Vergleichstest: 5 analoge 12-Kanal-Mischpulte

25. Juli 2019

Voll auf die Zwölf

Gleich mal ein Hinweis vorab. Im folgenden Vergleichstest werden fünf Kompaktmixer verglichen, wenn ihr aber wirklich einen Hammer-Rundumschlag zu dutzenden von Kompaktmixern studieren möchtet, hätten wir unter folgendem Link ein supergeiles Special zu Kompaktmixern – EINFACH HIER KLICKEN.

Analoge Mischpulte im Vergleich

Kompakte analoge Mischpulte mit zwölf Kanälen werden in Tonstudios, Projekt- und Homestudios, aber auch im Live-Betrieb von Bands mit überschaubarem Equipment gerne eingesetzt. Das Angebot von derartigen Mischern am Markt ist fast nicht mehr zu überblicken. Recherchiert man im Internet oder klappert die Websites von Musikhäusern und Herstellern ab, ist man am Ende erschlagen von der Vielfalt an Mischpulten; und das, obwohl wir hier gerade einmal von 12-Kanal-Mixern reden (nach oben und nach unten ist im analogen Bereich reichlich Spielraum vorhanden, was die Anzahl an Kanälen betrifft).

Wir haben uns bei diesem Vergleichstest fünf 12-Kanal-Mischpulte von bekannten Herstellern herausgepickt. Dabei geht es hier nicht um ausführliche Tests der einzelnen Mixer mit allen Details, denn dafür gibt es schließlich unsere ausführlichen Einzeltests. Vielmehr wollen wir hier untersuchen, was die Gemeinsamkeiten der fünf Testkandidaten sind und wo die Unterschiede liegen. Und natürlich soll auch herausgefunden werden, ob es am Ende einen Favoriten gibt, der sich von den Mitbewerbern abhebt.

Wer sich ein genaues Bild zu einem bestimmten Mischpult machen möchte – nicht unbedingt nur aus diesem Vergleich – den verweise ich auf unser umfangreiches Archiv.

Angetreten zum Vergleich sind in alphabetischer Reihenfolge:

  • Allen & Heath ZED-12 FX
  • Behringer Xenyx QX1222USB
  • Mackie 1202 VLZ4
  • Soundcraft EFX 12 (EFX 8)
  • Yamaha MG12 XU

Die Hersteller benennen ihre Produkte häufig mit Bezeichnungen, in denen die Anzahl der Kanäle auftaucht. ZED-12 FX sagt also aus, dass es sich hier um ein Mischpult mit zwölf Kanälen plus Effektsektion (FX) handelt.

Jedoch wird die Anzahl an Kanälen von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich gezählt. Der Mixer Soundcraft EFX 12 verfügt ebenfalls über eine Effektsektion und über zwölf Kanäle. Doch hier sind es zwölf Mono-Kanäle (zwölf XLR/Klinken-Buchsen); hinzu kommen bei diesem Pult noch zwei Stereo-Kanäle (jeweils 2x Klinke), was in Summe dann insgesamt 16 Kanäle ausmacht. Als Vergleich dazu bietet der Mackie 1202 VLZ4 gerade einmal vier XLR-Buchsen (Mono) plus vier Stereo-Kanäle (Klinke) und ist damit ebenfalls ein 12-Kanal-Mischpult. Hier sieht man bereits, worauf man unbedingt achten sollte, wenn man auf der Suche nach einem 12-Kanal-Mischpult ist, beispielsweise auf die Anzahl der XLR-Eingänge.

Unter der Bezeichnung EFX 8 ist von Soundcraft übrigens ein vergleichbarer Mixer mit zwölf Kanälen erhältlich. Weil Technik und Ausstattung bis auf die Anzahl der effektiven Kanäle mit dem EFX 12 identisch sind, haben wir hier das EFX 12 betrachtet und Fotos von beiden Mischpulten eingesetzt.

