Test: Teenage Engineering PO-33 K.O!, PO-35 Speak

Teenage Engineering PO-33 K.O!

Hier haben wir einen vierstimmigen Sampler mit 40 Sekunden Speicherzeit. Samples werden nur in Mono aufgenommen. Er bietet acht Plätze für melodisch spielbare Klänge und acht Plätze für Drums.

teenage engineering po 32 po 35

PO33

Sampling erfolgt über das integrierte Mikro oder den Audioeingang. Wählt man einen Melodic-Speicherplatz, kann das Sample dann über die Taster chromatisch gespielt werden. Auf einem Drum-Speicherplatz hingegen wird das Sample in Slices geteilt und man kann die einzelnen Teile dann beliebig mit den 16 Tasten spielen bzw. triggern. Hier hat man es also ganz klar auf die Arbeit mit Drumloops abgesehen, die man aufzeichnen und dann neu zusammensetzen soll. Die Slices werden automatisch gesetzt, können aber über die Trim-Funktion nachträglich angeglichen werden.
Wer pfiffig ist, macht sich sein favorisiertes Drumkit, indem er einen „Drumloop“ aus 16 verschiedenen, nicht überlappenden Einzelsounds erstellt und diesen dann mit dem PO-33 aufnimmt. Dann liegen die einzelnen Drums wie ein Kit auf den Tasten.

Die Programmierung des Sequencers erfolgt in Realtime oder Step-orientiert. Auch wenn man hier eine 4×4-Matrix vor sich hat, kommt mit den fipsigen Tastern natürlich kein echtes MPC-Feeling auf.
Mit zwei Reglern können Soundparameter verändert und als Locks im Sequencer aufgezeichnet werden. Man kann zwischen den Parameter-Duos Pitch und Volume, Filter und Resonance sowie Start Point und Length umschalten. Letztere sind aber nicht Lock-fähig.

Nicht direkt eine Klangbearbeitung, aber etwas Auflockerung des Pattern ist dann noch über die Effekte möglich, die als Punch-in FX mit dem Sequencer punktgenau in den Beat mit einprogrammiert werden können. Zur Auswahl sind 15 Algorithmen vorhanden, dazu gehören verschiedene Varianten von Loop, Pitch und Stutter sowie Turntable-FX und Reverse. Man kann über die Automation mehrere Effekte nacheinander in einem Pattern nutzen, muss aber bei der Programmierung konzentriert sein, da im Record-Mode mit jedem Pattern-Durchlauf die FX-Automation überschrieben wird.

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Man findet in die Arbeit mit dem PO-33 K.O! schnell rein, schließlich gibt es ja nicht sehr viel zu bedienen. Dazu sind noch auf der Rückseite des Gerätes und in der Schachtel die wichtigsten Funktionen aufgedruckt.
Die Arbeitsweise geht schon ein wenig in Richtung MPC-Beatbasteln. Natürlich mit klaren Grenzen bezüglich Anzahl der Samples und deren Bearbeitung. Aber speziell wenn es darum geht, eine Idee zu skizzieren, findet so mancher eine Limitierung der Möglichkeiten durchaus als kreative Herausforderung. Ein Hip Hop-Groove aus einem geslicten Drumkit und zwei, drei Samples für ein atmosphärisches Backing und eine einfache Hook kann man sich schnell zusammenbasteln und mit den Effekten aufpeppen. Das macht durchaus Spaß. Ähnlich kann ich mit einen Einsatz für Minimal-Styles und Noise-kompatible Improvisationen vorstellen.

Aber man darf darüber nicht vergessen, dass man die Samples, und damit die damit erstellten Beats, nicht per Backup sichern kann. Sobald man einen Speicherplatz überschreibt, ist alles weg. Eine auf dem PO-33 K.O! entwickelte Beat-Idee kann man nur audiomäßig aufzeichnen, um sie weiter zu verwenden.

Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      Atarkid  AHU

      Stimmt. Mit ihrem Knowhow könnten die auch professionelle Geräte bauen. Allein ein „richtiger“ Microtonic-Drumcomputer wär der totale Wahnsinn… Die „Kleinteile“ sind jedenfalls kaum zu gebrauchen.

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        grimlyghost

        Schau dir mal die LXR an – die ist auch eher ein Drum Synth wie der Microtonic, hat auch eine kleine samplemöglichkeit und fm.

  1. Profilbild
    glain  

    Hallo, ich besitze zwar keinen, finde das Konzept sehr interessant.

    Aber in der Anleitung steht, das Sounds und Patterns gesichert werden können.

    Die Geräte könnten Syncronisiert werden auch per DAW, Wird wohl über Audio funktionieren.

    Hüllen gibt es ja auch.

    Ich überlege mir eine zusätzlich zu meinem OP-1 zuholen.

    Wobei ich das Gerät in nem anderen Gehäuse mit besseren Speichermöglichkeiten, Bombe fände.

    Schönen Tag noch.

  2. Profilbild
    georgeabyss

    „Aber man darf darüber nicht vergessen, dass man die Samples, und damit die damit erstellten Beats, nicht per Backup sichern kann. Sobald man einen Speicherplatz überschreibt, ist alles weg. Eine auf dem PO-33 K.O! entwickelte Beat-Idee kann man nur audiomäßig aufzeichnen, um sie weiter zu verwenden.“

    Das stimmt schlichtweg nicht und nimmt somit auch dem Fazit für den PO-33 den Wind aus den Segeln.

    Aus dem PO-33 Guide vom Hersteller:

    „Sound and pattern data can be stored to any recording device for saving and sharing. you can backup the data via line out. first connect a cable from pocket operator line out to recording device. then start recording and press write + sound + play to transmit data.“

    (Quelle: https://www.teenageengineering.com/guides/po-33/en)

    Hier zum Beispiel ein Backup um alle Samples und Patterns auf einmal zu löschen:

    https://www.youtube.com/watch?time_continue=24&v=TNbTTwUsr1I

    Viel Spaß damit ;)

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