ANZEIGE
ANZEIGE

Test: Behringer RD-9 Drumcomputer, Hardware-TR-909 Klon

9. Juli 2021

909-Sound zum Schnäppchenpreis

behringer-rd-9-drumcomputer-aufmacherLange wurde gebastelt, angekündigt, verschoben – und nun ist er endlich da: der Behringer RD-9 Rhythm Designer, der in die Fußstapfen des legendären Roland TR-909 Rhythm Composers treten möchte. Ich halte mich aus der immer wieder aufkeimenden Diskussion rund um das Thema Produktkopien heraus und nehme stattdessen das Produkt unter die Lupe. Dies geschieht in zwei Teilen: Im ersten Teil sehe ich mir den Behringer RD-9 Rhythm Designer als eigenständiges Produkt an. Ein direkter Klangvergleich mit dem Roland-Original findet nicht statt, es gibt lediglich Hinweise zu Unterschieden und Gemeinsamkeiten hinsichtlich des Designs.

Im einem zweiten Test muss sich der Behringer RD-9 Rhythm Designer dann der buckligen Verwandtschaft stellen, wie einst Luke Skywalker Darth Vader. Möge die Macht mit ihm sein! DIESEN VERGLEICHSTEST FINDET IHR HIER.

ANZEIGE

Doch nun hinein ins Vergnügen und viel Spaß beim Lesen!

Drum-Computer? Nein, Rhythm Composer!

In einer längst vergessenen Zeit sollten Maschinen die Kontrolle übernehmen und Funktionen ausfüllen, die sonst Menschen ausgeübt haben. Was heutigen Generationen irgendwie seltsam anmutet, war für einen Jugendlichen, der mit Terminator und War Games sowie einem VC20 und C64 groß geworden ist, eine zugleich faszinierende wie beängstigende Vorstellung. Und so sparte ich damals mein Taschengeld und kaufte als Ergänzung zur analogen, aber immerhin midifizierten Böhm TopSound DS Orgel, einen Roland TR-505 Rhythm Composer. Zusammen mit einem Casio CZ-1, später einem Kawai K1 und dann einem Roland D-110 Expander hing dieser lange Zeit an einem C-Lab MIDI Interface meines Commodore C64. So ähnlich dürfte der Karrierestart vieler Musiker meiner Generation ausgesehen haben.

Drumcomputer prägten in den 1980er- und 1990er -ahren den Sound so ziemlich jeder Pop Chart-Produktion, und man munkelt, dass so mancher Studio-Drummer stempeln gehen musste, weil die technischen Kollegen angeblich doch ein viel besseres Timing besaßen und außerdem nicht so viele wertvolle Spuren auf der Bandmaschine für sich beanspruchten. Eine Timecode-Spur und später zwei Spuren zur Aufzeichnung des fertig gemischten Drum-Sounds reichten aus. Doch das ist natürlich nur ein winziger Teil der Wahrheit, denn die Klangästhetik der Kisten spielte eine wesentlich größere Rolle in der durch Synthesizer geprägten Popmusik der 80er und 90er. Die Roland TR-808 und TR-909 Drum-Computer zeigten sich gemeinsam mit der auf Sample basierenden LinnDrum für die große Mehrheit der Songs in den Charts verantwortlich. Der große Durchbruch der Roland Maschinen kam jedoch erst in den 1990er-Jahren, mit House und Techno. Doch was machte die Drum-Computer so begehrt?

roland_tr-909-amazona

Das Original: die Roland TR-909

Lauflichtprogrammierung & Soundmanipulation

Die von Roland favorisierte Lauflichtprogrammierung ist ein wichtiger Bestandteil der Erfolgsgeschichte. Durch eine gut durchdachte Programmierstruktur wurde es Musikern möglich, schnell Drum Patterns und Songs zu erstellen oder zu manipulieren. Man merkt hier noch einmal deutlich, dass Roland die Nicht-Schlagzeuger im Blick hatte. Die Bezeichnung Rhythm Composer trifft es genau, denn jedes Drum-Pattern wurde Schritt für Schritt durch die Lauflichtprogrammierung zusammengestellt. Nach kurzer Einarbeitungszeit gelang das in atemberaubender Geschwindigkeit.

Da die Roland TR-909 auf einen Mix aus analoger Klangerzeugung plus 6 Bit Samples für HiHat und Cymbals setzte, gab es immer noch genügend Möglichkeiten, den Klang zu „tweaken“. Einzelausgänge für die Instrumente, MIDI, Speichermöglichkeit auf Cartridges und die Möglichkeit, ein Triggersignal für die damals noch allgegenwärtigen Analogsynths mit CV-Anschlüssen über die Rim Shot zu programmieren, gehörten zu den weiteren Besonderheiten der TR-909.

Doch es gab auch Nachteile: So war es z. B. nicht möglich, live zwischen den verschiedenen Programmiermodi zu wechseln, ohne die Wiedergabe zuvor zu stoppen. Das schränkte den Nutzen auf der Bühne leider sehr ein. Außerdem ließen sich Claps und Rimshot nicht transponieren.

Behringer RD-9 Rhythm Designer

Dass Behringer hier keine 1:1 Kopie angefertigt hat, sieht man schon auf den ersten Blick, denn die Oberfläche des Behringer RD-9 Rhythm Designers sieht zwar ähnlich, aber dennoch deutlich anders aus. Um genau zu sein, reicher bestückt als die einer TR-909. Besitzer eines Behringer RD-8 hingegen werden sofort die Ähnlichkeiten entdecken, denn weite Teile von RD-9 und RD-8 sind bis auf die Farbgebung und die veränderten Step-Tasten identisch. Für Besitzer der RD-8 dürfte sich das Lesen des Handbuchs (es gibt es wirklich!) wahrscheinlich erübrigen.

behringer-rd-9-drumcomputer-1

Endlich erhältlich: der Behringer RD-9 Rhythm Designer

Die Roland TR-909, aber modernisiert

Die Behringer RD-9 ist also keine originalgetreue Kopie, sondern eine Weiterentwicklung, die auf den heutigen Markt abgestimmt ist. Obsolete Funktionen wie zum Beispiel die Speicherung von Daten auf Cartridges wurden weggelassen und stattdessen durch moderne Features wie USB ersetzt. Die alte Roland Sync DIN-Buchse, die zur Synchronisation von anderen Roland Geräten diente, musste Sync IN und OUT Buchsen im 1/8 Zoll TRS-Format weichen. Außerdem stehen drei 5V Trigger Outputs zur Verfügung.behringer-rd-9-drumcomputer-6

Die Anschlüsse

Ausgangsseitig notiere ich 10 Einzelausgänge für die einzelnen Sounds, einen Mono-Ausgang sowie einen Kopfhörerausgang. Alle sind als Klinkenbuchsen ausgeführt. Mich verwundert etwas der Mono-Ausgang, denn die Roland TR-909 besaß meines Wissens im Vergleich zum Vorgänger TR-808 bereits einen Stereoausgang. Vermutlich kommt hier das gemeinsame Design mit der Behringer RD-8 zum Tragen. Leider gibt es keine Möglichkeit, die Audio-Signale per USB an den Computer zu übertragen. Schade, denn das hätte die Integration des Behringer RD-9 Rhythm Designers in eine DAW noch leichter gemacht, vermutlich aber auch den Preis durch die dann benötigten A/D-Wandler in die Höhe getrieben.

behringer-rd-9-drumcomputer-2

Alle Ein- und Ausgänge des Behringer RD-9 Rhythm Designers im Überblick

Ein nettes Feature ist der symmetrische Return-Eingang (TRS-Klinke). Er ermöglicht das Ausspielen eines Signals über einen Einzelausgang und das anschließende Zurückführen über den Return, um den bearbeiteten Sound  über den Mono-Output gemeinsam mit den anderen Sounds auszugeben. Eine Einsatzmöglichkeit wäre zum Beispiel ein Kompressor für die Bass-Drum oder ein Delay-Effekt für die Snare. Der Audio-Return liegt dabei hinsichtlich der Signalführung nach der Effektsektion mit Wave Designer und VCF, durchläuft diese also nicht.

Die Effekt-Sektion des Drumcomputers

Wer beim Lesen von „FX“ auf der RD-9 Oberfläche Effekte wie Reverb oder Delay erwartet, wird enttäuscht. Behringer hat stattdessen die von der RD-8 bekannte FX-Sektion mit Wave Designer und Analog Filter eingebaut. Der Wave Designer bearbeitet die Transienten und die die Dynamik eines Sounds, indem dessen Attack- und Sustainphase verändert wird. Bearbeitet werden kann entweder ein einzelner Sound oder eine Summe mehrerer Sounds, die über einen FX-Bus auf die FX-Sektion geschickt werden. In der Mittelstellung beider Regler ist der Wave Designer im Bypass-Modus.

behringer-rd-9-drumcomputer-5

Alte Bekannte: Wie die RD-8 verfügt auch die RD-9 über die FX-Sektion bestehend aus Wave Designer und Analog Filter

Anschließend durchlaufen die dem FX-Bus zugeordneten Signale das Analog Filter. Das Filter kann als Low Pass oder High Pass arbeiten. Cutoff bestimmt die Filter-Eckfrequenz. Mit dem Resonance-Regler wird eine Resonanz an der per Cutoff-Regler eingestellten Frequenz erzeugt. Eine Besonderheit ist die Aufzeichnung der Cutoff-Reglerbewegungen, um Sweeps beim späteren Abspielen des Patterns zu automatisieren.

Wichtiger Hinweis: Soll die FX-Sektion des Behringer RD-9 genutzt werden, darf das betreffende Signal nicht per Einzelausgang abgegriffen werden. Sobald ein Einzelausgang belegt wird, liegt die betreffende Voice dort exklusiv an und wird vom Mono-Summenbus entfernt und damit auch aus dem Signalweg, in dem die FX-Sektion liegt. Schade, denn so wäre auch ein paralleles Processing möglich gewesen.

