Filmmusik-Komponist John Williams: Star Wars, Indiana Jones, Schindlers List uvm.

10. Oktober 2020

Superstar der Filmmusik

John-Williams_Aufmacher

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John Williams ist Star Wars. John Williams ist E.T. John Williams ist Indiana Jones. John Williams ist auch Harry Potter. John Williams ist all das, weil ohne seine Musik diese Filme und Filmreihen nicht das geworden wären, was sie sind: Mega-Erfolge für die Produzenten, Regisseure, Schauspieler und die Filmstudios, damals wie heute. So wie Ennio Morricone definiert hat, wie der Wilde Westen zu klingen hat, hat John Williams die Musik des Universums geschaffen und definiert, wie das Böse klingt und wie das Gute. Als Komponist ist er über die Filme, für die er komponiert hat, hinaus gewachsen und wird von den Kinogängern gefeiert wie die Filmemacher selbst. Grund genug, sich diesen Komponisten und Dirigenten einmal näher anzuschauen.

John Williams – Musik liegt in der Familie

John Williams ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen. Der Vater, ein Jazz-Percussionist und Orchestermusiker, sorgte schon früh für die musikalische Ausbildung seines Sohnes. Geboren und aufgewachsen ist John Williams in New York. Im Alter von 16 Jahren zog seine Familie jedoch nach Los Angeles, wo sein Vater im Columbia Pictures Orchester spielte. Williams studierte dort Komposition an der University of California. Später zog es ihn für ein Klavierstudium zurück nach New York an die renommierte Juilliard School. Seine Lehrerin war Rosina Lhévinne, eine russische Konzertpianistin, die dafür berühmt war, das Beste aus ihren Schülern herauszuarbeiten, ohne dass sich diese „verbiegen“ mussten. Eigene Vorstellungen waren ausdrücklich erlaubt. Den Einstieg als Berufsmusiker machte John Williams demzufolge als Pianist und spielte vor allem Jazz in der New Yorker Clubszene. Daneben war als Komponist tätig. Seine Arbeit beim Film begann mit seiner Rückkehr nach Los Angeles. Als Orchestrator für Filmmusikkomponisten lernte er das Genre kennen und wurde vor allem von damals bekannten Komponisten wie Alfred Newman oder Bernard Herrmann beeinflusst. Letzterer war vor allem für seine lange Zusammenarbeit mit Alfred Hitchcock bekannt und für seine herausragende Filmmusik zu Psycho. Auch als Studio Pianist hatte John Williams einen guten Ruf und wurde unter anderem von Jerry Goldsmith und Henry Mancini verpflichtet, um deren Filmscores einzuspielen. So ist es John Williams, der 1958 das Klavier auf der Aufnahme zu Henry Mancinis berühmtem „Peter Gunn Theme“ gespielt hat. 1972, nach fast 20 Jahren Tätigkeit im Film und TV Geschäft und ersten Preisen (unter anderem ein Oscar für die Kinoadaption von „Fiddler on the Roof“) sowie einem kommerziellen Hit mit „Die Höllenfahrt der Poseidon“, kam es zur schicksalhaften Begegnung mit dem noch jungen Steven Spielberg.

Das Erfolgsduo Spielberg und Williams

Der damals gerade 25-jährige Spielberg war hauptsächlich als Regisseur für das Fernsehen in Erscheinung getreten. Für sein Leinwand-Debut „Sugarland Express“ (1974), einem Film rund um die Geiselnahme eines Polizisten und die anschließende Jagd durch Texas, hatte Spielberg recht genaue Vorstellungen zur Musik. Immer und immer wieder hat Spielberg die Filmmusik von Williams zu „Der Gauner“ (1969) mit Steve McQueen in der Hauptrolle angehört. Der Americana-Stil mit seinen Folk-Elementen mit Mundharmonika, Akustikgitarre, Banjo, Flöten in Verbindung mit dem Orchester gefiel Steven Spielberg so sehr, dass er den Komponisten unbedingt kennenlernen musste.

John-Williams_Steven-Spielberg

Gemeinsam sind sie stark: Spielberg und Williams sind seit mittlerweile Jahrzehnten ein Team mit Erfolgsgarantie

Ein Treffen bei einem Mittagessen in einem teuren Restaurant in Beverly Hills wurde von einem Universal Mitarbeiter arrangiert. Williams beschreibt seine erste Begegnung in einem Interview mit der Los Angeles Times folgendermaßen: „Es war wie mit einem Teenager (essen) zu gehen, der noch nie zuvor Wein bestellt hat und nicht weiß, was man mit dem ganzen Besteck macht. Er war so jung, nur wenig älter als meine Kinder. Und er schien mehr über meine Musik zu wissen als ich.“

Beeindruckt von Steven Spielberg versprach Williams die Mitarbeit an seinem Film. Dass daraus die wohl längste Zusammenarbeit in der Geschichte der Filmmusik werden sollte, hätte keiner von beiden gedacht. Bis auf wenige Ausnahmen („Die Farbe Lila“ und „Ready Player One“) komponierte John Williams seitdem jede Filmmusik für das größte Genie, das die Filmwelt je gesehen hat.

