Presonus Studio One 4.5 – großes Update der DAW

21. Mai 2019

Über 70 neue Features für Studio One

presonus studio one 4.5

Vorwort

Zwischenzeitlich haben wir unseren Test zur neuen Version 4.5 veröffentlicht, diesen findet ihr hier.

Test: Presonus Studio One 4.5, Digital Audio Workstation

News-Meldung vom 21.05.2019

War Presonus vor einiger Zeit noch fast ausschließlich als Hardware-Hersteller bekannt, hat sich das Unternehmen in kürzester Zeit zum absolut konkurrenzfähigen Software- und vor allem DAW-Spezialisten gemausert. Heute hat Presonus das nächste Update für seine eigene DAW Studio One vorgestellt.

Was ist neu in Presonus Studio One 4.5?

In den gängigen Pressemitteilungen liest man oft: Wir haben auf unsere Kunden gehört und diese und jene Features implementiert. Da macht auch Presonus im Rahmen seiner Studio One 4.5 Update-Meldung keine Ausnahme, doch schaut man sich die über 70 neuen Features und Verbesserungen an, liegt der o. g. Satz keineswegs fern.

presonus studio one 4.5

Den Anfang der Neuerungen macht die Implementierung der Multicore-Optimierung für virtuelle Instrumente. In Studio One 4.5 wurde die CPU-Last bei Verwendung kombinierter virtueller Instrumente in einem Multi-Instrument laut Presonus um 70% für Native Plugins und um etwa 50% für Drittanbieter-Plugins wie Kontakt reduziert. Zudem wurde eine CPU-Optimierung für Mai Tai und Presence XT vorgenommen. Hinzu kommt eine weiter verbesserte Zusammenarbeit zwischen Presonus Hard- und Software.

Die Eingangskanäle der Mixer-Sektion bieten nun ein Software-basiertes Input-Gain sowie einen Parameter für die Phasenlage in jedem Kanal. Und das selbst, wenn die angeschlossene Hardware diese Funktionen gar nicht bietet. Laut Presonus soll es hierdurch sogar möglich sein, den Hardware-Preamp leicht zu übersteuern und dabei den Aufnahmepegel auf der Festplatte passend auszusteuern.

presonus studio one 4.5

Die Bedienelemente für Phasenlage und Gain wurden in jedem Audio-, Instrumenten-, FX- und Bus-Kanal in der Konsole hinzugefügt. Dazu lässt sich die Kanalansicht deutlich flexibler anpassen, je nachdem was man sehen möchte oder eben nicht.

Das Mehrkanal-I/O-Routing der Konsole auf einzelne Quellen/Ziele wurde optimiert und steht nur über einen einzelnen Tastenklick zur Auswahl. Zusätzlich gibt es einen alternativen „Reverse-Sidechain“ und kopierte Plugins bewahren nun ihr ursprüngliches Sidechain-Routing. In der Konsole wurde ein globales Pre-Fader-Metering sowie eine RMS/Peak-Darstellungsoption für alle Kanäle integriert.

Komplett überarbeitet wurde die Anlage von Gruppen. Diese können nun verschachtelt, benannt, farblich gekennzeichnet und per Tastatur-Shortcut aktiviert/deaktiviert werden. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Attribute zur Definition von Bearbeitungs- oder Mischungsgruppen wie Volume, Pan, Mute/Solo und vieles mehr zuzuweisen.

presonus studio one 4.5

Weitere Features sind:

  • Export-Funktionen: Ab sofort können nun Videos in verschiedenen Formaten samt eingebettetem Mixdown exportiert werden. Neu ist auch die Unterstützung für MP3, AAC, ALAC in variablen Bitraten.
  • Noten: Neue Editierfunktionen für Noten wurden zentral angelegt. Das Noten-Aktionsmenü wurde im hinblick auf schnellere Editierung/Komposition überarbeitet und bietet neue Funktionen.
  • Die Verwaltung großer Bibliotheken mit Plugins und virtuellen Instrumenten ist in Studio One 4.5 schneller und einfacher gelöst. Die neue Plugin-Verwaltung kombiniert alle Werkzeuge zur Organisation umfangreicher Ablagesysteme an einer Stelle: Das Ausblenden doppelter Plugins oder Entfernen einzelner Plugins aus der Blacklist ist mit wenigen Klicks erledigt.
  • Audio Batch Converter: Als kostenpflichtiges Extra bietet Presonus den Audio Batch Converter an. Mit diesem können nicht nur Formate (Wav, AIFF, FLAC, Ogg Vorbis, CAF, M4A und MP3) für mehrere Dateien in einem Durchgang konvertiert, sondern auch mit einem beliebigen Effekte (Presonus-eigene und VSTs von Drittanbietern) bearbeitet werden. Ebenso kann auf Wunsch einer von 11 Audioprozessen angewandt werden.

Das alles klingt nach viel neuem. Das Beste: Das Update auf Version 4.5 ist für alle Studio One 4 Besitzer kostenlos.

Forum
  1. Profilbild
    gs06

    Die neuen Funktionen werden sich sicherlich als nützlich erweisen, so dass ich mich über das Update freue. Was ich allerdings noch viel lieber gesehen hätte, wenn die Integration externer MIDI-Klangerzeuger erweitert worden wäre (im Sinne eines generischen „Plug-ins“, das ich einmal für jeden meiner Klangerzeuger konfiguriere und das mir dann erlaubt, das Instrument einfach wie ein VSTI auf eine Spur zu ziehen und wie ein solches mit meinen diversen MIDI-Controllern zu steuern, wobei MIDI- und Audio-Parameter inkl. Delay-Ausgleich nur einmal eingestellt werden müssen und über Projekte hinweg erhalten bleiben). Vermutlich ist die Zahl der S1-Nutzer, die externe Klangerzeuger einsetzen, nicht hoch genug, um den diesbezüglich von mehreren Nutzern geäußerten Vorschlägen genug Gewicht zu verleihen. Trotzdem freue ich mich natürlich über die neue Version.

    • Profilbild
      TimeActor  AHU

      Als S1 Nutzer mit externen Klangerzeugern würde ich mich auch auf „generische PlugIns“ freuen – würde den schon recht guten Workflow von S1 nochmals verbessern.
      Für die Hardware habe ich mir ein Start Template erstellt für Midi/Audio – ist aber natürlich nicht das gleiche und quasi nur rudimentär.
      Worüber ich mich auch generell freuen würde, wenn es in S1 „Hybrid Spuren“ ala Ableton geben würde – dort kann ich ein Midi Instrument einrichten und gleichzeitig den Audioeingang der Soundkarte für´s Monitoring anwählen. So muss man bei S1 eine Midi Spur und eine separate Audio Spur anlegen…find ich ein bisschen blöd und sorgt nicht zwingend für Übersichtlichkeit im Projekt bei etlichen Spuren.

  2. Profilbild
    Marcel Halbeisen  

    Ich lese da immer noch nix über die Unterstützung von MPE (MIDI Polyphonic Expression) oder habe ich da etwas verpasst? Zur Zeit nutze ich noch die 3er-Version und will erst mitziehen wenn MPE unterstützt wird.

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