Test: Vermona 14, monophoner Analogsynthesizer

8. April 2017

Der Blaue aus Germany

Ganz ehrlich: Der Test des neuen Synthesizers Vermona 14 verursachte mir ein gewisses Hosenflattern. Das hat aber überhaupt nichts mit diesem blauen Schönling aus deutscher Produktion zu tun, sondern mit meinen speziellen Autorenkollegen wie Mic Irmer, Theo Bloderer, „der Jim“, Markus Schroeder, TobyFB und bestimmt habe ich jetzt jemanden vergessen. Das sind so dermaßene Cracks und Freaks im Bereich Synthesizer, dass die Messlatte für euren Audio-Onkel ganz schön hoch geschraubt ist. Also Kollegen, lasst ein wenig Nachsicht walten, ich versuche erst gar nicht, es euch gleich zu tun, aber ich tue mein Bestes!

Und wer übrigens einen Überblick über alle technischen Features sucht, dem empfehle ich unsere Preview zum Vermona 14, in der „der Jim“ umfänglich auf diese Details bereits eingegangen ist.

Der Vermona 14

ist vom Kern ein analoger, monophoner Synthesizer mit 2 Oszillatoren (plus 2 Sub-Oszillatoren), 44-tastiger Klaviatur mit Anschlagsdynamik und Aftertouch sowie einem eingebauten Arpeggiator.

Schön ist er!

Bereits beim Öffnen des äußerst stabilen, aber optisch völlig unspektakulären Kartons erkennt man, dass man es hier nicht mit alltäglicher Massenware zu tun hat. Der Vermona 14 wird bereits mit einer robusten Abdeckhaube und einem großen Reinigungstuch geliefert, ein sorgfältig verarbeitetes Pedal liegt ebenso bei, die Bedienungsanleitung befindet sich zusammen mit einem Zertifikat in einer Dokumentenmappe. Alles wirkt sehr sorgfältig und umsichtig verpackt, so als solle der Vermona 14 auch wirklich selbst in dem entlegensten Winkel dieses Planeten unbeschadet ankommen. In meinem Studio kam er jedenfalls makellos an und strahlt nun mit meinen Geräten um die Wette.

Hauptspeise heute: Schönling im Karton

Ihr merkt schon: Der Vermona 14 gefällt mir optisch gut. Er wiegt ca. 6,5 kg und ist somit einerseits leicht zu tragen, andererseits wirkt er sehr robust: Metalloberfläche mit hölzernen Seitenteilen, die Drehregler laufen wie der Löffel im Honig und alle Schalter haben so dieses gewisse, vertrauenerweckende Klacken, was auch meinen 27 Jahre alten Mercedes auszeichnet.

Nun, 27 Jahre ist der Vermona 14 nicht alt und beinahe wäre er auch gar nicht auf die Welt gekommen. Bernd Haller, einer seiner maßgeblichen Entwickler, verstarb Anfang 2015 unerwartet vor der Kiellegung des bereits weit gediehenen Synthesizers. Danach war erst einmal unklar, ob das Projekt aufrecht erhalten werden soll. Die Vermona Mannschaft entschloss sich dann aber, das „Baby“ auf die Welt zu bringen.

Der ungewöhnliche Name „14“ kommt daher, dass der Markenname „Vermona“ seit 14 Jahren (vom Jahre 2015 aus gerechnet) als Marke wieder eingeführt wurde. Der optisch wirklich äußerst gelungene Edelsynth ist eine limitierte Produktion und wird genau 222x gebaut werden, jedes Exemplar hat unübersehbar auf der Rückseite die jeweilige Nummer auf einem Acrylschild.

„Ich bin der 3. von 222“

Der Vermona 14 wird seitens ihrer Erbauer als echtes Instrument verstanden, das sich gleichermaßen auf der Bühne wie im Studio zu Hause fühlt. Die Tastatur entspricht auf jeden Fall diesen Vorgaben, denn sie ist schlicht hervorragend zu spielen. Die Umsetzung der Anschlagsdynamik auf die Klänge ist sehr feinfühlig und ausdrucksstark möglich, über die „Velocity“-Sektion stellt man die Wirkung auf Filter-Cut Off oder VCA ein. Die Tastatur stammt übrigens von Fatar und beherrscht zudem auch Aftertouch.

Klangbeispiele
Forum
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    Wellenstrom  AHU

    Keine Sorge! Schöner Test, ohne unnötiges Fachgeschwurbel, wieder mit ’ner guten Prise Humor (auch in den Klangbeispielen)….
    optisch auch für mich lecker, der Synth.
    Vermona hat eh was ganz eigenes.

