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Marktübersicht: Tonstudio DAWs ab 300,- Euro

Was leisten die teureren DAWs?

6. Februar 2022
tonstudio daws ab 300 euro special test marktübersicht

Marktübersicht: Tonstudio DAWs ab 300,- Euro

Willkommen zum zweiten Teil unseres Überblicks der aktuell gängigen und angesagten DAWs. Wie auch Teil 1 haben wir diesen Teil, der Anfang 2019 erschienen war, nach drei Jahren runderneuert und die neuesten Versionen der hier vorgestellten DAWs berücksichtigt.

Teil 1 (mit einem ausführlichem Vorwort und einigen Erklärungen) findet ihr hier.

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Inhalt Teil 2:

  • Ableton Live 11 Suite
  • Motu Digital Performer 11
  • Presonus Studio One 5.5 Pro
  • Pro Tools 2021
  • Steinberg Cubase Pro 11
  • Samplitude Pro X6
  • Tracktion Waveform 11.5

P.S.: Die Titel der beiden Teile bitte nicht allzu ernst nehmen, sie helfen nur uns, diese bei den Suchmaschinen besser zu platzieren. Entscheidend ist natürlich immer, was der Nutzer aus der DAW herausholt.

Ableton Live 11 Suite

2001 erschien die erste Version von Ableton Live. Die Entwickler wollten eine live- und improvisationstaugliche Musiksoftware schaffen, die sich intuitiv spielen lässt, daher auch der Namenszusatz „Live“. Diese Grundidee schimmert auch heute noch hier und da durch, allerdings hat die Übersichtlichkeit der DAW im Laufe der Jahre durch immer neue Funktionen dann doch ein wenig gelitten.

ableton live 11.1

Plattformen und Editionen

Ableton Live läuft unter Windows (Windows 10 ab Version 1909), Mac OS (ab OS X 10.13, ausschließlich auf 64-Bit-Systemen, das gilt auch für die Plug-ins) und zumindest Forenberichten zufolge angeblich auch unter Linux und ist in drei Editionen erhältlich: Intro, Standard und Suite. Die drei Ausgaben unterscheiden sich zum einen in der Zahl der Audio-Ein- und Ausgänge, der Audio- und MIDI-Spuren sowie Szenen (je 16 in Intro, unbegrenzt in Standard und Suite), der Effekte und der mitgelieferten Software-Instrumente. Zudem fehlen der Intro-Version auch einige Audio-Features (Slicing, Audio to MIDI), der Video-Import oder die Unterstützung von REX-Dateien. Die „Max-for-Live“-Erweiterung ist überdies jetzt fester Bestandteil der Suite-Version, während Intro- und Standard-Nutzer sie zusätzlich erwerben müssen.

Fakten und Zahlen

Die Live 11 Suite gestattet den Betrieb unendlich vieler Audio-, MIDI- und Instrumentenspuren, 256 Inserts und 12 Sends pro Kanal sowie je 256 Mono-Audio-Ein- und Ausgänge. Zum Lieferumfang gehören 17 virtuelle Instrumente, 70 GB an Sounds sowie 59 Audio- und 15 MIDI-Effekte. Die Audioverarbeitung geschieht mit maximal 32 Bit/192 kHz.

Licht

Mit der Version 11 sind endlich auch lang vermisste Features wie MPE-Unterstützung und Comping (inklusive der Bearbeitung verknüpfter Spuren) in Ableton angekommen. Wohl einzigartig ist auch die dynamische Tempoanpassung (Follow Feature), bei der Live das Tempo automatisch dem eingehenden Audiosignal anpasst; damit ist Live absolut live-tauglich. Bereits aus der Vorgängerversion bekannt ist das praktische Capture-Feature, mit dem sich frei eingespielte, einfach mal so improvisierte Abschnitte auch nachträglich noch als MIDI-Clip abspeichern lassen, auch wenn man gar nicht auf „Record“ gedrückt hatte. Die neuen „Probability-Funktionen“ sorgen durch Noten-Wahrscheinlichkeiten und zufälligen Velocity-Änderungen für lebendigere, abwechslungsreichere Tracks. Ein weiterer großer Pluspunkt: Ableton Live 11 kann 90 Tage lang ohne Einschränkungen genutzt werden.

Schatten

Zum Mixing oder zur Videovertonung ist Ableton nicht unbedingt die erste Wahl, auch ist die Version 11 relativ CPU-hungrig. Zudem ist die Beschränkung von Audiodateien auf 4 GB nun wirklich nicht mehr zeitgemäß. Weitere Schwachpunkte: lückenhafte Time-Code-Optionen, fehlender Notensatz und die teilweise rudimentäre Einbindung von externen Geräten.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Die mitgelieferten Instrumente sind allesamt ordentlich, die drei neuen Packs „Upright Piano“, „Brass Quartet“ und „String Quartet“, die in Zusammenarbeit mit Spitfire Audio entstanden sind, überzeugen mit vielen Spieltechniken und gutem Klang. Die neuen „Inspired by Nature“-Plug-ins von Dillion Bastan wie das „Vector Grain“ laden zum hemmungslosen Experimentieren ein und bringen „derbe Noise-Orgien“ und „subtlie Klangwelten“, wie Kollege Goldschmitz es in seinem Test formulierte. Das ohnehin schon starke Max-for-Live-Feature wurde erneut ausgebaut (MIDI-Kanal Routings, API-Erweiterungen), damit lassen sich Anwendungen auch individuell anpassen und eigene Instrumente und Effekte bauen und mit anderen tauschen. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version 10 von Ableton.

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Unnützes Wissen

Was viele nicht wissen: Ableton ist eine deutsche Firma mit Sitz in Berlin. Die Gründer waren zuvor bei Native Instruments beschäftigt. In einer Umfrage von Ask Audio wurden die internationalen Leser gefragt, welche DAW sie benutzen; Live kam mit 20,52 Prozent auf den ersten Platz – vor Logic, Pro Tools und Cubase.

Apps

Abletons relativ neue Link-Technologie (seit Version 9.6), die Takt und Tempo von Live mit Link-fähigen iOS- und Android-Apps, aber auch mit Windows/Linux/Mac-Software synchronisiert, ist mittlerweile in rund 220 Apps enthalten, hier eine Liste: Auch Controller-Apps für die DAW gibt es einige wie etwa LK oder touchAble (beide Android und iOS).

Demoversion

90 Tage ohne Einschränkung.

Link zur Demoversion.

Fazit

Die neuen Features wie die dynamische Tempo-Anpassung oder die Probablity-Funktionen, ein weiter verbesserter Workflow oder die modulare Entwicklungsumgebung „Max for Live“ sprechen für Ableton. Aber auch wenn Live erneut kräftig zugelegt hat, gibt es hier und da noch deutliche Lücken (siehe Schatten). Wie der Name schon sagt, wird Ableton Live weniger für aufwändige Produktionen, sondern gerne auch Live eingesetzt – jetzt noch mehr als zuvor – und hat einen gewissen Ruf als „Techno DAW“.

Preise

  • Ableton Live 11 Suite: 599,- Euro
  • Ableton Live 11 Suite EDU: 359,- Euro
  • Ableton Live 11 Standard: 349,- Euro
  • Ableton Live 11 Intro: 79,- Euro

Links

MOTU Digital Performer 11

Die erste Version des Digital Performers des US-amerikanischen Herstellers Mark of the Unicorn (Motu) ist bereits 1985, damals noch unter dem Namen „Performer“ erschienen und war damals die erste Sequencer-Software für den Mac. Anfangs als reine MIDI-Software konzipiert, wurde er Anfang der 90er nach und nach um Audiofunktionen erweitert. Bis zur Ausgabe 8 im Jahr 2012 galt „Mac only“, was wohl (neben seinem US-amerikanischen Ursprung) auch einer der Gründe ist, dass der Performer bei uns (noch) nicht eine so große Rolle spielt (und auch in den deutschen Fachmagazinen kaum vorkommt), während sein Verbreitungsgrad in den USA deutlich höher ist. Dort wird er auch von Filmkomponisten bevorzugt eingesetzt, die den DP in Kombination mit Pro Tools nutzen.

Plattformen und Editionen

Den Digital Performer gibt es „nur“ in einer einzigen Version, abgespeckte Ausgaben wie bei Cubase oder Sonar existieren nicht. Die aktuelle Ausgabe 11 gibt es für Windows (ab Win 10, 64 Bit) und den Mac (OS X 10.13 bis 10.15 und 11.2+).

