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Test: Studiotemplates.com, Software Baukasten für Hits

3. November 2021

Mit Song-Templates zum eigenen Hit?

Mit Sicherheit ist dies einer der Beiträge, die die Gemüter der AMAZONA.de-Community wieder in Wallung bringen wird, es geht nämlich um vorgefertigte Hit-Baukästen. Während in den 90ern diverse Hersteller ganze Ladungen an Sample-CD-ROMS nach Stilrichtungen sortiert auf den Markt geworfen haben, mit Loops aus Basslines, Drums, Pads und Vocals um damit Dance-Hits von der Stange produzieren zu können, haben sich in den letzten zehn Jahren damit vor allem die Library-Hersteller von Native Instruments und Akai für Maschine und MPC einen Namen gemacht.

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Inzwischen gibt es aber auch Online-Anbieter, die entsprechende Templates für einige der marktführenden DAWs anbieten. Einer davon sitzt hier in Deutschland in Köln und vertreibt seine Produkte unter dem Namen Studiotemplates – entsprechend auch der Name der Website: Studiotemplates.com. Marc Wagner, seines Zeichens Business-Developer der Firma, hat uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden und einige der Packages als Download zukommen lassen.

Der Vorteil heute gegenüber dem puren Sampling-Zeitalter: Nur noch ganz wenige Tracks spielen Samples ab oder reine Audiofiles. Ein Großteil sind MIDI-Spuren, die auf Plug-ins zugreifen. In Logic wird zum Beispiel als Haus- und Hoflieferant für Percussion und Drums Ultrabeat verwendet. Das wiederum ermöglicht einem, entsprechende Tracks in eigene Produktionen zu integrieren und vor allem diese Spuren dann nach Belieben abzuwandeln.

Die Startseite von Studiotamples.com

Stilrichtungen und Auswahl

Die Auswahl auf der Seite ist ziemlich umfangreich – und jede Woche kommen neue Packages hinzu. Von Deep House über Techno bis Trance (und viele mehr) lassen sich die Templates sortieren und vor dem Kauf auch anspielen. Man kauft die Sache also nicht im Sack. Mit 29,- Euro pro Template ist man letztendlich dabei.

Cover eines Packages von Studiotemplates.com

DAW-Formate/Speicher und Integration

Studiotemplates bietet seine Files für Ableton Live, Cubase, FL Studio und Logic Pro an. Zusätzlich gibt es reine Sample-Packs, denen wir uns heute aber nicht widmen werden. Die Packages sind in der Regel zwischen 50 MB und 130 MB groß, es gibt aber auch Templates, die nur wenige MB Speicher benötigen.

Die mitgelieferten englischsprachigen Handbücher beschränken sich im Prinzip auf die Anweisung:

  1. Unzip the Zip Folder
  2. Open the logicx project file in Logic

Bis dahin funktioniert auch alles soweit reibungslos, aber schließlich meldet Logic dennoch einen Fehler. Ein passendes, aber notwendiges Plug-in fehlt:

Der kostenpflichtige Synth: Sylenth1

Erstaunlich, aber leider unumgänglich, ist der kostenpflichtige Erwerb des LenarDigital Plug-ins Sylenth1, der seit 2006 auf dem Markt ist und derzeit noch mit 139,- Euro zu Buche schlägt. Immerhin läuft der Sylaneth1 reibungslos auch auf den neuesten Betriebssystemen von Windows und Apple – und vielleicht mag dieser Support der Grund dafür sein, warum Studiotemplates an diesem Plug-in festhält. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es hier Freeware-Synthesizer gäbe, die den Job ebenso gut machen könnten.

Muss kostenpflichtig erworben werden, um die Templates unkompliziert nutzen zu können

Die Templates in der Praxis

Unabhängig vom persönlichen Geschmack und bevorzugten Stilrichtungen produziert, wurden die Templates BOMBE! Echt jetzt. Was da aus den Studiolautsprechern tönt, hat Hand und Fuß und macht mächtig Druck. Die Jungs und Mädels, die das produzieren, verstehen ihr Handwerk.

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Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass diese Templates auch hervorragende Tutorials darstellen, um zu lernen, wie „fetter“ Sound in der DAW gemacht wird. Hier wird wirklich mit allen Raffinessen moderner Studioproduktionen gearbeitet – und das ist das eigentlich das Irre an den Dingern.

