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Workshop: Loudness War, lauter ist nicht besser

Mastering: Warum lauter nicht gleich besser ist

17. Juni 2022
Workshop Loudness War Lauter ist nicht besser

Workshop: Loudness War, lauter ist nicht besser

Loudness Normalisation klingt nach einem technischen und langweiligen Begriff. Lass mich versuchen, dir zu erklären, warum er entscheidend sein kann darüber, wie deine Musik online klingt.

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„Klingt super so, aber kannst du das noch lauter machen?“

Diese Frage bekomme ich in meinem Alltag als Mastering-Ingenieur immer wieder zu hören. Meine Antwort:

„Klar, kann ich machen, aber bist du bereit, den Preis dafür zu bezahlen?“

Mit dem Preis meine ich nicht das, was ich dafür berechne, sondern die negativen musikalischen und klanglichen Artefakte, die mit einem zu lauten Mastering einhergehen.

In diesem Artikel werde ich erklären, wo das Problem liegt und darstellen, warum super laute Master heutzutage auf Spotify und Co. keinen Sinn mehr ergeben. Im Gegenteil: Zu stark komprimierte Master können klanglich sogar kontraproduktiv sein. Stichworte: Verlust von Dynamik, unschöne Artefakte durch heftiges Clipping usw.

Aber Moment: Jahrelang haben wir Musiker:innen und Produzent:innen gelernt, dass es von Vorteil ist, wenn unser Master lauter ist als die Konkurrenz! Und jetzt soll das alles nicht mehr gelten?

Loudness War – oder warum lauter nicht immer besser ist

Alle Audiosysteme, egal ob analog oder digital, haben eine Obergrenze (auch Headroom genannt), die definiert, wie laut Signale sein können, bevor sie verzerren. Diese Obergrenze ist uns durch die Physik vorgegeben und damit quasi nicht verhandelbar. Während dieser Übergang bei analogen Geräten oft fließend ist und sich meist auch noch klanglich reizvoll nutzen lässt (Stichwort: Bandsättigung), ist bei digitalen Systemen naturgemäß bei 0dB Schluss. Alles darüber hinaus klingt schnell grenzwertig und schrill.

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Das ist wichtig als Grundlage, um zu verstehen, warum ein Mix oder Master eben nicht beliebig laut gemacht werden kann. Irgendwann stößt man dabei nämlich an die Grenzen des Systems und die Musik beginnt zu verzerren. Um die Musik dennoch lauter zu bekommen, bleiben einem dann zwei Mittel:

  1. Beschneidung der Spitzenpegel durch Limiting und/oder Clipping, um den dadurch gewonnen Headroom zu nutzen, um den Mix lauter zu machen
  2. Verdichtung des Materials mithilfe eines Kompressors, um die Durchschnittslautstärke oder den RMS-Pegel zu erhöhen

Natürlich waren Limiter und Kompressor schon immer essentielle Werkzeuge bei der Musikproduktion und haben dort selbstverständlich auch ihre Berechtigung. Ein Problem entstand erst, als diese Tools in den 90er-Jahren immer besser wurden und immer mehr Tontechniker angefangen haben, die Grenze des technisch Machbaren weiter auszureizen. So gab es irgendwann immer bessere Limiter (vor allem auf digitaler Ebene) und im Bereich der Kompression begann man irgendwann exzessiv mit Multiband-Kompressoren zu arbeiten, die eine noch höhere Loudness erlaubten.

Dadurch verlor die Musik immer mehr an Dynamik und klang immer aggressiver. Bekannte Negativbeispiele sind zum Beispiel das Metallica Album „Death Magnetic“ (2008) oder „Californication“ (1999) von den Red Hot Chili Peppers. Vergleicht man etwa die letztgenannte Platte mit dem 1991er-Werk „Blood Sugar Sex Magic“ derselben Band, so wird deutlich, was innerhalb weniger Jahre im Bereich Loudness War passiert ist. Auf „Californication“ sind die einzelnen Songs um bis zu 8 dB lauter! Die Musik darauf klingt viel spitzer, aggressiver und ermüdet dadurch das Gehör schneller. Ganz anders „Blood Sugar Sex Magic“, hier klingt alles voll, rund und warm und hat noch jede Menge Punch und Transienten.

Workshop: Loudness War, Lauter ist nicht besser

Irgendwann war klar, dass es (technisch) nicht noch lauter gehen würde und es gab auch erste Studien, die belegten, dass lautere Master gar keinen messbaren oder gar positiven Einfluss auf Verkäufe oder Airplay im Radio hatten.

Die Lösung für den Loudness War: Loudness Normalisation

Abhilfe kam dann unerwartet durch die Verbreitung von Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music etc. Man kann zwar davon ausgehen, dass eine möglichst audiophile Klangqualität nicht die höchste Priorität in den Chefetagen der genannten Anbieter hatte, jedoch hatten diese Dienste ein ganz anderes Problem: Auf Streaming-Diensten wird Musik bekanntlich immer mehr in Playlists statt in Albumform genutzt. Aber kein Hörer hat Lust, nach jedem Titel die Lautstärke anzupassen, weil der nächste Song plötzlich viel lauter oder leiser ist. Um dieses Problem zu umgehen, wird eine Technik namens „Loudness Normalisation“ genutzt. Dazu wird zunächst von jeder Plattform ein Loudness-Standard definiert. Zum Beispiel bei Spotify liegt dieser bei -14 LUFS (mehr zu LUFS weiter unten). Jeder neu hochgeladene Titel wird nun vom Spotify Algorithmus zunächst analysiert und sein LUFS-Wert berechnet. Titel, die zu leise sind, werden angehoben und Titel, die zu laut sind, eben abgesenkt, um im Ergebnis ein Hörerlebnis ohne Lautstärkesprünge zu haben. Dazu zwei Beispiele:

  1. Titel A hat eine Loudness von -18 LUFS, ist also leiser als die Spotify Vorgabe und wird demzufolge um 4 LU (Loudness Units) angehoben.
  2. Titel B hat eine Loudness von -9 LUFS und ist damit 5 LU zu laut. Beim Upload wird dieser Titel also entsprechend abgesenkt.