Fakten und Zahlen

Die Major-Version 11 wurde im Sommer 2021 veröffentlicht, aktuell ist zum Zeitpunkt dieses Artikels die Version 11.03. Es gibt kein Limit bei den Audio-, MIDI- und Instrumentenspuren, ebenso wenig wie bei den physikalischen Ein- und Ausgängen, pro Kanal sind je 20 Sends und Returns zulässig. Die Audioverarbeitung werkelt mit maximal 32 Bit/192 kHz. Mit zum Lieferumfang gehören über 90 Effekte und Instrumente für Produktion, Mixing und Mastering.

Licht

In Bezug auf den Funktionsumfang kann es DP inzwischen mit den europäischen DAWs aufnehmen: Mastering, Notation, Recording, virtuelle Instrumente, das kann sich sehen und hören lassen. Die Benutzeroberfläche des Digital Performers setzt auf eine schnörkellose Ein-Fenster-Technik mit Reitern und kann bis ins letzte Detail den eigenen Wünschen und Bedürfnissen angepasst werden. „Nebenfenster“ lassen sich an- und abdocken oder stapeln, fast jeder Funktion kann eine Taste zugewiesen werden, bei Rechtsklick öffnen sich immer neue Kontextmenüs. Eins der Highlights ist das Multi-Song-Feature, das es ermöglicht, beliebig viele Songs in einem Projekt zu vereinen. So kann man zum Beispiel sein Live-Set in nur eine Datei packen und hat jeden Song in Sekundenschnelle griffbereit. In diese Datei lassen sich dann auch sogenannte „Chunks“ für jeden Song packen, die Backing-Tracks, Effekt-Presets, Einzähler oder Steuerspuren für Licht/Pyro-Effekte enthalten. Etwas Ähnliches bietet Studio One seit einiger Zeit auch mit seiner Show Page, es ist also kein Alleinstellungsmerkmal des Digital Performers mehr.

Die enthaltenen Instrumente klingen durch die Bank gut. Besonders hervorzuheben ist da der MX4-Hybrid-Synthesizer, der subtraktive Schwingungsform, Frequenzmodulation, Amplitudenmodulation und analoge Modulation kombiniert und in Richtung PPG Wave/Moog Modular geht sowie der Nanosampler und der analoge Bass Synthesizer BassLine. Weitere Pluspunkte: Mehrspuraufnahmen von MIDI und Audio gleichzeitig, Bearbeitung während der Wiedergabe, POLAR Loop-Recorder, leistungsstarke Comp-Funktion, übersichtlicher Mixer mit integrierten Effekten, ordentliche Pitch-Automation, eine gute Notationsansicht (Quickscribe), ein eigenes, zusätzliches Plug-in-Format (MAS) oder V-Racks, um einen Effekt oder ein Instrument-Plug-in für mehrere Tracks zu verwenden.

Schatten

Eine ARA-Unterstützung fehlt weiterhin, ebenso wie eine integrierte Bit-Bridge (32 <> 64 Bit).

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Über das Clips-Fenster aus der Version 10, das über den ebenfalls neuen Content-Browser befüllt wird, lassen Loops – auch ganze Sequenzen einer Clip-Warteschlange – in Echtzeit abfeuern. Das erinnert an die Launchpad-App von Novation, schön für das Live-Performing oder kreative Ideenfindung. Neu hinzugekommen sind die MPE-Unterstützung, die Articulation-Maps, um instrumentenspezifische Spielweisen zu triggern (auch das gibt es so ähnlich in Studio One), Multi-Channel-MIDI-Tracks, ein Live-Performance-Mode und das Audio Retrospective Record für rückwirkende Aufnahmen. Überarbeitet wurden in der Version 11 unter anderem der Nanosampler und die Quickscribe-Notation. Seit der Version 10 werden nun endlich auch VST3-Plug-ins unterstützt. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version 9 des Digital Performers.

Apps

Zum Digital Performer gibt es eine „DP Control“-App für iOS. Die ist (allerdings schon) seit 2010 erhältlich. Ob die tatsächlich noch funktioniert, konnte ich nicht überprüfen.

Demoversion

30 Tage bei fast vollem Funktionsumfang

Link zur Demoversion (über eine Schaltfläche, die mehrmals auf der Seite zwischen den Texten versteckt ist)

Fazit

Der Digital Performer ist zwar „Mädchen für alles“, hat seine Stärken aber als ausgewachsenes Recording-Programm, im Live-Einsatz und für Komponisten, auch beim Sample-orientierten Arbeiten hat Motu inzwischen nachgelegt. Wer dagegen einen Spezialisten zum High-End-Mastern benötigt, wird bei einer der anderen DAWs vielleicht glücklicher werden.

Preise

  • Vollversion: 499,- Euro
  • EDU-Version (D): 319,- Euro
  • EDU-Version (E): 419,- Euro
  • Update: 199,- Euro

Links

Presonus Studio One 5.5 Pro

2009 erschien die erste Version von Studio One und bestach schon damals durch seine extrem zugängliche Bedienung, auch heute noch einer der Riesen-Pluspunkte der DAW. Nachdem die Versionen 2 (2011), 3 (2015), 4 (2018) und 5 (2020) auch technisch ordentlich aufgerüstet hatten, unter anderem mit der Integration von Melodyne, mit Multitrack-Comping, Arranger Track, Effect-Chains, Akkordspur, Pattern Editor, Show Page, MPE Support oder Automationskurven, ist Studio One zu einer echten Konkurrenz von Cubase, Logic & Co. geworden.

presonus studio one 5.5

Plattformen und Editionen

Studio One 5 wird in drei Versionen angeboten. Die kleinste, „Studio One Prime“, gibt es kostenlos, ist aber natürlich dann auch stark limitiert: kein Melodyne, keine Akkordspur, kein SamplerOne XT, keine Video-Unterstützung oder Integration von Notion, nur 32 Bit Rechentiefe, neun Effekte und an virtuellen Instrumenten „nur“ den Presence XT an Bord usw. Wesentlich mehr, aber natürlich immer noch nicht das volle Paket, liefert „Studio One Artist“ für rund 95,- Euro. Hier müssen wir unter anderem auf Melodyne, auf den neuen Abhörbus, auf die Akkordspur und Harmoniebearbeitung, den Arpeggiator, die Notations-Software Notion, Multi-Instrumente und einen beträchtlichen Teil der Loops und Samples verzichten, wie auch auf viele kleine Details wie AAF Import/Export oder den Import von Sampler-Daten. Das volle Paket namens „Studio One Professional“ gibt es dann für 345,- Euro.

Presonus Studio 5 One läuft unter Windows (Windows 10 nur 64 Bit) und auf dem Mac (ab MacOS 10.13, ebenfalls nur 64 Bit).

Fakten und Zahlen

Keine Limits gibt es bei der Zahl der verwendeten Audio-/MIDI- und Instrumentenspuren sowie bei den physischen I/Os und den Inserts/Sends pro Kanal. Mitgeliefert werden sechs virtuelle Instrumente und 37 Audioeffekte
sowie gut 25 GB an Samples und Loops. Audios werden mit maximal 64 Bit /384 kHz verarbeitet. Unterstützt werden sowohl VST 2 und VST 3-Plug-ins als auch AU-Plug-ins und Rewire.

Licht

Die DAW hatte in der Version 5 noch einmal massiv zugelegt. Mit der Show Page können komplette Shows inklusive Setlists geplant und ausgeführt werden, der Notationseditor, Time Stretch Mode sowie Effekte und GUI wurden runderneuert und Features wie Clip Gain Envelopes, MPE Support, Automationsspuren für Keyswitch Articulations, Extended Mixer Scenes oder Recording und Playback im 64 Bit float WAV-Format hinzugefügt. Dabei setzt Studio One weiterhin auf schnellen Workflow, (fast) bedingungslose Einfenstertechnik und Drag & Drop, wo immer es nur möglich ist: Ob Plug-in-Effekte oder Samples/Loops oder Instrumente, alles kann blitzschnell und bequem per Maus gezogen werden.

Mit der Akkordspur lassen sich nicht nur MIDI-Tracks, sondern auch Audiospuren harmonisch analysieren und anpassen. Der Pattern-Editor im Step-Sequencer-Stil, der sowohl für Rhythmus- aber auch für Melodieinstrumente eingesetzt werden kann und sich nahtlos in den gesamten Workflow und in die Instrumentenparts eingliedert, ist ein herrliches Spielzeug, das einen auf immer neue Ideen bringt – die nächste Evolutionsstufe eines Step-Sequencers.

Weitere Pluspunkte: leistungsstarke Sampler, Unterstützung von ARA 2.0, selektiver Import von Songdaten, AAF-Support, Analyse-Tools, enge Verzahnung aller wichtiger Komponenten sowie eine mitgelieferte Lizenz von Melodyne Essential.