Für mich war die Suche nach dem „wie zum Henker haben sie das denn gemacht“ viel spannender als die Templates selbst. In einem der Templates hatte ich z. B. eine Kick-Drum, die erst ab dem achten Takt ihre volle Breite und Tiefe entfaltete (klar lief die über einen Sidechain), …

Das dynamisch gesteuerte Filter erzielte große Wirkung bei der Kickdrum

… aber der eigentliche Clou war ein dynamisch gesteuertes Highpass-Filter, das erst im entscheidenden Moment die tiefen Frequenzen freigab. Das mag jetzt ein banales Beispiel sein – soll aber auch nur verdeutlichen, dass die Studiotemplates-Crew mit vielen filigranen Kniffen ihren Tracks Leben eingehaucht hat.

Aufbau der Songs

Zu Beginn zeigen sich die Songs in sauber verpackten Spurpaketen, schön sortiert nach Drums, Vocals, Instruments und im obigen Fall einer Extra-Filter-Spur. Klappt man die Pakete auf, sieht das wie folgt aus:

Hier wurde nur das Drum-Paket geöffnet. Über das eingeblendete Mischpult lassen sich dann auch relativ leicht die die Sidechains, die Busse und alle verwendeten Plug-ins und Effekte in den einzelnen Kanälen nachvollziehen.

Für wen eignen sich Song Templates?

Das ist nicht leicht zu beantworten, da die Anwendungsmöglichkeiten wirklich vielfältig sind. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich die eine oder andere Spur in künftige Produktionen verwenden würde. Ob das die wirklichen spannend aufgebauten Drumtracks sind oder auch manch raffinierte Akkordfolgen mit dazugehörigen Basslines – wieso nicht? Ich mag keine Dogmen. Klar, mache ich gerne meine eigenen Tracks, aber ich finde es auch nicht verwerflich, mich bei ein paar Bauklötzchen zu bedienen.

Sicher ist aber, dass die Templates nicht für jemanden geeignet sind, der hofft, ohne selbst Hand anzulegen, damit den nächsten Hit zu produzieren oder – was viel wichtiger ist – viel Spaß zu haben. Der Spaß kommt nach meinem Geschmack immer noch durch Spielfreude und Kreativität.

Ein weiteres Cover aus der Studiotemplates-Angebotspalette

Klangbeispiele gefällig?

Dann bitte direkt zur Website des Anbieters wechseln, da findet ihr unzählige davon. Aber eines ist dabei glaube ich wichtig: Den persönlichen Geschmack werdet ihr dort nicht finden, sondern maximal eine gewisse Schnittmenge zu den eigenen Vorlieben. Es bleibt, wie oben erwähnt: Die Templates sollen den kreativen Ball nur ins Rollen bringen.

Kommerzielle Verwendung der Tracks

Nach Angabe von Soundtemplates.com ist die Verwendung der Tracks in eigenen kommerziellen Produktionen erlaubt. Zusätzliche Lizenzen fallen nicht an. Da sich Lizenzbestimmungen aber immer mal ändern können – und wir auch dafür keine Haftung übernehmen wollen – wird jedem dringend geraten, sich die Lizenzbestimmungen selbst gut durchzulesen. Diese sind HIER zu finden.

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Fazit

Wäre die Einschränkung mit dem kostenpflichtigen Sylenth1 nicht, hätten die Studiotemplates von mir drei Sterne erhalten.

Als Inspiration für eigene Kreationen, vor allem aber als Realtide-Workshop, sind die Studiotemplates hervorragend geeignet. Ich hatte jedenfalls mit den Downloads jede Menge Spaß und habe auch noch einiges dazugelernt.

Plus

  • vielseitige Stilrichtungen
  • sauber aufgeteilte Spuren und Daten zur Weiterverarbeitung
  • hervorragende Mischungen zum Mitlernen

Minus

  • Der in den Templates verwendete Synthesizer muss zusätzlich erworben werden

Preis

  • 29,- Euro pro Package
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Forum
  1. Profilbild
    Henrik Fisch AHU

    Ich bin da inzwischen schmerzfrei. Früher hat man über Synthesizer-Presets die Nase gerümpft, aber jeder hat sie verwendet und einen Hit nach dem anderen in den 80ern Produziert. Heute sind es komplette Arrangements … warum nicht? Warum sich selber Tage und Wochen damit abrackern, eigene Arrangements zu basteln, die dann vermutlich sowieso nicht so gut klingen, wie die Profis, die sich bereits ihr ganzes Leben damit beschäftigt haben?

