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Black Box: Novation Drum Station, TR-808 und TR-909 im Rack

12. März 2022

TR-808 & TR-909 im Rack

Novation Drum Station

Novation Drum Station von 1996

Geschichtlicher Hintergrund zur Novation DrumStation

„Es war einmal …“ ist für den Testbericht eines High-Tech-Musikinstruments (… sind Schlagzeuger auch Musiker?) eine ungewöhnliche Einleitung, doch diesmal zu 100 % zutreffend, denn die Geschichte beginnt 1932 durch einen russischen Erfinder namens LEON THEREMIN. Er gilt heute als Erfinder der ersten „Schlagzeugmaschine“ der Welt. Seinem „RHYTHMICON“ war allerdings nur ein sehr kurzer Ruhm beschieden.
Erst als die Firma ROLAND 1979 mit der Roland CR-78 den ersten Microchip-gesteuerten Rhythmuscomputer präsentiert, überschlagen sich die Ereignisse und der Grundstein zum heutigen Drumcomputer ist gelegt.

Novation Drum Station

Prospekt zur Novation DrumStation zur Version 2

Schon 1981 schuf ROLAND eine bis heute lebende Legende mit der Bezeichnung TR-808. Zum Preis von DM 2.200,- erhielt man erstaunlich druckvoll klingende Schlagzeugklänge, die sich vielseitig programmieren ließen und zudem über Einzelausgänge abgenommen werden konnten. Die erstmals eingeführte Logik von Pattern und Songstrukturen der Roland TR-808 wurde bis zum heutigen Tag von allen Herstellern übernommen. Die Schar berühmter TR-808-User reicht von PHIL COLLINS bis MICHAEL JACKSON und ist heute dank zahlreicher Nachbauten größer denn je.

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Basierte die Roland TR-808 ausschließlich auf einer analogen Klangerzeugung, die zwar einen sehr eigenen Klangcharakter, aber alles andere als authentische Schlagzeugklänge lieferte, entwickelte fast gleichzeitig ein Amerikaner namens ROGER LINN 1980 den ersten digitalen Drumcomputer mit gesampelten Sounds unter der Bezeichnung LM-1. 1982 folgte der legendäre Nachfolger LinnDrum. Gerüchten zufolge bangten damals angeblich Schlagzeuger wegen dieser Innovation um ihren Job.

Überzeugten Roland TR-808 sowie der Linn LinnDrum bereits bei ihrer Markteinführung, hatte es anfänglich die 1983 erschienene Roland TR-909 deutlich schwerer, obwohl sie neben analogen auch Sample-Klänge enthielt und bereits über die neu eingeführte MIDI-Schnittstelle verfügte.

Der große Erfolg ihrer berühmten Vorgänger blieb ihr viele Jahre versagt. Erst in den 90ern erlangte die TR-909 durch die Techno-Welle ihre verdienten Kultstatus.

Novation Drum Station

In der originalen Farbgebung – die Novation Drum Station

Die Renaissance der TR-808 und TR-909

Sowohl TR-808 als auch TR-909 sind seit Jahrzehnten aus der populären Musik nicht mehr wegzudenken. Die Originale bewegen sich mittlerweile bei Sammlerpreisen die jenseits von Gut und Böse liegen. Behringer hat mittlerweile beide Modelle unter den Bezeichnungen RD-8 und RD-9 sehr gut geklont und zu einem günstigen Preis auf den Markt gebracht. Doch auch bereits vor Behringer gab es zahlreiche Hersteller die Nachbauten (mal mehr und mal weniger gut) auf den Markt brachten.

Eine besonders schlaue Lösung bot 1996 Novation an mit der Drumstation. Und diese möchten wir euch in diesem Back-Box-Artikel heute vorstellen.

Zum Zeitpunkt des Erscheinens verwendete man in den MIDI-Studios entweder das Original oder Samples des Originals. Wie bereits erwähnt, waren die Originale auch damals bereits sehr teuer und selten – und die Samples eben nur statische Momentaufnahmen.

