ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Vermona PerFOURmer MKI, Analogsynthesizer

Together we are strong…

Interessant wird nun das ganze mit Hilfe zweier Vokabeln, Fräulein Assembly bitte zum Diktat: Think twice! Der Perfourmer hat 3 Spielmodi an Bord, die es erlauben, die zunächst 4 unabhängigen Synthesizer entweder 4-stimmig polyphon (rotierende Stimmverteilung), duophon (die oberen und unteren beiden) oder auch monophon/unisono zu spielen. Durch die Einstellung von z.B. Midikanal 1 für den ersten und dritten Synthesizer und Midikanal 2 für die anderen beiden kann man allerdings dasselbe Ergebnis erreichen (poly oder duo-mode). Durch entsprechende Anwahl des Midi-16-fach-Drehreglers und dem oberen linken „Midi“ Tasters kann jedem Synthesizer ein Midikanal zugewiesen werden. So kann also wie beim Oberheim Four Voice jede weitere Klaviaturtaste die nächste Stimme ansteuern (das ist Polyphonie!) und so ein lebendig „moduliert“ klingendes 4-stimmiges Spielgefühl erreicht werden. Selbstredend kann man alle Mischformen, wie etwa 3 Synthesizer Unisono plus eine weitere als Solostimme, schnell herstellen.

Hierbei ist interessant, dass das Glide immer pro Oszillator/Synthesizer einstellbar bleibt und damit auch verschiedene Glidegeschwindigkeiten für einen Mehrfachklang machbar sind. Bei FM kann hier also der Träger oder Modulator länger auf der „Glidereise“ sein. Bis auf den M.A.R.S und den alten Vermona Synthesizer gibt es da kaum andere, die dessen mächtig wären.

ANZEIGE

Das Highlight des Vermona-Silberpfeils ist aber sicherlich die FM:

Frequenzmodulation

Denn jeder Synthesizer kann durch den jeweils darüberliegenden Synthesizer zur Modulation herangezogen werden. Die Wirkung auf VCO oder VCF ist getrennt regelbar!
Das heißt im Klartext: Nicht ein VCO oder LFO, sondern die komplette Stimme inkl. Filter und LFO kann bei der FM mit einbezogen werden! Dies ist ungewöhnlich und vergrößert die Klangvielfalt um ein Vielfaches. Ja, er kann sogar „Bier“ oder „Jörg“ sagen. Für „Jetzt, hol mir mal ne Flasche Bier“ wird man dennoch ein bisschen schrauben müssen.

Das Aktivieren geschieht durch Druck auf den FM Schalter des entsprechenden Synthesizers, woraufhin die VCO und VCF Regler der LFO Sektion nun die FM auf diesem Synthesizer regeln. Der LFO kann allerdings immer noch den VCA modulieren. Selbstverständlich will ich nicht verschweigen, dass keine geringere als eine BLAUE LED den FM Betrieb kostenintensiv ankündigt. Optisch eine Freude mit der ebenfalls blauen Kraftschalter-LED, neudeutsch „Power“.

Die Midi Connection

Was ist denn nun mit dem MIDI Anschluss-Gewusel? Kein MIDI OUT? Heißt dies dann auch: keine Steuerung via Midi der einzelnen Parameter?

Leider ja, es handelt sich eigentlich um ein einfaches Midi-Interface für Notenbefehle, Pitchbend und Modulationsrad welches automatisch immer die Cut-Off-Frequenz des jeweiligen Filters steuert.

Entdecke die Möglichkeiten

Dies ist erst mal das Offensichtliche. Nun schauen wir einmal, wieso sich der werte User schon ein wenig mit dem silbernen Etwas befassen könnte:

ANZEIGE

Jeder Synthesizer hat für den jeweiligen VCO einen Ein- und Ausgang mittels Stereo-Insertkabel sowie einen weiteren als normaler Insertweg für diesen Synthesizer. Insert heißt natürlich rein und raus! Oder genauer: Unterbrechung und Einschleifung in den sonst regulären Signalweg.

Damit lässt sich z.B. folgendes realisieren:

Man bastele sich einen 2 VCO Synthesizer, welcher auch 2 ADSR Hüllkurven hat. Aber mit 2 Filtern. Wenn man so sagen darf, ein „Standard“-Synthesizer.
Oder aber einen 4-fachen Rauschgenerator mit 4 Filtern. Damit kann man schon einiges tun, wer mag, kann auch die Noisegeneratoren mit je 2 Filtern bearbeiten.
Oder wie wäre es mit einem Synthesizer mit 4 VCOs oder/und mit 4 Filtern, welche zusammen eine Flankensteilheit von 96dB/Oktave erreichen?
Ein Synthesizer für 4 Kanal Surround / Quattrophonie (es gibt ja den Pan-Regler!) und/oder interessante Stereoklänge.
Ein FM Synthesizer mit 2 x 2 OPs (Oszillatoren). FM Freaks kennen das sicher als „Glocken-Algorithmus“. Selbstredend gehen damit auch andere Klänge. Natürlich muss man nicht nur mit VCO FM arbeiten, es gibt ja noch die Filter, die man mit Audiogeschwindigkeit modulieren kann. Und das analog! Hier ist dank der gutklingenden Filter und Klasseparameterauflösung der Resonanz nahe der Selbstoszillation ein interessantes Feld vorhanden.

