Test: Strymon Deco, Effektgerät für Gitarre

6. Januar 2015

Dekoriere deinen Sound, aber richtig!

Das Produktsortiment des amerikanischen Boutique-Effekte-Herstellers Strymon wächst und wächst. Neu dazugestoßen ist das Effektpedal Deco, das nicht nur mit seiner Hochglanz gebürsteten Aluoberfläche, sondern auch mit seinen inneren Werten glänzen soll. Hierzu zählen gleich zwei Effekte, denn neben einer Modulationssektion für kurze Delays, Chorus, Flanger und allem, was so dazwischen liegt, bietet das handgefertigte Pedal weiterhin noch einen Bandsättigungs-Algorithmus. Wir haben uns mal ein Exemplar des neuesten Strymon Sprösslings für einen Amazona Test zukommen lassen.

Front

— Strymon Deco —

Facts & Features

In puncto Platzanspruch gibt sich das Strymon Deco recht bescheiden, lediglich 111 x 114 x 46 mm betragen die Maße des aus zwei gebürsteten Aluprofilen hergestellten Gehäuses. Darüber hinaus wurden alle Anschlüsse an die Stirnseite des Pedals verfrachtet, sodass es wegen dem Deco auf dem Pedalboard sicher zu keinem großen Gerangel kommen dürfte. Hier vorne finden sich eine Inputbuchse, ein Anschluss für ein externes Expression-Pedal, der Netzteilanschluss sowie ein Stereo-Output. Um die Signalqualität eines Stereo-Setups nicht unnötig zu beschneiden, wurde die Input-Buchse als Stereo-Klinke ausgeführt: Durch den Einsatz eines Y-Kabels und das Umschalten eines kleinen Schalters im Innern des Gehäuses lässt sich das Pedal somit auch als vollwertiger Stereo In/Out Effekt nutzen, was bei einem Modulationspedal ja auch durchaus Sinn macht.

Stirn

— Stirnseite mit den Anschlüssen —

Alle Buchsen besitzen das 6,3-mm-Klinkenformat und wurden fest mit dem Gehäuse verschraubt – hier wird garantiert niemals etwas abbrechen!

Die Bedienoberfläche ist besetzt von drei großen und drei kleinen Potis mit Knöpfen im Retro-Design, einem Mini-Switch sowie zwei großen, robusten Metallschaltern, die einen sofortigen Zugang zu den wichtigsten und am meisten genutzten Parametern bieten. Da wäre zunächst einmal ein Tape-Saturation-Poti, mit dem sich der Grad der virtuellen Bandsättigung bestimmen lässt. Ein Volume-Poti sorgt für die Stärke des zugemischten Signals, das Blend-Poti für das Verhältnis zwischen Original- und Effektsignal.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    OscSync  

    Oh je, das macht ja schon wieder Appetit….
    Die Strymon-Pedale sind wirklich top, auch wenn im Bandbetrieb über die Gitarrenverstärkung nicht jedes Klangdetail, das zu Hause begeistert, erhalten bleibt.

  2. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Nicht alles, was in Verbindung mit Gitarren brauchbar ist, eignet sich auch für andere Instrumente, im Studiobetrieb beim Nachpflegen von Tracks außerhalb von DAW oder im Mix. Ich habe mir aus Verdacht ein Deco zur direkten Verwendung mit genau diesen anderen Sachen zugelegt. Im Netz wie hier ist wenig zur Verwendung außerhalb der Saitenzunft zu finden.
    Glück gehabt: Die Effekte sind zumeist subtil, aber dennoch deutlich wahrnehmbar und qualitativ sehr ansprechend. Das Gerät ist auf frühe Tapedeck-Effekte spezialisiert, d.h. niemand soll Klangwolken erwarten. Das Deco rein als Gitarreneffektgerät zu begreifen ist nach meiner Erfahrung ein fataler Fehler und es könnte m.E. schon vom Hersteller breiter gefächert beworben werden. Mein Anfangsverdacht erwies sich als begründet, Deco ist in seiner (Doppel-)Spezialisierung als Saturation und Doubletracker ein sehr wertvolles Werkzeug und sorgt bei der Entdeckungsreise in allen Belangen für positiv überraschende Klangereignisse. Die fehlende Speicherbarkeit ist bei den überschaubaren Parametern kein Minuspunkt für mich. Ich behaupte, dass man dadurch bedingt dieses Gerät wesentlich besser beherrschen lernt. Und das lohnt sich in diesem Fall wirklich, um es gezielt einsetzen zu können. Erwähnenswert ist vielleicht noch die Tatsache, dass auch der Pegel des Eingangssignals und das Verhalten bei Bypass umschaltbar ist.

  3. Profilbild
    711

    Das Deco ist mein „Do it all“ FX. Vor dem gerade noch cleanen Tweed Amp tut sich für den Tape Saturator ein breites Feld auf, das Pedal funktioniert so in erster Näherung als „Kleines Besteck“. Der im Test bereits als subtil attribuiert einsetzbare Effekt erzeugt vom leichten Andicken des Signals über schönen gemäßigten Overdrive, fast bis hin zu einem durchsetzungsfähigen Leadsound. Dabei klingt das Pedal immer sehr harmonisch und wärmer als man von einem digitalen Vertreter erwarten würde.

    Sowohl die Modulations-, als auch die Delaysounds klingen außergewöhnlich gut, weniger plakativ als die native Geräte der jeweiligen Spezies dies umsetzen, aber immer noch prominent genug nicht als „Understatement“ missverstanden zu werden. Trotz der grundsätzlich zurückhaltenden Charakteristik aller Effekte klingt gerade die Modulationsabteilung sehr neuartig und spektakulär, das sage ich als Jemand, der Modulationseffekte eigentlich weder mag, noch einsetzt.

    Die Delays sind eh über jeden Zweifel erhaben, solange man mit 500 ms auskommt und keine Feedback Orgien veranstalten will.

    Ich habe auch schon einen YT Clip gesehen/gehört in dem das Deco zuvor den Gesang bereichert, Synths passen ebenfalls.

    Insgesamt ein sehr breites Anwendungsspektrum, das dann auch – je nach Umfang und Beschaffenheit des vorhandenen Gears – den Preis relativieren kann.

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