Interview: Jack O’Donnell from InMusic, AKAI, Numark, Alesis & more

Peter:
Wie hast du schließlich Numark aus den roten Zahlen geführt?

Jack O’Donnell:
Schau dir doch die Probleme von Numark an, es waren hauptsächlich Produktionsprobleme. Sie hatten die Produktion von Japan nach Kalifornien verlagert und ich wusste, dass dies nicht der richtige Schritt war und wir wieder nach Asien zurückgehen sollten. Dort hat es einfach erfolgreich funktioniert. So habe ich die Produktion in Kalifornien geschlossen und sie nach Asien zurück gebracht.

Peter:
Also ging es am Ende darum, die Kosten für die Produktion zu reduzieren.

Jack O’Donnell:
Ja klar, das war auch der Punkt, weshalb Numark finanzielle Probleme bekam. Sie machten ein paar erheblich falsche Geschäftsentscheidungen. Ich kaufte also die Firma und entwickelte neue Produkte.

Peter:
Dein nächster großer Schritt war dann im Jahr 2001 die Übernahme von Alesis. War das mehr Strategie oder ein glücklicher Zufall, dass du Alesis übernehmen konntest?

Jack O’Donnell:
Mein Plan war es, eine Firma zu erwerben, die mehr im Ingenieur-Bereich zuhause war. Außerdem war Numark fast komplett in Asien und ich wollte mehr in USA tätig sein. Alesis war dazu ein starker, etablierter Markenname mit hohem Wiedererkennungswert am Markt. Ich habe mir die Firma also ganz genau angesehen und vor allem hatten sie einen starken Ingenieurs-Background, der mir eben wichtig war. Damit konnte man Dinge mit Alesis ganz anders umsetzten als mit Numark.

Peter:
Und das war damals dann auch die richtige Entscheidung?

Jack O’Donnell:
Es war definitiv die richtige Entscheidung, da ich mich nun mehr auf die Entwicklung und das Ingenieurwesen konzentrieren konnte.

Peter:
Mit vielen seiner Produkte hat Alesis Musikgeschichte geschrieben. Wie war das damals möglich, dass Alesis einfach zum Verkauf stand?

Jack O’Donnell:
Sie haben einfach nicht weit genug in die Zukunft geschaut. Ihr größter Erfolg war Anfang der 90er Jahre die Entwicklung von ADAT (Alesis Digital Audio Tape), einem digitalen Mehrspur Bandgerät.

Peter:
Ganz klar!

Jack O’Donnell:
Die haben ungeheuer viel Gewinn damit gemacht. Aber leider haben sie einzig und alleine auf ADAT gesetzt. Wie immer in der Geschichte, verändern sich die Dinge und neue Technologien kommen auf den Markt. Die Leute fingen an, mehr Computer-gestützte Produkte zu kaufen. Alesis war eine großartige Firma, hatten aber irgendwann mehr Ausgaben als Einnahmen. Als sich ADAT nicht mehr gut verkaufte, war das für die Firma ein Schock.

Alesis Andromeda A6

Peter:
Einige Produkte, für die Alesis heute auch noch bekannt sind, gibt es ja leider nicht mehr. Zum Beispiel den Analogsynthesizer Andromeda A6, damit war Alesis seiner Zeit weit voraus.

Jack O’Donnell:
Die Produkte waren nicht mehr gewinnbringend. Der Synthesizer-Markt blieb damals einfach stehen. Heute wissen wir, dass dieser spezielle Liebhabermarkt wieder stark zugenommen hat. Wir haben aber ein Auge drauf, wie und ob wir ihn für uns wieder entwickeln können. Damals mussten wir bei Alesis erst einmal neue Einnahmequellen finden, das hatte ALESIS zuvor vollkommen verschlafen. Nach ADAT galt es, eine neue Linie finden und neue Dinge entwickeln, was wir auch taten.

Peter:
Momentan sehen wir mit AMAZONA.de ein riesiges Comeback analoger Klangerzeuger. Behringer, Korg, Yamaha und wie sie alle heißen, beginnen nun wieder, Analogsynthesizer herzustellen. Wäre es denn für Alesis, die mit dem Andromeda einen der besten Analogsynthesizer aller Zeiten entwickelt haben denkbar, ebenfalls wieder in diesen Bereich einzusteigen?

Jack O’Donnell:
Ich weiß, der Markt bettelt förmlich nach einem neuen Analogsynthesizer von Alesis.

Peter:
Absolut!

