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Test: SPL MixDream, Analoger Summierer

5. Juli 2019

Analog summiert es sich besser

spl mixdream

SPL MixDream, analoger Summierer

Back to the roots: Zeigt der analoge SPL MixDream Summierer seine Qualitäten bei reinen „In the box“-Produktionen?

Mal ehrlich: Wer von den unzähligen Audio-Schaffenden im Homerecording- und semiprofessionellen Bereich kann „analoge Summierung“ zuordnen? Ich wette, keine 50 %. Und wenn, dann in welchem Zusammenhang? Die Summe einer Audioproduktion läuft doch, bevor es auf das gewünschte Aufnahmemedium geht, übers Mischpult oder etwa nicht? Und wer kein Mischpult besitzt, fragt sich: Wieso braucht es denn externe analoge Summierung? Wurden uns nicht immer die Vorzüge einer rein digitalen Post-Production-Ebene, die tollen Möglichkeiten der immer höheren Abtastraten und Plugins, die schön bebildert Bandsättigung emulieren, angepriesen?

Wer bei diesen Fragen ins Grübeln kommt oder nickend zustimmt, wird sich für diesen Test interessieren, denn ich möchte neben Empfehlungen für das Einsatzgebiet des SPL MixDream auch Anregungen und Denkanstöße geben, das individuell gewählte Studio-Setup zu hinterfragen und ggf. zu optimieren.

SPL MixDream: Analog, digital – oder beides?

Ich selbst habe immer einen Bogen um die analoge Summierung gemacht. Anfangs schlicht aus Platzgründen, denn in meine Regie passte und passt kein größeres analoges Pult rein. Deshalb entschied ich mich für die rein computerbasierte sogenannte „In the box“-Produktion. Es gibt diverse analoge Peripherie und älteres analoges Equipment, teils vor der Wandlung, teils als Inserts genutzt, doch summiert wurde immer digital. Auflösung und Format wählen, Bounce to disk und gut ist.

Musikproduktionen habe ich zum Mastern extern vergeben, bis das Wunschergebnis da war. Seit meiner Studiogründung Mitte/Ende der 90er ist technisch viel passiert, da will am Ball geblieben werden und finanzielle Mittel wanderten immer wieder in die Raumakustik, Software, hochwertigere Peripherie und das eine oder andere Instrument, an dem ich nicht vorbeigehen konnte. Gute Angebote wecken oft Begehrlichkeiten. Doch wurde besagter Bogen mit der Zeit immer kleiner, denn wenn man die Möglichkeiten erkennt, die ein analoger Summierer auf das Klangergebnis eines Mixdowns hat, läuten die Alarmglocken. Wieso habe ich da vorher nie Notiz von genommen?

SPL MixDream, klare und übersichtliche Front

Was genau macht der SPL MixDream?

Das mit 2 HE ausgelegte SPL MixDream Modell 2384 bietet eine 16-in-2-Summierung. Diesen Arbeitsschritt, alle Einzelkanäle in die Stereosumme zu führen, kennt man hinreichend von analogen Mischpulten. Alle Routings und periphere Einbindungen passieren vor der Summe oder werden im Summen-Insert angefahren.

Beim SPL MixDream werden die Outputs der DAW einzeln mit den (maximal 16) MixDream Inputs verbunden. Die DAW spielt den Mix ab, jedoch unter Umgehung der digitalen Summierung der Software. Das Bouncen als solches wird schlicht überflüssig, da die Signale der DAW via SUB-D Anbindung in den MixDream fließen. Dieser summiert die Kanäle komplett auf analoger Ebene, danach wird das Summensignal wieder in den Rechner oder ein anderes Aufnahmemedium gespielt. Der MixDream kann entweder 8 Stereokanäle oder 6 mittige Mono- und 5 harte Stereoeinstellungen verarbeiten. Das kanalspezifische Panorama der DAW-Software bleibt dabei bestehen.

Dies stellt die klassische 16-in-2-Summierung dar, der MixDream kann aber auch dank seiner Direct-Outs ein weiteres Feature anbieten. Man könnte alle 16 DAW-Ausgangssignale über die Insert-Möglichkeit des MixDream noch mit externer analoger Peripherie füttern und dann einzeln wieder in der DAW aufnehmen, um dann im nächsten Schritt wieder 16-in-2 zu summieren.

