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Tourbericht: Crypta 2023, Musik, Equipment, Technik

Höllische Klänge im kochendheißer Atmosphäre

13. Juli 2023
Tourbericht: Crypta 2023, Musik, Equipment, Technik

Frontfrau Fernanda Lira gibt alles bei den Auftritten der Band Crypta

„Echoes Over Europe Part 2“ lautet aktuell das Motto der brasilianischen Death Metal Band Crypta, die noch bis Ende Juli in einigen europäischen Städten ihren unverkennbaren Sound auf die Bühnen bringt. Auch die deutschen Fans kommen auf ihre Kosten, denn die vier energiegeladenen Musikerinnen machen in wenigen ausgesuchten Städten der Bundesrepublik Halt. Im Juni spielten sie vor geschätzt 130 bis 150 Besuchern eine erstklassige Show im Club Nachtleben, der sich seit nunmehr 30 Jahren in der Rhein-Main-Metropole Frankfurt etabliert hat. Die Redaktion Stage ließ sich die vier Death Metal Ladys nicht entgehen und harrte an vorderster Front aus, bis Fernanda Lira (Vocals, Bass), Tainá Bergamaschi (Gitarre), Jéssica di Falchi (Gitarre) und die Italienerin Elisa „Helly“ Montin (Drums) nach ihrem explosiven Gig am Sonntagabend zu später Stunde die Bühne im Nachtleben verließen.

Tourbericht: Crypta 2023, Musik, Equipment, Technik

Dauerpower ist ein Markenzeichen von Crypta

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Crypta Kenner haben es bestimmt schon gemerkt, Luana Dametto, die eigentliche Drummerin der Band, die im Jahr 2019 zusammen mit Fernanda Lira (beide ehemalige Mitglieder der Thrash Metal Formation NERVOSA) die Band Crypta gegündet hat, musste aus gesundheitlichen Gründen zumindest auf den ersten Teil der Tour verzichten. Dafür sprang an den Trommeln die italienische Powerfrau Elisa ein.

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Helly macht sich bereit

Die Band Crypta hat ihren eigenen unverkennbaren Stil und präsentiert einen energiegeladenen Mix aus aggressiven Gitarrenriffs, druckvollem, wie rasend schnellem, Schlagzeugspiel und kräftigem Gesang, den „Rampensau“ Fernanda immer wieder mit ihren typischen Grimassen garniert. Cryptas Musik ist grundsätzlich geprägt von schnellen Tempi, technischer Raffinesse und düsteren Texten. Die Band hat bereits auf renommierten Metal-Festivals gespielt und tourt regelmäßig, um ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Das 2021 veröffentlichte Debütalbum von Crypta mit dem Titel „Echoes of the Soul“ wurde von den Kritikern seinerzeit positiv aufgenommen. Und fast genau die Songs dieses Albums spielten die vier Power-Frauen im sehr gut besuchten Frankfurter Club Nachtleben, in dem es an diesem Abend nicht nur wegen der Musik höllisch heiß ist.

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Fernanda Lira ist eine richtige Rampensau

Das Nachtleben ist ein Ableger der Batschkapp

Das Nachtleben in der Frankfurter Innenstadt ist von außen betrachtet eher unspektakulär. Nur einige Poster und Veranstaltungshinweise an der Seite zur Kurt-Schumacher-Straße lassen erahnen, dass sich hinter den Wänden ein musikalischer Tempel verbirgt, der in regelmäßiger Folge internationale Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Verkehrstechnisch ist das Nachtleben, das zum Kulturzentrum Batschkapp gehört, an der Konstablerwache (bekannter Platz im Zentrum von Frankfurt a. M.) optimal gelegen. Sozusagen direkt vor der Tür befinden sich die U-Bahn-Station und eine Straßenbahnhaltestelle, zum nächsten Parkhaus ist es auch nicht weit.

Durch einen kleinen Terrassenbereich geht es zunächst in das Café und von dort über einige Stufen hinab in das dunkle Untergeschoss mit dem Club. Wie in vielen typischen Clubs kann man auch im Nachtleben direkt an der Bühne stehen und hat die Künstler sozusagen hautnah vor den Augen. So ist das auch bei mir, der direkt am Bühnenrand Aufstellung genommen hat und das eine oder andere Mal sogar einen Schritt zurückweichen muss, wenn sich Fernanda Lira oder Tainá Bergamaschi auf mich zu bewegen, um die tobende Masse im voll besetzen Club noch mehr anzupeitschen.