Steven Spielberg schätzt die große Vielfalt, die Williams wie auf Knopfdruck zu liefern scheint: „John ist als Komponist wie ein Chamäleon. Er erfindet sich mit jedem Film neu.“

Mit zwei Tönen zum Welterfolg

„Der weiße Hai“ ist bis heute ein Kultfilm, obwohl er aus technischer Sicht hoffnungslos veraltet scheint. Mit Gummipuppen statt CGI-Effekten würde wohl heute niemand mehr arbeiten. In den 1970er Jahren waren das jedoch die Mittel der Filmemacher und somit war es insbesondere eine Aufgabe der Filmmusik auszudrücken, was die Bilder (noch) nicht konnten. Steven Spielberg schwebte eine atonale Musik vor und als Temp Track wählte er deshalb einen Soundtrack, den John Williams zuvor für den Film „Images“ von Robert Altman komponiert hatte.

Williams jedoch hatte eine eigene Vorstellung davon, wie die Hai-Thematik zu vertonen sei. „Hirnlos“ ist das Stichwort, das er in Interviews zu seiner Filmmusik zu „Der weiße Hai“ wiederholt nennt: „Ich habe mit einer Idee herumgespielt, etwas zu schaffen, dass sehr hirnlos ist. Wie ein Hai eben. Nur Instinkt.“ Das simple Bass-Motiv aus zwei Tönen, das im Verlauf des Films immer wieder wiederholt wird, passt Williams in der Dynamik an. Diese symbolisiere die Entfernung des Hais. Kommt dieser näher, steigert sich die Dynamik bis ins Unerträgliche. Gleiches gilt für Rhythmus und Tempo. Ein dritter Ton kommt unerwartet hinzu und schließlich schnappt der Hai zu. Spielberg dachte an einen Scherz, als Williams ihm das Motiv am Klavier vorspielt und berichtet, dass er sich kaum noch halten konnte vor Lachen. Am Ende gewann die Idee von Williams und brachte diesem den zweiten Oscar ein. Der riesige Erfolg des Films ist bis heute ungebrochen und das zweitönige Motiv wurde oft kopiert, wenn es um eine bedrohliche Situation geht.

John-Williams_Jaws_Main Theme_Auszug

Wenige Töne, große Wirkung: Grusel mit zwei Tönen, Spiel mit Rhythmik, Wiederholungen und Tempo. Besser kann man den herannahenden Hai nicht vertonen.

Arbeit Hand in Hand

Die Beziehung zwischen Steven Spielberg und John Williams vertieft sich nach diesem Erfolg zunehmend. John Williams bereitet vorab nur kleinere Themen vor, die er Spielberg am Flügel vorspielt. Erst wenn der Film nahezu fertig geschnitten ist, beginnt die Ausarbeitung der Themen und die Orchestrierung, da Williams Spielbergs Arbeit mit seiner Musik unterstützen möchte. Doch immer öfter ist es Spielberg, der Williams freie Hand lässt und seinen Film so schneidet, wie die Musik es erfordert. Gut dokumentiert ist das für den Film „E.T.“

Die Jubiläums-Edition des Films zeigt viel zur Entstehung der Musik. John Williams hat Steven Spielberg die ersten Themen am Flügel in seinem Büro vorgespielt. Zu sehen ist, dass Spielberg sie auf Anhieb mag und beginnt, sie mitzusingen. Im Interview sagt er, dass er die Aufnahme-Session kaum erwarten könne. Der Film besteht aus vielen rasanten Szenen, darunter die bekannten Szenen mit den Fahrrädern, wenn Elliot und seine Freunde versuchen, E.T., verfolgt von der Polizei, zu seinem Raumschiff zurückzubringen. Es gibt sehr viele Cue Points und Schnitte, auf die die Musik exakt abgestimmt werden muss. In der Dokumentation ist zu sehen, dass Komponist und Regisseur sich während der Session immer wieder über die wichtigen Cue Points abstimmen, bevor Steven Spielberg eine Idee hat: Die Musik und der natürliche „Flow“ der Musik sind ihm so wichtig, dass er den Film, der während der Session im Aufnahmeraum zu sehen ist, stoppen lässt. Das Orchester spielte nun unter dem Dirigat von John Williams die Musik so wie sie Williams empfindet. Anschließend passte Steven Spielberg den Filmschnitt im Schneideraum der Musik an.

John-Williams_ET_Main Theme_Auszug

Eines der schönsten Themen der Filmmusikgeschichte: Das Main Theme aus E.T.

