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Shear Electronics Relic, Oberheim-inspirierter Synthesizern

Ein langer Weg

31. Oktober 2022
shear electronics relic analog synthesizer

Shear Electronics Relic – Quelle Sonicstate-Video

Vor fast sechs Jahren gab es eine erste Meldung (siehe unten) zum Shear Electronic Relic, einem Synthesizer, der vom Oberheim OB-X inspiriert war. Damals noch unter dem Namen Relic-6, da das Instrument sechs Stimmen haben sollte. Dann wurde es in der Öffentlichkeit wieder still um das Projekt.

Auf der SynthPlex 2022 zeigte der Entwickler Jacob Brashears nun eine neue Version von Relic. Die äußere Erscheinung wie auch das Innere des „Discrete Analog Polyphonic Synthesizer“ haben sich mit den Jahren deutlich gewandelt. Relic wird nun acht Stimmen bekommen, da die Klangerzeugung auch bi-timbral spielbar sein soll.
Ebenso wurde das Panel komplett neu gestaltet. Mit mehrfarbigen Lichtstreifen wechselt die Anzeige für die verschiedenen Sektionen. Diese werden wiederum über illuminierte Felder angewählt. Das macht einen durchdachten und direkten Eindruck, zumal es keine weiter unterteilten Menüs oder Strukturen geben soll.
Die Kollegen von Sonicstate haben ein Interview mit Jacob Brashears aufgenommen, in dem er den Prototypen erklärt. Leider gibt es den Synthesizer noch nicht zu hören.

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Shear Electronic Relic wird gegenüber der früher geplanten 6-stimmigen Version doch teurer werden. Derzeit schätzt man, dass man sich in dem Bereich von 6.500,- US-Dollar bewegen wird. Eine verlässliche Angabe, wann der Relic erhältlich sein wird, gibt es aber noch nicht. (möglicherweise März 2023) Es ist aber schön zu sehen, dass das Projekt fortgesetzt wurde und hoffentlich in nicht all zu ferner Zukunft auch fertig gestellt wird.

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Ab hier die Meldung vom 26. Januar 2017

Bei kleinen Firmen mangelt es gelegentlich an der nötigen Öffentlichkeitsarbeit. Da kann es schon mal passieren, dass selbst ein polyphoner Analogsynthesizer unter dem Radar durchfliegt, so etwa wie der Shear Electronics Relic-6. Der war aber in der Gitarrenhalle auch nicht leicht zu finden.

 

Shear Electronics hat für den Relic-6 Voicecards entwickelt, deren Schaltungen sich dicht an denen von Oberheim, speziell dem OB-X, orientieren. So ähnelt dann auch die Struktur des Synthesizers im Großen und Ganzen dem Oberheim-Klassiker. Für jede der sechs Stimmen gibt es zwei VCOs mit Hardsync, Rauschgenerator, State-Variable-Filter und einer Modulationsmatrix für Hüllkurven und LFOs. Auch ein Sequencer soll mit an Bord sein, der aber noch nicht vorgeführt werden konnte.
Auf der farbenfroh gestalteten Bedienoberfläche fällt vor allem eine Balkenanzeige auf, die quer über das ganze Panel reicht. Damit wird der momentane Wert der Touch-Encoder angezeigt, sobald man einen berührt bzw. bewegt.

Bei den Oszillatoren gibt es Sägezahn und Puls (PWM 50-90%). Sie werden nicht mit einem herkömmlichen Mixer, sondern über Schaltstufen zusammengeführt. Das 12 dB Tiefpassfilter arbeitet mit State-Variable-Schaltung und basiert auf einem RCA-Clonechip von Texas Instruments. Für die Resonanz nutzt Relic-6 die gleichen Silver-Mica Kondensatoren, die auch bei Oberheim seinerzeit für den besonderen Resonanzklang des Filters sorgten. Die Hüllkurven werden digital erzeugt, wobei man sich am Verhalten des Curtis Chips CEM3310 orientiert hat. Insgesamt sind in dem Shear Electronics Relic-6 über 3.000 Transistoren verbaut worden.

Das Gehäuse besteht aus Aluminium mit handgefertigten Holzseitenteilen, das Panel soll aus Plexiglas bestehen. Einzelausgänge für die sechs Stimmen waren an dem Prototypen nicht zu erkennen.