Schatten

Surround-Sound wird auch in Version 5 noch nicht unterstützt, das mitgelieferte (umfangreiche) Sample-Material hat kleinere Schwächen im Orchesterbereich.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Neu in der Version 5.0 waren unter anderem die Show Page, die Integration von Melodyne Essential, MPE-Support, der Notationseditor und vieles mehr. Seit der Version 5.3 kann die Akkordspur per Drag & Drop auf weitere Instrumentenspuren gezogen werden, um die harmonisch anzupassen – it’s all for the workflow, baby. In Version 5.4 schickt der „Plug-in Nap“ alle Plug-ins, die gerade nicht beschäftigt sind, in den Mittagsschlaf, was Ressourcen spart. Im 5.5er-Update vom Januar 2022 lieferte Presonus dann unter anderem noch Track Automation, Clip Gain Envelopes, Listen Bus und Track Transform für die Projektseite sowie den Multiple-Format-Export und das Einstellen der Ziellautstärke beim digitalen Release inklusive Presets für die gängigen Streaming- und Videodienste. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version 4 von Studio One.

Unnützes Wissen

Studio One ist auch der Name eines der erfolgreichsten jamaikanischen Reggae-Labels.

Apps

PreSonus hat gleich mehrere Apps zu seiner DAW im Angebot: Studio One Remote ist eine kostenlose Fernbedienungs-App für Android, iOS und Windows (kompatibel mit Microsoft Surface 3 und höher sowie Surface pro 2 und höher), mit „PreSonus Capture Duo“ (ebenfalls kostenlos, für iPad) lassen sich zwei Audiospuren mobil aufnehmen und auf die Studio One DAW übertragen. Mit „PreSonus Capture“ schließlich (10,99 Euro) können bis zu 32 Audiospuren aufgenommen und ebenfalls mit der DAW weiter editiert werden.

Demoversion

30 Tage ohne Einschränkungen.

Link zur Demoversion.

Presonus Sphere

Presonus Studio One Pro ist Bestandteil der Presonus Sphere, dem Abo-Modell von Presonus. Presonus selber vermeidet aber den Begriff „Abo“ und verwendet lieber die „Mitgliedschaft“. So ist Sphere dann tatsächlich auch eher eine (Online)-Community mit Cloudservice, deren Mitglieder sämtliche PreSonus Produkte frei nutzen dürfen. Neben Studio One Pro umfasst die noch die Notations-Software Notion inkl. 9 GB Library, Unmengen von Instrumenten und Plug-ins, dazu 30 GB Workspace in der Cloud, die Möglichkeit der Online-Zusammenarbeit, Masterclasses und Live-Streams. Die Kosten liegen bei rund 160,- Euro jährlich.

Fazit

Mit Studio One 5 hat Presonus den einmal eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt. Wo andere DAWs uns mit ihren unendlichen Möglichkeiten erschlagen, die erst einmal mühsam erarbeitet (und oft auch gesucht) werden müssen, lässt Presonus Studio One 5 die Nutzerkreativität unbeschwert von der Leine, befeuert mit viel Drag & Drop, einem butterweichen Workflow und der stringenten Einfenster-Philosophie. Und das, ohne am Funktionsumfang zu sparen, im Gegenteil. Seit dem Release der Version 5.0 sind fünf weitere große (kostenlose) Updates von 5.1 bis 5.5 erschienen, alle randvoll mit sinnvollen neuen Features. Für den Preis (der aktuell zum Test rund 50,- Euro unter dem Vorjahrespreis liegt) gibt es verdammt viel DAW.

Preise

  • Studio One Professional: 345,- Euro
  • Studio One Artist: 94,- Euro
  • Studio One Prime: kostenlos

Links

Pro Tools Ultimate 2021.12

Pro Tools von Avid (früher: Digidesign) war ursprünglich eine reine Audiosoftware, die erst später nach und nach um MIDI-Funktionen erweitert wurde (während die Konkurrenz den umgekehrten Weg ging) und galt lange Zeit als Studiostandard im Audio-Editing und in der Post-Production. Die erste Version erschien 1991 kostete damals rund 6.000 Dollar. Lange Zeit lief Pro Tools ausschließlich im Verbund mit hauseigener Hardware, war damit anfangs aber auch deutlich leistungsstärker als die Konkurrenz, daher auch der große Verbreitungsgrad in den Profi-Studios. Diese Zwangsehe hat man inzwischen aufgegeben, doch bietet Pro Tools noch immer eine gute Anbindung an professionelle Mixer.

Pro Tools 2020.11

Plattformen und Editionen

Anfang 2018 verabschiedete man sich auch bei Avid von den Versionsnummern und hängte ab sofort nur noch die Jahreszahl an; aktuell ist momentan die Version 2018.10 (Oktober-Update). Pro Tools läuft auf dem Mac (ab macOS X 10.11.6) und auf Windows PCs (Standard and Pro Editions: Windows 8.1, Standard, Home, Pro, Anniversary, Enterprise Editions: Windows 10. Angeboten werden von Avid die kostenlose Version Pro Tools First zum Reinschnuppern, Pro Tools und Pro Tools Ultimate (das alte Pro Tools HD, Pro Tools HD bezeichnet seitdem ausschließlich die Hardware). Einen Versionsvergleich finden Sie hier. https://www.avid.com/pro-tools/comparison

Fakten und Zahlen

Die Ultimate-Version arbeitet (mit HDX-Hardware) mit maximal 2048 Audio- (Pro Tools: 256), 1024 MIDI-, 512 Instrumenten und 64 Videospuren (Pro Tools: 1) und bietet eine unbegrenzte Anzahl von Bussen. Mitgeliefert werden in der Ultimate-Version über 60 virtuelle Instrumente und Effekte. Audios werden mit maximal 32 Bit /192 kHz verarbeitet.

AVIDs neueste Pro Tools Version 2020.11 jetzt erhältlich

Licht

Beim Thema Audio-Recording mit vielen Spuren und Mixdowns ist Pro Tools noch immer die erste Adresse. Dafür sorgt unter anderem eine speziell auf Pro Tools zugeschnittene Hardware, die etwa mit dedizierten Chips die Audiobearbeitung unterstützt oder die Zahl der Spuren erhöht. HDX-Karten etwa unterstützen Plug-ins und garantieren für extrem niedrige Latenzen. Allerdings kostet eine HDX PCIe Karte dann auch gut 4.000,- Euro (etwa die Avid HDX PCIe Card für 4.111,- Euro). Überhaupt ist die gute Hardware-Anbindung ein großes Plus, das allerdings nur größere Studios nutzen können. Um auch die Hobby-Musiker für Pro Tools zu interessieren, wurde einige Zeit mit Pro Tools First eine kostenlose Version angeboten, die unter anderem auf 16 Audio-/MIDI-/Instrumentenspuren und 32 Bit /96 kHz begrenzt ist. Zum Zeitpunkt der Artikelüberarbeitung (Jan 2022) war die allerdings von der Website von Avid verschwunden.

Schatten

Pro Tools ist nicht kompatibel zum VST/AU-Standard, sondern nutzt mit AAX ein eigenes Plug-in-Format, was das Angebot an nutzbaren Plug-ins deutlich verringert. MIDI-Funktionalitäten sind zwar vorhanden, bieten aber weit weniger als die Konkurrenz. Kostenlose Updates gibt es für Nicht-Abonnenten nur für ein Jahr, das Abo-Modell ist umstritten, die Software ist in den höheren Versionen vergleichsweise teuer; Bugfixes kommen eher zögerlich. Die mitgelieferten Instrumente sind mehr eine nette Zugabe. Die Zahl der wirklich neuen Funktionen in den Updates war in den letzten Jahren eher überschaubar.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Erste große Neuerung im Jahr 2020 waren die Folder Tracks zur besseren Strukturierbarkeit der Sessions (die andere DAWs allerdings schon länger haben). In der Version 2020.3 wurde der Import von Videodateien vereinfacht, 2020.9 kam das Ableton Link-Feature hinzu, Version 2020.11 brachte nach dem Release der Carbon-Hardware die Unterstützung der Einbindung der DSP, die Integration von Melodyne Essentials. Im letzten Jahr sind unter anderem die Version 2021.6 zu nennen, in der Pro Tools 64 Ein- und Ausgänge auch über CoreAudio/Asio unterstützte, oder die Version 2021.10 mit der Integration von Komplete Kontrol in den Workflow und einem verbesserten Track Routing. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version 9 des Digital Performers.

Unnützes Wissen

Die erste Nummer 1-Single, die komplett mit Pro Tools aufgenommen, bearbeitet und abgemischt wurde, war Ricky Martins „Livin La Vida Loca“ (1999).

Apps

Mit „Pro Tools Control“ stellt Avid auch eine kostenlose App zur drahtlosen Kontrolle der DAW auf dem iPad zur Verfügung.

Demoversion

Ja, eingeschränkte 30-Tage-Testversion.

Link zur Testversion.

