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Test: Gyraf Audio G14-S, Stereo-Equalizer

6. Juni 2022

Dänischer Boutique EQ

test Gyraf Audio G14-S

Gyraf Audio G14-S, Stereo-Equalizer

Der Gyraf Audio G14-S ist ein passiver Stereo-Equalizer mit fünf Bändern, der in Dänemark entwickelt und von Hand gefertigt wird. Vor rund 15 Jahren erschien bereits das recht erfolgreiche Vorgängermodell G14, dessen Topologie Gyraf-Mastermind Jakob Erland nun mit Hilfe eines Techniker-Teams erweitert hat.

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Das Besondere an der neuen S-Variante ist eine umschaltbare Ein- und Ausgangsstufe, die als Ergänzung zu der Röhrenverstärkung des Vorgängers auch eine neutralere Solid-State-Schaltung mit OpAmp bietet. Damit vereint Jakob Erland zwei grundverschieden Klangcharaktere in einem Gerät.

Gyraf Audio G14-S

Test-Setup im Studio

Der Gyraf Audio G14-S auf den ersten Blick

Allein optisch macht der Gyraf Audio G14-S bereits einen imposanten Eindruck:
Die Maße des robusten Metallgehäuses betragen 3 HE, 19 Zoll Breite und 30,5 cm Einbautiefe. An den Außenseiten sind massive Aluminiumgriffe eingelassen, die – angesichts des Gesamtgewichts von 8 kg – tatsächlich die Handhabung dieses Boliden beim Ein- und Ausbau in ein Rack deutlich erleichtern.

Sein Frontpaneel besteht aus 4 mm dickem, eloxierten Aluminium, dessen Beschriftung und Skalierung maschinell mit einer Tiefe von 0,05 mm graviert wird.
Sämtlich Schaltregler und Potentiometer sind mit gerillten, schwarzen Kappen im Moog-Stil bestückt, wodurch der G14-S eine schöne Vintage-Optik erhält. Zudem fällt der Abstand zwischen den Bedienungselementen sehr geräumig aus, so dass sich die großen Knöpfe bequem und komfortabel greifen lassen.

Gyraf Audio G14-S

Große Aluminiumgriffe

Wie bei Stereogeräten üblich, gibt es eine übergeordnete Klangregelung für beide Kanäle, dementsprechend ist kein Dual-Mono-Betrieb möglich, aber natürlich kann bei der Nutzung von nur einem Kanal auch ein Mono-Signal bearbeitet werden.

Das Frequenzspektrum gliedert sich in fünf Bereiche, einen für den Bass (Lo), drei für die Mitten (Lo Mid, Mid und Hi Mid) und einen für die Höhen (Hi).
Jedes der fünf Bänder bietet elf Eckfrequenzen, eine regelbare Güte und einen 3-Wegeschalter für die Funktionen Boost (+), Cut (-) oder Bypass. Das Maß der Anhebungen oder Absenkungen ist mit einem fein gerasterten Potentiometer einstellbar.

Auf der rechten Seite des Frontpaneels befindet sich die einfach strukturierte Mastersektion samt Netzschalter und Kontrolllampe. Ebenfalls per 3-Wegeschalter lassen sich hier die zwei verschiedenen Klangcharaktere des G14-S anwählen: „In“ steht für den bewerten Röhren-Pfad, „S“ für die neue Solid-State-Schaltung und „Out“ aktiviert einen weiteren, übergeordneten True-Bypass für alle Bänder, der auch die Ein- und Ausgangsstufe umgeht.

Mittels des großen Trim-Reglers wird der Ausgangspegel in einem Rahmen von +/-3 dB festgelegt. Er dient zum Angleichen des In- und Outputs, sitzt im Signalpfad aber vor der Ausgangsstufe, so dass er vor allem im Röhren-Modus auch das Sättigungsverhalten bestimmt.

Auf der Rückseite liegen noch die üblichen Anschlüsse, dazu zählen eine Kaltgerätebuchse samt Sicherung für das interne Netzteil und die Ein- und Ausgänge im XLR-Format von der Firma Neutrik.

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Gyraf Audio G14-S

Die Anschlüsse auf der Rückseite

Gyraf Audio G14-S: Die Filterbänder

Die Bauweise der Klangregelung basiert unverändert auf der des Vorgängermodells G14, wobei es sich um eine erweiterte Form des klassischen, passiven Induktor-Kondensator-Filtertyps handelt. Auf Grund der verwendeten Parallelschaltung werden Anhebungen und Absenkungen benachbarter Bänder nicht summiert, wenn man nahe beieinander liegende Frequenzen anwählt.
Alle fünf Bänder sind als vollparametrische Glocken-Filter ausgelegt, es gibt keine Shelving-Form für die Höhen oder Bässe und auch keine Hoch- oder Tiefpassregelung.

