-Netzteil mit Minuspol in der Mitte und sollte daher keine große Anschaffungshürde darstellen, beziehungsweise natürlich idealerweise gleich beiliegen. Wie schon gesagt, hier lag das Teil mit flexiblem Steckerset gleich bei, also alles gut und damit testbereit.

Der für unsere heimischen Steckdosen passende Steckeradapter ist schnell gefunden und auf den Anschluss des Netzteiles gesteckt, sodass wir die hübsche kleine Holzkiste nun endlich mal anschließen und näher begutachten können.

Welche Bedienelemente und Anschlüsse bietet Liquid Foam?

Begeben wir uns zu Anfang am besten auf einen kleinen Rundgang über die geräumige schwarz eloxierte Frontplatte des Liquid Foam. Ich beschreibe kurz die Bedienelemente und Anschlüsse, deren grundlegende Funktionen und weise dabei auch gleich auf eventuelle Besonderheiten hin. Los geht’s!

Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Ansicht von vorn

Links oben befindet sich die Clock-Sektion, liebevoll gekennzeichnet mit einer Sanduhr. Die Ein- und Ausgangsbuchsen sind als kleine 3,5er Klinkenbuchsen im Eurorack-Format ausgelegt. Hier kann Liquid Foam zu entsprechendem Setup synchronisiert werden oder selbst als 5 Volt Clock-Pulse-Lieferant für externes Equipment dienen. Im Standalone-Modus wird über den entsprechenden Drehregler das interne Tempo eingestellt.

Herbs And Stones Liquid Foam Herstellerbild Manual Verschaltung

Rechts neben der Clock-Sektion finden wir den LFO, ein weißer Pfeil mit drei LFO-Tropfen weist uns dahin auch den Weg. Der LFO liefert ein Rechtecksignal, das in seiner Frequenz und auch in der Pulsbreite durch die namensgebenden Regler RATE + WIDTH einstellbar ist. Wichtig zu wissen: Der Ausgang des LFOs ist auf den zweiten Sequencer vornormalisiert, hat aber auch eine eigene Ausgangsbuchse unter dem Regler WIDTH. Hier gleich der Hinweis: Die Eingangsbuchsen sind durch einen weißen Ring um die Buchse gekennzeichnet, vertragen nur bis 5 Volt und keine negativen Spannungen, also Achtung beim Einpatchen von externem Equipment!

Userbild Drive

In der ganz rechten Ecke oben versteckt sich dann letztendlich noch ein einzelner Regler, der es aber wirklich in sich hat: DRIVE, ein waschechter Overdrive-Effekt. Von Linksanschlag an wird das Ausgangssignal süffisant angewärmt, aber ab Regelwegmitte wird dem Ausgang dann ordentlich Beine gemacht und der flüssige Schaum verwandelt sich plötzlich in heiße Lava. Also zu Hause bitte mit Vorsicht anwenden, im Clubgig aber volle Pulle auf das Ding!

Userbild Filter

Unter dem Overdrive kommt des Synthie-Freaks Liebling: die Filtersektion. Es handelt sich hier um ein resonanzfähiges, zweipoliges Lowpass-Filter, das in den Parametern Resonanz und Frequenz über die Regler RES und FREQ regelbar ist. Ein wirklich toll arbeitendes Filter mit viel eigener Persönlichkeit, das von butterweich bis bitterböse ein ordentliches Wörtchen beim wilden Klangcharakter des Liquid Foam mitzureden hat.

Herzstück: Wave Mixer und VCO

Am unteren Rand der kleinen Box nach links geht es dann weiter mit dem WAVE MIXER. Diese Sektion umfasst drei Regler, zwei beschriftet mit WAVE und einem für WIDTH. Der VCO kann drei verschiedene Schwingungsformen ausgeben und diese auch gleich intern mischen. Waveshaping lässt grüßen, stehen hier Dreieck-, Sägezahn- und Rechteckschwingung mit variabler Pulsbreite zur Verfügung.

