Workshop: Grundlagen des Mastering

20. September 2005

Grundlagen des Mastering

Grundlagen des Mastering

Grundlagen des Mastering

Gleich vorab: Dieser Artikel richtet sich an Einsteiger –  als weiterführende Lektüre empfehlen wir den AMAZONA.de-Dreteiler MASTERING von Toningenieur Armin Bauer.

Grundlagend es Mastering

Im Folgenden wird exemplarisch der Ablauf eines Masterings beschrieben. Diese Arbeitsanweisungen sind jedoch nur als Vorschlag und nicht als absolute Anleitung anzusehen. Einige Tipps können sicherlich sehr oft helfen oder sind auf jeden Fall wie beschrieben durchzuführen (technische Bearbeitung wie Normalisieren, DC-Offset etc), andere hingegen nur bedingt, da es verschiedene Möglichkeiten je nach Geschmack und Vorliebe gibt (Routing von EQ und Kompressor etc).Letztendlich liegt es im Ermessen des Mastering-Engineers, den richtigen Weg zu finden.

Unser Beispielsong basiert auf einem E-Piano Schema mit einem Drumloop, einigen Percussions, Arpeggiator Lines, einem moogartigen Bass und einer Funk-Gitarre. Trotz dessen es eine „Rechnerproduktion“ ist bei der lediglich die Gitarre eingespielt wurde, hat der Song noch eine Menge Dynamik und geringe Lautheit.

Mastering – Erste Arbeitsschritte

Die Audiodatei sollte im digitalen Format innerhalb des Rechners vorliegen. Zunächst diese kopieren und die folgenden Arbeitsschritte mit der Kopie durchführen

Grundlagen des Mastering

Original Mix

Die kopierte Audiodatei in die Bitrate konvertieren, mit der das benutzte Programm intern arbeitet (z.B. bei Wavelab 32 Bit). Dies ist vor allem wichtig bei Fades und filigraner Musik wie Jazz, Klassik etc.) Noch kein Fades machen! DC-Offset entfernen. Die sogenannten Gleichspannungsanteile sind heute dank guter Wandlerqualität selten geworden. Trotzdem sollte dieser Schritt nicht fehlen Normalisieren: die höchste Pegelspitze (Peak) auf ca. –0.3db bis –0.4db normalisieren, nicht höher, da sonst im restlichen Mastering-Prozess nicht genügend Headroom vorhanden ist

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Normalized Mix

Denoising:

entweder mit Noise Print oder mit Noise Reduction Software, sofern nötig Declicking: mit Software oder in schwierigen Fällen mit dem Stift Klicks und Knackser entfernen. Braucht meistens auch nur angewendete zu werden, wenn von älteren Schallplatten Material überspielt wurde. Limiting: es ist durchaus sinnvoll, schon vor der weiteren Dynamikbearbeitung einen Limiter einzusetzen, um musikalisch nicht relevante Peaks zu limitieren und so schon im Vorfeld 3-4 dB mehr an Pegel zu erreichen. Dabei den Threshold so einstellen, dass wirklich nur die höchsten Pegelspitzen bearbeitet werden.

EQing: Equalizer wenn möglich so einsetzen, dass Frequenzen abgesenkt werden. Anhebungen nur in Notfällen und sehr sparsam durchführen! Eine Vorgehensweise bezüglich Absenken „mulmender“ Frequenzbereiche ist, Frequenzen im Grundtonbereich des Songs schmalbandig leicht abzusenken! Im Falle unseres Beispielsongs wurde ein Lo Cut bei 30 Hz gesetzte (darunter spielen sich eh kein relevanten Informationen mehr ab), der Bassbereich bei 67 Hz schmalbandig angehoben (+4dB) und bei 130 Hz etwas abgesenkt. So konnte der Bassbereich etwas „entmulmt“ werden, bedingt durch Überlagerung und daraus entstehender Resonanz von Bass Drum und Bass. Mit einem Hi Shelf bei 10 kHz wurde der Höhenbereich etwas aufgefrischt 8+4dB), ein Exciter oder Enhancer ist kaum notwendig

