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Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

16. Dezember 2021

Variable Säule zum Schnäppchenpreis

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher (Einzelteile)

Viele Hersteller haben heutzutage Säulenlautsprecher im Programm, denn diese Systeme bieten so manche Vorteile. Sie sind schnell aufgebaut und dabei unscheinbar in der Optik, um nur zwei zu nennen. Mehr Wissen und Hintergrundinformationen zu diesen offenbar beliebten „Stäbchenlautsprechern“ haben wir in unserem Beitrag „Was sind Säulenlautsprecher“ zusammengetragen, den ihr hier findet.

In diesem Testbericht stelle ich euch das günstigste Säulensystem vor, das derzeit im Musikhaus Thomann Online Shop zu finden ist: Fun Generation ColumnMix. Es kostet gerade einmal 199,- Euro und will neben dem sehr günstigen Anschaffungspreis mit 200 Watt RMS, einem integrierten Mediaplayer und drahtloser Zuspielung via Bluetooth überzeugen. Was ist von diesem Angebot zu halten? Unser Testbericht wird es herausfinden.

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Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Ein Subwoofer und drei steckbare Säulenelemente

Die Fun Generation ColumnMix besteht aus vier Teilen, dem Basismodul (Subwoofer), in das der 8-Zoll Tieftonlautsprecher mitsamt der kompletten Elektronik und dem Mixer eingebaut sind und drei steckbaren Säulenelementen. Zwei davon dienen lediglich als Abstandhalter, im dritten Element sitzen vier 2,5-Zoll Hochtontreiber. Die Class-D-Endstufe mit ihren 200 Watt RMS soll für ordentlich Radau sorgen, der Frequenzbereich ist von 20 Hz bis 19.000 Hz angegeben.

Die Abmessungen des Subwoofers (Kunststoff) betragen 499 x 453 x 590 mm und die Maße der drei Steckelemente (Kunststoff) sind mit jeweils 90 x 100 x 520 mm angegeben. Zusammen macht das alles ein Gesamtgewicht von 15 kg aus. Am guten Tragegriff lässt sich der Subwoofer prima hantieren, die Säulenmodule müssen unter den Arm geklemmt werden.

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Subwoofer der Fun Generation ColumnMix

Damit die ColumnMix einen stabilen Stand hat, gibt es an der Unterseite eine größere Bodenplatte, die im vorderen Teil einige Zentimeter übersteht. Die Säulenelemente sitzen trotz der reinen Kunststoffverbinder fest zusammen und auch fest im Subwoofer, da wackelt nichts, so wünscht man sich das.

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Hier werden die Säulenelemente eingesteckt

Die Höhe der Fun Generation ColumnMix lässt sich flexibel mit den zwei Abstandmodulen gestalten und so den akustischen Erfordernissen anpassen, zum Beispiel optimal auf die Zuhörer ausrichten. Entsprechend variabel ist dann jeweils die Gesamthöhe.

Diese drei Aufbauvarianten sind möglich:

  • 1 Subwoofer, 1 Säulenlautsprecher, Gesamthöhe: 93 cm
  • 1 Subwoofer, 1 Abstandsmodul, 1 Säulenlautsprecher, Gesamthöhe: 140 cm
  • 1 Subwoofer, 2 Abstandsmodule, 1 Säulenlautsprecher, Gesamthöhe: 186 cm

Anschlüsse und Bedienelemente der Fun Generation ColumnMix

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Rückseite des Subwoofers

Die Rückseite ist optisch in zwei Bereiche unterteilt. Oben sitzt der Mediaplayer, darunter das Mischpult mit den Eingängen (XLR/Klinke) und dem Line-Out (XLR). Zwei Kanalzüge können wahlweise mit Mikrofon- oder Line-Signalen beschickt und individuell geregelt werden. Hier gibt es jeweils noch einen Effektregler, der den fest eingebauten Echo-Effekt hinzumischen lässt. Ein weiteres Level-Poti regelt den umschaltbaren dritten Kanal, der entweder für den Mediaplayer oder den 3,5 mm Klinken-Stereoeingang zuständig ist.

Die Gesamtlautstärke wird mit dem rot markierten Mastervolume eingestellt. Für den Klang gibt es einen einzigen Summen-Regler. Er rastet in der Mittelstellung ein. Dreht man ihn nach links in Richtung Speech, werden die Bässe abgesenkt, bei Rechtsdrehung (Bass Boost) kommt es zur Verstärkung der Bässe. Eine gute Ausgangsposition ist die Mittelstellung.

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Zwei Kontroll-LEDs informieren über Power/Netzbetrieb und zeigen mit Limit mögliche Übersteuerungen an. Blinkt die Limit LED grün, ist alles im Lot und ein Tonsignal wird erkannt. Beginnt diese LED jedoch rot zu leuchten, wird es Zeit, die Lautstärke zu verringern, denn dann ist der Spitzenpegel erreicht.