    Der Reputation eines Künstlers kann das auch nix anhaben (siehe Kommentar oben von Eisenberg), weil …

    a) den Hörern das piepegal ist
    b) der Sexappeal eines Künstlers meistens wichtiger als die Musik ist
    c) überall sowieso nur noch die gleiche Soße läuft

    Und dann kann man, wie Tyrell in dem Artikel schon schreibt, mittels gut gemachter Bibliotheken einfach mal nachsehen, wie man es richtig macht.

    Eines sollte man sich aber abschminken: Dass man durch so etwas seine »eigene Stimme« findet. Man wird dadurch einfach ein weiterer AGAS (»another generic air swirler«).

    Ich ganz persönlich weiß, dass ich mir den Spaß und auch die Emotionen an meiner Musik kaputt mache, wenn ich mich damit beschäftigen würde (aber ich verwende sowieso auch schon keine Synthesizer-Presets).

    • Profilbild
      mort76

      Meine Gedanken dazu wären:

      „Warum sich selber Tage und Wochen damit abrackern, eigene Arrangements zu basteln, die dann vermutlich sowieso nicht so gut klingen, wie die Profis, die sich bereits ihr ganzes Leben damit beschäftigt haben?“

      Warum angeln gehn, wenn man den Fisch auch im Supermarkt kaufen kann?
      Man hat das falsche Hobby, wenn einem das Hobby zu anstrengend ist.

      „…überall sowieso nur noch die gleiche Soße läuft…“

      Ja, eben.
      Templates SIND diese gleiche Soße.
      Deswegen nimmt man ja eben NICHT diese gleiche Soße, sondern überlegt sich was eigenes.
      Warum sollte sich jemand ausgerechnet DIESE gleiche Soße anhören, wenn es so viele Leute gibt, die genau DAS besser machen?
      Ohne Templates?

      Man kann doch nicht stolz auf etwas sein, was jemand anderes gemacht hat…

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Ganz genau mort76!
        Danke.
        Mehr muss man dazu nicht sagen.

        Wozu Kinder selbst zeugen, wenn man sie demnächst auch online bestellen kann. Sehen dann vielleicht sogar besser aus:)
        Nee, ist klar.

        Ich kriege schon eine Krise, wenn ich aus Faulheit nachts um 2 einen (meist percussion) Platzhalter aus einer library in mein Arrangement bastel, und den sogar gut finde. Bei meiner Musikstilistik wärs sogar egal. Aber nein, selbst einspielen fühlt sich sooo viel besser an.

      • Profilbild
        JCEFNY

        Denke das ist zu kurz gesprungen.
        Ihr geht immer davon aus, dass ein Song die Arbeit von einer Person ist.
        (@fanatic selbst zum Kinder zeugen gehören zwei)
        Der Regisseur braucht den Autor, den Kameramann, den Schauspieler.
        Der Sänger die Band usw.
        Ich maße mir für mich nicht an, alles in Personalunion leisten zu können.
        Ich schreibe gern Texte, editiere die Sounds und habe eine bestimmt Vorstellung davon in welche Richtung der Song gehen soll. Und dann nutze ich Arpeggiatoren, suche nach passenden Akkordfolgen (die ich auch gerne mal aus anderen Songs kopiere) und lass einen Sänger ins Studio kommen (singen kann ich nämlich auch nicht). So what?
        Für 25,-€ kann es durchaus sein, dass ich mir solche Tracks ziehe, das ein oder andere daraus verwende – und trotzdem meinen Spaß damit habe und am Ende etwas vollkommen eigenständiges dabei rauskommt.
        Ich hab zB überhaupt keinen Bock darauf Grooves zu programmieren. Ist nicht mein Ding – meine Stärken liegen einfach woanders. Außerdem will ich meine Zeit für die Sachen aufwenden die mir Spaß machen – z.B. Synth-Sounds programmieren und tolle Hook-Lines finden etc.
        Das meinte ich mit zu kurz gesprungen. Jeder tickt da eben anders.

        • Profilbild
          THX1138

          @JCEFNY .. haha… bist mir zuvorgekommen. Wollte eben so etwas ähnliches antworten. Ich stimme Dir voll und ganz zu. Denke das ist das Problem von diesen ganzen Techno-Jüngern, die eh alle gleich klingen und Stunden damit verbringen ganz alleine im Keller an einem BUM BUM Track zu basteln.

