Test: BOSS DR-202

2. Oktober 2000

BOSS DR-202

Drumcomputer – BOSS DR-202
A LITTLE BIT OF HISTORY

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Bei einem derzeitigen Ladenpreis von ca. DM 666,- kann man dem DR-202 ein extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis bescheinigen. Ergänzt man den DR-202 noch um einen Boss-Sampler SP-202, erhält man ein fast unschlagbares Groove-Team für weit unter DM 1.500,– und das kann derzeit kein Mitbewerber bieten.

Lange Zeit wurde gemutmaßt, der Drumcomputer gehöre zu einer aussterbenden Spezies, abgelöst durch Software-Sequenzer, Sampler und Workstations. Tatsächlich wurde es in den 90ern ziemlich ruhig um die Klopfgeister von Roland, Yamaha und Co.
Erst die Roland Groove-Box MC-303 läutete eine neue Ära der Drumcomputer ein, die nun nicht mehr nur zur Schaffung rhythmischer Schlagzeug- und Percussiontracks dienten, sondern mit deren Hilfe man plötzlich in der Lage war, ganze Dance-Tracks zu produzieren.
Und noch eines hatten die Groove-Machines gelernt, nämlich den Echtzeiteingriff in verschiedene Klangparameter, wie einst bei den analogen Urahnen TR808 und TR909.
Die Firma BOSS war schon immer die ROLAND Vermarktungsschiene, wenn es darum ging bewährte Roland-Technologie auch im Low-Budget Bereich unters Volk zu bringen.
Günstig und nicht billig lautet dabei die Devise von BOSS, womit sich BOSS Produkte in den vergangenen Jahren bei den Konsumenten einen hervorragenden Ruf verschafften.
So ist auch der letzte Drumcomputer-Sprössling aus der Boss-Familie ein echtes Highlight, wie Sie im folgenden Test sehen werden.

KOMPAKT UND HANDLICH

Die Technik des DR-202 steckt in einem schwarzen Kunststoffgehäuse mit orangefarbener Beschriftung. 13 leuchtende Pads dienen zum Triggern von Schlagzeug-, Percussion und Bassklängen. Ein Alpha-Wheel ermöglicht die Datenveränderung des gewählten Parameters im Display. Über dem Display zieren acht weitere Regler das Gehäuse. Hier lassen sich verschiedene Parameter wie Cut Off Frequenz oder Effektanteil Flanger ohne Umweg über das Display direkt beeinflussen. Dazu später noch mehr.Die kleinen BOSS Teile gehören leider zu jener Gattung von Instrumenten, die durchgehend mit externen Netzteilen ausgestattet ist. Auch die Dr. Groove (so die BOSS Bezeichnung) benötigt zum Anschluss ans Stromnetz ein externes Netzteil, nur leider gehört dieses nicht zur Grundausstattung des DR-202 und muss zusätzlich gekauft werden (hier holte sich unser Testkandidat seinen ersten Minuspunkt). Stattdessen liegt ein Satz Batterien bei, mit dem sich die DR-202 auch netzunabhängig betreiben lässt.Der zweite Minuspunkt betrifft das unbeleuchtete Display. Im trüben Licht einer Diskothek ist der Inhalt des Displays praktisch nicht zu entziffern.
Auf der Rückseite befinden sich zwei Midi Buchsen (In/Out), der Anschluss für einen Kopfhörer sowie für einen Fußschalter und zwei Audioausgänge, die leider als Chinch-Buchsen ausgelegt wurden. Darin zeigt sich bereits, dass BOSS den DR-202 in erster Linie als DJ-Tool entwickelt hat, auch wenn der DR-202 im kleinen Homerecordingstudio eine gute Figur macht.

LETS GROOVE

Lassen Sie sich Zeit mit der Einspielung eigener Groove-Tracks und probieren Sie zunächst einmal die 400 verschiedenen Preset-Patterns aus. Unterteilt in die Kategorien HIP HOP 1,2 und 3, JUNGLE, DRUM´n BASS, TECHNO, HOUSE, ACID JAZZ, LATIN und ROCK, bietet Dr. Groove eine reichhaltige Auswahl hervorragend programmierter Styles, wobei jedes Pattern aus Drum-, Percussion- und Basslines besteht. In einer weiteren Kategorie OTHERS finden Sie sogar noch einige Jazz, Rythm and Blues sowie Country Tracks, obwohl diese weniger zu den Stärken des Doc´s gehören.Die Aufnahme für ein eigenes Groove-Pattern ist denkbar einfach. Zunächst wählt man eines der 100 beschreibbaren User-Patterns, definiert die Länge und die Quantisierung des Patterns und entscheidet sich, ob man Drumsounds oder eine Basseline einspielen möchte. Kurz RECORD und danach START drücken und schon beginnt das Metronom mit dem Vorzähler. Der Rest ist Geschichte.

Forum
  1. Profilbild
    Daniel - Monarkk

    Kann jemand aktuell Bericht erstatten ob sich der Kauf dieses kleinen Monsters zur Zeit lohnt? Bei Ebay für 60 bis 150€ zu haben kann man doch nicht viel falsch machen?

    Grüße aus dem Wummerland… :)

    • Profilbild
      Andreaz Vogel

      Das ist natürlich eine sehr indifferente Frage, die du da in den Raum schmeisst.
      Keine AHnung, auf welchen Planeten du musikalisch unterwegs bist, keine Ahnung wie dein Maschinenpark aussieht, keine Ahnung, wie du musikalisch arbeitest, und und und.

      Du siehst; ohne weiteren Input wird dir niemand eine auch nur halbwegs valide Antwort geben können.

      Das Einzige, was ich dir (höchst subjektiv) sagen kann, ist:
      Ich hatte das Ding mal vor etlichen Jahren als Dauerleihgabe bei mir im Studio; für mich war es vom Sound und Handling in Ordnung, aber eben kein Lückenfüller in der Gesamtumgebung, und so steht es bei mir auf der „Wenn-es-bei-ebay-für-maximal-x-Euro-zu-haben-ist-schlag-zu“-Liste mit dem Wert x=50 + Porto drin.
      Das ist aber, wie eingangs bemerkt, meine ganz persönliche Meinung; ich find das Ding vom Design und der Farbgebung ziemlich gelungen. Sound und Handling sind noch viel subjektiver…..

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      Tyrell  RED

      Meine Meinung: Kaufen – ausprobieren – und am Ende wenns dir nicht passt, wieder verkaufen. Der Wertverlust wird dabei sicher nicht tragisch sein :-)

  2. Profilbild
    Daniel - Monarkk

    Musikalisch bin ich fast ausschließlich auf dem Planeten Techno unterwegs, und außer einer LPK 25, Ableton 8 und dem U-he Tyrell N6 ist im Moment noch nichts vorhanden. Dann schließe ich mich da Andreas an und werde mir das gute Stück bei Gelegenheit holen. Danke für die Infos! :)

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