Interessant ist die Funktion Standby. Wird sie aktiviert, leuchtet eine rote LED und die Anlage schaltet sich nach etwa 30 Minuten von selbst ab, wenn kein Eingangssignal mehr erkannt wird. Gleichzeitig wechselt die grüne Power LED auf rot.

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Eins der drei Säulenmodule

Der Mediaplayer

Über den Mediaplayer können USB-Speichermedien und SD- und SDHC-Karten abgespielt werden. Audiodateien mit den Formaten MP3, WAV, WMA, APE und FLAC lassen sich hier einlesen. Außerdem wird über den Mediaplayer auch Bluetooth aktiviert. Das Koppeln mit meinen Android Smartphone funktioniert auf Anhieb.

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Guter Tragegriff am Subwoofer

Fun Generation ColumnMix in der Praxis

Musik klingt bis zu einer gewissen Lautstärke recht gut. Im Bereich der Mitten ist die Übertragung etwas schwächer, was aber bestimmt vielen Nutzern zusagen wird, denn die „Badewannen Klangabstimmung“ trifft ja heutzutage auf Wohlwollen. Außerdem ist diese Mittenabsenkung bei Säulensystemen mit wenig Treibern häufig anzutreffen. Werden die Lautstärkeregler an der ColumnMix weit aufgedreht, klingt die Anlage dann doch etwas stressig mit teils harschen Höhen (je nach Zuspielmaterial).

An den Test der Mikrofonvorverstärker geht es mit meinem Shure SM58. Auch hier ist der Klang bei mittleren Lautstärken in Ordnung, wenngleich die Pegel doch sehr hoch eingestellt werden müssen und es deutlich hörbar rauscht. Wird der eingebaute Effekt sparsam eingesetzt, geht auch das in Ordnung. Hier handelt es sich um eine fest eingestellte Delay-Zeit mit mehreren Wiederholungen.

Die Drehregler sind durch die Bank etwas wackelig. An dieser Stelle sollte man allerdings auch immer den Gesamtpreis im Auge haben.

Frequenzgang Messungen bringen es ans Tageslicht

Gemessen habe ich mit einem Messmikrofon und einer kalibrierten Soundkarte mit sehr guten Werten in einem normalen Raum (Praxisbedingungen) in die Software REW. Dabei gibt es einmal Messungen mit einem Abstand von etwa 55 cm zum Säulensystem. Die ColumnMix ist ohne Abstandhalter gesteckt, also das Element mit den vier Hochtönern sitzt direkt auf dem Subwoofer. Das Messmikrofon ist in etwa auf die Mitte zwischen Subwoofer und Hochtonsäule ausgerichtet. Als zweite Messmethode nutze ich Nahfeldmessungen. Hierbei ist das Mikrofon jeweils in wenigen Millimetern Abstand vor den Schutzgittern platziert.

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Grafik 1

Grafik 1 zeigt die Messung des gesamten Frequenzgangs. Die Glättung der Kurve steht hier auf 1/12. Bei späteren Messungen wechsele ich dann auf eine psychoakustische Glättung, was eine ausgeglichenere Kurve ergibt, die dem Hören unserer Ohren näherkommen soll.

Wie bereits beim Hörtest wahrgenommen, zeigt diese rote Messkurve deutliche Peaks in den Bereichen um 90 bis 100 Hz und in den Höhen um 9.000 bis 10.000 Hz. Dazwischen ist der Schalldruck deutlich schwächer mit Anhebungen um die 1.000 Hz.

Mit viel gutem Willen wird in diesem Messvorgang der Bass ab etwa 45 Hz übertragen. Im Hochtonbereich ist bei vergleichbarem SPL bei 16.000 Hz das Ende der Fahnenstange erreicht. Der Roll-off setzt aber schon nach dem Peak von 10.000 Hertz ein.

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Grafik 2

Grafik 2 zeigt den Vergleich mit einer Mackie SRM 210 (blaue Kurve). Den DSP der Mackie Aktivbox habe ich für diese Messung auf FLAT (linear) gestellt. Deutlich erkennbar ist im Vergleich der beiden Messkurven, dass die Mackie Aktivbox einen ganz anderen Frequenzgang aufweist. Oder anders formuliert, dass bei der ColumnMix trotz Mittelstellung des EQs die Bässe und Höhen ausgeprägter sind.

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Grafik 3

In Grafik 3 ist die angekündigte psychoakustische Glättung der Fun Generation ColumnMix zu sehen. Wie diese auch, sind alle folgenden Messungen an einem anderen Tag gemacht, weswegen hier andere SPLs auftauchen. Das ändert aber grundsätzlich nichts an den Frequenzdiagrammen.

