Test: Dexibell Vivo SX7, Soundmodul

Das Klangrepertoire ist beim Vivo SX7 breit gefächert. Das Modul bietet sowohl klassische Flügel für den Einsatz mit Klassik, Jazz oder Pop Songs sowie etwas kompaktere Uprights, die teils schön (positiv gemeint) knarzig, unelegant und nicht ganz perfekt klingen, super.

dexibell vivo sx7

Über die reinen Piano Sounds hinaus bietet das Vivo SX7 E-Pianos, Clavinets, Streicher, Orgeln und Synthesizer Sounds. Qualitativ befinden sich diese ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau, kommen aber nicht an die Qualität der Piano Klänge heran. Bei den E-Pianos fehlen beispielsweise die markanten Details, die ein Rhodes oder Wurlitzer ausmachen, dennoch lassen sie sich ohne Probleme live und im Studio gewinnbringend einsetzen – Kritik auf hohem Niveau.

Editieren und „effektieren“ leicht gemacht beim Dexibell Vivo SX7

Der Modelling Technologie ist es zu verdanken, dass man die Sounds des Vivo SX7 auf Wunsch auch sehr stark verfremden kann. Neben realistischen Änderungen wie beispielsweise dem Justieren von Saiten- und Dämpferresonanz oder den Parametern des Hammergeräuschs lassen sich viele Parameter editieren. Und das nicht nur bei den Flügeln/Klavieren, sondern auch bei den anderen Instrumentengattungen. Teilweise stehen zwar nur 2-3 Parameter zum Editieren zur Verfügung, die Möglichkeit ist jedoch zumindest gegeben.

 

dexibell vivo sx7

Möchte man einen editierten Sound abspeichern, stehen hierfür Speicherplätze zur Verfügung. Doch nicht nur Einzelsounds lassen sich für die Zukunft konservieren, auch komplexere Setups mit bis zu drei Layer sind über die Preset-Speicherplätze möglich. Diese sind standardmäßig auf die MIDI-Kanäle 1-3 eingestellt, dies lässt sich auf Wunsch jedoch ändern, so dass man alle drei Layer parallel spielen kann. Auch eine Split-Funktion ist an Bord. Hierüber lassen sich ebenfalls drei Zonen einrichten.

dexibell vivo sx7

Jeder der drei Parts darf auf zwei Effektblöcke zugreifen. Diese bieten eine solide Auswahl an Modulations-, Reverb- und weitere Effekte, auch ein Rotary ist mit dabei. Darüber hinaus bietet das Vivo SX7 einen globalen Hall-Effekt, der auf alle drei Parts gleichermaßen wirkt. Aus 25 Halltypen darf man sich bedienen, einstellen lassen sich dabei maximal fünf Parameter. Pro Part lässt sich dann noch der Hallanteil justieren.

dexibell vivo sx7

Die Anschlüsse des Vivo SX7

dexibell vivo sx7

Anschlüsse Teil 2

Für einen Großteil seiner Produkte stellt Dexibell auch eine App zur Verfügung, die Vivo Editor App, erhältlich für iOS. Diese ist auch zum SX7 kompatibel und ermöglicht das komfortable Steuern und Aufrufen von Funktionen des Moduls über ein entsprechendes Apple Produkt.

Nicht zu unterschätzen ist dazu die Möglichkeit Sounds des SX7 auszutauschen und durch neue Sounds von der Dexibell Website zu ersetzen.

Fazit

Das Dexibell Vivo SX7 ist ein sehr gutes Soundmodul, das vor allem mit seinen exzellenten und realistischen Piano Sounds überzeugen kann. Dank einer Kombination aus Modelling- und Sample-Technologie bietet das SX7 eine sehr gute Soundpalette, die sich sowohl live als auch im Studio gewinnbringend einsetzen lässt. Auch Soundanpassungen, die teils schon in Richtung Sounddesign gehen, erlaubt das SX7 Modul. Die Verarbeitung und die Optik können ebenfalls überzeugen, auch die Bedienung ist sehr gelungen, so dass das Handbuch kaum benötigt wird.

Lediglich für die lange Boot-Zeit nach dem Einschalten muss das Vivo SX7 Kritik einstecken. Diese beträgt – wahrscheinlich systembedingt – satte 50 Sekunden. Dessen muss man sich vor allem hinsichtlich eines Live Einsatzes bewusst sein. Ebenso ist das externe Netzteil nicht ganz „road-konform“, für den Studio- und Wohnzimmereinsatz sehe ich hierbei jedoch keine Einschränkungen. Der Preis von derzeit 1.090,- Euro geht für das Gebotene vollkommen in Ordnung.

Plus

  • Piano Sounds
  • Bedienung
  • Polyphonie
  • Optik

Minus

  • lange Boot-Zeit
  • externes Netzteil

Preis

  • Ladenpreis: 1.090,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Na bitte, es werden immer noch 19“-kompatible Expander gebaut, wenn auch mit zusätzlichen Adapter-Winkeln. Erfreulich sind auch kleine Details wie eine MIDI-Thru-Buchse und der USB-Host-Anschluss. Das Vivo SX7 könnte ich mir gut als Piano-Erweiterung zu meinem Nord E4D vorstellen, der mir als Orgel und Mellotron sehr guten Dienst leistet, aber nur eins der XL-Pianos aus der Library laden kann. Layer aus Orgel oder Mellotron mit Pianos wären dann auch kein Problem mehr. 1100,-€ sind zwar für die gebotene Qualität durchaus angemessen, lassen sich aber leider nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln…

  2. Profilbild
    Organist007  AHU

    An dieser Stelle Stelle möchte ich das Modul „gemini“ von G.s.i erwähnen. Bietet ebenfalls super sounds (E-Piano, orgel, Vintage synths) an, per Ipad etc. zu editieren.

    Ursprünglich wollte ich eigentlich dexibell J 7 oder vivo erwerben, durch einen Zufall (Lieferengpässe bei VIVO) habe ich mich für das GEMINI entschieden. Insbesondere die Farfisa Orgel hat es mir sehr angetan, volle Editierung (Verstimmung der einzelnen Töne), Effekte etc. bieten unendliche Möglichkeiten.
    Die Piano sounds sind nicht soooo herausragend, dafür ist die B 3 wieder ein Hammer. Und das mellotron. Und das Clavinet. Und die Rhodes Modelle auch. Echt eine Empfehlung für sage und schreibe 9 Hunderter !!!

  3. Profilbild
    MidiDino  AHU

    Das ‚Vivo Grand‘ klingt gar nicht schlecht. Schön zu hören und zu sehen, dass es auf dem Markt wieder ein Piano-Module gibt, das einen Sound enthält, der nach einem akustischen Piano klingt. Aber ich habe Pianoteq im Studio. Die Software ist flexibler.

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