Fazit

Trotz Avids Bemühungen, auch Käufer außerhalb der Profischiene zu begeistern, werden die Pro Tools auch zukünftig eher etwas für spezialisierte Großstudios sein, bei denen umfangreiche Audio-Recordings, Bearbeitung und aufwendige Mixdowns gefragt sind und wo es dann oft im Verbund mit Logic oder Cubase läuft, um die Schwächen von Pro Tools aufzufangen. Wer mal eben schnell einen Song basteln will, kreativen Input braucht oder viel mit MIDI arbeitet, wird woanders besser bedient – und auch preisgünstiger.

Preise

  • Pro Tools: 599,- Euro (Perpetual License), 279,- Euro (1-Year Subscription), 32,- Euro (Abo, Monthly Subscription), 28,- Euro (Abo, 1-Year Subscription)
  • Pro Tools Teacher and Student: 303,- Euro (Dauerlizenz)
  • Pro Tools Ultimate : 2.590,- Euro (Perpetual License), 739,- Euro (1-Year Subscription), 79,- Euro (Abo, Monthly Subscription), 74,50 Euro (Abo, 1-Year Subscription)

Links

Cubase 11

Cubase gilt bei vielen als die DAW schlechthin, kein Wunder, ist die Software des Unternehmens Steinberg (benannt nach dem Gründer Karl „Charlie“ Steinberg) aus Hamburg gefühlt schon immer auf dem Markt. Im April 2019 wurde das 30-jährige Jubiläum gefeiert. Anfangs für den Atari ST als „Cubit“ erschienen, später erfolgte die Portierung für Mac und Windows. Bei der Nummerierung der Versionen ging es ein wenig durcheinander: Anfangs noch normal numerisch gekennzeichnet, wechselte man 1996 mit der Erfindung des VST-Standards zur Endung „VST plus Zahl“ (bis VST 5), kehrte dann nach einer kurzen Phase mit SX-Endungen zur normalen Zählweise zurück, um schließlich ab Version 8 das Kürzel „Pro“ hinzuzufügen. Wobei man bis heute geblieben ist.

steinberg cubase 11 daw 1

Cubase in der Version 11

Plattformen und Editionen

Von der Version 11 existieren fünf Versionen: Cubase LE 11, AI 11, Elements 11, Artist 11 und Pro 11, die sich in Bezug auf Anzahl der Spuren (nur Artist und Pro sind da unbegrenzt), Inserts, Kanäle und mitgelieferte VST-Instrumente und Effekte unterscheiden. Auch fehlen den drei kleineren Version Features wie Comping, VariAudio 3, Scale Assistant, Control Room, ARA-2-Support, Arrange-Spur oder Dateiaustausch mit Wavelab. Einen Versionsvergleich finden Sie hier (https://new.steinberg.net/de/cubase/compare-editions/). Die Versionen AI11 und LE11 sind aber nicht normal im Handel erhältlich, sondern werden als Beigaben bei Audiointerfaces oder ähnlichem verteilt. LE11 ist überdies auch hin und wieder auf Heft-CDs zu finden. Cubase Pro 11 läuft auf dem Mac (ab OS X 10.14) und auf Windows PCs (64 Bit Windows 10).

Fakten und Zahlen

Cubase Pro 11 gestattet den Betrieb von unendlich vielen Audio-, MIDI- und VST-Instrumentenspuren sowie 256 physikalischen Ein- und Ausgängen. Mitgeliefert werden acht VST-Instrumente (HALion Sonic SE 3, Prologue, Groove Agent SE 5, Retrologue 2, Padshop 2, Spector, Mystic und Loopmash 2.0) mit 18 GB an Sounds, außerdem 75 Audio- und 18-MIDI-Effekte. Die Audioverarbeitung arbeitet mit maximal 32 Bit/192 kHz.

steinberg cubase 11 daw 1

Licht

Cubase bietet ein ähnlich umfangreiches All-in-one-Paket wie Logic und ist daher für alle Bereiche der Musik geeignet und dank seiner Verbreitung so etwas wie der Standard, vor allem im Bereich Songwriting, der von diversen guten Kompositionshilfen unterstützt wird. So lassen sich etwa per Comping aus mehreren Takes eine perfekte Version zusammenstellen, können mit den Chordpads und dem Chord-Assistant leicht passende Akkordfolgen generiert werden, folgt bei Änderungen auf der Akkordspur der gesamte Song den harmonischen Wechseln oder bietet die Sampler-Spur die Möglichkeit, Audiofiles zu transponieren und eigene Sounds zu kreieren. Allerdings sind das Features, die auch andere DAWs inzwischen bieten.

In Version 10 war Steinbergs Melodyne-Pendant VariAudio stark überarbeitet worden, das Audio-Alignment zur Timing-Anpassung von Audio-Events wurde integriert, ein Snapshot-Feature für den Mixer (der schon mit den grundlegenden Effekten ausgestattet ist, ohne Plug-ins nachladen zu müssen) geschaffen und vor allem auch Workflow und Optik runderneuert und verbessert.

Die Ausstattung an Effekten, Instrumenten und Sounds verdient das Prädikat „amtlich“, dank seiner weiten Verbreitung gibt’s jede Menge an Hilfen und Workshops im Netz, auch lassen sich Projekte leichter mit anderen Musikern tauschen als bei anderen weniger verbreiteten DAWs.

Schatten

Die Bedienung ist aufgrund der mittlerweile doch recht verschachtelten Menüs – trotz der diesbezüglichen Neuerungen in Pro 10 – nicht unbedingt einfach. Hier muss man sich dann doch etwas intensiver damit beschäftigen, wenn man die Software optimal nutzen will. Momentan ist Cubase auch die einzige DAW, die (in der Pro-Version) für die Lizenzierung noch einen inzwischen recht anachronistischen Hardware-Dongle benötigt, die kleineren Versionen laufen allerdings mit dem e-Licenser. Allerdings hat Steinberg bereits bekannt gegeben, dass die kommenden Version 12 auf ein anderes Lizenzierungssystem setzen wird. So wie es die Notationssoftware Dorico bereits seit Anfang 2022 tut.

Auf eine LUA-Schnittstelle wird man auch weiterhin warten müssen. Und schließlich ist Cubase im Vergleich doch recht teuer, auch bei den halben Versionen wird man zur Kasse gebeten.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

In Version 10.5 sind unter anderem der Granular/Spektral-Synthesizer Padshop 2, ein Spectral Comparison Editor, ein Multi-Tap-Delay, die rückwirkende Aufnahme von MIDI und neue Video-Export-Funktionen hinzugefügt worden

In Version 11 wurde die Arbeit mit Stems vereinfacht, ein neuer Slicing Modus in die Sampler-Spur integriert, mit dem Skalen-Assistenten das Songwriting vereinfacht, ein dynamischer EQ, weitere neue Effekte und mit dem Supervision ein Multimeter-Audio-Analyzer hinzugefügt. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version 10 Steinberg Cubase.

App

Mit Cubasis gibt es auch eine (Touch-optimierte) App-Version der DAW mit Projekt-Export in die Rechner-gestützte Version (ab 9/9.5) für Android und iOS. Hinzu kommt eine abgespeckte LE-Ausgabe der iOS-App.

Demoversion

30 Tage für Cubase Elements 11 und Cubase Pro 11 (ohne Einschränkungen)

Link zur Testversion.

Fazit

Cubase ist wohl immer noch die kompletteste aller DAWs, ist am weitesten verbreitet und bietet eine Menge, lässt sich das aber auch gut bezahlen und erfordert einiges an Einarbeitungszeit.

Preise

  • Cubase Pro 11: 489,- Euro
  • Cubase Pro 11 EDU: 319,- Euro
  • Cubase Artist 11: 269,- Euro
  • Cubase Elements 11: 92,- Euro
  • Cubase Elements EDU 11: 66,- Euro

Links

Samplitude Pro X6

Bereits 1992 wurde die erste Version von Samplitude von SEK’D (Studio für elektronische Klangerzeugung Dresden) für den Amiga fertiggestellt. Damals war Samplitude allerdings noch keine DAW, sondern ein recht umfangreicher Sample-Editor. Harddisk-Recording folgte ein Jahr später in Version 2 als erster Schritt in Richtung DAW. Seit 2000 ist Samplitude im Vertrieb von Magix.

samplitude pro x6 suite test

Plattformen und Editionen

Samplitude gibt es seit Neuestem in drei Versionen: Einmal, wie auch schon in der Vergangenheit, als Samplitude Pro X6 und einmal als erweiterte Samplitude Pro X6 Suite. Mittlerweile hat auch die Einstiegs-Software „Music Studio“ den Zusatz „Samplitude“ erhalten, die das Angebot nach unten abrunden soll, allerdings gilt hier weiterhin die alte Music Studio Nummerierung mit den Jahreszahlen, heißt als „Samplitude Music Studio 2022“ und nicht „Samplitude Music Studio X6“. Die Versionen unterscheiden sich zum einen in der Zahl der mitgelieferten Instrumente und der Größe der Library, zum anderen hat die Suite einige professionelle Mastering-Funktionen im Gepäck. Außerdem liegen der Suite noch Sound Forge Pro 14, die coreFX Suite, Steinbergs SpectraLayers Pro bei. Die Suite kann auch als Samplitude Pro X 365 im Abo gebucht werden.