Beide Varianten führen zu einer ganzen Reihe von Problemen. Im ersten Fall kann es sein, dass die Anbieter einfach einen Limiter einsetzen, um zu verhindern, dass der Titel übersteuert, wenn er lauter abgespielt wird. Wie dieser Limiter klingt und was er mit deiner Musik macht liegt außerhalb dessen, was du beeinflussen kannst. Nicht gut also. Bei lauten Titeln haben wir dagegen das Problem, dass diese nach der Absenkung nicht mehr laut und im Vergleich zu dynamischeren Titeln im Ergebnis oft viel flacher und lebloser klingen. Klar, wir haben ja beim Mixen und Mastern fast alle Transienten und Attacks geopfert, die gemeinhin für einen knalligen und punchigen Sound vonnöten sind.

Hier noch eine Grafik, die das ganze Dilemma zwischen einem für Streaming optimierten Master (-14 LUFS) und einem zu lauten Master (Beispiel 2 von oben) gut illustriert:

Loudness Normalisation Mastering

Ohne Loudness-Normalisation, also vor dem Upload, würde das rote Master viel lauter klingen und man hätte beim grünen Master die ganze Zeit das Verlangen, es auch so laut zu machen. Denn wie wir wissen, klingt lauter hörpsychologisch immer erstmal besser. Nach dem Upload klingen beide aber gleich laut. Das ganze Limiting im roten Beispiel war also umsonst. An der Wellenform lässt sich ja ganz deutlich sehen, wieviel Pegelspitzen geopfert wurden, um den Titel so laut zu bekommen.

Was bedeutet das nun für Mixing & Mastering?

Bevor wir nun dazu kommen, was das für uns als Musikschaffende bedeutet, möchte ich noch eine Sache klarstellen: Jeder darf, soll und kann natürlich seine Musik so laut mastern, wie man möchte. Es soll Stilistiken geben, wo solch ein stark komprimierter und verzerrter Sound das Maß aller Dinge ist und genau so gewollt ist. Jeder sollte sich nur im Klaren darüber sein, welcher Preis dafür gezahlt werden muss.

Für alle die Dynamik, Punch und eine hohe Audioqualität zu schätzen wissen, nachfolgend einige Tipps für den Umgang mit Loudness-Normalisation:

Wie laut soll ich mixen und mastern?

Ich persönlich achte beim Mixen darauf, irgendwo im Bereich von -18 LUFS zu landen. Bin da aber ganz undogmatisch, wenn es ein wenig lauter oder leiser wird. Wichtig ist mir nur, dass der Mix noch mindestens ein, 2 dB Headroom hat. Beim Mastering wiederum ziele ich auf einen Wert von ungefähr -14 LUFS, da das ein gesunder Kompromiss zwischen all den unterschiedlichen Plattformen ist. Auch hier gilt: Klang geht vor! Wenn ein Master mit -12 LUFS am besten klingt, dann ist das eben so.

Muss ich für jede Streaming Plattform ein extra Mastering machen (lassen)?

Wie oben schon angedeutet, nutzt jede Streaming-Plattform einen eigenen Standard für Loudness-Normalisation. Grob gesagt, bewegen sich dabei alle im Bereich zwischen -13 und -15 LUFS. Deshalb strebe ich einen Wert von circa -14 LUFS an, der einen guten Kompromiss darstellt. Ein extra Mastering für jede Plattform zu machen, ist meiner Meinung nach überflüssig. Zumal ja auch niemand weiß, wie sich diese Standards in Zukunft entwickeln.

Was ist mit CD und Vinyl?

Hier kannst du natürlich tun und lassen, was du willst. Aber letztendlich hat ja jeder Hörer einen Lautstärkeregler und kann deine Musik so laut hören wie gewünscht. Es spricht also nichts dagegen, das Master vom Streaming auch hier zu nutzen. Bei Vinyl kommt noch dazu, dass sich dynamischere Master meist besser anhören als heillos überkomprimierte Produktionen.

Was ist mir Radio Airplay?

Falls du dir Sorgen machst, dass ein dynamisches Master im Radio leiser klingen könnte als die Konkurrenz, kann ich dich auch hier beruhigen. Jeder Radiosender schickt sein Signal noch einmal durch spezielle Sende-Prozessoren (inkl. Multiband-Kompressor + Limiter), die die Musik noch weiter verdichten und komprimieren. Damit wollen die Radiosender sicherstellen, dass alles, was sie senden, egal ob Musik oder Wortbeitrag, gleich laut klingt. Du hast hier mit einem dynamischen Master sogar einen Vorteil, da dieses nicht so empfindlich auf die Bearbeitung reagiert wie ein Master, das von sich aus schon total komprimiert ist.

Und wie laut mastern die Profis?

Bleibt die Frage, wie diese Prinzipien in der Realität umgesetzt werden. Halten sich alle daran? Was machen die Profis?

