Blue Box: Moog Micromoog

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Nun könnte man meinen, ein einziger VCO würde klanglich interessante Effekte wie Crossmodulation oder Ringmodulation von vornherein ausschließen. Das ist richtig, zumindest in der Theorie. Aber auch hier hat man sich etwas einfallen lassen, um schräge Sounds zu ermöglichen. Die Lösung verbirgt sich hinter dem Schalter FILTER MOD BY OSC. Hierbei wird die Filterfrequenz vom Oszillatorsignal moduliert – hier fängt der Sound an, kräftiger, dreckiger, metallischer, angezerrter zu klingen! In der Stellung WEAK recht subtil, in der STRONG-Variante ziemlich böse!

Wer mit diesem Schalter und mit verschiedenen Oszillator-Schwingungsformen, Suboszillator-Einstellungen, Cutoff-Frequenzen experimentiert, der findet hier eine Unzahl an Sounds, von leicht angeraut bis total abgefahren! Es sind aber lange nicht nur Effektsounds möglich, sondern auch richtig spielbare Leads oder Bässe mit dem gewissen „Etwas“. Und das alles in Moog-Qualität.

wichtig für den Micromoog-Sound: Filter-Betriebsarten

wichtig für den Micromoog-Sound: Filter-Betriebsarten

Die Rückseite

Die Rückseite des Micromoog ist sehr gut ausgestattet und lässt keine Wünsche offen: AUDIO-IN, AUDIO OUT HIGH/LOW, CV und GATE jeweils IN und OUT und FILTER-IN. Weiterhin gibt es noch zwei Anschlüsse ausschließlich für Moog-Zubehör: MODULATION und ACCESSORY. Man kann vom Micromoog aus andere Synthesizer mit 1V/Okt. ansteuern, wobei hier ein Poti für Oktavspreizung ebenfalls zur Verfügung steht.

Verwirrend ist eine spezielle Eigenart des Micromoog, die er mit dem Multimoog teilt: Der VCO-Eingang bricht mit der Tradition des von Moog selbst gesetzten Standards von 1V/Oktave. Der Oszillator muss mit 0,95 Volt angesteuert werden, um oktavrein gespielt zu werden. Als Micromoog-Besitzer sollte man sich darauf einstellen. Ein MIDI-Interface wie das Doepfer MCV-1 erlaubt dankbarerweise eine Korrektur der Oktavspreizung, damit alles wieder so klingt, wie es soll.

alle Anschlüsse, die ein Moog braucht

alle Anschlüsse, die ein Moog braucht

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Sehr schöne Darstellung eines ziemlich unterbewerteten Instruments, vielen Dank dafür. Klanglich ist am Micromoog wirklich nichts auszusetzen, natürlich immer unter Berücksichtigung seiner technischen Restriktionen. Ich denke, dass dieser Synthesizer nicht umsonst im Setup vieler namhafter Tastenkünstler (Moraz, Hancock, Corea u.a) über Jahre seinen festen Platz hatte.

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    AMAZONA Archiv

    Es ist immer wieder sehr interesannt zu beobachten wie nur ein Name den Menschen beeinflussen kann. Wenn auf dem Gerät nicht Moog sondern Pfiffkas stehen würde, hätte niemand das Teil auch nur mit seiner Kehrseite angeschaut.
    Ansonsten ein schöner Bericht der sich vorallem schön flüssig liest.

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      AMAZONA Archiv

      … grundsätzlich sehe ich das genau so. Jetzt habe ich aber mal die Soundbeispiele anderer Synthesizer hier angehört und muss sagen, dieses kleine Prachtstück hat irgendwie mehr Wumm, Charakter und Durchsetzungskraft. Nicht das die anderen schlechter wären, aber der Micromoog hat mich von den Soundbeispielen her voll überzeugt. Saftig.

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    BA6  

    Tolle Klangbeispiele! Besonders die FX-Sounds haben es mir angetan. Könnte ich mir stundenlang anhören. Der Text ist auch gut geschrieben.

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    wave

    Auf welche Art (Signalverlauf / Modulation) entstehen Sounds wie in Bsp 2 ? Kann das jemand beschreiben, so dass man es evtl. in einem Nord Modular nachbauen kann ? thx …

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      c.hatvani  AHU

      Diese metallischen Sounds entstehen durch „Filter mod. by OSC“ Schaltung – da gibt es beim Micromoog die Wahl zwischen WEAK und STRONG. Auf die Sounds ist dann noch eine S & H Steuerung drauf. Soviel zur Theorie. Wie es in der Praxis beim Nachbauen mit dem Nord Modular aussieht, wirst Du dann erfahren…

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      microbug  

      Das war kein Micromoog, sondern ein Multimoog (sieht man sehr schön in den 1985er Videos vom Rock am Ring, wo der frühere zweite Polymoog durch einen Jupiter-8 ersetzt wurde und der Moog obendrauf viel zu breit ist für einen Micromoog), der ist übrigens im aktuellen Setup, welches seit letzten bzw vorletztem Jahr existiert, wieder dabei.
      Einen Micromoog gab es aber auch, der stand meist beim Drummer, kann man in den alten Videos sehen.

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