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      Troubanix

      Das sehe und höre ich genauso. Optisch ein Traum, akustisch erste Sahne. Wenn ich nicht so chronisch blank wäre, hätte ich mir auch schon längst einen Perfourmer MKII hingestellt – und diesen hier gleich mit. Vermona hat es drauf.

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        Wellenstrom  AHU

        wir können ja zusammenschmeißen… ;-) kriegst du den halt ’ne Woche, ich dann wieder… immer im Wechsel.
        Nee, ist schon gut. Doch bei aller Schönheit, Anmut und Grazie… denke da eher praktisch und pragmatisch…. so’n Hardwarebolide kommt mir wohl eher nicht mehr ins Haus.

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    elektrock  

    Jetzt verstehe ich warum der Synthi seinen Preis hat.
    Wirklich ein geiles Instrument samt Zubehör und Soundtechnisch vom feinsten!

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    Markus Schroeder  RED

    Danke, zuviel der Ehre.
    Wunderbar lockerer Test zu einem tollen Synthie. Der weichere Vermona-Sound ist immer wieder eine Freude und auch bei den Klangbeispiele wird die Sonne aufgedreht. :)

    greetz,
    Markus

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    Son of MooG  AHU

    Sehr schöner Synth; würde farblich gut zu den roten Nords passen. Die weißen Potis sehen auf den Fotos irgendwie billig aus, was aber auch täuschen kann. Dennoch bleibe ich bei meinem Sub37, auch wenn der nicht so nette Details bietet wie separates Legato für EG1 & 2 oder eine MIDI-Thru-Buchse…

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      Onkel Sigi  RED

      Griass Di Son of MooG,

      die weissen Potis haben so eine Art Perlmutt-Charakter und sind wirklich gediegen und sehen (am echten Instrument zumindest) richtig gut aus.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

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    TobyB  RED

    Hallo Sigi,

    Danke für die Blumen. Und das passt! Daumendrauf! Dein Test deckt sich genau mit meinem Eindruck. Mit dem Vermona 14 haben die Herrschaften eine klasse Kiste am Start. Die Soundbespiele, inklusive „…alle meine Entchen“ sind Klasse. Der Basslauf File No7 und 8 ist göttlich. Amen Break drunter, fertig. Das Arp Nummer 4 ist genial, Beat drunter passt.

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    costello  RED

    Da mach Dir mal keine Sorgen, Onkel Sigi. Danke für den schönen Test, gefällt inklusive Klangbeispiele ohne Abzug in der B-Note ;-)
    Und Deine klare Empfehlung kann ich gut nachvollziehen. Das ist wirklich ein ganz besonders gut klingender Kandidat; und toll aussehen tut er auch noch.

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    dflt  

    gerade erst heute im laden getestet. wirklich ein toller synthie! bei dem preis steht bei mir aber leider vorher einiges anderes an… ;)

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    vds242

    Also mir persönlich kommt es so vor, als fehlen da Teile des Tests! Es wird mit keinem Satz erwähnt, welche Wellenformen die Oszillatoren besitzen noch wieviel LFO´s es gibt. Geschweige denn das Modulationsmöglichkeiten aufgelistet wurden. Das wären gerade einmal zwei Absätze mehr gewesen!
    Findet das sonst niemand erwähnenswert?

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    swissdoc  RED

    Schöner Bericht und netter Synth. Ist beim Soundfile 1 am Anfang das Rauschen aufgedreht, oder rauschen die VCOs? Kann es sein, dass Du das Filter bei den Soundbeispielen recht heiss angefahren hast?

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      Onkel Sigi  RED

      Griass Di swissdoc,

      habe eben das Soundfile von der Amazona-Webseite über meine Genelec M030 und zusätzlich über meinen Kopfhörer (AKG K171 Mk II) abgehört. Also bei mir rauscht absolut nichts.

      ?

      Keine Ahnung, weshalb bei Dir.

      Manchmal habe ich den Filter etwas heisser angefahren, aber Dauerrot war eigentlich nie.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

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        swissdoc  RED

        Lade Dir das mp3 vom ersten Beispiel mal in einen Audioeditor. Die Wellenform sieht schlimm aus. Keine Ahnung, wo das herkommt. Sorgt in meinen Ohren für einen britzeligen, raspeligen Klang. War mir auf der Messe 2016 schon aufgefallen.