Userbild Wave MIXER

Die beiden mit WAVE beschrifteten Regler bilden dabei zwei verschiedene Mischstufen, die in ihrer Reglerstellung das Ausgangssignal formen. Wave Regler 1 mischt das Signal zwischen Dreieck und Sägezahn und der zweite Wave-Regler mischt dann dieses bereits gemischte Signal mit der dort vorhandenen Rechteckschwingung. Die Pulsbreite der Rechtecks ist über den dritten Regler WIDTH einstellbar. Das klingt jetzt sicher ultrakompliziert und wahnsinnig technisch, aber ist so einfach wie genial gelöst. Hier steht also eine einfach zu bedienende und sehr flexible Klangquelle schon am Anfang der Signalkette zur Verfügung. Durch den direkten Zugang über drei Regler sind damit schon hier, in den beiden Mischstufen, sehr drastische Änderungen im Grundsound möglich. Reingreifen und wohlfühlen und ja, da ist das fette Filter noch gar nicht im Spiel.

Mittig über dem WAVE MIXER finden wir den Regler PITCH und die drei VCO-Eingangsbuchsen A, B und C. Die Eingänge A, B und C erzeugen auf der Grundlage der Gate-Signale vom Sequenzer oder auch dem LFO sieben verschiedene Tonhöhen. Von niedriger bis hoher Tonhöhe sind die Gate-Kombinationen: A, B, AB, C, AC, BC, ABC anwählbar. Der Regler PITCH stellt hierbei die Master-Tonhöhe ein. Wird er vollständig gegen den Uhrzeigersinn zugedreht, bringt dies den Oszillator zum Schweigen. Harter Tobak – oder? Was da nun wirklich passiert, liegt vermutlich wirklich im Bereich des Esoterischen.

Userbild Hüllkurvensektion EG

In der linken unteren Ecke finden wir den Envelope-Generator. Er besteht aus den zwei Buchsen EG INV und EG>VCO sowie den Reglern OFFSET und DECAY. Die AD-Hüllkurve wird immer ausgelöst, wenn ein Gate an den VCO-Eingängen A, B und C anliegt. Die Länge der Decay-Phase wird mit dem zugehörigen Regler DECAY eingestellt.

Wenn am Eingang EG INV ein Gate-Signal anliegt, wird die Hüllkurve invertiert und über den Regler OFFSET kann man nun mit dem invertierten Signal die Filterfrequenz beeinflussen. Das macht sehr lebendige Muster möglich, da nun über die Sequenz verteilt unterschiedliche Hüllkurven wirken können. Wenn am Eingang EG>VCO ein Gate-Signal anliegt, werden die VCO-Eingänge A, B und C übergangen und die Hüllkurve übernimmt für den anliegenden Step das Kommando und steuert den VCO. Damit sind dann Glide- oder Portamento-Effekte möglich. Hört sich alles übelst technisch an – oder? In der Praxis merkt man davon aber nichts. Die Bedienung des Liquid Foam ist so einfach wie Wasserkochen.

Was bietet der Groovebox Sequencer?

Nun sind wir aber lange genug um die goldene Mitte, den heißen Brei sozusagen, herumgelaufen und kommen nun direkt zum Kernstück des Liquid Foam, den beiden Sequencern A und B.
Sequencer A besitzt vier Ausgänge und je nach Einstellung der CLOCK werden diese nun im Tempo befeuert. Verschiedenfarbige LEDs zeigen ein Signal am entsprechenden Ausgang an. Über die Eingänge X und Y eingepatcht, ändert die Sequenz nun ihre Richtung und stellt weitere Gates zur Verfügung, was in komplexere Patterns mündet.

Userbild Sequencer A

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Sequencer B übernimmt sein Tempo aus einem Mischverhältnis aus CLOCK und LFO. Hier greifen für den LFO die beiden Regler RATE und WIDTH. Der LFO wird konstant abgefragt und öffnet, wenn zum aktuellen Step die CLOCK und der LFO auf HIGH sind, ein Gate am Sequencer.

Userbild Sequencer B

Auch hier zeigen verschiedenfarbige LEDs Ausgangssignale direkt an, was in Verbindung mit Sequencer A zu einem faszinierenden Lichtspiel, passend zum Groove führt.

Was fehlt noch? Ach ja! Die Anschlüsse hinten: Von links nach rechts finden wir dort den Audioausgang, leider nur in Mono als 6,3 mm Klinkenbuchse. Rechts daneben den Stromanschluss für das oben schon erwähnte Netzteil. Und daneben finden wir dann noch eine Bananenbuchse, deren Funktion einfach nirgendwo erwähnt wird. Irgendwie reizte es mich schon, da einfach mal eines der Bananenkabel von oben einzupatchen, aber ich habe das dann doch lieber unterlassen, da ich das Testgerät nicht unbedingt vor Testende zerstören wollte.

Userbild Rückseite

Ehrlich gesagt hatte ich ein wenig Angst, mit der Beschreibung dieser Funktionen das Eigenleben von flüssigem Schaum zu entmystifizieren, werde aber einfach den Hintergedanken nicht los, dass das alles nur die Spitze des Eisberges, quasi der sichtbare Teil des Ganzen ist. Ein bisschen habe ich das Gefühl, dass sich einige Parameter des Liquid Foam nach Idee des Meisters womöglich auf esoterische Weise doch irgendwie auch unter der Haube noch gegenseitig beeinflussen.

Die Groovebox in der Praxis

Die Verarbeitung der 22,5 x 16,5 cm kleinen und 5 cm hohen Klangschatulle ist über jeden Zweifel erhaben. Entgegen dem Namen ist hier nichts schaumig oder gar schwammig in der Bedienung. Die Regler sind fest mit der Frontplatte verbunden und sehr gut im Regelweg aufgelöst. Hier greift das dritte Newtonsche Gesetz in Reinkultur, denn es passen Actio und Reactio perfekt zusammen. Will sagen: Es passiert immer etwas Cooles in Relation zu einem Dreh an einem der vielen Regler. Diese lassen sich auch ausreichend straff, aber dennoch geschmeidig bedienen und haben den für hektische Live-Situationen benötigten sicheren und guten Grip.

Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Ansicht vorn gepatcht

Die weiße Beschriftung auf der schwarzen Oberfläche ist sehr gut ablesbar, wird aber eigentlich nicht benötigt und dient sowieso wohl eher der Zierde. Eigentlich logisch, denn unter den vielen Kabeln kann man sie dann irgendwann eh nicht mehr ablesen. Apropos lesen: Das Handbuch ist informativ und erklärt die Funktionen und gibt ein paar Hinweise, aber bei diesem Ansatz braucht man es für die Bedienung überhaupt nicht. Einfach drauflos patchen und Spaß haben!

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Die über den zukünftigen Lebenslauf sicher oft strapazierten Bananenbuchsen hinterlassen insgesamt ein sehr gutes Gefühl der Langlebigkeit. Sehr geringe Spaltmaße bei der Verarbeitung und die perfekt bearbeiteten Holzseitenteile erzeugen einen sehr wertigen Eindruck, der sich in der gesamten Bedienung der hübschen Holzkiste angenehm festigt. Die ausreichend dimensionierte Bedienoberfläche ermöglicht im Zusammenhang mit der Aufteilung in Bereiche und Funktionen, sowie der Logik dahinter eine insgesamt sehr ergonomische Handhabung des Liquid Foam. Die vielen Regler und Buchsen laden direkt zum Experimentieren und Spielen ein und wenn man erst einmal damit angefangen hat, die ersten Strippen zu ziehen, vergeht die Zeit wie im Flug und man möchte gar nicht mehr damit aufhören, der kleinen Wunderkiste Klänge und Grooves zu entlocken.

Patchkabel und Messleitungen

Stichwort: Strippen. Hier trifft ein klassisches Eurorack-Sprichwort ebenfalls zu: More Cable = More Fun! Irgendwann kommt man an den Punkt, wo man noch das eine oder andere Kabel einpatchen möchte, aber die beiliegenden schon verbraucht sind. Ich habe mir deshalb ziemlich schnell ein weiteres Pack Messleitungen bestellt, natürlich gleich mit Steckermultiple. Das hat der kleinen Holzkiste hörbar Spaß bereitet und mir natürlich auch.

Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Mehrfach gepatcht

Der Sound erinnert phasenweise an eine Roland TB-303, aber irgendwie aus einem Paralleluniversum stammend. Die kleine Kiste klingt immer irgendwie groovy, druckvoll und animierend, selbst wenn nur irgendwelche Artefakte durch das Filter knistern. Einsatzgebiete sehe ich hier in jeder Art von elektronischer Musik, sei es Acid, Techno, Electro, Industrial, HipHop, egal, der flüssige Schaum legt sich immer aufheizend in das Gesamtarrangement und gibt hier ein dickes Statement ab.

Bedienkonzept des Liquid Foam auf dem Prüfstand

Was ich gern im Zusammenhang mit neuen Konzepten und Ansätzen mache, ist ein Test mit Menschen, die nun nicht jeden Tag mit Instrumenten zu tun haben. Wie schlüssig ist das Bedienkonzept? Kommt damit auch ein Nichtmusiker oder Einsteiger klar? Das hatte ich ja auch schon bei meinem Test zum Handtaschensampler BlackBox von 1010music mit gutem Erfolg fabriziert.

Bei diesem Test durfte meine Tochter wieder den Probanden spielen und ich erklärte ihr nur, dass sie hier eine Menge Kabel hat und welche Buchsen Eingänge und welche davon Ausgänge sind. Dann sollte sie selbst entscheiden, was sie mit diesem Wissen anstellt und welche Richtung Klang und Groove nimmt.

Userbild Tochter testet

Man kann die Test-Session beim folgenden Klangbeispiel in voller Länge förmlich nachempfinden. Faszinierend, wie sich der Klang mit jedem neuen Kabel aus dem Output schält und auch die Sequenz langsam Fahrt aufnimmt. Wenn man beim Gang über die Frontplatte aufmerksam mitgelesen hat, kann man in Gedanken fast nachvollziehen, in welchem Bereich sie gerade tätig ist. Trial and Error bis der Groove sitzt und zu guter Letzt findet sie den Drive-Regler, Achtung! Wer sich die etwas über fünfminütige Session anhören möchte, bitte gerne, der Rest kann sich das finale Ergebnis des Testes in den abschließenden Klangbeispielen unter Nummer 19 geben. Kurzer Hinweis noch: Dieses Klangbeispiel, wie alle anderen auch, sind purer und direkter Output des Liquid Foam, keine Effekte oder sonstige Spielereien, direkt in Steinbergs Wavelab aufgenommen und nur geschnitten. Und nun seid ihr dran euch vorzustellen, wie das dann mit Effekten und im Stereobild verteilt in einem Song veredelt klingen kann.

Herbs And Stones Liquid Foam Userbild Bedienoberfläche flach vorn

Der Test beweist, dass man mit Liquid Foam kein Mozart sein muss, um mit der coolen Kiste sehr einfach musikalisch tolle Sachen anstellen zu können. Töchterchen war jedenfalls total begeistert und ich hatte echt Mühe, sie von meinem Arbeitsplatz wieder wegzulocken. Eine gute Tafel Schokolade in lila Signalfarbe als kleines Danke, natürlich weit genug weg platziert, hilft in der Regel bei solchen Problemen ganz gut weiter. Zumindest war ihr abschließendes Fazit: „Coole Kiste, geiler Sound, fette Grooves!“ … und das unterschreibe ich zu 100 Prozent!

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Fazit

Ich bin begeistert! Die Kräuter in den hohen Bergen im nördlichen Italien müssen wirklich sehr inspirierend sein. Vielleicht sollte Gianluca diese auch mal an einige namhafte Hersteller exportieren. Was er hier mit der kleinen hübschen Klangschatulle vorlegt, ist einfach der absolute Hammer!

Eine komplette und sehr flexible subtraktive Klangerzeugung, gepaart mit zwei Sequencern, offenen Strukturen durch Kabel-Patching und umfangreichen Eingriffsmöglichkeiten in der Echtzeiteditierung in einem bisher nicht gekannten spielerischen Ansatz. Das sind die Zutaten, aus denen in der Regel kultige Instrumente entstehen. Herbs and Stones – Liquid Foam ist heute schon Kult und wird es, wenn User ihn in der Zukunft benutzen, wie wir es uns heute noch gar nicht erdenken können, erst recht sein.

Wer Grooves und Sounds auf spielerische Art und Weise, abseits der ausgetretenen Programmierpfade erstellen will, sollte sich die kleine hübsche Klangkiste unbedingt einmal näher ansehen. Der Herbs and Stones – Liquid Foam macht einfach Riesenspaß und ist äußerst inspirierend. Genau so stelle ich mir das bei einem sehr guten Instrument vor und dafür gibt es von mir auch viele, viele dicke Pluspunkte.

