Die edlere Version des Legenden-Nachfolgers?
Technics SL-1200MK7 – Die aktuellste Version des wahrscheinlich beliebtesten DJ-Plattenspielers aller Zeiten? Seit Jahrzehnten ist das Zugpferd fast in jeder DJ-Booth anzutreffen und das auch zurecht. Wir schauen uns das Modell an, wobei dieser Artikel auf dem Testbericht des Technics SL-1210MK7 aufbaut und nur eine Ergänzung darstellt.
Kurz & knapp
- Optik & Verarbeitung: Silbernes Aluminium-Gehäuse mit mattem Tonarm sorgt für edlen HiFi-Look.
- Technik & Motor: Identisch mit dem 1210MK7 – starker Direktantrieb und solide Performance.
- Funktionen & Extras: Drehmoment und Bremskraft sind beim Technics SL-1200MK7 einstellbar, LED-Farbe wählbar, 78 RPM aktivierbar.
- Designkritik: Farbwahl bei Bedienelementen nicht ganz einheitlich – minimale Abzüge in der B-Note.
- Fazit & Empfehlung: Ideal für alle, die zuverlässige Technik mit einem stilvolleren Look verbinden wollen.
Inhaltsverzeichnis
Einordnung und Hintergrund über das aktuelle DJ-Plattenspielermodell
Man könnte jetzt noch einmal die Story im Hause Technics der letzten Jahre aufwärmen, aber dazu haben wir schon einen wundervollen und kritischem Report über Technics geschrieben und auch in der Story zu der Historie vom Ur-SL zum aktuellen Technics SL-1200MK7 haben wir diesen Punkt aufgegriffen und erklären, warum wir hier ein wenig sticheln. Wir könnten auch noch einmal darauf hinweisen, dass ein 1200 nur in Europa silbern, international jedoch schwarzer Farbgebung ist. Aber auch dazu gibt es mehr als genügend Worte in diesen Berichten. Aber kurz zur Erinnerung: „The legendary 1200MK2“ ist in Europa der 1210er.
Wie auch immer, es war zu erwarten, dass nach dem SL-1210MK7 auch ein SL-1200MK7 folgen wird, also eine silberne Variante auf die schwarze. Rund zwei Jahre hat es gedauert und nun können die Freunde der hellen Oberfläche auch ihrem Fetisch frönen.
Als Grundlage für diesen kurzen Bericht setze ich übrigens an, dass ein Blick in den Testbericht des Technics SL-1210MK7 geworfen wurde. Oder wird. Auf viele Punkte, die sich bei der Technics SL-1200MK7 mit dem SL-1210MK7 gleichen, werde ich an dieser Stelle nicht eingehen … daher mein Tipp: lesen.
Technics SL-1200MK7 – ein erster Blick
Da sich der Technics 1200MK7 und der 1210MK7 technisch gleichen, wird umso mehr Augenmerk gelegt werden müssen, können und dürfen auch das Äußere. Seien wir also direkt zum Start sehr oberflächlich.
Rein optisch ist der Unterschied zum 1210MK7 groß. Kein Wunder, beim Wechsel von einer schwarzen Oberfläche zu einer Silbernen.
Was möglicherweise dem einen oder anderen entgangen sein mag, die Oberfläche beider Modelle ist aus Aluminium. Beim Technics 1210MK7 mag das nicht unbedingt ins Auge stechen, da diese schwarz lackiert und leicht rau ist. Das verdeckt das Aluminium und sorgt eher für ein Gefühl wie Kunststoff. Gut – und es sammelt staub. Und Spuren von den Fingern mit leichten weißen Streifen.
Anders verhält es sich auf dem neuen Technics SL-12100MK7. Die Aluminium-Oberfläche erstrahlt nun in silberner Farbe und ist vor allem eines: glatter.
Wie beim Technics 1210MK7 konsequenterweise alles in Schwarz gehalten wurde (Gehäuse, Tonarm samt Aufhängung aber auch Tasten), so geht man beim 1200MK7 konsequent den Weg und hält diese Teile silbern mit wenigen Ausnahmen. Allen voran jedoch ist der Tonarm silbern, jedoch nicht verchromt, sondern matt, ebenso die Aufhängung und die Tonarm-Base. Nur die Bedienelemente wie Anti-Skating und der Griff des Hebels für den Tonarmlift verbleiben schwarz, ebenso der Kunststoffring mit der aufgedruckten Skala und der Bügel für das Anheben des Tonarms.
Schwarz verbleibt übrigens auch die Skala des Auflagegewichts, das Chassis, in dem die Tasten sitzen (die nun silbern sind), das Headshell (darüber kann streiten, aber man kann es auch wechseln) sowie die kleine Öffnung neben dem Tonarm, in die Ersatzsysteme gesteckt werden können. Ein Relikt vergangener Zeiten, auf das man gern verzichten könnte.
Wirklich konsequent wäre es gewesen, alle Teile einheitlich zu machen, denn zugegeben, der schwarze Ring für das Anti-Skating auf einer silberfarbenen Tonarm-Base ist kein wirkliches Design-Objekt und auch ein silberfarbener Ring am Gegengewicht wäre produktionstechnisch möglich gewesen. Beim G/GAE hat dies schließlich auch funktioniert, aber wer aufmerksam ist, dem fällt auch auf, dass beim 1200GR wiederum auch auf schwarze Anbauteile zurückgegriffen wurde. Soll das so oder sind das auch ein paar Feinheiten, die die Preisunterschiede „erkennbar“ machen sollen.