Die analoge Signalkette des SPL MixDream

SPL MixDream, SUB-D I/Os und XLR Record/Monitor-Ausgänge

Ganz klar wird mit der Umgehung der digitalen Summierung zuerst einmal der Computer entlastet. Dithering entfällt, denn wer mit großer Abtastrate und Bit-Tiefe arbeitet, muss am Ende runter zum CD-Standard, wenn ein Audio-Silberling bespielt werden soll. Die Zahlen 44,1 kHz bei 16 Bit sind zwar immer noch gesetzt, doch leisten die Abtastraten moderner DAWs weit mehr.

Wer den SPL MixDream richtig auslasten möchte, hat idealerweise noch viel analoge Peripherie zur Hand, sei es einen geliebten EQ, analoge Dynamics oder Hallgeneratoren. Diese müssen, wie oben beschrieben, dank der analogen Insert-Möglichkeit des MixDream nicht mehr AD/DA gewandelt werden. Der MixDream kann intern Einzelkanal-Insert oder Master-Insert realisieren. Der Producer muss sich allerdings über alle Routings im Klaren sein, denn einen Mixbus kann der MixDream nicht erzeugen.

Limiter, Expander, Stereosumme – MixDream

SPL bietet noch weitere interessante Features im MixDream an. Die intern generierte Stereosumme kann noch mit einem Stereo-Expander manipuliert werden. Ein Peak-Limiter für Pegelbegrenzungen bzw. Anhebung der gefühlten Lautstärke liegt ebenfalls zuschaltbar der Stereosumme an. Mit der Option Transformer können entweder Symmetriestufen oder Lundahl-Ausgangsübertrager gewählt werden, hier sollte das Ohr entscheiden. Beide Formen klingen unterschiedlich und eigenen sich nicht pauschal für alle Genres, gut dass die Auswahl da ist.

SPL MixDream, Studioeinbindung

In welcher Studioumgebung kann ich den SPL MixDream einsetzen?

Das SPL Handbuch gibt zu dieser Frage bereits viele vorgedachte Lösungen und Antworten. Wer kein externes analoges Mischpult besitzt, kann einen oder mehrere parallel geschaltete MixDream Einheiten zur analogen Summierung nutzen. Alle Spuren der DAW werden einzeln ausgegeben, dies geschieht über den standardisierten Anschluss SUB-D. Das Modell 2384 kann 16 Kanäle verarbeiten. Wer mehr Spuren in der DAW summieren will, kann diese ja schon in der DAW per Mixbus zusammenfassen und entsprechend rausschicken. Der kleine Bruder SPL Mixdream XP hat auch 16 Eingänge, jedoch keine Insert und interne Signalbearbeitungsmöglichkeiten. Für Details kann hier gespickt werden.

Kurzum, die SPL MixDream Einheit ist ein 16-kanaliges analoges Mischpult ohne Gain, EQ und Fader, jedoch mit analogen Direct-Out- und Insert-Anschlüssen, Master, Expansion und Monitor-XLR-Stereo-Output-Buchsen. Zusätzlich besagte Zuschaltmöglichkeiten für das Summensignal.

Vor- und Nachteile einer analogen Summierung

Man könnte sich fragen, wieso sollte es Nachteile geben, wenn ein externes Gerät doch nur die Summierung übernimmt? Nun, die Art, wie eine Recording-Session gestaltet ist, muss auf den Summierer angepasst werden. Einen Master-Fader kann man in der Recording-Software genauso wenig nutzen wie Plugins, die auf dem Master-Fader laufen. Ferner können maximal 16 Inputs eines Mixdream angesteuert werden. Wer beispielsweise sein Schlagzeug ohne Subgruppe mischt, wird alleine dafür schon um die 10 Kanäle benötigen. Alle relevanten analogen externen Signalprozessoren müssen mit dem SPL MixDream verbunden sein. Diese Inserts können am MixDream einzeln bzw. maximal stereo zugeschaltet werden. Auch muss das summierte Signal wieder in die DAW zurückgeführt werden, denn ein Summierer speichert noch keinen Mixdown. Idealerweise ist dazu die Recording-Session maximal aufgelöst eingestellt. Diese vielen Kleinigkeiten sind beim Arbeiten mit einzuplanen. Ein wirklicher Nachteil ist einzig der Verlust von Total-Recall, doch Total-Recall hat der Producer sowieso nicht, wenn mit rein analogem Equipment gearbeitet wird.

Wie klingt der SPL MixDream?

Wie man diesem Test entnehmen kann, war ich nicht sofort Feuer und Flamme für den MixDream, doch im Laufe des Tests wurde ich eines Besseren belehrt. Leider konnte ich nur die Digi 002 Rack DAW mit Pro Tools einsetzen, doch konnte ich bei analoger Summierung gefühlte 20 Prozent Steigerung zur digitalen „In the box“-Summierung feststellen.

