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Vergleichstest: Behringer RD-9 vs Roland TR-909 Drummachine

24. Juli 2021

Behringer beats the Beast

Behringer RD-9 im Vergleich zum Vorbild TR-909

Wenn man sich dazu bereit erklärt, Produkte der Firma Behringer zu testen, muss man sich auf eine emotionale und teils kontroverse Diskussion einstellen. Ich möchte bereits an dieser Stelle darum bitten, hier die Roland TR-909 und die RD-9 als zwei Werkzeuge zur Klanggestaltung zu verstehen und von grundsätzlichen Anmerkungen zum jeweiligen Hersteller ausserhalb dieses Vergleichstestes abzusehen, da es dafür extra Foren und somit die Möglichkeit zum Austausch gibt. Ich jedenfalls werde mich an solchen Diskussionen nicht beteiligen, sondern mich auf einen möglichst objektiven Vergleich der beiden Maschinen beschränken. Dementsprechend soll sich jeder, der die beiden Instrumente nicht gleichzeitig gegeneinander testen kann, ein eigenes Bild und vor allem einen eigenen Höreindruck machen können.

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Das Hauptaugenmerk dieses Tests ist natürlich der Soundvergleich, denn einen ausführlichen Testbericht zur Behringer RD-9 gab es hier auf AMAZONA.de bereits von meinem Kollegen Markus Galla.

Die technischen Daten im Vergleich habe ich überblicksartig dargestellt, wobei ich schon an dieser Stelle feststelle, dass die Behringer RD-9 die Roland TR-909 in vielen Punkten glasklar schlägt, schon allein wegen des erweiterten Funktionsumfangs, der umfangreicheren Klangformungsmöglichkeiten, der vielfältigen Anschlüsse zur Einbindung in eine Studioumgebung und der großzügigen Ausstattung. Ich werde nicht im Detail auf die Unterschiede bei der Bedienung eingehen, jedoch meine persönlichen Eindrücke, wie ich sie nach einigen Tagen festgestellt habe, kundtun.

Ein kurzer Blick auf die Behringer RD-9 Drummachine

Der Herausforderer, der Behringer RD-9 Drumcomputer

Wer Instrumente nachbaut bzw. sich am klassischen Klangcharakter eines Instruments orientiert, muss sich natürlich auch genau daran messen lassen. Bei der RD-9 handelt es sich nicht um irgendeinen neuen Drumcomputer, Behringer hat sich allein schon in Punkto Optik am Original orientiert. Das selbsterklärte Ziel des Herstellers ist eine auch klanglich möglichst nahe ans Vorbild heranreichende Kopie des Sounds. Auf Nachfrage wurde mir von Behringer mitgeteilt, dass hier fünf TR-909 als Referenz herangezogen wurden und sie sich schließlich ob der ca. 10-prozentigen Streuung unter den 40 Jahre alten Geräten an einer Maschine einer sehr bekannten britischen Band orientiert haben.

Ich kann vorwegnehmen, dass die Soundnachbildung weitestgehend gelungen ist und meine persönlichen Erwartungen sogar übertroffen haben. Letzteres muss nichts heißen, weil ich von Natur aus kritisch bin und als Schwabe immer denke, was nichts kostet, kann auch nichts wert sein. Falsch gedacht!

Features RD-9 und TR-909 im Schnellvergleich

Das Original, die Roland TR-909

Die wesentlichen Unterschiede stelle ich einmal in nachfolgender tabellarischer Übersicht dar.

Darüber hinaus bietet die RD-9 noch den Wave Designer und analogen Dual Mode Filter, der aber nur global über den Summenausgang funktioniert und nicht einzelnen Sounds zugewiesen werden kann.

Die Gegenüberstellung des Preises ist natürlich eine Provokation. Man bedenke, dass der Preis der TR-909 für ein Neugerät mit OVP (ohne Garantie) bei Reverb sicher für gut und gerne 8.000 USD eingestellt werden würde. Ein ausführliches TR-909-Special findet Ihr hier.

Testumgebung für den Soundvergleich der beiden Drumcomputer

Die RD-9 ist wie ihr Vorbild mit 10 Einzelausgängen bestückt, so dass jeder der 10 Sounds separat abgenommen werden kann. Das ist für mich bereits ein immenser Pluspunkt, und da hat die kleine TR-09 Rolands Boutique Serie, die mittlerweile aus mir unerfindlichen Gründen Sammlerpreise erzielt und gebraucht inzwischen mehr als die RD-9 kostet (!), das Nachsehen (mal ganz abgesehen von der vollkommen unzureichenden Haptik).

Ich habe demnach auch alle 10 Instrumente der beiden Maschinen separat mit Breakout Kabeln abgegriffen und direkt in mein Audio Interface geschleust. Hierbei handelt es sich um ein Apogee Symphony Mk 1 mit einer 16-Kanal-Erweiterungskarte, so dass ich über 24 Kanäle verfüge. In der DAW habe ich keine weiteren Bearbeitungen vorgenommen, außer einer minimalen Aussteuerung der Einzelspuren, soweit ich dies im Gerät nicht schon akkurat erledigt hatte. Bei den Klangbeispielen handelt es sich um MP4 Dateien.

Als Referenzgerät diente die TR-909 des Chefredakteurs Peter Grandl, welche allerdings komplett von Matlak Service/Chiemsee überholt und bei der zusätzlich die Bass Drum mit mehr Decay modifiziert wurde. Der Grundcharakter der Bass Drum soll sich aber nicht verändert haben, so dass der Vergleich immer noch objektiv ist.

Beide Geräte habe ich zuerst im vollen Accent Modus (soweit bei der TR-909 verfügbar) aufgenommen, und dann ohne Accent, so dass die Voraussetzungen immer dieselben waren.

Für das Timing habe ich einfach Viertel –  bzw. halbe Noten (bei den Becken und der Handclap) bei einem jeweiligen Tempo von 120 BPM verwendet.

Alle Aufnahmen liefen sodann auch in ein einziges Logic Pro Projekt mit 20 Einzelspuren. Die RD-9 hat einen sog. Enhanced Mode, bei dem weitere Parameter der Soundgestaltung verfügbar sind, und den Authentic Mode, der dieselben Parameter ermöglicht wie die RD-9. In diesem Modus habe ich die RD-9 betrieben. Die Testbedingen beider Probanden waren somit absolut vergleichbar.