Leider scheint diese Problematik und das Prinzip der Loudness-Normalisation noch immer nicht bei allen Mixing & Mastering Kolleg:innen angekommen zu sein. Und so findet man immer wieder auch aktuelle Produktionen, die teils unglaublich laut und damit auch verzerrt und lieblos klingen. Hier ein kleiner Tipp, wie du das selbst mit deiner eigenen Lieblingsmusik überprüfen kannst: Gehe zu YouTube und wähle einen aktuellen Clip aus. Dann klickst du mit einem Rechtsklick auf das Bild und wählst die Option „Statistik für Interessierte“. Hier gibt es nun einen Punkt „Volume/Normalized“, der anzeigt, um wie viel dB das Audiomaterial dieses Videoclips angehoben oder abgesenkt wurde. Negative Werte zeigen eine Anhebung, positive Werte zeigen an, dass das Material abgesenkt wurde. Auf diese Weise habe ich auch die Werte ermittelt, die ich weiter oben beim Thema Loudness War genannt hatte.

Was ist eigentlich LUFS?

LUFS ist die Abkürzung für „Loudness Units Full Scale“. Mit dieser von der EBU (European Broadcasting Union) unter dem Begriff R128 festgelegten Empfehlung zur Lautheitsmessung können drei Werte dargestellt werden: Momenraty, Short Time und Intergrated.

  • Momentary misst dein Material über die letzten 400 ms und ist in etwa vergleichbar mit einem RMS- oder VU-Meter.
  • Short Time hingegen misst das Signal über die letzten 3 Sekunden.
  • Integrated berechnet die Lautheit eines Musikstückes über die gesamte Dauer und ist am besten mit Offline-Tools zu messen.

Loudness War auf Youtube

Bei allen hier im Artikel genannten Werten ist übrigens Integrated gemeint. Je höher der Wert, desto lauter ist der Song und desto weniger Dynamik hat er. Die Werteinheit nennt sich LU für Loudness Unit. Ein Unterschied von 1 LU entspricht dabei 1 dB.

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Fazit

Wie man hoffentlich gesehen hat und vor allem gut hören kann, lohnt es sich heutzutage nicht mehr, dem Loudness War hinterher zu rennen und zu versuchen, das lauteste Master zu erreichen. Vielmehr lohnt es sich, wieder vermehrt auf klangliche Aspekte zu achten und die Dynamik der Musik zu erhalten. Gut gelaunte Hörer:innen ,die vor Begeisterung unsere Musik lauter drehen, könnten die Folge sein.

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Forum
  1. Profilbild
    Flowwater AHU

    Danke! Vielen lieben Dank lieber moritz, für diesen Artikel! Danke! Danke und nochmals Danke! Auf den Knien und ins Nachtgebet eingeschlossen: Danke! Ich kann es nicht oft genug wiederholen. 😃👍

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Hi Henrik, vielen leiben Dank für deinen Kommentar. Freut mich zu hören, dass der Artikel gefällt und die Problematik auch anderen bewusst ist.

  2. Profilbild
    Baeno

    Ein super Artikel!
    Vielen Dank für diese Erläuterungen. Das sind doch mal hilfreiche Informationen.

  3. Profilbild
    lunatic AHU

    Schön kurz und bündig Problematik und Lösung aufgezeigt, und das narrensicher.
    Sehr gut geschrieben

  4. Profilbild
    Trichter

    Guter Artikel. Ich hätte noch ein bisschen mehr Erklärung zu LUFS gut gefunden. Soweit ich weiß ist das quasi ein RMS Wert, der nochmal auf die Frequenzempfindlichkeit des menschlichen Gehörs angepasst ist, oder?

    Und noch 2 kleine Fehler:
    – „Momenraty, Short Time und Intergrated.“
    Da sind einige Tippfehler versteckt.

    – Der Lautstärkeregler in der ersten Grafik geht nur bis 10. Laut spinal tap müsste der bis 11 gehen!!!! ;)

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Stimmt natürlich, das Bild kann so nicht bleiben, dass muss bis 11 gehen ;-)

      Danke für den Hinweis zu den Tippfehlern.

      Zu deiner Anregung: Ich wollte den Artikel kompakt halten. LUFS wäre glaube ich Thema für einen komplett eigenen Artikel. Und ja RMS entspricht grob dem was bei LUFS Momentary genannt wird. Und auch wahr LUFS achtet bei der Bewertung darauf welche Frequenzen vom Gehör wie laut empfindet und versucht so mehr dem menschlichen Hörempfinden gerecht zu werden.

  5. Profilbild
    TobyB RED

    Gut geschrieben. Vielleicht müsste man noch EBU R128 anführen. Da sinds dann -23LUFS. Allerdings nehmen das einige Tonmeister bei TV/Radio auch nicht so ernst. ARTE, der BR und die ÖRs schon. Pro Sieben und Sat1 gar nicht. Ganz übel MTV :-D

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Hi Toby, hab selbst lange Jahre für diverse TV Stationen gemixt. Meine Erfahrung war, wenn man sich nicht an R 128 hält hauen die einem das um die Ohren und man muss nachsitzen. Von daher habe ich da peinlich genau drauf geachtet, aber das kann ja bei jedem Sender anders sein. LG Moritz

      • Profilbild
        TobyB RED

        Deswegen hab ich ja ein bischen differenziert. Aber das Thema ist schon wichtig. In Zeiten von immersive und 3D Audio kommt man mit der Loudnesswurst nicht weiter. ;)

  6. Profilbild
    Marco Korda AHU 1

    Hallo Moritz,

    endlich nimmt ein Kollege dieses Thema mal auf. Vielen Dank dafür. Nach meiner Erfahrung ist es (leider) so, dass der Kunde seine Hoheit nutzt, um das Endprodukt dann doch an die Wand zu fahren. In meinen Techno-Master, die ich zahlreich für diverse Kunden erledige, ist Lautheit das einzig Wahre. Die Argumentation, die ich aufbiete, wird deswegen nicht griffig, weil die Musiker mit anderen Ohren da ran gehen. Das ist etwas schade, aber so ist das nun mal.

    Danke an den Autor – im Namen aller Mastering-Engineers.