Eine wichtige Frage, die sich vor der Anschaffung eines Mixers stellt, kann also die Anzahl an nutzbaren XLR-Eingänge für den Anschluss von Mikrofonen sein. Wie wir gesehen haben, gibt es hier große Unterschiede. Aber nicht nur an dieser Stelle. Auch andere technische Ausstattungen können bei den Überlegungen zu Anschaffung eine entscheidende Rolle spielen.

Hat das Pult Effekte? Wie viele Aux-Wege gibt es? Wie ist die Ausstattung der Klangregelung? Gibt es eine USB-Schnittstelle? Sind Subgruppen vorhanden? Was bietet das Pult an besonderen Eigenschaften? Und nicht zuletzt, wie groß ist das Mischpult und kann es in ein 19-Zoll-Rack eingebaut werden? Eine nicht ganz unwichtige Frage stellt sich ebenfalls: Was kostet das Mischpult?

Zunächst wollen wir sozusagen die wichtigsten Basics der fünf Pulte in einer reduzierten Auflistung der Daten vorstellen. So bekommt nicht nur der technisch Interessierte einen ersten Überblick.

Allen & Heath ZED-12 FX

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Elegante Optik: Allen & Heath ZED 12 FX

  • 6 XLR-Eingänge, Vorverstärkung -6 dB bis 63 dB
  • 6 Line-Eingänge
  • 3 Stereo-Eingänge (plus 1 zusätzlicher Stereo-Eingang)
  • Dreiband-Klangregelung mit parametrischen Mitten in den Mono-Kanälen
  • Zweiband-Klangregelung in den Stereo-Kanälen
  • 3 Aux-Sends plus 1 Effektweg
  • 100 Hz Hi-Pass
  • 100 mm Fader
  • Effektprozessor mit 16 Presets
  • USB-Schnittstelle
  • Abmessungen (B x T x H): 385 x 450 x 98 mm
  • Gewicht: 6,5 kg
  • Rackmount-Kit optional erhältlich
  • Besonderheiten: Software Sonar X1 LE Cakewalk liegt auf DVD bei

Behringer Xenyx QX1222USB

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Komplettausstattung: Behringer Xenyx QX1222USB (Aufkleber vorne dient der Bemusterung des Herstellers)

  • 6 XLR-Eingänge, davon vier mit der Vorverstärkung 10 dB bis 60 dB
  • 4 Line-Eingänge
  • 4 Stereo-Eingänge
  • Dreiband-Klangregelung in allen Kanälen
  • 2x Aux-Send, davon 1x Effektweg
  • 75 Hz Low-Cut
  • 60 mm Fader
  • Klark Teknik Effektprozessor mit 32 Presets
  • USB-Schnittstelle
  • Abmessungen (B x T x H): 370 x 338 x 90 mm
  • Gewicht: 3,8 kg
  • Besonderheiten: 7-Band Graphic EQ, Feedback Detection, Wireless-Eingang für Behringer ULM-Mikrofone, je ein Kompressor in vier Mikrofon-Eingängen

Mackie 1202 VLZ4

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Klein und fein: Mackie 1202 VLZ4

  • 4 XLR-Eingänge, Vorverstärkung 0 dB bis 60 dB
  • 4 Line-Eingänge
  • 4 Stereo-Eingänge
  • Dreiband-Klangregelung in allen Kanälen
  • 2 Aux-Sends
  • 75 Hz Low-Cut
  • Keine Fader, dafür Drehregler
  • Abmessungen (B x T x H): 303 x 284 x 75 mm
  • Gewicht: 3 kg
  • Rackmount-Kit optional erhältlich
  • Besonderheiten: Mikrostativ-Adapter optional erhältlich, kein USB, kein Effektprozessor

Soundcraft EFX 12 (EFX 8)

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Klanglich top: Soundcraft EFX 12 (mit 16 Kanälen)