Novation hat daraufhin beide Vorbilder in EINE 19″-Unit gepackt und die Klänge virtuell-analog erzeugt. Natürlich fehlte der Sequencer, was dem Erfolg der kleinen Unit aber keinen Abbruch tat. Anders als heute wurde dem Klon auch nicht übel genommen, dass er im Detail nicht exakt wie das Original klang, sondern euphorisch in unzählige Dancetracks integriert. Und tatsächlich ist das kleine Maschinchen auch eine gute Option, um den TR-Sound ins heimische Rack zu holen.

Im Folgenden nun ein Testbericht, der aus der Anfangszeit von AMAZONA.de stammt (1999). Er vermittelt ganz gut das Gefühl, das sich bei damaligen Produzenten einstellte, als der TR-Sound ENDLICH finanzierbar wurde.

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Novation Drum Station

Die Wiedergeburt als 19″-Rack

Die DrumStation von NOVATION erscheint in Gestalt einer 1 HE, 19″ Büchse und blickt so unscheinbar aus dem Karton wie einst der Frosch aus dem Brunnen. Anstelle eines Kuss erfolgt die Verwandlung zum Prinzen über den Anschluss an den Audio- und MIDI-Kreislauf des Studios. Von nun ab soll sich also jeder für einen Bruchteil des Gebrauchtmarktpreises gleich beide Legenden TR-808 und TR-909 ins heimische Rack stellen können und das in Form eines einzigen Gerätes. STOP!!! Moment mal, heutzutage sind doch bereits in jeder drittklassigen „Aldi-Workstation“ Samples der genannten Klopfgeister enthalten. Warum also erneut Geld ausgeben?

Ganz einfach: Die DRUM STATION nimmt für sich in Anspruch, jeden veränderbaren Parameter seiner Vorbilder reproduzieren zu können. Da es sich bei den allermeisten Sounds ja um eine analoge Klangerzeugung handelte, gehen diese Möglichkeiten natürlich weit über das „Tuning“ eines Samples hinaus. Ob dieser Vorsatz erfüllt wird und sich unser FROSCHKÖNIG vielleicht doch nur als STALLJUNGE entpuppt, erfahren Sie nach der Werbung … sorry, im nächsten Absatz.

Die magische ASM-Technologie

Gullivers Reisen

Von Zwergen und Riesen war da die Rede und Inseln, die fliegen können. Novation verspricht uns ähnliche Wundersamkeiten von digitalen Maschinen, die durch eine Synthese namens „ASM“ so klingen, als seien sie analoge Maschinen. Die Firma Clavia hatte ähnliche Wundersamkeiten mit ihrem Nord Lead versprochen. Haben Sie schon einmal einen AB-Vergleich zwischen einem Prophet-5, einem Minimoog gemacht? Heraus kommen ein gutklingender Digital-Synthie mit analogen Zügen und die Allmacht der Werbung! Doch schon der erste Höreindruck der DrumStation ließ den Autor bangen, bei der Anschaffung der eigenen TR-808 und TR-909 evtl. einen Fehler gemacht zu haben. Ein direkter Vergleich wird später mehr Licht in diese Frage bringen.

Novation Drum Station

Die DrumStation bietet neben einem Stereo-Mix-Ausgang, sechs frei belegbare Einzelausgänge, die komplette MIDI-Ausstattung (leider nicht immer selbstverständlich) einer IN, OUT und THRU Buchse sowie einen DIN-SYNC-Anschluss. Den kennen Sie nicht? Der DIN-SYNC-Anschluss diente in der Pre-MIDI-Zeit den Roland Sequencern und Drum-Computern zur Synchronisation. Wer heute z. B. eine ROLAND TB-303 in sein MIDI-Setup integrieren möchte, benötigt dazu einen MIDI-to-Sync-Converter wie z. B. den MSV-1 von DOEPFER. Die DrumStation bietet so einen Converter quasi kostenlos als On-Board Ausstattung – klasse! Wie in dieser Preisklasse üblich, liegt das Netzteil als externer und ungeliebter Block vor. Frontseitig stechen einem die vielen Drehpotis ins Auge, die allesamt die gleichen Bezeichnungen tragen wie die Potis der TR-808/909. Auf der linken Seite, nahe einem kleinen Display befinden sich die Drucktasten mit den typischen Mehrfachbelegungen des Digital-Zeitalters.