Diese ungewöhnliche Art der Zusammenarbeit ist es, die laut Williams den großen Erfolg des Films am Ende ausgemacht hat: Der sonst starke Eingriff des Films in Dynamik, Akzentuierung und Phrasierung findet bei „E.T.“ nicht statt. Stattdessen erlaubte Spielberg Williams, die Musik sprechen zu lassen. Williams’ geniale Komposition erzeugt eine Atmosphäre von unheimlich bis emotional geladen bis entspannend. Dies erreicht er durch geschickte Verarbeitung des Themas: Zu Beginn, wenn die Außerirdischen auf der Erde ankommen, im Wald als Schemen mit feuerrot leuchtenden Herzen sichtbar, sind nur wenige Töne des Themas hörbar, die eher unheimlich und bedrohlich klingen. Nach und nach baut Williams die Themen aus, bis sie sich schließlich gegen Ende des Films in ihrer vollen Pracht entfalten können und den Zuschauer emotional mitreißen. Diese Arbeitsweise findet sich in vielen Filmmusiken von Williams wieder. Man denke zum Beispiel an „Hedwig’s Theme“, dem berühmten Thema aus den „Harry Potter“ Filmen: mal sanft mit dem Klang einer Spieluhr (gespielt auf einer Celesta)angedeutet, mal unheimlich mit tiefen Streichern oder Hörnern besetzt, mal heroisch und mit vollem Orchester in voller Länge gespielt.

Indiana Jones und Schindlers Liste

Mit „Indiana Jones“ schafften Williams und Spielberg einen weiteren Meilenstein des Genres Abenteuerfilm. Das heroische Filmthema hat sich in die Gehörgänge eingebrannt und ein Indiana Jones-Film ohne dieses Thema wäre wie ein James Bond-Film ohne das bekannte chromatische Motiv oder das markante E-Gitarren Thema. Der Einsatz von Blechbläsern in einer Fanfare ist eine Spezialität von Williams, wie er auch bei Star Wars von George Lucas beweist.

John Williams größter kommerzieller Erfolg, der Soundtrack zu STAR Wars 1978

Doch ist es ein ganz anderer Film, der ihm und Spielberg weltweite Anerkennung einbringt: Schindlers Liste. Der Film, der vom Nazi-Kollaborateur und späteren Retter von Juden, Oskar Schindler, handelt, wurde weltweit viel diskutiert und wird bis heute auch für unterrichtliche Zwecke in Schulen eingesetzt. Sieben Oscars (darunter einer für die Musik) bei zwölf Nominierungen, drei Golden Globes bei sechs Nominierungen und einen Grammy Award für die Filmmusik von John Williams sind nur einige der Preise, die das Team Spielberg/Williams für Schindlers Liste erhielt. Dabei wäre es fast nicht zu einer Zusammenarbeit gekommen.

Nachdem Steven Spielberg John Williams eine erste Rohfassung des Films präsentiert hat, war dieser sich nicht sicher, ein geeigneter Komponist für diesen dramatischen Film zu sein. Er teilte Spielberg mit, dass er einen besseren Komponisten für diesen Film benötige. Überliefert ist, was Steven Spielberg daraufhin entgegnet haben soll: „Du hast recht, aber sie sind alle tot.“

Die Musik zu Schindlers Liste ist so bedrückend und doch so reich schattiert wie die Grautöne, in denen der Film gedreht ist. Herausragend sind die von dem israelisch-amerikanischen Violinisten Itzhak Perlman gespielten Themen, die mit dem Orchester im Hintergrund all den Schmerz transportieren, den die Bilder gnadenlos wiedergeben. Gerade diese Gnadenlosigkeit, die Bilder und Musik gemeinsam zeigen, ist es, die den Film bis heute herausragen lässt.

Star Wars – wie klingt ein Heldenepos im Weltraum?

Die Filmreihe Star Wars gehört mit zu den am meisten zitierten Filmen, wenn von John Williams gesprochen wird. George Lucas hat sich mit seinem Werk in die Geschichtsbücher der Filmgeschichte geschrieben, während John Williams einmal mehr durch seine Musik den Filmen mehr Bedeutung zuschreibt als sie ohne sie erlangt hätten.

John-Williams_George-Lucas

Ein weiterer Erfolgsregisseur, der Williams vertraut: George Lucas

Die Leitmotivtechnik, die Williams bei Star Wars einsetzt, ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr neu. Die schon von Richard Wagners Musikdramen bekannte Technik, die Charakteren oder  Handlungssträngen eigene musikalische Motive zuordnet, wurde schon in der Zeit des Stummfilms zur musikalischen Untermalung der Filme verwendet. Williams nutzt diese Technik, um den Helden und ihren Widersachern des Epos eigene musikalische Themen zuzuordnen, die sich während der Geschichte anpassen und verändern. Luke Skywalker, Prinzessin Leia, die „Macht“, Darth Vader oder das Imperium erhielten passende Motive oder kurze Tonfolgen, die den Bildern unterlegt wurden und sofort den Hörer musikalisch auf das stoßen, was anschließend gezeigt wird.

Die Fanfare aus Star Wars (das „Star Wars Thema“) und der bedrohlich wirkende Imperial March dürften zu den Stücken gehören, die jeder Kinogänger im Ohr hat, sobald der Name „Star Wars“ auch nur erwähnt wird. Während das Star Wars Thema ähnlich wie das Hauptthema aus Indiana Jones heroisch und strahlend in Dur erklingt, setzt der düstere Imperial March als das auskomponierte Böse ganz andere Akzente. Das Spiel mit Chromatik und dem Wechsel von großen und kleinen Terzen als wesentliche Intervalle des Moll-Themas zeigt, mit welchen einfachen Mitteln John Williams arbeitet, um Spannung zu erzeugen. Auch George Lucas’ Schnitte und Übergänge bei Star Wars profitieren von kleinen Tonfolgen, die diese unterstreichen.