  • 12 XLR-Eingänge (8 XLR-Eingänge), Vorverstärkung 5 dB bis 60 dB
  • 12 Line-Eingänge (8 Line-Eingänge)
  • 2 Stereo-Eingänge
  • Dreiband-Klangregelung in allen Kanälen
  • 2x Aux-Send, davon 1x Effektweg
  • 60 mm Fader
  • Lexicon Effektprozessor mit 32 Grundprogrammen und zahlreichen Einstellmöglichkeiten
  • Abmessungen EFX 12 (B x T x H): 432 x 362 x 91 mm
  • Abmessungen EFX 8 (B x T x H): 330 x 362 x 91 mm
  • Gewicht: 5,8 kg (4,6 kg)
  • Rackmount-Kit liegt bei; beim EFX 8 optional erhältlich
  • Besonderheiten: Einschalter an der Unterseite, kein Low-Cut- oder Hi-Pass-Filter
Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Reale 12 Kanäle: Soundcraft EFX 8

Yamaha MG12 XU

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Universalgenie: Yamaha MG12 XU

  • 6 XLR-Eingänge (davon 4x Combo mit 26 dB Pad), Vorverstärkung 20 dB bis 64 dB (-6 dB bis 38 dB)
  • 4 Line-Eingänge
  • 4 Stereo-Eingänge
  • Dreiband-Klangregelung in den Mono-Kanälen und in zwei Stereo-Kanälen
  • Zweiband-Klangregelung in zwei Stereo-Kanälen
  • 2 Aux-Send, davon 1x Effektweg
  • 80 Hz Hi-Pass
  • 60 mm Fader
  • SPX Effektprozessor mit 24 Grundprogrammen und Anpassung jeweils eines Parameters
  • USB-Schnittstelle
  • Abmessungen (B x T x H): 308 x 422 x 118 mm
  • Gewicht: 4,2 kg
  • Rackmount-Kit optional erhältlich
  • Besonderheiten: je ein Kompressor in vier Mikrofoneingängen, Cubase AI DAW Software als Download im Lieferumfang, eine Subgruppe (1-2)

Die fünf 12-Kanal-Mischpulte in der Praxis

Hier widmen wir uns der Ausstattung und der Struktur des jeweiligen Mixers, hören uns besonders die Vorverstärker und die Klangregelnetzwerke an und wollen dem Klang der Effekte auf den Grund gehen. Auch die Komplexheit oder Einfachheit des Effektprozessors wird betrachtet. Das „Bediengefühl“ des Mischpultes und der Eindruck an Wertigkeit beziehungsweise Haptik sollen nicht zu kurz kommen. Falls es Besonderheiten gibt, sollen auch diese nicht unerwähnt bleiben.

Abgehört wird zur Beurteilung der klanglichen Eigenschaften in erster Linie mit einem Studiokopfhörer. Denn beim Einsatz eines Mischpultes sind die angeschlossenen Lautsprecherboxen wesentlich an der Klangformung beteiligt – das gilt für die Arbeit im Studio, wie im Live-Betrieb – ein Mischpult soll schließlich den Klang nicht beeinflussen, es soll vielmehr für unverfälschte Signalführung sorgen.

Soundcraft EFX 12 (EFX 8)

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Netzschalter und Netzbuchse sind beim Soundcraft an einer ungewöhnlichen Stelle

Bereits das Anschließen der Stromversorgung hebt sich dieses Mischpult auf ungewöhnliche Weise ab: Netzanschluss und Netzschalter sitzen unter (!) dem EFX 12. Im Rack eingebaut macht das noch Sinn, denn hier kann ja eine globale Stromversorgung mit gut erreichbarem Schalter für Power sorgen. Doch wenn der Mixer als Stand-Alone-Gerät auf dem Tisch steht, muss man ihn zum Ein- und Ausschalten jeweils anheben oder eine andere Lösung finden – und das ist keine elegante Lösung.