Novation Drum Station

 

Auf 25 Speicherplätzen kann man nun seine eigenen Sets und Sound-Daten verewigen. Ein Feature, das die Vorbilder natürlich nicht bieten. Alle Sound-Parameter sind speicherbar. Wer seine 808 Snare also lieber stark „snappy“ haben möchte mit einem langen „decay“ und einem sehr hohem „Tuning“, der speichert sich diese in einem der 25 Drumsets einfach ab. Darüber hinaus lässt sich natürlich jedem Sound sein eigenes Panorama im Stereo-Mix, seine Lautstärke oder gar ein Einzelausgang zuweisen. Quasi als Bonus lassen sich die Attack-Phasen der einzelnen Sound beschneiden, um die Palette der möglichen Klänge noch zu erweitern. Ein externes Feature, das gerade in jüngster Vergangenheit im Techno-Bereich immer stärker an Beliebtheit zugenommen hat, ist es den Kick-Drum-Sound, der 909 nochmals durch einen Distortion-Effekt zu jagen und kräftig zu verzerren. Die DrumStation bietet auch dieses Feature gleich inklusive. Gleich vorweg: Die Qualität des Distortion-Effekts ist erstaunlich gut und erzielt absolut das gewünschte Ergebnis.

Novation Drum Station

Kommen wir nun zum wichtigsten Aspekt einer Drum Station, den Drum-Sounds:
Wer erwartet, die Vielseitigkeit eines Multi-Percussion-Modul à la EMU PROCUSSION oder ROLAND R8m zu finden, der hat noch nicht verstanden, dass es sich bei der DrumStation um einen echten Klangerzeuger und nicht nur um eine Sample-Abspieldose handelt. Insofern entschied man sich nicht für Quantität, sondern für Qualität. Ein Punkt, der heutzutage bei vielen „Soundbüchsen“ leider nur zu oft vernachlässigt wird. Also: Wer Bongos, Timbales und Tablas sucht, ist hier falsch, der Rest kann weiterlesen.

Grundsätzlich kommen alle Sounds der DrumStation druckvoll und frisch. Sie sind zeitlos und passen sich perfekt in moderne Musikproduktionen jeglicher Couleur ein. Nur sind die Erwartungen natürlich besonders hoch geschraubt, da sich die DrumStation als perfekte Kopie der TR-808 und TR-909 sieht. Hier also nun der direkte Vergleich.

Das Original: Die Roland TR-909

Roland TR-909 Imitate

  • Kick Drum – hervorragende Kopie,
  • Snare Drum – deutlich anderer Klangcharakter, aber eher positiv gemeint, da sie mehr Höhen besitzt,
  • Toms – druckvoll und rund wie beim Original,
  • Rim Shot – heller und daher besser als das Original,
  • Clap – kein Unterschied hörbar,
  • HiHat – No Problem für die DS,
  • Crash und Cymbal – genauso „schlecht“ wie bei der echten TR-909.

Das Original, die Roland TR-808

Roland TR-808 Imitate

  • Kick Drum – setzt sich besser durch und „kickt“ mehr, dafür fehlt es unten herum ein bisschen am Druck. Das ist allerdings nur im direkten AB Vergleich bemerkbar.
  • Snare Drum – sehr nah am Original, aber eben nur sehr nah.
  • Toms – bei unterschiedlichem Tuning verändert sich der „Bauch „unverhältnismäßig stark. Gerade noch dick und rund, ist der Klang plötzlich nur noch dünn. Mit ein bisschen „Vorsicht“ lässt sich aber auch hier die gewünschte Kopie erzielen.
  • Rim, Clap und Cowbell – kein Unterschied festzustellen.
  • HiHat & Cymbals – deutliche Abweichung zum Original, aber auf keinen Fall schlechter, sondern eben nur etwas anders.
  • Congas – von allen Sounds am schlechtesten getroffen. Als eigenständiger Klang jedoch sehr vielseitig und klar.
  • Maracas – Sehr gut.
  • Clave – das Original „klickt“ meines Erachtens mehr.

Novation Drum Station

Zu den Soundvergleichen

Selbst mehrere baugleiche TR-808 klingen im A/B-Vergleich unterschiedlich. Analoge Geräte haben einfach einen stärkeren, eigenen Klangcharakter. Alle oben angestellten Vergleiche sind deshalb subjektiver Natur in Bezug auf meine eigene TR-808 und TR-909.