          • Profilbild
            AMAZONA Archiv

            Und genau dieser Quark hat auch noch gefehlt. Die einfachgestrickten Techno-Heinis die an Bumm Bumm Tracks basteln………
            Brauchst du Listen mit tausenden Pop/Rock/RnB/Rap- Artists, die allesamt verdammt gleich klingen?! Metal? Soul? Ska? Blues? Schlager? Calypso? Merengue? Nicht wirklich, oder? Bemängelst du den Offbeat im Reggae? Klingt alles total gleich. Diese Reggae-Typen, sitzen im Keller und basteln offbeat-Akkorde…
            Und der Jazz oder Swing- Drummer mit seinem shuffeligen Besen…. Laaaaangweilig

            Hat man ein Genre für sich entdeckt bewegt man sich in gewissen Rastern.
            Oder man versucht sich in crossover..
            Letztlich ist es alles der gleiche Zirkus.
            …..
            Im Radio klingt derzeit alles verdammt gleich. Von Techno-Jüngern ist da aber nix zu hören…..

            Welches Rad hast du neu erfunden?
            Ich bin gespannt

            • Profilbild
              THX1138

              Treffer, versenkt. Danke für die zu erwartende Antwort. Aber du kommentierst hier alles und jeden Tod. Dir ist aber schon bewusst, dass mein Post Bezug nahm auf JCEFNY, der den Nagel auf den Kopf getroffen hat und auf den du gar nicht reagiert hast. Bist nur plump in die BUM BUM Provokation getappt :)))

          • Profilbild
            Tommy

            Hast du schon mal versucht einen professionellen Techno oder Psytrance Track zu produzieren? Sieh dir bitte erst mal paar Videos auf YT an und informiere dich, bevor du in Musik-Foren ganze Genres schlecht redest. Der Aufwand der da betrieben wird und die Kreativität die in den (guten) Tracks steckt ist absolut bemerkenswert. Das mit „BumBum“ abzuwerten, nur weil die BD auf jeder 1. sitzt, sagt dann mehr über dich aus als über die Musik.
            Wie fanatic richtig sagt: diese primitive Simplifizierung kann man mit jedem Musikstil machen, wenn man es mies reden und sich erhaben fühlen will/muss. Unnötig.

      • Profilbild
        mdesign AHU

        ‚Man hat das falsche Hobby, wenn einem das Hobby zu anstrengend ist.‘

        wie wahr. schön gesagt.

        das ist wie beim kochen: man kann fertigsoßen benutzen, die professionelle gastronomie kommt ohne fertigprodukte (convenience) ja gar nicht mehr aus – weil zeit- und kostendruck. genauso sehe ich diese kreativ-ersetzenden templates: wer schnell und günstig was braucht, der kriegt das hier – und das ist keineswegs verwerflich. aber wer – als amateur wie zB ich – zeit und muße für eigenes hat, der kann sich doch auch entspannt auf eigenes verlassen.

      • Profilbild
        Joerg

        Volle Zustimmung meinerseits!
        Das ist Fast-Food für Musikfreunde.
        Ich steh nicht auf Fastfood

  2. Profilbild
    Numitron AHU

    Bei dem Song „Klangkarussell-sonnentanz“ ist später jemand draufgekommen, dass der Song komplett aus fertigen loops einer Sample CD bestand.

    • Profilbild
      MartinM.

      Danke, das erklärt hinreichend, warum ich diesen Track noch nie leiden konnte!
      Wenn das tatsächlich Loops einer EINZIGEN Sample CD waren, müsste sich der Distributor der CD schön in den Allerwertesten beißen. Er gibt seine Aufnahmen für vielleicht 99 Euro raus und irgendein Hansel verbrennt diese dann ein für allemal und macht damit gut Kasse.
      Die ganze kreative Schöpfung liegt in so einem Fall im Zusammenstellen der Loops. Na ja, auch nichts wirklich Neues. Schon seit den Achtzigern betätigen sich immer wieder DJs als Interpreten, und die haben historisch bedingt keine Scheu davor, Vorproduziertes zu verwursten.

    • Profilbild
      Modellwelle

      Hab ich damals auch mitbekommen. Bin kein Fan von dem Song, aber dass die sich das von einer Sampling CD zusammengebaut haben, fand ich schon fast wieder gut. Zumindest die markanten Melodien, einiges eigenes wurde, glaube ich, auch beigesteuert. Im Nachhinein haben dann auch andere versucht aus den Sample-Bausteinen einen Sonnentanz-Hit zu bauen. Aber mit wenig Erfolg. Da sind dann wahrscheinlich doch noch anderen Faktoren wie Marketing, Management und etc. nötig. Vielleicht auch Talent für’s zusammenbauen. Da reichen die Songbausteine alleine doch nicht aus.