Die Sounds der TR-909 und RD-9 habe ich, so gut es mir möglich war, aufeinander abgestimmt, mithin Attack, Decay, Tuning und was eben die einzelnen Sounds an Einstellmöglichkeiten bieten. Hierbei war das Ziel, dass ich mit der RD-9 exakt dieselben Sounds hinbekomme, wie mit der TR-909. Dabei muss man wissen, dass ein paar Sounds sich gar nicht anpassen lassen, wie etwa die Handclap oder die Rimshot. Außerdem sollte man wissen, dass sowohl bei der TR-909 als auch bei der RD-9 die Cymbals und Hi-Hats samplebasiert sind und eine analoge Hüllkurve besitzen. Es verwundert nicht, dass diese nahezu identisch klingen; hierzu aber gleich mehr.

Roland TR-909 und Behringer RD-9

Soundvergleich Behringer RD-9 und TR-909

Kommen wir nun zu der wichtigsten Frage. Klingt die RD-9 wie die TR-909? Ja, das tut sie im Wesentlichen, der Soundcharakter jedenfalls wurde getroffen. Es gibt aber in einigen wenigen Sounds erkennbare Unterschiede, und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass die RD-9 im Vergleich zur TR-909 in einem entscheidenden Punkt abfällt, und zwar bei der BASS DRUM, was ich persönlich sehr schade finde. Ich bin mir natürlich nicht sicher, ob die Modifikation der BASS DRUM der TR-909 darauf Einfluss nimmt, weil ich sonst keine weitere TR-909 im Vergleich da hatte. Hört man sich aber diverse Aufnahmen an, kann man doch deutlich feststellen, dass die TR-909 einen enormen Punch hat, so dass meine Feststellung doch eine allgemeine Aussagekraft zu besitzen scheint.

Doch hören Sie selbst. In den nachfolgenden Soundbeispielen habe ich versucht, die beiden Instrumente möglichst exakt gleich zu programmieren. Nachdem meist nur Lautstärke, Tuning und Decay als Parameter zur Verfügung stehen, gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten, die Sounds anzupassen. Wie eingangs beschrieben, habe ich die RD-9 im Authentic Mode betrieben, mithin sind dort dieselben Einstellmöglichkeiten gegeben wie bei der TR-909, nämlich nachfolgende:

Zu den Aufnahmen

Zuerst hören Sie vier Takte TR-909 und sodann vier Takte RD-9. Bei den Sounds, bei dem Accent wählbar ist, erfolgen in einer jeweils dritten und vierten Aufnahme die gleichen Sounds mit Accent.Meine persönliche Einschätzung zu den einzelnen Sounds unterhalb der Klangbeispiele ist hierzu wie folgt:

BASS DRUM:

Die TR-909 ist knackiger und hat mehr Punch. Dem Namen Kick Drum wird sie wirklich gerecht. Der knackige Sound war für die TR-909 stilprägend. Die RD-9 fällt hier leider hörbar ab, wenngleich das Jammern auf hohem Niveau ist. Aber leider ist die Attackphase zu langsam und die RD-9 wummst zwar ordentlich, aber eher muffig, die enorme Snappieness der TR-909 fehlt ihr.

SNARE DRUM:

Die Snare gefällt, allerdings ist die Stimmung beim Ausklang (kaum hörbar) höher als bei der TR-909, somit ist sie über das gesamte Klangspektrum nicht ganz akkurat, was man aber im Pattern niemals heraushören kann. Tone und Snappy sind die zwei maßgebenden Parameter, welche gut getroffen wurden.

LOW TOM:

Die RD-9 klingt hier minimal muffiger und der Klang beinhaltet etwas mehr weißes Rauschen als bei der TR-909.

MID TOM:

Die Mid Tom ist gut getroffen und erstaunlicherweise konnte ich den höheren Rauschanteil bei der Low Tom hier nicht feststellen.

HI TOM:

Die High Tom gefällt ebenfalls, wobei hier im Nachklang (kaum hörbar) ein undefinierter Ton feststellbar ist.

RIMSHOT:

Die Tonhöhe der RD-9 liegt etwas über der TR-909, ansonsten ist sie akkurat getroffen. Einstellen lässt sich nichts.

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HANDCLAP:

Die Handclap ist natürlich ebenfalls stilprägend. Der Sound ist gut getroffen, allerdings ist die Ausklingphase bei der RD-9 länger. Decay lässt sich leider nicht einstellen. Auch dies hört man aber im Pattern Mode nicht.

HIHAT:

Die Hihats sind akkurat wiedergegeben, allerdings passte die Tonhöhe im Authentic Mode nicht ganz. Da diese nur im Enhanced Mode eingestellt werden kann, musste ich in diesen Modus wechseln. Im Klangbeispiel passt es dann.

CRASH:

Der Sound passt genau.

RIDE:

Der Sound passt ebenfalls genau.

Insgesamt betrachtet kann ich mit den hier festgestellten Nuancen leben und es wäre für mich kein Grund, deshalb das mehr als 10-fache für eine originale TR-909 hinzulegen. Schade ist allerdings, dass die BASS DRUM nicht ganz an die TR-909 rankommt. Das mit der längeren Ausklingphase bei der Clap und der unterschiedlichen Tonhöhen wäre m. E. in der Entwicklung vermeidbar gewesen, allerdings will ich nicht ausschließen, dass es eine Produktstreuung gibt. Ich selbst habe ein Testexemplar direkt vom Hersteller verwendet. Im Übrigen fasse ich meine Erkenntnisse aber unter die Rubrik „Flöhe beim Husten zuhören“ zusammen.

Nachfolgend habe ich noch zwei Patterns im Vergleich aufgenommen. Bei der RD-9 habe ich den Swing auf 57 eingestellt. 50 ist ohne Swing. Beide Maschinen grooven m. E. sehr schön. Die RD-9 fällt hier meiner Meinung nach nicht ab. Zuerst wieder die TR-909 und sodann die RD-9.

Zudem muss ich feststellen, dass mich die etwas weniger knackige BASS DRUM dann wiederum nicht stört, im Gesamtkontext wirkt das Pattern der RD-9 sogar etwas frischer und brillanter.

Puristen werden nun endlose Diskussionen über die Unterschiede führen können, allerdings ist mir das ziemlich egal. Die RD-9 klingt weitestgehend wie eine TR-909 und das wichtigste ist: sie klingt gut.

