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Special: And.Ypsilon (Fanta4) vergleicht Eurorack VCAs

Synth Werk 902 VCA

Synth Werk 902 VCA

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Ein bisschen außer Konkurrenz läuft dieser VCA von Synth Werk aus München. Ein 5 HE hoher Nachbau des Moog Modular VCAs der ersten Serie von Mitte der 60er Jahre. Von allen Moog Modular Klonen, die heutzutage erhältlich sind, ist das wohl einer der authentischsten. Die exponentielle Kennlinie ist sanfter als bei anderen getesteten Modulen. Ein VCA, der Sanftheit mit Druck zu kombinieren vermag.

Zunächst die exponientielle, dann die lineare Variante:

Erkenntnisse: Sind wir irgendwie schlauer geworden?

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Wie man die klanglichen Unterschiede von VCAs wertet, hängt wohl v.a. mit der eigenen Vorbildung und Erfahrung zusammen. Andys Produzentenohr ist diesbezüglich viel sensibler als mein Musikergehör. Irgendwann nach stundenlangem Zudröhnen durch unsere immergleiche Testsequenz machte es auch bei mir Klick. Die Doepfer Module klingen eher analytisch, die verschiedenen Moog Klone (AJH, Raging und Synth Werk) druckvoll, und wer es lieber sanft und ein bisschen träge mag, tendiert zu Vactrols (Circuit Abbey).

Die Musikalität von linearen VCAs hat uns erstaunt. Sie lediglich zur Kontrolle von Steuerspannungen einzusetzen, würde ihnen nicht gerecht. Bei den Exponentiellen finden sich große Unterschiede. Jeder Hersteller hat seine eigenen Vorstellungen, welche exponentielle Charakteristik wünschenswert ist. Und so ist die wichtigste Erkenntnis wohl die, dass man VCAs am besten zusammen mit den Hüllkurven auswählen sollte. Und wenn jetzt jemand fragen sollte, welches denn der wirklich tollste VCA sei, dann müsste ich ihn enttäuschen, weil dies wie so oft auf den Einsatz und die eigenen Wünsche ankommt.

Keiner der zehn getesteten VCAs zeigte eklatante Schwächen wie Rauschen oder unerwünschte Verzerrungen. Sucht man einen günstigen VCA, der einfach und solide seine Pflicht erfüllt, ist man mit allen Doepfer Modellen gut beraten. Klanglich bewegt man sich dabei in einer “neutralen Mitte”. In die druckvolle Richtung gehen die verschiedenen Moog Klone, die den Klang ordentlich “zusammenbacken”. Mein Favorit dabei ist der Raging Bull, der auch ohne Filtereinsatz dem Signal eine “satte Färbung” verleiht. Dass man nebenher auch gleich noch einen wunderbaren Filter mitbekommt, hebt den Wert dieses Moduls natürlich nochmals an.

Wäre das oberste Ziel hingegen die Flexibilität, dann fiele die Wahl auf WMD. Dieser Doppel-VCA bietet allerlei Tricks und Finessen, die mit keinem anderen Testkandidaten möglich wären. Ob man dies alles braucht, ist indes eine andere Frage. Gewiss klingt es in der Theorie spannend, die jeweils negativen und positiven Ausgänge zweier VCAs zu addieren, jedoch fallen mir nur wenige Anwendungen ein, wo ein solches Verhalten notwendig wäre. Auf der anderen Seite kann eine unbekannte Technik sehr wohl der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen. Wer sich längere Zeit mit dem WMD Modul beschäftigt, wird bestimmt interessante Klänge entdecken. Für eher klassische Sounds ist man nicht darauf angewiesen.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Pflosi  

    Danke für den Test! Schade, dass Ihr keinen Cwejman VCA hattet.

    Zwei kleine Anmerkungen: die summierten und subtrahierten Ausgänge beim WMD können z.B. für Ringmod oder MS Encoding / Decoding benutzt werden. Ferner, bzgl. dem Ansprechverhalten, es ist schlicht ein Mythos, dass lineare VCAs nicht für Audio (nur CV) geeignet sind – persönlich tweake ich lieber die Envelope als die VCA Kennlinie. Und das geht „intuitiver“ mit linearen VCAs.

    Gruss!

    • Profilbild
      Martin Andersson  RED

      Gewiss wäre ein Cwejman VCA auch spannend gewesen. Gleiches gilt für Harvestman, Mutable Instruments, Bastl Instruments (Quattro Figaro!) etc.
      Wir konnten schlicht nicht alle 46 in Deutschland erhältlichen Eurorack VCAs testen und mussten eine Auswahl treffen.

      • Profilbild
        Pflosi  

        Finde ich nicht – Cwejman VCAs sind all diesen anderen deutlich in Qualität überlegen. Wäre als Extrembeispiel (im positiven Sinne) aufschlussreich gewesen.

        Gruss!