Die DAW läuft nur unter Windows (8 und 10), sowohl mit 32 als auch mit 64 Bit, eine Mac-Version gibt es nicht. Die Preise für Samplitude sind erfreulicherweise weiter gefallen: Kostete die Pro-Version X4 noch 389,- Euro, rutschte der in der X5-Ausgabe schon auf 299,- Euro und landet in der X6-Version bei aktuell 229,- Euro, letzteres ist allerdings laut Website ein befristeter Aktionspreis. Gleiches gilt für die Suite: Die X4-Suite kostete noch stolze 589,- Euro, die X5 Suite nur noch 456,- Euro, während Magix bei der X6 Suite inzwischen 349,- Euro verlangt (ebenfalls ein befristeter Aktionspreis, beim Musikhaus Thomann bis zum 2. Februar sogar für nur 295,- Euro). Ein überfälliger Schritt, war Samplitude im Vergleich zu anderen DAWs doch für das Gebotene einfach zu teuer. Der Preis für das Abo hat sich dagegen mit jetzt 22,99 Euro (pro Monat bei jährlicher Zahlung) fast verdoppelt; bei der Version 4 lag er noch bei 12,99 Euro. Im Vergleich zu anderen Abos (etwas Presonus Sphere, das da auch deutlich mehr Inhalte liefert, für etwa 13,30 Euro) ist das überteuert.

Fakten und Zahlen

Zum Lieferumfang gehören die virtuellen Instrumente Independence, Vita, Vita 2, Vita Sampler, Revolta, DN-e1, Robota, BeatBox 2 und Loop Designer (die letzten drei nur in den beiden größeren Versionen), dazu auch 2 GB (Music Studio), 12 GB (Pro X6) bzw. 70 GB (Pro X6 Suite) an Material für die Independence Sampler Workstation. VST2/VST3 und ARA werden unterstützt. Samplitude kann bis zu 999 Audio-Spuren verwalten, läuft mit maximal 32 Bit Audioauflösung und 384 kHz Samplerate und kann bis zu 256 Ein- und Ausgänge bedienen.

Licht

Samplitude hat schon lange seine Sample-Editor-Vergangenheit hinter sich gelassen und liefert das komplette DAW-Paket aus Recording, Editing, Produktion, Mixing und Mastering und wird zudem mit einem netten Paket an Software-Instrumenten Samples und Effekten ausgeliefert. Seit einiger Zeit bringt Samplitude zudem einiges an professionellen Broadcast- und Mastering-Tools wie Loudness Metering nach EBU R128, DDP-Export, Encoder Preview, True Peak Limiter für die Analyse und MP3/AAC-Vorhörfunktion im Summenregler mit, die früher ausschließlich in der (mit 2.899,- Euro deutlich teureren) Profi-Rundfunkversion Sequoia zu finden waren. Weitere Pluspunkte: Der neue Plug-in-Browser befeuert den Workflow, Automation von Spurparametern, wie Volume oder Panorama, auch von VST-Effektparametern, können in Unterspuren der Audiospur dargestellt und gesteuert werden, bis zu 32 CPU-Kerne werden unterstützt (wer es braucht), Funktionen wie Melodyne Essential, zPlane Algorithmus, ARA2 oder projektübergreifendes Copy & Paste sind vorhanden. Seine Stärken hat Samplitude zudem auch beim objektbezogenen Arbeiten.

Schatten

Die Benutzeroberfläche ist besonders auf hochauflösenden Monitoren unverändert umständlich bedienbar, da sich Mixer & Co. nicht frei skalieren lassen und das GUI dann etwas pixelig wirkt. Der MIDI-Editor wurde zwar überarbeitet, ist aber noch immer nicht ganz up-to-date, eine Akkordspur fehlt auch weiterhin. Die Preise für Upgrades sind seit Jahren sehr ambitioniert, die letzten neuen Versionen selber dagegen inhaltlich doch recht überschaubar und meist hart an der Grenze zu einem Update. Außerdem gibt es keine Version für den Mac.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Neu hinzugekommen in der Version Pro X5 (2020) waren unter anderem die ARA2-und MPE-Unterstützung, Tempo-Track und vordefinierte Kurven für die Automation (Automation Shapes); in der Version Pro X6 waren es das Track Output Recording, das Automation Panel für die zentrale Automations-Steuerung, ein dockbarer Track-Editor und die Preset-Suche im Plug-in-Browser. Aktuell im Februar 2019 bei der Erstausgabe des Artikels war die Version Pro X4 von Samplitude.

Unnützes Wissen

Den Vertrieb der ersten PC-Version organisierte 1995 noch Hohner Midia.

Apps

Mit der kostenlosen „MAGIX Audio Remote“ (Android, iOS) lässt sich die DAW mobil fernsteuern.

Demoversion

30 Tage, für alle drei Versionen.

Link zu den Testversionen.

Fazit

Samplitude gilt schon seit vielen Jahren als solide All-in-one-Lösung, die in erster Linie aufgrund des intuitiven, objektorientierten Arbeitens seine Fans hat, bei anderen aber immer noch als etwas rückständig, fehlerbehaftet und überladen gilt. Mit den Profi-Broadcast-Features und den gehobenen Mastering/Monitoring-Optionen könnte Samplitude es zukünftig vielleicht gelingen, das bisher fehlende Alleinstellungsmerkmal doch noch zu bieten.

Preise

  • Samplitude Music Studio 2022: 99,99 Euro
  • Samplitude Pro X6: 229,- Euro (Aktionspreis bis 02.02.22)
  • Samplitude Pro X6 Upgrade: 179,- Euro (Aktionspreis bis 23.01.22)
  • Samplitude Pro X365: 22,99 Euro/Monat (bei jährlicher Zahlweise)
  • Samplitude Pro X6 Suite: 349,- Euro (Aktionspreis bis 02.02.22)
  • Samplitude Pro X6 Suite Upgrade: 249,- Euro
  • Samplitude Pro X Suite 365: 29,99 Euro/Monat

Links

Tracktion Waveform 11.5

Da hatten wir doch tatsächlich Tracktion Waveform in der Erstausgabe dieses Artikels im Januar 2019 vergessen, worauf ihr uns dann völlig zu Recht hingewiesen hattet. Jetzt aber, in der Neuauflage, soll diese DAW natürlich nicht mehr fehlen.

Waveform war 2002 als Tracktion geboren worden, wurde 2003 von Mackie übernommen, die die DAW nach Version 3 dann langsam sterben ließen. 2013 holte man den Tracktion-Erfinder Julian Storer ins Boot, der unter dem Namen „Tracktion Software Company“ im Jahresrhythmus die Versionen 5 bis 7 entwickelte. Ab Version 8 änderte man den Namen von Tracktion in Waveform.

Tracktion Waveform Pro 11

Tracktion Waveform Pro 11

Plattformen und Editionen

Waveform gibt es in zwei Grundversionen: einmal in der kostenlosen Free-Version und zum anderen als Waveform Pro. Letztere ist unterteilt in „Basic“, „Standard“ und „Extreme“. Außerdem ist da noch eine OEM-Version am Start, die es nur als Codes beim Kauf von Produkten von Behringer, Mackie oder Roli gibt. Die Versionen unterscheiden sich wie üblich in Bezug auf Preis und Content. Die Basic-Version für 119,- US-Dollar ist mit Synthies wie 4OSC, Subtractive oder Collective, dazu Antares Autotune Access und Melodyne Essential schon ganz ordentlich aufgestellt. Wer 140,- Dollar drauflegt, bekommt in der Standard-Version (259,- Dollar) noch den klangstarken Multi-Synthese-Synthesizer „Biotek 2“ obendrauf, plus die Effektsammlung „DAW Essentials Collection“ und einige Extra Imagina-Loops. Die volle Dröhnung an Instrumenten, Plug-ins und Effekten gibt es dann in der „Extreme“-Version. Die hat es im Sommer 2020 noch für 679,- Dollar gegeben, mittlerweile liegt sie bei 1.069,- Dollar – das ist wirklich schon extrem. Dafür bekommt man dann aber auch jede Menge Content, dabei sind unter anderem zum Beispiel der MOK Waverazor, der Multi-Layer Modular-Synthesizer Hyperion (https://www.amazona.de/tracktion-hyperion-multi-layer-modular-synthesizer/), der Visual Synthesizer Dawesome Abyss (https://www.amazona.de/test-tracktion-abyss-software-synthesizer-plug-in/), der 11-Operator FM Synthesizer F.‘em (https://www.amazona.de/test-tracktion-f-em-fm-software-synthesizer/) und vieles mehr, ein Gesamtpaket von 2.580,- Dollar, würde man die Sachen alle einzeln kaufen. Interessanterweise ist es auch möglich, sich da sein eigenes „Custom Bundle“ zu schnüren und dabei 50 % zu sparen. Wer also nicht alles aus dem Extreme-Paket benötigt, etwa weil er einige Bestandteile schon mal einzeln gekauft hatte, wird da gut bedient. Kurz noch eine Erläuterung: Da wir immer die jeweils größte Version einer DAW hier vorstellen, ist Waveform mit der Extreme-Fassung dann auch in dem Artikel „DAWs über 300,- Euro“ gelandet.