Eine Besonderheit der TR-909 ist die FLAM Funktion, wonach der Doppelschlag der Sticks auf die Trommel imitiert werden soll, hier geht es von sehr tight bis loose. Bei der TR-909 ist dies global einstellbar, bei der RD-9 individuell pro Instrument.

Hier mal ein Vergleich eines Doppelschlags mit der Snare (zuerst TR-909 dann RD-9):

Schließlich gibt es eine Besonderheit bei der TR-909, wenn die SNARE und die CLAP gleichzeitig ertönen. Da sich beide Sounds den Rauschgenerator teilen, kommt es zu einem Phasing Effekt. Dies wurde in der RD-9 wirklich gut nachgebildet. Sehr schön!

Zuerst die TR-909, dann die RD-9:

Haptik und Bedienung

Die RD-9 schlägt meiner Meinung nach die TR-909 in Punkto Handhabung bei Weitem. Die Regler bei der TR-909 liegen sehr eng beieinander und sind zudem etwas wabbelig, die der RD-9 sind großzügig bemessen und sie sitzen fest auf ihren Achsen. Die Sounds der TR-909 muss man über die Steptaster spielen, während bei der RD-9 gummierte Pads zur Verfügung stehen, die bei Aufruf leuchten.

Das Bedienkonzept der Behringer RD-09 gefällt mir besser als bei der Roland TR-909. Ich kam hier fast ohne Handbuch zurecht, zumal die Funktionen mit separaten Tastern belegt sind und Einstellungen über den Data Knob vorgenommen werden können. Bei der TR-909 muss man meist mit Shift und Funktionstaster arbeiten und Parameterwerte werde sodann über die Lauflichttaster eingegeben, was etwas komplexer ist und was man erst einmal verstehen muss. Fans wird das aber nicht stören, weil der Workflow, hat man die Bedienschritte erst einmal verinnerlicht, dann ebenfalls leicht von der Hand geht.

Die Anschlüsse RD-9 und TR-909 im Vergleich

Anschlussseitig verfügt die Behringer RD-9 über gleich drei Trigger Ausgänge, während die TR-909 nur einen über den RIMSHOT-Ausgang hat.

Behringer RD-9 rechtes Anschlussfeld

Behringer RD-9 linkes Anschlussfeld

Leider hat die RD-9 nur einen Mono-Summenausgang, während die TR-909 auch eine Stereosumme bietet, wobei die HIHATS und CYMBALS im Stereofeld verteilt werden. Die 6,3 mm Klinken-Einzelausgänge liegen bei der RD-9 sehr nah beieinander, so dass nur schmale Klinkenstecker verwendet werden können.

Die RD-9 punktet dahingehend, dass während des Abspielens von Patterns in verschiedene Modi gewechselt werden kann, was bei der TR-909 leider nicht der Fall ist. Für den Live-Einsatz ist dies natürlich ein enormer Pluspunkt.

Anschlussfeld der Roland TR-909

Die TR-909 hat zwar Midi, allerdings ist das kaum in Time und für eine ordentliche Synchronisation kommt man am Trigger Out nicht vorbei. Die RD-9 hat diese Probleme nicht mehr. Ob live mit externen Analogsynthies oder mit VST aus der DAW oder sonstigem Midi Hardware-Kram, alles ist mit der RD-9 synchronisierbar, sowohl als Slave als auch als Master. Hier bleiben keine Wünsche offen.

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Fazit

Wer sich an der TR-909 ergötzt und sie als Wertanlage sieht, sollte sie kaufen, denn ich wage die Prognose, dass die Preise paradoxerweise durch das Erscheinen der RD-9 noch weiter befeuert werden, was wir ja nach Erscheinen der anderen Clones schon beobachten konnten. Bitte nehmen Sie mich aber für eine falsche Anlageberatung nicht in Haftung😉.

Ansonsten kann die TR-909 eigentlich nur darin punkten, dass sie eben eine TR-909 ist. Punkt.

Alle Clones, VST und die RD-9 eingeschlossen, treffen nicht hundertprozentig an den Sound der TR-909, die RD-9 kommt aber verdammt nah ran. Auf einer Aufnahme oder im Club werden das nur Puristen heraushören können, den Rest der Anwender interessiert es nicht. Insofern bekommt man als musikalisches Werkzeug mit der RD-9 einen klasse Drumcomputer, der auch was die Ausstattung angeht, preislich unschlagbar ist.

Wegen der feinen Unterschiede muss jeder für sich entscheiden, ob er deswegen zum Original greift oder sich mit dem Clone begnügt. Die weiteren Features, der Enhanced Mode für eine erweiterte Klangpalette und nicht zuletzt der Wave-Designer plus die flexible Konnektivität zu externen Instrumenten und der DAW, machen aus der RD-9 eine moderne und zeitgemäße Version des Klassikers.

Ich selbst hatte meinen Spaß mit der RD-9. Sie fühlt sich gut an, lässt sich in Summe gleichermaßen gut bedienen, ist haptisch mindestens so wertig wie die TR-909 und sie lässt sich perfekt in die Studioumgebung einbinden. Die gewissen Abstriche bei der BASS DRUM, wenn sie nicht sogar auf eine Streuung der Klassiker zurückzuführen sind, sind für mich verschmerzbar.

Plus

  • Roland TR-909:
  • - Kultstatus
  • - Klang
  • Behringer RD-9:
  • - unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis
  • - Flexibilität
  • - Wave Designer und Enhanced Mode

Minus

  • Roland TR-909:
  • - Extrem hoher Preis
  • Behringer RD-9:
  • - Mono Summenausgang
  • - Wave Designer nur über Summenausgang nutzbar
  • - BD nicht so knackig wie beim hier getesteten Original

Preis

  • Roland TR-909: zwischen 4.000,-€ und 5.000,-€
  • Behringer RD-9: 349,-€
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Br  

    Erster! Und ich mag die BD der Behringer … für meine Ohren liegt es aber am Tuning, dadurch klingt die Roland dumpfer.

  2. Profilbild
    rio  

    “.. ist haptisch mindestens so wertig wie die TR-909….”