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Hi Marco, das Thema Mastering für Techno,EDM etc ist tatsächlich auch ein wunder Punkt in meiner Argumentation. Schlicht und ergreifend, weil es bei den gängigen DJ-Apps (meines Wissens) keine Loudness Normalisation gibt und der eigene Track dann tatsächlich wesentlich leiser klingen könnte im Club. Ich persönlich mach fast überhaupt keine EDM und artverwandtes weswegen mich die Thematik nur am Rande berührt. Einen guten Ansatz finde ich in dem Fall, einfach zwei Master anzubieten, eines für den Club und eines für die Streaming Portale.

  7. Profilbild
    Sven Marq

    Ich schneide und mische auch TV Dokus. Dieses RTW nutze ich nie. Wir haben einen Headroom von -9db und da komme ich kurz drüber. Beim Mixing geht es hauptsächlich um Struktur. Sowohl bei TV Produktionen als auch bei der Musik. Bestimmte Frequenzen brauchen Platz. Ich kann nicht alle Töne gleich behandeln. Wenn da ein Stück Metall in einen Container fliegt, dann will ich das hören können. Aber auch so, dass es nicht den Kommentar tangiert. Lösung der Kommentator passt seinen Text so an, das dieser Klang frei steht. Motoren Geräusche muss man auch hören, aber natürlich nicht so präsent, wie das Stück Metall. So behält man Dynamik. Ich denke mal, das funktioniert bei Songs nicht anders. Dieses ganze Komprimieren klaut diese Dynamik. Es wird ein Brei. Von daher richte ich mich nach meinen Gehör und empfinden. Nicht nach diesem RTW Messer.

  8. Profilbild
    ukm

    Danke für den informativen Artikel.
    Mich würde auch einmal eine ergänzende Betrachtung zum „dynamic range“ gegenüger dem „loudness range“ interessieren.

  9. Profilbild
    Filterpad AHU

    Ich für meinen Teil Pegel die Spitzen ab und fertig. Was das für Werte sind sollte ich mal genauer herausfinden. Danke M. für den Artikel.

  10. Profilbild
    Sudad G

    Schöner und informativer Bericht!
    Die ganzen LUFS Vorgaben machen natürlich nur dann Sinn, wenn sich alle daran halten würden. Das ist aber leider nicht immer der Fall. Eher noch im TV- und Broadcast-Bereich. Da klappt das irgendwie.
    Im Musikbereich (Spotify, itunes, beatport, traxsource etc.) würde ich heute aus negativer Erfahrung eher so Mastern wie für eine CD und dann vor allem das Master stichprobenartig mit anderen Künstlern auf der jeweiligen Plattform vergleichen, dass man da ungefähr subjektiv gleich laut ist. Dieses Ganze Mastern nach LUFS-Vorgaben für bestimmte Plattformen bringt leider meist nichts.
    Habe ich anfangs so gemacht und war dann immer viel zu leise. Seit ich nur noch wie für eine CD master also -10.0 LUFS, klingen meine Tracks auf Spotify und beatport endlich richtig. Dabei entscheide ich auch immer nach Gehör. Der ein oder andere Track klingt dann eben bei -11.0 LUFS besser als bei -10.0 LUFS, auch wenn er dann minimal leiser ist. Auf -14.0 LUFS oder gar -16.0 LUFS zu mastern, wie es z.B. Spotify oder andere Streaming-Anbieter empfehlen, werde ich nicht mehr machen, denn dann ist man definitiv viel leiser als alle anderen.
    Häufig hängt ja auch nochmal ein Vertrieb dazwischen, bei dem man die Songs uploaden muss und die wollen dann wieder ein CD-Master mit -10.0 LUFS. Da hat man ohnehin nicht die Möglichkeit verschiedene LUFS Werte anzubieten.

  11. Profilbild
    Tomtom

    Was für informativer Artikel! Klasse! Der Tipp bei YouTube „Statistiken für Interessierte“ war ja höchst aufschlussreich! :-)

  12. Profilbild
    Sudad G

    Noch eine Anmerkung:
    Man sollte natürlich während des Anpassens der Limiter-Parameter Input bzw. Threshold und Output auch immer die Gainreduction des Limiters im Auge behalten.
    Da sind klanglich ab einem gewissen Punkt Grenzen gesetzt. Irgendwann hast Du dann zwar den erwünschten LUFS-Wert erreicht, aber unter Umständen ist die Gainreduction im Limiter viel zu hoch. Was dann?
    Da die Lautheit eines Songs nicht nur über den Limiter erzeugt werden kann, sondern schon beim Produktions- und Mischprozess teilweise erfolgen kann, ist es aus meiner Erfahrung her ratsam schon während des Mischens immer mal wieder den Limiter und die LUFS-Anzeige abzulesen, um zu überprüfen, wie laut ist mein Mix eigentlich überhaupt. Den Song kann man auch im Mixing-Prozess durch dezente Saturation, EQ etc. der einzelnen Gruppen und Einzelkanäle schon etwas lauter hinbekommen. Man erreicht dann so ebenfalls einen Wert von -14 db LUFS ohne den Limiter anschließend quälen zu müssen. Daher bin ich eher ein Freund vom eingeschalteten Summen-Kompressor und Limiter schon vor dem eigentlichen Mastering-Prozess. Man hat dann mehr Möglichkeiten den Mix noch etwas anzupassen, um den Summenkompressor und den Limiter später etwas zu entlasten und erreicht dann leichter den gewünschten LUFS-Wert. Dann ist auch der häufig durchknallende True-Peak Wert seltener ein Problem.