Auch sehr schön, mit Holzseitenteilen

Alles dies bekommt man mit ein wenig modularerem Denken und Kabel zustande.

Also benötigt der Vermonist insgesamt die beiden ext. Inputs, die 4 Inserts für die VCOs und die Inserts für die eigentlichen Synthesizer, ein Großhirn (ab 500 Gramm), einige Kabel und 200 Gramm Spaß. Kochen. Umrühren. Fertig! Die Audiobeispiele sind allesamt NUR mit dem PerFOURmer erstellt worden. Lediglich mit Midikeyboard, kein Sequencer! Nur LFOs oder FM! Man hört 4 VCO leicht verstimmt mit relativ offenem Filter. Danach nur noch 2 VCOs, die immer noch gut Druck haben, auch bei mehr Resonanz. Zum Ende hin gibt es nur noch einen VCO, welche dann ein bisschen an eine 303 erinnert mit verschiedenen Decay und Attack und Resonanzeinstellungen. Zu hören auch: Glide!

Zur Filterbeurteilung und Basisklang ist dies empfehlendswert.

Und dass auch hier der Basisklang nicht schlecht ist, denn es ist ja letzlich 4-fach polyphon und damit nur ein VCO pro Sound! Klingt immer ein bisschen moduliert, bei Einstellung (wie hier) von 4 ähnlichen aber nicht gleichen Klängen.

Eignungsprüfung

Abteilung 1: The Vintage Room

Kann denn der Perfourmer auch einfach „4 Dummsynths“ sein? 303maschine? Kann er, durch Glide kann man auch hier noch ein bisschen nachhelfen.
Problematisch kann nur eins sein: Was durch Konzept und Technik des Vermona Per4mers bedingt ist: es gibt keine Anschlagdynamik. Einerseits konnte so der Preis eines vollanalogen Synthesizers gering gehalten werden, eine Steuerspannungsleitung mit Wandler „mal vier“ wäre aber sicher nett gewesen. Ich bin aber sicher, dass die an meinem Testgerät sichtbaren Blindkappen auch 4 Klinkenbuchsen weichen könnten, welche Filtersteuerungen möglich machen könnten. Macht es so viel aus? Denn das sonstige Konzept ist deutlich interessanter als 4 Dreinulldrei-Clones zu haben, zumal der Klischeebassmann mit der Nummer 303 wohl auch inzwischen weitgehend „ausgedient“ hat. Restfans mögen dem Schreiber verzeihen. (Nein, das wird nicht verziehen :o)) !! Anm. der Redaktion )

Abteilung 2: Damenunterwäsche und „The Future“

Gegen diverse Softwaresynthesizer dürfte der Perfourmer gute Karten haben, selbst nach Schütteln (ohne zu rühren). Der Klang ist leider – Gott sei Dank (bitte entsprechend orientieren) noch jedem Weichflöter erhaben. Die Filter resonieren schöner als die Vögel auf realanalogen und virtuellen Bäumen. Noch netter wird dies, wenn FM und Filter zusammenspielen dürfen, denn dies dürften alle Analogkenner und werdende Analogiker schnell erkennen: Es ist nun mal immer noch ein Unterschied hörbar. Gerade bei FM kommt dies in Verbindung mit den Filtern bei höheren Resonanzen gut zum Vorschein, was Digitalalgorithmen noch nicht können. Wer sich vorher an Planeten wie z.B. Roland Jupiter 4 und anderen erfreuen konnte, wird es verstehen.

„Softwarebevorzugern“ ist anzuraten, hier einmal hineinzuhören, um die Unterschiede wahrzunehmen. Ich will nichts schlecht machen, aber sollte man Ohren haben, sind diese in den Betriebszustand zu versetzen und einem Vergleich auszusetzen :o)).

Das Interessante ist die reduzierte aber dennoch sehr erweiterbare, fast modulare Aufbauweise. Der Rest ist die Phantasie desjenigen, der gerade HIER sein Auge zwecks sinngehaltscannings entlanglaufen lässt. Du!

Der Vermona PerFOURmer on YouTube

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ANZEIGE
Fazit

Voll analog, Fett, übersichtlich, Midi, 4 Oszillatoren, FM, Pultform, Handlich, Filter die klingen, starker Sound – und das alles zum Neupreis von deutlich unter 1.000,– Euro!!! Also bitteschön, da bleibt uns nichts anderes übrig als 3 Sterne zu vergeben, auch wenn ein paar kleine Minuspunkte den Gesamteindruck ganz leicht trüben ;-))). GRATULATION VERMONA!!!