Klangerzeugung der Behringer RD-9

Der Behringer RD-9 Rhythm Designer bietet 11 Drum Sounds (Voices). Die Voices Bass Drum, Snare Drum, Low/Mid/High Tom, Rimshot und Clap sind analog erzeugt, während für HiHat und Cymbals Samples abgespielt werden. Dies entspricht dem Layout des Originals. Bei einer Roland TR-909 werden 6 Bit Samples genutzt. Über die Auflösung der von Behringer verwendeten Samples schweigen sich die Bedienungsanleitung und die Produktseite im Internet leider aus.

behringer-rd-9-drumcomputer-9

Ähnlich und doch grundverschieden: die Oberfläche des Behringer RD-9 Rhythm Designers

Behringer hat das Original-Layout etwas ergänzt. Dazu gehören zum Beispiel Pitch und Pitch Depth der Bass-Drum-Voice sowie der Tune-Parameter der HiHat. Diese Neuerungen lassen sich aber durch Auswahl des „Authentic Mode“ umgehen und stehen nur im „Enhanced Mode“ zur Verfügung.

Im Einzelnen regeln lassen sich:

  • Bass-Drum: Tune, Level, Attack, Decay, Pitch Depth, Pitch
  • Snare: Tune, Level, Tone, Snappy
  • Low Tom: Tune, Level, Decay
  • Mid Tom: Tune, Level, Decay
  • High Tom: Tune, Level, Decay
  • Rimshot: Level
  • Clap: Level
  • HiHat: Tune, Level, Closed HiHat Decay, Open HiHat Decay
  • Cymbal: Level Crash, Level Ride, Crash Tune, Ride Tune

Der Accent-Regler bestimmt die Stärke des globalen Akzents, der alle Voices eines Steps beeinflusst. Der Stärke des individuellen Akzents ist hingegen fest programmiert und lässt sich nicht beeinflussen. Über eine DAW lassen sich per USB oder MIDI auch ein Crescendo oder Decrescendo programmieren, indem man über Note Velocity die Lautstärke einer einzelnen Note beeinflusst.

Die neu hinzugefügten Parameter zur Bass-Drum-Voice bestimmen per Pitch die Frequenz des Oszillators und per Pitch Depth den Anteil der Pitch Hüllkurve am Sound. Letztere wird wiederum per Tune gesteuert. Auch der HiHat Voice hat man einen Tune-Regler spendiert, was diese universeller einsetzbar macht, wenn die anderen Sounds entsprechend verstimmt wurden. Sie fügt sich dann unter Umständen besser in den Gesamtklang ein. Warum man bei dieser Gelegenheit nicht auch gleich den Voices für Rimshot und Clap einen Tune-Parameter spendiert hat, bleibt schleierhaft. Schließlich ist der starre Clap-Sound doch einer der größten Kritikpunkte des Originals und beliebtes Ziel von Modifikationen.

behringer-rd-9-drumcomputer-9-glow

The glowing Drummachine

Die HiHat-Sektion ist monophon ausgelegt, was bedeutet, dass entweder eine offene oder eine geschlossene HiHat erklingen können. Wird eine geschlossene HiHat direkt nach einer offenen HiHat als Step gesetzt, wird Letztere also abgeschnitten.

Pattern-Song-Prinzip

Die Behringer RD-9 folgt dem Pattern-Song-Prinzip. Das ist recht einfach zu verstehen: Jeder Song besteht aus einer gewissen Abfolge an Patterns. Ein Pattern kann aus bis zu 64 Steps bestehen (16, 32, 48, 64 Steps wählbar). Dies ist ein Vorteil gegenüber dem Original, bei dem für ein längeres Pattern zwei Patterns verknüpft werden müssen.

16 Patterns können wiederum in eine der 16 Song Sections geladen und zu einem Song verkettet werden, wobei jedes einzelne Pattern bis zu 100 Mal wiederholt werden kann. 

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des Song-Chainings, was bedeutet, dass bis zu 16 Songs in einer Kette nacheinander abgespielt werden können. Leider muss ein Song immer komplett gespielt werden, bevor der nächste beginnt. Während der Wiedergabe zwischen Songs zu springen ist nicht möglich.

Es gibt eine ganze Reihe an Parametern, die auf Pattern- und Song-Ebene gespeichert werden. Darunter gehören bei den Patterns zum Beispiel das Tempo, der Swing-Faktor, Probability (die Wahrscheinlichkeit, mit der ein bestimmter Step bei der Wiedergabe abgespielt wird), Flam (Simulation des Schlagens mit zwei Sticks auf das Fell, Flam definiert die Zeit zwischen beiden Anschlägen), Filter Mode, Filter Automation, FX Bus Sends und vieles mehr. Viele dieser Parameter können auch innerhalb eines Songs gespeichert werden und agieren dann als globale Parameter. Das ist eine prima Sache und macht den Sequencer der Behringer RD-9 sehr flexibel.

Nutzung mit der DAW

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Behringer RD-9 Rhythm Designer innerhalb einer modernen Studioumgebung mit einer DAW zu nutzen:

Die erste Möglichkeit triggert lediglich die einzelnen Sounds der RD-9. Die Notenbelegung folgt dabei dem GM-Standard. Velocity wird übertragen. Die zweite Möglichkeit ist die Synchronisierung per MTC, um den internen Sequencer der RD-9 zum Arrangement der DAW zu synchronisieren. Das ist mit wenigen Clicks zu erreichen und das Handbuch beschreibt zumindest die Vorgehensweise in Logic.

Was mir fehlt, ist eine Möglichkeit, zusätzlich zur Synchronisierung per MTC die Pattern-Abfolge per Program Change aus der DAW heraus zu steuern, im Prinzip also den Song-Modus durch das Arrangement der DAW zu ersetzen. So könnte man die einzelnen Pattern an der RD-9 programmieren und trotzdem später mit der DAW die gewohnte Arbeitsweise beibehalten und das Arrangement komplett in der DAW aufbauen. Vielleicht wäre Behringer so nett, das mit einem Firmware Update nachzuliefern.

behringer-rd-9-drumcomputer-8

Es stehen verschiedene Sync-Optionen zur Verfügung, darunter MIDI, USB und Trigger

Behringer RD-9 in der Praxis

Beim Auspacken aus der Umverpackung präsentiert sich mir eine Produktverpackung im typischen Behringer-Design: Weiß, kühles Produktfoto, schwarze Schrift und Behringer Logo. Das versprüht nicht gerade Retro-Flair. Innerhalb dieser Verpackung befindet sich dann auch nur der Behringer RD-9 Rhythm Designer, das externe Netzteil und das übliche Quickstart Manual. Die ausführlichere Bedienungsanleitung muss man sich von der Website herunterladen. Der Behringer RD-9 Rhythm Designer ist recht schwer, obwohl ein Großteil des Gehäuses aus Kunststoff besteht. Nur die Bodenplatte ist aus Metall, was der Abwärme dienen dürfte. Das Gerät wird im Betrieb etwas warm, aber nicht heiß.

ANZEIGE

Ich beschließe, mich zunächst einmal etwas ohne fremde Hilfe mit dem Gerät zu beschäftigen und begebe mich mitsamt einem Kopfhörer ins Wohnzimmer auf die Couch. Nach dem Einschalten wird man mit einer Lightshow begrüßt und nach wenigen Sekunden ist der RD-9 betriebsbereit.

behringer-rd-9-drumcomputer-7

Hier wird Sound gemacht! Die im Vergleich zum Original etwas erweiterte Voice-Sektion

Der legendäre Klang der TR-909?

Zunächst höre ich mir die einzelnen Sounds an und spiele damit etwas herum. Das macht Spaß, und mit etwas Schrauberei finde ich den einen oder anderen bekannten Sound wieder. Behringer hat auch das Phasing bei gleichzeitigem Spiel von Snare und Clap übernommen. Snare und Clap teilen sich bei der TR-909 einen Noise Generator, was dann im Ausklang zum Phasing führt. Auch beim Platinendesign der RD-9 scheint das so zu sein.

Die Samples für Crash und Ride sind aber bei gleicher Position der Level-Regler deutlich leiser als die beiden HiHat Samples. Für ein ausgeglichenes Klangbild muss man die Level-Regler der anderen Instrumente etwas zurücknehmen.

Verarbeitung

Ich mache mich an die Programmierung einiger Patterns, um die Lauflichtprogrammierung zu erkunden. Gut: Die einzelnen Step-Taster haben einen deutlichen Druckpunkt. Nicht so gut: Leider haben sie etwas viel Spiel in ihrer Aussparung und kippen beim Drücken leicht nach vorne. Dadurch wird die Bedienung recht schwammig und beim schnellen Setzen oder Löschen von Steps reagieren sie manchmal auch nicht sofort oder gar nicht. Das schränkt den Live-Einsatz etwas ein.

behringer-rd-9-step

Die 16 Step-Taster sind von mäßiger Qualität. Sie haben zu viel Spiel im Gehäuse und fühlen sich etwas schwammig an. Bei schneller Betätigung reagieren sie deshalb nicht immer sofort wie gewünscht

Immerhin sind die Drehregler der Behringer RD-9 stramm und die Achse wackeln nicht. Die beleuchteten Buttons hingegen machen auch einen besseren Eindruck. Allerdings ragt auch hier ein Button schräg aus dem Gehäuse. Die Verarbeitung würde ich in Schulnoten insgesamt mit gut bis befriedigend bewerten. Hier müsste ein Langzeittest zeigen, in welche Richtung es geht.

behringer-rd-9-button

Kleinere Verarbeitungsmängel sind in dieser Preisklasse nicht unüblich: hier der schräg sitzende Data Mode Button

Behringer RD-9: Programmierung

Zurück zur Programmierung eines Pattern: Zunächst wähle ich den Step-Modus und schalte den RD-9 auf Aufnahme. Dann selektiere ich das Instrument über einen der Voice Buttons, dessen Steps ich setzen möchte. Ein Druck auf Play und das Lauflicht signalisiert, welcher Step gerade abgespielt wird. Über die 16 Step-Taster setze ich nun die einzelnen Steps. Per Length kann ich bis zu 64 Steps pro Pattern eingeben. Auto Scroll aktiviert den automatischen Seitenwechsel durch die vier Step-Seiten, wenn ich mehr als 16 Steps nutzen möchte. Habe ich einen Step gesetzt, leuchtet die betreffende LED des Step-Tasters – allerdings noch nicht mit voller Stärke, denn es gibt noch eine zweite Stufe, den Akzent. Betätige ich den gleichen Taster noch einmal, setze ich einen Akzent. Betätige ich ihn zum dritten Mal, wird der Step gelöscht. Dieses Verfahren entspricht dem einer TR-909.