Der Preis ist angesichts des Gebotenen und der wertigen Verarbeitung mehr als angemessen: Ganz klare Kaufempfehlung!

Plus

  • völlig neuer spielerischer Ansatz
  • intuitive Bedienung
  • inspirierend und sehr groovy
  • flexibler Klang und fettes Filter
  • sehr wertige Verarbeitung
  • Kultfaktor sehr hoch!

Preis

  • 409,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke fürs Lob. :) Die Buchse dient der Erdung von anderem Bananenequipment? Hätte jetzt eher in Richtung sync von anderen Luiqid Foams gedacht. Dann war es wohl besser die Buchse nicht mit einzupatchen, wie mir mein Bauchgefühl sagte.

  1. Profilbild
    fanatic  AHU

    Danke für den Test.
    War erst nur angetan von dem sexy Holzkasten aber ab Min. 1:45 im Video fing das rechte Bein an zu zappeln.
    Kommt bei mir auf die Liste!
    Stellt sich nur die Frage eurorack oder doch desktop? Das schöne Holz!🥲

  2. Profilbild
    dilux  AHU

    flexibler klang? bei den klangbeispielen hört sich aber alles sehr ähnlich an…

    dazu kommt ein unübersichtliches interface und ob der kultfaktor tatsächlich so hoch ist, wage ich auch mal zu bezweifeln.

    mir scheint, der autor hat sich von vielen oberflächlichkeiten (verschrobene optik, ungewöhnliche namensgebung) zu der annahme verleiten lassen, daß hier etwas aussergewöhnliches vorliegt, obwohl es sich wohl doch nur um etwas relativ gewöhnliches handelt…

    im vergleich zu einem preislich ähnlich gelagerten moog dfam stinkt das teil hier auf jeden fall mächtig ab.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke für die konstruktive Kritik. Aber so verschieden sind nun mal die Wahrnehmungen von Menschen. Dein Schein trügt, es sind keine Oberflächlichkeiten, die mich zu meinem Fazit brachten. Btw ein Moog DFAM hat ein völlig anderes Konzept, eine weiteraus größer dimensionierte Klangerzeugung und einen deutlich höheren Preis .. also eigentlich nicht vergleichbar.

    • Profilbild
      fanatic  AHU

      Moin dilux, bist aber ganz schön streng mit dem Tester.
      Wahnsinnig flexibel finde ich den Klang sicher synthese- oder konzeptbedingt auch nicht, wahrscheinlich ähnlich wenig flexibel wie beim dfam.
      Gibt aber ja nun ne ganze Menge kleiner schwarzer Zwitscher-Knarz-Brumm-Flöt-Kästchen unter 500 Euro die alle irgendwie verwandt klingen.

      Ich finde Der Kasten hier hat allein durch den putzigen Sequenzer und die Optik ne gewisse sexiness und klingt für mich angenehmer als manch Mitbewerber (doepfer..erica…)

      • Profilbild
        Dirk E. aka Xsample  RED

        Danke .. dass ich das „flexibel“ natürlich in Relation zu preislich- und synthesebedingt gleichgelagerten Kisten meinte und den Liquid Foam damit natürlich nicht gegen einen Waldorf Quantum vergleiche, sollte dem geneigten User schon verständlich sein.

        • Profilbild
          chardt  

          Ich habe beim Lesen unwillkürlich an den Minibrute 2s gedacht und den gegenübergestellt (passt ja preislich auch etwa):
          – Oszillator mit mischbaren Wellenformen? Check.
          – Charaktervolles 2-Pol-Filter? Check.
          – Sequenzer? Check.
          – Patchpunkte? Check.
          Und dann hat der Brute eigentlich an jeder Stelle noch so viel mehr zu bieten …
          Die einzigen Vorteile des Liquid Foams, die ich erkennen kann:
          – Viel kompakter
          – Sehr „eigener“ Sequenzer
          Wem also letzteres liegt / wichtig ist, für den ist das dann wohl was. Ich fühle mich nicht angesprochen – und meine Tochter ist schon lange keine fünf Jahre mehr :-)