Waveform 11 läuft mit Windows (8 und 10), auf dem Mac ab macOS 10.11 und auch auf Linux-Systemen (Ubuntu 18.04), alle jeweils 64 Bit. Zumindest das kleine Tracktion Free läuft laut Hersteller zudem auch auf dem Raspberry Pi 2,3 und 4 (32 Bit) und Raspbian 10 (Buster).

Licht

Mit der Unterstützung von Windows, Mac (inkl. nativer Unterstützung von Apple Silicon), Linux und Rasberry Pi ist Waveform eine der plattformübergreifendsten DAWs überhaupt. Bei der Arbeit mit Waveform muss man sich erst einmal umstellen, schon weil sämtliche Features – auch die, die woanders normalerweise im Mixer zu finden sind, wie Level oder Panning – in Waveform als Plug-in geführt und als solche auch (per Drag & Drop) eingesetzt werden müssen. Auch fehlen die üblichen Spurparameter links vom Track. Hat man sich daran aber gewöhnt, kann man unbeschwert in den schnellen, sehr praxisorientierten Workflow von Waveform eintauchen. Angefangen vom neuen Welcome-Window zum Start, das schon mal die richtigen Weichen stellt, über intelligente Mausfunktionen mit sinnigen Rechtsklick-Menüs, viel Drag & Drop, bis hin zu Edit-Overview-Window, Quick-Action-Bar und -Window (gut geeignet für Touchscreens), benutzerdefinierten Makros und dergleichen mehr hat sich Tracktion da viel einfallen lassen, um den Nutzern das Leben zu erleichtern. Dazu kommen vor allem im Extreme-Paket gute Instrumente, die vor allem der Elektro-EDM-Fraktion gefallen dürften. Einzigartig ist wohl die Möglichkeit, sich sein eigenes

Schatten

GUI und Layout sind doch etwas unübersichtlich oder zumindest ungewohnt, da muss man sich erst einmal dran gewöhnen. Das Handbuch wird nur sporadisch überarbeitet, immer wieder muss man sich bei neuen Versionen mit ein paar angehängten Seiten mit unvollständigen Inhalten begnügen. „We typically update the manual every couple of years“, sagt Tracktion USA auf Nachfrage.

Das ist in den letzten drei Jahren passiert

Aktuell zum Zeitpunkt dieses Artikels (Januar 2022) ist immer noch die Version 11.5.18 vom Juli 2021; in den letzten sechs Monaten ist also nichts mehr passiert. Die Version 11.5 war im Februar 2021 erschienen, das Update war kostenlos. Zu den Neuerungen und Verbesserungen zählten da unter anderem eine Reduzierung der CPU-Last, ein überarbeiteter Welcome-Screen und flüssigere Editier-Funktionen. All das ist auch in die Free-Version eingeflossen. Die Major-Version 11 ist im April 2020 veröffentlicht worden und brachte einiges an neuen (und teilweise auch überfälligen) Features mit. So zum Beispiel einen Arranger- und einen Audio-Chord-Track, die Quick Action Bar mit Quick Action Window für schnellere Zugriffe, ein Plug-in Sandboxing, um Fehler abzufangen, mit Arpeggiator, Note Repeat, Chord Companion, MIDI Monitor und MIDI Filter fünf neue MIDI Tools plus 122 neue Artisan Plug-ins – und das alles gab es als kostenloses Update, Respekt. Außerdem läuft in Version 11.5 bereits eine vorläufige Version der überarbeiteten Audio-Engine, die man optional einsetzen kann

Unnützes Wissen

Tracktion Waveform Free wurde 2021 für den TEC-Award in der Kategorie Workstation Technology / Recording Devices nominiert.

Apps

Zu Waveform gibt es meines Wissens bisher keine Apps.

Demoversion

Für alle drei Pro-Ausgaben gibt es eine 90-tägige Trialversion.

Link zur Testversion (unten unter „Buy now“ und „upgrade“ auf „Free 90 Day Trial“ klicken)

Fazit

Waveform hat gerade in den letzten Jahren richtig gut nachgelegt und ist auf dem besten Weg, zu einer echten Konkurrenz für die Platzhirsche zu werden. Vor allem die Freunde elektronischer Musik werden hier mit innovativen Klangerzeugern wie Biotek, Waverazor oder Spacecraft richtig gut bedient. Denen kommt dann auch das immer noch etwas eigenwillige Bedienkonzept entgegen (auch wenn sich das in letzter Zeit schon etwas dem DAW-Standard angenähert hat). Linux- und Raspberry-Musiker freuen sich außerdem auch sicher, dass sie hier auch mal versorgt werden. Waveform ist sicher nicht die erste Wahl, wenn es um klassisches Filmscoring oder High-End-Mastering geht.

Preise

  • Waveform Free: kostenlos
  • Waveform Pro Basic: 119,- Dollar
  • Waveform Pro Standard: 259,- Dollar
  • Waveform Pro Extreme: 1.069,- Dollar

Links

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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Wahnsinns Zusammenfassung der DAW’s. Gut auch die Auflistung von „Schattenseiten“. Tipp von mir: Wer Cubase möchte und nicht im professionellen Bereich und mit Vocals arbeitet, dem reicht garantiert die Artist-Version. Qualitativ denke ich ist kein Unterschied zur Pro-V. und wenn man etwas vermisst, ist man bei Fremdanbietern oftmals besser bedient. Wünschen würde ich mir von Steinberg, dass sie mal ihre internen Softwaresynthesizer überarbeiten. Die sind bis auf Retrologue und Padshop meiner Meinung nach nix. Auch der hochgelobte Sampleplayer HALion ist klanglich nicht das gelbe vom Ei. Z.B. Tonal verkehrte Timpani und Lautstärkeunterschiede bei den Pads innerhalb einer Oktave wären solche Mankos. Nichtsdestotrotz eines der besten DAW’s, mit (sehr) hoher Lernkurve und schönem Layout. Der interne Studio-EQ ist eher etwas grob, aber Top. Ich verwende ihn gerne.

  2. Profilbild
    Elias57

    P.S.: Die Titel der beiden Teile bitte nicht allzu ernst nehmen, sie helfen nur uns, diese bei den Suchmaschinen besser zu platzieren. Entscheidend ist natürlich immer, was der Nutzer aus der DAW herausholt.

    Damit ist doch schon alles gesagt und man gleich zur nächsten Website springen.

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      Man könnte auch präziser sagen, *MIT* der DAW herausholt. Grund: Dass DAW’s unterschiedlich klingen, ist bis auf minimale messbare Differenzen wiederlegt. Die internen Klangerzeuger sind natürlich von DAW zu DAW unterschiedlich, wie auch Klangeffekte: Chorus, Flanger etc., also solche, die den Klang zusätzlich und maßgeblich verändern. Daher eigentlich egal welche DAW und Version man besitzt: Man muss sie verstehen lernen und mit ihr vor allem eines tun: Musik machen! Mein Tipp ist daher eher eine abgespeckte Version kaufen und das was man wirklich(?) benötigt, direkt auf Fremdanbieter zurückgreifen. Die internen Klangerzeuger, Synthesizer und Effekte sind eher nix und treffen auch oft nicht das Genre, was man machen möchte. Dazu Beispiele: Man braucht keinen Sampleplayer mit akustischen Klängen, wenn man rein elektronische Musik macht. Oder: Man braucht keine Möglichkeiten zur vocalbearbeitung, wenn man nicht mit Gesang arbeitet. Als einfache Beispiele zum Verständnis erklärt. Aber von welcher Firma die DAW ist, muss jeder mit sich ausmachen.

