Test: Akai MPC Touch, MIDI-Controller + Software

MPC Touch 5

Durch den Touchscreen bietet die AKAI MPC Touch nun theoretisch Zugang zu wirklich jeder Funktion der Software. Dies macht nicht zuletzt der beeindruckende Main-Screen mit 20 (!) Unterpunkten klar, der schon ein wenig organisatorisches Talent erfordert, um ihn kreativ zu bezwingen. Hat man aber einmal den Überblick, so kann man von hier aus auf wirklich jede Darstellung navigieren, sofern sie schon vorhanden ist. Ein paar Platzhalter hat AKAI in der Vorserien-Version gesetzt, die auf zukünftige Updates hoffen lassen, wie zum Beispiel die Q-Link Edit-Funktion. Vom Main-Screen lassen sich verschiedenste Ansichten aufrufen, welche die Parameter der Software entweder nur darstellen und greifbar machen, sowie die Mixer- oder Trackansicht oder aber wirklich ergänzen, wie beispielsweise die Ansicht des Step-Sequencers, der direkt bedienbar gemacht wird. Im Video erfahrt ihr mehr:

Touch me!

Die spannendste Frage: Wie schlägt sich der Touchscreen als Ersatz für Knöpfe und Potis? Die Antwort fällt sehr differenziert aus: Grundsätzlich funktioniert er gut – vorausgesetzt, man lässt sich darauf ein. Sicherlich gibt es hier und da ein wenig zu kleine Flächen zu treffen und auch die Einstellung genauer Werte liegt dem ein oder anderen mit Drehknöpfen und Fader mehr. Aber der Touchscreen schlägt sich nicht schlecht. Die Auflösung ist optisch und auch von der Handhabung her richtig gut und man hat schnell das Gefühl das Geschehen in der Hand oder besser noch an der Fingerspitze zu haben. Die MPC-Software wird auf das Wesentliche reduziert und sehr intuitiv bedienbar gemacht.

MPC Touch 2

Ein wenig Latenz muss man dann natürlich doch im Vergleich zur Hardware hinnehmen und auch das punktgenaue Regeln, zum Beispiel in der Mixer-Ansicht, fällt nicht ganz so leicht, aber das gibt sich. Das klingt ein wenig nach Kompromiss. Und das ist es wohl auch. Denn die Pads und sonstigen Bedienelemente lassen die eigentliche MPC durchblicken, mit schnellem, intuitiven und direkten Zugriff auf alle Elemente des Produktionsprozesses, auch mit reduziertem Display. Aber die MPC Touch möchte einen Schritt weiter gehen und das tut sie auch. Sie schafft eine Verbindung mit dem Rechner, die den Blick vom Computer-Display lösen möchte und dessen Rechenleistung in Anspruch nimmt, aber die Arbeit direkt an der Hardware fokussiert.

Forum
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    Atarkid  AHU

    Bezieht sich der Pluspunkt „moderne Fortführung der MPC-Tradition“ auf die MPC’s die nur noch Controller sind, oder auch auf die „richtigen“ MPC’s?… Falls ja, finde ich den Pluspunkt irgendwie, naja, merkwürdig. Ein Notebook als zusätzliches Gerät kann doch nicht die Fortführung einer MPC-Tradition sein. Das tighte Timing und die Unabhängigkeit von anderen Plattformen hat die MPC doch so interessant gemacht. Ein Controller ist eben nicht mehr oder weniger als ein Controller. Warum sonst kommen wieder mehr Hardware-Sequenzer auf den Markt?

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      s.spieker  RED

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Natürlich bezieht sich dieser Punkt auf die neueren Controller-MPCs und ich gebe dir auch in den übrigen Äußerungen Recht. Jedoch geht AKAI den Weg der Hybrid-Lösung schon länger und nach MPC Renaissance und Studio ist die Touch nun eine Fortführung dieses Wegs. Vielleicht werden die MPC Fans der ersten Stunde noch einmal mit einer neuen Hardware-Version belohnt, aber bis dahin ist die neue MPC ein Software Controller, welcher natürlich den Leistungsumfang des Gesamtpaketes schon ziemlich erhöht.

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    fno  

    Für mich ist ein wesentlicher Grund für den Einsatz von Fernbedienungen die haptische Erfahrbarkeit der Bedienelemente, finde ich beispielsweise bei Klaviertastaturen echt praktisch. Zudem wünsche ich mir bei einer MPC eine integrierte Tonerzeugung um diese auch rechnerunabhängig nutzen zu können.
    Für vergleichbaren Kurs ist für mich eine Kombination aus 27´-Touchscreenmonitor und einem externen Controller mit 16 Pads und 5 oder mehr Encodern nebst einigen Tasten oder gleich ein passendes Controllerkeyboard die bedientechnisch bessere Alternative – zudem seit Windoof 8.1 mit FL-Studio (ich weiss, ganz furchtbar unprofessionell :-)) nahezu problemlos und für alle Softwarefunktionen uneingeschränkt funktionabel.

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      s.spieker  RED

      Das ist bestimmt auch eine Möglichkeit, wenn auch weniger kompakt. Vorteil der MPC Touch ist natürlich die MPC Software als Herzstück mit großer Sample Auswahl und das diese dann adäquat für einen Touchscreen umgesetzt und reduziert worden ist.

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    Stephan Merk  RED

    Danke, schöner Bericht! Meine persönlichen Probleme mit der MPC Ren habe ich ja selbst mal in einem Artikel geschildert. Zur aktuellen Software sei anzumerken, dass nun auch bislang problematische DLLs fehlerfrei eingebunden werden. Allerdings ist die native Steuerung der Plug-Ins immer noch etwas hakelig, das mag bei der MPC Touch besser sein. Jedenfalls ist klar, dass sie keine MPC Renaissance ersetzen kann und offenbar auch gar nicht soll. Würde man sich einen Umstieg überlegen, hängt der wohl stark von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Ich könnte mir vorstellen, MPC-Hasen greifen zur Ren, Neulinge zur Touch. Dann ist allen geholfen.

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