Jack O’Donnell:
Wir wollen natürlich die Wünsche unserer Kunden erfüllen, aber wir müssen es richtig machen und auch zum richtigen Zeitpunkt. Die Technologie, die damals beim Andromeda zum Einsatz kam, gibt es so nicht mehr. Also müssen wir ganz von vorne anfangen. Dieser Prozess ist sehr aufwendig, wir wollen mit etwas auf den Markt kommen, was auch die Qualität eines Andromeda hat und nicht nur einfach seinen Namen verwenden.

Peter:
In Deutschland gibt es ja jeder Jahr die Superbooth. Die Firma InMusic war letztes Jahr auch dort und hat den neuen Akai MPC präsentiert. Wir als Magazin hatten einen extrem modifizierten Alesis Andromeda am Stand, der enorme Beachtung fand. Das Potential für einen neuen Andromeda scheint also entsprechend groß zu sein.

Der Alesis Andromeda von AMAZONA.de 2017

Jack O’Donnell:
Ja, das stimmt! Aber wir wollen alles richtig machen, bevor wir einen neuen Andromeda auf den Markt bringen.

Peter:
Lass uns noch über Akai Professional sprechen. Ich selbst war Marketing-Manager bei Akai Professional, als der S3000 auf den Markt kam, schließlich kaufte Numark AKAI PROFESSIONAL soweit ich das in Erinnerung habe, korrekt?

Jack O’Donnell:
Fast, nicht die Firma Numark alleine, sondern meine Unternehmensgruppe kaufte damals Akai Professional. Die Gruppe firmiert unter dem Namen InMusic.

Peter:
Plötzlich gab es auch Gitarreneffekte von AKAI PROFESSIONAL.

Jack O’Donnell:
Das war vor meiner Zeit, aber wir haben damit weitergemacht und letztendlich eine ganz neue Linie daraus entwickelt. Die nannte sich dann Akai Headrush.

Peter:
Genau, ich erinnere mich daran. Hat AKAI PROFESSIONAL als Hersteller von Gitarreneffekten funktioniert?

Jack O’Donnell:
Nicht mit den alten Produkt, aber wir haben die Linie weiterentwickelt.

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Um ein Paar Ecken rum könnte er aber glatt verwandt sein mit Uli Behringer… optisch meine ich.

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      Hmmm, für mich liest sich das nicht unbedingt nach „demnächst“…. stehen ja nicht mal wirklich in den Startlöchern der Entwicklung (wenn man der Aussage 1:1 Glauben schenkt).

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    Kompliment , dass Ihr den Herren vors Mikro/Bildschirm bekommen habt. Leider nix wirklich Neues. Da ich ihn nicht kenne kann ich nicht beurteilen wie der gute Mann menschlich so drauf ist. Roger Linn hat da aber eine ganz klare Meinung dazu :D

    https://www.youtube.com/watch?v=jdMRxUC77RQ

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      Jo, letztens auch gesehen. Da wurde mal in ’nem anderen Kontext ein Link dazu gesetzt. Wenn das stimmt, was Linn da sagt, dann wirkt das eher, äh, satrisch, was O’Donnell da so zur Verbundenheit zu seinen Ingenieuren da von sich gibt.

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        Tyrell  RED 3

        Ich halte nichts davon, Meinungsbildung auf diese Art zu betreiben und würde mir hier wünschen, dass Quellen nicht so lapidar zitiert werden. So was endet schnell in Bashing.

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      Tyrell  RED 3

      Mr. Linn ist aber ein ganz eigenes Kaliber und ist auch wegen eines kritischen Testberichts gegen uns (zum Glück vergeblich) zu Felde gezogen. Und das meine ich wortwörtlich. Herrn Linn zu zitieren halte ich deshalb gelinde gesagt für sehr fragwürdig.

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        AMAZONA Archiv

        Jo, vielleicht sollte man die Schablone der Voreingenommenheit mal wegpacken (kreativer Entwickler contra knallharten Businessmann – gern gesehene Stereotypen). Linn scheint es jedenfalls (auch) faustdick hinter den Ohren zu haben.

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          Dirk Matten  RED

          Auch ich habe zur Zeit meiner Firma meine Erfahrung als Generalimporteur für Linn Produkte mit Herrn Linn gemacht: 49 nicht richtig funktionierende Linn 9000 im damaligen Gesamtwert von DM 1.102.500,- (die erste Ziffer bedeutet Million) mit der Rechtsgrundlage, dass der Endverbraucher den Kaufvertrag wandeln konnte. Die Bezahlung meiner letzten Rechnung hatte ich dann von der Lieferung einer funktionierenden Software abhängig gemacht, die jedoch nie eintraf, dafür hat er mich aber auf einer Sommer NAMM Show angeschriehen und vom AKAI PROFESSIONAL Messestand geworfen. Natürlich – immer die anderen.
          Ich denke, wir sollten das Thema beerdigen. Danke.