  13. Profilbild
    SoundForger2000

    Apropos True Peak Level …

    Selbiger kommt meist zu kurz bei Betrachtungen der höchstzulässigen Pegelwerte. Sieht man sich mal CDs oder Downloads an stellt man fest, daß gemessen mit TruePeak-Anzeige die meisten Produktionen übersteuert sind. Eine Aufnahme die beispielsweise auf -1dBfs Peak normalisiert wurde (normal sind eher -0.1dB oder -0.3dB Peak) kann durchaus +1.0dBTP aufweisen. Ich habe bereits bis zu +3.5dBTP gemessen ! Äh, hallo ?
    Je höher der RMS-Level ist desto höher die Wahrscheinlichkeit von Inter-Sample-Peaks. Leider scheint das den allermeisten Kollegen am Popöchen vorbei zu gehen und das, obwohl es schon seit Jahren sowohl TP-Masteringlimiter als auch TP-Anzeigen gibt. Und selbst wenn die Inter-Sample-Overs nicht gleich hörbar werden, sie könnten es aber zukünftig. Immer mehr DACs und Processing Chains arbeiten mit Oversampling, wodurch sich die grundsätzliche Problematik nochmals verschärft.
    Ich verwende GRUNDSÄTZLICH TP-Limiter mit unter -2.0dBfs Ceiling um diese Problematik gar nicht erst aufkommen zu lassen, denn nicht jeder DAC senkt den Pegel um 3dB ab um TP-Overs zu vermeiden.
    Eine Programmverdichtung sehe ich übrigens, dies natürlich immer in Abhängigkeit von der Musik versteht sich, durchaus als absolut sinnvoll an. Da hilft ein simpler Dreh am Lautstärkeregler nicht wirklich.

  14. Profilbild
    teofilo

    Grundsätzlich verstehe ich ja die – nicht ganz neue: „1999“ – Diskussion.
    Aber wieviel Prozent der Musikhörer betrifft dies?
    Rundfunk und Streaming pegeln das aus, FOH bekommen nie(!) sauberen Sound hin, User nutzen zu über 90% Wiedergabegeräte, bei denen es egal ist.
    Geht es wirklich um klein-einstellig Audiophile?

    • Profilbild
      lunatic AHU

      Den Einwand verstehe ich. Trotzdem, muss man denn tatsächlich nur so hoch springen wie unbedingt nötig?
      Der Anspruch sollte schon höher sein.
      Aber vielleicht entspannt ja der Gedanke an das Bluetooth-Hörerklientel wenn der Mix doch mal etwas wehtut:)

      • Profilbild
        TobyB RED

        Grade bei Bluetooth Programmen musst du aufpassen. Sonst drückst dem Hörer eine akustische Wurst ins Ohr. Sieht komisch aus, hört sich nicht gut an. Hinzukommt das je nach Betriebsystem, Codec, Bluetooth Version, Kopfhörer das Programm noch mal angefasst wird. Vergleiche mal z.B iOS12 und iOS15, mit einem Airpod oä. Das wird nicht besser, wenn man alles noch mal wurstet. Und es ist ein Trugschluss, dass ein schlechtes Programm durch 3D und Immersive Audio aufgewertet wird.

        • Profilbild
          lunatic AHU

          Hey TobyB, wolkte damit sagen: über Bluetooth-Box klingen für mich selbst die besten Aufnahmen grandios schlecht. Leute die hauptsächlich auf diese Art Musik konsumieren sind vermutlich oft die Mühen des Engineers nicht wert.
          Natürlich total überspitzt formuliert aber im Kern nicht ganz falsch.
          Der Anspruch an die Qualität wird ja bei uns allen trotzdem ein anderer sein.

          • Profilbild
            Talco

            Das ist in sofern schon im Kern falsch, als dass man auch auf Bluetooth-Boxen gestreamter Musik die Lautheitsunterschiede deutlich anhört. Auch ohne „Experten-Ohren“.

          • Profilbild
            TobyB RED

            Ich hab keine BT Boxen ;-) Nur AirPods Pro. Wenn ich klassische Kopfhörer bemühen will muss ich auf iPhone6 umsteigen. Ich denke die große Masse der Konsumenten tickt nach dem Motto „Hauptsache es knallt und drückt“. Für mich ist das schon ein Qualitätsmerkmal wenn eine Produktion „Bluetooth“ und Stöpsel im Ohr übersteht. Weil im Zweifelsfall hat der Produzent, Tonmeister, Mastering Typ dann alles richtig gemacht. Und vorher ist auch nicht viel schief gelaufen.

    • Profilbild
      S_Hennig

      Ich bin ja nur Hobby-Musik-Macher und Un-Audiophil-Musik-Hörer, aber es ist einfach eine Tatsache, dass ich mir in diesem Jahrtausend keine CD gekauft habe, die mir gefallen hat, und die auch in diesem Jahrtausend abgemischt wurde, von ein paar kleinen Indie-Studios abgesehen.
      Meine Lebenszeit ist zu kurz, um mir gestaltlosen Musikmatsch anzuhören. Ich kaufe nix mehr, wo „Remix“ oder „Sony“ draufsteht, und bevorzuge mittlerweile Aufnahmen aus der Zeit 1960-1989.
      Und mein Respekt an die Tonmeister (die den Namen verdienen), die mit der Hardware dieser Zeit einfach unglaubliches vollbracht haben, wächst mit jedem Jahr.

        • Profilbild
          TobyB RED

          Es ist auch heute noch richtiges Handwerk. Was sich geändert hat, die zur Verfügung stehende Zeit und die Arbeitsweise.