Leider sieht man das Leuchten der halbhellen LEDs nur, wenn man von oben auf die Step-Taster schaut oder der Raum sehr dunkel ist. Steht die Behringer RD-9 auf einem Tisch und man schaut von schräg vorne auf die Taster, sieht man das Leuchten der LEDs fast gar nicht. Das ändert sich auch nicht bei den mit Akzent versehenen Steps. Die übrigen Signal-LEDs sind demgegenüber erheblich heller.

behringer-rd-9-led-front

Die LEDs in den 16 Step-Tasten sind nicht aus jedem Blickwinkel zu erkennen. Hier die Ansicht von schräg vorne…

behringer-rd-9-led-top

…und das gleiche Bild von oben. Hier sind die leuchtenden LEDs dann deutlicher sichtbar

Der Swing-Modus der Behringer RD-9 greift sehr stark ins Geschehen ein. Neutral ist er bei einem Wert von 50 Prozent. Einstellbar ist der Bereich von 25 Prozent (negativer Swing) bis 75 Prozent (kompletter Swing). Bis 57 Prozent klingt es meines Erachtens gut. Darüber hinaus gefällt mir das Ergebnis nicht mehr so gut. Schaue ich mir Demonstrationen des berühmten Swings der Original TR-909 auf YouTube an, scheint diese subtiler und musikalischer zu „swingen“. Ich bin auf den direkten Vergleich des Kollegen gespannt.

Nicht selbsterklärend ist die Programmierung im Song-Modus. Das kleine Display bleibt hier kryptisch und nur durch das Manual erfahre ich, was ich hier eigentlich mache. Es ist irritierend, weil oft irgendwo ein Button zu blinken beginnt und ich zunächst nicht weiß, warum er das tut. Mir fehlen einige eindeutig beschriftete Buttons des Originals, zum Beispiel „Enter“, um eine Eingabe zu bestätigen. Die zum Download angebotene englischsprachige Bedienungsanleitung sollte man besser ausdrucken und sich neben das Gerät legen und etwas Einarbeitungszeit einplanen. Wer schon einmal mit einer TR-909 gearbeitet hat, muss hier definitiv umlernen, denn Behringer geht eigene Wege. Hat man die grundlegenden Bedienschritte aber einmal verstanden, geht alles zügig von der Hand.

Wave Designer & Analog Filter

Der Wave Designer ist eine nette Zugabe und bei den Voices mit sehr kurzem Decay recht subtil. Vergleichbare Plug-ins greifen stärker ins Geschehen ein. Am deutlichsten arbeitet er, wenn die Voices ein längeres Decay besitzen. Besser gefällt mir das Analog Filter. Die Bewegungen des Cutoff-Reglers kann man sogar aufzeichnen. Damit lassen sich herrliche Effekte zaubern, die so gar nicht mehr an Drum-Computer erinnern.

Tipp: Per Trigger-Taster und Note Repeat-Funktion eine rasend schnelle Tonwiederholung mit der Rimshot oder Low Tom Voice erzeugen, diese auf den FX-Bus routen und dann mit Cutoff und Resonance spielen beziehungsweise mit dem Tune-Regler der Low Tom Voice. Damit lassen sich Bass-Synth ähnliche Figuren oder Drones erzeugen. Toll!

Hinweis: Der Abgriff für den Kopfhörerverstärker erfolgt vor der FX-Sektion. Der Effekt von Wave Designer und Analog Filter ist auf Kopfhörern nicht zu hören.

Gesamteindruck der Behringer RD-9

Leider hatte ich das Gerät nur für wenige Tage zur Verfügung, doch der erste grundlegende Eindruck ist recht positiv. Legt man den Verkaufspreis zugrunde, ist die Behringer RD-9 eigentlich ein typischer „no brainer“ für alle, die mit der Anschaffung eines Drum-Computers liebäugeln. Behringer weicht zwar vom Design der TR-909 ab, die Zugaben sind aber durchaus praktisch. Wenn man jetzt noch die Möglichkeit hätte, die vier Slots für HiHat und Cymbals mit eigenen Samples zu bestücken – doch man kann nicht alles haben…

Die Behringer RD-9 on YouTube

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

ANZEIGE
Fazit

Lange mussten die Interessenten warten und nun ist der Behringer RD-9 Rhythm Designer endlich da. Zwar bekommt man für 349 Euro viel Plastik, doch der Klang der Behringer RD-9 weiß zu überzeugen, und seien wir mal ehrlich: Das Musizieren damit macht doch mehr Spaß als mit einem Plug-in. Die Klangerzeugung ist ohne direkten A/B-Vergleich zu einer echten TR-909 immerhin so nah dran, dass man den Klang der RD-9 sofort richtig zuordnet. Sie klingt schön druckvoll und die Ausstattung ist zeitgemäß, so dass sie sich gut in eine moderne Studioumgebung integrieren lässt. Wer nicht zwischen 3.000,- und 4.000,- Euro für ein gebrauchtes Original ausgeben möchte, findet zu einem Zehntel des Preises hier einen möglichen Ersatz. Zwar fühlt sich eine fast 40 Jahre alte TR-909 anders an und Besitzer des Behringer RD-9 Rhythm Designer atmen bestimmt keine Vintage-Luft, doch tolle Musik produzieren lässt sich damit trotzdem, wenn man denn des TR-909 Sounds noch nicht überdrüssig ist. Und mehr Spaß als das Durchforsten von Sample-Librarys macht die Behringer RD-9 allemal.

Plus

  • Preis
  • Klang
  • moderne Ausstattung

Minus

  • kleinere Verarbeitungsmängel
  • FX werden nicht auf dem Kopfhörer ausgegeben

Preis

  • 349,- Euro
ANZEIGE
Klangbeispiele
Forum
    • Profilbild
      andylekkman

      Soo performt nicht irgendjemand und ich kenne auch keinen aus meinem Umkreis… :)
      Aber es ist wie immer, üben üben üben bis der musikalische Damm bricht und oder net.

  1. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    „[…] und vor allem der als Linn Drum bezeichneten LM-2 […]“

    Umgekehrt wird ein Schuh draus — die LinnDrum (was dick und fett und fast für Stevie Wonder lesbar auf dem Gehäuse prangt) wird von Leuten, die keine Ahnung haben, gemeinhin als LM-2 bezeichnet.

    Was jeglicher Grundlage entbehrt, aber: Deren Meinung steht fest.

    Ich will sie nicht mit Tatsachen verwirren.

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Stimmt natürlich. Ist wahrscheinlich wie mit Tempo und ZeWa. Irgendwer hat damit angefangen, die Linn Drum als LM-2 zu bezeichnen und irgendwann hat es sich so durchgesetzt. Auf dem Produkt selbst steht natürlich der richtige Name un LM-2 ist die inoffizielle Bezeichnung.

        • Profilbild
          Markus Galla  RED

          Stimmt ja. Gut, dass das Teil heutzutage keiner mehr braucht. Außer der Phil vielleicht, weil der ja nicht mehr trommeln kann und der Sohn einige wichtige DNA-Schnipsel in Bezug auf das Timing nicht abbekommen hat.😉

          • Profilbild
            chain25  

            Mit Verlaub das ist völliger Unfug!
            Die LinnDrum ist in EBM- und Neo Italo-Kreisen nach wie vor angesagt und heiß begehrt.

            Oder ging es um RD-9 / TR909? Dann ist der Kommentar natürlich richtig.

  2. Profilbild
    fanatic  AHU

    Hier kommen die holy Schnäppchen- Hits!
    Mach was draus – komm mach mit!!!

    Bitte schnallen Sie sich an….. Jetzt wird der dancefloor geflutet mit der unfassbaren, unvergleichlichen, besser als Mutti‘s Filterfrisur:::
    909
    ähhh
    B909,5
    ääh
    RD 909
    aaaaah verdammt
    RD-9
    Jetzt stimmt‘‘s

    Nein wir müssen ernst bleiben.
    Deshalb frag ich für einen zukünftigen Freund: die Beats werden jetzt sicher ein bißchen geiler als jemals zuvor, oder?

    • Profilbild
      Round Robin  

      ….ähhhhh…..Nix 909!!!!!

      Nur weil etwas irgendwie ähnlich klingt, ist es keine 909.
      Lies Dir dilux’s Kommentar durch, er trifft den Nagel genau auf den Kopf. Bei der RD-9 hab ich ein Déjà-vu: Acidlabs Miami

        • Profilbild
          Enterprising  

          Es soll bedeuten, dass auch teure Klone nicht wie das Original klingen. Der Charakter eines Originals kann aber auf gewisse Weise beim Klon durchklingen.
          Und kaum einer wird einen Drumcomputer eins-zu-eins recorden, sondern immer EQ, Hall/Reverb und sonst was drauf legen.
          Deswegen spielt es meiner Meinung nach auch kaum eine Rolle, wenn es am Anfang der Kette nicht 100% nach 808 oder 909 klingt.

          • Profilbild
            TobyB  RED

            Sehe ich genauso. In der Diskussion wird das Thema Verarbeitung des Signals immer gerne ausgespart. Dabei macht das aber den Unterschied. Ich denke nicht das irgendwelche Brettharten 909 Beats ohne Kompressor und EQ, oder was auch immer auskommen. Das ist unrealistisch. Genauso wenig machen irgendwelche Ghost Notes den Beat fluffiger. Wenn die RD 9 oder TR8,TR6s nicht kickt, nimmt man einen 3630, dreht ein bisschen Sättigung rein, für Snare und Clap stellt man den EQ auf 3 zackige Pommesgabel. Toms und Kick bekommen auch noch mal einen kleinen EQ. Dann sucht man sich einen schönen Drum Hall und fertig ist der Beat.

    • Profilbild
      Eisenberg  

      Ja, die Beats werden geiler. Die „Profis“ werden aber sicherlich weiterhin im Rechner langweilige, glattgeleckte, perfekt geautotunete, an die Grenze komprimierte Schrottmixe aus vorproduzierten und -optimierten Samples produzieren, um die ästhetisch-verarmte Hörerschaft zu beeindrucken.
      Das Geile an den Drum Maschinen ist doch, dass man sich nicht durch endlose Samplebibliotheken quälen muss, sondern sich die Sounds anpassen kann. Je mehr verschiedene es gibt, desto besser. Und ob‘ s wie das Original klingt, ist eher wurscht. Solange man das rauskriegt, was dem eigenen Ideal nahe kommt.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Bisher war jeder Klon willkommen, nur bei Behringer hört der Spaß auf. Für viele beginnt er jedoch erst.