John-Williams_Imperial March Thema

Die Vertonung des Bösen: Für den Imperial March greift Williams neben einer typischen Marschrhythmik auf das Wechselspiel von großen und kleinen Terzen sowie Chromatik zurück. Mehr braucht es nicht für einen Hit der Filmmusik.

Dem eigentlich geräuschlosen und kalten Weltall wird durch die Musik von John Williams ein Kontrapunkt gesetzt, der sich an den Hörer anschmiegt. Trotz Laserwaffen, Robotern, Raumschiffen, Droiden und fremden Welten klingt alles vertraut. Man darf nicht vergessen, dass zwischen der bemannten Mondlandung 1969 und dem ersten Teil der Star Wars-Reihe „Krieg der Sterne“ nur knapp acht Jahre lagen und die Vorstellung, die Menschen vom Weltall hatten, in der Regel durch Fernsehserien wie Raumschiff Enterprise oder Raumpatrouille Orion geprägt wurden. John Williams setzt lieber auf Vertrautes wie das Orchester als auf kühle Synthesizer-Klänge oder Geräuschkollagen. Das passt auch besser zur Geschichte, denn George Lucas knüpft schließlich bei seinem Epos ebenfalls eher an weltliche Dinge an, die dem Kinogänger vertraut sind: Nicht allein die Technologie und das Weltall stehen im Vordergrund, sondern eine Geschichte rund um Gut und Böse, Religion, eine Liebesgeschichte, Familie, Freundschaft. Dies sind die Motive, die Williams für die Filmmusik nutzt.

Bei einem Blick auf den Alien Soundtrack von Jerry Goldsmith aus dem Jahr 1979 wird das besonders deutlich. Hier wird Weltraum und Bedrohung anders definiert: Dissonante Flächen vom Orchester, dunkle und sehr bedrohliche Klänge mischen immer wieder den Score auf. Echo und Hall schaffen symbolisieren Weite. Der Nachfolger „Aliens“ (1987) wurde von James Horner vertont. James Horner betont noch viel mehr das Technologische und Abstrakte. Das Orchester und Synthesizer erzeugen Geräusche, Dissonanzen und das Melodische tritt noch weiter zurück als beim Vorgänger. In den folgenden beiden YouTube-Ausschnitten der Eröffnungssequenzen kann man das schön miteinander vergleichen:

Zieht man wiederum einen Vergleich zu aktuelleren Filmen mit Weltraum-Thematik, käme man wieder zu einem anderen Ergebnis: Mehr Synthesizer, mehr Effekte. Das braucht es auch, denn Filmschnitte sehen heute komplett anders aus als noch in den 1970er oder 1980er Jahren. Das Tempo ist ein anderes und nicht immer findet ein ausgedehntes Orchesterarrangement Platz in dem Film.

John Williams gehört hingegen zur „alten Garde“ und Synthesizer oder andere elektronische Musikinstrumente setzt er sehr selten bis gar nicht ein. Das Orchester bleibt sein Metier und in Steven Spielberg hat er einen großen Unterstützer dieser Haltung gefunden. Hier unterscheidet er sich deutlich von jüngeren Komponisten.

Leitung des Boston Pops Orchestra

John Williams Arbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Komposition von Filmmusik. Auch zeitgenössische Werke der Orchester- und Kammermusik oder Fanfaren für mehrere Olympiaden entstammen seiner Feder und seine Tätigkeit als Dirigent nimmt einen großen Teil seiner Lebensarbeitszeit in Anspruch. Viel mediale Aufmerksamkeit bekam John Williams als Nachfolger des legendären Arthur Fiedler als Leiter und Dirigent des Boston Pops Orchestra. Fiedler hat viel dafür getan, die Orchestermusik populär zu machen und zu halten. Williams ist in große Fußstapfen getreten, zugleich hat die Fachpresse die Entscheidung, ihn als Nachfolger von Fiedler zu berufen, begrüßt. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Bekanntheit von John Williams sich gut mit der Berühmtheit des Boston Pops Orchestra verträgt. Von 1980 bis 1993 war Williams Dirigent der Boston Pops und wird seitdem als Ehrendirigent geführt. Zahlreiche CDs und Kompositionen speziell für das Orchester sind Resultat dieser Arbeit. Natürlich haben die Boston Pops auch Williams Filmmusikwerke aufgeführt. Ein schönes Beispiel mit der Filmmusik zu „Harry Potter und der Stein der Weisen“ inklusive Erklärungen von Williams persönlich findet sich erneut auf YouTube:

John Williams – 88 Jahre und kein bisschen leise

Anfang Februar 2020 wurde John Williams 88 Jahre alt. Statt seit Jahren den Ruhestand zu genießen, wird es um den umtriebigen Komponisten und Dirigenten überhaupt nicht leise: Kurz vor seinem 88. Geburtstag dirigierte er im Januar 2020 die Wiener Philharmoniker bei ihrem „A Tribute to John Williams“ Konzert mit Anna-Sophie Mutter als Solistin an der Violine. Das Programm war ein „Best of John Williams Movie Themes“. Kein Hit wurde ausgelassen. Die Presse überschlägt sich in ihren Rezensionen und stellt Williams als Gott der Filmmusik dar:

„Kaum betritt er die Bühne, reißt es die Fans von den Sitzen; und diese Bewunderer stehen im Laufe der nächsten zwei Stunden fast öfter auf, als dies bei einem Gottesdienst Sitte ist.“, schreibt Christoph Irrgeher in der Wiener Zeitung.