Wie macht sich der unterschiedliche Klang bemerkbar? Dazu bitte ich, die generierten Soundbeispiele durchzuhören, leider haben wir hier nur die MP3-Möglichkeit, doch das reicht schon aus, um deutliche Unterschiede wahrzunehmen.

Ich habe absichtlich vier Gitarren übereinander gelegt, alle frequenzmäßig relativ eng beisammen. Es gibt als Klangbeispiel echte Drums, im Intro gesampelte Drumloops, diverse computergenerierte Sequenzen, Subbass- und Strings-Spuren, ein paar Bass-Dopplungen. Ich habe alles dafür getan, einen möglichst dicken Klumpen Klang zu erzeugen, bewusst ein paar falsche Töne, damit auch auffällt, ob man klangliche Disharmonien und Unterschiede hören kann.

Die Überlegung ging auf. Die analoge Summierung bringt dem Mix viel mehr räumliche Tiefe und klarere Ortung aller Einzelsignale. Auch werden die verwendeten Sounds besser dargestellt und sind viel aufgeräumter im Mix wahrzunehmen. Bildlich erklärt, als wäre ein Kartenhaus plötzlich von zwei Ebenen um 4 bis 5 Ebenen aufgetürmt worden und am Ende scheint ein Spotlight drauf. Es ist schon ein Unterschied, ob wie in der digitalen Summierung beim Bouncen viele Informationen zu weniger Informationen einser- und nullerbasiert zusammengerechnet werden oder ob die Summierung mit verschiedenen Spannungen passiert. Natürlich hat auch jede DAW mit ihrer Software einen eigenen Algorithmus, der jeweils anders klingt. Die digitale Summierung ist sehr rechenintensiv, alle Parameter wie Kanäle, Routings, Plugins, Effekte, Software-Instrumente, Faderautomation müssen zusammengefasst werden, das ist, wie eine vollbefahrene 6-spurige Autobahn zur Rushhour auf 2 Spuren zusammenzuführen, da wird’s halt eng und unübersichtlich.

Schaut euch die Screen-Shots an, die beiden Bilder zeigen das Output-Setup, verteilt auf 8 Ausgangskanäle der Digi 002 DAW mit Pro Tools 9. Meine Basic-Session hatte 48 kHz bei 24 Bit. So wurde auch die Stereospur aufgenommen.

SPL MixDream, digitale Summierung in Pro Tools, Mixeransicht

Die Soundfiles wurden mal gedithert, mal nicht, alle erdenklichen Versionen sind entsprechend beschriftet. Bedingt gefallen hat mir die MixDream Stereoverbreiterung, sie klingt meiner Meinung nach für mittig platzierte Signale etwas unnatürlich. Der Limiter und die Pegelanpassung sind nette Features, doch nicht zwingend für mein Signalprozessing relevant. Wer aber in verschiedenen Genres mischt, wird die Features begrüßen.

SPL MixDream, analoge Summering ohne Masterfader, 8 Ausgänge

Die Bewertung muss mit diesem Fazit ein „sehr gut“ ergeben, da qualitativ hochwertige Bauteile verarbeitet sind, das Ergebnis passt. Jeder potenzielle Interessent wird sich vor dem Kauf sowieso von der Notwendigkeit überzeugen, den MixDream als Aufwertung seiner Mixe haben zu wollen. Man kauft schließlich nichts, wovon man nicht überzeugt ist.

Ich bitte an dieser Stelle ausdrücklich um Posts zu euren Erfahrungen mit diesem Thema.

Fazit

Der SPL MixDream ist ein analoger Summierer, der viele Vorzüge für eine Studiosituation ohne externes Mischpult, aber mit viel analoger Peripherie bietet. Im oberen Preissegment, knapp unter der Dreitausender Marke, kann der 16 in 2 mit Class-A-Technik bestückte 2 HE Schrank die Einzelsignale der DAW, sowie externe analoge Peripherie, diese ohne weitere AD-Wandlung, in die Signalbearbeitung einbinden.

Exzellente Einzelbausteine mit top Messwerten können mit denen großer Mischpulte mithalten, so ist unter anderem der Mehrwert des analog summierten Klangs zu erklären. Aufgeräumte Mixes, dargestellt durch definierte Kanalübersprechung und detailreiche räumliche Tiefe, können ebenfalls punkten. Zwar ist der MixDream relativ teuer, doch wie bei einem Formal 1 Boliden kosten die letzten Verbesserungen zu ein paar Kilometern mehr Pace eben am meisten. Akustisch eingespielte bzw. mikrofonierte Signale profitieren enorm, elektronische Musik klingt im digital summierten Modus nicht wirklich anders. Jedes digitale und analoge Bauteil trägt seinen Teil zum Sound bei, der SPL MixDream reist am Ende so manchen Mix noch raus.