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            AMAZONA Archiv

            Na da wirds doch richtig interessant. Hat Mr. O‘donell anscheinend seine Gründe gehabt mit Roger Linn zu brechen. Unabhängig davon ist doch spannend, wenn es mal ein paar Hintergrund Infos gibt. Ist halt anscheinend nicht nur heile Welt, sondern knallthartes Business.

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        Hinzu muss ich sagen, dass ich weder auf der einen noch auf der anderen Seite stehe. Im Grunde sind mir beide Herren ziemlich egal. Und ob ein Zitat fragwürdig ist finde ich komisch…ich zitiere nur und spiegelt ja nicht meine Meinung wieder. Die Menschen sind schon noch selbst für Ihre Ausagen verantwortlich. Und hiermit klinke ich mich aus, da dieses Thema wohl für Einige (scheint mir zumindest so) etwas zu emotional ist.

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    drbach  

    „Die Technologie, die damals beim Andromeda zum Einsatz kam, gibt es so nicht mehr“… kann ich nicht nachvollziehen, die ASICS liessen sich bestimmt nach den vorhandenen Plänen neu produzieren. Ich habe nie begriffen, wieso Alesis die Andromeda-Kernstücke (eben die ASICS) nicht in verschiedenen Produkten (verschieden gross, verschiedene Budgets) -> 8 Stimmen, Monophon, Rack, Desktop, mit wenig Bedienelementen etc. vermarktet hat, wäre ein grosses Potential gewesen. Dave Smith hat das ja mit seinen Produkten auch gemacht, grosse Produktpalette basierend auf dem gleichen Kern. Jeder kann das kaufen, was nach seinen Bedürfnissen und/oder Budget passt, der Hersteller kann die Entwicklungskosten auf eine breite Palette an Produkten verteilen.

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      stipisic

      „die ASICS liessen sich bestimmt nach den vorhandenen Plänen neu produzieren“…
      Es gibt Technologie-Nodes, die eingestellt werden. Wenn die ASICs mit so einem Node produziert wurden, gibt’s keine ökonmisch sinnvolle Möglichkeit, die wieder zu beziehen. Ausser man macht ein komplettes Redesign auf einen aktuellen Node, aber das kost halt teuer Geld…

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    AMAZONA Archiv

    Wo ich seit Jahren einen überraschend großen Wachstumsmarkt sehe, ist im Vinylmarkt – und damit einhergehend vermutlich auch dieser gesamte, ich nenne ihn mal – HiFi Consumer Sektor. Die Company wird vermutlich darauf seit einigen Jahren schwerpunktmäßig darauf verstärkt ein Auge werfen.

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    Puh, Wahnsinn… sehe gerade auf statista, dass sich allein der Umsatz mit Plattenspielern allein von 2015 auf 2017 fast verdoppelt hat (von 15 Mio. Euro auf 27. Mio. Euro). Also ich würde es schon verstehen, wenn da die Synthesizerentwicklung eher hinten an stehen würde.

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        TobyB  RED

        Hallo Welle,

        ein paar Anmerkungen. Das Vinyl und mittlerweile die MC wieder hip sind, ist nicht unbedingt ein Effekt der digitalen Spaltung Deutschlands in Highspeed und 56K Modem. Und bezogen auf den Mobilfunk, Netzausleuchtungsatlas mit weißen Löchern. Sondern eher, dass Musiker am Streaming nichts verdienen, Indie alles was nicht Mainstream ist. Und das gute alte Cover und Booklet auch in CD geschätzt werden. Und dementsprechend lässt sich damit auch in Kleinauflage Geld verdienen.

        Die Strategie von In Music, sowohl den Consumer Markt und den Profi Markt zu bedienen ist okay, obwohl da mittlerweile auch eine Marktbereinigung stattfindet. Bzw. es einen extrem kostengetriebenen Low End Bereich gibt und entsprechend das Gegenteil. Während sich das dazwischen nach oben oder unten orientiert.

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          AMAZONA Archiv

          Ist die MC wirklich hip?
          Also zumindest was die bespielten MCs anbelangt gibt es da seit Jahhrzehnten einen eindeutigen abwärtstrend.
          http://www.....de/umsatz/
          Im Gegensatz zum Vinyl Album. Singles spielen da auch keine Rolle mehr.

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