Sein Kollege Stefan Ender titelt im „Der Standard“ sogar:

„Besuch vom lieben Gott [..]Stehend dargebrachte Jubelchöre schon beim ersten Auftritt: wie wenn Gott von irdischen Jüngern empfangen wird. Aber es stimmt ja auch: Lieb ist der herzensgute John Williams auf jeden Fall, und ein Gott der Filmmusik ist er auch.“

Auch in Sachen Filmmusik sorgt Williams weiterhin für den passenden Ton zu den Leinwandbildern: Ob es der letzte Star Wars-Film 2019 war oder Steven Spielberg-Film „Die Verlegerin“ (2017), John Williams hat genug zu tun und musste deshalb sogar die Mitarbeit an Spielbergs Film „Ready Player One“ aus Zeitgründen an Alan Silvestri abtreten.

Fazit

John Williams gehört zu den größten Filmkomponisten des 20. und 21. Jahrhunderts. Sein musikalisches Schaffen hat ihn zu einer Kultfigur der Filmmusik gemacht, dessen Werk von Generationen von Kinogängern gehört und gefeiert wird. Dass John Williams auch mit 88 Jahren noch nicht an den Ruhestand denkt, zeigt seine große Leidenschaft für die Musik und das Genre Filmmusik. Freiwillig gibt er den Taktstock nicht ab und begeistert stattdessen seine Fans auf der ganzen Welt mit dem Dirigat seiner eigenen Musik.

Forum
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    iggy_pop  AHU

    Ist John Williams nicht auch dadurch bekannt geworden, daß er — im Gegensatz zu seinem Kollegen Morricone — Synthesiser verteufelt und verabscheut wie der Teufel das Weihwasser?

    Oder verwechsle ich ihn mit einem Kollegen? Jerry Goldsmith wird es nicht gewesen sein, denn der arbeitete doch mit Elektronik…

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        iggy_pop  AHU

        Das weiß ich nicht… so gut bin ich mit seinen Soundtracks nicht vertraut.

        Ich weiß nur, daß ich seinerzeit ziemlich erstaunt (und auch ein wenig empört) war, daß er sich dermaßen abfällig über elektronische Instrumente äußerte. Da waren mir seine Filmmusiken allesamt viel mehr zu sehr Gefiedel und Getröte.

        Aber — wie gesagt — es kann auch jemand anderes aus der Hollywood-Abteilung gewesen sein und ich tue John Williams hier Unrecht. Vielleicht war es auch ein Interview mit Hans Zimmer…

        Wenn jemand da mehr weiß: Gerne her damit.

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          nativeVS  AHU

          Bie Close Encounters gab es ja einen SY-2 und ARP2500 im Film, also versteh ich jetzt nicht wieso sich die meinung so geaendert haben soll, um dann schlussendlich bei A.I. doch andauernd synth parts im hintergrund zu haben.

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            iggy_pop  AHU

            Die Geräte waren Staffage, die waren da nicht zu hören — das sah nur wichtig aus als Deko und als Product Placement: Oboe und Tuba im Dialog mit dem Raumschiff, und am 2500 rennen die Lämpchen über den Sequenzer, und die Tasten gehen wie von Geisterhand gedrückt nach unten.

            Ich höre in dieser Filmmusik nur Großorchestrales.

            Bei vielen Filmmusiken ist es Gang und Gäbe, daß das orchestrale Leitmotiv von einem namentlich im Vordergrund stehenden Komponisten geliefert wird, während andere Passagen — z. B. rein elektronische — von anderen Zulieferern kommen: Bei „Zurück in die Zukunft“ sind sämtliche elektronischen Klangeffekte von Michael Stearns und Craig Huxley beigesteuert worden, was aber nicht in den Credits steht.

            Je mehr ich hier lese, desto sicherer bin ich, daß John Williams mit Synthesisern nichts am Hut haben wollte, weil böse und kein Musikinstrument und dergleichen.

            Muß ich mal raussuchen.

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              nativeVS  AHU

              Ich kann mir schon gut vorstellen, dass Williams sowas gesagt oder zumindest angedeutet hat, aber fakt ist dass A.I. von vorne bis hinten mit synths zugezimmert ist. Angeblich wurde sein sohn auch hin und wieder um rat fuer keyboard parts herangezogen.

              In der grossen ARP doku von Alex Ball, erwaeht David Friend glaub ich die geschichte des 2500 in Close Encounters; den SY-2 hoert man aber definitiv wenn er angespielt wird.

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                iggy_pop  AHU

                Kommt in der Doku auch vor, daß der komplette 2500 (bis auf das spezielle Gehäuse) beim Ramschverkauf im Filmstudio irgendwann mal für 150 Dollar vertickt wurde?