Die Anschlussmöglichkeiten der Novation Drum Station

Die DrumStation in der Praxis

Besonders im Live-Setup macht sich die DrumStation hervorragend und sollte selbst den Software-Konkurrenten wie ReBirth oder Attack den Schneid abkaufen. Einzelausgänge, robustes Gehäuse, gutes Timing und vor allem direkter Zugriff über viele Knöpfe haben die Software-Versionen einfach nicht zu bieten. Selbst im Studio bevorzuge ich nach wie vor eine DrumStation, um die CPU-Kapazitäten meines Rechners nicht zu stark zu strapazieren.

Es gibt Unterschiede zu den Legenden TR-808 und TR-909. Soweit sich diese auf die Bedieneroberfläche und die Eingriffsmöglichkeiten beziehen, ist die DrumStation ihren Vorbildern allerdings weit überlegen. Was den Klang anbelangt, hat auch die DrumStation ihren eigenen Charakter und trifft nur bei 70 % der Klänge die Originalsounds. Aber auch dieser Punkt ist kein negativer Punkt, denn so mancher Klang hat durch die AMS Synthese sogar an Qualität gewonnen. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass sich alle Klangparameter in Echtzeit kontrollieren und über MIDI aufzeichnen und wiedergeben lassen, erahnt man langsam, welche Möglichkeiten einem die DrumStation bietet. Selbstredend verfügt die DrumStation über keinen Sequencer. Anders als bei der TB-303, wo die Art des Sequencers viel zum Klangcharakter beiträgt, stellt dies jedoch kein Handicap dar, da die meisten Software-Sequencer heute über hervorragende Drum-Editoren verfügen. Sei noch der Hinweis gestattet, dass der deutliche Hinweis „Rack“ auf der DrumStation schon fast ein Garant dafür ist, dass in absehbarer Zeit ja vielleicht noch eine echte Drum-Computer-Drum-Station ins Haus steht. Mein Urteil: THE SAGA CONTINUES.

Novation Drum Station

DrumStation Versionen und unterschiedliche Boards

Übrigens gibt es die DrumStation in zwei Versionen, die sich aber nur in der Optik unterscheiden. Die alte Version hatte noch gelbe Streifen auf der Frontblende. Die neue Version kommt etwas weniger krachig daher mit zwei grauen streifen sowie einem braunen Streifen über den Potis.

Wie uns soeben „ligthtman“ mitteilte, ist der Unterschied aber nicht nur optisch:

„Es gab offenbar drei Revisionen der Drumstation. Die erste Version hatte eine andere Hauptplatine und eine Firmware, die nur eine begrenzte Stimmenzahl zuließ, was bei starker Beanspruchung zu den bekannten Schluckaufs führte. Diese Variante der DS hat gelbe Streifen zwischen den Reglern.

Die zweite und dritte Variante hatten orangefarbene Streifen und eine neue Hauptplatine, sowie eine überarbeitete Version der Firmware, die stimmstabil war und auch die Nutzung von 808- und 909-Sounds gleichzeitig ermöglichte.

Durch Epromtausch kann die gelbe Variante auf Firmware-Version 1.3 aktualisiert werden, sie hat dann alle Funktionen und die Stabilität der orangefarbenen Variante.

Durch Drücken und Halten der Audition-Taste beim Einstecken der DS (sie hat keinen Hauptschalter) kann man die Firmware-Version ermitteln und die Maschine dann ggfs. aktualisieren. Eproms gibts scheinbar immer noch auf ebay zu kaufen.“

Der aktuelle Gebrauchtmarktpreis

Zurück im Februar 2022:
Lange Zeit ist die Novation DrumStation unter Sammlern im Preis gestiegen, doch seit den günstigen Analog-Klonen von Behringer und noch günstigeren Plug-ins hat sich der Preis zwischen 250,- und 300,- Euro eingependelt. Bei Versteigerungen kann man auch ein Schnäppchen darunter ergattern, bei Vintage-Händlern und Festpreisangeboten liegen die Preise eher nahe der 300er-Grenze.

