Test: Yamaha DTX Multi 12, Digital Percussion Pad

Drauf und dran

“Gerät anschalten und los” ist wohl einer der ultimativen Tests beim Betreten von Neuland. Yamaha Trommel-Elektronik ist solches Land für mich.
Ich entscheide mich spontan für Programm P002 “80’s electro”.
Ein Loop ist bereits einer Spielfläche vorbereitet, so kann ich direkt „jammend“ ausprobieren, wie sich Dynamik und Pads verhalten. Ich bin soweit zufrieden damit.
Ein kurzer Griff in das “Utility”-Menu machen den Click auf Kopfhörer UND Master-Out hörbar, so entsprechen die Audiobeispiele jetzt auch dem, was ich höre.
Schön ist die Möglichkeit, während ein Loop läuft, über ein beliebiges Pad das Tempo schlagend zu verändern. Man muss nur kurz über die Tasten “Shift+Tap” in den Tap-Modus gelangen. Die gleiche Funktion kann man übrigens auch direkt einem Fußtaster zuweisen.
Überhaupt ist das Menü zur Kommunikation mit mir zwar auf ein Display mit nur zwei Zeilen angewiesen, aber mir wird schnell klar, dass das einerseits mit etwas Wohlwollen zu meistern ist. Andererseits stehen sehr viele Parameter sinnvoll zur Verfügung, die auf meine Feineinstellungen warten.
Es leuchten beim Bedienen immer genau die Navigationstasten auf, die im jeweiligen Menüpunkt zur Einstellung sinnvoll sind.
So finde ich nach kurzer Eingewöhnung zum Beispiel schnell einen mir angenehmen Clicksound mit angenehmer “Eins”-Betonung oder auch die Festlegung des Programm-Tempos, des Equalizers usw.

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Die “Mute”-Funktion der Pads habe ich beim spielerischen Testen zwar bereits bemerkt, aber erst durch Nachlesen im Handbuch begriffen:
Auf jedes Pad kann man bis zu vier Sounds gleichzeitig legen. Man kann aber auch durch Drücken des Pads bestimmte Sounds dort muten (=stummschalten). So kann ich zum Beispiel bei Conga-Sounds ähnlich wie auf einer tatsächlichen Conga zwischen “Mutes” und “Slaps” und so weiter unterscheiden – Daumen hoch!

Samples, Kits und eigene Sounds

Wie bei dieser Gerätegattung zu erwarten, sind bereits viele (1277) Drum- und Percussion-Samples im Gerät installiert, dazu noch 128 komplette Loops (genannt Patterns) in verschiedenen Stilen von DJ bis Weltmusik.
Interessanter Weise sind die Loops länger, als auf den ersten Höreindruck zu ahnen – subtile Veränderungen lassen auch bei längerem Zuhören keine Langeweile aufkommen.

Eigene Sounds in das Gerät zu bekommen funktioniert übrigens nur auf eine Art, und das nicht über den “AUX-In”-Eingang – dieser ist vorgesehen zum Anschluss von Klangquellen wie MP3-Spielern, um dann zur und mit selbst gewählter Musik zu „jammen“.

Zum Übertragen von Audio-Samples an und in das Multi-12 benutzt man den USB-Device-Anschluss (“to device”). Hier kann man Festplatten und Speichersticks anschließen, die man zuvor vom Rechner aus mit 16 Bit/44,1 kHz Files beschickt hat. Dann schließt man den Speicher an das Multi 12 an und lädt die AIFF- oder WAV-Files dort in den internen Speicher, der immerhin 64 MB dafür bereithält.
Bis zu 50 eigene Loops legt man in der User-Pattern-Abteilung ab, und kann dort auch bestimmen, ob diese sich immer wiederholen sollen und welches Tempo sie haben.
Für eigene “Waves” (also Samples) stehen 500 Plätze zur Verfügung.
Organisieren kann man alle diese dann in maximal 200 verschiedenen “Kits”, also Konfigurationen der 12 Spielflächen und deren Einstellungen – das ist mächtig.
Hier zeigt sich dann doch, wie angenehm und zeitgemäß eine Rechner-gestützte Software wäre. Über das kleine Display jedes Audiofile erst einer internen “Wave” zuzuordnen und danach einem Pad, ist etwas mühsam.

Immerhin kann man den zweiten USB-Port (“to host”) nutzen, um mit den Spielflächen direkt und digital in eine DAW-Software einzuspielen.
Dafür liegt Cubase AI dem Multi-12 auf CD-Rom bei, und bei Gelegenheit werde ich das mal ausprobieren.

Forum
  1. Profilbild
    changeling  AHU

    Die Einleitung klingt irgendwie als sei das Gerät recht neu, dabei ist es schon seit 2009 auf dem Markt.

    Als Loops werden eigentlich Sample-Loops bezeichnet, also ist der Begriff Pattern für per Sequencer gespielte Sounds absolut normal. Das macht den Test etwas verwirrend zu lesen.

  2. Profilbild
    chers72

    Vielen Dank für den super Testbericht – alle für einen Musiker wichtigen Punkte gebündelt und leicht verständlich erwähnt – eine echte Hilfe für einen Überblick und eine Kaufentscheidung. Super!

  3. Profilbild
    Cornell

    Das Teil ist ganz okay, mal abgesehen das es ohne ende wackelt.

    Bestellt hatte ich mir das komplett Set.
    Yamaha PS-940 Stand for DTXM 12, Yamaha DTX-Multi 12 und das TEURE Verbindungteil Yamaha MAT-1. UND: Es wackelte ohne ende, was mich zwischen durch immer wieder irritierte wenn ich mit den Händen Spielte. Bei Meinl Congas und Bongos ist das nicht der Fall, und irgendwie ist es kein toller workflow mit dem Yamaha.

    • Profilbild
      Benno Sattler  AHU

      Hallo Cornell,

      danke für Deinen Kommentar – er wirft bei mir einige Fragen auf:

      ich hatte die Yamaha-Halterung(en) nicht zum Testen da – an welcher Stelle genau wackelt es im System?

      Hast Du Meinl Congas/Bongos zum Test auch an dieses Stand-System gehängt, oder warum erwähnst Du sie?

      Und was meinst Du genau mit „irgendwie kein toller Workflow“? Was passt nicht?

      • Profilbild
        Cornell

        der ganze ständer wackelte ohne ende, was mich wirklich Irritierte. bei den klassischen meinl congas steht alles kompakt, fest auf dem fuß, liegt vielleicht auch an dem gewicht von den percussions das sie nicht wackeln.
        der yamaha ist da schon als vergleich ein leichtgewicht ;-)

        was mir auch nicht so gut gefiel war, wenn ich mit drum sticks spielte
        hatte ich an den schmalen pads ein gefühl bald das Teil zu zerstören. ich spürte ab und zu mal das chassis unter dem gummi, dieser harte widerstand an dem gerät, wo ich schon bedenken hatte ob es auf dauer hält. workflow: es fehlt mir irgendwie die möglichkeit mit dem teil mehr zu machen als nur auf den pads zu spielen. klar, es ist ein digital teil, doch finde ich die klassische percussion variante viel effektiver und kreativer. LG

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