Das Gehäuse aus Stahlblech sowie die Verarbeitung machen einen rundum soliden Eindruck und die Struktur an diesem Mischpult ist schnell nachvollziehbar, was guten Überblick verschafft. Drehregler wie Fader vermitteln ein hochwertiges Gefühl, man hat hier ein solides Stück Mischpult an der Hand. Doch bei vielen Schaltern muss man genau hinsehen, um aus der Bedienperspektive den aktuellen Zustand zu erkennen. Hier hat der Hersteller an vielen Schaltern auf Kontroll-LEDs verzichtet, die für bessere Übersicht sorgen könnten. Das gilt zum Beispiel für die Mute- und Pfl-Taster. Die 0-dB-Marke an den Fadern ist unter normalen Lichtverhältnissen schon schwer zu erkennen, doch in dunkler Umgebung ist sie praktisch nicht mehr sichtbar. Low-Cut- oder Hi-Pass-Filter sucht man beim EFX 12 vergeblich.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Solide Knöpfe an den Potis mit deutlicher Farbgebung

Die Vorverstärker sind rauscharm und heben sich durch sehr guten (neutralen) Klang hervor. Der kann durch die effektiv arbeitende EQ-Sektion noch stark geformt werden. Aus dem Hause Lexicon stammt die Effektabteilung. Sie bietet 32 hervorragende Effektprogramme, die in zahlreichen Parametern editiert und sogar abgespeichert werden können. Wegen der vielfältigen Möglichkeiten beim Einstellen der Effekte ist es angebracht, sich ausgiebig einzuarbeiten, um das gesamte Spektrum auch wirklich nutzen zu können. Die Effekte überzeugen durch klangliche Qualität und können in der Summe mit einem eigenen Fader hinzugemischt werden.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Die 0-dB-Marke ist leicht zu übersehen

Das Soundcraft EFX 12 eignet sich wegen seiner auf das Wesentliche reduzierten Gesamtausstattung (ohne USB-Schnittstelle) und der an vielen Stellen fehlenden Kontroll-Leuchten eher für ambitionierte oder geübte Anwender, die viele Optionen bei der individuellen Anpassung der Effekte in petto haben wollen. Wer nur „echte“ zwölf Kanäle mit weniger XLR-Eingängen benötigt, sollte zum EFX 8 mit identischen Eigenschaften greifen.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Effektprozessor mit guten Klängen und vielen Einstellmöglichkeiten

Allen & Heath ZED-12 FX

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Beim genauen Hinsehen zu erkennen: Die Potis sind auf der Oberfäche verschraubt

Das ZED-12 FX hatten wir bereits in einem Einzeltest. Es ist ein tolles Pult, hier stimmt bis auf die Auflösung der USB-Schnittstelle (USB 1.1, 16 Bit, Sample Rate 32, 44,1 oder 48 kHz) alles. Hervorragende Verarbeitung gepaart mit übersichtlichem Layout und exzellenten klanglichen Eigenschaften sichern diesem Pult den Spitzenplatz – es ist aber auch in diesem Vergleich der Spitzenreiter im Preis. Außerdem ist es hier das einzige Pult, bei dem die Potis auf der Gehäuseoberfläche verschraubt sind und wo lange Faderwege (100 mm) zum Einsatz kommen.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Der USB-Anschluss mit Routing-Optionen ist bedienerfreundlich auf der Oberfläche platziert

Der Klang der Vorverstärker ist ebenso rauscharm wie von hoher Qualität und die Klangregelung arbeitet erstklassig. Der Cinch-Eingang 2TRK RTN lässt sich auf den Kanalzug legen, was eine umfassende Bearbeitung beziehungsweise Routing-Möglichkeiten gestattet. Allgemein finden sich bei diesem Pult zahlreiche Anschlussmöglichkeiten und vielfältige Routing-Optionen.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Toll: 100 mm Faderwege

Im Effektbereich lassen sich 16 unterschiedliche Presets schnell abrufen und können in gewissen Grenzen dem persönlichen Geschmack angepasst werden. Ein eigener 100 mm-Fader regelt die Intensität der Effektsumme. Im direkten Vergleich mit den Prozessoren der anderen Pulte überzeugen die klanglichen Eigenschaften der Effekte hier etwas weniger. Für den üblichen Einsatz, zum Beispiel beim Erzeugen von Räumlichkeit im Gesang oder dem veredeln von Instrumenten, reicht es aber auf jeden Fall aus.