Support Band Katla als positive Überraschung

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So richtig positiv überrascht hat mich Katla

Bereits beim Betreten des abgedunkelten Clubs – habe ich schon erwähnt, dass es mollig warm im Untergeschoß ist – bin ich erstaunt über das reichhaltige Equipment, das auf der kompakten Bühne zu sehen ist. Dort stehen hintereinander zwei Drumsets, links und rechts davon diverse Amp/Cabinet-Kombinationen. Das Geheimnis lüftet sich nach einiger Zeit, denn als Support-Act bringt das Trio Katla aus Kopenhagen mit Doom und Sludge das Nachtleben zum ersten Mal zum Beben. Die dänische Band ist bekannt für ihren Sound mit einer Mischung aus atmosphärischem Post-Metal, Doom und Black Metal. Katlas Musik ist häufig düster, episch und zielt auf eine starke emotionale Wirkung. Die haben die drei nordischen Jungs bei mir sofort erreicht, alle sind übrigens von Kopf bis Fuß mit farbigen Tattoos überzogen. Katla sind an diesem Abend Drummer und Sänger Rasmus Bang, Gitarrist Marc Christensen und Bassist Theis Roed Stenberg Thorgersen. Die Besetzung bei ihren Gigs kann sich vor allem am Bass auch schon mal ändern.

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Crypta – überzeugend geiler Gig mit vier Power-Frauen

Der Umbau nach dem verhältnismäßig kurzen Auftritt von Katla geht ratz-fatz. Übrig bleibt eine aufgeräumte Bühne mit dem Drumset von Elisa Montin und dem Bassamp samt Cabinet von Fernanda Lira. Für die zwei Gitarristinnen werden vom flinken Umbau-Team Modeling-Floorboards vor den Wedges aufgestellt. Schon wenig später erklingt das offizielle Intro für die Band Crypta. Dazu stellen sich die drei Saitenzauberinnen, ganz typisch für die Band, zunächst mit den Rücken zum Publikum vor ihrer Drummerin auf. Dann bricht das Soundgewitter der vier Power-Frauen mit kompromissloser Härte und ungezügelter Energie unaufhaltsam los.

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Backline für den Bass von Fernanda

Auf der Setlist für den Gig stehen wie gesagt fast genau die Stücke, die sich auch als Tracklist auf dem Album „Echoes of the Soul“ wiederfinden, allerdings in etwas abgewandelter Reihenfolge. Bekannte Klänge also, die sich aus verschiedenen Death Metal Genres mit Thrash Einflüssen zusammensetzen. Im Zentrum des Geschehens zieht Frontfrau Fernanda sofort die Blicke auf sich, in ihrer typischen Art des Gesangs mit unverwechselbarer Gestik und Mimik. Abwechselnde Solo-Passagen der beiden Gitarristinnen Tainá Bergamaschi und Jéssica di Falchi in Highspeed donnern wie Geschosse durch das Nachtleben, wenn sie aus ihren Äxten das Letzte herausholen. Mit ungezügeltem Tempo und immer wiederkehrender fetter Double-Bass zeigt Drummerin Elisa Montin, dass sie weit mehr als nur eine Aushilfe ist.

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Haut ein Solo nach dem anderen raus – Gitarristin Jéssica di Falchi

Zum Abschluss und gleichzeitigen Höhepunkt dieses Death-Metal Gewitters darf „From the Ashes“ nicht fehlen, ein Titel, der auch vom Publikum lautstark gefordert wird. Trotz vehementestem Bitten und Flehen der Zuhörer nach einer kleinen Zugabe findet nach rund 60 Minuten Dauerpower am Ende keine Erlösung statt. Dafür klatschen alle vier Damen die in den ersten Reihen stehenden Zuschauer nacheinander ab – eine nette Geste, die leider auf großen Bühnen in dieser Form kaum möglich ist.

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Gitarristin Tainá Bergamaschi

Das Equipment von Crypta beim Auftritt im Nachtleben

Während Drummerin Elisa Montin und Frontfrau Fernanda mit In-Ear-Monitoring zu sehen sind, vertrauen die beiden Gitarristinnen Jéssica und Tainá nach alter Rock’n’Roll Tradition auf Bühnenmonitore. Das sind recht alte und bereits abgerockte GAE-Wedges. Die Modelle der Marke German Audio Engineering sehen nach 222M aus, Genaues dazu kann mir niemand sagen, jedoch ist von Tontechniker Torsten in Erfahrung zu bringen, dass die passiven GAE Bühnenmonitore im Nachtleben mit Crown Endstufen angetrieben werden.

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Unverkennbar ist der Bass von Fernanda, ist sie doch immer wieder mit ihrem Aristides 050 zu sehen. Der Bass der niederländischen Marke besteht aus einem im Sandwich-Verfahren hergestellten Kunststoffelement mit Hohlräumen, die mit Spezial-Schaum gefüllt sind. Bei der Verstärkung für den Aristides geht es im Nachtleben ebenfalls moderner zu. Hier ist eine Markbass Standard 104HF-4 Lautsprecherbox am Start, die mit den vier 10 Zoll Speakern und dem mittigen Horn. Für die Verstärkung sorgt der passende Markbass Little Mark III. Gut zu erkennen ist auch die Funkstrecke von Fernanda, eine Shure GLXD14R+, die im Dual Band 2,4 GHz und 5,8 GHz arbeitet und den Vorteil bietet, bei der Europa-Tournee von Crypta in jedem Land anmeldefrei zu sein.