                Irgendein Mitglied der Analogue Heaven Mailinglist hat das Teil bei sich zuhause stehen.

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                    iggy_pop  AHU

                    Im Prinzip haben sie das auch — mit dem Verkaufserlös könnte man heute ein Start-Up-Unternehmen ganz gut an den Start bringen.

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      Markus Galla  RED

      In der Tat ist es so, dass er mit Synthesizern nichts anfangen kann. Er steht für Orchestermusik und dirigiert alles selbst. Die Musik entsteht auf einem Flügel in seinem Büro. Ob er nun in irgendeinem Interview Synthesizer verteufelt hat, weiß ich nicht. Ich habe bei der Recherche nur immer wieder gelesen, dass er sich selbst als Orchester-Komponist sieht und nichts anderes machen möchte.

      Der Hinweis, dass oft zusätzliche Musik von anderen Komponisten oder Assistenten beigesteuert wird, ist richtig. Sehr zum Nachteil von Hans Zimmer, der zum Beispiel für keines der international bekannt gewordenen „Fluch der Karibik“ Themen verantwortlich war. Auch hier war es Assistent Klaus Badelt, der die beiden bekannten Themen, die im Prinzip jedes Kind pfeifen kann, komponiert hat. Bei John Williams wird es bei einigen Filmen garantiert auch der Fall sein. Bei der Auftragsdichte und wenigen Zeit, die den Komponisten zur Verfügung steht, geht das auch gar nicht anders. Oft bleiben dann die Temp-Tracks auch einfach an einigen Stellen im Film, was damit zu tun hat, dass die Regisseure und Produzenten sich mit der Zeit an diese gewöhnt haben und ohnehin Musik verlangen würden, die genau so klingt wie der Temp-Track (siehe Morricone Artikel).

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        nativeVS  AHU

        Das mit assistenten ist im film geschaefft aber auch schon seit eh und je zu gebe. Jerry Goldsmith war wahrscheinlich mit der erste der damit relativ offen umgegangen ist. John Barry hat auch ab den 80ern immer mehr auf assistenten zurueckgegriffen um einiges an laestiger arbeit zu uebernehmen (vor allem haeufiger synth parts beizusteuern und fuer die orchester sessions vorzubereiten).
        Bei Williams ist ja auch bekannt, dass er fuer den zweiten Harry Potter nur die zwei neuen Themen geschrieben hat (und dabei ist ‚Fawkes the Phoenix‘ ja eigentlich nur von Puccini abgeschrieben); Conrad Pope und William Ross haben aus dem vorhandenem material den soundtrack zusammengetragen, letzerer war auch der Dirigent der aufnahmen, da JW andererseits beschaeftig war (Spielberg und Lucas haben halt vorrang).

        Bei Fluch der Karibik wird es wahrscheinlich sehr schwer nachzuvollziehen sein wer in wie weit fuer die beruehmten Themen verwantwortlich war. Bei den Print veroeffentlichungen von ‚He’s a Pirate‘ war es glaub ich Badelt, Djawadi, Zanelli, Zimmer und ein fuenfter die dort als komponisten angegeben werden; und Zimmer selbst hat in mehreren interviews angedeutet, dass Djawadi sehr fuer das arrangement der verschiedenen ideen und dem daruas beruehmt gewordenem Hauptthema verantwortlich war (und von dem zeitpunkt an auch Badelt’s assistent wurde).

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          Rhett Butler

          Zitat: „Das mit assistenten ist im film geschaefft aber auch schon seit eh und je zu gebe. Jerry Goldsmith war wahrscheinlich mit der erste der damit relativ offen umgegangen ist.“

          Ersteres stimmt, letzteres sicher nicht. Seit Anbeginn von Hollywood war das nie ein Geheimnis. Früher nannte man diese Assistenten „Orchestrators“, und die Großen der Branche hatten Ihre Stamm-Orchestratoren (Max Steiner mit Hugo Friedhofer und später Murray Cutter, Jerry Goldsmith mit Sandy Courage, Alfred Newman mit Edward Powell usw. usw.). Die manchmal geäußerte Kritik, das sei kein „richtiges“ Komponieren, geht natürlich vollkommen fehl, denn zum Einen haben die (guten) Komponisten ihren Assistenten sehr detaillierte Anweisungen gegeben was zum Anderen dazu führt, daß Ihre Handschrift und „Autorschaft“ unmißverständlich erkennbar ist und bleibt.

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        TobyB  RED

        Du meinstest den Satz über Zimmer und Badelt sicher andersrum. Sonst würden Hans Zimmers Bleeding Hands aka Assis keinen Sinn ergeben.