Als Softwarepaket liegt Sonar X1 LE Cakewalk auf DVD bei. Sonar LE ist ein umfassendes Programm für Harddisc-Recording. Wir haben es bereits bei Amazona.de getestet, der Link findet sich wie gewohnt am Ende des Berichts.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Sechs Mono-Kanalzüge mit XLR-Buchsen, Klinkeneingängen und Inserts

Yamaha MG12 XU

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Die Arbeitsbereiche müssen hier zunächst aktiviert (on) werden

Der Yamaha-Mixer arbeitet mit einem alternativen Bedienkonzept. Wo bei den anderen Mischpulten die Kanäle einzeln stumm geschaltet werden können, müssen sie hier zunächst aktiviert werden – sonst kommt kein Signal an. Große Druckknöpfe quittieren bei Aktivierung den Schaltzustand mit einem hell leuchtenden ON. Vier der insgesamt sechs Mono-Eingänge sind mit Kombi-Buchsen (XLR und Klinke) versehen. PAD-Schalter senken die Eingangssignale um 26 dB ab.

Vier Kompressoren (Ein-Knopf-Regler) in den Kanalzügen eins bis vier verdichten die Eingangssignale auf bedienerfreundliche Art und Weise. Eine optische Kontrolle zur Kompression gibt es nicht. Hier gilt es einmal mehr, sich auf die eigenen Ohren zu verlassen. Das MG12 XU bietet zudem eine Subgruppe. Um sie optimal nutzen zu können, sollte man sich wie bei allen Mischpulten mit Subgruppen mit den Routing-Möglichkeiten befassen.

Je zwei Cinch-Eingänge liegen in zwei Stereo-Kanalzügen und lassen somit die gesamten Möglichkeiten des jeweiligen Kanalzugs nutzen. Cinch Ein- und Ausgänge, also die klassischen Tape in/Tape out-Buchsen, sucht man bei diesem Pult vergeblich. Die Vorverstärker klingen gut und die Klangregelung ist ebenfalls von guter Qualität.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Vier Kombo-Eingangsbuchsen mit Pad-Schaltern

Gut klingende Effekte aus dem Profibereich mit SPX-Algorithmen lassen die Signale ordentlich aufpeppen. Die Gesamtintensität lässt sich auch bei diesem Mischpult mit einem eigenen Fader regeln.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Gut klingende Effekte mit Digitalanzeige

Das USB-2.0 Interface liefert 24-Bit/192 kHz. Über diese Schnittstelle lässt sich Musik vom Computer wiedergeben oder im Computer mit einer DAW-Software (zum Beispiel Cubase) aufzeichnen. Das Mischpult gibt an der USB-Schnittstelle das Signal der Stereo-Busse aus.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Zwei Kanalzüge haben auch Cinch-Eingänge

Yamaha bietet als Beigabe die Software Cubase AI zum Download an. Je nach Internet-Zugang oder Netzauslastung kann das Herunterladen allerdings zu einer Geduldsprobe werden. Bei meinem ansonsten recht zügig laufenden Internet-Zugang hat es mehr als 90 Minuten gedauert, die 2,3 GB an Daten durch die Leitungen zu schaufeln. An dieser Stelle wäre eine mitgelieferte DVD mit Cubase AI komfortabler, weil vor allem direkt zu installieren.