A/B Vergleich:

eine Referenzproduktion auf den gleichen Lautsprechersystemen zur klanglichen Orientierung probehören Dynamics anwenden: Kompressor oder ähnliche Dynamiceffekte anwenden; hierfür wurde ein Multibandkompressor verwendet um alle Frequenzbereiche leicht zu komprimieren

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Multipressed Mix

A/B Vergleich Probehören:

den Track auf anderen Lautsprecher probehören Psychoakustische Effekte anwenden: Exiter, Enhancer, Stereobasisverbreiterung oder ähnliche Klangverbesserer anwenden; da der Einsatz gerade von stereobasisverbreiternden Effekten immer eine heikle Angelegenheit ist und der Song schon aufgrund seines Mixes relativ „breit“ klingt wurde auf den Einsatz von solchen Effekten verzichtet. Der Obertonbereich klingt auch recht präsent, ein Exciter ist daher auch nicht unbedingt notwendig. Limitieren: mit dem Limiter die Dynamik begrenzen; auf dem Bild zu erkennen: der deutlich höhere RMS-Pegel des Gesamtsignals (-1dB)! Die Reihenfolge von Limiter, EQ, Kompressor ist beliebige und kann unterschiedliche Ergebnisse bringen. Letztendlich sollte am Schluss der Signalkette jedoch ein Limiter sein um einem Übersteuern vorzubeugen! In unserem Fall wurde ein Loudness Maximizer eingesetzt, was bei Produktionen mit überwiedegn akustischen Instrumenten jedoch nicht immer gut klingen muss. Hier sollte man ein klein bisschen Leben erhalten! In unserem fall bewirkte der Einsatz des Loudness Maximizers, dass Snare und Hi Hat plötzlich recht laut und scharf klangen. Ein kurzes Nachregeln des EqQs bei 3,5 kHz 8-3,5dB) brachte Besserung.

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Finaler Loudness Angleich

Den fertigen Track Normalisieren:

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Vorher / Nachher

der fertige Song sollte nochmals normalisiert werden, jedoch auch nur-0,4- 0,2 dB insofern das nach der Dynamikbearbeitung noch nötig ist Sample Rate/ Bit Rate konvertieren und dem verwendeten Master anpassen. Mesit wird auf eine CD-R gebrannt, dann sollte der fertige Track in 44,1 kHz/ 16Bit konvertiert werden. Ist ein hochwertiger Dithering-Algorithmus (wie z.B. Apogee UV22) verfügbar, diesen unbeding einschalten. Song abspeichern: eine sinnvolle Benennung des Tracks ist vorteilhaft um den Überblick zu behalten A/B-Vergleich mit dem Ausgangsmaterial: dazu die gewonnene Lautheit wieder reduzieren (Leveler am Ende der Bearbeitungskette), damit beide Versionen mit gleicher Lautstärke bewertet werden können, um evtl. Klangveränderungen besser wahrnehmen zu können. Diesen A/B-Vergleich auch nach jedem klang- bzw. dynamikbearbeitendem Schritt (ab 5.) wiederholen. Im folgenden Audiobeispiel wurde das Ausgangsmaterial mit dem Endergebnis zusammengeschnitten. Achtung, es wird nach ca 8 Sekunden recht laut!

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    die emphelunf eines exiters auf der summe halte ich für unproffesionell auserdem wird derr höhenbereich im radio eh abgesengt -der dann arbeitende limiter verfälscht das klangbild.

    • Profilbild
      Tyrell  RED

      Die sind nach mehreren AMAZONA.de-Online-Umzügen tatsächlich verschütt gegangen. Bite am besten zu Ar,om Bauers Mastering-Workshop-Reihe wechseln, diese sind sehr viel ausführlicher und mit Audiobespielen unterlegt: fantasy workshop mastering digital painting techniques

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