Alles in allem erwarten die Nutzer*innen mit dem Technics SL-1200MK7 rund 10 kg Technics des neuen Jahrtausends in silberner Form.
Die Funktionen des DJ-Plattenspielers
Baugleich mit dem Technics SL-1210MK7 betrifft das auch die Funktionen. Im Inneren schlummert der gleiche Motor im gleichen Chassis. Auch an der Oberfläche gleichen sich die Funktionen. Generell ist der SL-1210MK7 wie auch der SL-1200MK7 klassisch gehalten. 33 und 45 RPM, keiner 78. Zumindest nicht direkt. Keine Reverse-Funktion, dafür eine Pitchrange die von den klassischen +/-8 % per Tastendruck verdoppelt werden kann. Zudem gibt es den Quartz-Lock für 0 % Pitch auf Knopfdruck.
Auch beim SL-1200MK7 schlummert unter dem Plattenteller eine kleine Reihe an Schiebeschaltern, die einige grundlegende Einstellungen zulassen. Rein optischer Natur ist dabei der Wechsel von roten auf blaue LEDs, wie man ihn auch vom 1210MK7 kennt.
Die weiteren Funktionen des Technics SL-1200MK7 betreffen das Drehmoment, das in vier Stufen eingestellt werden kann. Ebenso verhält es sich bei der Bremskraft, die in vier Stufen eingestellt werden kann.
Der Rest der Batterie an kleinen Schaltern erlaubt eher „Spielereien“, die man offenbar bieten wollte, jedoch unter der „Oberfläche“ versteckt hat. So zum Beispiel die Möglichkeit, 78 RPM überhaupt zu aktivieren. Gemeinsames Drücken der 33 und 45 RPM-Tasten am Technics SL-1200MK7 beschleunigt dann den Plattenteller auf 78 RPM. Der Praktiker in mir fragt sich, warum man das überhaupt einschalten muss, man hätte das doch, wie andere, einfach integrieren können. Meinetwegen auch ohne es auf der Oberfläche abzudrucken. Aber sicher hätten dann Puristen gemeckert und Gründe gefunden, warum allein die Möglichkeit, dies digital zu schalten, ohne es aktivieren zu müssen oder deaktivieren zu können, dem Gleichlauf des Motors schaden würde. Oder derartiges.
Mit einem Tastendruck mehr, also 33 und 45 RPM plus Start/Stop-Taste kann man, sofern gewünscht und aktiviert, die Drehrichtung des Plattentellers umdrehen.
Auch die Auswahl der Farbe der LEDs findet hier statt. Rot oder blau? Klassisch oder kühler und moderner?
- Wahlweise gibt es die LEDs beim Technics SL-1200MK7 in Rot …
- … oder in Blau
Die Funktionen sind demnach in der Tat 1:1 die des Technics SL-1210MK7 und auch in der Praxis gibt es hier keinen einzigen Unterschied.
Sondermodelle: Technics x Lamborghini
Auch beim MK7-Modell bleibt Technics seit Jahrzehnten der Kennzeichnung treu, dass das 1200er-Modell die silberne und das 1210er-Modell die schwarze Ausführung ist.
Da man jedoch gerne Farbe ins Spiel bringen möchte, gibt es seit 2024 eine Kollaboration mit dem italienischen Autohersteller Lamborghini. Basierend auf dem Technics SL-1200MK7 gibt es hier technisch nur leichte Anpassungen wie eine überarbeitete Nadelbeleuchtung und einen angepassten Antriebsmotor, bei dem der Stator ohne Eisenkern auskommt und somit rastmomentfrei ist. Bei diesen Varianten unter dem Namen Technics SL-1200M7B steht das Äußere im Vordergrund.
Gleich drei verschiedene Farbgebungen des Technics SL-1200MK7 in der knalligen Optik der Autos mit der bekannten Y-Form ziehen sich über die Oberfläche des Plattenspielers. Natürlich muss auch der Lieferumfang angepasst werden. Neben einer Slipmat mit dem Logo des italienischen Automobilherstellers gibt es noch eine Picture-Vinyl mit dem Felgendesign des Lamborghini Revuelto. Auf der Schallplatte sind die Motorensounds bekannter Lamborghini-Modelle zu hören.




































Hallo Bolle, ich bin ein bisschen verwirrt. Die SL-1200MK7 habe ich schon im März 2022 gekauft – das sind die hier von dem Test, oder?
Die silberne Oberfläche ist tatsächlich aus Alu. Der untere Teil des 1200MK7 ist aus Kunststoff – das hat mich so genervt, dass ich sie wieder verkauft habe. Das war früher aus Metallguss und die Plattenspieler hatten +/- 2kg mehr. Viel wertiger.
@Langsuan Mir ging es beim Lesen des Berichts genauso. Aber trotzdem nett zu lesen. @Langsuan danke für deinen Kommentar, hatte tatsächlich mal mit dem Gedanken gespielt einen 1200MK7 ins Wohnzimmer zu stellen, aber das mit dem Kunststoff ist echt kacke. Da bleibt es bei den zwei MKII er im DJ Zimmer.
@DJ-Versil Ich schließe mich euch an. Der Ur-Test wurde schon vor langer Zeit veröffentlicht, hier scheint es eine Wiederveröffentlichung gewesen zu sein. Nun denn, er ist ja nach wie vor aktuell, aber nein, es ist kein neues Modell :)