    Das heißt, das Original ist genauso schlecht verarbeitet wie der Clone? Mir wurde ganz anders dabei und abgesehen von der verkümmerten Implementierung und der Ultra-langsamen Aktualisierung des BPM beim Wechsel (kein Ahnung ob nur visuell) – die Tasten Klackern was das Zeug hält und das dazu noch schwerfãllig. Das Teil hat mich weder gereizt noch sonst was und ist instant wieder gegangen. Daher kann ich zu dem Sound auch nix sagen ;)

    • Profilbild
      paulilein  

      Du kannst zum Sound nichts sagen aber trotzdem hier Dampf ablassen. Solche Instrumente erwirbt man des Sounds wegen und nicht wegen der Haptik.

    • Profilbild
      grisi  

      Schlecht verarbeitet war sie, allerdings. Scharfkantige Blechgehäuse, billige Plastikseitenteile … aber sie funktionierte sehr gut, die langsame BPM-Reaktion konnte ich nicht feststellen.

      Jedoch war diese Konstruktion damals einem extremen Kostendruck unterworfen da das Gerät im Endverkaufspreis (incl. 16 % Steuer, Händlermarge, Importeursmarge, Wechselkurs Yen/DM welcher damals für Japan extrem schlecht war) trotz der damals sehr teuren digitalen Speichertechnik in D max 1998,- kosten durfte. Was ja auch schon viel war.

      Immerhin hat dieser Sparzwang zur extremen Beschränkung auf 6-bit Samples* für die Blech-Instrumente und die Realisierung der übrigen Instrumente in herkömmlicher, preiswerter Analogtechnik geführt. Genau diese Eigenschaften also, welche das Gerät zum Kult haben werden lassen.
      Was Du aber nicht nachvollziehen kannst da Du die Sounds ja nie erlebt hast, wie Du zugibst …

      *damals konnten die Wellenformen nur in (Computer-)EPROMS gespeichert werden welche horrend teuer waren. Roland mußte diesen Weg jedoch wählen um einigermaßen ‚echt‘ klingende Blechinstrumente hinzubekommen um so mit einer (teureren) SCI-Drumtraks mitzuhalten. Um kostbaren Speicherplatz zu sparen komprimierte Roland diese auf 6-bit …. welche wiederum diesen rauhen, rohen Kult-Sound ausmachen.

      Eben auch ein Ergebnis von Kostendruck und mieserabler Verarbeitung :)

  3. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Absatz direkt unter der Tabelle mit den technischen Unterschieden der beiden Drumcomputer:

    > … der aber nur global über den Summenausgang funktioniert und einzelnen Sounds zugewiesen werden kann.

    Hier fehlt vermutlich ein »nicht« zwischen »und« und »einzelnen«, oder?

  4. Profilbild
    fanatic  AHU

    Ja, die RD ist nah dran an der TR.
    Aber Bauteiltoleranzen des Originals, etwas EQing, bißchen Kompression bei beiden Sparringspartnern und der Test könnte zur never ending story werden.
    Ein Purist hört keinen Unterschied aus einem fertigen Mix heraus da ja irgendwie immer getweakt wird irgendwo….
    Behringer hat da einen guten Job gemacht (aua)
    und niemand wird die RD zurückschicken weil sie klanglich nicht überzeugt.
    Wenn die hardware klappert ist‘s natürlich gruselig. Aber ich behaupte, wer den Sound noch will und Geld sparen möchte wird darüber hinwegsehen können. Irgendwann hat man den spektakulären 4/4 Takt ja auch im Kasten:)

    • Profilbild
      Henrik Fisch  AHU

      > […] Ein Purist hört keinen Unterschied aus einem fertigen Mix heraus da ja irgendwie immer getweakt wird irgendwo….

      Exakt genau das ist auch immer das, was mich so wundert, wenn die Leute über »Klanggüte« (oder wie immer man das nennen will) diskutieren. Ja, ich höre natürlich einen Unterschied zwischen der verwendeten TR-909 im Test und dem Behringer RD-9 heraus. Aber wie Obie bereits im Test bei »RD-9 vs TR-909 Pattern« schreibt:

      »[…] im Gesamtkontext wirkt das Pattern der RD-9 sogar etwas frischer und brillanter. […]«

      Das höre ich genau so. Wie mag sich das wohl in einem kompletten Track mit all den anderen Instrumenten verhalten? Bemerkt man dann auch nur einen Moment lang, dass hier eine RD-9 am Start ist?

      Ich sehe das auch bei anderen Instrumenten. Zum Beispiel die berühmte Moog-Fettigkeit von Bässen. Solo klingt das na klar sehr geil. Aber im Mix kann das auch heftig stören, und wird dann mit den FabFiltern und iZotopes dieser Welt verdrängt. Dann kann ich auch gleich ein Synthesizer-PlugIn nehmen und niemand wird sowieso ernsthaft etwas gegen die Qualität eines u-he »Diva« sagen wollen.

      Natürlich ist es geil, eine echte TR-909 oder einen MiniMoog im Studio stehen zu haben. Ich persönlich würde zwar wenn denn dann eher auf einen Moog »Voyager« abfahren. Aber jedem das Seine. Aber doch nicht wegen der 0,5 % mehr an Klang.

      • Profilbild
        Obie69  RED

        Absolut, dem ist nichts hinzuzufügen. Es gibt zwar viele VST und dann gibt es auch die Novation drum station. Die RD-9 ist mit dem sequencer und den erweiterten Möglichkeiten zur Synchronisation schon einmalig.

  5. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Vielleicht kommt noch n Mod zum Attack der BD. Ist kein Showstopper aber da hört sich das Original doch um einiges besser an.

  6. Profilbild
    Filterpad  AHU

    Man könnte in einem weiteren Test noch ein Software-Sample zum Vergleich heranziehen und wiederum als weiteren Gimmick die RD-9 Bassdrum mit Effekte (EQ, Kompressor, Transient-plug-in) an das Original heranbearbeiten und diese Schritte erklären. Ansonsten gefällt mir die RD-9 sehr gut. In Kombination mit einer TD-3 ein wahrer Hörgenuss.

  7. Profilbild
    chain25  

    Also ich bin seit gestern stolzer Besitzer einer TR-8S.
    Irgendwas in der Richtung musste her und ich denke, dass diese Maschine in Sachen Gesamtpaket, also Preis/Leistung, Sound, Flexibilität, ethischem Verhalten (da auch noch gebraucht gekauft, nicht ganz ernst gemeint übrigens) und Einsatzmöglichkeiten vor allen TR-Me Too Klopfgeistern die Nase vorne hat. Klar ist es keine 909/808/606 etc. und nicht mal analog, aber für meinen Bedarf passt‘s. Ich brauche weder RD9 noch eine Gear-Wertanlage.