  4. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Kein Behringer-Bashing, aber:

    — Mono-Ausgang
    — klapprige Taster
    — keine Steuerung der Sequenz über MIDI/DAW
    — keinerlei Sequencing-Funktionen über das übliche hinaus gehend (Probability, Parameter-Lock, etc.)

    Gerade beim letzten Punkt hätte ich ein wenig Flexibilität erhofft. Im Test kommt leider nicht heraus, ob man wenigstens »im Betrieb« manuell zwischen Patterns springen kann, um damit live arbeiten zu können (Novation »Circuit«, Elektron »DigiTakt«). Ich tippe mal auf »nein.«

    Da es diese »live«-Features nicht gibt, ja, dann ich doch auch gleich mit einem externen Controller und einem der super-großartigen VST-Klangerzeuger in der DAW jammen (weit oben auf meiner Hit-Liste SugarBytes »Synthetic Beats«). Die Geräte von Novation und Elektron erwähnte ich schon (OK, zu teilweise deutlich höheren Preisen). Nicht zu vergessen die aktuelle kleine MPC von AKAI. Auch Roland selbst bietet einen großartigen »Rythm Composer« (TR-8S). Will ich eine »RD-9« echt haben, nur weil es so ähnlich wie das Original aussieht? Ich würde mein Geld zusammen halten, und mir mindestens eine Nummer größer von Elektron oder AKAI kaufen, mit denen ich deutlich mehr Kreativität ausleben kann.

    Und noch mal: Nein, das ist jetzt echt kein Behringer-Bashing … ich finde es einfach nur schade, dass da nicht weiter gedacht wurde.

    • Profilbild
      rio  

      Dann auf jedenfall nicht auf den Zug aufspringen! ;) ich bin auch der Meinung, dass es wesentlich bessere Alternativen gibt … auch in der Preisklasse.

        • Profilbild
          Markus Galla  RED

          Es sind einige Dinge auch nur im Nebensatz erwähnt und andere eventuell gar nicht. Statt Dienstag kam die RD-9 erst am Mittwoch mittags hier an und alles musste bis Freitagmittag fertig sein. Ich habe also während des Tests geschrieben und parallel das Video gedreht, gestern dann den Test noch einmal umgestellt, um einen besseren Lesefluss zu erreichen. Normalerweise teste ich mindestens eine Woche, bei sehr komplexen Sachen auch länger. Aber ich habe dann einfach versucht, das Gerät so zu betrachten wie es ein Interessent im Laden machen würde. So bin ich deshalb auf die Song-Funktionen nicht groß eingegangen, sondern eher auf die Pattern-Geschichte. Mehr als das Ausprobieren der Songerstellung (nicht sehr intuitiv) mit dem Manual war zeitlich auch nicht drin. Da sich das aber von der TR-909 unterscheidet, wird der Kollege beim Vergleich bestimmt darauf eingehen.

          • Profilbild
            Henrik Fisch  AHU

            Alles gut. 🙂

            Ich wollte Deinen Artikel keinesfalls in Misskredit bringen, sondern nur meine eigenen Schlussfolgerungen hinzufügen. Da ich seit langer Zeit den Gedanken vor mir her trage, einen wie auch immer gearteten Hardware-DrumComputer/GrooveBox/DrumSoundErzeuger zuzulegen, war der Test des RD-9 für mich sehr spannend.

            Ich bin auch keineswegs mehr der generelle Behringer-Bascher, wobei ich die Aktion mit dem »Arturia Keystep« nun auch nicht vergessen werde. Aber ich finde den »Behringer 2600« absolut großartig (den werde ich mir vermutlich zu Weihnachten gönnen), der »MonoPoly« gefällt mir (hab‘ dafür aber keine Verwendung), den »DeepMind« finde ich klasse und auch die diversen Eurorack-Module im Stile von Roland, Moog und ARP gefallen mir super (wobei ich auch da im Moment keine Verwendung habe).

            Beim RD-9 gewinne ich allerdings den Eindruck, dass Behringer (bzw. die Chinesen) gerade eben so das Nötigste implementiert hat. Der günstige Preis und das optisch kongruente Gehäuse werden die Verkaufszahlen schon richten.

            Im Falle »meines« Drumcomputers wird es vermutlich eine dieser »dicken« Maschinen werden:

            — Elektron »Analog Rytm«
            — Dave Smith Instruments »Tempest«
            — Jomox »AlphaBase«

            Aber da habe ich noch kein Auswahlkriterium gefunden … ich finde die nämlich alle echt richtig richtig geil. 🤩

            • Profilbild
              Markus Galla  RED

              Das habe ich auch so nicht verstanden. Es ist halt bestimmt nicht jedes Feature erwähnt worden. Dazu reichte einfach die Zeit nicht und deshalb habe ich versucht, die Key Features zu „entdecken“ und zu beschreiben und manches ist in der Beschreibung auch garantiert zu kurz gekommen. Ich halte es im Zeitalter der Internet-Bestellungen eigentlich immer so, dass man jeder selbst testen muss. Mit 30 Tagen Rückgaberecht ist das viel leichter geworden als früher. Man muss Behringer immer in Bezug auf den Preis sehen.

              Bei Kopien habe ich eine sehr ambivalente Meinung. Ich bin ja Keyboarder und Gitarrist. Gitarristen hinterfragen irgendwie nie, ob man eigentlich seine Gitarre Strat nennen darf, wenn sie nicht von Fender ist. Keiner mockiert sich darüber, dass 99 Prozent aller erhältlichen Gitarren Kopien von Strat, Tele und Les Paul sind. Und mal ehrlich: Vermutlich würde auch keiner in einem Blindtest heraushören können, ob die Strat nun von Fender oder einem anderen Hersteller kommt. Das gilt auch für Pedale und Verstärker. Bei Drums ist das auch so. Im Bereich der elektronischen Musikinstrumente mockieren sich die Leute viel eher über vermeintliche Kopien, obwohl auch da jeder Sound schon erzeugt und gespielt ist. Im Falle des Arturia Keystep muss man allerdings Behringer eine hohe Dreistigkeit unterstellen, denn hier geht es um das Produktdesign und die Funktion, nicht um Sound.

            • Profilbild
              Quantenakustiker  

              Eine weitere Option wäre vielleicht, noch auf den Korg Drumlogue zu warten. Weder Elektron Analog Rytm, noch DSI Tempest, noch Jomox Alpha Base verfügen (im Gegensatz zu Behringer!) über Sync In/Out Anschlüsse. Was ich persönlich, insbesondere mit Blick auf die veranschlagten Preise, mittlerweile nervig finde. Mal sehen, wie gut Korg beim Drumlogue abliefern wird können, vielleicht kommt mein Analog Rytm dann sogar unter den Hammer.

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ohne bashen zu wollen, mein Account hier ist eh auf der Kippe, Behringer hat es mal wieder versäumt was eigenständiges und modernes zu bauen. Klänge wie 808, 909 und Linn sind sowieso Bestandteil eines jeden Soundarchivs. Mich stört an den Teilen das sie produziert um gekauft zu werden. Schlechte old school Imitate als Rumstehchen im Heimstudio und der Vibe der Originale geht total unter. Meine alte Novation Drumstation konnte das auch schon, nur damals war der Sound gefragt und mit Atari und Sampler war man im Geschehen der Zeit. Mir ist bange wenn ich sehe wieviele Komponenten mittlerweile von denen kommen. Die 303 MO und 100er Euroracks finde ich ausdrücklich gut aber ich kann einfach keinen emotionalen Bezug zu dem Sound herstellen, was vielfältige Gründe hat. Behringer bleibt für mich ein schwieriges Thema.

    • Profilbild
      Soundreverend  AHU

      Naja aber es gibt halt ne Menge Menschen die genau das wollen, eine 909. Wird sich auch gut verkaufen weil bezahlbar. Und klingt ja auch wirklich klasse, das muss man doch zugeben…. insbesondere wenn man eben nicht die OG daneben stehen hat.

      Schon das Video von Dirtbox gesehen, mit dem Grinsen im Gesicht :-D

      https://www.youtube.com/watch?v=aEKqKTXyU2M

      Ich werde die RD-9 nicht kaufen, mir reichen mittlerweile tatsächlich Samples.

    • Profilbild
      ARIMUSIK  

      Holden schrieb: „Behringer hat es mal wieder versäumt was eigenständiges und modernes zu bauen.“

      Den Satz kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wenn es um den begehrten Nachbau eines Gerätes geht, der von den Usern so herbeigesehnt wurde. Und wenn du jetzt mal aufzählst, was hier alles drin ist, was das Original gar nicht erst an Features und Ausstattung besitzt, dann kann man nicht behaupten, es wurde etwas versäumt, – sondern das Original wurde sogar erweitert, ergänzt und mit eigenständigen und modernen Add-ons versehen.

      Du müsstest schreiben: „Die User haben es mal wieder versäumt, sich jahrelang etwas neues zu wünschen, aber NEIN, sie wollen ja alle immer nur diesen alten Vintage-Kram, der entweder nicht verfügbar oder zu Traumpreisen in kaputtem Zustand zu bekommen ist.“ Diesen Satz hättest du bringen müssen. :)

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Hast vollkommen recht. Ich muss umdenken. Nein, muss ich nicht. Die Leute kaufen eh alles was nicht bei 3 auf dem Baum ist. :)

  6. Profilbild
    Dalai Galama  

    Danke für diesen gut geschriebenen Test. Euch ist es gelungen, das Wort „Probability“ erstens richtig zu schreiben und zweitens auch noch zu erklären. Bravo. Der Kollege bei Bonedo ist daran gescheitert. Ansonsten findet man sprachliche Edelsteine wie etwa „Beim Auspacken aus der Umverpackung präsentiert sich mir eine Produktverpackung“ ja auch eher selten in einem Review.

    • Profilbild
      Markus Galla  RED

      Haha…..das war sogar beabsichtigt. Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich das so stehen lasse. Aber die Tatsache, dass man einen sinnlosen Karton mit absolut liebloser Gestaltung bekommt, der dann wiederum in einen Karton gepackt wird, um diesen zu schützen, ist schon seltsam. Einige schaffen wahre Kunstwerke (PreSonus, Blue Microphones – da geht das noch als Kunst durch), andere einfach nur Müll. Behringer gehört in die letztere Kategorie. Aber damit ist man leider nicht alleine.