  3. Profilbild
    random17cgn

    Mich stört der Pflichtkauf von der ollen VST-Möhre Sylenth… ist zwar Kult, macht die Templates damit aber indirekt teurer.

    Der Ansatz, diese Templates im Sinne eines Tutorials und auch als Inspirationsquelle zu nutzen, kann ich wiederum sehr gut nachvollziehen.

    • Profilbild
      janschneider

      Vor allem, da ja in den DAWs, für die diese templates angeboten werden, allemal leistungsfähige Klangerzeuger enthalten sind. Aber klar, ist natürlich mehr Aufwand.

  4. Profilbild
    MartinM.

    Als vor einigen Jahren der ESC mal wieder in Schweden stattfand, wurde in einem Pausenfüller mit so einer Art DAW-Balett die Behauptung illustriert, heutzutage würden Hits halt zusammengeklickt. Das kam mir so grottig naiv vor, auch wenn es natürlich möglich ist, ganz ohne Instrumente oder Mikrofone Musik zu erstellen, aber eben nicht durch beliebiges Herumklicken nach dem Kaspar-Hauser-Prinzip. Ohne Songidee wird nichts wiedererkennbares daraus. Das gilt auch für die hier vorgestellten Templates.
    Tatsächlich scheint es kein Template zu geben, das ohne kostenpflichtigen Softwaresynth erstellt wurde (in einigen Fällen auch NI Massive). Aber es sollte leicht möglich sein, diese Stimmen zu ersetzen. (Eigentlich deppert, dass der Hersteller nichts dazu sagt.)
    Wenn ich das Angebot dieser Website durchklicke, finde ich eigentlich nur eine einzige Stilrichtung, die ich in etwa als EDM a la Walker/Schulz/Jaehn/Guetta von 2016 bezeichnen würde. Wer genau so klingen will, findet da eventuell Inspiration, vor allem für das Mixing. Als Soundpool finde ich die MPC Expansion Packs von Akai ergiebiger und aktueller.
    Wie soll man in diese Clip-Collectionen seine eigene Songidee hineinbekommen? Akkordspuren verändern? Lead-Voices transponieren?

  5. Profilbild
    Sudad G

    Solche Construction Kits sind dankbare Einsing- oder Backing-Loops zum Jammen.
    Anschließend ersetzt man diese Construction-Kits nach der Aufnahme der Vocals durch eigene Arrangements oder Sounds. So verwendet ist auch nichts dagegen einzuwenden.

    Auch für Podcaster, Werbe- und Filmmusiker können diese Kits recht nützlich sein, da diese nicht immer so Genre kundig sind. Auch für Hobbymusiker oder Newbies als Anregung oder Hilfestellung sind diese gut geeignet. Oder auch für Demos und Workshops von Plugins oder Audio-Equipment.

    Wenn man aber ernsthaft als Musiker, Remixer oder Produzent in einem dieser Genres unterwegs ist, nützen einem solche Construction-Kits nicht all zu viel, da man dem aktuellen Trend meist zeitlich gut 1-2 Jahre hinterherhängt bzw. viele Labels und DJs diese Construction Kits bereits von zahllosen Demos aus dem Hobby-Bereich kennen und dann gelangweilt abwinken.

    Ganz anders verhält es sich dagegen mit Drum-Hits, Bass- und Chord-Samples oder auch Drum- und Percussion-Loops. Die kann man ohne weiteres verwenden, zerschneiden, verfremden etc.
    Den Rest sollte man aber selbst entwickeln und arrangieren, sonst ist das „Malen nach Zahlen“ und hat mit Kunst dann nichts mehr zu tun.

  6. Profilbild
    Filterpad AHU

    Vielleicht steht man mit der Meinung alleine da, aber ich kann gar nicht so viel Dinge aufzählen, was ich an dem Konzept und auch dargebotenen Arrangements „nicht so toll“ finde. Da ist der Kauf von Sylenth 1 noch das kleinere Übel was mich daran stört. Inspirationsquelle? Musik selber machen? Zugegeben, die Klangkollage als solches ist gut gemacht. Das Problem ist nicht das dies als solches, nämlich Inspirationsquelle benutzt wird, sondern es wird (fast) komplett verwendet und dann als eigens erstelltes Werk ausgegeben, so nach dem Motto: „Ich bin der Beste und seht her was ich für eine Ahnung habe und in kurzer Zeit lernte“. Da sehe ich zumindest das Problem. Labels und Musikplattformen werden sich die Haare rupfen und der ehrliche Musiker, der tatsächlich alles selber macht, wird nicht mehr gehört. Mal abgesehen von dem Folgeärger Urheberrechte etc.pp. Da kommt noch einiges auf uns zu….