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    Filterpad  AHU

    Auch wenn schon dutzendmal geschrieben: Ein wirklich schöner Synthesizer! Zumindest die Form und Anordnung der Regler. Weiße Poties sind jetzt nicht so meines, aber die Holzteile machen es wieder gut. Klang stimmt auch.

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    Viertelnote  AHU

    ein wirklich schönes Stück Synthesizergeschichte, wenn man ihn mal vererben sollte.)
    der sound ist sehr edel. Schade ist die limitierung (stückzahl). Ansonsten sehr aussagekräftige Soundbeispiele.

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    goldline

    Moin, Onkel Sigi, herzlichen Gruß aus dem Norden der Republik! Vielen Dank für diesen praxisnahen und “mal anderen” Synthi-Test. Er liest sich sehr gut und macht Lust auf mehr. Ich fand damals schon Deinen Ultranova-Test sehr erfrischend.
    Als stolzer und glücklicher Eigentümer eines Mono Lancet ‘15 (ein einziger grandioser in ein Stahlblechgehäuse gegossener Sweetspot! Der Hammer!) löst der Vermona ‘14 schon ein sehr starkes “haben will”-Gefühl bei mir aus. Leider bin ich zu wenig Musiker (reines Hobby) und zu sehr Ökonom, als dass ich mich diesem Gefühl werde hingeben können. Da werde ich mich dann wohl eher um die Aufrüstung meines Mono Lancets um das Modular-Dock kümmern…. Vermona macht schon einen richtig guten Job. Sehr sympatische Firma.

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      lightman  AHU

      In der Tat, sehr sympatische Firma, deshalb spare ich mir an dieser Stelle meine übliche Kritik wegen des allzu klassischen Ansatzes. Der 14 ist nicht retro, sondern ein hochwertiger analoger Synth, dessen sinniger Aufbau und Wertigkeit das Qualitätsverständnis seiner Erbauer rüberbringt, und das sowohl hardwaremäßig, als auch klanglich. Nix für mich, besonders preislich nicht, aber dennoch höchst anerkennenswert, der Exklusivitäts-Schnickschnack mit aufgedruckter Nummer wäre da gar nicht nötig gewesen, um das zu unterstreichen.

  13. Profilbild
    der jim  RED

    Hallo Sigi – keine Sorge, der Blauling war bei dir schon in den richtigen Händen. 14 ist eben ein Instrument, dass zufällig auch ein Synthesizer ist.
    Erwähnenswert wäre vielleicht noch, dass das mitgelieferte Sustainpedal auch wichtig im Zusammenspiel mit dem Arpeggiator ist, wo es quasi die Hold-Funktion übernimmt und es möglich macht, die gleiche Note (sogar mit verschiedenen Velocity-Werten) in einem Arpeggio mehrfach zu verwenden.
    Ein solches Muster kann dann auch als Sequenz abgespeichert und auf Tastendruck mit nur einem Fingerchen wieder abgespielt werden. Da steckt viel (Performance)-Potential drin.

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      Onkel Sigi  RED

      Danke für den Hinweis, Jim!
      Das ist wirklich eine Funktion, die man noch besonders erwähnen sollte.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  14. Profilbild
    Andreas Tentschert

    Feiner Test, und feiner Synth.
    Ist der Grundsound dem des wunderbaren Mono Lancet (dem alten, den ich habe und liebe) ähnlich? (Natürlich abgesehen von den Zusatz-Features)
    Oscis, Filter?
    Mit Mono Lancet, Octave Cat SRM und Mono/Poly Daheim kann ich den Blauen schwer finanziell rechtfertigen, aber es kitzelt.
    Gruss aus Innsbruck
    Andajazz

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      Onkel Sigi  RED

      Griass Di Andreas,

      ich hatte noch keinen Lancet im Studio, allerdings weiss ich aus berufenem Munde (der Hersteller HDB Electronic), dass die Klangerzeugung des `14 schon sehr starke Parallelen zu diesem hat.

      Musikalische Grüße

      Onkel Sigi

  15. Profilbild
    Lux Gaia

    Ist eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen das der Vermona ´14 vom Design der ganz alten Vermona Ionika Röhrenorgel inspiriert ist?

  16. Profilbild
    ZolloZ  

    Sehr guter Test und die Qualitäten dieses Synths werden gut hervorgehoben.
    Bin stolzer Besitzer des 14, welcher wirklich Musikalität, Haptik und Sound in edelster Topqualität vereint. Anfangs bin ich fast erschrocken über das bescheidene Gewicht des 14.

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