  8. Profilbild
    grisi  

    Zunächst vielen Dank für den Test !
    „…dass die RD-9 im Vergleich zur TR-909 in einem entscheidenden Punkt abfällt, und zwar bei der BASS DRUM,…“ – damit hat sich die RD-9 für mich zumindest sound-technisch bereits erledigt,

    Ich erinnere mich noch genau an die magische Wirkung besonders der ultra-harten, rohen Base sobald man Attack (und Tune) in Richtung Anschlag gedreht hat. Genau diese Eigenschaft -zusammen mit den ebenso rohen, knüppelharten HH- macht die Wirkung des Originals aus. Nur dadurch haben minimalistische Techno-Tracks -bar sonstiger Musikalität- ihre Wirkung bekommen, mag man das nun gut finden oder nicht.
    In den ‚Warehouses‘ von Chicago und Detroit wurde von Leuten berichtet auf welche diese Sounds mit ihrer Wucht dieselbe Wirkung wie Dope hatten. Suchtgefährlich sozusagen. Habe ich im Ansatz selbst erlebt …
    Wenn nun genau dieser Faktor wegfällt dann ist der Reiz einfach dahin.
    „Klar“ sagte man sich damals „… dann sample ich das halt“ um sich dann zu wundern, daß dem Sample doch etwas fehlte. Es kam einfach nicht an den Druck heran, da half auch kein Kompressor oder EQ. Am ehesten bekamen es noch die Akai’s hin (MPC2000/XL), aber es war einfach nicht dasselbe.
    Ob Roland selbst weiß wie sie diese extreme (elektrisch gesehen) Flankensteilheit geschafft haben ?
    Offenbar hat es auch Uli nicht herausgefunden … :)

    • Profilbild
      fanatic  AHU

      hi grisi,
      ich muss dir genau in diesem Punkt komplett widersprechen.
      Gegenteiliges wird oft wahrgenommen und berichtet. Beim ersten Anspielen einer 909 weicht die Ehrfurcht dem Erstaunen und man fragt sich: Wo verflucht ist diese megafette Bassdrum hin die ich auf all meinen Tonträgern immer höre und die mir im Club das Hirn (und anderes) stimuliert?
      Gerade wenn du von Detroit/Chicago/Warehouse sprichst, irgendein BOSS-Treter o.ä war meistens in der Kette. Habe es nie anders gehört, gesehen, erlebt.
      Bin aber streckenweise scheinbar in einem Paralleluniversum unterwegs. Vielleicht ist das die Erklärung

      • Profilbild
        grisi  

        Hmm … ich hatte selbst eine; deshalb beschreibe ich das auch so. Wie geschrieben: man muß die Instrumentenparameter natürlich entsprechend justieren. Dann jedoch … ganz ohne weitere FX. Meinen damaligen Beyer DT-880 habe ich -glaube ich- auf diese Weise geschrottet. Die schiere Wucht der Sounds bei hoher Laustärke natürlich) kann hypnotisch sein; ein eventueller Mangel an Melodiösität fällt gar nicht weiter auf – Minimal (instant) Techno. Kann … muß natürlich nicht.
        Alleine das erste Soundbeispiel des RED – „RD-9 vs TR-909 BASS“ macht den Unterschied schon seeehr deutlich, finde ich, aus eigener Erfahrung.
        Möglicherweise gab und gibt es aber tatsächlich Streuungen, schon die Alterung über Jahrzehnte, wer weiß das schon genau …

        • Profilbild
          fanatic  AHU

          Das Fass wer nun warum und wielange mehr vor einer 909 gesessen hat ist deshalb auch wenig zielführend.

          Ich war enttäuscht beim ersten mal (;)) aber andere auch… Und 606,707,808 und 909 waren seit 3 Dekaden durchgehend in meinem Umfeld omnipräsent.
          Roh klingt sie ok, muss aber absolut der Boss sein im Klanbild. Kommt da ein Sub ins spiel oder irgendetwas anderes was Platz benötigt, dann wirds eng.
          Die 909 Sounds werden bei mir oft beiseite geschoben (irgendwann muss ja auch mal gut sein) um dann Stunden später festzustellen: neee, lass doch die 909 nehmen. Passt einfach oft gut.
          Aber wie gesagt, ohne Bearbeitung knallt sie lange nicht so gut wie man sich das erhofft.
          Ich stelle mir vor es würde beim Plattenkauf der Typ am Tresen sagen:
          “ Hier, nimm diese Scheibe mal mit, ein echtes Brett. Aber die Bassdrum ist glaube ich keine echte TR909!“…….
          So ein Käse.
          Wie irrelevant. Entweder es rockt oder eben nicht.

          Über die Claps der RD war ich aber hier im Testvergleich tatsächlich erschrocken. Da klingt zumindest im Vergleich die TR viel offener und räumlicher.

      • Profilbild
        Saxifraga  

        Wer öfters im Club hört, der hört nach kurzer Zeit eh nur noch die bass drum und vielleicht noch die snare.
        Ich hätte gerne mal ein Massenscreening des Gehörs von Club-Gängern. :D

    • Profilbild
      random17cgn

      Ultraharte rohe Kickdrum bekommt man mit einer Jomox Base (Modul oder Desktopsynth) hin – immer wieder geil. Schöne weiche tiefe Kicks, die eher in Richtung 808 gehen, sind ebenfalls damit zu machen.

    • Profilbild
      Obie69  RED

      Weiter unten gibt es ja einen er Leser, der hier die Kick super hinbekommen hat. Für mich ist es ein kleiner Wermutstropfen, im Gesamtpaket aber vernachlässigbar. Im Pattern höre ich das sowieso fast nicht mehr. Das ganze dann noch mit einem Kompressor oder sonstigen Processing aufgemotzt und schon bekomme ich es so, wie ich es im Mix brauche.

  9. Profilbild
    dilux  AHU

    „Bewertung

    Behringer RD-9 Sehr Gut

    Roland TR-909 Gut“

    was für eine alberne provokation. vor allem im historischen kontext: die 909 hat ein ganzes musikgenre geprägt/bestimmt. da sollte man mal drüber nachdenken…

    • Profilbild
      Codeman1965  

      Obie hat sehr detailliert beschrieben, wie (für ihn) die Beurteilung/Gewichtung zustande kommt.
      Ich kann da keine Provokation erkennen, schon gar keine alberne.