    • Profilbild
      Sudad G

      Gebe Dir da vollkommen Recht.
      Das Konzept gibt es ja schon lange – nur halt nicht in der inflationären Menge und Professionalität. Im Hip-Hop Bereich waren das früher oft diese Beat-Vinyls mit so Motown-Zeugs und Funky Beats drauf….heute sind das halt DAW-Templates mit Softsynth-Presets oder ganzen Construction-Kits.

      Es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Letztendlich macht es immer Sinn was Eigenes zu machen, weil man dann eben etwas Individuelles hat und nicht den Abklatsch einer Kopie, die keiner mehr hören will, wenn das dann veröffentlicht wird.

      Für mich wäre sowas nichts, aber für den Hobby-Bereich oder für eine Werbe-Jingle durchaus brauchbar.

  7. Profilbild
    Tommy

    Das mit Sylenth zieht sich ja durch alle Templates und DAWs, ich dachte zuerst das betrifft nur Logic Templates. Fände es viel cooler, wenn sie das nur mit den Synths der jeweiligen DAW hinbekommen hätten, zumal auch Freeware manchmal einfach nicht mehr aktualisiert wird und veraltet. Das wäre aber sicher viel mehr Aufwand, so kann man den gleichen Synth in allen Plattformen nutzen.

    Man kann Sylenth ja auch einfach durch eigene Plugins ersetzen und eigene Sounds rein laden, dann klingt es ja zumindest vom Klang schon mal anders als die Vorlage.

    Mir würde es als Ausgangspunkt schon helfen, eben als Template und auf dieser Basis dann eigene Sounds kreieren. Aber die „Einstellungen“ und somit der „administrative“ Teil ist schon mal da. Spuren, Farben, Arrangement usw sind ja im Großen und Ganzen relativ ähnlich, zumindest innerhalb eines Musikstils (Intro, Bridge, Chorus usw)

  8. Profilbild
    RE.S

    Der Anbieter macht ja keine Angaben dazu, wie er sich die Verwendung dieser „Templates“ (die eigentlich fertige Stücke sind) vorstellt. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, die nicht unbedingt alle in langweilige Me-Too-Musik münden.
    1. Im Sinne des Autors: Analysieren, Nachmachen, Ausschlachten
    2. Die günstige Zusammensetzung aus Instrumenten, Effekten und Abmischung beibehalten, aber alle Noten löschen und eine komplett eigene Komposition aufbauen. So, wie ein klassischer Komponist nicht erst suchen musste, welche Instrumente zusammen passen, sondern einfach eine bewährte Kombination wie z.B. ein Klaviertrio wählen und direkt mit den Noten loslegen konnte.
    3. Wer sich nicht zutraut, eine eigene Akkordfolge zu entwickeln, kann die beibehalten, aber dann immer noch den Rest neu komponieren.
    4. Komplette Spuren entfernen und durch eigene Ideen ersetzen. Der professionelle Mix geht dabei natürlich Stück für Stück verloren und muss amateurhaft korrigiert werden, je nachdem, wie weit man sich vom Original entfernt.

    Am Rande: Ist meine Vermutung richtig, dass man hier bei der Leserbewertung z.B. für 2 Sterne 3 Punkte vergeben muss? (Weil 1 = ungenügend?)

  9. Profilbild
    anselm

    Die Macher können wohl technisch professionell produzieren. Offenbar reicht das aber nicht, um alleine mit der Veröffentlichung von Eigenproduktionen oder Auftragsproduktionen Geld zu verdienen.
    Wenn inzwischen täglich tausende neue Songs bei spotify hinzu kommen, welche Chance hat man dann, wenn man selbst etwas macht, das lediglich im Strom mitschwimmt?

    Dessen ungeachtet muss jeder mal irgendwo anfangen und man hat nicht von Anfang die Übung für professionelle Produktionen. Da können professionelle Projekte hilfreich sein zum lernen.

    Wenn man nicht unrealistische Erwartungen hat, können solche Templates evtl. nützlich sein.

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