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          Markus Galla  RED

          Es ist wohl in der Tat so, dass der eigentliche Komponist der beiden berühmten Themen Klaus Badelt ist. Er war erst Praktikant und dann Assistent für Zimmer. Badelt hat auch viel als „Ghostwriter“ gearbeitet. Ich vermute, dass bei der GEMA stets alle an „Fluch der Karibik“ beteiligten Komponisten eingetragen sind. Hans Zimmer ist bekannt dafür, dass er unbekannten Leuten (sogar Autodidakten) eine Chance gibt. Es ist Spekulation meinerseits, weil ich es nicht recherchiert habe, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Credits und Tantiemen geteilt werden, unabhängig davon, wer der tatsächliche Komponist war, und die Assistenten dafür mit dem Namen Zimmers für sich werben dürfen. Außerdem sind sie so mehr als ein „Ghostwriter“, der nie in Erscheinung tritt und im Falle von Preisvergaben natürlich auch nicht berücksichtigt würde. Im Falle der beiden berühmten Themen sind bei der GEMA zwar Zimmer und alle Assistenten als Komponisten genannt, auf der CD-Veröffentlichung und von mir gekauften Noten steht aber ausschließlich Klaus Badelt als Urheber.

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      dAS hEIKO  AHU

      Ich glaube nicht, dass Williams da eine Aversion hat. Schließlich sind sämtlichste Instrumente im berühmten Cantina-Song entweder stark verfremdet oder gleich mit einem Synth eingespielt worden.
      er kommt halt einfach aus der Klassik. Und wenn er nicht mit Samplebibliotheken arbeitet wie der Zimmer, dann nur, weil er es eben gleich mit nem richtigen Orchester macht, weil ers kann. ;-)

      Aber ich könnte mir vorstellen Du meinst „einen gewissen“ Maurice Jarre. Und da sollte es spätestens beim Nachnahmen klingeln. Er hat 3 Oscars, 4 Globes und ettliche weitere Nominierungen zum Beispiel für „Der letzte Zeuge“, „Gorillas im Nebel“ oder „Ghost-Nachrichten von Sam“ auf seiner Liste.
      Aus Erster Ehe wurde 1948 Jean Michelle Jarre geboren, der in den 70ern die elektronische Musik masgeblich mitgestaltet hat und bis heute Beeinflußt. Maurice Jarre hat das bis zu seinem Tod 2009 kategorisch abgelehnt.

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        AQ  AHU

        Tja, Du hast recht, da gibt es noch die berühmten Nachkommen. Mal Joseph Williams googeln. Da kommt dann unter Anderem auch der Name Toto ins spiel ;-)

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    gaffer  AHU

    Ich weiss nur, dass jedes mal, wenn ich das Harry Potter Thema von ihm höre ich denke: da hat einer die genaue Tonfolge eines Tschaikowski Themas vergessen, weiss aber nicht, worauf ich das assoziiere. Schwanensee evtl.? habe bis heute nicht verglichen.

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      nativeVS  AHU

      Der B-Teil (oder C-Teil, je nachdem wie man es sieht), auch hin und wieder als ‚Mischief Theme‘ bezeichnet, erinnert doch etwas stark an ‚Danse des petits cygnettes‘ ansonsten wurde ‚Hook‘ sehr stark reyclet. Williams schaut halt doch sehr gerne auf die meister der Spaetromantik, und seit den 90ern bedient er sich doch sehr stark dem Minimalismus (aber mehr im stile von John Adams als Steve Reich).

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        TobyB  RED

        Die Art und Weise wie Hollywood klingt, geht auf Erich Wolfgang Korngold zurück. Dieser beeinflusste auch Williams. Korngold hat mit seiner Arbeit und Werk die Maßstäbe gesetzt. Die auch heute noch gelten.

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          iggy_pop  AHU

          Und ich dachte immer, Ferde Grofé sei derjenige gewesen, der den Sound von Hollywood ursprünglich (mit)geprägt hat. Grofé und — im weitesten Sinne — Gustav Holst.

          „In der Tat ist es so, dass er mit Synthesizern nichts anfangen kann. Er steht für Orchestermusik und dirigiert alles selbst.“

          Danke, dann hatte ich das also richtig in Erinnerung.

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            TobyB  RED

            Ferde Grofe ist dann eher der Gegenpart zu Korngold. Den großen Teils seines Schaffens hat er für Gershwin arrangiert. Ich würde meinen ganz andere Schule. Aber nicht minder spannend. Ich würd den eher in die Richtung Jazz und Big Band Sound packen. Typisch für Grofe waren sein Humor, auf die pfeifende Fahrradpumpe muss man erstmal kommen. Teilweise hat seine Musik was von Foley Art. Mir fällt da nichts besseres ein, das klingt so wie wenn einem Keystone Cop eine Torte ins Gesicht klatscht. Oder wenn Olli (Laurel & Hardy) die Leiter runtermacht, Aua ruft und das Xylophone dazu rhythmisch begleitet.

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          Rhett Butler

          Nein, das geht zurück auf Max Steiner, der Jahre vor Korngold die Maßstäbe gesetzt hat und seinerseits von Richard Wagner inspiriert wurde.
          Jerry Goldsmith kommentierte die Meilensteine, die Max Steiner setzte, einmal so: „I do what I do because of him“.
          Korngold hatte überhaupt nicht die Ambition, eine „neue Kunstform“ zu entwickeln, sondern betrachtete Filmmusik eher als „notwendiges Übel“ zum Geldverdienen.

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            TobyB  RED

            Danke für die Info. Ich für behaupten Korngold hatte die besseren Publizisten. ;-) Ich habe im Schrank zwei DVDs zum Thema Soundtrack und Max Steiner kommt trotz wesentlich grösserer Erfolge nur am Rande vor.