Auf der NAMM wollte man erst einmal das Feedback prüfen, in wie weit man mit dem Shear Electronics Relic-6 Interessenten ansprechen kann. Daher ist der Plan für die Produktion und die finale Preisgestaltung keineswegs festgelegt. Als grobe Ansage gibt es den Sommer als Start der Produktion, derzeit kann man sich in eine Warteliste eintragen. Man würde gern einen Preis von 3.499 Dollar realisieren können, was angesichts der aktuellen Marktlage bei polyphonen Analogsynthesizern schon eine mutige Ansage ist. Aber Enthusiasmus kann man dem Entwickler wahrlich nicht absprechen, wie man es in den Videos von Sonicstate und Synth Anatomy sehen kann. Wir wünschen dem Projekt jedenfalls viel Glück.

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Forum
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    Son of MooG AHU

    Das Teil ist mir schon vom SonicState-Video einen ziemlichen Eindruck gemacht. Die Idee mit dem Bar-Display fand ich toll; überhaupt ist das Design erfrischend anders, dennoch intuitiv. Und dieser Junge steht erst am Anfang…

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    AMAZONA Archiv

    Viel Geld für den Spaß. Und ja das Design ist mir zu modern jedoch Geschmackssache. Also ein analoger oberheim Nachbau. Hmmmmh da sollte man sich genau überlegen.

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    AMAZONA Archiv

    Es würde mich sehr freuen, wenn ein junger talentierter Mann „mal eben“ einen DER Klassiker nachbaut während Tom Oberheim selber sich auf den Schoß von Dave Smith setzen muss, nur um einen ähnlich klingenden OB-6 zu realisieren. Mir würde bereits eine duophone oder dreistimmige Variante reichen. Am besten im OBI-Design, den aber mit dem Lichtstreifen. :)

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      AMAZONA Archiv

      Ja, aber die beiden alten aber legendären Säcke haben einen tollen Synth GELIEFERT, und das müssen alle andere erst Mal nachmachen…

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    AMAZONA Archiv

    silver mica capacitors.. endlich mal einer der es begriffen hat… auch wenn nur im filter..
    wusste gar nicht, das der obx das auch hatte..

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    AMAZONA Archiv

    Also vom Design her denke ich gefällt mir der behringer bcr2000 besser…. Hahaha

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    TZTH

    nicht sicher ob das bei dem Preis was wird, aber der Typ ist mutig und ich denke der wird noch mehr bewegen, auf jeden Fall respektabel so eine Aktion mit 18.

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      AMAZONA Archiv

      Wenn er 2 Jahre gebraucht hat um das Ding zu bauen (was ich als wenig empfinde), dann hat er mit 16 angefangen. Respekt. Ich habe mit 16 nichts auf die Reihe bekommen. Gar nichts.

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    AMAZONA Archiv

    Der junge Mann wirds weit bringen, wenn er sich anstrengt, soviel steht fest. Technisch ist das Teil sicher ein tolles Stück, optisch erinnert es mich an das Mobiliar in einem amerikanischen Golfclub gehobener Klasse oder einen Zigarrenhumidor. Das soll aber nicht das Problem sein, das Innenleben scheint vielversprechend zu werden, darauf kommts an. Bin gespannt, wie die Geschichte weitergeht! :)

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    AMAZONA Archiv

    Der Junge ist massiv aufgeregt in dem Interview. Zurecht. Er hat da was Beeindruckendes vorgestellt. Was er braucht ist entweder Geld um sein Ding zu machen, oder eine Firma, die ihm Raum gibt. Auf der anderen Seite, hat er schlicht die alten Oberheim-Pläne nachgelötet (wenn ich ihn richtig verstanden habe). Das gibt 100 Punkte für Fleiß, und noch mal 100 Punkte für die exzellente Abstimmung der Komponenten. Ihn aber als „Synthentwickler“ zu beschreiben geht dann wohl doch etwas zu weit.
    Ich hoffe er versackt nicht als Knecht bei einer der etablierten Hersteller, die ihn auf interessant klingende und profitable Ideen ausquetschen, um ihn dann wieder auf die Straße zu setzen. Behringer traue ich so was zu. Und der „neuen“ Firma Korg. Bei Roland könnte er was werden. Oder bei Dave Smith. Aber sonst …

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    iggy_pop AHU

    Technisch ist das schon recht anspruchsvoll umgesetzt, auch wenn das Design eher dem Zeitgeist gerecht wird und im Trump Tower gut aufgehoben wäre.
    Oder im Paris Hilton…
    Das kann man sicherlich noch anders und sachlicher gestalten.