Die Verarbeitung des Mischpults ist o.k., wenngleich hier nicht die Anmutung und Haptik des Allen & Heath Pultes oder des Soundcraft Pultes erreicht werden.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Vier Kompressoren ohne optische Kontrollen

Mackie 1202 VLZ4

Mit dem 1202 VLZ4 stellt Mackie das von den Abmessungen kleinste Mischpult in diesem Vergleich. Es misst gerade einmal 303 x 272 x 75 mm (B x T x H), bringt dabei aber immerhin 3 kg auf die Waage. Das liegt nicht zuletzt an dem stabilen Gehäuse aus Stahlblech. Die kompakte Größe ist das Resultat verschiedener Aspekte: Das Pult hat keinen Effektprozessor und auch keine USB-Schnittstelle; zudem ist ein Teil der Anschlüsse auf die Rückseite verlegt und in den Kanalzügen sowie im Masterbereich regeln Drehpotis statt Fader die Signale.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Anschlüsse sind auf der Oberfläche und an der Rückseite

Der Klang ist sehr gut, die Vorverstärker sind rauscharm. Mit der effektiven Klangregelung (Dreiband in allen Kanälen) lässt sich der Sound individuell anpassen.

Layout und Struktur des Mixers sorgen für schnelles Zurechtfinden und die Handhabung ist gut. Was die Haptik betrifft, kommt beim Umgang mit diesem Mischpult trotz der geringen Abmessungen ein gutes Gefühl auf. Die Verarbeitung ist sehr gut, das Pult strahlt nicht zuletzt durch das Gewicht eine gewisse Robustheit und Solidität aus.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Drehregler für Master / Sub und LED-Kette

Der Reduktion auf das Wesentliche ist offensichtlich auch die Kontroll-Leuchte für die Phantomspeisung zum Opfer gefallen: Sie ist schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Und weil der Schalter auch noch auf der Rückseite angebracht ist, gibt es aus dem normalen Blickwinkel keine optische Kontrolle über den Schaltzustand. Man muss sich also beim Tasten (was durch die Gestaltung des Schalters ganz gut funktioniert) auf sein Fingerspitzengefühl verlassen oder einfach einen Blick auf die Rückseite werfen.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Gut strukturierte Oberfläche

Letztendlich ist es eine Grundsatzentscheidung, ob dieses Mischpult mit seinen Basic-Features und ohne Fader in die eigene Auswahl kommt – Charakter und klanglich gute Eigenschaften hat dieses kleine Schwarze auf alle Fälle.

Behringer Xenyx QX1222USB

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Die Eingänge auf einen Blick

Die Marke Behringer ist bekannt für preiswerte Produkte, gepaart mit reichhaltiger Ausstattung. So ist es auch bei diesem Xenyx-Pult. Mit einem Straßenpreis von 185 Euro ist das QX12222USB das mit Abstand preisgünstigste Gerät in diesem Test; dazu kommt, wie zu erwarten, die umfangreichste Ausstattung. Neben USB-Schnittstelle (Stereo In/Out; 16 Bit, 48 kHz) gibt es hier einen Klark Teknik Effektprozessor mit 32 richtig gut klingenden Effekten (editierbar) und gut beleuchtetem Display. Der 7-Band Stereo Equalizer mit Feedback Detection lässt die Summe oder den Monitorweg bearbeiten. Mit dem Surround-Regler wird das Stereo-Panorama verbreitert. Cinch In/Out, vier Ein-Knopf-Kompressoren in den ersten vier Kanälen, Anschluss für Behringer Digital Wireless, Standby-Schalter für alle Mikrofonkanäle – und so weiter. Das alles findet sich an diesem Pult.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Das hauseigene Behringer Wireless-System lässt sich hier anschließen

Der Klang der Vorverstärker ist sehr gut und auch die EQs (Dreiband in allen Kanälen) arbeiten hervorragend. Mit den 60 mm Fadern (auch USB, Monitor und FX) lässt sich gut arbeiten. Die Drehknöpfe wirken zwar nicht so robust wie bei anderen Pulten, doch die Drehbewegungen der Potis vermittelt dann wieder ein angenehmes Gefühl.

