Black Box: Roland TR-505, Digital-Drumcomputer

30. Mai 2015

Die Volks-707

 

TR505 Story

Es war 1986 und ich war etwa 11 Jahre alt, als meine Eltern und ich meine Tante besuchten. Mein Cousin, ein begnadeter Orgelspieler, hatte da in seinem Zimmer ein neues hellgraues Kästchen mit dunkelgrauen Tasten und einem Display. Seine alte Solina Orgel mit 12 Rhythmen war analog und nicht wirklich flexibel, auch wenn man durch Drücken zweier Tasten die Rhythmen etwas „tweaken“ konnte. Dieser Drum-Computer, so wie er das Teil nannte, sollte nun das Manko dieser Orgel ausgleichen und da erklang er nun mit seinen 12-Bit-Samples und wie man damals begann, alles jenseits der Cassette mit CD-Qualität zu bezeichnen, war das ja ein richtig echt klingendes Schlagzeug, so dachte ich. Dieses Gerät faszinierte mich so dermaßen, zumal ich seinerzeit fast gar nichts anderes an elektronischen Instrumenten kannte. Dass das Teil sogar über den Kopfhöreranschluss stereo war, haute mich dann richtig vom Hocker. Der TR-505 ließ mich nicht mehr los und ich wusste damals noch nicht, dass er der Beginn meiner kreativen Schaffensphase sein würde. Auch wusste ich nicht, dass ich ihm nicht mal 10 Jahre später das Gerät abgekauft haben werde, zumal dieser Zeitraum perspektivisch in diesem Lebensabschnitt ohnehin als ungreifbar galt.

Der TR-505 Rhythm Composer, so sein vollständiger am Gehäuse aufgedruckte Name, war ein digitaler Rhythmuscomputer der Einstiegsklasse. Er dürfte so um 650 Mark gekostet haben und war der kleine Bruder des TR-707 und TR-727. Besonders allerdings war, dass er quasi die Schlagzeugwelt, bestehend aus Standard-Drums und perkussiven Klängen kombinierte. Während der TR-707 16 Schlaginstrumente eines herkömmlichen Drum-Kits enthielt, darunter zwei Bass- und Snare-Varianten, musste man den TR-727 als Ergänzung mit lateinamerikanischen Instrumenten dazu kaufen. Der TR-505 hingegen verfügte über 16 Sounds, die ein Mix zwischen Standard-Drums und perkussiven Klängen waren, im Einzelnen Bass- und Snaredrum, Rimshot, drei Toms, Closed und Open Hi-Hat, Ride- und Crash-Becken, Low und High Cowbell, Timbale sowie Low und High Conga.

Professionelle Musiker mögen beim Anblick dieser Kiste und den Features müde lächeln. Es gibt weder Einzelausgänge und ein festes Stereo-Bild mit leichter Verschiebung der Sounds im Panorama, noch Parameter zur Klangbearbeitung, lediglich eine Accent-Taste, die global in der Lautstärkeanhebung in fünf Stufen eingestellt werden kann, 48 Patterns, von denen die Hälfte frei programmierbar waren sowie 6 Songs, welche eine Zusammenstellung der Pattern ermöglichte. Das Gerät hatte einen Datenanschluss für Cassette, MIDI In/Out, Stereoausgänge, von denen der linke Kanal ein Monoausgang war und einen Kopfhöreranschluss. Betrieben wurde der Kleine entweder über ein 9V-Netzteil oder 6 AA-Batterien. Das glatte, pultförmige Plastikgehäuse war etwas anfällig für Kratzer, die rückseitigen Buchsen hatten etwas Spiel und waren nur auf der Platine befestigt, das LC-Display war ausgesprochen groß und thronte links oben auf dem Gehäuse. Dieses war rechts hinten etwas abgeflacht, dadurch wurde das Display etwas herausgestellt.