Plus

  • im Vergleich zur digitalen Summierung: mehr gewonnener Sound
  • aufgeräumter Mix und detaillierte Zeichung
  • mehr und deutlichere Tiefenstaffelung als bei einer digitalen Summierung
  • Anbindung analoger Peripheriegeräte ohne deren zusätzliche Wandlung möglich
  • 2 HE statt große Konsole

Minus

  • Wärmeentwicklung des MixDream
  • interne Signalbearbeitung der Stereoverbreiterung klingt für mich leicht unnatürlich

Preis

  • Ladenpreis: 2.999,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    tenderboy  

    Es tut mir leid, aber “ Es ist schon ein Unterschied, ob wie in der digitalen Summierung beim Bouncen viele Informationen zu weniger Informationen einser- und nullerbasiert zusammengerechnet werden oder ob die Summierung mit verschiedenen Spannungen passiert. Natürlich hat auch jede DAW mit ihrer Software einen eigenen Algorithmus, der jeweils anders klingt. “ das ist schlicht Bockmist.
    Die Summierung digital ist ein ganz einfacher Vorgang und klingt auch in jeder DAW komplett gleich (mit Ausnahme von DAWs die nichtlineare Artefakte künstlich hinzufügen wie Harrison Mixbus).

    Wers nicht glaubt einfach selbst probieren und dann Nulltest machen. Ich hab es mit 16 Spuren, alle mit unterschiedlichen Levels auf Cubase, Ableton Live und Logic probiert. Komplette Auslöschung der Summen bei Phasendrehung.

    Achtung bei gepannten Spuren wegen Pan-Laws.
    Denke das wird auch der Klangunterschied gewesen sein, der im Test hier gehört wurde.

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      swift  

      Die Summierung von Spannungen lässt sich doch sicher durch eine mathematische Formel beschreiben. Mich wundert auch, dass die digitale Summierung in jeder DAW anders klingen bzw. die analoge Summierung soviel besser klingen soll. Ich summiere übrigens selbst analog, allerdings über ein deutlich günstigeres Mischpult.

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      Green Dino  AHU

      Zu angeblichen Klangunterschieden bei DAWs findet man in diversen Foren ne ganze Menge und auf einigen Websiten teils sogar sehr aufwändige Tests.
      Das Gerücht DAW X klingt besser als DAW Y hält sich trotzdem…

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    Ted Raven  AHU

    Ein theoretischer Vorteil der analogen Summierung besteht dann, wenn die Summe digital nur noch in der endgültigen Auflösung (z. B. 44,1 kHz für CDs) aufgenommen wird. Da aber nach der Summe das Mastering folgt findet eine erneute hochauflösende Aufnahme, die später heruntergerechnet werden muss, ohnehin statt. Es sei denn, man jagt das Ergebnis aus dem Mastering erneut durch den Summierer um es dann erneut in der Zielauflösung digital aufzunehmen. Bei so vielen AD/DA-Wandlungen ist ein Klangqualitätsverlust unvermeidlich. Ein digitaler Mixdown ist in solchen Fällen eindeutig vorzuziehen, da dieser vollkommen verlustfrei arbeitet, was in der Natur der Sache liegt.

    Zum SPL Mixdream: Sechzehn Kanäle sind, zuminest für meine Zwecke, vollkommen unterdimensioniert. Ich habe üblicherweise bis zu dreißig Stereokanäle in der DAW, bräuchte also vier dieser Geräte plus eines um die vier zu summieren.

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        Ted Raven  AHU

        swissdoc: „angeblichen Qualitätsverlustes“
        Bei einer AD Wandlung wird das Signal verändert. Je öfter diese Veränderung stattfindet, umso weiter entfernt sich das Ergebnis zwangsläufig vom ursprünglichen Signal. Das ist unumstößliche physikalische Tatsache. Ein Link auf die schlecht designte Webseite eines Amateurs mit mittelmäßigen, mindestens zwölf Jahre alten Soundbeispielen, ändert daran auch nichts. Je schlechter das Ursprungsmaterial, umso weniger wird man einen weiteren Qualitätsverlust hören können.

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            Ted Raven  AHU

            swissdoc: „Es findet sicher eine Veränderung des Signales statt, aber ob diese signifikant ist, sei dahingestellt.“
            Das lässt sich sehr einfach beantworten. Je geringer Sampling-Frequenz und Auflösung sind umso stärker (hörbarer) wird das Signal verändert. Bei 24/192 wird eine wiederholte Digitalwandlung also geringere Auswirkungen haben als bei 16/48.