Bei der Entwicklung des G14 stand laut Jakob Erland das musikalische Verhalten der Equalizers im Vordergrund, so dass die Breite der fünf Bänder leicht unterschiedlich ausfällt.
Abhängig von dem Q-Faktor bietet jedes Filter eine maximale Verstärkung von 10 bis 12 dB. Insgesamt ist die Güte aller Bänder recht breit geartet, wobei sie bei Absenkungen prinzipiell etwas schmaler ausfällt, so dass sie in den höchsten Einstellungen schon fast einer Bandsperre ähneln. Dadurch sind auch filigranere Einsätze möglich.
Auf Grund der parallelen, passiven Bauweise nimmt darüber hinaus die Spitzförmigkeit in den oberen Frequenzen stetig etwas zu. Im Durchschnitt liegt der Wirkungsbereich aller Bänder aber grob zwischen 0,45 und 3,3 Q.

Die Frequenzselektion der einzelnen Bänder gestaltet sich wie folgt:

  • Low: 35 – 48 – 60 – 70 – 80 – 100 – 120 – 160 – 190 – 220 – 270 Hz
  • Low Mid: 180 – 230 – 280 – 330 – 400 – 430 – 490 – 550 – 590 – 650 – 750 Hz
  • Mid: 500 – 570 – 700 – 800 – 900 Hz – 1 – 1,1 – 1,3 – 1,5 – 1,8 – 2,1 kHz
  • High Mid: 950 Hz – 1,2 – 1,4 – 1,7 – 2 – 2,5 – 3 – 3,5 – 4,2 – 5 – 6,3 kHz
  • High: 4,5 – 5,6 – 6,5 – 7,8 – 9,1 – 12 – 14 – 16 – 18 – 20 – 22 kHz
Gyraf Audio G14-S

Lo Mid und Mid

Technische Details des G14-S

Alle Drehschalter des G14-S werden von einem Telekommunikationsunternehmen in Taiwan seit 23 Jahren exklusiv für Gyraf Audio gefertigt. Laut eigener Aussage musste Jakob Erland in diesem Zeitraum keinen einzigen Schalter bei einer Reparatur ersetzen.
Die gerasterten Drehregler stammen wiederum von der bekannten Firma Alpha, die er in großen Mengen einkauft. Anschließend wird jedes einzelne Potentiometer kontrolliert und gemessen, um die Präzisesten zu selektieren. Dieses extrem aufwendige Verfahren wendet Erland auch bei anderen Bauteilen seiner Produkte an, was er ausführlich in dem folgenden Interview mit Gregor Scherer erläutert:

AMAZONA.de Interview mit Jakob Erland

Für den Röhrenpfad des G14-S, der ebenso wie die Filtersektion unverändert von dem Vorgängermodell übernommen wurde, nutzt Jakob Erland Lundahl LL 1540 Eingangsübertrager, die zum Beispiel auch Tube-Tec für den HLT 2A Equalizer verwendet. An den Ausgängen kommen als passende Ergänzungen zwei Lundahl LL 5402 Übertrager zum Einsatz, da sie – genau wie die LL 1540 – für ein stabiles und straffes Lowend sorgen sollen.
Nach dem vergeblichen Versuch, gut klingende Röhren aus aktueller Produktion für den G14-S zu finden, setzt Erland nun zwei 6h23n (aka 6N23P) NOS-Röhren aus den 80er-Jahren der russischen Firma Voskhod ein, auf denen sogar noch der CCCP-Aufdruck zu sehen ist.

Gyraf Audio G14-S

Zwei 6h23n NOS Röhren von Voskhod

Für die Verstärkung im Solid-State-Modus hat das Team um Erland sich bewusst für einen klanglich nüchternen Baustein entschieden – eine Anlehnung an den Texas Instrument LM833 OpAmp. Dieser soll gerade bei hohen Pegeln ein überaus niedriges Verzerrungsverhalten aufweisen.
Um die Färbung der Übertrager zu umgehen, sind für den S-Modus symmetrische Differentialempfänger an den Eingängen verbaut, während die Ausgänge von aktiven Servo-Ausgleichsschaltungen angesteuert werden.

Gyraf Audio G14-S

Das Innere des G14-S

Handhabung des Gyraf Audio G14-S

Laut der Bedienungsanleitung benötigt der G14-S nach dem Einschalten eine Aufwärmzeit von 5 bis 10 Minuten, damit die Röhren ihr volles Klangpotential entfalten können.