Es handelte sich um ein für die damalige Zeit typisches Display mit Segmentanzeige und festen Schriften, die innerhalb einer gezeichneten Vorlage auftauchten. So war im unteren Bereich ein Muster für die Lauflichtprogrammierung und andere Daten aufgetragen, die Anzeige für Tempo und Ziffernwerte war ebenfalls optisch abgesetzt. Die Accent-Taste erwähnte ich bereits, somit hatte das Gerät auch keine Anschlagsdynamik. Links und rechts neben den 16 Tastern gab es vier griffige Funktionstasten, wie Start/Stop, Shift, Accent und Delete. Zwei Drehknöpfe regelten Lautstärke und Tempo, letzteres wurde digital im Display angezeigt. Die weitere Bedienung erfolgte über kleine quadratische Taster oberhalb der 16 Sound-Tasten, mit denen auch live gespielt werden konnte und die zudem für den Step-Sequencer und zur Zifferneingabe genutzt wurden. Ein Modus-Taster wechselte zwischen Song und Pattern, dies waren faktisch zwei getrennte Betriebsarten und war ähnlich zur TR-707 organisiert.

Klangbeispiele
Forum
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    Viertelnote  AHU

    Hallo,

    danke für den sehr guten Test und Erfahrungsbericht, mit viel Herz geschrieben:-)

    Ich habe auch eine TR 505.
    Ich mag die Sounds sehr. Gerade die Bass Drum SnareDrum und Clap sind 80’s pur und klingen extrem fett und unverkennbar. Die TR 505 steht wie ich meine völlig zu Unrecht im Schatten der 707.
    Die fehlenden Einzelausgänge kann man modden, allerdings wird man ein Platzproblem auf dem Gehäuse bekommen. Für mich ein Klassiker.

    mfG

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      Johannes Kothe  RED

      Hi, ich bin auch stolzer Besitzer einer 505 :-)
      Ich mag den Sound auch sehr. Allerdings bin ich wohl zu jung, um damit eigene Patterns zu basteln. Ich finde das viel zu fummelig. Ich hab die 505 mit Machfive 3 abgesampled. Mit den Einzelsounds und ein paar Effekten klingt die 505 auch sehr modern. Wer das Soundset für Machfive 3 braucht, PN an mich :-)

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      Stephan M.  RED

      Danke, Viertelnote, ich war damals jung und brauchte das Geld, da landete sie für gut 150 Mark bei eBay. An sich ist das auch kein Problem, die Samples habe ich ja und von daher ist ja irgendwie der Soudn noch gerettet. Bei den Samples hat man ja auch die Charakteristik des eigentlichen Ausgangs mit eingefangen. Wenn ich so eine hätte, würde ich die glaube niemals modden. Würde da was schief gehen, wäre ja grausam! ;-)

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    Atarkid  AHU

    Ich hab mir die 505 bei Erscheinen gekauft, damals noch mit Mama und Papa :)… Das Teil ist herrlich für Circuitbending oder als Drumsequenzer für externes Gear. Durch die Möglichkeit Jeder Stimme einen Midikanal und eine Note zuzuweisen, kann man da ne ganze Menge anstellen. Die interne Klangerzeugung finde ich allerdings furchtbar. Eigentlich war sie das auch schon in den 80ern. Heutzutage sollte man lieber zur 626 greifen. Single-Outs, Card-Slot, Shuffle, und wer die interne Klangerzeugung mag, findet da auch mehr Sounds. Vom Preis nehmen sich die Kisten nicht wirklich viel…

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      Viertelnote  AHU

      die Sounds der 626 klingen aber um einiges
      pappiger, für mein Empfinden.
      Noch was zum Bending: was kann man da rausholen? nur Soundzerstörung oder auch Sachen die den eigentlichen Klang aufwerten?

      lg

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        MrA.

        Ich habe meine 626 vor 2 Wochen gemodet,
        Mir gings aber hauptsächlich um „Krach“, es gibt aber auch ein paar sinnvollere „Patches“die die Sounds austauschen , Doppelschläge auslösen oder Tracks muten .
        Also eine qualitative Glangaufwertung hab Ich bis jetzt nicht wirklich festgestellt.

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        Atarkid  AHU

        Ja, die 626 klingt auch fürchterlich :)… Aber mir ist der Shuffle wichtig. Was das Circuit-Bending angeht gibts ein paar wirklich tolle, und vor allen Dingen musikalische Mods. Kommt natürlich immer drauf an, was man damit machen möchte. Und wie immer mit dem Klang: Eine sehr subjektive Angelegenheit.

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        Johannes Kothe  RED

        hi, ich hab beide, 626 und 505. die grundsounds sind ja gleich, nur bei der 626 kann man klanglich ja noch was machen und die sounds umschalten. das ist schon schöner. aber das wie mit einem simmons-drum. nackt klingt das eben langweilig und undbrauchbar. aber mit guten effekten im mix können alle drei aufgezählten instrumente gut überzeugen. das ist vielleicht das problem der heutigen zeit. die meisten presets kommen mit tonnen an effekten. egal ob synthie, software oder drum.

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          c.hatvani  AHU

          Sorry, aber die Samples des TR-626 sind völlig unterschiedlich, bis auf die handclaps. Hörst Du überhaupt zu ?;-) Die 505 klingt typisch Mid-Eighties, die 626 schon (für damals) moderner.

          Technisch sind beide sehr ähnlich, die TR-626 ist aber schon ausgefeilter: ACCENT kann man auf einzelne Sounds anwenden (bei 505 wie auch bei 707, 727 nur auf Gesamtschläge), Samples pitchbar, RAM Card Speicherung. Die 626 hat ihren eigenen Sound, man hört ihn gelegentlich bei 80er jahre Produktionen eindeutig heraus.

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            Stephan M.  RED

            Also von den Samples ausgehend, die ich hier habe, gibt es zwischen TR-505 und TR-626 durchaus klangliche Verwandtschaften. Was die Akzentuierung bei der TR-505 angeht bin ich mir ziemlich sicher, dass diese nur für alle Sounds gleichzeitig genutzt werden konnte. Das hört man auch schön am Werks-Demo.

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    phil_dr110  

    Nach einem Yahama DD – 10 war DAS hier mein erster echter Drumcomputer. Die Sounds fand ich damals fantastisch und dieses Instrument war sehr leicht zu handeln. Am besten fand ich eigentlich die Funktion, bestimmte Drumsounds zu8 muten und das Pad individuell mit einem Midikanal zu belegen um damit meinen damaligen Sequential Six Trak anzusteuern. So konnte man Synth FX und simple Basslines zusätzlich zu den Drumsounds, die man für das jeweilige Stück brauchte benutzen. Das war für mich so um 1990 schon ein Hauch von Hi- Tech ;)

    Irgendwann hab ich beide Maschinen verkauft. Ich hatte eine super Zeit damit, wie auch mit allem, was ich seither hatte :)

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    Markus Galla  RED

    Ich hatte die den TR-505 auch. Bei mir war er ebenfalls zunächst als Ersatz/Ergänzung für das analoge Rhythmusgerät meiner Dr. Böhm StarSound DS im Einsatz. Kurze Zeit später hatte ich einen C64 mit MIDI Interface und Sequencer, die TR 505, einen CZ1 und einen Kawai K1 Synthi und der erste Hit, den ich damit nachgebastelt habe, war Crocket’s Theme, zu dem in einer Keyboards Ausgabe das komplette Arrangement abgedruckt war. Später wurde der C64 dann durch einen Atari ST und auf der Bühne durch einen Kawai Q80 ersetzt, die TR505 war noch lange dabei, bis ich dann mit einem Roland D110 Modul weitergemacht und dessen Drum Samples (und Einzelausgänge) genutzt habe.

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      Stephan M.  RED

      Also ich mag mich ja täuschen und habe es jetzt auch nicht direkt nachgehört, jedoch könnten die Drums von Crocket’s Theme durchaus aus einer 707 oder so stammen, Aber eher nicht aus einer 505 oder? Muss den Track mal raussuchen. Aber vom genutzten Equipment dürfte das Ergebnis recht authentisch geklungen haben, wobei die Melodie im Original aus einem DX-7 oder TX-816 gekommen sein dürfte. Ich überlege ob ich mich ärgern sollte, meine verkauft zu haben. Aber mal ehrlich, es gab so viele tolle Maschinen seinerzeit. Wenn ich an die Synth-Ausstellung des Synth-Magazins auf der Musikmesse denke, da kriegt man ja richtiges Freuden-Pipi inne Augen… ;)

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        Markus Galla  RED

        Nein, die kamen nicht aus einer TR505. Aber das war eben das, was ich damals zur Verfügung hatte und dann wurde eben damit gebastelt. Den Lead-Sound habe ich am K1 nachprogrammiert. Die Pads kamen von CZ1 und K1. Die Bässe vom CZ1. Aus den Kisten hat man damals so viel mehr rausgeholt als mit den heutigen Preset-Schleudern. Ich hatte so viele verschiedene Synthesizer von CZ1 über K1 über D110 über DX7 über DX100 über Ensonic EPS16+ und TS10, Korg Triton LE, Roland Juno Di, Juno Gi……und man konnte richtig merken, wie von Generation zu Generation die Synthese-Fähigkeiten immer unprogrammierbarer wurden. Man hat dann halt Presets benutzt. Schade. Aber die TR505 wird mir in Erinnerung bleiben und ich habe immer noch die Samples auf dem Rechner.

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        c.hatvani  AHU

        Nun, der TR-505 entsprach bei seinem Erscheinen 1985 dem allgemeinen Drumcompi-Soundgeschmack dieser Zeit. Damals waren Linn Drum Sounds in den Charts schwer angesagt.
        Aber auch TR-808 (u. a. auf 19 von P. Hardcastle zu hören), Roland war natürlich stolz drauf, und hat als Markenzeichen die Claps der 808 für die 505 gesampelt (wie zuvor schon für die 707) während die anderen Hersteller (z. B. Korg mit DDD-1, Yamaha mit RX-11, SCI mit Drumtraks) auf Linn Handclap Surrogate schwörten.

        Wenn man Eighties-Style Pop machen will, ist eine TR-505 mit Einzelausgängen ein sehr guter Tipp – die Sounds sind druckvoll und stimmig.

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        gaffer  AHU

        505 war ne typische Einsteigermaschine. Profimusiker haben damals nicht mit Billiginstrumenten experimentiert. Hammer hatte genug Kohle, um von oben einzusteigen.

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    gaffer  AHU

    Ich denke auch so ’ne Drumbox für jeden hätte Hammer nicht eingesetzt, die war auch bei Erscheinen schon eindeutig „Beginner“. Ich denke auch Linn

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      Atarkid  AHU

      Die war definitv „Beginner“… Keine Single-Outs, keine Möglichkeit die Drums zu tunen, kein Karten-Slot, kein Shuffle. Das war eine abgespeckte 626. Leider gab es bei Erscheinen trotzdem keinen Taschengeldpreis ^^. Ich glaub das Ding hat trotzdem um die 600 DM gekostet. Zumindest bei meinem damaligen Händler meines Vertrauens. 1986 war das ein Haufen Geld für nen Schüler.

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        Stephan M.  RED

        Also mir hat damals keines Deiner genannten Features gefehlt, das brauche ich alles nicht, wenn ich sie zur Begleitung einsetze. Beginner ist dahe rrelativ, ich würde eher sagen, die Zielgruppe war eine andere. Wer diese Features vermisst und ohnehin genug Equipment hat, hätte damals sicher nicht ausgerechnet am Drumcomputer gespart. Was Dein Preisargument angeht, tu ich mich mit solchen Aussagen ohne substanzielle Vergleiche etwas schwer. Vernachlässigen wir mal obige Kommentare zur schlechteren Klangqualität der TR-626, was kostete diese denn mehr? Die TR-707 lag glaube ich jenseits der 1.000 Mark. Zudem, wenn Du im Preisbereich um 650 Mark schaust, welche Alternative mit digitaler Klangerzeugung und mindestens dieser Qualität fiele Dir da denn ein? Ich würde jetzt die Korg DDM-110 benennen, die aber von der Leistung deutlich unter der TR-505 liegt, die hatte nicht mal einen Speichererhalt bei rausgenommenen Batterien, 32 Patternspeicher, 6 Songspeicher, 9 statt 16 Sounds bei 8 statt 12 Bit Wortbreite. Sonst wüsst eich da nichts.

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      Stephan M.  RED

      Und wenn, das Stylophone war auch Beginner und wurde viel verwendet. So Leute wie Jan Hammer schauen eher weniger auf den Preis als auf das, was rauskommt. Und als Beginner hört man die 505 schon sehr häufig in damaligen Songs und wenn auch nur Einzel-Sounds.

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      Markus Galla  RED

      Ne, der hat damals Linn Drums und Sampler eingesetzt. Für die Lead Sounds oft entweder Moog oder später DX7. Der Miami Vice Soundtrack ist außerdem größtenteils am Fairlight CMI entstanden.

      Aber es war halt die Musik, die ich zu der Zeit mochte und in der Keyboards waren die Drums als Pattern abgedruckt, welches man so wunderbar in die TR505 tippen konnte. Mehr war halt nicht da.

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        Stephan M.  RED

        Damals habe ich auch versucht Pattern nachzubauen, aber weil ich keine Zeitung lesen konnte nur aus dem Kopf. Klang im Ergebnis aber auch immer ganz gut.

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    AMAZONA Archiv

    Ich habe die TR-626 1988 für 740,- DM vom hart ersparten Taschengeld gekauft.
    Synchron mit einem Ensoniq ESQ-1 „Tracks“ gebastelt. Hat irre viel Spaß gemacht. Zwei dieser Tracks habe ich bei YT hochgeladen. Ich weiß nicht, ob ich den Link hier posten darf.
    Was mir bei der 626 noch besonders auffällt:
    das closed HiHat (und NUR das), je lauter man es levelt (auch über Accent!), desto länger wird die Auskling-Phase hörbar. Das macht das clHH bei der 626 in den Patterns sehr lebendig, obwohl in den Patterns ja lediglich Accent mitaufgenommen wird. Ist das bei der 505 auch so?

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    Stephan M.  RED

    Hallo Zusammen, weil sie immer so oft angesprochen wurde habe ich mir jetzt mal Samples der TR-626 angehört und muss sagen, dass sie klanglich so ganz anders ist und weniger eine TR-505, als die TR-707. Einige Samples, wie Toms, ein Cymbal und Claps scheinen didentisch, viele allerdings total anders, moderner und zahlreicher vorhanden. Ich weiß das Erscheinungsjahr der TR-626 nicht, aus dem Bauch heraus würde ich sie sogar eher als Nachfolgemodell der TR-505 sehen. Eine Ergänzung wie die TR-727 zur TR-707 jedenfalls nicht, die TR-606 ist ja analog. Vielleicht weiß das ja jemand genauer.

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      AMAZONA Archiv

      Ich hab gerade mal nachgeschaut; die 626 soll 1987 rausgekommen sein, was mich ein wenig wundert, denn ich hab sie ungefähr zu dieser Zeit (vielleicht war es auch 88 oder 89) gebraucht für ganz kleines Geld (um die 100 Deutschmark) gekauft, und da war sogar noch eine Speicherkarte mit sagenhaften 128 kB dabei, um den Pattern- und Songspeicher zu erweitern.
      Klangmäßig ist sie schlimm, meiner Meinung nach taugen allenfalls die Cymbels (schön crunchy) und die Claps was. Aber zum Ansteuern anderer Drummies taugt das Ding (wie auch die 505), und das dürfte dann auch der häufigste Einsatzzweck, auch noch heutzutage, sein.
      Aus dem Gedächtnis (denn eine 505 und eine 707 hab ich nicht zur Hand) klingt die 505 am übelsten, ganz knapp vor der 626, wie wiederum auch nur knapp vor der 707 liegt. Die frühen PCMler von Roland taugen meiner Meinung nach leider nix, und auch circuit bending ist auch kein Weg, da ohnehin meist die immerselben granulierten Brizzelsounds rauskommen.
      Historisch und nostalgisch also durchaus interessant, musikalisch eher nicht….

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        Stephan M.  RED

        1987, das deckt sich ja mit meiner Vermutung. Bei den Sounds muss man denke ich auch unbedingt Zeit und Kaufpreis mit einbeziehen. In diesem Segment fallen mir Korgs DDM-110 und DDM-220 ein, die deutlich schlechter klingen (8-Bit), aber mehr nicht. Yamahas RX-Modelle, Korgs DDD-1 oder erst recht die Linndrum können da als Vergleich nicht herhalten. Die Digitaltechnik im Low-Budget-Bereich und vor Allem Speicher waren damals in den Anfängen oder sehr knapp, da gab es auch deutlich weniger Spielraum als heute. Auch war damals meine Toleranzugrenze deutlich niedriger angesetzt, als heute. Die TR-505 empfand ich damals als absolut super und vor Allem sehr flexibel aufgrund der Soundauswahl. Mit der TR-626 hat Roland hier vielleicht eine Schippe drauflegen wollen, mehr Features zum selben Preis oder so. Oder kennst Du eine Kiste von damals, die besser klang und ähnlich günstig war? Ich erinnere mich noch an einen Musikhaus-Besuch so Anfang der 90er, da lag eine Kiste von Boss so um 700 Mark herum und ich war richtig begeistert, was man in die kleine Kiste damals reinquetschen konnte. Heute dürfte das auch niemanden mehr vom Hocker hauen. ;-)

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          AMAZONA Archiv

          Klar, die zeitliche Einordnung darf man nicht vergessen; ich fand das Ding damals auch OK. Aber ich hab mir kurz darauf (also muss es 1988 gewesen sein) den D20 geholt, und die Drumsounds waren um Welten besser als alles, was aus der 626 kam (und kommt). Klar, 4 Bit machen schon ordentlich was aus, außer beim Biertrinken :)
          Ich wunder mich nur, warum ich das Ding damals so billig bekommen habe, denn ich hab definitiv irgendwas um die 100 DM bezahlt, und das inkl. dieser RAM-Karte. Vielleicht hab ich aber auch noch irgendwas gegengetauscht, und die 100 DM waren noch die Differenz.
          Mit solchen Spielchen hab ich damals ständig mein Studio aufgerüstet; zeitweise hatte ich 5 303s hier rumstehen, die dann Anfang der 90er gut über den Kleinanzeigenmarkt der Keyboards weggegangen sind…..
          Aber genug Weltkriegsgeschichten; die 626 war aus meiner Sicht damals weder ein günstiges Einsteigergerät noch ein professioneller Drummie. 600 DM hätte ich jedenfalls im Leben nicht dafür hingelegt….

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            Stephan M.  RED

            Ja, das hatte der Händler mir damals auch gesagt. Mir ging es aber um die unterschiedliche Faszination Damals und Heute. Wenn heute einer eine TR-505 oder sonstwas aus der Zeit bekommt, denkt er womöglich, wie oldschool und schlecht. Aus der damaligen zeit allerdings sah das irgendwie anders aus. ich erinnere mich noch an eine Technics-Orgel des Typs sx-EX50L, die unsere Schule gekauft hat. Mein Gott, wie realistisch da die Klänge waren, vor Allem die Bläser… ;-)

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