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Fazit

Und lohnt sich der Kauf einer Novation DrumStation im Jahr 2022?

Ich denke, für Live-Acts macht das Ding kaum Sinn und für den Studiomusiker gibt es mittlerweile verdammt gut Plug-ins. Die Antwort müsste also lauten NEIN. Und dann gibt es da noch die Nostalgiker – und für die lautet die Antwort sicher JA. Das Ding macht nämlich Spaß. Was man auch immer als Sequencer an die DrumStation hängt (gerne auch Trigger aus einem Eurorack), die DrumStation ist ein exzellenter und sehr leicht zu bedienender Drumexpander, der dank Speichermöglichkeiten ein guter Teamplayer ist.

Plus

  • die Sounds kommen den Vorbildern sehr nahe
  • viele Editiermöglichkeiten
  • direkter Zugriff auf die Parameter per Potis
  • Distortion-Effekt, Einzelausgänge
  • alle Parameter über MIDI steuerbar
  • TR-909 und TR-808 Sounds gleichzeit verfügbar
  • DIN-Sync Buchse zum Anschluss z. B. einer TB-303

Minus

  • externes Netzteil
  • Mono-Abnahme des Mix-Ausganges funktioniert nicht

Preis

  • ca. 250 bis 300,- Euro am Gebrauchtmarkt
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Forum
  1. Profilbild
    richard AHU

    Ich empfand es damals als schade das man nicht beide Emulationen gleichzeitig nutzen konnte (909 & 808). Dennoch haben die Dinger einen tollen Charme und sehen im Rack einfach gut aus.

  2. Profilbild
    gaffer AHU

    Ich finde es gut, dass du im Test nicht sklavisch am Original hängst, sondern die Sounds eher danach bewertest, ob sie gut sind. Ziemlich nah dran ist doch prima, wenn ich ungefähr den Sound des Originals will.
    Ach ja, kenne beide Drum und Bassstation Rack gut. Finde auch, dass es Spaß machen kann, damit zu spielen, würde aber 300 eher anders investieren

  3. Profilbild
    lunatic AHU

    Irre ich mich, oder klingt die Drumstation (durch ASM) nicht tatsächlich “organischer“ als ein plugin, welches mit Samples arbeitet (z.B battery)??
    Außerdem sind die 2 Modelle nicht nur farblich zu unterscheiden, sondern durch den Rauschabstand. In meiner Erinnerung ist es so.

    • Profilbild
      Kazimoto

      Mir war die zu organisch, ich habe die in den ASR-10 gesampled. Auch konnte man am ASR sehr fein am Sample schnipseln und die Transienten beim Attack reindrehen. Der Master hat gerauscht und die Einzelausgänge waren etwas besser. Nichts was ich nochmal holen würde aber damals war es gut! Ich hatte die v2, es gab aber noch eine v3 oder D-Station genannt.

  4. Profilbild
    Sudad G

    In den 90ern hatten wir eine Novation Drum Station im Studio. Anfangs waren wir ziemlich angetan, da sie recht nah an den Sound einer TR-909 bzw. TR-808 herankam.

    Leider konnte man nicht beide TR-Emulationen gleichzeitig verwenden. Auch gab es immer mal wieder kleinere Bugs. Hüllkurvenzeiten änderten sich manchmal von alleine, Sounds wurden gerne mal verschluckt, bzw. änderten sich in der Tonhöhe etc. Vor allem, wenn mehrere Drum-Spuren liefen. Das war beim Produzieren ziemlich nervig.

    So war man letztendlich gezwungen in der noch DAW-freien Zeit (es gab ja damals meist nur einen ATARI ST) die jeweils gewünschten Drum-Sounds in einen Sampler zu übertragen. Dabei fiel uns auf, dass der Sound dadurch auch noch wesentlich druckvoller wurde. Nach und nach haben wir dann irgendwann alle Drum-Sounds der Drum Station mit dem AKAI S-1100, Emu E-6400 und Kurzweil K2000 wiedergegeben und die Drum Station durfte am Ende nur noch das Ride-Becken und die Claps spielen. Irgendwann flog sie dann ganz raus.