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      moogist

      Sehe ich genauso. Das Konzept und der Sound ist absolut verführerisch, das Design des Instruments könnte aber – auch im Sinne der Preisgestaltung – durchaus etwas konventioneller sein.

  10. Profilbild
    nor

    Das klein Wenig, das im Web vom Replic-6 zu hören ist, hat mich voll und ganz überzeugt. Als Vintage-Synth-Freak suche ich schon Jahre lang nach einen wohlklingenden und polyphonen Synthesizer im Desktop-Format. Die aktuellen Geräte, hier schließe ich die DSI-Sachen mit ein, bieten nicht die Ausdrucksstärke der alten Synthesizer. Manche Einstellungen klingen gar schlecht und unbrauchbar. Aufwendig ausgewählte Bauteile machen mehr Sound als die unzähligen Features oder die unendliche Mod-Matrix. Ich freue mich sehr, dass ich dieses Gerät hier gefunden habe. Bestellt ist er und ich hoffe, dass er zu mir kommt! Mit der 8raw8 hatte ich ein ähnliches Erlebnis…

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    Garfield Modular AHU

    Hallo Zusammen,

    Und wieder ein interessanten Synthesizer! :-) Leider gibt es hier noch wenig (gar nichts) zum rein hören, schade, am besten wäre schon mal ein Loopop Video gewesen, ha, ha.

    Im Video erwähnt er März 2023 als hoffentlich erste Lieferdatum. Nah ja, ich bin gespannt! Und spannend sieht das ja schon aus. Der Preis, befürchte ich, wird auch spannend sein…

    Selbstverständlich ein großen Danke an der Jim und viele Grüße, Garfield.

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    Synchead

    Maximum respect! Der wird es weit bringen wenn er weitermacht. Sollte Mann unterstützen – Thomann!

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    Emmbot AHU

    Die Gui ist mal interessant. Ich muss an Raumschiff Enterprice denken. Würde das Ding gern live sehen.

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    Flowwater AHU

    Wächst hier still, klamm und heimlich ein neuer »Xpander« heran? Wenn der »Relic« die Modulationsmöglichkeiten des Oberheim-Vorbilds hat … mein Geld wäre reserviert. Natürlich muss der dann noch gut klingen; genau wie ein Oberheim stünde bei mir noch nicht einmal auf meiner Pflichtliste. Bin gespannt.

    Auf jeden Fall kann man dem Kollegen bei so viel Enthusiasmus nur wünschen, dass das Gerät etwas wird (und vor allem, dass der »Relic« im Moment nicht nur ein hübsch aussehendes Gehäuse mit bunten Lichtern ist).

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    HOLODECK Sven

    Mehr als 5 Jahre Arbeit und dann kommt ein Design heraus, was an Bedienpulte von Kraftwerken aus den 70ern erinnert? RELIC passt dazu natürlich .D

  16. Profilbild
    Philipp

    Ich wünsche ihm viel Erfolg, sympathisches Projekt; ein Markt für moderne diskret aufgebaute polyphone wäre denke ich da.

    Viele suchen immer noch was ebenbürtiges zu den Originalen und die Neuauflagen in SMD Technik mit großen schweren Gehäusen und recht kompaktem Innenleben sind für sich sicher auch schöne Synths mit denen sich toller Sound machen lässt, reichen für meine Ohren aber nicht an die Klassiker ran, und damit scheine ich nicht alleine zu sein.

  17. Profilbild
    Everpure AHU

    Die Idee ist super! Der Xpander war und ist immer noch unerreicht als polyphoner Synth in seiner ganz eigenen Weise und ein Trauminstrument. Aber dat Dingen hier sieht wirklich zum Weglaufen aus…

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