Fünf 12-Kanal-Mischpulte

Vier Kompressoren, sogar mit Kontroll-LEDs

In der Maximalstellung greifen mir die Kompressoren etwas kräftig zu. Aber man braucht den Regler ja nicht so weit aufzudrehen. Im Gegensatz zum Yamaha-Mixer zeigen hier LEDs den Einsatz der Kompressoren an und helfen beim Einstellen – eine praktikable Lösung.

PFL-Schalter sind nicht zu finden, dafür muss man sich an das Zusammenspiel zwischen Clip-LED und Level Set-LED in den Kanalzügen gewöhnen. Das ist für mich bei einem ansonsten gut ausgestatteten Mischpult nicht unbedingt elegant, doch es funktioniert ganz gut.

Verarbeitung, Gesamteindruck und Haptik machen ein insgesamt gutes Bild. Die Oberfläche ist aufgeräumt und verschafft schnellen Überblick.

Im Masterbereich finden sich nicht nur die Fader für den Main Mix

Fünf 12-Kanal-Mischpulte: Zusammenfassung

Kommen wir zur Gretchenfrage. Welches Mischpult ist denn nun beim Vergleichstest der fünf 12-Kanal-Mischpulte das Beste?

Zunächst einmal sollten die Vorverstärker von guter Qualität sein. Sie sind besonders wichtig, denn Rauschen oder sonstige Signalverfärbungen an dieser Stelle ziehen sich durch die gesamte Signalkette. Hier haben alle Hersteller ihre eigenen Konzepte und „Geheimrezepte“, die sie mit Marketingsprache und speziellen Bezeichnungen zu vermarkten wissen. In dieser Disziplin, also in der Qualität der Vorverstärker, unterscheiden sich die Pulte hörbar nicht wesentlich voneinander. Es gibt lediglich geringe Abweichungen beim Grad der Vorverstärkung.

Dann gibt es einen weiteren Aspekt, den ich hier offen anspreche: Ich nenne es mal, das Auge isst mit. Und davon kann man sich oftmals nicht wirklich freisprechen. Was bedeutet das? Ein optisch repräsentatives Pult einer namhaften Marke auf dem Tisch oder im Rack zu haben, zeigt zumindest dem Kenner eine gewisse Form von Anspruch, Professionalität und ist ein deutliches Statement. Man stelle sich hier einmal das optisch kleine Mackie-Pult neben dem großen A & H Mischpult bei einem Liveauftritt am Mischplatz vor. Oder die nicht selten zu Unrecht verpönte Marke Behringer neben dem Mischpult der Marke Soundcraft. So ist das schließlich mit Marken und Images, auch in anderen Lebensbereichen. Die wahren Werte lassen sich äußerlich oftmals nicht auf den ersten Blick erkennen.

Ein weiterer Aspekt könnte die Frage nach einer USB-Schnittstelle sein. Brauche ich die wirklich? Oder ist es vielleicht einfach nur gut, wenn sie ohnehin, sozusagen als Zugabe, eingebaut ist. Dann könnte man sie immerhin nutzen, auch wenn das zunächst kein Kaufkriterium gewesen sein sollte. Und letztendlich stellt sich dann vielleicht noch die Frage nach der Güte und der Komplexität des integrierten Effektprozessors. Will ich überhaupt integrierte Effekte nutzen? Oder nutze ich viel lieber mein Siderack mit edlen Prozessoren?

Die Antwort auf die Eingangs gestellte Frage zur Spitzenposition in diesem Test lest ihr im Fazit.