  7. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Danke für den ausführlichen Artikel und den vielen Bildern.
    Ich habe bis jetzt keine RD-9 live gehört und gespielt.
    Es gibt seit kurzer Zeit ein Youtube Video von Markus Schmahl wo er seine original Roland TR-909 mit der RD-9 1:1 vergleicht und da ist die RD-9 sehr nah am Original dran.
    Das Video hat mich wirklich überzeugt.

    Die Behringer Entwicklung und die Diskussionen darum haben meine Sicht darauf im laufe der Jahre verändert.

  8. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Mir fällt dazu heute ein wie es damals so Mitte bis Ende der 90er Jahre war.
    Bei meinen ersten Veröffentlichungen habe ich ausschließlich TR-808 und TR-909 Samples von meinem Ensoniq ASR-10 Sampler genutzt.
    Und das war gut aber ich und meine Musikerkollegen haben immer davon geträumt die Originale zu besitzen.
    909 und 808 waren damals schon sehr teuer aber noch schwieriger war es überhaupt eine 909 oder 808 kaufen zu können.
    Das war noch die Zeit wo es kein E-Bay gab sondern „Das Inserat“ oder die Kleinanzeigen in den üblichen Musikzeitschriften. (Hahaha)

    Als dann von Novation die Drumstation als 808 und 909 Klon rauskam da habe ich mir sofort eine gekauft und dann voller Freude damit gearbeitet. Jahrelang.
    Die Drumstation klingt ähnlich wie die Originale hat aber ihren sehr eigenen Sound.
    Ich nutze sie auch heute noch.
    Und bis heute hat noch nie Irgendjemand zu mir gesagt das klingt nicht wie eine 808 oder 909…

    • Profilbild
      fanatic  AHU

      Novation und Jomox sind super bezüglich „Klone“.
      Sehr eigener Sound und trotzdem verwandt.
      Aber vorallem eigenständiges Design.

      Ein Mitglied hat mal sinngemäß geschrieben:….“….man muss sich nicht alles kaufen nur weil man es kann…….“

      Top-Satz.

  9. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Geiles Teil und gut. Wenn es nicht genau wie 909 klingt auch gut. Ich habe schon Haufen Klopfgeister aber bei der könnte ich schwach werden.

  10. Profilbild
    analogrieche  

    Das Teil ist ja mono?

    Frage: Auch über Phones alles in der Mitte?

    (OK, man kann die Einzelouts über einen externen Mixer panoramisieren … was ein Aufwand)

    Hatte denn die original 909 auch keine Panorama-Verteilung über den dort vorhandenen Stereoausgang?

    • Profilbild
      Enterprising  

      Dass ein Drumcomputer mono ist finde ich halb so wild, sofern die Möglichkeit zum Panning vorhanden ist.
      Mono Kick und Snare setzen sich deutlich besser im Mix durch. Die Percussions werden rechts oder links verteilt. Im Grunde wie ein klassisches Drumkit Setup.
      Und wer doch Stereo braucht regelt das in der DAW.
      Benutzt man das Teil im Live Set, ist die PA doch auch „nur“ Mono…belehrt mich gerne eines besseren, falls das falsch ist.
      Unterm Strich ist Musik produzieren nie so günstig gewesen wie heute und für jeden ist etwas dabei.

    • Profilbild
      komabot  

      Die Original TR-909 hatte keine änderbare Panorama Verteilung: Die Instrumente sind anhand fester Widerstandswerte im Panorama verteilt (wenn Stereo out genutzt wurde).

      Die genauen Werte lassen sich irgendwo im Netz finden.

      • Profilbild
        analogrieche  

        Dahingehend war die original 909 offensichtlich pragmatischer – man konnte sie einfach in Stereo einschleifen und hatte zumindest ein basic Panorama-Bild, um schnell mal etwas auszuprobieren.

        Bei der Behringer müsste ich dafür immer ein Multikanal-Audio-Interface oder ein kleines Mischpult dabei haben. Also doch kein »Klon« im Hinblick auf Pragmatismus ;-)

    • Profilbild
      iggy_pop  AHU

      „[…] (OK, man kann die Einzelouts über einen externen Mixer panoramisieren … was ein Aufwand) […]“

      Genau.

      Kaufst Du Behringer, bleibt’s in der Familie.

  11. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Sehr aufschlussreicher Test; kann mich trotzdem immer noch nicht dazu durchringen, meinen TR-09 durch den RD-9 zu ersetzen. Einzelausgänge sind schon etwas feines, wenn man auch die dazu notwendigen freien Mixerkanäle hat. Zur Zeit arbeite ich mit TR-09 und Arturia DrumBrute Impact; hin und wieder wird auch noch der Akai RhythmWolf reaktiviert. Somit bin ich eigentlich komplett versorgt…

  12. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Kann man den Return „missbrauchen“ um n anderes Gerät dran zu hängen?

    Ggf. Geht es wenn man dann eine Stimme „opfert“?

    Ich liebe den Audio Thru der Electribes ;).

    • Profilbild
      komabot  

      Klar, es muss nicht zwangsläufig eine interne Stimme sein.
      Der „return“ kann auch als „external in“ bezeichnet werden.

  13. Profilbild
    mdesign  

    vorschlag: könnte amazona nicht unter jeden behringer-klon-test (es sind ja noch einige zu erwarten) die reflexhaften standard-kommentare schon bei veröffentlichung mit drunterschreiben (zB böser kopierer, wir brauchen keine klone, warum hat der klon keine modernen features, der klon klingt nicht wie das original)? das wäre für schreiber wie leser doch viel entspannter. und man könnte sich schneller interessanterem zuwenden.

  14. Profilbild
    fanatic  AHU

    Der Klang dieses Klons ist hier nicht Teil meiner Kritik. Wenn Behringer das Gerät anders nennen und designen würde hätte ich hier nichts zu kritisieren.
    Natürlich wiederholen Kritiker dieser Produktpolitik sich wenn der Hersteller Klone im Monatstakt raushaut.
    Fakt ist: auf diese Weise wird Behringer den touch von „mit fremden Federn schmücken“ nicht los. Schlimmer noch, es gehört zur Verkaufsstrategie.
    Aber wie mdesign schon schreibt, einfach kritische Kommentare kennzeichnen….Oder im Sinne der Partei gleich canceln.

    • Profilbild
      mdesign  

      kritik ist gut und wichtig. mir geht es hier vor allem um die wiederholung derselben: ‚es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem‘ (karl valentin).

      ich habe einen poly D, weil ich vor 40 jahren mal einen minimoog hatte. und ich freue mich auf einen UBXa, weil ich damals auch mal einen OBXa hatte. das ist reine nostalgie, aber warum denn nicht? ich hatte keine 909, also hab ich mir lieber eine drumbrute impact gekauft. und digital hab ich den ganzen krempel sowieso auf dem ipad. wir leben equipmenttechnisch in wunderbaren zeiten. peace.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Schöner Kommentar. Rein wegen der Nostalgie hätte ich auch gerne den BBG, 100er Eurorack, RD-8 und Bonopoly aber ich fühle einfach nichts. Eine neue Wachmaschine mit 1600 Umdrehungen und integriertem Trockner fände ich derzeit viel befriedigender. Die inspiriert mich sofort zu einem Laundry-Song, der im Refrain die alten Waschweiber besingt, die noch alles per Hand machen mussten. Analoge Wäscherei sozusagen aber iPad produziert. Paradox.

        • Profilbild
          fanatic  AHU

          Schöner Kommentar. Du fühlst nichts. Ich auch nicht. Und es besorgt mich tatsächlich zunehmend.
          B. trifft damit den Zeitgeist. Eiseskälte allenorts.
          Spasseshalber mal ein Blick auf die billboard-charts 1984 werfen.
          Depeche Mode, Style Council, Commodores und Van Halen zeitgleich vertreten.
          Das war Diversität.
          Heutzutage undenkbar.
          Eiseskälte.
          Gegen unsere tatsächlichen Probleme ist allerdings das Klonprogramm von B. ein Witz…

          • Profilbild
            mdesign  

            zum glück freue ich mich über meinen poly D – sogar mehr, als ich gedacht habe. nichtsdestoweniger hast du mit deiner einschätzung unserer zeit leider recht. vor allem mit der erkenntnis, dass die ganze retro-sehnsucht nicht zuletzt damit zu tun hat, dass gegenwart und zukunft so sind, wie sie sind.

            • Profilbild
              fanatic  AHU

              Ja, mdesign, leider. Es ist wie es ist.
              Danke für dein Kommentar. Über ein gewisses Maß an höflichen Umgangsformen freue ich mich schon. Trotz vielleicht anderer Sichtweise. Traurig oder? Cheers

          • Profilbild
            AMAZONA Archiv

            Wie wahr. 1984 konnten Kleinkinder noch Nachrichten schauen, theoretisch, es wurde ja nur telegrammartig berichtet. ;)
            Warum ich keinen Zugang zu den Klonen finde liegt wohl an dem Konzept. Etwas ehemals besonderes wird plötzlich für jeden verfügbar und es will dabei einfach keiner merken, daß es in genau diesem Moment bereits keinen Wert mehr hat. Nur oberflächlich geht es dabei um die ästhetische Klangformung und einer damit verbundenen besonderen Ausdrucksform, die nur von Instrumenten mit einer bestimmten Klangästhetik und Aussehen erreicht werden kann. Kann doch nicht stimmen wenn man ganz kurz darüber nachdenkt.