    Heute kann man mit NI Battery, diversen TR-808 und 909 Plug-Ins – und für bestimmte Sachen vielleicht noch mit einem AKAI Sampler – wesentlich professioneller irgendwelche Beats im Studio erstellen. Für Life-Anwendungen gibt es ohnehin bessere Beatboxen etc.

    Insofern – für Sammler und Liebhaber ok – für Studios heute kaum noch zu gebrauchen. Da macht sogar noch eine Roland R8M mit Cards eher Sinn.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Wir hatten auch eine DS im Labelstudio, die Schluckaufs wurden schlimmer, je stärker man das Teil anfuhr, aber später gabs ein Update von Novation auf Firmware 1.3 via Eprom, das viele Probleme behob.

      Hab von dem Ding viele Samples mit meinem Mirage erstellt, einige der Drumkits habe ich noch. Die Kombination von DS-Distortion und 8bit-Sampling macht Laune.

      • Profilbild
        elecpota

        Danke für den Tipp, habe eine der ersten DS immer noch und jetzt auf Firmware 1.3 hochgerüstet – der Spaß muß sein für ein paar Euro. Macht immer noch Fun direkt per Regler Live zu schrauben.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Freut mich, daß die DS zu neuen Ehren kommt, das Teil hat noch genug Druck für die nächsten 20 Jahre in den Schaltkreisen.

  5. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Die Drumstation hatte damals endlich die Samples von meinem Ensoniq ASR-10 ersetzt.
    Wir waren froh endlich 808 und 909 editieren zu können.
    Ich nutze die Drumstation auch heute noch.
    Mit meiner Drumstation (Orange) kann ich 909 und 808 zusammen verwenden und sie funktioniert auch einwandfrei in Echzeit.
    Die erste Version (Gelb) hatte weniger Stimmen und vielleicht deshalb Aussetzer.

    Kleine Kritik, man könnte am Anfang des Artikels ruhig noch 2-3 andere 808/909 Klon Hersteller namentlich nennen und verlinken..

    • Profilbild
      Kazimoto

      Ein alter ASR-User, war der nicht Knaller? Klar, im Atari abgespielt und justiert und dann wieder rein in den ASR. Hat der sehr viele Noten spielen müssen wurde es etwas wonky aber vom Prinzip wunder ich mich bis heute wie der die 16tel rausgetackert hat. Heute kann ich die 909 nicht mehr hören und würde eine Jomox Alpha kaufen wenn ich Bock und Geld dafür hätte.

      • Profilbild
        Anthony Rother AHU

        Ja der ASR ist/war Knaller :-)
        Den ASR nutze ich heute immer noch.
        War mein erstes richtiges Profigerät.
        Aber nach vielen Jahren des Samplings war ich dann auch froh über die Drumstation und einen Roland JD-800 :-)

        • Profilbild
          Joerg

          Oh je, wieviele es doch gibt, die auch den ASR-10 liebten (und noch lieben -> Tastatur !) und die Drumstation „hass-liebten“ – so wie ich armer Troll damals :-)

          • Profilbild
            Kazimoto

            Der ASR war finanziell richtig schwierig und ich habe den über 1 Jahr abgeleiert. 10000€ maxed out ohne Digital IO aber mit OEX-6 Expander bei Blackfield Leasing in Gladbeck, Halsabschneider aber war mir egal. ASR-10, JD-990, Bass und Drumstation, Kawai K4, TX81Z, Wavestation mit später eingelöteter EX-Erweiterung, Lexicon Alex, Ensoniq DP4+ und 98 zuletzt mein geliebter JP-8000. Das war lange mein Setup. Das würde auch heute jeden Test in der Produktion bestehen aber damals waren meine Skills ziemlich spärlich und sind es auch heute noch. Trotzdem, schönstes Hobby der Welt und überhaupt gibt es viel zu viel Hobbys für ein Leben! ;) Übrigens, ich verkaufe jetzt nach 36 Jahren Nutzerdasein mein Cubase Pro 11 mit Halion und zwei Dongles. Es geht weiter und Ableton wird mein ständiger Begleiter. Habe seit kurzem auch die Suite und gestern damit so viel mehr Spaß gehabt, der neue Echo-Effekt (Tape Delay Emu) hat meinen K4 zur Kruder & Dorfmeister Dubmachine mutieren lassen. Tip, Haben die Jungs auch tatsächlich genutzt. Der Filter und die Wellenformen vom K4 sind so endgeil Trip-Hop/Dub tauglich, daß es schmerzt. Instant Vibes! Warum bekomme ich in Krisenzeiten wieder Spaß am mucken? Braucht der Mensch sowas? Komische Spezies……