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Jéssica spielt über ein Mooer GE300 Lite

Gitarristin Jéssica hat wie so oft ihre ESP LTD KH Demonology BLK dabei. Dieses Kirk Hammett (Metallica) Signature-Modell ist an der markanten Grafik auf Korpus, Griffbrett und Headstock klar zu erkennen. Für die Sounds setzt Jéssica ein Mooer GE300 Lite ein. Das reicht voll und ganz aus, um ihre peitschenden Riffs und superschnellen Soli klanglich zu formen. Ähnlich reduziert ist auch das Gear von Tainá. Ihre „Axt“ der Marke Solar Guitars ist wie der Bass von Fernanda ebenfalls nicht gerade konventionell. Über die Line 6 Relay G30 Funkstrecke, die im 2,4 GHz Bereich sendet und damit weltweit anmeldefrei zu benutzen ist, geht es in das Modeling-Floorboard Line 6 Pod Go, das ihre markanten Riffs und giftigen Läufe in die passenden Klangbilder transformiert.

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Nach dem leider sehr kurzen Gig freuen sich die Mädels

Bühnenmix im Club

Für das Mixing benutzt Tontechniker Torsten ein Yamaha CL3 Digitalpult. Es gehört zur Standardausrüstung im Nachtleben. Torsten ist mit diesem Pult grundsätzlich sehr zufrieden, weil ihm das Yamaha Pult zahlreiche Möglichkeiten bietet. Vor allem in einem Club wie dem Nachtleben, mit extrem unterschiedlichen Auftritten von Musikern in diversen musikalischen Stilrichtungen. Wie üblich hatten ihm das Bandmanagement von Crypta und Katla zuvor Technical Rider zukommen lassen, um die Pultbelegung vorab zu organisieren. Nicht ganz so glücklich zeigt sich Torsten mit der Aufgabe, das In-Ear-Mixing von Bassistin/Sängerin Fernanda und Trommlerin Elisa zu übernehmen. Besonders was den Bereich Bass betrifft, sei das schließlich aus seiner Sicht nicht immer ganz einfach und es habe eine gewisse Zeit gedauert, bis Fernanda mit dem Ergebnis zufrieden war. Der Sound bei den energiegeladenen Auftritten von Crypta und Katla im Nachtleben ist auch an diesem Abend fett und hervorragend.

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Tonkutscher Torsten am Yamaha CL3 Digitalpult

Am Ende lassen sich die Mädels von Crypta wieder blicken, um mit dem Publikum zu quatschen und zu feiern – sehr gut!

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Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Mal ein unqualifizierter Kommentar von mir:

    Nicht meine Musik, nicht meine Instrumente, und beim Anblick von überwiegend tätowierten Rockmusikerinnen und Rockmusikern überfällt mich eher der angst- und panikerfüllte Fluchtreflex.

    Und trotzdem finde ich’s geil! Wie schon öfters geschrieben verdienen offensichtlich auf der Bühne Schwerstarbeit leistende Musiker immer meine Hochachtung. 🙂👍

    Abgesehen davon kann man auch als Ambient-Musiker echt einiges lernen, wie man so einen Bühnenauftritt abzieht. Wobei meine Hörer vermutlich leicht irritiert wären, sollte neben meinen Synthies ein volltätowierter Bassist sein Bestes geben. Wobei … warum eigentlich nicht? 😁

    • Profilbild
      chardt

      @Flowwater Auf „Sterntaler“ von Michael Rother steht die Gitarre klangmäßig im Vordergrund, trotzdem sortiere ich das für mich unter „Elektronische Musik“ ein. Den Bass würde ich allerdings eher einem Synthie überlassen: Auch wenn Bass mein Hauptinstrument ist – mir fällt gerade nichts ein, was ich zu Ambient am E-Bass besser spielen könnte als am Synth-Bass.

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        Flowwater AHU

        @chardt Ich würde den E-Bass durch einen Haufen von Effekten schicken (so ich denn einen E-Bass spielen könnte) bzw. genau dieses dem Bassisten überlassen. Je länger ich darüber nachdenke … 😁

        Mir ging es aber auch um den Effekt auf der Bühne: Das Publikum hört so verträumte hauchige Ambient-Klänge, sieht genau hin … und dann steht da Nils Ekelund von Katla mit seinem Bass und in voller Pracht neben einem. 😄

      • Profilbild
        moinho AHU 1

        @chardt Mir fällt was ein: das Gesamtwerk von Eberhard Weber (auch wenn das ein elektrischer Kontrabaß ist).

  2. Profilbild
    Tomtom AHU 1

    Starker Artikel! 😎 Gibt es zur Musik dieser Bands auch einen Link? YouTube oder Spotify? Oder habe ich die übersehen? Hat mich echt neugierig gemacht!! 🤟🤟

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