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              Rhett Butler

              Korngolds Vorteil war, daß er aus der „ernsten“ Musik kam*. Genauso wie die damaligen Kritiker, die alles andere nicht gelten ließen. In der jüngst erschienenen Biographie von Max Steiner von Steven Smith wird sehr anschaulich beschrieben, wie Steiner 1943 ein Konzert mit den New Yorker Philharmonikern gab und von den Orchester-Musikern geradezu gemobbt wurde – wie man es heute nennen würde.
              Oder in den Worten von Andre Previn: „Viel klassische Musik gemacht zu haben, ist respektabel, ja bewundernswert. Viel Jazz gespielt zu haben, ist ok, aber weniger bewundernswert. Aber Filmmusik zu machen, das ist, wie wenn man eine stadtbekannte Prostituierte wäre“.

              *Natürlich hatte auch Steiner eine fundierte „klassische“ Ausbildung, aber anders als Korngold hatte er sich vor seiner Hollywood-Karriere am Broadway etabliert und nicht im Konzertsaal.

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                Markus Galla  RED

                Die Wahrheit liegt wahrscheinlich dazwischen. Es gibt Leute, die beziehen sich auf Steiner, andere auf Korngold. Der nächste Filmmusik-Komponist dieser Reihe sollte sich sogar als Vorgabe für eine seiner Filmmusikkompositionen an Korngold und Williams orientieren. :-)

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    Tyrell  RED 13

    Das 1978 erschienene LP-Doppelalbum zu STAR WARS, war mein Einstieg in die Filmmusik und lief bei mir (gerade mal 14) rauf und runter – so lange, bis ich zwei Jahre später eine neue Version kaufen mußte, weil das Original knisterte wie ein Lagerfeuer. Klar hörte ich auch Pop- und Rock-Musik, aber meine wahre musikalische Vorliebe waren von da ab Williams, Goldsmith und Horner. Von JW kaufte ich am Ende alles was er auf den markt brachte. heute würde man mich wohl als Fanboy bezeichnen. Selbst seine Serie mit den Boston Pops, auf denen fast nur Märsche zu finden waren, landeten in meinem Plattenschrank.
    Rückblickend sind meine TOP LW Alben:
    Fiddler Ion The Roof, Star Wars IV und V, ROTLA und Schindlers List.
    Soeben habe ich mir sein Live-Konzert zugelegt, dass er Anfang 2020 gab in Wien, zusammen mit Ann-Sophie Mutter. Leider passt ASM nicht wirklich zu jedem Stück. Manchmal wirkt das ein wenig gequält, wenn so manche Partitur für Solo-Violine adaptiert wurde. Aber zum Glück tritt sie nur zur Hälfte des Konzerts auf. Aber was weiß ich schon… bin ja nur ein Fanboy :)

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      nativeVS  AHU

      Schoene auswahl, aber man wird doch wohl noch die daemlichen nummern weglassen duerfen: also Star Wars und Empire Strikes Back.
      Immer nachdem ich eine liste an lieblings Williams Scores zusammentrage faellt mir ein was vergessen zu haben, aber ich versuch es mal in alphabetischer reihenfolge: A.I., Catch Me If You Can, Close Encounters, Empire Strikes Back, Family Plot, Harry Potter 3, Last Crusade, Minority Report, Raiders, Saving Private Ryan, Schindler’s List, The Post.
      Da faellt mir stark auf, dass ich grosser fan seiner minimalistischen arbeiten (im Adams/Glass/Reich/Riley stil) bin. Vielleicht sollte demnach aufgrund Rey’s Theme Force Awakens auch noch auf die liste.

      Nachtrag:
      Zum Thema synths in Williams scores fiel mir jetzt beim hoeren von The Post erstmal die klappe runter, das ist ja auch komplett zugezimmert; hatte ich ja garnicht mehr so in erinnerung.

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      AQ  AHU

      Hallo Peter
      Danke für Deinen Kommentar. Wohltuend, dass mal über den Musiker gesprochen wird und nicht ob er dieses oder jenes Instrument „nicht“ mag. Mit, ich glaub, 47 Oscar Nominationen ist er vermutlich der erfolgreichste (und für mich auch der beste) Komponist der letzten 100 Jahre. Oder um es allgemeiner auszudrücken, er gehört zu den 20 besten Komponisten überhaupt (Bach, Mozart und Wagner eingeschlossen).
      Interessiert es da, ob er weiss was ein Oberheim oder so ist?
      Übrigens hat sich noch jeder Komponist von Vorgängern inspirieren lassen. Letztlich gibt, es rein Mathematisch, keine Tonfolge, welche nicht schon ausprobiert wurde.
      LG

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        nativeVS  AHU

        Ich glaube stochastisch gibt es seit Bach keine kurzen tonfolgen mehr; wenn man was zum abschreiben sucht findet man dort reichlich.
        Das mit einer der besten Komponisten der letzten 100 jahre, wuerde er selbst wahrscheinlich andauernd bestreiten und Stravinsky dem vorrang geben.

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