          • Profilbild
            Pflosi  

            Falls Du „verglichen“ etwas weniger eng fasst als ein strikter A/B Test wie von Euch netterweise vorgelegt… Mit diversen Doepfer VCAs, Intellijel uVCA (V1) / hexVCA, 4ms VCA Matrix, Addac 802 (ein Favorit, aber nicht clean), Pittsburgh Dual VCA (V2), Makenosie Rosie / Moddemix / Optomix… Bei Cwejman hab ich v.A. Erfahrung mit VCA2P und VCA4MX (und natürlich den zahlreichen internen VCAs in allen Modulen).

              • Profilbild
                Pflosi  

                Nun ja, die meisten davon hab ich nicht mehr, aber die Cwejmans sind auf jeden Fall noch hier und installiert :) Ebenso der Addac 802. 4ms VCA Matrix und uVCA 1 hab ich noch irgendwo in irgendeiner Schublade rumliegen (wobei ersteres Modul eventuell einem baldigen Trade zum Opfer fallen könnte)…

  2. Profilbild
    gutzufuss  

    Die Unterschiede sind für mich tatsächlich wenig wahrnehmbar und kaum relevant, da ich ja die entsprechenden Anpassungen an den persönlichen Geschmack schnell an Hüllkurve und Filter eingestellt habe. Einzig der Raging Bull weist mir zuviel Eigenfärbung des Klangbildes auf.
    Tatsächlich habe ich mich schon gefragt, ob ich mit meinen Doepfer Modulen etwas verpasse. Die erfreuliche Quintessenz für mich lautet: Nö, alles gut!

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Vielen Dank an alle Beteiligten!!! Das Zusammenspiel verschiedener Hüllkurven, VCA´s und lin/log, formen das individuell gewünscht, gehörte Ergebnis. Schön so hier die Bestätigung zu lesen.

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wenn ich die Wahl hätte dann bitte schnelle, Exp/Lin, ADSR und im im Audiobereich loopbare VCA’s/Envelopes. Eine fixe Pulsweite hätte ich für die Klangbeispiele besser gefunden. Je reiner der Klang desto leichter die Analyse. Die Schwebungen stören schon sehr. Die Lautstärkeunterschiede waren wohl gewollt, leider sind die Intellijel dadurch fast nicht beurteilbar. Subjektiv gefielen mir die Moog am besten. Waren ja auch schön laut. :)

  5. Profilbild
    AndreasKrebs

    Ah, ein schöner Test, vielen Dank dafür! Wie immer schwelge ich im Klang vom A-131, der beim näheren Hinhören ganz und gar nicht „analytisch“ ist ;-)

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Bin schon auf die nächste Folge gespannt: Den Test der Patchkabel :)

  7. Profilbild
    martin stimming  

    und die dritte Folge ist dann: die Stromversorgung :)

    dann bitte noch raumaktivatoren miteinbeziehen (besser nicht googlen wenn man ein freund des gesunden menschenverstandes ist) und dann müsste man ne optimale rechteckwelle ausspielen können…

    aber im ernst, ich muss mich pflosi anschliessen – schade dass ihr keinen cwejman dabei hattet. ich erinnere mich wie ich einmal eher durch zufall nen externes audio mit meinem s1 „tremoliert“ hatte und begeistert war wie gut das klingt. bin mir ziemlich sicher dass es bei amps schon unterschiede gibt.

    • Profilbild
      Pflosi  

      Genau re:Cwejman :)

      Bin nicht sicher, ob das ironisch war – die Stromversorgung ist definitiv relevant! Auch wenn sich das in einem solchen A/B Test eher nicht zeigen würde… Die Qualität von Patchkabeln wird zudem spätestens ersichtlich, wenn die Kabel kaputt sind :)

      Gruss

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        TobyB  RED

        Hallo Florin,

        wenn die Strom/Spannungversorgung so schräge ist, wirst du es an einem „parametrischen“ spannungsgesteuertem Verstärker hören. Und das ist noch nicht mal Vodoo. Ich meine jetzt nicht abrauchen, sondern das sich die Kennlinien des VCA so verschieben, das er ganz anders arbeitet.

        Bei Patchkabeln nehme ich gerne pinke linksgedrallte stoffummantelte Kabel, deren Drall für Audio ausgelegt ist, damit ich auch die Länge keine allzugroße Dämpfung habe. ;-)

        • Profilbild
          Pflosi  

          Haha :)

          Ja, aber die typischen Probleme mit der PSU sind eher anderer Art: Bleed von VCOs in den Audiopfad ohne Patching; VCOs, die ohne Patching moduliert werden; VCOs, die ohne Patching bei ähnlicher Frequenz „syncen“; hochgepitchter „Switching Noise“ im ganzen System resultierend von den schlechten Switching PSUs; „wobblige“ CV wenn man zwischen mehreren Cases (bzw. PSUs) patcht; inkonsistente Levels; usw. Wobei das alles genauso sehr die Stromverteilung (Busboards) betrifft wie die PSU selbst.

          Gruss!

          • Profilbild
            TobyB  RED

            Hallo Pflosi,

            stimmt. Wobei wenn ich diese Fehler feststellen würde, hätte ich mit meinem Rack ein Problem. Deine Ausführungen gelten natürlich für VCOs noch mehr. Aber mittlerweile sollten sich die weniger fehleranfälligen Schaltungsdesigns rumgesprochen haben. Auch für Schaltnetzteile und Platinenlayouts.