Wie unterschieden sich analoge und digitale Mixer? Hier ein Video:

Fazit

Wir haben fünf 12-Kanal-Mischpulte verglichen. Wie schon beim Lesen der Daten und Ausstattungsmerkmale auffällt, ist es nicht so einfach, sich für „das richtige Pult“ zu entscheiden. Zu unterschiedlich sind die gebotenen Features, zu unterschiedlich ist die Ausstattung. Selbst die Bandbreite der aktuellen Preise ist sehr weit gefächert und reicht von 179 Euro für das Behringer Mischpult bis hin zu 444 Euro für das Allen & Heath Pult.

Für Schnäppchenjäger kann ich das Behringer Xenyx QX1222USB empfehlen. Es punktet mit einer umfangreichen Ausstattung bei sagenhaft günstigem Preis. Trotz kleinerer Abstriche im Bereich der USB-Schnittstelle ist für mich das Allen & Heath ZED 12-FX (umfangreicher Testbericht vorhanden) der Gewinner, wenn der Blick in den Geldbeutel keine Rolle spielt. Das Soundcraft EFX 12 ist wie die anderen Mischpulte in klanglicher Hinsicht hervorragend, doch es scheint in puncto Bedienkomfort ein wenig überholt zu sein. Ein gutes Allround Mischpult mit hervorragenden Effekten ist das Yamaha MG 12 XU. Details zu diesem Mischpult finden sich ebenfalls im ausführlichen Einzeltest. Und wer auf kompakte Abmessungen und sehr gute klangliche Eigenschaften Wert legt, dabei aber vor allem auf jeglichen „Schnickschnack“ verzichten will, dem kann ich mit gutem Gewissen das Mackie 1202 VLZ4 ans Herz legen.

Zu den Bewertungen: jedes Pult ist auf seine Art und Weise sicherlich gut bis sehr gut. Doch das Allen & Heath hebt sich ab und wird hier in diesem Vergleich deshalb besonders ausgezeichnet; wenngleich es im Einzeltest weniger gut abschnitt.

Preis

  • Verkaufspreis Allen & Heath ZED-12 FX: 444,- Euro
  • Verkaufspreis Behringer Xenyx QX1222USB: 179,- Euro
  • Verkaufspreis Mackie 1202 VLZ4: 232,- Euro
  • Verkaufspreis Soundcraft EFX 12 (EFX 8): 298,- Euro (259,- Euro)
  • Verkaufspreis Yamaha MG12 XU: 349,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    Jörg Hoffmann  RED

    Effekte im Mixer nur wenn sie gut sind. Aber genau hier liegt das Problem: Wenn man als Hersteller am heiß umkämpften Markt der 12 Port Mixer bestehen will, dann muss wohl auch ein Effektprozessor ins Lastenheft – egal, ob er gut ist, oder nicht. Ich fände es gut, wenn man das gesparte Geld lieber in hochwertige Verarbeitung und ordentliche Preamps ( und/oder gutes USB AudioInterface) stecken würde.

    • Profilbild
      dilux  AHU

      alle hier angebotenen mixer gibt es auch ohne fx, allerdings sind sie dann einfach nur günstiger, nicht hochwertiger…wer einen besseren klang möchte, muss schlicht mehr geld investieren, wobei man für deutlich wertigere komponenten immer noch im dreistelligen €-bereich bleiben kann…

    • Profilbild
      Jörg Hoffmann  RED

      Die aktuellen ZEDs sind die „Urahnen“ des R16, aber bis auf Knöpfe und Optik ist in den neuen ZEDs wohl kaum R16 Technik drinnen. Der R16 hat ja eine Firewire Soundkarte und spezielle Preamps und kostet (ja den gibt es immer noch) über 2.000 Euro, während ein „vergleichbarer“ ZED16FX in der 500 Euro Klasse liegt.

  2. Profilbild
    Doc  

    Intressanter Vergleichstest.

    Was mich stoert ist das einige Hersteller auf Stereo Returns Aux verzichten.
    So muss man immer Einen oder mehrere der Stereokanäle opfern.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.