            Je weiter die AD-Wandlung außerhalb des hörbaren Bereiches ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass auch die negativen Folgen wiederholter Wandlung (oder digitaler Nachbearbeitung) im Endergebnis nicht hörbar sind.

            Das mit Chuck Zwicky wusste ich nicht. Ich habe von seiner wirklich billig gemachten Webseite auf den Autor geschlossen. Hat diesmal nicht funktioniert …

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    swellkoerper  AHU

    Ich dachte immer, die Qualität der digitalen Summierung ist abhängig von der Bit-Auflösung und damit dem Headroom mit dem das digitale System, DSP oder DAW, arbeitet. Je mehr vollausgesteuerte Spuren auf den Mixbus geroutet werden, desto mehr Aussteuerungsreserve wird benötigt. Diese setzt zwangsläufig die effektive Bitauflösung des Mixes herab. Analoge Summierung setzt genau dort an, mit der Möglichkeit, bestimmte klangverändernde Elemente wie Inserts, Überträger, Crosstalk und allen möglichen Vodoo im Signalweg zu platzieren.

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      Hectorpascal  AHU

      So ähnlich dachte ich auch. Mich stört es z.B. immer die Summe im Auge behalten zu müssen wenn ich an den Spuren arbeite. Wenn ich dann wenigstens die Busse auf einen Summierer mit mehr Headroom schicke, kann ich das Ergebnis mit mehr Bits und dynamischer aufnehmen. Dafür reicht aber auch ein Mixer mit 8 Stereokanälen für 100€. Dann erst noch auf Band aufnehmen und anschließend über die Geheimwaffe schlechthin AD-wandeln. Ein Sony DTC-57 ES Dat-Recorder. Hach, sorry, dat mußte mal. :)

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        tenderboy  

        Du hast mit einem analogen Summierer (zumal wenn du ein einfaches Mischpult für 100€ nimmst) ziemlich sicher weniger Headroom als eine moderne DAW.

        In Cubase kannst du selbst wenn du willst den internen Mixer praktisch nicht übersteuern (diverse Plugins ausgenommen!). Aber der Summierer mit 64Bit bleibt sauber. Den Wandler wirst du dabei übersteuern. Da hilft aber einfach den Masterfader so weit runterziehen, bis keine Spitzen mehr über 0 gehen. Und du verlierst trotz Masterfader runter keine Dynamik (also verschlechterung des Signal Rauschabstandes).

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      tenderboy  

      Die effektive Bitauflösung des Mixes bestimmt bei modernen DAWs eigentlich nur die Dynamik deines Mixes solange dein Master nicht uber 0dbfs an den Wandler schickt. Selbst wenn sich die Summe deiner Spuren auf +18 db summieren, genügt es, einfach den Masterfader auf – 18db zu setzen ohne Qualität zu verlieren.

  4. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    RME beschreibt das sehr schön in diesem Dokument: https://bit.ly/2XxAjIS Ich habe sowohl ITB, in Totalmix sowie analog auf meinem seligen Soundcraft M12 Mixer summiert, mit jeweils deutlichen Unterschieden. Nicht besser oder schlechter, einfach eine Frage des Materials & des Geschmacks, etwa so wie man je nach Situation verschiedene Preamps oder Kompressoren einsetzt.

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      psv-ddv  AHU

      Danke für den exzellenten Link! Ein lese-Muss für alle die hier so selbstsicher die mathematische Korrektheit von DAWs betonen. Diese ist letztendlich derzeit noch nicht in ausreichendem Maße gegeben.
      Jeder der schonmal auf einem hochwertigen analogen Pult gemischt hat hört das. Ich meine hier nicht nur die euphonisch klangfärbenden Übertragerschlachtschiffe aus den 70ger Jahren, sondern insbesondere modern konstruierte Analogpulte.

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        TobyB  RED

        Morsche PSV-DDV,

        Software ist selten fehlerfrei und über das Thema Auf und Abrunden bei Rechenoperationen im Rechner kann man grenzphilosophische Abhandlungen schreiben. Was Sinn macht, ist seine persönliche Signalkette so aufzubauen, dass die einzelnen Punkten qualitativ möglichst gleich sind und eine möglichst objektive Beurteilung erlauben. Das Arbeiten in der DAW ist auch ein Prozess und wenn ich den nicht verstehe und die Mathematik dahinter nicht kenne, dann nützt mir die beste und teuerste Übertragungskette nix.

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