          • Profilbild
            Markus Galla RED

            Das mit dem Handwerk bezweifele ich sehr stark. Wenn ich alleine mal meine Ausbildung an der SAE mit der Ausbildung einige Jahre später vergleiche, fallen schon viele Unterschiede auf. Natürlich gibt es auch positive Aspekte und Schwerpunkte, die sich verändert haben. Aber es hat schon Gründe, warum eine Schallplatte von vielen Menschen als das bessere Medium gesehen wird. Und die liegen nicht in den Erkenntnissen von heute, sondern in der Praxis von früher, wo man sich der Limitierung der Schallplatte sehr bewusst war und so gemischt und gemastert hat, dass diese möglichst wenig ins Gewicht fallen. Und obwohl objektiv betrachtet die Schallplatte technisch erheblich schlechter dasteht als die CD und sogar vernünftig gemachte MP3, klingen die Aufnahmen von damals besser. Aber: Es musste außer der Schallplatte nur ein weiteres Medium bedient werden: die Kompaktkassette. Die Tonmeister beherrschten ihr Handwerk und die Arbeitsteilung Produzent – Recording-Tonmeister – Mischtonmeister – Mastering-Tonmeister hatte schon ihren Grund. Jeder hat genau sein Handwerk gelernt und auch wenn ein Bob Clearmountain gute Aufnahmen macht, ist sein Schwerpunkt der Mix und er ist da umso besser. Und ein Bob Ludwig nimmt eben nicht auf und mischt nicht. Und der Produzent macht nichts von alledem. Und wie ist es heute? Jeder muss alles machen und so sieht auch die Ausbildung aus.

            • Profilbild
              TobyB RED

              Das eine muss das andere nicht ausschliessen. Zum einen setzt ein Handwerk immer eine Ausbildung voraus. Das was du meinst sind Zeitdruck, Kostendruck und oberflächliche Ausbildung. Das hat noch nichts mit dem Medium zu tun.

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                Markus Galla RED

                Doch, gewissermaßen schon. Heute müssen Toningenieure (sofern es überhaupt noch Ingenieure sind), eine Vielzahl von Medien abdecken und gleichzeitig auch noch mehrere Jobs erledigen, die früher von Spezialisten gemacht wurden. Man kann in einer Ausbildung nicht alles abdecken und auch kein Spezialist für alles sein (es mag Ausnahmen geben). Früher hatte man sich ausschließlich um die Schallplatte zu kümmern, da musste es gut klingen. Das Medium hat zudem deutlich vorgegeben, wie mit Dynamik und Frequenzgang umzugehen ist – nicht irgendwelche Tools oder der Musikgeschmack. Beim Schneiden der Schallplatte konnten Fehler im Mix oder beim Mastering sehr, sehr teuer werden. Heute gibt es im Prinzip keine Limitierungen mehr und so viele verschiedene Medien, dass man im Prinzip für einen guten Klang auf allen gleichermaßen fünf oder sechs verschiedene Mischungen und Master anfertigen müsste. Wo das eine Medium gutmütig mit der Lautheitswurst umgeht, klingt das andere grauenvoll. Und dann kommt der Kosten- und Zeitfaktor noch hinzu, wobei ich mich immer frage, ob das eigentlich Relevanz haben sollte? Früher war der Weg vom Recording-Studio über den Mix, das Mastering, das Presswerk, Druckerei, Vertriebe und schließlich Läden unglaublich lang (und mit Postwegen versehen). Heute ist es ein Knopfdruck vom Master zur Veröffentlichung im Online-Store und Postwege gibt es auch nicht mehr.

                • Profilbild
                  lunatic AHU

                  Ich komme aus dem Handwerk. Niemand würde im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte einen einzigen Handwerker für alle anfallenden Arbeiten beauftragen. Es gibt aus gutem Grund zahlreiche verschiedene Gewerke. Ich denke man kann das auf nahezu alle Berufe oder Berufungen anwenden. Einer für alles, das geht meist schief.
                  Im Musikbereich ist es wenigstens nicht gefährlich. Höchstens für die Ohren😬

                  • Profilbild
                    lunatic AHU

                    Bis zum mixdown finde ich einen Alleingang auch legitim. Aber spätestens beim mastering, habe ich für mich entschieden, ist Schluss und eine andere Person muss ran. Unbefangen, mit analytischem Gehör, dem richtigen Handwerkszeug, Sachkenntnis und Erfahrung.

      • Profilbild
        liquid orange AHU

        Da stimme ich zu 100% zu. Wenn ich heute eine Dark Side oder Zep IV höre, dann haut mich das nach wie vor um. Klar, da gibt es auch heute gute Aufnahmen, aber dafür dass in den 50 Jahren. so massiv viel Technik entwickelt wurde, ist das Zeugs unwesentlich – wenn überhaupt – besser geworden. Gutes Hand- und Hirnwerk kann kaum durch Technik ersetzt werden…

  15. Profilbild
    Tropfstein

    Wow, voll ins Schwarze getroffen mit dem Artikel und wie man an dem regen Austauch hier im Forum sehen kann, auch ein sehr wichtiger Beitrag, um etwas Licht ins Pegel-Dunkel zu bringen!
    Kann dem Inhalt des Artikel zu 100% zustimmen. Das ist genau das, was ich meinen Kunden auch immer erzähle und womit am Ende dann auch alle glücklich sind.
    Gerade was Vinyl-Mastering anbelangt. Wobei es hier meiner Meinung nach auch immer noch eine Pegel-Lauflängen Relation gibt…..

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Schöne, dass es auch anderen Kollegen so geht. Vielleicht fehlt es ja auch einfach an guten Infos um den Kunden die Problematik anschaulich zu erklären. Den jeder möchte ja das beste für seine Musik. Vielleicht kann der Artikel ja ein wenig dabei helfen.

  16. Profilbild
    sonicbits

    Guter Artikel, vielen Dank!
    Einen guten Podcast zum Thema gibt es bei „Twenty Thousand Hertz“, Folge 78, inkl. diverser Audiobeispiele (Metallica und Co.).
    Für Audiointeressierte auch sonst ganz interessanter Podcast.