      Und in einem Vergleich zweier elektronischer Geräte den historischen Kontext des Einen mit einbringen zu wollen, halte ich persönlich für ziemlich sportlich… ;-)

      • Profilbild
        dilux  AHU

        um eine kopie besser zu bewerten als das original, müssen schon sehr trifftige gründe vorliegen (die ich in diesem vergleich nicht finden kann, der klang ist es definitiv nicht); man kann auch logisch schlußfolgern: gäbe es das original nicht, gäbe es auch keine kopie – wie kann die da besser sein?

        und historischer kontext hat immer eine bedeutung; fast möchte ich meinen, das ist wissenschaftlicher standard.

        • Profilbild
          Codeman1965  

          < "um eine kopie besser zu bewerten als das original, müssen schon sehr trifftige gründe vorliegen..." >
          Aber das müssen doch nicht zwangsläufig DEINE sein…

          Hat er ja auch ausgedrückt, daß es der Klang definitiv nicht ist.
          Andere Features schon.

          Und historischen Kontext oder gar wissenschaftlichen Standard möchte ich hier nicht erkennen. Vielleicht Liebhaberei oder nostalgisch begründete Emotionen.

          Ist ja auch gut so, geht z.B. jedem Oldtimer-Besitzer nicht anders.
          Das bedeutet aber doch nicht, daß man mit anderen Autos nicht ebenso von A nach B kommt, vielleicht sogar bequemer, schneller oder sicherer.
          Auch wenn (natürlich!) die Freude am Original auf der Strecke bleibt…

          Nicht Jeder, der 808/909-artige Drumsounds nutzt, legt unbedingt Wert auf die ultimative Authenzität der Sounds. Wenn das der Maßstab wäre. könnte ja heute Keiner mehr Musik machen, weil es die Truhe nun mal nicht mehr gibt.

          Und wenn Jemand sich das Teil holt, die klanglichen „Abstriche“ in Kauf nimmt und sich dafür an den kleinen Erweiterungen/Verbesserungen freut, dann darf er die RD-9 auch gerne mal besser finden als das Original.

          So würde ich das sehen…

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            dilux  AHU

            da du ja permanent am thema vorbei argumentierst, bringe ich diese diskussion mit einer letzten bemerkung für mich zum abschluss:

            die TR-909 repräsentiert den damaligen stand der technik; daß die RD-9 mit ihrer deutlich jüngeren entwicklungsphase featuremäßig ihre kopiervorlage übertrifft, macht sie nicht zum besseren instrument.

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              Codeman1965  

              Da Du ja lediglich permanent Deine Meinung zum Maß aller Dinge erklärst und letztlich sogar (wenn auch zaghaft) zum „Wissenschaftlichen Standard“ erhebst, ist Deine Entscheidung vielleicht nicht die Schlechteste.

              Solltest Du wider Erwarten doch noch die Muße finden, zu erläutern, was an dem Bericht jetzt eine „alberne Provokation“ darstellt, (abgesehen davon, daß man den historischen Kontext eines über 30 Jahre alten Klopfgeistes völlig außer Acht gelassen hat!) würde ich mich freuen, wieder von Dir zu lesen… ;-)

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              Horst

              Was interessiert denn der „damalige stand der technik“? Historscher kontext hat bei einer subjektiven bewertung natürlich nicht zwangsläufig eine bedeutung. Für dich vielleicht. Ich will aber das instrument haben das mir bei meinen heutigen anforderungen eher zusagt. Wenn das für den tester halt die neuen features sind wirkt das doch reichlich arrogant von dir, „alberne provokation“ zu unterstellen. Und dazu nach wie vor unbegründet. Dann einfach das Gespräch abzubrechen zeugt auch nicht gerade von argumentativen Fähigkeiten.

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              ISE500  AHU

              Danke. Völlig albern, dann das Original abzuwerten ;(
              Macht überhaupt keinen Sinn was ich wie Dilux sehe

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      dopplereffekt

      Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Der historische Kontext sagt über die Qualität bzw. Bedienfreundlichkeit herzlich wenig aus. Nur weil sie zuerst da war, heißt es nicht automatisch dass die TR-909 besser ist.

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      Obie69  RED

      Für mich ist es keine Provokation. Ich hab ja oben im Test eingangs geschrieben, dass ich die beiden Geräte völlig neutral beurteile. Natürlich muss die RD – 9 sich am Klang der TR-909 messen lassen. Was die Verarbeitungsqualität angeht, die Haptik und die Handhabung, hört bei mir allerdings der historische Kontext auf. Da gibt es dann auch keinen Legendenbonus.

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    Saxifraga  

    Das Stradivari Problem hat nun also auch die „jungen“ Musiker im Griff.
    „Früher war alles besser!“ „Sowas schönes macht heut keiner mehr!“ (Ritter Rost)
    Mit analog und digital haben wir das ja eh schon durch und fangen doch immer wieder damit an. Alles setzt sich eben aus Cosinüssen und Sinüssen zusammen, auch die Moden. ;)

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    Inductor  

    Noch mal zurück zum (eigentlichen) Thema:
    Sehr sorgfältiger Bericht und Vergleich, vielen Dank dafür!
    Der Klangunterschied der BD verblüfft mich wirklich, es klingt schon deutlich weniger knackig. Warum ist das eigentlich so? Man war doch völlig frei in der Gestaltung der Schaltkreise und den Attack-Sound der erste Millisekunden sollte doch eigentlich kein wirkliches Problem sein.
    Ich spendiere 1 (eine ganze!) Flasche Bier demjenigen, der als erster die Hintergründe herausfinden kann. Oder ev. doch eine Abweichung bei Peters Referenzgerät?

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    komabot  

    Bei unserem Vergleich ist die Kick nicht als „schwächer“ wahrgenommen worden.
    Die Vergleichs-909 hatte allerdings auch keine MIDI-Probleme(IC getauscht) und anstatt eines „BD Decay“ einen „HH Tune“ Regler.

    Die RD-9 hat 3 Trigger outs (2 davon frei zuweisbar) dafür fehlt der „external Instrument“ Kanal.