            • Profilbild
              Markus Galla  RED

              Wie kann etwas, das so durchgenudelt ist wie die Sounds der „Legenden“ heute noch besonders sein? Wurde das Besondere nicht schon vor langer Zeit gekillt, als Leute bestimmt haben, dass bestimmte Stile ohne 909 und Super Saw oder M1 Piano nicht „legit“ sind? Das ist wie mit bestimmten Synth Presets und Samples. Hätte plötzlich jeder Song das Sakuhachi Flute Sample aus Sledgehammer genutzt oder den Synclavier Phased Gong wäre der Aufschrei vermutlich groß. Nicht die Klone sind verantwortlich, sondern die Musiker, die die immer gleichen Sounds und Patterns weiter durchnudeln. Wäre das nicht der Fall, gäbe es für die vielen 808 und 909 Klone gar keinen Markt. Vielleicht betrachtet man es mal von der Seite aus. Und dann gibt es noch die Musiker, deren Einfallsreichtum nicht weiter reicht als die Reproduktion dessen, was ihre Idole vorher schon gemacht haben. Musikalisch leben wir größtenteils in einer Sackgasse und keiner traut sich mehr, diese zu verlassen und mal neue Wege zu gehen. Aber das wäre halt beschwerlicher als Equipment zu horten und bräuchte auch Talent. Vermutlich könnte jemand mit Talent sogar mit einem RD-8, Deepmind 12 und anderen Behringer Klonen gute Musik machen. Es soll ja auch Musiker geben, die mit billigem Gear Bestseller produziert haben, die länger überdauern als der Rest.

              • Profilbild
                fanatic  AHU

                Natürlich, Markus.
                Stefan Mross bläßt auf dem Analog-Kamm und die Strasse tanzt verzückt! Auf jeden Fall kannst du mit günstigen Geräten ganz viel Qualität an den Tag legen.
                Meine coolsten (nicht „besten“) Sachen (imho) sind mit Poly 61, 4-Spur und Amiga Tracker entstanden.
                Diesen Flow bekomme ich durch heutiges gearmassaker nicht mehr hin. Und jetzt wird uns gesagt jeder braucht ne 303? Wtf?

                (war das nicht von fatboy slim?)

                Also die Volks-303 quasi?

                Ok.
                Dann mal viel Spass

              • Profilbild
                AMAZONA Archiv

                Vollkommene Zustimmung lieber Markus! Uninspirierte Musiker brauchen die altbewährten Muster um sich selbst zu gefallen, als die „Kick-Ass Monster“ die sie nie waren. Das gilt auch für deren Hörerschaft. Vor dem Hintergrund werden aktuelle Strömungen wie Trap, die sich mit ganz konträren Genres vermischen, stark unterschätzt. Hier kommt oft wieder Ausdruck und Gefühl in die Sache, die unsere 4/4 Treter nur bedingt bedienen können. Das alles läuft häufig ITB und/oder iPad. Ein langgezogener 808-like Sinus Kick ist für einen mit der Sache vertrauten Musiker/Produzenten kein Grund für irgendendwelche „Notkäufe“ bei Behringer oder Roland. Mich stören eher diese ausgetretenen Pfade, weil sie die zarten neuen Triebe in der Kunst häufig ersticken.

              • Profilbild
                Enterprising  

                @ Markus: Ich stimme Dir in dem Punkt zu, dass mit dem immer währenden Durchnuddeln und Reproduzieren von den Legenden von damals keine echte Innovation in Sachen Musik zu erwarten ist. Das zitieren mit Sounds von musikalischen Helden/innen und damit verbundenen prägenden Jahren kann ich voll und ganz nach vollziehen aber das hinterher Hecheln an vergangene Tage nicht.
                „Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“ fällt mir dazu ein.

                Der Einheitsbrei von heute findet doch im Grunde nur im Mainstream statt. Es ist Musikindustrie, die auf alt bewährtes setzt und Songs produziert, die niemandem wehtun. Es wird dabei nur auf zwei Gefühle gesetzt. Happyness / Sadness. Kaugummi-Musik, hat das eine Freundin mal treffend genannt.
                Musik Diversität findet neben dem Mainstream statt.
                Ich hab das Gefühl es gibt so viele Musik Genres, wie nie zu vor.

                • Profilbild
                  AMAZONA Archiv

                  Gute Freundin hast du da! In den Mainstream schleichen sich natürlich auch gute Ideen ein, das läßt sich nicht vermeiden. :)

                  • Profilbild
                    Enterprising  

                    Und ich glaube die guten Ideen kommen aus den Subkulturen (egal ob Musik, Politik oder Industrie). Deswegen ist es gut und wichtig weiter zu machen:)

                • Profilbild
                  Codeman1965  

                  < "Es ist Musikindustrie, die auf alt bewährtes setzt und Songs produziert, die niemandem wehtun." >

                  Ist sicher richtig.
                  Ich bin aber der Meinung, daß das gerade für uns hier kein Problem darstellen sollte. Dann macht man eben einfach selbst Stücke, die Einem näher sind.
                  Wenn ein Koch irgendwo schlechtes Essen serviert bekommt, geht er nach Hause und schmeisst die Pfanne auf den Herd…

                  Die Auswahl an Instrumenten/Gear war noch nie so groß wie heute, wer da meint, für ihn ist nichts dabei, der muss sich andere Inspirationsquellen suchen als G.A.S. …

                  Niemand braucht irgendwelche Originale. Die Unterschiede sind nicht ausschlaggebend, wenn man nicht 1:1 kopieren will.

                  Geräte wie die RD-9 sind gut, sie gehen in eine bestimmte Richtung, sind bezahl- und verfügbar. Ich denke, daß man mit ihnen 99% von dem, was man realisieren will, hinbekommt.

                  Jedem, für den es dann an dem letzten bisschen Pfeifen, Schweben, Schillern oder dem 2ms zu langen Attack scheitert, gehört mein tiefes Mitgefühl…

                  • Profilbild
                    HSTRKMP

                    Mir ist halt völlig egal ob die Sachen irgendwie „authentisch“ klingen. Ich hab die rd9 am ersten Tag bestellt, nicht weil ich das Original will, sondern weil ich eine solide drum machine will, die intuitiv bedienbar ist und sich im Mix durchsetzt. Kann sein, dass viele die Geräte aus Nostalgie kaufen aber ein Großteil wird es einfach deshalb tun, weil sie jung sind und nicht viel Geld haben. ich habe auch einen Neutron und einen deepmind12 und es sind einfach gut klingende Geräte. Nicht so schön und auch nicht so inspirierend wie ein Moog, aber kosten ja auch nur einen Bruchteil. Letztlich ist es so, dass es – auch wegen Behringer – noch nie so einfach war so gut klingende Musik selbst zu produzieren, wie heute und auch wenn sich die Musikindustrie nicht dafür interessiert, gibt es jede Menge coole und innovative
                    aktuelle Musik. Man muss sich eben die Mühe machen, sie auch zu finden aber das war doch auch schon immer so. Ich bin überzeugt davon, dass diese Instrumente ihren Weg zu vielen jungen Künstler*innen finden werden, die diese Debatte weder mitbekommen noch Interesse daran haben und ich freue mich darauf, zu hören was sie damit machen.

  15. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    TR-808 und TR-909 sind der absolute Standard in der elektronischen Musik und darüber hinaus.
    Der nicht endende Erfolg der Klone ist für mich ein klarer Beweis.

    Roland, alle kleinen Boutique Hersteller und Behringer sorgen dafür das sich jedermann heutzutage diesen Standard in hoher Qualität leisten kann.

    Was dann mit den Maschinen künstlerisch produziert wird ist so divers wie es Künstler gibt.

    Das liegt vielleicht daran das die Roland Techniker und Entwickler damals so intensiv an dem perfekten Sound für 909 und 808 gearbeitet haben.

    Dazu gibt es im Netz einen detaillierten Artikel der die Geschichte erzählt wie diese beiden Drum Computer entwickelt wurden. Leider hab ich keinen Link für Euch und weiß auch nicht mehr wo der Artikel zu finden ist.
    Ich glaube der war verknüpft mit der neuen Software der TR-808 Techniker.

    Der 808 / 909 Sound wird niemals alt werden weil er so etwas wie den Naturgesetzen nachempfunden ist.
    Der Sound dieser Maschinen wurde akribisch erforscht.
    Es war nicht unbedingt eine Geschmacksfrage sondern das bestmögliche und brauchbarste anhand von Klang.

    Die Maschinen sind ein Basic.
    So etwas wie ein T-Shirt oder ein Strumpf.
    Da würde auch keiner auf die Idee kommen zu sagen „Wie kann man immer wieder ein T-Shirt oder Strümpfe Klonen?“

    • Profilbild
      bluebell  AHU

      Die analogen Klopfgeister klangen damals peinlich – wie die Rhythmussektion einer Heimorgel. Phil Collins hat die 808 ins Radio gebracht (One more night, sanfter Teil von In the air tonight), aber sie in einem fetzigen Songpart unterzubringen, hätte selbst er sich nicht getraut. Die klang halt zu pupsig. Es war noch nicht bezahlbar, Drums komplett zu samplen. Es waren immer noch Notlösungen, auch wenn Phil begann, sie klug einzusetzen.

      Später wurden die Dinger dann im Rahmen einer Gegenkultur eingesetzt, WEIL sie so scheiße klangen. Das war Aufbegehren gegen etablierte Standards.

      Man hat sich dann irgendwann dran gewöhnt und den Klang – vor allem wegen nostalgischer Erinnerungen – liebgewonnen wie ein hässliches, aber liebes Kind, und ihm wohlwollend eine gewisse Eigenständigkeit zugesprochen.

      • Profilbild
        Anthony Rother  AHU

        Da würde ich doch eher vermuten das Marvin Gaye 1982 die TR-808 als erster ins Radio gebracht hat.

        Wenn man von einer TR-808 oder TR-909 einen Klang wie von einem Schlagzeug erwartet dann ist man sicherlich enttäuscht :-)

        • Profilbild
          bluebell  AHU

          „Sexual healing“ richtete sich mehr an Mädels, und denen war meist egal, wie sich die Drums oder der Klopfgeist anhörten. Da waren Melodie, Text und Groove viel wichtiger.

  16. Profilbild
    Anthony Rother  AHU

    Ich habe über die Jahre und durch die vielen Diskussionen auch hier auf Amazona meine Meinung zu Behringer sehr verändert.

    Ich bin heute der Meinung das Ihre Synthesizer / Drum Computer Produkte über jeden Zweifel erhaben sind.
    Sie überzeugen mit einer angemessenen Qualität und sind sehr nah an den Originalen dran.
    Und bringen Möglichkeiten zu bezahlbaren Preisen.

    Ich bin nicht immer damit einverstanden wie Behringer vorgeht aber Sie haben sich ihre Nische hart erarbeitet.

    Deshalb sehe ich in dem Behringer Bashing mittlerweile kaum mehr einen Sinn. Außer es sind fundierte Fakten am Start.