Plus

  • Klang / insbesondere auch der Filter und Justage der Cut/Reso- Parameter
  • großer Regelbereich nahe Selbstoszillation!)
  • Modulare Denkweise und Konzept / skalierbar
  • LFO bis in den Audiobereich, interessant z.B. für FM+ Kompakte Bauweise
  • Neues Potis und Farbgebung deutlich griffiger und übersichtlicher als bei der ersten Version!!

Minus

  • LFO nicht alternativ nutzbar, wenn FM aktiviert ist.
  • Keine Speicherplätze
  • keine Anschlagdynamik
  • keine analogen CV Spannungen zum Kontrollieren der Bausteine
  • nur eingeschränkte Midi-Steuerung

Preis

  • Straßenpreis Februar 2008: 899,-- Euro
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Zitat:
    „Wer heute nach einem KORG MonoPoly auf der Suche ist, der sollte auf jeden Fall auch einen Blick auf den PerFOURmer werfen. Statt 3 erwarten ihn dann nämlich 4 Oszillatoren“
    Komisch mein MonoPoly hatte auch vier Oszies seinerzeit. Muss wohl eine Sonderanfertigung gewesen sein ;-)

    • Profilbild
      Tyrell  RED 13

      Oha!!! Vielen Dank für den Wink mit dem Zaunpfahl. Man wird eben älter :-))). Bessere es sofort aus. Grüße, Peter

  2. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Sehr schöner Bericht vom Moogulator zum Perfourmer. Meine Perfourmer ist seit einigen Jahren fester Bestandteil meines Racks. Er wird vom Schrittmacher angesteuert. Dies ist eine perfekte Kombination dieser beiden Geräte.
    Zu hören ist der Perfourmer auf unseren EL-KA Cd´s. Hier sind konsequent alle Sequencen mit dieser Kombination erzeugt.
    TIP:
    Der Sequencer steuert vier verschiedene Stimmen des Perfourmers. Bei jeder einzelnen Stimme moduliert der LFO das Filter, dies ganz langsam und in unterschiedlichen Wellenformen. Da diese nicht synchron laufen, entsteht eine permanente minimalistische Veränderung des Klangs und das bei vier Stimmen gleichzeitig!!
    Einfach Toll !!

    Hajo

  3. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Kommentar Teil 2/2
    Manko:
    -nur eine Hüllkurve pro Syntheinheit
    -Tuneregler geht über mehrere Oktaven. Ein Anhauchen verstimmt das Gerät
    -Habe mir deswegen von Vermona einen Finetuneregler einbauen lassen (+/- 2 Halbtöne). Super Service von Vermona, klasse.
    – kein S&H
    – Konzeption, das Oktavschalter gleichzeitig die Wellenformen mit umschaltet ist nicht nachvollziehbar
    -Keine Pulsweitenmodulation

    Trotz diesen Eigenheiten ein tolles Gerät.
    Hajo

    Wer braucht den Perfourmer:
    – Analog Puristen
    – Wer komplexe Modulationen sucht, sollte lieber einen Waldorf kaufen

  4. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Wie ist denn das Eigenrauschen des Synths ? Meine 3 Effektgeräte aus gleichem Hause sind ja dahingehend nicht so die Brüller.

  5. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Rauschen:
    keine Eigenrauschen
    völlig OK

    Hajo
    PS:
    meine Vermona Effekte DAF, PH16 Phaser, RM1 rauschen überhaupt nicht !

  6. Avatar
    AMAZONA Archiv

    hätte ein paar poly-soundbeispiele gut gefunden. sonst ein cooles bericht

  7. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Eine Frage:
    Sind die Drehknöppe (besser: deren Aufsätze) abnehmbar?
    Mich würde die innere Form des Aufsatzes interessieren, also die (Innen-)Maße, um festzustellen, ob die Aufsätze auch auf ein anderes Gerät passen.

    Vielen Dank,

    der Karl

  8. Avatar
    AMAZONA Archiv

    …ein wahnsinn ist der perfourmer…
    …gekonnt verarbeitet…
    …wunderschön… .
    …bunt (klang knöpfe)…
    …das wichtigste: der klang – einfach genial….
    …ohne VEL & AT kann ich in diesem fall leben…
    …wer keinen hat versäumt sicher etwas…
    …ja – okay – ich steh auf den perfourmer…

  9. Avatar
    AMAZONA Archiv

    …hab was vergessen…

    …auch der vermona email support ist genial freundlich…

  10. Profilbild
    studiodragon  

    Danke für den Test Mic, und jetzt kommt ja bald schon die nächste Version raus,
    der PerFOURmer 2. Bin mal gespannt …

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum, um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Politische Inhalte und Statements werden durch die Redaktion gelöscht.

Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE