Black Box: Yamaha RX5, RX7, RX11, RX15, RX21 Drumcomputer

1. Februar 2014

All-Time-Klassiker, die Yamaha RX-Familie

Analoge Drumcomputer sind begehrt wie nie zuvor. Fast vergisst man darüber, dass es in den 80ern eine Zeit gab, in denen die Sample-basierten digitalen Drumcomputer ihre analogen Vorgänger fast gänzlich verdrängten. Heute sind die digitalen Klopfgeister der 80er fast in Vergessenheit geraten und kosten auf eBay nur einen Bruchteil von Roland TR-808, Roland TR-909 und Co.

Aber nicht nur im Preis haben diese schönen Hardware-Schätzchen ihren Reiz, nein auch in Haptik, Bedienung und Sound lassen sich viele Vorteile erkennen, die nicht nur Sammler zu schätzen wissen, sondern auch immer mehr Musiker, die jene Vintage-Boxen vermehrt in aktuellen Produktionen oder live einsetzen.

König seiner Klasse - die Yamaha RX5

König seiner Klasse – die Yamaha RX5

Unsere Serie BLACK BOX widmet sich der Vintage-Drumcomputer-Fraktion und in diesem Special im Besonderen der digitalen, Sample-basierten RX-Familie Yamahas und damit einer der umfangreichsten Drumcomputer-Familien der Geschichte.

Wer kann heute schon noch aus dem Stegreif sagen, was eine Yamaha RX11 von einer Yamaha RX15 unterscheidet? Oder wieso der deutlich kleinere RX7 mehr Funktionen und Sounds besitzt als der RX5? Die Antworten auf alle Fragen nun hier in unserem Special.

Besonderes Augenmerk widmen wir dabei RX5 und RX7 und feiern in dieser Übersicht die kleinen RX-Kollegen danach ab. Ein wenig aus der Rolle fällt der letzte Vertreter der RX-Serie, der Yamaha RX8 aus dem jähr 1985. Wir haben ihm daher einen eigenen Black Box Report gewidmet, den ihr HIER findet.

1987: YAMAHA RX5

1987 wollten die Ingenieure bei Yamaha offensichtlich nicht mehr in der zweiten Liga mitspielen, sondern richtig klotzen! 12 Bit war das Maß aller Dinge bei den inzwischen beliebten Digital-Drumcomputern, die nach und nach die analogen Vorbilder abgelöst hatten, seit Roger Linn mit der LinnDrum bewiesen hatte, dass sich durchaus realistisch klingende Schlagzeugspuren (für damalige Verhältnisse wohlgemerkt) mit einem Klopfgeist programmieren ließen. Und so arbeitete auch die RX5 mit einer Sample-Auflösung von 12 Bit und verschiedenen Abtastraten.

Der RX5 war die Offenbarung für viele Studios und Profis. Sie wurde schnell so etwas wie der Studio-Standard und löste selbst Klassiker wie die LinnDrum ab. Auch Roland und Korg hatten dieser Maschine lange Zeit nichts entgegen zu setzen – und so sind die markanten Sounds der RX5 in unzähligen Rock- und Pop-Produktionen deutlich zu hören.

Zwar gab es bei den Mitbewerbern durchaus auch vergleichbare Features, aber nicht verbunden in einem einzigen Gerät. Nur sampeln konnte die RX5 nicht.

Auch haptisch war die RX5 der König seiner Zeit mit 44 cm. Breite und 34 cm. Tiefe bei einem Gewicht von knapp 4 Kilogramm. Wer nur die Bilder kennt und die RX5 das erste Mal in Empfang nimmt, der kommt Angesicht der Größe sicher ins Staunen.

Auch die 12-stimmige Klangerzeugung, die Einzelausgänge, der eingebaute Audio-Mixer und die Erweiterung durch Sound-Cartridges (die wesentlich mehr Sounds boten als bislang üblich), war in seiner Gesamtheit ein Novum und weckte unter Musikern eine hohe Begehrlichkeit.

Die Anschlüsse der RX5

Hier die wichtigsten Features der Yamaha RX5 im Überblick:

  • 24 Samples im internen Speicher
  • 28 Samples über Cartridges erweiterbar (eine Cartr. war im Lieferumfang enthalten)
  • eingebauter 12 Kanal Mixer mit richtigen Fadern
  • 12 Einzelausgänge plus Stereoausgang plus Metronom-Ausgang plus Kopfhörerausgang macht zusammen 16 Audioausgänge
  • natürlich MIDI-Trio
  • Sequencer Auflösung 1/96stel
  • sehr umfangreiche Edit-Möglichkeiten der Samples
  • Cassetten-Interface für Speicherung aller Daten auf MCs
  • Schacht für RAM-Cartridges zum Speichern aller Daten
  • 24 Triggertasten, deren Belegung sich in drei Soundsets abspeichern lässt
  • bis zu 100 Patterns speicherbar, die sich bis zu 20 Songs zuweisen lassen

Einen echten Nachteil hatte die RX5 mit all seinen Vorgängern gemeinsam. Die Triggertasten reagierten nicht dynamisch. Die Stärke des Anschlags hatte somit auf die Lautstärke der gespielten Klänge keine Einwirkung. Über die Tasten ACCENT 1 und ACENT 2 ließ sich dieses Manko zwar teilweise beheben, wollte man aber einen wirklich dynamisches Drumloop in Echtzeit einspielen, musste man eine externe Tastatur mit Anschlagdynamik verwenden.

Im Klartext, die RX5 verarbeitet Anschlagdynamik, nicht aber über die eingebauten Triggertasten. Natürlich ließ sich die Dynamik der Schläge auch hinterher editieren.

SOUNDS: Durch die mitgelieferte ROM-Cartridge brachte es die RX5 immerhin auf sagenhafte 52 verschiedene Samples. Über die nachfolgend beschriebenen Edit-Features ließen sich diese Samples umfangreich editieren und diese Eigenkreationen in 12 Speicherplätzen ablegen. Macht zusammen also 64 Klänge, auf die direkt zugegriffen werden konnte. Für damalige Zeit ein Novum!!!

Zu den internen Werksklängen gehörten nicht nur die typischen Drum- und Percussionsounds, sondern vor allem auch kurze Vocals wie „Hey“ und „Wao“ (inzwischen richtig kultig) sowie authentische FM-Sounds (Bass, Marimba, Orchestra-Hit und Clavi).

Da sich jeder beliebige Sound auch chromatisch gestimmt auf die 24 Triggertasten legen ließ, war es durchaus möglich, mit der RX5 den kompletten Rhythm-Track mit Instrumenten einzuspielen. Der eingebaute Demo-Song brachte mit diesem Feature die damaligen User immer andächtig zum Staunen.

Jeder Sound ließ sich wie folgt editieren: Tonhöhe ( +/- 36 Halbtöne), DCA Hüllkurve (mit 5 Parametern plus Gate, um den Lautstärkeverlauf an jeder beliebigen Stelle abrupt stoppen zu können), Bend (einfache Hüllkurve für die zeitliche Änderung der Tonhöhe, um die typischen Simmons Sounds erzeugen zu können), Lautstärke und Loop (fast jeder Sound war geloopt. In der Grundeinstellung waren diese Loops aber ausgeschalten. Auf Wunsch konnte man diesen Loop aber einschalten und beliebig lange ausklingen lassen. Gerade für Effektklänge in Verbindung mit extremen Pitchwerten konnte man so abgefahrene Sounds erzeugen). Eine Panorama-Funktion war über die Zuordnung der 24 Kanäle möglich. Außerdem ließen sich die Klänge auch rückwärts (Reverse) abspielen.

Aber das Beste: Pitch, Lautstärke, DCA Attack und Decay sowie die Reverse Funktion lassen sich pro Note innerhalb eines Loops verändern. Glauben Sie mir, da kommt Freude beim Programmieren auf!!!

Im Hinblick auf heutige Plug-ins mögen diese Features lächerlich erscheinen, ich empfehle aber dringend den Respekt zu wahren, denn mit der RX5 lassen sich auch heute noch sehr kultige und überzeugende Drumloops erstellen.

SOUND CARTRIDGES für Yamaha RX5

Die Firmen Yamaha und Metrasound boten seinerzeit eine Reihe von Cartridges mit neuen Samples an. Hier meine Empfehlungen:

YAMAHA WRC-01 BASSIC PERCUSSION Sehr gute Ergänzung mit Latin-Sounds, die die Grundausstattung der RX5 deutlich aufwertet.

YAMAHA WRC-02 JAZZ & FUSION Meine Lieblings-Cartridge mit sehr gelungenen Snare- und Bass-Drums, die sich fantastisch für Drum&Bass einsetzen lassen (Nachbearbeitung vorausgesetzt). 25 Samples für Sammler ein MUSS.

YAMAHA WRC-03 HEAVY METAL 15 neue Samples mit typischen Rock-Sounds. Derzeit nicht so angesagt, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

YAMAHA WRC-04 PROCESSED DRUMS & FX Sehr gute Karte mit ausgefallenen Bass-Drums und Snare-Drums. Dazu 6 verschiedene Toms, ein Splash Cymb., ein Effekt DOOR SLAM sowie ein Synth Bass. Alles mit Effekten beim Recording veredelt. Ich war früher der Meinung, diese Karte sei nur mit Effekten bepackt, dem ist aber nicht so. Ich kann diese Karte nur wärmstens empfehlen.

METRASOUND COLLECTION 1 Die Klangqualität der beiden Metra-Sound Karten ist etwas besser als die der Yamaha Karten. Die Instrumente wurde mit deutlich mehr Pegel aufgenommen und wirken druckvoller. Gerade die COLLECTION 1 (mit 26 Samples) bietet die komplette Roland TR808 sowie zahlreichen Simmons-Sounds an und ist unbedingt zu empfehlen.

METRASOUND COLLECTION 2 Hier finden sich vor allem Percussion-Klänge. Leider bin ich bislang selbst nicht in den Genuss dieser Karte gekommen und kann daher nicht mehr dazu sagen.

Natürlich sind heute all diese Karten extreme Raritäten.

ACHTUNG: Die einst zum Lieferumfang der RX5 gehörende Cartridge ist KEINE Rarität und sollte grundsätzlich beim Gebraucht-Kauf einer RX5 mit erworben werden. Manchmal wird diese Karte gerne als Percussion-Karte angeboten um höhere Preise zu erzielen. Lassen Sie sich nicht täuschen. Diese Karte ist ganz leicht von den anderen durch die aufgedruckten Soundnamen zu unterscheiden. Die ersten beiden Sounds auf der Karte tragen die Bezeichnung SD3 und BD3.

Hier ein Soundbeispiel mit den Werksounds:

Hier ein Beispiel welches zusätzlich auf optionale Cartridge-Klänge zurück greift

1988: YAMAHA RX7

Nach einigen stark abgesteckten Varianten (siehe weiter unten) der RX5 bot Yamaha mit RX7 ein extrem spannendes Produkt, welches eher ambitionierte Homerecording-Studios ansprechen sollte.

In einer Zeit, in der sich viele Sampler und Drumcomputer über die Größe ihres Sample-Speichers definierten, legte Yamaha für den RX7 die gewaltige Zahl von 100 Sample-Sounds in die Waagschale. Das war schlechtweg unfassbar. Und das zu einem deutlich niedrigeren Preis als die RX5 kostete. Die Soundqualität und Sampleauflösung (12 Bit) war dabei vollkommen identisch mit der des großen Bruders, auch wenn man in der Szene munkelte, die Sounds wären kürzer geloopt oder hätten eine niedrigere Sampling-Rate. Beide Gerüchte sind aber definitiv nicht zutreffend.

Offensichtlich wollte Yamaha aber seinem Platzhirschen RX5 noch keine echte Konkurrenz machen, und so sind die inneren Werte des RX7 zwar etwas umfangreicher ausgefallen als beim RX5, die Hardware wurde aber so markant eingeschränkt, dass die RX7 den Sprung in professionelle Studios

nie schaffen konnte.

Im Detail – zunächst die Goodies der RX7:

Die RX7 bot bereits von Werksseite 100 unterschiedliche Samples im ROM an. Für damalige Zeiten eine schier unglaubliche Anzahl. Yamaha gelang ein hervorragender Mix aus den RX5 Werksounds sowie den besten Sounds aus den eigenen Cartridges.

Die Soundeditierung wurde durch einen LFO ergänzt. Bei hohen Frequenzen konnte man selbst aus einer Bassdrum einen extrem abgefahrenen Effektsound programmieren.

Ein STEREO DELAY erlaubte ansprechende Delay-Effekte, wenn auch diese Funktion zu Lasten der Polyphonie ging (also keine DSP-Funktion). Bis zu vier Wiederholungen ließen sich einstellen. Jede Wiederholung konnte in drei Parametern verändert werden: Tonhöhe, Lautstärke und Panorama. Der Clou: Stellte man die Delay-Zeit auf „0“, arbeitete diese Funktion wie eine Chord-Triggertaste, bei der jede Note frei im Stereopanorama platzierbar war.

Statt drei komplette Soundset konnte die RX7 nun fünf Sets mit je 24 Sounds abspeichern.

Die Nachteile der RX7 gegenüber der RX5

Wie bereits erwähnt, wurde der Rotstift vor allem bei der Hardware angesetzt.

Der 12-Kanal Mischer mit den 12 Fadern fehlte komplett, ebenso wie die 12 Einzelausgänge. Für Profis die wohl markanteste Einschränkung, da man z.B. externes Equalizing und Effekte nur noch auf alle Sounds gemeinsam anwenden konnte. Die Bassdrum wuchtiger machen und auf die Snare einen Hall legen, ist bei der RX7 somit vollkommen unmöglich.

Die Sounderweiterung über Cartridges ist ebenfalls nicht mehr möglich. Die 100 internen Sounds ( 94 Samples) stellen zwar eine gute Auswahl dar, dennoch fehlen z.B. gerade die zeitlosen TR-808 Klänge und andere Spezialsounds, die sich bei der RX5 eben ergänzen lassen.

Die Reverse-Funktion der Samples wurde abgeschafft. Übrig geblieben sind sechs Sounds aus dem internen ROM Speicher, die man auf die Speicherplätze 94 – 99 als umgedrehte Sounds abgelegt hat. Die tatsächliche Anzahl der unterschiedlichen Samples beträgt also nicht 100 sondern nur 94.

Die Loop On/Off-Funktion wurde ebenfalls gestrichen.

Zuletzt wurde auch der Clock In/Out gekürzt, womit sich die RX7 nicht mehr ohne fremde Hilfe zu einer Bandmaschine synchronisieren lässt.

Fazit zur Yamaha RX7

Eigentlich hätte Yamaha gleichzeitig mit der RX7 einen Nachfolger für die RX5 bringen müssen, mit mehr Samples, mit mehr Features und vor allem mit Einzelausgängen. Das hat man seinerzeit versäumt und sich durch die Roland R8 letztendlich auf die Plätze verweisen lassen. Auch darf man nicht vergessen, dass beide Geräte noch mit einer Auflösung von 12 Bit arbeiteten, im März 1988 aber Alesis mit der HR16 bereits den 16 Bit Standard bei den Drumcomputern etabliert hatte.

1984: YAMAHA RX11 und RX15

1984 präsentierte Yamaha erstmals zwei eigene Produkte auf dem immer heißer umkämpften Markt für Drumcomputer. Gleich von Beginn an setzte Yamaha mit dem RX11 und dem kleinen Bruder RX15 auf digitale Klangerzeugung. Die Ära der analogen Drumcomputer war, zumindest vorübergehend wie wir heute wissen, vorbei. Sample-basierte Klopfgeister versprachen „authentische“ Schlagzeug- und Percussion-Klänge. 16 verschiedene Sounds mit einigen Variationen hatten der RX11 und der RX15 in ihrem Innenleben gespeichert. Die Vorteile der RX11 lagen im übersichtlicherem Display, in den elf Einzelausgängen und der externen Cartridge, auf der sich der komplette Speicherinhalt der RX11 Daten (Sequenzen etc.) extern ablegen ließ. Die Sounds ließen sich bei beiden Newcomern nicht editieren. Allerdings konnte man den 16 Triggertasten vorgefertigte Variationen zuweisen.

Obwohl ich keinen stichhaltigen Beleg dafür gefunden habe, vermute ich eine 12 Bit Auflösung der Samples. Die Sounds haben deutlich den crispen Sound der 12 Bit Auflösung und klingen wesentlich transparenter als man das von 8 Bit Sounds gewohnt ist. Die maximale Auflösung des Sequencers betrug 1/192 pro Takt, was damals ein durchaus guter Wert war und schon fast mit dem Begriff „Human Feeling“ in Verbindung gebracht wurde.

1986: YAMAHA RX21 / RX21L

1986 legte Yamaha mit dem RX21 auch für Einsteiger einen Drumcomputer nach. Erheblich kompakter und in der Form einem TX7 ähnelnd, war der RX21 für den kleinen Geldbeutel (VK: 860,- DM) eine interessante Alternative. Leider waren aber auch die Einschränkungen zu den beiden großen Brüdern RX11 und RX15 gewaltig: Die maximale Auflösung des Sequencers betrug nur noch 1/32stel. Die Anzahl der Sounds wurde auf neun reduziert, wobei vor allem die Becken-Klänge nochmals deutlich gekürzt wurden. Variationen der einzelnen Klänge standen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Ausgegeben wurden die Klänge über ein Stereopaar, bei dem jeder Klang eine feste Panoramazuordnung besaß. 1987 wurde der RX21 durch den RX21L ergänzt, dessen Samples als Schwerpunkt lateinamerikanische Sounds hatte.

1987: YAMAHA RX17

Der Yamaha Drumcomputer RX17 steckte im gleichen Gehäuse wie die Yamaha RX21 aus dem Vorjahr, bot aber bereits 26 Drumsounds. Sonst hatte sich bei diesem kleinen Taschen-Klopfer kaum etwas geändert.

1988: YAMAHA RX120

Die Drumcomputer von Yamaha wurden immer kleiner und die Anzahl der Sounds immer größer. Der RX120 war wohl eher für die Gemeinde der Alleinunterhalter gedacht, die nach einem Desktop-Drummer für das Masterkeyboard suchten, das vor allem auch eine Vielzahl an Standard-Rhythmen im Speicher hatte. Bossanova und Tango Liebhaber kamen hier mit 38 Sounds voll auf ihre Kosten.

1989: YAMAHA RX8

Nach sechs Jahren ging die Ära der Yamaha RX-Drumcomputer zu Ende.

Mit der Yamaha RX8 versuchte Yamaha sich den veränderten Marktgegebenheiten anzupassen, hatte die Zeichen der Zeit aber verschlafen. Im Prinzip war die RX8 eine Alesis HR16 Kopie, nur eben ein Jahr zu spät.

43 Klänge in 16 Bit Auflösung konnten über 4 Audioausgänge abgenommen werden. Alesis hatte diese Idee mit der HR16 bereits verwirklicht. Die Frage Stereoausgang oder 8 Einzelausgänge wurde über den Kompromiss Stereoausgang und zwei Einzelausgänge beantwortet, und schon waren die Homerecordingbesitzer weltweit zufrieden.

Vermutlich hätte die RX8 noch eine Chance gehabt, hätte man sich zusätzlich mehr auf umfangreiche Soundparameter konzentriert, aber auch hier konnte die RX8 kaum etwas bieten außer Tonhöhe und Lautstärke.

Zur selben Zeit wie die RX8 brachte Roland seinen 16 Bit Drumcomputer R8 auf den Markt. Während die RX8 schnell in der Versenkung verschwand, blieb die R8 für lange Zeit der Profi-Standard und hatte damit die legendäre RX5 endgültig aus den Studios verbannt.

… und danach

Erst zwei Jahre später versuchte Yamaha mit der RY30 zu kontern. Durch ihre resonanzfähigen Filter gilt die RY30 auch heute noch als Geheimtipp, doch die erfolgreiche Ära der digitalen Drumcomputer neigte sich bereits dem Ende zu und wurde durch Software-Sequencer und Sampler ersetzt.

In einer späteren Ausgabe von Blue Box werden ich den RY30 ausführlich vorstellen.

Die derzeitig aktuellen eBay-Preise entnehmen Sie bitte der Syntacheles Liste (siehe Navigation).

Fazit

Mit der RX5 hat Yamaha damals die Meßlatte für digitale Drumcomputer ziemlich hoch gehängt. Auch heute noch überzeugt sie durch einen sehr eigenständigen Sound. Da in der RX7 die selben Sounds stecken und sogar einige Features hinzu gekommen sind, wenn auch an der Hardware wiederum gespart wurde (z.B. fehlende Einzelausgänge) würdigt die AMAZONA.de Redaktion diese beiden Black Boxen mit 3 STERNEN, erhebt aber die RX5 dank der umfangreichen Hardware und Sound-Erweiterungsmöglichkeiten zum BEST BUY seiner Klasse.

Für Loop-Bastler, die kultige 80er Sounds authentisch in aktuelle Produktionen verwenden wollen – und dabei auf den Groove der RX-Generation setzen möchten, denen empfehle ich unbedingt den kompakteren Yamaha RX7, der mit seinen 100 Sounds und den Nachbearbeitungsmöglichkeiten, mehr bietet als all seine Kollegen aus jener Zeit.

 

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Martin Tauchen

    Durchdacht,flexibel,multitimbral…unheimlich gut !
    Was auch immer sich die Ingineure bei Yamaha dabei
    gedacht haben,sie haben ihren Job gut gemacht !!!
    Einige Funktionen sind zeitlos,einige zeitgebunden wie zum
    Beispiel die Tapesynchronisation und nebenbei hat er
    auch noch Drumsounds…

    Gab es jemals einen opulenteren Rhythmusknecht ?
    Ich bin mir sicher !!! Nein…

  2. Profilbild
    microbug  

    Den stichhaltigen Beweis für die 12Bit Auflösung der RX11 liefert deren Schaltplan, denn da sieht man den DAC mit Namen YM3010 (wahrscheinlich wieder so ein Standardteil mit Yamaha-Label), welcher auch entsprechend angeschlossen ist.

    Gruß, Dietmar

  3. Profilbild
    Sepia

    Zitat zum RX7: „Die Sounderweiterung über Cartridges ist ebenfalls nicht mehr möglich.“

    Soweit ich erkennen kann, hat der RX7 hat ebenfalls einen Slot für Ram Cartridges.

    • Profilbild
      Tyrell  RED 1

      Korrekt, aber eben nur RAM. Neue Sample-Sounds (ROM) wie bei der RX5 möglich, liesen sich damit nicht füttern.

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    ach ja die RX-5, :) einer meiner ersten Drumcomputer überhaupt. Die Kiste war echt nicht schlecht und wurde nicht zu Unrecht von einigen namhaften Größen verwendet. Erst als die Roland R-8 auf den Markt kam wurde es langsam wieder stiller um die gute alte RX-5.

  5. Profilbild
    Armin Bauer  RED

    Hi Peter,

    schick, eine Würdigung an die alte RX 5, ist hier auch eingemottet, sollte ich vielleicht mal wieder auspacken?

    Ganz irre ist an dem Ding, natürlich neben den Einzelausgängen und den Editiermöglichkeiten, ist die freie Taktwahl. So ist es möglich, z,B, einen 8/6tel Takt zu programmieren. Braucht man´s? Naja, in meiner Experimentierphase habe ich das schon mal benutzt, um Drummer in den Wahnsinn zu treiben :-)

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Zwei von den RX5 hab ich hier bei mir, und ich hole sie immer wieder gerne hervor und bastel stundenlang mit Ihnen rum. Es ist wirklich unglaublich, wie unterbewertet diese Kiste ist.
    Ich finde, jeder sollte eine haben, und zum Glück sind ja auch noch genug am Markt :)

  7. Profilbild
    falconi  RED

    Der RX5 funktioniert offenbar so, wie es Gregor Scherer auf der Seite 3 seines lesenswerten Beitrages zum Akai S900/950 beschrieben hat:

    http://www.....sampler/3/

    Siehe auch:
    http://www.....f/rx5.html

    Es gibt im RX5 also ganze zwölf 12bit D/A-Umsetzer mit variabler Taktrate. Das Summensignal entsteht durch analoge Mischung und ist – wie die Einzelausgänge – taktratenunabhängig immer vergleichsweise arm an digitalen Artefakten.

    Der RX7 summiert die Stimmen bereits digital und hat daher nur einen Summenausgang. Das entspricht prinzipiell dem Stand der heutigen Digitaltechnik. Die Samples und der Pitchbereich sind identisch (bei deutlich mehr Samples), allerdings ist anzunehmen, dass bei extremen Tonhöhenvariationen digitale Artefakte zu hören sind, die durch die Rechenoperation des Resampling entstehen.
    Bei der Wiedergabe mit der nominellen bzw. „originalen“ Samplerate (die ich nicht kenne…ich vermute, sie liegt zwischen 22 und 32kHz) klingt er vermutlich etwas sauberer.

    Es gibt im Netz diverse Posts von Circuit Bendern, die den RX7 bevorzugen; dem RX5 sind keine interessanten digitalen Artefakte zu entlocken.
    Aus technik-historischer Sicht ist der RX5 mit seiner hybriden, digital-analog Bridge- (oder Krücken-) Technologie aber sicher der spannendere Sampleplayer…

  8. Profilbild
    gaffer  AHU

    Aber Armin! Kann man doch kürzen: 4/3 :)

    Was immer mal wieder vergessen wird ist die Tatsache, dass erstens die Yamahas damals höher angesehen waren als die Rolands und auch eine bessere rhythmische Auflösung hatten. Ich leistete mir eine RX 15 für schlappe 1500. Die Sounds erkenne ich heute noch bei Grace Jones

  9. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Bin gestern erst durch den RX8-Artikel auf diesen hier gekommen; sehr informativ. Meine RX15 habe ich zusammen mit einem TX81Z auf einem Flohmarkt für ganze 150,-DM erstanden, sogar mit Manuals. Auch wenn die RX15 mittlerweile ins zweite Glied verdrängt wurde, hole ich sie immer wieder gerne hervor. Mit einem Triggerfinger Pro kann ich dynamische Patterns kreieren, welche die Sounds noch etwas aufwerten.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.