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Grafik 4

Grafik 4 zeigt zwei Kurven aus Nahfeldmessungen. Die blaue Kurve ist ein einzelner Hochtöner, die grüne Kurve stellt den Frequenzverlauf des 8-Zoll Tieftöners dar. An der von mir eingezeichneten schwarzen senkrechten Linie ist die Trennfrequenz der Weiche erkennbar, die in diesem Fall bei 500 Hz liegt. Die hier zu sehende Abweichung der Grundfrequenz im Bassbereich ist damit zu erklären, dass bei der Messung im Raum durch das Bassreflexgehäuse eine tiefere Frequenzwiedergabe möglich ist.

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Grafik 5

Am Ende der ersten Messreihen ist in Grafik 5 noch der Vergleich mit einer Alto TX 8 Aktivbox dargestellt. Diese habe ich deshalb ausgewählt, weil sie wie die ColumnMix einen 8-Zoll-Tieftöner in einem Bassreflexgehäuse besitzt. Die grüne Linie zeigt den Frequenzgang der Alto TX 8.

Alternativmessung mit der Software Arta

Zusätzlich zu den bisherigen Messungen nutze ich Arta, um einen weiteren Blickwinkel zu erhalten. Arta bestätigt die bisherigen Ergebnisse. In der folgenden Grafik ist auch zu erkennen, wie sich der Frequenzgang bei Änderungen des Klangreglers verhält. Das Smoothing steht in diesem Fall auf 1/6.

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

xxx

  • EQ in Mittelstellung: orange Kurve
  • EQ in Position Speech: beige Kurve
  • EQ in Position Bass-Boost: grüne Kurve

Was ist das Fazit der Messungen?

Mit meinen ersten Höreindrücken beim Testen der Fun Generation ColumnMix lag ich richtig. Die Wiedergabe der mittleren Frequenzbereiche gehört nicht zu den Stärken des Testkandidaten. Dafür sind es eher die Bässe und die Höhen, die sich in den Vordergrund drängen. Reduziert man mit dem „Klangregler“ die tiefen Frequenzen, nivelliert sich dieses Verhalten ein wenig, aber der Schalldruck nimmt dann insgesamt deutlich ab.

Grundsätzlich ist noch ein weiterer Aspekt zu berücksichtigen. Diese Säulenanlage hat lediglich vier Hochtöner (was vergleichbare Produkte von anderen Herstellern auch bieten) ohne irgendwelche Waveguides. Bei voller Montage aller Säulenelemente sind die Hochtöner weit vom Basslautsprecher entfernt, was im Nahbereich zu einem bestimmten Abstrahlverhalten führt. Von daher ist es gut, dass man die Höhe der Säule hier in drei unterschiedlichen Stufen angleichen kann.

Für wen ist die Fun Generation ColumnMix geeignet?

Da bei zu hohen Lautstärken dieses Säulensystem stressig klingen kann und ich den angegebenen 200 Watt RMS nicht wirklich traue, sollten keine großen Räumlichkeiten beschallt werden. Wegen der Flexibilität der Zuspielmöglichkeiten (Mixer, Mediaplayer, Bluetooth) kommen eine Reihe von Einsatzbereichen in kleinerem Rahmen infrage: Partymusik, Alleinunterhalter, Singer-Songwriter, um nur einige zu nennen. Der Aufbau geht schnell von der Hand und ist (wie bei allen Säulensystemen) ohne große Verkabelungen und ohne Lautsprecherstativ möglich.

Test: Fun Generation ColumnMix Säulenlautsprecher

Die Säule mit den vier Hochtonlautsprechern direkt auf dem Subwoofer ergibt die geringste Bauhöhe

Wer kennt bereits die Marke JB Systems?

Die Fun Generation ColumnMix ist baugleich mit dem Modell PPC-081 der belgischen Marke JB Systems, was ja grundsätzlich keine Schande ist, aber an dieser Stelle Erwähnung finden soll. Hat jemand bereits Erfahrung mit der Marke JB Systems? Schreibt es in die Kommentare.

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Fazit

Das beste Argument für die Fun Generation ColumnMix ist ihr hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 199,- Euro bekommt man ein flexibel einsetzbares Säulensystem mit unterschiedlichen Zuspielmöglichkeiten, Bluetooth, Mediaplayer und genügend Leistung für kleinere Veranstaltungen. Wird der eingebaute Delay-Effekt sparsam eingesetzt, können Stimmen mit Räumlichkeit aufpoliert werden. Durch variablen Einsatz der Abstandsmodule lässt sich das Säulensystem in drei unterschiedlichen Höhen ausrichten und so den akustischen Bedingungen anpassen. Meine Bewertung: Schnäppchenalarm.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • geringes Gewicht
  • Mediaplayer, SD, USB
  • Bluetooth
  • drei Eingänge parallel nutzbar

Minus

  • nur Master-Klangregelung
  • Drehregler wackelig

Preis

  • 199,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    DJ Ronny

    Danke für den ausführlichen Test. Sicher ein Produkt mehr für den privaten Bereich im Partyraum oder ähnliches. Schön daß es auch was für den kleinen Geldbeutel gibt und erstaunlich was alles geht.

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