    Ich bin eher darüber erstaunt was da kommt und versuche es aus einer Perspektive zu sehen als wenn man am Anfang als Musiker steht und die finanziellen Möglichkeiten bescheiden sind und man nicht nur in den Computermonitor starren will.

    Und da kann man doch nur sagen WOW… jeder kann beim Knöpfe drehen mitmachen…

    Aber auch für Fortgeschrittene sind die Sachen super interessant…

    • Profilbild
      voluptas laborandi

      Was wären denn akzeptable Fakten heutzutage ? Würden ökologische Kontexte als Fakten zählen ? Mir geht es bei dieser ganzen Diskussion gar nicht darum, ob jemand nicht Anteil haben kann. Aber ist es in dieser Zeit überhaupt in diesem vorhersagbaren Sinne noch notwendig? Kann da noch kulturelle Innovation herauskommen ? Deine persönliche Geschichte zeigt, dass ein 909-Klon in der damaligen Phase der Kultur durchaus Sinn gemacht hat. Es hat den Sound in die Breite getragen. Doch Kulturen, die ihre eigenen Standards nur noch reproduzieren, sind nicht fortschrittlich. War es nicht das, wogegen junge Producer vor Jahren implizit angetreten sind, wenn sie symbolisch den Vorderen ihre Produktionsmittel entrissen haben?

      Braucht jeder wirklich die gesamte materielle Infrastruktur des modernen Technokonsums? Ich finde es im Gegensatz zu vielen hier bedrohlich, wenn sich die Produkte der Technosphäre immer weiter ausbreiten. Jedem seine Drummachine, sein Musikstudio, seine Synthlegenden. Hauptsache den Konsum befördern. Hauptsache Billigfleisch, äh …

      Wir haben 23 Milliarden Geflügeltiere auf der Welt, 1,5 Milliarden Rinder usw. und jetzt sollen noch einige Millionen 808, 909 und 606 dazugekommen ? Immer mehr vom Gleichen ?

      In welchem Kontext sollte man denn eine solche Diskussion, die auch die grundsätzlichen Werte und Normen unserer Kultur befragt, sonst führen?

      • Profilbild
        Anthony Rother  AHU

        Du stellst sehr viele wichtige Fragen.
        Ich hoffe du findest die Antworten darauf und erzählst uns dann davon bzw. schreibst uns dann deine Meinung :-)

    • Profilbild
      Aljen  

      Das ist ein guter Kommentar. Es schwingt bei dem einen oder anderen Basher vielleicht die alte „ihr habt es alle zu leicht heutzutage“-Hallfeder mit, eine Eimerbrigade skandiert „Damals, als wir arme Studenten uns die Synths vom Munde ansparten“. Dazu schrubbt die Diskette mit den ersten Depp-Bay-Käufen: „Einen Minimoog für nur 3.000 Euro geschossen! Ein Schnäppchen! Und er ist sogar reparierbar, für nur weitere 3.000 an Kosten wird er wieder spielbar sein!“.

      Ich kann es verstehen, auch mir ist das Gefühl nicht fremd, früher ™ für Sachen viel zu viel bezahlt zu haben, die heute einen Bruchteil dessen kosten. Als ein Synthesizer noch so viel kosten konnte wie eine Doppelhaushälfte (was für ein irres Wort übrigens…), war zwar ein Eigenheim für Normalverdiener realistisch und bezahlbar, andererseits stellte ein Fernseher oder eine Miele-Waschmaschine noch langfristig pfändbare Investitionen dar. Andererseits waren dadurch die Synthesizer so elitär, dass es reichte, ein paar davon bloß zu besitzen, um eine Musikerkarriere zu starten.

      Die gottgleichen Herrscher auf ihren Keyboardburgen sind längst untergegangen, das tut vielleicht weh – diese zunehmende Demokratisierung der kreativen Werkzeuge bereitet der alten Generation immer mehr Kopfzerbrechen.

      Was soll’s. Werkzeug von Fein oder Makita kann sich heutzutage auch jeder unbedarfte Heimwerker leisten. Einen Meister macht es aus einem nicht.

  17. Profilbild
    fanatic  AHU

    Schweigen ist sil….. ach was, quatsch!
    Eh egal

    Habt Spass
    Und JA!
    Tanzt euch den Wolf!
    Endlich!!!
    Muss nicht DAF sein….
    Geht auch Grönemeiser!
    Wir sehen uns,
    Um Halb am Tresen
    als wär nix gewesen…
    auf zwo VCO!

    • Profilbild
      Aljen  

      Wobei Gröllemeiers „Mensch“ (sein imho einziges hörbares Album) afaik komplett mit Reason produziert wurde. Damals schon. Nicht nur clones, sondern auch noch superbillige. Dem Klang tat es keinen Abbruch.

      • Profilbild
        Codeman1965  

        Wer Anderen keinen Spaß gönnt, hält seine Art des Vergnügens vllt. für die einzig Legitime. Gibt es ja inzwischen in vielen Lebensbereichen…

        Ich bin da dicht bei @Anthony Rother.
        808/909 wird uns noch eine Weile begegnen, nicht umsonst gibt es so viele Nachklapps und Sample-Libraries.
        Daß Behringer das Design abkupfert, ist sicherlich als Motivation zum Kauf für Vintage-Fans zu sehen, aber organisiertes Verbrechen sehe ich hier nicht.
        Muss ja auch Niemand drauf reinfallen… :-)

        Ein bissl strange finde ich auch immer die Verweise auf andere Hersteller/Produkte, die das ja auch Alles können.
        Ist so, als wenn man bei (beliebigen Discounter eintragen_____) vor der Tür steht und den Leuten erzählt, daß man auch bei (beliebigen Discounter eintragen_____) einkaufen kann. Wissen die Meisten schon. Gehen aber trotzdem zu (beliebigen Discounter eintragen_____).

        Ansonsten:
        Wie schon oft (nicht immer) ein solides Gerät, mit dem man sicherlich arbeiten kann. Nicht mehr und nicht weniger.
        Wer es nicht mag, muss es ja nicht kaufen…

  18. Profilbild
    Thomas

    Ich war gestern schon hier in der Kommentar-Sektion und habe erfreut festgestellt: Keine sinnfreie Klon-Diskussion. Heute die Ernüchterung. Alles voll davon. Ich werde nie verstehen, warum sich manche Leute hier trotz Desinteresse am Produkt die Finger wund tippen. Mein Tipp: Artikel einfach nicht anklicken und fertig.
    Was mich übrigens wundert: Arturia (das hier vehement gegen den bösen Klon-Uli verteidigt wurde) hat eine ganze Kollektion von Synthesizer-Klonen mit dem erklärten Ziel, optisch und klanglich so nah wie möglich an die Originale heranzukommen. Nur es ist eben Software und siehe da: Keine Klon-Diskussion in den Kommentaren. Komisch.
    Ich will die RD-9 auch nicht haben, aber ich habe interessiert den Test hier gelesen und auch die Kommentare, bei denen es nicht um pseudomoralische Fragen ging, sondern nur um das, was das Gerät kann. Ich danke allen Beteiligten dafür und vor allem Amazona.

    • Profilbild
      Aljen  

      Software ist was anderes. Es ist schon ein Unterschied. Es gibt Gründe, warum Hardware-Synths nach wie vor bzw. nun wieder stark gefragt sind. An den flachen Mini-Knöpfen auf dem Bildschirm mit der Maus zu drehen ist nicht jedermanns Sache. Presets abfeuern okay, zum richtigen Spielen braucht man schon ein echtes Instrument. Außerdem gehört zu Hardware eben auch Software – das ist mehr Arbeit.

      • Profilbild
        Thomas

        Es ging doch um diese unsägliche und unnötige Klon-Diskussion, die sich komischerweise immer nur auf Behringer bezieht.

  19. Profilbild
    Viertelnote  AHU

    Es ist wie es ist, leider. In jeder Diskussion werden Behringer als Firma, deren Geschaftsmodell sowie
    das Produkt und dessen Unzulänglichkeiten in einen großen Topf geschmissen und ordentlich durchgerührt. Fertig. Andere Firmen haben ein gleiches Geschäftsmodell und beiben davon
    unberührt. Es ist alles dazu gesagt worden, sehr gute Standpunkte, muss ich nicht kommentieren.

    Zur rd 09. Sie klingt wie sie klingt, der Sound überzeugt mich, der Preis auch.
    Ob mich persönlich das Gerät musikalisch weiter bringt, ist meine Sache. Mir muss das Gerät gefallen und mich überzeugen. Ich bin Laie und möchte nach getaner Arbeit mich zurückziehen und
    Musik machen, und wenn ich dabei ein klein wenig glücklich bin, dann passt das.

    bester Gruß an alle

    • Profilbild
      Aljen  

      So ist es. Und ob ich tatsächlich zu dem Clone greife oder etwas mehr für eine originale, gelungene Konstruktion (etwa Drum Brute) ausgebe, ist auch meine persönliche Entscheidung. Zum Glück haben wir die Wahl.

    • Profilbild
      Codeman1965  

      Schönes Video, ich fühlte mich umgehend nicht mehr als der Älteste…! XD

      Gutes Beispiel dafür, daß man aus dem Gerät durchaus etwas rausholen kann.
      Wer jetzt noch jammert, wird nur mit dem Original glücklich…

        • Profilbild
          Diskonaut  

          Der Witz ist ja, dass der Stefan Braatz in meinem Video auch jederzeit mit einer MPC, TR09, original TR, zwei 1210ern, einem Sirius oder einer TD3 abgeht. Zur Not auch Reason. 20 Minuten nach dem auspacken ging’s los mit Filmen… „Nein! Du bekommst heute kein Acid! Du bist doch damals in den großen Topf…“

          Das einzige wo wir kurz gestruggelt haben, war der globale Accent. TAP/HOLD gedrückt halten führt hier zum Ziel! Die ‚Anleitungen‘ von Behringer wären auch beinahe schon mein einziger Kritikpunkt. Da kann man sich echt mehr Mühe geben! Besonders bei Imitationen von 40 Jahre alter Technik, die deutlich anders gedacht war, als heute. Aber ansonsten ein echtes Spassgerät! Wir haben uns gleich unsterblich in die satten Toms verliebt! Auch die Hat’s und Cymbals knistern richtig, wenn man sie etwas heißer anfährt. Mein letztes Gerät, dass ähnlich klasse klang war die Airbase/xbase von Jomox! 👍

          • Profilbild
            Viertelnote  AHU

            habs mir auch 2 mal angeschaut… ja es ist so, man kann mit so ziemlich allem was anfangen und die Leute lassen sich ja auch begeistern, die gehen
            da mit, wenn du selbst überzeugt bist. Leider geht man selber in die Sackgasse durch viel zu viel Technikzeugs, und wenn ich ehrlich bin, würde es bei mir auch mit drei, vier Geräten gehen…aber was man halt hat, hat man.
            Jomox klang mir im vergleich aber immer etwas zu hart.

