Test: AVP MAD-5, Analog Drum Expander

Die Basis von Open und Closed Hihat scheint ebenfalls gefiltertes Rauschen zu sein. Bei den beiden Sounds sind die internen Voreinstellungen leicht unterschiedlich. Mit Tune und Decay können beide Hihats in Grenzen verändert werden. Das maximale Decay der Open Hihat ist recht kurz geraten. Leider gibt es keine Abhängigkeit zwischen Open und Closed, so dass sich die Sounds nicht wie sonst üblich einander abschneiden. Der Sound erinnert eher an alte Beatboxen als an die metallischen TR Hihats.

Clap ist mit fünf Parametern der komplexeste Sound der MAD-5. Er besteht aus separaten Clap Impulsen und einer Rauschfahne, das Mischverhältnis zwischen beiden Anteilen ist regelbar. Die Impulse klingen wie kurze Blips aus einem 8-Bit Chip und lassen sich im Abstand zueinander sowie in der Tonhöhe verändern. Beim Rauschen gibt es ein Decay und das Filter lässt sich zur Klanganpassung regeln.

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Der Klang des AVP MAD-5 lässt sich tatsächlich mit „roh“ gut beschreiben und ist somit wohl ganz im Sinne der Entwickler geraten. Angesichts der zahlreichen Clones, die derzeit den Markt bereichern, ist dieser eigenständige Sound als wirklich positiver Punkt zu bemerken.

Die Bassdrum liefert keine anders- oder neuartigen Sounds und hier fehlt mir persönlich eine Pitch-Hüllkurve für knackige Dance-Kicks. Die Snare kann mit dem Sweep punkten und steht, obwohl sie nur mit Rauschen arbeitet, anderen Klangerzeugern in Nichts nach. Die Hihats sind unspektakulär und verrichten einfach ihren Job, wobei sie sich mit dem stimmbaren Filter gut anpassen lassen. Viel vom Charakter des AVP MAD-5 machen die Claps aus. Ich möchte sie zwar nicht mit dem Simmons Trap Clap vergleichen, dazu ist der Klang zu verschiedenen, aber in puncto Abwechslung bietet dieser Sound klar mehr als viele Konkurrenten. Und dabei muss es nicht immer ein Clap sein was dabei raus kommt, man kann auch eigenwillige Percussion damit erzeugen.

Für die Bassdrum macht es einen kleinen Unterschied aus, ob man sie über den Einzel- oder den Mix-Ausgang abnimmt. Der Regler für das Master-Volume lässt den Klang bis in eine leichte Übersteuerung fahren. Bei den auf Rauschen basierenden Klängen fällt das kaum ins Gewicht. Allerdings liegt das erst im letzten Bereich des Regelweges und lässt sich daher nicht sehr gut dosieren. Außerdem kann man bei dieser Einstellung dann am Mix-Ausgang ein leichtes Nebengeräusch der sonst sehr sauber arbeitenden Schaltung wahrnehmen.

Klangbeispiele
Forum
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    Atarkid  AHU

    Dass die Einzelausgänge in der Summe nicht gemutet werden ist schade, aber das Teil klingt für meine Ohren ziemlich cool. Grad der „Electrobeat“. Die Hihats sind herrlich „unnervig“. Ist halt recht speziell, ob’s einem 360 Euro wert ist, weiß nicht…

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    Flying C  

    Klanglich finde ich den MAD durchaus für gelungen. Teilweise erinnern die Sounds an den ADX-1, insbesondere Hats und der rohe Clap-Sound, den man beim ADX mit dem Metal-Kanal synthetisieren kann. Für das, was das Gerät bietet gehen 360 € aber weit über die Schmerzgrenze.

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    Joezz

    Dazu kommen noch die 19% Umsatzsteuer! Ich find meinen MAD-5 richtig gut, wegen des eigenständigen Klanges. Und weil es wohl ein Exot bleibt.

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    Markus Schroeder  RED

    Das ist aber mal eine schön knallige Snare, wow. Allein schon dafür würde ich mir das Teil holen.
    Auch die Clap 1 finde ich super und ich mag eigentlich gar keine Claps.

    Claps 2 ist auch sehr lustig. Die Bassdrum erfüllt ihren Zweck, Schön rund aber ansonsten unauffällig. Würde ich ehr als BassDrum-Ergänzung nehmen.

    Aber alles in allem echt cooler Drummie!

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    changeling  AHU

    Für 428,4 Euro inklusive 19% Einfuhrumsatzsteuer plus Zoll finde ich das Ganze aber ganz schön happig. Keine Triggereingänge und bei MFB kriegt man für ein wenig mehr schon einen Sequencer dazu und den Arturia Drumbrute gibt’s jetzt ja auch noch.

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    planet313

    was ist das für ein sound bei dem clap 2 demo, der moduliert wird. das hört sich voll geil an.

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      der jim  RED

      Das ist der Clap, aber ohne die Rauschfahne. Die einzelnen „Klatscher“ werden hier mit kurzen, separaten Rechteck-Impulsen und nicht wie sonst üblich durch eine mehrfache Attack-Modulation erzeugt. Daher kann man den Clap auch ganz anders nutzen.

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        planet313

        tut mir leid, ich habs nicht richtig verstanden. hast du den clap von ausen moduliert (z.b modular system) oder am gerät selber parameter verändert und aufgenommen ?

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