      • Profilbild
        lunatic AHU

        Ich nutze den, hust, Asr-X noch heute als Drumsampler……(neben dem DSS-1)….
        Bekloppt?
        mhhhh… ich kann es zumindest nicht ausschließen😎

          • Profilbild
            Kazimoto

            Nein, du bist nicht bekloppt! :) Das sind endgeile Dinger, vor allem in der schnelligkeit der Bedienung. Stell mir einen ASR hin und ich bediene den heute noch blind. Sehr geil fand ich die vordefinierten Hüllkurven für Piano, Strings oder Perc, da hattest du ohne frickeln sehr schnell einen Sound, perfekt mit Velocity abspielbereit. Das haben heute welche Plugins?

            P.S. Leute, es ist Sonntag und in die Kirche geht ja keiner mehr. Für Flüchtlinge spenden kann man machen. Nicht für Waffen, für die Menschen.

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Blast from the past…

    Drumstation (hatte immer Schluckauf), S1000, JV1080, M1, SH09, 1040ST und ’ne olle Fostex B16.
    Pult war‘n Soundtracs glaube ich… Midiverb, LXP15 und’n SDD2000 (Yeah).
    Für’n Mixdown mußten wir immer warten bis die Produktion in der 1 weg war und dann haben wir heimlich ’nen DA30 aus’m Rack geschraubt. Dann auf Kassette und ab ins Auto… Dann ’nen neuen Mixdown gemacht u.s.w.: Das waren immer lange Nächte bis 4-5Uhr!

  7. Profilbild
    Round Robin AHU

    Ich kann mich noch an die Produktvorstellung auf der Musikmesse Frankfurt erinnern. Das war für mich ein Must-Have und wurde unmittelbar bei meinem damaligen Arbeitgeber Live Lights Music bestellt. Das war mein Electro Funk Traum und löste damit meine damalige Roland R8 mkII ab. Ich nutze die DRUM STATION recht lange. Irgendwann habe ich den Fehler gemacht und hab die Novation an Touched By Sound verkauft. Jetzt lese ich diesen Artikel und Wehmut steigt in mir auf. 😔

  8. Profilbild
    Atarkid AHU

    Also die beschriebenen Probleme (Schluckauf) kenne ich nicht. Meine läuft heute noch einwandfrei. Bei mir sind auch die Sounds beider Emus gleichzeitig nutzbar.
    Ich benutze ganz gern eine TR 626 als Sequenzer für die Drumstation. In der Kombi kann man zwar tatsächlich nicht alle Sounds nutzen, weil die 626 nicht alle Noten ausgeben kann (untenrum ist irgendwann schluss). Aber wenn man sich die Mühe macht die 626 midi-technisch richtig einzustellen, macht das echt Spaß.
    Nur ein kleines Manko hat die Drumstation. Sie ist sehr empfindlich was die Netzteile angeht. Das Originalnetzteil war weg, da musst ich ne Weile suchen bis die DS „zufrieden“ war mit der Spannungszufuhr ^^…
    P.S. ne günstige TR 505 taugt genauso als Sequenzer (wenn’s denn Standalone sein soll :)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich hatte die 626 auch eine Weile als Sequencer, die internen Sounds gefielen mir auch immer sehr gut. Was die 626 besonders macht ist, dass sie auch externe Geräte steuert, wenn sie selbst als Slave mitläuft. Das kann die 707 beispielsweise nicht. Keine Ahnung wie es bei der 505 ist.

  9. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ich hatte auch mal eine Drumstation, V2 meine ich… Habe sie auch als etwas wackelig in Erinnerung. Mittlerweile habe ich die beiden Originale hier, aber die Ergänzung mit so etwas kitschigen Clones oder auch Samples hat auch was… eben WEIL die mittelmäßigen Clones nicht genau wie die Originale klingen oder auch grooven, sofern mit Sequencer.