    Aber im Endeffekt haben wir uns auch nur 10 min. mit Soundvergleichen im einzelnen beschäftigt.

    In Summe rockt die RD-9 schon heftig gut. Nach meiner persönlichen Meinung auch weit besser als die ACB Geräte von Roland.

    Aber das stellt man meist eh nur im direkten Vergleich fest. Als „909“ gehen wohl alle durch…

    Edit: Evtl. wäre ein Vergleich zwischen mehreren TR-909 auch ganz interessant.
    Also nur Originale untereinander :)

  13. Profilbild
    komabot  

    Abschliessend bleibt für mich das Fazit :
    Wer mit der RD-9 keinen Spass hat braucht auch nicht auf eine TR-909 sparen.

  14. Profilbild
    mfk  

    Danke für den umfangreichen und informativen Test!!!

    „Bei den Klangbeispielen handelt es sich um MP4 Dateien“
    Was heißt das?

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    Freudenthaler  

    Hier geht’s nicht mehr um den Klang sondern um Preis und Features…

    Ich mag’s kaum tippen aber ***HUST*** B hat gewonnen!

    • Profilbild
      Obie69  RED

      Ich hatte die beiden Instrumente wirklich so beurteilt, wie sie vor mir standen ohne mich vom Legendenbonus beeinflussen zu lassen. Klanglich würde ich sagen, sind sie beide gleichauf. Bei der Kick hätte ich etwas mehr erwartet, dafür gefallen mir die anderen Sounds sehr gut. Was die Bedienung, Qualität und Haptik angeht, gewinnt die RD-9 eindeutig. Qualitativ muss ich echt sagen, hat mich die TR – 909 nicht so überzeugt. Weiter oben wurde gut zusammen gefasst, dass man damals unter einem gewissen Spardiktat war. Ich meine, 2000 DM war damals 1984 wenig Geld für einen Drumcomputer mit MIDI, samples und analoger Klangerzeugung mit relativ viel Speicherplätzen. Für einen solchen Kurs erwarten wir heute viel mehr. Da sind wir schon ziemlich verwöhnt. Ich bin selbst ein gewisser Fetischist, was Vintage Geräte angeht und hab auch einiges an altem Zeug bei mir rumstehen. Deswegen bin ich aber nicht verblendet und beurteile alles was neu ist, von vorne herein als schlecht.

    • Profilbild
      komabot  

      Das war aber doch eigentlich schon vorher klar…
      Featuremässig ist die TR-909 halt eher schlecht ausgerüstet. Für heutige Verhältnisse.
      Ein Feature war damals der „external Instrument“ Kanal. Das braucht/nutzt heutzutage wohl niemand mehr…

      Und wenn Ich ehrlich bin ist bei mir der „enhanced mode“ immer an.
      Die meisten original 909 heutzutage haben ja doch irgendwelche Mods erfahren.
      Ohne diese wirds halt doch auch schnell langweilig.
      „kein HH Tuning…wtf“

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    8 Bit Fighter  

    Das Midi-Timing von Roland TR-909 ist eigentlich stabil und genau. Falls es doch schief läuft, liegt es meistens an den externen Geräten.

  17. Profilbild
    Phoenix

    5000.-€ für eine Drummachine – es bleibt für mich unverständlich, weshalb man soviel Geld in ein altes Gerät steckt, wenn ein neueres Gerät es in weiten Teilen kopiert oder besser kann.

    Also doch nur wegen dem „Namen“?

    Gut – es gibt ja auch Leute die 20.000 € für ne Flasche Wein ausgeben.
    Aber man stelle sich nun vor, da kommt einer und schafft es einen Romanee Conti exact zu kopieren und das für 10 Euro die Flasche. Dieser Wein wäre innerhalb weniger Tage ausverkauft und würde ebenfalls zum Spekulationsobjekt werden!
    Zum Glück ist das hier nicht so und wir können uns alle weiterhin auf einen guten Drumcomputer für 349 Euro freuen.

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      fanatic  AHU

      Ja, Phoenix. Nüchtern betrachtet ist es so. Es wird kräftig am Sockel einer Legende gesägt. Stolz und Eitelkeiten sind da im Spiel. Nichts rationales.
      Die prägnanteste Drummachine ever wird für Schmales auf den Markt geschmissen und entwertet.
      So kann jeder Techno, selbst diejenigen, die es bislang garnicht mochten. Ist ja leicht. Und ein schönes Hobby. Absolut.

      Jeder wie er/sie/es mag. Nur zu. Aber Kritik muss immer möglich sein ohne als Boomer(ageism)/Misantroph/Ewiggestriger bezeichnet zu werden.

      Letzte Nacht mit grossem Vergnügen 909 Samples von Vinyl im DSS1 verwurstet. Höllisch fetter Sound. Die Puristen weinen, die Tanzfläche bebt:)

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    g.scherer  RED

    Für meine Ohren ist schon über Laptop-Lautsprecher bei diesen und anderen Vergleichen die Überlegenheit von Rolands Original deutlich zu hören. Die einzelnen Elemente klingen knackiger, druckvoller und ausgewogener und ein Groove hat die harte, treibend-hypnotische Qualität, die der Kopie fehlt.

    So richtig offensichtlich wird es aber erst, wenn man eine 909 mittels der Einzelausgänge über ein gutes Pult und idealerweise auch noch mit hochwertigen Kompressoren bearbeitet. Das Resultat bläst alles weg.

    Nach allem was ich gehört habe kommt nicht mal die 1:1 Kopier RD-909 klanglich an die echte 80er-Drummachine dran. Leider.

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      MatthiasH  

      Dito. Habe auch über einen Laptopspeaker gehört und die Unterschiede könnten doch drastischer kaum sein! Der Behringer Snare fehlt doch einiges an Punch, und die Flams sind auch ein schlechter Witz. Was ist denn das für ein Echo? Die Claps gefallen mir bei Behringer aber fast besser.

      Mir geht es nicht um den direkten Vergleich. Ob ein Gerät wie das Original klingt, interessiert mich nicht. Nur beschissen sollte es nicht klingen :-).