              • Profilbild
                TobyB  RED

                Hallo Pflosi,

                Das Netzteil sieht robust aus! Ich hab ehrlichgesagt keine Ahnung wie die Hersteller momentan so ticken. Persönlich bevorzuge ich aber lieber PSUs mit genügend Leistungsreserven und entsprechendem Platinen und Schaltungslayouts. Schaltnetzteile mag ich eigentlich gar nicht. Ich hatte die Tage wieder das Erlebnis das ich im Audiobereich ein hörbares Rauschen und Zisseln vernommen habe, am Ende war es wieder ein Schaltnetzteil.

                Grüße ToB

                  • Profilbild
                    TobyB  RED

                    Hallo Florin,

                    die PSU würde ich nicht in die Nähe lassen. Ich gehe mal davon aus, das du die Technischen Daten kennst. Ich war letztes Jahr in Oslo und war dort bei einem Gig norwegischer Hipster. Die hatten ein nagelneues System 1m und die Scooper, Demora, Torcido, Bitrazor Module. Die PSU war etwas schlaff konzipiert. Du ahnst was jetzt kommt. 220V~ haben das ganze Case gegrillt. Hat aber vorher immer funktioniert ;-)

                    • Profilbild
                      Pflosi  

                      Haha :) Die Roland Dinger brauchen sehr viel Stromstärke, jedes der Effektmodule braucht 450mA und das 1m 700mA (!). Das sind 2.5A, eine Doepfer PSU2 z.B. liefert maximal 1.2A. Wundert mich also überhaupt nicht.

  8. Profilbild
    changeling  AHU

    Es gibt aktuell drei verschiedene Versionen vom A-131 (1. mit CEM3382, 2. mit CA3080, 3. = aktuelle mit THAT2159/V2159/SA2159) und zwei Versionen vom A-132-3 (die erste mit CEM3360, die aktuelle mit SSM2164), da wäre es schon schön gewesen zu wissen, welche dieser Versionen genutzt wurde.

    Ich persönlich finde den Qualitätsunterschied zwischen uVCA II und den Döpfer VCAs (allerdings alte Versionen mit CA3080 bzw. CEM3360) allein an den besseren Werten beim Übersprechen bemerkbar.

  9. Profilbild
    Marienberg

    Wenn du das Material noch hast schick mal sich widerhohlende Bursts variabler Länge und Pausendauer rein, dann wird es nochmal richtig interessant.

    Steffen Marienberg

  10. Profilbild
    Joghurt  AHU

    Ob der Hörer die verschiedenen VCAs am Schluss hört oder nicht, finde ich gar nicht so wichtig. Ich habe auch die einen oder anderen Gerätschaften herumstehen, welche für mich wichtig sind, am Schluss aber für andere nicht wahrnehmbar sind. Wenn Andy es als Produzent wichtig findet 10 VCA zu haben, zeigt das für mich, dass er die Musik immer noch so macht, dass er damit glücklich ist. Und so soll es sein.

    Ach ja: Witzig finde ich, dass unter dem zweiten Foto Andi steht.

  11. Profilbild
    c.hatvani  AHU

    Das ist ja interessant, ich dachte bisher, ein VCA ist Jacke wie Hose, der Sound wird eh von Filtern, Oszillatoren und Hüllkurven geprägt…

    Aber ein Sound kann kraftvoll oder mehr „träge“ daherkommen, obwohl die Klangfarbe selber mehr oder weniger gleich ist. Etwa wie der Unterschied zwischen Roland Juno-60 und 106.

    Durch die Soundbeispiele habe ich jetzt meinen Traum-VCA zwar nicht gefunden – der Bericht hat mir aber die Augen geöffnet.

    • Profilbild
      Stephan Merk  RED

      Unter HiFi-Freunden gibt es generell die Diskussionen, ob Verstärkerelemente klangformend sein können. Die Theorie vieler sagt nein, die Praxis aber sagt ja. Sonst wären ja alle High-End-Verstärker am Ende exakt gleich. Daher wundert mich dieser Test überhaupt nicht, denn hier kommen Bauteile zum Einsatz, durch die das Signal geschickt wird. Das kann ja gar nicht ohne Klangformung passieren. Ich höre hier auch teils deutliche Unterschiede, kann diese Mangels Erfahrung aber nicht in gut oder schlecht einordnen, sondern sage einfach pauschal anders. Das ist wohl wie mit dem Musikgeschmack allgemein, dem einen gefällt das, dem anderen dieses. Und das macht das Ganze spannend und vielfältig.

      • Profilbild
        c.hatvani  AHU

        naja, bei Hifi Freunden ist das wieder eine andere Sache, ich glaube nur was ich wirklich höre :-)
        Mit einem Hifi Freund habe ich mal teure und vergoldete Kabel mit normalen verglichen, weil er meinte, die teureren klingen besser. Dann habe ich mit ihm einen Blindtest im A/B Vergleich gemacht und er lag gehörig daneben.

        Ich denke, bei VCAs sollte es aber einen wahrnehmbaren Unterschied geben – wirklich auf den Boden der Tatsachen.

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