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      werd ich mir anhören, vielen Dank für den Hinweis.
      Auch ein guter Podcast zu diesem Thema ist “ Mastering Show“ von Ian Sheperd

  17. Profilbild
    Round Robin AHU

    Hallo Herr Maier,

    vielen Dank für diesen tollen und informativen Artikel.

    Das was Sie beschreiben, versuche ich seit Jahren in meiner Umgebung diverser Musiker zu erklären. Die meisten sind der Meinung, dass das Master an die Wand fahren muss, um gut zu klingen. Jedoch entsteht der von Ihnen beschriebene unangenehme Höreffekt. Kaputte Dynamik, überspitzer Klang und für die Ohren ermüdende Lautstärke. Leider sind manche Menschen unbelehrbar.

    Erez Eisen von Infected Mushroom geht genau den umgekehrten Weg. Dazu meinte er mal: „Ist es dir zu leise, dann mach halt lauter. Dafür passt die Dynamik und der Klang.“

    Nachmals vielen Dank für diese Arbeit. Vielleicht bewirkt das bei einigen etwas.

    • Profilbild
      d_eric

      Da muss der Herr Eisen ja offensichtlich etwas richtig machen, Infected Mushroom sind nicht ohne Grund deutlich über die Genregrenzen hinaus bekannt.
      Gerade im EDM Bereich ist mir aufgefallen, dass es eine Zeit gab, in der ich die älteren Sachen plötzlich zu leise fand. Mittlerweile (vermutlich dank Spotify und Co.) fällt mir auf, dass viele Tracks, die zwischen 85 und 95 entstanden sind heute vermutlich genauso wieder veröffentlicht werden könnten und noch einmal genauso viel Spaß machen würden, irgendwie ist da mehr los…

  18. Profilbild
    Garfield Modular AHU

    Hallo Moritz,

    Herzlichen Dank für dein sehr interessanten Artikel! Ich bin froh zu hören/lesen das ich nicht der einzige bin der sich Sorgen macht um das ganze Dynamik-lose und Loudness Thema! Viele gute Infos und TIps in dein Artikel :-)

    Das einzige das mich ein bisschen umwarf war das du geschrieben hast das du „nur“ ein Headroom von -2 dBFS nimmst. Das erscheint mir sehr wenig zu sein aber anderseits hast du wohl kein Wahl damit man überhaupt noch bei der Konkurrenz mit kommen kann in dieser „Crazy Loudness War“ ;-)

    Ich selber probiere um zirka -12 dBFS zu mischen damit ich noch zirka 10 bis 12 dB Headroom habe, damit der Dynamik doch noch etwas mehr „Platz“ hat um das mal so zu sagen.

    Anderseits muss ich ehrlich zugeben das ich so gut wie keine Erfahrung habe als Mastering Engineer, das mir das Thema aber mehr und mehr interessiert, gerade wenn es um den „Behalt von Dynamik“ geht.

    Herzlichen Dank für dein positiven Beitrag in dieses Thema und viele Grüße, Garfield.

    P.S.: Eine der wenige Musikhörer der noch probiert CD oder LP Aufnahmen zu finden die noch ein guten Dynamik haben und die ein (hohen) Aufnahme Qualität haben, leider wird das immer mehr zur eine Seltsamkeit :-(

    P.S.2: Und in eine HiFi Anlage kann man eigentlich nie genug Geld rein stecken um noch gerade den letzten „Bit“ an extra Qualität und Hörgenuss heraus zu bekommen ;-) Auch dabei bin ich vermutlich einer der letzten Mohikaner ;-)

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      moinho AHU

      Mhmm, ich hab das so verstanden, daß der Autor so bei 5LU mischt, aber nicht dogmatisch, aber zwischen dem Mix und dem Master noch mindestens 2LU haben will – also bei 5LU für den Mix und 9LU für den Master sind 4LU dazwischen, und das reicht. Und wenn der Mix eben ein bisserl heißer war reichts immernoch.
      11LU für nen Mix find ich schon ziemlich heiß, aber am Schluß isses auch ne Frage des Genres.

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        Garfield Modular AHU

        Hallo Moinho,

        Sicherlich hast du da recht das es auch eine Frage des Genres ist!

        Ich hoffe noch auf ein Input & Feedback von Moritz, der sicherlich mehr Ahnung von das Thema hat als ich :-)

        Schönes Wochenende und viele Grüße, Garfield.

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          Moritz Maier RED

          Also ich mixe (ungefähr) auf -18 LUFS und mastere auf -14. Beides nur als Daumenregel. Das sind ja wiederum beides Durchschnittdwerte. Die Spitzenpegel , also die einzelnen Peaks sollten dabei nicht über -1dBFS gehen. Man muss hier total aufpassen, dass man nicht Durchschnittswerte und Spitzenpegel durcheinander bringt. Falls dass noch unklar ist könnte ich mal versuchen das grafisch aufzubereiten ?

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            moinho AHU

            Und nicht vergessen die unterschiedlichen Durchschnittswerte ;). Und damits noch komplizierter wird, mißt R128 die 3 unterschiedlichen Durchschnittswerte in LU und die Spitzenwerte in LUFS, und verwendete zur weiteren Verwirrung noch „true peak“ aka „das siehst Du nicht an der Wellenform“.