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      TobyB  RED

      Ich hau mal einen raus. Ich hab sowohl TR8, TR8s, TR6s, MC909, MC303 und eine LinnDrum mit 909 Eproms. Ebenso Rolands Cloud Versionen Ich glaube nicht, das man die weitere Verarbeitung der 909 und RD9 vernachlässigen sollte. Hierzu besorge man sich die Pattern von Lisa Stansfield „This is the right time“. Jetzt kommen die nerdigen Tricks der Toningenieure. Gain in die Sättigung treiben. Die Kick bekommt jetzt mit dem EQ schön Punch. Die Snare wird mit der Pommeskabel bearbeitet, hintenraus ein HighShelf Kuhschwanz zur Abrundung. Jetzt wirds richtig interessant, die Dynamik Bearbeitung. Für eine schöne gemütliche „runde“ Kick, geht alles durch einen WA76 o.ä. , wenn die Kick mehr Drive und Härte haben soll, DBX160 oder Distressor, 3660 oder 3662. Das veranstaltet man nun auch mit der Snare. Nun noch etwas Reverb. Der clevere Toningenieur mischt das nun alles so zusammen, als das man meint, der Sound käme so aus der TR-909. Im Umkehrschluss meine ich, dass ich das auch mit einer RD-9 hinbekommen würde.

  19. Profilbild
    fanatic  AHU

    Kleine Anekdote;
    ich hatte die Ehre mal einer “professionellen“ Technoproduktion beizuwohnen. Wochenende in London 2003. Im Raum eine angestaubte 909, da augenscheinlich defekt. Es wurde eine Novation drumstation genutzt für den Track. Und, es war letztlich ein gefeierter Clubhit produziert worden an diesem Tag, mit diesem gear. Fragt normalerweise kein xxxxxxx danach woher die Drums kommen.
    Schon einwenig suspekt das Ganze….
    Pathos, ganz viel Pathos

    Das sagt jemand der hier nicht als Behringer-Fanboy bekannt ist und für die Original 909 in gutem Zustand Auftragsmorde begehen würde.. (Achtung! Völlig überspitzte Formulierung)

    Einfach mal den Ball flachhalten.

    Bin da bei g.scherer,
    909, gute Signalkette… eine Waffe!

    Aber, RD-9 sicherlich mit etwas Aufwand ebenso brauchbar für ähnliche Resultate

    • Profilbild
      TobyB  RED

      Ich war mal in den SARM Studios :-D da kam die 909 aus einem Sampler und der Drumpfad bestand aus 4 Distressoren, der man am Mischer hat das Gain für die Beats fett aufgedreht.

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    goinz

    Ich persönlich finde die Snare bei der RD-9 nicht ganz so getroffen. Geht das nur mir so? Die in der 909 hat doch um einiges mehr bass bzw. punsh.

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    ach herrjemine  

    Knapp daneben ist auch vorbei.

    Da ist jedes Sample-Set näher am Original …und preiswerter.

    Was für ein überflüssiges Stück Elektroschrott.

    Die B. Tests hier werden immer schräger. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

    • Profilbild
      Obie69  RED

      Wow, das Klangbeispiel ist richtig genial. Da sieht man mal, was man aus der RD-9 noch rausholen kann. War auch auf deiner Seite mit den Modifikationen.

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    ELECTROAKKUPUNKTUR

    Natürlich klingt die tr etwas fetter im drum, keine Frage, jedoch finde ich die rd vom uli sehr gelungen. Wäre es umgekehrt und die rd wäre damals als erstes erschienen und heute die tr raus gekommen, würde man wahrscheinlich die rd genauso loben wie ihr original. Mich persönlich interessieren die zusätzlichen Features und darin ist sie im Gegensatz zur tr unschlagbar. Man Leute, wir reden hier über einen preislichen Unterschied von gut 4000 Euro!!! Das sollte ganz klar mit einbezogen werden und dafür bekommt man hier echt was geboten. Mir gefallen die clone vom uli sehr gut und andere Firmen wie Aturia zb kommen an diese „Kraft Pakete“ einfach nicht ran.
    Allerdings bin ich auch erst seit drei Jahren dabei was produzieren angeht und mein Ohr mag nicht so gut geschult sein, jedoch bin ich im ganzen gesehen mehr als zufrieden mit der rd. Die rd 8 liegt ebenso nah dran finde ich, bestens gelungen. Und noch einmal, wir haben hier eine Preis Spanne von guten 4000 Euro und dafür sollte Jammern auf hohem Niveau eigentlich nicht ernst genommen werden. Fazit?
    Uli, mach genauso weiter, Punkt

  23. Profilbild
    lightman  AHU

    Ich habe die RD-9 bei einem Jam mit Kollegen ausprobiert. Zuerst hörten wir uns die Instrumente im Authentic Mode an, dann wechselten wir zum Enhanced Mode und haben ihn für den Rest des Jams nicht mehr verlassen. Als undogmatischer 909-Veteran kommt man da aus dem Grinsen gar nicht mehr raus.

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      Obie69  RED

      Vielen Dank für den Hinweis. Der enhanced mode ist natürlich genial, zumal man hier auch die Bass Drum ziemlich übel verbiegen kann. Sie hat dann rein gar nichts mehr mit der TR 909 Original Kick zu tun. Hier im Test blieb ich wegen des Vergleichs natürlich im authentic mode.

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        lightman  AHU

        Du hast das mit dem Vergleichstest genau richtig gemacht, da ist natürlich der Authentic Mode entscheidend. Wir hatten bei unserem Jam auch eine alte 909 am Start und nahmen die Unterschiede zwischen alt und neu schon wahr, das ging jedoch im Spaß mit dem Enhanced Mode unter. Am Ende waren wir uns einig, daß die RD-9 für recht kleines Geld viel zu bieten hat und mit den gegebenen Möglichkeiten (Einzelausgänge, Soundverbiegen, etc.), einem Mischer und einem Kompressor alles an 909 von banal bis brutal draufhat, man muß sie nur richtig kitzeln.

  24. Profilbild
    VirusTI82  

    Mir gefällt die BD von der RD-9 besser.
    Außerdem bearbeite ich eh alle Instrumente bis sie sich richtig gut anhören.
    Und meine Kickdrums lade ich sowieso nache der Aufnahme in die Punchbox und gib ihr den letzten Schliff.

    Als als Grundmaterial ist die Behringer TD-9 super. Wird eh bearbeitet. Dann hört später im Mix keine Sau mehr was da was mal war.

    Und rohe 909 Sounds ohne Bearbeitung finde ich heutzutage zu laff.

    Ich liebe Behringer…

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