            • Profilbild
              Diskonaut  

              Stimmt! Jomox war damals die Härte! Wer es weicher wollte nahm die Drumstation. Hat sich aber gut im Mix durchgesetzt. Ich finde die RD-9 auch etwas härter/transientenbetonter als das original. Aber das passt und ist zeitgemäss. Muss man weniger am EQ drehen!

  20. Profilbild
    Phyrone

    Ich weiß nicht ob man die Diskussion ob Original oder Klon immer nur am Sound festmachen sollte. Denn sind wir mal ehrlich! Stellt man 5 verschiedene 808ten oder 909nen nebeneinander klingen diese auch immer leicht anders. Gerade bei einer 808 oder einer 101. Für mich zum Beispiel ist es ganz klar. Ich will Originale. Aber mir geht es dabei nicht nur um den Sound sondern auch um den Mythos der jeweiligen Geräte. Jetzt hab ich das Glück dass ich alle Originale bei mir im Studio habe und somit die Behringer im A/B vergleich hören konnte. Mein Fazit ist: Ja die Geräte von Behringer machen einen guten Job und kommen klanglich ganz gut an die Originale ran. Was ihnen aber allen fehlt ist die Seele. Eine 101 ohne Schwankungen im Tuning ist für mich keine 101. Für mich existiert kein Leben in den Klonen von Behringer. Deswegen sag ich für mich lieber Spar ich ein Jahr mein Geld und kauf mir ein Original bevor ich mir ein Behringer holen und ihn nach 6 Monaten wieder verkaufe. Aber wie auch immer wichtig ist dass man Spaß am Musik machen hat. Ob Originale oder Behringer.

    • Profilbild
      Herr von W.  

      Exakt mein Empfinden. Habe mich auch für die originalen Geräte entschieden, trotz der aktuellen Preise. Was soll’s. Jetzt ist die innere Suche absolut „beendet“, und im JETZT macht das einfach Spaß und ich habe exakt die Sounds verfügbar, die mich jahrzehntelang geprägt haben. Instant fun.

      Solo mag so ein B-Imitat noch ähnlich klingen, die Toms der RD-9 sind wirklich super. Aber gerade wenn man dann alles zusammennimmt, eben auch noch vll eine 808, 303 und 101 dazu, dann zerfallen die B’s völlig und bei den Originalen ist das Ergebnis iwie besser als es die theoretische Summierung der einzelnen Teilnehmer vermuten lässt.

      Eine 909 hat dermaßen Punch, schon ab Werk ohne jegliches EQing oder Kompression. Richtig gut. Das höre ich bislang bei keinem RD-9-Video raus.

      Was ich toll finde ist der Last-Step pro Instrument sowie die Möglichkeit vom Muten einzelner Instrumente direkt am Gerät.

      Wenn ich einen 911er von 1996 möchte, dann ist halt der Hyundai von 2022 iwie nicht dasselbe.

      • Profilbild
        Markus Galla  RED

        Mythos, Summe der Teile, Leben

        Klingt wie aus einem Werbeprospekt und sind exakt die Schlagworte, die auch von Hardlinern der Studiofraktion angeführt werden. Doch irgendwie bleibt man den Beweis schuldig. Einige kaufen auch überteuerte Lautsprecherkabel, weil die Elektronen laut Hersteller ungestörter darin fließen und sind dann entsetzt, dass sie im Vergleich von HOFA den Unterschied zwischen überteuert und Stromkabel nicht hören konnten.

        Ich will niemandem auf die Füße treten, aber vielleicht ist es am Ende doch viel mehr die persönliche Einstellung zum Instrument als das Instrument selbst. Zum Beispiel der Gitarrist, der lange nach „seiner“ Gitarre sucht oder sie sich bauen lässt, obwohl sie bei genauer Betrachtung unter der Lupe keine objektiven Unterschiede zu anderen Instrumenten zeigt. Oder er verpfändet sein Auto für eine abgerockte Vintage-Gitarre, die dann neu bundiert und aufgearbeitet wird, um bespielbar zu sein. Vielleicht ist es tatsächlich der Mythos, der inspiriert oder uns glauben lässt, wir bräuchten ihn für die Inspiration. Zugeben möchte das aber keiner. Der Sänger braucht das Vintage Röhrenmikro für seine Studioperformance, obwohl für ihn ein SM58 gereicht hätte. Und manche brauchen halt die Original-909, obwohl der Hörer zwischen Original und Samples keinen Unterschied hört. Vielleicht hätte es das Werk ohne inspirierenden Mythos aber nicht gegeben.

      • Profilbild
        Anthony Rother  AHU

        Es gibt diesen Unterschied von Klon und Original.
        Und wenn man 100% sicher sein möchte 808 / 909 / 303 etc. Sound zu haben dann geht das leider nur mit den Originalen.
        Bei den Originalen endet dann auch die Diskussion.
        Es ist ein Original.
        Keine Diskussion :-)

        Die Unterschiede der Klone sind mal mehr und mal weniger zu hören.
        Ob das einem tausende von Euros wert ist da kann es tatsächlich auf den inneren Frieden ankommen.
        Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

        Ich selbst besitze 808 und 909 Original und vor Jahren hatte ich mal die Miami ausprobiert als „808 Ersatz“ und war damit nicht zufrieden.
        Denn ich wollte einen 100% „808 Ersatz“ und nichts anderes.
        Da liegt dann die Messlatte im Detail sehr hoch.

        Aber wenn ich Musik mache dann bin ich mittlerweile der Meinung das Roland, die Boutique Hersteller und Behringer Klone auf einem sehr hohen Level sind.
        Und da es ja um Berhinger geht hat mich Behringer speziell mit der RD-9 übererzeugt. Die Klon Qualität im Gegensatz zu RD-8 MK1 ist gestiegen.

        Kritik, ja klar aber ich sehe keinen Sinn dann so extrem negative Diskussion zu führen.
        Ich selbst habe da früher auch das Haar in der Suppe gesucht bin da aber mittlerweile anderer Meinung.

        Wer will das es 100% wie eine TR-909 klingen muss der kauft sich eine :-)

        PS: Trotzdem ist Kritik wichtig denn dadurch werden alle Hersteller eventuell animiert beste Klon-Qualität zu liefern.

        • Profilbild
          Herr von W.  

          Ich verstehe was du meinst und stimme dir durchweg zu.

          Ich glaube übrigens, dass die RE-Modelle durchweg prima und tatsächlich innerhalb der Streuung sind, die die Originale auch haben. Die Steda SR-909 ebenso. Und alles ist fair bepreist. Wenn man eben etwas Geld sparen möchte.

          Habe gerade beschlossen mich nun aus diesen Diskussionen rauszuhalten. Das endet eh immer im selben Dreiklang aus „hört man im Mix nicht“, „niemand will mehr diese Sounds hören“ und „die Originale sind überteuert“.

          🕊️

  21. Profilbild
    Markus Galla  RED

    So bleibt es am Ende halt doch höchst subjektiv. Ich bin mir sicher, dass viele hier nicht erkennen würden, ob im Mix das Original oder Samples oder ein Klon spielt. Und doch würde man vehement seine Positionen verteidigen. Vielleicht ist diese extreme Subjektivität auch das, was am Ende antreibt? Dann wäre es gut, denn auch der Autor hatte früher seine Lieblingsschreibmaschine, den besonderen Stift, das bestimmte Papier mit dem besonderen Gefühl beim Anfassen. Wäre das Buch objektiv ohne das alles anders gewesen? Wahrscheinlich nicht. Vielleicht hätte es aber ohne all das gar nicht existiert, weil die Inspiration oder die Wohlfühlumgebung fehlte. Hier spielt Psychologie eine große Rolle. Wir Tester sind da eher nüchtern objektiv und ich muss sagen, dass ich als Bühnenmusiker am Ende immer wieder bei praktisch lande, obwohl mich die Technik, die ich früher hatte und die aus mir den Musiker gemacht hat, der ich heute bin, immer noch fasziniert. Auch das damals noch analoge 24-Spur Studio war meine Welt. Aber trotzdem würde ich heute ITB arbeiten. Nostalgie kann ganz schön unpraktisch sein. Aber auch Inspiration. Schwierig. Wahrscheinlich ein Thema für Musikpsychologen und eine Dissertation.

  22. Profilbild
    Herr von W.  

    Hmm, also ich empfinde den Unterschied zwischen einem SM58 und einem der üblichen Kandidaten (U47, U67, C12 und M251) als sehr groß.

    Ebenso erreiche ich selbst mit viel Mühe durch Samples hin- und herschieben ODER an der MPC arrangieren nicht das Ergebnis, welches ich mit der TR-909 völlig entspannt und leichtfüßig erreiche. Sowohl vom Sound her als auch vom Timing aka Groove.

    Wie bitte bildest du denn ITB das dynamische Flanging zwischen Snare und Clap nach? Bei der 909 teilen sich da beide Instrumente einen Rauschgenerator. Das ist dann aber abhängig vom Mischverhältnis der beiden Protagonisten. Bei der 909 ist das direkt eingebaut und mit zwei Reglern fein steuerbar. Instant.

    Zweite Aufgabe; wie baue ich ähnlich einfach und direkt die Möglichkeiten von zwei Intensitäten pro Step plus globalem Accent nach?

    Bonusaufgabe; alles noch mit dem Flam verbinden.

    Bin gespannt! :-)

    Da sitze ich ewig vor der Officemaschine (=Rechner) und komme einfach nicht ans Ziel…

    Bei den Lautsprecherkabeln bin ich bei dir!

    • Profilbild
      8-VOICE  AHU

      Bei Gear4Music steht: Voraussichtliche Lieferung: 21 – 24 Januar 2022. Wird also noch eine Weile dauern….

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

ANZEIGE