  3. Profilbild
    cellbiol

    „Ein weiterer großer Pluspunkt: Ableton Live 11 kann 90 Tage lang ohne Einschränkungen genutzt werden.“ – ungewöhnlich für eine gekaufte Software! – aahh, ich ahnte es schon und las es später: die Demoversion ist gemeint!

      • Profilbild
        m.steinwachs RED

        Also so wie ich das verstanden habe, kann man die Vollversion für 90 Tage frei nutzen. „Nutzen Sie 90 Tage lang kostenlos alle Funktionen von Live 11 Suite.“ – so heißt es auf der Ableton-Seite.

  4. Profilbild
    arnte

    Es sollte auch im 2. Teil erwähnt werden, dass Logic als deutlich kostengünstigere DAW auch den hier genannten z.T. mehr als doppelt so teuren DAWs mindestens ebenbürtig ist, in vielen Bereichen sogar überlegen.
    Durch die Unterteilung in Teil 1 „günstig“ und Teil 2 „teuer“ kann leicht der Eindruck entstehen, dass es sich in Teil 1 um „Hobby DAWs“ handelt und Teil 2 die „Profi DAWs“ abbildet. Das ist zumindest was Logic angeht natürlich Quatsch.

  5. Profilbild
    digital-synthologie AHU

    Zum Mixing … ist Ableton nicht unbedingt die erste Wahl

    Hmmm, mich würde mal die Begründung interessieren. Mit keiner anderen Software konnte ich bis jetzt so flexibel durch die Gegend routen. Ob Effekte gruppieren und parallelisieren, Audiosignale überall abgreifen, Sidechaining, alles extrem praktisch.
    Da fand ich Logic und Cubase bedeutend unpraktischer.

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      tenderboy

      Kein dezitierter Mixer. Man muss immer zuerst eine Spur auswählen, um die Effekte bearbeiten zu können.
      Für mich deshalb unmöglich um schnell und im Flow zu mischen.

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        Filterpad AHU

        Beim Mixer hat meiner Ansicht nach Cubase die Nase vorn. Bestimmt ein Drittel schaue und arbeite ich mit dem internen Mixer. Das vermissen auch die Ableton-User. Aber dafür hat A. in puncto Live die Nase vorn und besseres Auto-Tune, wenn man es braucht. Jede hat halt Pro u. Contra.

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      arnte

      Wie häufig ist das vermutlich Gewohnheitssache. Die meisten anderen DAWs bieten eine extra Mixer Ansicht, die grob der eines „altertümlichen“ Mischpultes entspricht. Das ist vermutlich für meisten Anwender einfacher da gewohnter.
      Auch in DAWs die diese Mixer Ansicht bieten kann man natürlich sämtliche Sachen flexibel durch die Gegend routen, gruppieren, Sidechainen, usw. Nur der Arbeitsweg ist eben ein anderer.
      Ich würde aus meiner Sicht darum der Aussage im Text definitiv zustimmen, kann aber auch nachvollziehen, wenn das jemand anders sieht. Prinzipiell kann man aber natürlich auch in Live mixen.

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        digital-synthologie AHU

        Bin 2018 bei Cubase ausgestiegen.
        Effektgruppen mit verschiedenen Strängen und das Audiosignal an jeder beliebigen Stelle in der Pluginkette abgreifen hab ich bei Cubase nicht gesehe.
        Die Mixeransicht gibt es ja bei Live auch, wenn auch mit der Sessionansicht verbunden.

        Das man nur einem Kanal in der Pluginansicht gleichzeitig sieht, ok. Ist dann eine Frage der Arbeitsweise. Und geht auch prinzipbedingt nicht anders.
        Hab bei Cubase auch nicht viele gleichzeitig aufgehabt, sondern wenn dann an einer Spur gearbeitet.

        Zum Glück gibt es ja Auswahl. Hab auch schon Leute in Live produzieren, dann alle Spuren von Interface zu Interface zu Protools überspielen sehen.

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        gaffer AHU

        Einer der Punkte, die mich bei Live immer störten, war die Konzentration auf das 1-Window Konzept. Bei einer klassischen DAW kann ich je einen Editor auf einem von X Bildschirmen platzieren. Mir selbst kommt das sehr entgegen. Es gibt aber auch Musiker, die ohne mit der Wimper zu zucken auf einem 13″ Klapprechner arbeiten. Da wäre ich suizidgefährdet.

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          Filterpad AHU

          Da hat Cubase auch immensen Aufholbedarf. Nicht lässt sich skalieren, bis auf den Mixer und das neue Tool Supervision. Da gibt es wie überall auch Mini-Plugins, damit muss man leben. Aber da ja in Kürze C12 erscheint, mal sehen ob sich dbzgl. was tut.

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          arnte

          Also ich nutze Live hier (wenn ich es denn mal nutze) immer auf 2 Monitoren. Einmal Session und einmal Arrangement. Man kann da dann auch alles ganz schön hin und her schieben. Also 2 Monitore sind auch in Live ganz gut zu nutzen.

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            Filterpad AHU

            Ich habe mal ein Bild im Netz gefunden, wo der Cubasemixer auf einem Bildschirm statt nebeneinander, untereinander war. Also geteilt sozusagen. Bis heute habe ich kein Video oder irgendeine Erklärung gefunden, wie das gehen soll. Vl. weiß der eine oder andere mehr. Anstatt das Teil immer nach links oder rechts zu scrollen, wäre das eine klasse Funktion für die Übersicht. Bitte melden wer weiß wie das geht.

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              fitzkarraldo

              Das geht eigentlich ganz einfach und mache ich schon zeit Jahren. Du ziehst das Hauptfenster über beide Bildschirme (unter Win) und maximierst das Arranger Fenster auf dem linken Monitor dann drückst du F3 (oder Studio/Mix Console) und der Mixer öffnet sich und den kannst Du dann z.B. auf den rechten Monitor ziehen und maximierst ihn dort.

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            gaffer AHU

            Ja, ich weiss schon, dass es geht. Aber das ist etwa so ähnlich wie bei Pro Tools, die sich anfangs den MIDIteil geschenkt haben und das nie mehr einholten. Das wird dann irgendwie hingepfriemelt. Ich finde das bei Logic ideal, jeder Editor kann mit einem separaten Fenster geöffnet werden, die Konfiguration kann auf 90 Presets gespeichert werden, was die Hälfte aller User nach 30 Jahren immer noch nicht weiss oder nutzt. Das Horrorbeispiel war da allerdings Reason, die ersten Versionen mit einem Rack, das idealerweise mit einem 10000 zu 200 Pixeln Monitor hochkant abgebildet werden sollte. Ist glaube ich inzwischen, wie das Programm selbst (imho), Geschichte.

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      Ich finde ein Mixkonzept daß sich an klassischen Konsolen orientiert vollkommen überholt. Das mag vor 30 Jahren „State Of The Art“ gewesen sein, könnte jetzt aber einer objektorientierten Mischung weichen. Es ist Verschwendung für jeden Part eine Spur mit dazugehörigem Kanal aufzumachen, selbst wenn nur ein kleiner Effekt eingefahren wird und angepasst werden muss. Ich komme meist mit 8-12 aktiven Spuren aus, während die anderen 20-30 Screenspace wegnehmen und die Übersicht mindern. Mein Wunsch: Part erstellen und darin Fader, FX, Automation, Sends etc. festlegen. Ein „dynamischer Mixer“ der Zeitabhangig nur die aktiven Spuren anzeigt und die Zustände der Parts zusammenfasst, könnte dieses Konzept im Mixdown ergänzen. Ableton traue ich zu sowas als Hybridmodus neben Session und Arrangement einzuführen.
      Möglich wäre aber auch ein eigenständiges Produkt. „Snippets“ wäre ein passender Name. Ich glaube sowas schwebte früher auch den Machern von Cubase vor, but they somehow got lost on their way……

  6. Profilbild
    fitzkarraldo

    Danke für die schöne und Umfangreiche Zusammenstellung!

    Ich hätte mir noch gewünscht dass LUNA zumindest Erwähnung gefunden hätte;
    Ich weiß die ist speziell und nur für MAC und Apollo Usern zugänglich aber ich finde die haben da von 0 auf 100 eine Wahnsinns Leistung vollbracht.
    Vielleicht beim nächsten Mal ;-)

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Bis dato ist LUNA alles andere als eine überzeugende DAW. Als digitale Audio Mix Console zwar ganz gut zu nutzen, aber es ist für mich mit der aktuellen Version 1.25 nicht mehr , als ein hübscheres, rudimentäres ProTools bzw auf dem Niveau vom Harrison Mix Bus.