    Ich habe die TRs erst jetzt innerhalb der vergangenene Jahre gekauft, recht teuer, aber dafür ist die innere Unruhe beendet. Sie sind einfach eine Wucht. Mit allen Limitierungen, dadurch sind sie aber übersichtlich (schnell zu verstehen) und super zu bedienen. Ich bin auch mit den werkseitigen Parametern völlig zufrieden.

  10. Profilbild
    zerfranzt

    Ich habe mir dann später noch eine Jomox Airbase 99 dazu gekauft und das ist bis heute eine tolle Kombination

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Hab nochmal etwas recherchiert, es gab offenbar drei Revisionen der Drumstation. Die erste Version hatte eine andere Hauptplatine und eine Firmware, die nur eine begrenzte Stimmenzahl zuließ, was bei starker Beanspruchung zu den bekannten Schluckaufs führte. Diese Variante der DS hat gelbe Streifen zwischen den Reglern.

    Die zweite und dritte Variante hatten orangefarbene Streifen und eine neue Hauptplatine, sowie eine überarbeitete Version der Firmware, die stimmstabil war und auch die Nutzung von 808- und 909-Sounds gleichzeitig ermöglichte.

    Durch Epromtausch kann die gelbe Variante auf Firmware-Version 1.3 aktualisiert werden, sie hat dann alle Funktionen und die Stabilität der orangefarbenen Variante.

    Durch Drücken und Halten der Audition-Taste beim Einstecken der DS (sie hat keinen Hauptschalter) kann man die Firmware-Version ermitteln und die Maschine dann ggfs. aktualisieren. Eproms gibts scheinbar immer noch auf ebay zu kaufen.

      • Profilbild
        Kazimoto

        Die V3 oder auch D-Station hatte dann schon das neue Design von der K-Station, auch so ein schöner kleiner Synth (Tip!) den ich sehr mochte, vor allem als V-Station Plugin. Novation hat schon sehr viele glücklich gemacht und eine ordentliche Produktpflege.

        BTW lieber Peter, wir hatten letztens den JP-8000 als Thema und Diva hat ja dessen Digitalsektion. Leider hat Urs da irgendwas gemurkst und es klingen Feedback mit X und Ringmod bei Modulation sehr fragwürdig mit Aliasing teilweise stärker als das musikalische Signal. Das war anscheinend nur ein Seitenprojekt. Welcher Synth sowas gut kann ist…, der Arturia Pigments mit seinen Metal-Wavetables und der einfachen FM-bei den analogen Wellenformen. Hätte ich nicht gedacht. Nur die Effekte beim Pigments bitte weglassen.

        • Profilbild
          lunatic AHU

          Mit Novations Synth-Palette hatte ich Anfang des Jahrtausends so meine sooundtechnischen Probleme. Für plastischen Trance super, für mich damals eher nichts. Möglicherweise habe ich den Novation-Synths nicht genug Zeit gegönnt. Die Fluktuation war schon heftig damals. Mit dem Summit habe ich jetzt meinen Frieden gefunden.

          • Profilbild
            Kazimoto

            Bei den Sounds musst du immer selbst Hand anlegen, ob V, A, X oder K-Station. Jetzt habe ich glatt Lust bekommen mal nach einer X-Station zu schauen. Die ist kompakt, kann als Controller dienen.

            • Profilbild
              lunatic AHU

              Ja, schon komisch. Auf dem angeblich sperrigen XTK habe ich damals sofort schöne Sachen programmiert. Dagegen waren die Novation und Access Dinger echt nicht meins. Naja, muss ja auch nicht.

  12. Profilbild
    Garfield Modular

    Hallo Peter,

    Herzlichen Dank für das Artikel. Der Bass Station sieht einfach super & cool aus! :-)

    Schade das heutzutage leider nicht vieles mehr in Rack Format herausgebracht wird. Klar gibt es noch einige interessante Synthesizer, der B. 2600 Blue Marvin hängt bei mir auch ins Rack aber es können ruhig mehre Synthesizer geben die oder nur im Rack Format herausgebracht werden oder halt mit Rack Mounts.

    Danke dir und viele Grüße, Garfield.

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