            Die -1dBFS True Peak kommen ja auch aus der R128, und werden von manchen Streamingdiensten auch durchgesetzt, allerdings mit einem Limiter. Hast Du (oder hat da irgendjemand) Erfahrungen damit, so „wie klingt der True Peak Limiter von YouTube im Vergleich zu Spotify“? ;)

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    MidiDino AHU

    Ich habe spaßeshalber mal eine Messung bei einem meiner Musiktitel aus der EP ‚Advance‘ durchgeführt, mit dem freien ‚Youlean Loudness Meter‘. Ich liege bei -11,2 LUFS (Integrated), einem Loudness Range von 10,6 LU und einer Realtime Dynamics von 15 LU, dies alles nach dem Mastering. Beim Mastering hatte ich lediglich soft komprimiert und soft gelimitet, ‚on the fly‘.

  20. Profilbild
    moinho AHU

    Schönes Thema. Ich hab ne Frage zu YouTube und „um wie viel dB das Audiomaterial dieses Videoclips angehoben oder abgesenkt wurde“. Ich habs noch nie wahrgenommen, daß YouTube was (egal von wem) angehoben hat (was ich persönlich auch gut finde).
    Ist das irgendwie ein neues Feature oder was was man einschalten muß?

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      Moritz Maier RED

      Da musst du gar nix einstellen, dass passiert eben automatisch. YouTube schaut sich deinen LUFS Wert an und korrigiert dann nach oben oder unten bis es zu deren Standard passt.

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    SoundForger2000

    Anzumerken wäre vielleicht noch, daß es inzwischen Plugins speziell für’s Streaming gibt, die einem anzeigen, welche Pegelwerte die verschiedenen Streaming-Plattformen wie YT, Apple Music, Tidal & Co. verwenden und die einem auch gleich die klanglichen Auswirkungen der Bearbeitung in Echtzeit demonstrieren.
    So kann man als Mastering Engineer gleich hören wie es dann klingen wird, so daß man seine persönlichen Einstellungen entsprechend anpassen kann. Durchaus wichtig, da ja immer mehr Mucke gestreamt wird und physische Datenträger zunehmend weniger werden.

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    jan1973

    In der Beschreibung zum neuen Video der Band Heilung steht als Hinweis auf das neue Album Drif folgendes:

    „Drif has been mastered significantly lower in volume than most modern releases to achieve a greater dynamic range, deeper lowend, transparent transients and a wider stereo image. If you want it louder, turn up the volume on a proper sound carrier. “

    https://www.youtube.com/watch?v=SVbc_Fwbt50

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      Moritz Maier RED

      Danke Jan, dieser Kommentar fasst den Artikel eigentlich ganz gut zusammen. Mehr muss man dazu nicht schreiben…

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      MichBeck

      Interessant, das von der Band zu lesen, dessen Erstling „Ofnir“ (2015) noch extrem laut gemastert wurde.

  23. Profilbild
    SoundForger2000

    Befremdlich finde ich in der Tat, daß sich sogut wie jeder Mastering Engineer gegen Hyperkompression ausspricht – es dann aber „klammheimlich“ doch übertreibt.
    Es gibt aber auch unmißverständliche Statements zum Thema.

    Mastering Crack Kevin Grey (Credits & Info unter https://www.cohearent.com) sagt auf seiner Homepage ganz klar …

    „We are happy to use a bit of compression or limiting to “even-up” volumes between songs but we don’t SLAM. I have heard and read dozens of mastering engineers complain about this. We are doing something about it. If LOUD is what you are looking for, please just take it somewhere else !“

    Eine derartige Ansage prominent platziert, wünsche ich mir definitiv von viel mehr Mastering Engineers !

    Abschreckendes Beispiel für den Loudness War :
    Die „Sade Ultimate Collection“ (Sade !!!) von 2011 besitzt – in der Tat „ultimate“ ! – einen Dynamic Range Wert von DR6. So wie die RHCP oder Metallica. What the fuck … ?!

  24. Profilbild
    whaip

    Danke für das Schreiben dieses Artikels,

    man müsste das allen Produzenten täglich einmal vorlesen. Es gibt genug Alben die ich mir nicht anhören kann, weil sie laut, platt, undynamisch und schlichtweg hässlich totproduziert wurden :/

  25. Profilbild
    dAS hEIKO AHU

    Hi Moritz,
    schöner kleiner Bericht. Und sicherlich eine dieser Wahrheiten,die man eigentlich nicht hören möchte. Ist es nicht eigentlich auch zu einem großen Teil der digitalen Aufnahmetechnik geschuldet, dass die Lautheitsmaximierung „überhand“ genommen hat? Ich meine mich zu erinnern, dass Dynamik auf Band oder Vinyl deutlich mehr gewicht hatte. Da passierte etwas in der Musik. Fader wurden rauf- und runtergezogen. heutzutage maximiert der Kompressor bsi ultimo und der Limiter bemüht sich um Schadensbegrenzung. Deshalb funktioniert „neue“ Musik auch oft nicht in leise.

    Auch ein Phenomen, dass ich mir „einbilde“: Gerade bei stimmschwächeren Sänger:innen kommt es mir so vor, als würden sie lispeln. Das ist ja zunächst nichts schlimes, kleine Kieferfehlstellung uns dann isses halt so. Aber das gehäufte auftreten läßt mich eher vermuten, dass da der kompressor „Dinge“ erzeugt, die es komisch klingne lassen. Wie siehst Du das?

    • Profilbild
      Moritz Maier RED

      Hallo Heiko, es ist tatsächlich so, dass Digital „mehr“ möglich ist und das dann auch gnadenlos ausgenutzt wurde. Gleichzeitig kann Vinyl nicht wirklich gut mit super lauten Songs umgehen, und daher hat man einfach dynamischer gemixt.

      Lispelnde Sänger und Sängerinnen „passieren“ häufig durch zu starken Gebrauch eines De-Essers.

      LG Moritz

  26. Profilbild
    Sachino

    Toller Artikel! Ich bleibe auch meist bei -14 LUFS, finde es auch ein guter Kompromiss.

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