      Darüber hinaus, ist Luna ja auch hpts dafür da, um zusätzliches UAD Plugin/ DSPHardware Geschäft zu generieren (wieviele UAD Billig Sharc DSPs braucht man eigentlich um 30-40 Luna Kanäle mit UAD Channelstrips zu bestücken ; ). Das UAD Luna Ziel ist langfristig gesetzt und ganz eindeutig ProTools orientiert. In 2-3 Jahren könnten die mit Avid zusammengehen. Die Richtung ist dieselbe wie bei UAD, Big Business, und das ist absolut ok so, aber nichts für mich (>90 % auf Nuendo, Ableton unterwegs)

  7. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Bei Tracktion/Licht endet der Artikel mit „…Einzigartig ist wohl die Möglichkeit, sich sein eigenes…“ im Nirvana und man erfährt das Einzigartige nicht.

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    1.) Studio One ist übrigens auch „Made in Germany“. Von pfiffigen Köpfen in Hamburg. Auf Surround braucht man da nicht hoffen, habe mal direkt gefragt und Studio One ist von vorn herein konsequent auf 2-Kanal-Stereo ausgelegt, weil der größte Teil der Nutzer so arbeitet.

    2.) Ableton Live kann und wird absolut für sehr aufwendige Produktionen genutzt. Es als Live-only-Werkzeug hinzustellen wird der Situation nicht gerecht. Vertrackte Effektroutings, generative Kreationen mit Max4Live, Gruppen in Gruppen in Gruppen… 🤪

  9. Profilbild
    Terotekra

    Kann nur eins sagen egal welche DAW , mit jeder kann man Musik machen. Es gibt auch noch andere zum Beispiel energyXT die sehr gut ist und nicht so überladen ist wie all die anderen hier. Und Synthesizer auf VST gibt es auch genug, siehe vital ist kosten los schön Vollversion.

  10. Profilbild
    Andy Franke

    Meines Erachtens fehlt in dieser Liste Bitwig Studio. Sehr schade, denn BWS hat so einige Features, die in anderen DAWs in Gänze fehlen. Ich sage nur Modulatoren, Operatoren, Plugin-Sandboxing…

  11. Profilbild
    Panta Flux

    Zunächst einmal: Schön, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, recht viele der aktuell erhältlichen DAWs mit ausgewogenen Pros und Contras als Kurzübersicht aufzuführen.

    Was sich mir allerdings überhaupt nicht erschließt, ist die recht willkürlich erscheinende Unterteilung in DAWs unter 300 Euro und ab 300 Euro, da in beiden Teilen Produkte enthalten sind, die beide Kriterien erfüllen.

    DAWs aus Teil 1 für die man regulär über 299 Euro in die Hand nehmen muss:
    • Bitwig Studio
    • Cakewalk Sonar Platinum
    • FL Studio All Plug-ins Bundle
    • Reason

    DAWs aus Teil 2 für die man regulär unter 300 Euro in die Hand nehmen muss:
    • Ableton Live Intro
    • Cubase Elements & Artist
    • Samplitude Music Studio & Pro
    • Studio One Prime & Artist
    • Tracktion Waveform Free & Basic & Standard

  12. Profilbild
    synaesthesia

    Das Ableton nicht gut zum Mixen geeignet sei, höre ich immer mal wieder, worin diese Aussage begründet liegt konnte mir noch niemand wirklich darlegen. In allen DAWs laufen Plugins die das gleiche tun, was soll da an Magie passieren? Wenn man DAW spezifische Eigenheiten und DAW eigene Effekte mal nicht beachtet, kann man auf allen DAWs gleiche Ergebnisse erzielen. Denke dass die Wertung welche DAW zum Mixen besser oder schlechter ist, viel mehr von individuellen Faktoren abhängt. Will man mehr in the Box mischen oder auf nem riesen Analogen pult mit 32 Kanalinterface aufs Pult geroutet etc.

    Ich musste an der SAE ProTools nutzen und das ist wirklich ne DAW aus der Hölle. In Sachen mixing steht Ableton Live ProTools m.e. in nichts nach. Die Darstellung von Lives Signalfluss samt Racks / Devices und Plugins von links nach rechts, und der Return Channels in getrennter Darstellung , macht Dinge eher übersichtlicher im Vergleich zu klassischen DAWs. In Sachen Audio Editing gibts ein paar Dinge die wirklich fehlen wie das Pencil Tool um direkt in Waveforms zu zeichnen, ein Strip Silence Kommando und ein paar Shortcuts, dafür hat ProTools, welches oft als Industriestandard bezeichnet wird, eine Undofunktion aus der Steinzeit bei der sich die Hälfte an Aktionen nur durch Backups rückgängig machen lässt und viele standard Tasks sind m.e. deutlich umständlicher.

    • Profilbild
      Kazimoto AHU

      Volle Zustimmung! Anderen DAWs merkt man an daß sie die ganze Firmengeschichte mit sich rumtragen. Ableton ist da wohl vergleichsweise sauber gecodet, wobei ich immer noch ein Fan von Version 8 bin, denn dort bin ich eingestiegen und war sofort begeistert von Struktur und Performance. DIe ASIO Performance von Cubase ist z.B. grottig und immer wird die Schuld der Hardware, alten Plugins oder Windows gegeben. Ableton läuft komischerweise 1A. Einmal am Interface gewackelt verliert Cubase alle Audio Routings und diese müssen umständlich in versteckten Sytemordnern wiederhergestellt werden. Bei Ableton kommt dann einfach kein Sound und selbst wenn, die externen Instrumenten einmal kurz angespielt, sehe ich sofort wo ein Signal anliegt und gut. Als Nutzer von der V11 Suite muss ich leider sagen daß Ableton aufpassen muss damit es kein Featurehog wird. Hier ein kleiner Button mehr, dort eine unnötige Funktion die es woanders schon gibt, da schlägt die Betriebsblindheit der Entwickler zu und berücksichtigt wenig die Mehrzahl der User, die einfach mal eben schnell einen Track reinhauen wollen. Keep it simple!

      • Profilbild
        mi87

        ich weiß nicht was mit „ASIO Performance“ wirklich gemeint ist, ich habe mit Cubase da keine Probleme. Einige VST Plugins sind aber schon CPU hungrig, völlig egal in welcher DAW die laufen.
        Da hilft glaube ich nur der Track Freeze auch unabhängig von der DAW.

  13. Profilbild
    P.Rotten

    Frage zu Cubase: was genau ist die LUA Schnittstelle. Laut Internet ist es eine Programmiersprache. Was kann der Benutzer damit machen oder ist es ausschließlich für den Entwickler relevant?

  14. Profilbild
    mi87

    Zuerst einmal: Wer eine DAW vor Jahren zuletzt genutzt hat risikiert leicht, falsche oder veraltete Kommentare abzugeben.

    Eine, wenn nicht sogar die Stärke von Cubase und ich spreche hier von der ziemlich günstigen Elements Version ist der mitgelieferte Content + Effekte. Groove Agent SE + Halion Sonic SE. Natürlich bekommt man keine 200€ SampleLibrary Äquivalente, aber die gibt es auch sonst nirgendwo komplett einfach dazu. Cubase UI skaliert sehr gut zumindest ab Version 10, ich hatte es auf einem 15“ FHD Notebook laufen. Ableton 9 war da unbenutzbar. Geschmacksache sicher, mir hat das Ableton UI und Bedienung nicht gefallen, wie gesagt Stand Version 9 ( Live Intro und die ist extrem abgespeckt wer Live ersthaft nutzen will wird vermutlich am Ende immer bei Suite landen ).
    Wer nicht sehr hohe Ansprüche hat, wird schon mit Cubase Elements bezgl. der Effekte ziemlich zufrieden sein.
    Der Sampler Track ist von der Usability jetzt nicht so toll, aber zumindest für Single Samples ziemlich mächtig, ob Ableton Live hier noch mehr bietet kann ich aber nicht sagen.
    Nach soviel Lob für Cubase: Video Scoring fand ich zumindest mit Cubase Elements kaum nutzbar, das ist meines Wissens in der Pro Version besser kann ich aber nicht beurteilen.

    Und Cubase ist sehr stabil, ich hatte noch kein Problem mit einem VST Plugin das nicht lief.

  15. Profilbild
    mi87

    meine Einschätzung der Popularität der DAWs ist anders als diese Übersicht nahelegt.

    Am häufigsten scheint mir FL Studio ( die Sache mit den Updates ist auch schon interessant, auch wenn im Detail nicht alle neuen Features für ältere Kunden versprochen werden und daher evtl. doch gewisse Updates fällig werden, wenn man das Feature denn haben will ) oder Ableton verwendet zu werden, mit etwas aber nicht viel Abstand Studio One. Erst danach kommen Logic und Cubase. Alle anderen DAW sind eher Exoten im <5% Bereich.

    Im Profi-Studio Bereich mag das anders aussehen, aber Nuendo und Sequoia sind hier ohnehin gar nicht mit dabei und in einem ganz anderen Preisbereich.

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