          • Profilbild
            Dirk E. aka Xsample  RED

            Von der Klangerzeugung sicher miteinander vergleichbar. Für mich macht der Ansatz beim Liquid Foam den größeren Reiz aus. Es ist eben nicht die 20. Auflage eines analogen Synthies, sondern er verlässt bewusst die normalen und eingefahrenen Programmierpfade und ermöglicht dadurch eine ganz andere Herangehensweise mit anderen Ergebnissen. Btw .. meine Tochter hat die fünf Jahre seit 12 Jahren hinter sich gelassen. :)

    • Profilbild
      Synthie-Fire  AHU

      …Jepp finde den Preis auch zu hoch gegriffen und ein DFAM ist optisch meiner Meinung nach auch nochmal schöner anzusehen und halt ein Moog ;-).
      Man könnte viele Besipiele nennen was für das Geld gehen würde:
      z.B. Ein Microfreak mit nem SQ-1 für 50€ weniger…
      Dachte nach dem lesen, das Ding ist bestimmt ein Hammer Teil… und dann kamen die Soundbeispiele…gehen wirklich alle in die ähnliche Richtung… vielleicht habe ich es eines Tages mal live in den Händen …dann ist man wahrscheinlich überzeugter.
      (Der Schokotipp hilft bei Töchter bestimmt gut…alternativ kann man auch noch zusätzlich einen anderen Synth nehmen.)

      • Profilbild
        Dirk E. aka Xsample  RED

        Naja man muss halt einfach die Kirche im Dorf lassen und das Teil als das sehen was es ist: Eine Groovebox und kein Synthesemonster ala Quantum. Deshalb ist Liquid Foam und der Ansatz dahinter, meiner Meinung nach, auch nicht mit irgendwelchen Synthesizern vergleichbar. Vor diesem Hintergrund ist die kleine Holzkiste sehr flexibel und charakterstark im Sound, was sich in den Soundbeispielen, die auch immer subjektiv zu werten sind, doch ganz gut zeigt. Zum Weglocken funzt bei Töchterlein leider nur Schokolade, ist eher ein Gamergirl, als ein Synthie-Freak. :)

  3. Profilbild
    Chris  

    Schönes Teil. Mal wieder eines dieser sexy one-trick-ponys, die ich mir nur zu gern kaufen würde, wenn ich mehr Zeit und Kohle für die Musik übrig hätte

  4. Profilbild
    Pygman  

    Bananenstecker vs. Miniklinke:
    Banane ist nicht nur weniger fehleranfällig sondern macht viel mehr Spaß.
    Man kann mit dem Kabel in Hand besser/leichter performen. Z.B. rhythmisch aus dem Handgelenk zucken.
    Oder man nimmt Kabel die 2mm Stecker auf einer Seite und 4mm auf der anderen Seite sind, dann sind sie auf einer Seite etwas lose und wischt leicht mit der Hand über die Kabel rüber und erstellt somit schnell und leicht ein Chaos/Zufallspatch.

    Trotzdem lasse ich den Flüssigschaum aus weil er keine negativen Spannungen mag und der Spaß fängt ja erst richtig an wenn man anderen Bananenkram hinzuzieht.
    Deswegen ist auch der Lorre-Mill Doppelknoten bei mir wieder rausgeflogen.
    Und ein Phenol + Wing Pinger + Macumbista Schmetterling Setup reicht auch schon.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Sehr interessanter Ansatz, muss ich doch gleich mal nach den Geräten googlen. Was ich immer noch nicht verstanden habe, ist das mit der Erdung. Ist das bei diesen Geräten dann Standard?

      • Profilbild
        chardt  

        Bananenstecker haben ja nur einen Pol -> Signal. Damit Strom fließt, muss aber noch eine Masse her. Innerhalb des Gerätes ist die natürlich vorhanden, aber wenn Du ein anderes Gerät hinzunimmst, dann muss die Masse eben verbunden werden -> die zusätzliche Buchse. Um z. B. was vom Eurorack anzubinden, müsstest Du also einen Adapter haben/basteln, der Masse (Ring) des Klinkenstecker-Endes auf einen Bananenstecker führt, der dann in die Buchse hinten reinkommt, und Signal (Spitze) auf eine andere Banane, die Du dann vorne patchen kannst.

    • Profilbild
      Dirk E. aka Xsample  RED

      Danke fürs Lob! … und für den Link .. könnte mir vorstellen, dass sich die beiden Kisten, eine digital und die andere analog, ganz gut ergänzen.

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