Test: AVP MAD-5, Analog Drum Expander

MIDI

Die MIDI-Implementation von MAD-5 ist überaus knapp gehalten. Per Lernfunktion kann ein MIDI-Kanal zugewiesen werden, auf dem die fünf Sounds von MAD-5 mit festgelegten Noten getriggert werden. Snare, Open und Closed Hihat lassen sich dabei jeweils über zwei Noten spielen, allerdings ohne dass es einen Einfluss auf den Sound hätte.

Velocity, MIDI-Volume oder irgendwelche anderen Controller-Daten werden nicht verarbeitet. Sehr schade ist, dass die Notennummern nicht geändert werden können. Dann hätte man nämlich eine beliebige alte Drummaschine (mit MIDI-Ausgang), zum Beispiel eine TR-505, zur Ansteuerung des Moduls nehmen können. So ist man aber auf die vom Hersteller vorgegebenen Noten angewiesen.

Nachtrag: AVP hat uns nachträglich informiert, dass man nun die Notennummern zur Soundansteuerung um eine Oktave nach oben verschoben, damit man MAD-5 auch mit einem Korg SQ1 Sequencer ansteuern kann, was zuvor wegen dessen limitierten Bereiches nicht ging.

Für die Ansteuerung aus einer DAW stellen die festgelegten Notennummern natürlich kein Problem dar und auch die meisten Grooveboxen decken einen genügend weiten Bereich ab, um die Sounds von MAD-5 spielen zu können.

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Standalone?

Wenn wir uns über etwas nicht beklagen können, dann ist es das derzeitige Angebot an analogen bzw. virtuell-analogen Drums, sei es als Maschinen oder Expander. Vor nur drei Jahren sah es noch relativ traurig aus. Der MAD-5 muss sich heute jedoch gegen ein starkes Feld von Konkurrenten stellen. Da sich viele Mitbewerber in einem recht engem Preisbereich angesiedelt haben, kann man auch Drummaschinen zu Vergleich mit heranziehen, da sie sich in der Regel ebenfalls als via MIDI ansteuerbarer Expander einsetzen lassen.

Da gibt es die günstigen Korg Volca Beats und Akai Tom Cat mit ebenfalls fünf Sounds (beim Volca plus vier PCM-Drums), die aber auf Einzelausgänge verzichten. Weiter geht es dann in der „ab 400,- Euro aufwärts“ Preisklasse mit MFB Tanzmaus, Tanzbär Lite, Roland TR-8, Acidlab Drumatix sowie den in Kürze erhältlichen Arturia DrumBrute und Roland TR-09. Hier stehen schon ganz andere und komplexere Konzepte dahinter, die den MAD-5 diesbezüglich hinter sich lassen – sofern man diese Features braucht.

Aber als reinen Drum-Expander gibt es aktuell nur Vermona DRM 1 MKIII, der zwar deutlich teurer ist, aber dafür acht Drums mit mehr Parametern bietet. Eher vergleichbar mit dem MAD-5 wären da der alte MAM ADX1 und im weiteren Sinne auch Nord Drum und Nord Drum 2, die man alle jedoch nur noch gebraucht ergattern kann.

Wie man sieht, ist die Auswahl groß und dennoch braucht sich hier niemand im Konkurrenzkampf zu zerfleischen. Fast alle Geräte haben individuelle Stärken bei der Ausstattung und beim Klang. Und speziell bei Letzterem hat der AVP MAD-5 ganz klar seinen Stand.

Klangbeispiele
Forum
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    Atarkid  AHU

    Dass die Einzelausgänge in der Summe nicht gemutet werden ist schade, aber das Teil klingt für meine Ohren ziemlich cool. Grad der „Electrobeat“. Die Hihats sind herrlich „unnervig“. Ist halt recht speziell, ob’s einem 360 Euro wert ist, weiß nicht…

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    Flying C  

    Klanglich finde ich den MAD durchaus für gelungen. Teilweise erinnern die Sounds an den ADX-1, insbesondere Hats und der rohe Clap-Sound, den man beim ADX mit dem Metal-Kanal synthetisieren kann. Für das, was das Gerät bietet gehen 360 € aber weit über die Schmerzgrenze.

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    Joezz

    Dazu kommen noch die 19% Umsatzsteuer! Ich find meinen MAD-5 richtig gut, wegen des eigenständigen Klanges. Und weil es wohl ein Exot bleibt.

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    Markus Schroeder  RED

    Das ist aber mal eine schön knallige Snare, wow. Allein schon dafür würde ich mir das Teil holen.
    Auch die Clap 1 finde ich super und ich mag eigentlich gar keine Claps.

    Claps 2 ist auch sehr lustig. Die Bassdrum erfüllt ihren Zweck, Schön rund aber ansonsten unauffällig. Würde ich ehr als BassDrum-Ergänzung nehmen.

    Aber alles in allem echt cooler Drummie!

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    changeling  AHU

    Für 428,4 Euro inklusive 19% Einfuhrumsatzsteuer plus Zoll finde ich das Ganze aber ganz schön happig. Keine Triggereingänge und bei MFB kriegt man für ein wenig mehr schon einen Sequencer dazu und den Arturia Drumbrute gibt’s jetzt ja auch noch.

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    planet313

    was ist das für ein sound bei dem clap 2 demo, der moduliert wird. das hört sich voll geil an.

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      der jim  RED

      Das ist der Clap, aber ohne die Rauschfahne. Die einzelnen „Klatscher“ werden hier mit kurzen, separaten Rechteck-Impulsen und nicht wie sonst üblich durch eine mehrfache Attack-Modulation erzeugt. Daher kann man den Clap auch ganz anders nutzen.

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        planet313

        tut mir leid, ich habs nicht richtig verstanden. hast du den clap von ausen moduliert (z.b modular system) oder am gerät selber parameter verändert und aufgenommen ?

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