Wie bereits erwähnt, gestaltet sich die Bedienung dank des großzügig dimensionierten Frontpaneels äußerst komfortabel. Sämtliche Regelelemente machen beim Betätigen einen überaus hochwertigen Eindruck: Die Drehschalter erzeugen ein gesundes, mechanisches Klacken, während die fein gerasterten Potentiometer angenehm „schnurren“, sich aber vor allem nicht an den Übergangsstufen verhaken. Da keine freilaufenden Potentiometer verwendet werden, lassen sich Einstellungen relativ einfach archivieren, wofür Gyraf Audio auch ein charmantes Recall-Sheet bereitstellt.

Gyraf Audio G14-S

Das Recall-Sheet

Die Auswahl der insgesamt 55 anwählbaren Einsatzfrequenzen ist sehr gelungen über die fünf Bänder verteilt und lässt eigentlich keine Wünsche offen. In den überlappenden Frequenzbereichen der benachbarten Bänder kommt auch keine Position zwei Mal vor.
So wird zum Beispiel der sensible Bereich von 1 bis 2 kHz sinnvoll zwischen dem Mid- und Hi Mid-Band aufgeteilt.

Lediglich ein Lowcut-Filter wäre bei manchen Anwendungen hilfreich und würde sicherlich den Freiraum zur Gestaltung des Tiefbasses sinnvoll erweitern.

Sehr praktisch sind die separaten Bypass-Schaltungen der einzelnen Bänder, was selbst in dieser Preisklasse leider nicht immer selbstverständlich ist.

Gyraf Audio G14-S

Hi Mid und High

Klang

Dank der gelungenen Haptik und des überaus behutsamen und musikalischen Klangverhaltens, bedarf es keiner großen Eingewöhnungsphase für die Bedienung des Equalizers.

Schon beim ersten Ausprobieren wird schnell deutlich, dass der G14-S kräftige Frequenzverstärkungen sehr angenehm und natürlich meistert. Alle Bänder verfügen über einen großen Headroom, der – völlig losgelöst von den Sättigungseffekten der Röhrenausgangsstufe – selbst in extremen Einstellungen keine Verzerrungen zulässt.

Vor allem im High- und Lowend lassen sich problemlos Anhebungen im oberen Regelbereich einstellen, die äußerst homogene Ergebnisse hervorrufen und selten überbetont wirken.
In den Höhen öffnet sich dabei der Klang auf wunderbare Weise und hat einen beeindruckenden, luftigen Charakter mit dem Klarheit und Transparenz einhergeht.
Das Tiefenband des G14-S verleiht den Bässen bei einem breitbandigen Einsatz wiederum eine enorme Klangfülle, so dass sie groß und kräftig erscheinen. Ebenso kann aber auch mit einem spitzen Q-Wert das Lowend einer Bassdrum sehr druckvoll herausgearbeitet werden.

Der Mittenbereich lässt sich dank seiner drei Bänder vielseitig gestalten:
Für eine schöne, unaufdringliche Präsenz sorgen die oberen Filterbänder, egal ob es um Leadinstrumente, Gesang oder Summensignale geht. Gerade der Bereich um 3 kHz ist wegen seines nachsichtigen Klangverhaltens regelrecht für das Mastering prädestiniert, während die unteren Mitten eine erstaunliche Durchsetzungskraft haben, mit der sich ein solides Fundament bilden lässt. Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten, erlaubt der G14-S auf Grund der schmal einstellbaren Güte auch feinere Eingriffe in das Klangbild. Selbst bei solchen Aufräumarbeiten überzeugt er mit einem überaus angenehmen und musikalischen Charakter.

Gyraf Audio G14-S

Der große Trim-Regler

Absolut bemerkenswert ist auch wie der Equalizer auf die Dynamik des Eingangsmaterials bei Anhebungen reagiert. Pegelspitzen erscheinen leicht akzentuiert, wodurch die Spanne zwischen dem leisesten und lautesten Signal ein bisschen größer wirkt. Auf Nachfrage bestätigt Jakob Erland, dass dieses Phänomen größtenteils mit dem Verhalten der Filter-Induktoren zusammenhängt, die in Abhängig von der Dynamik und Intensität der Transienten das Maß der Verstärkung unterschiedlich dosieren. Dieser Effekt ist auch ein Qualitätsmerkmal des berühmten Pultec EQP-1A.

Richtig spannend wird das Arbeiten mit dem G14-S zusätzlich durch die Wahl der Ein- und Ausgangsschaltung.
Der klassische Röhren-Modus rundet die Transienten auf überaus angenehme Weise ab, wodurch vor allem die hohen Frequenzen entspannter wirken. Gleichzeitig generiert diese Schaltung auch sehr schöne Obertöne, die für eine dezente und edle Färbung sorgen.
Per Trim-Regler kann zusätzlich noch mit dem Grad der Sättigung gespielt werden, der durch die begrenzte Verstärkung von maximal 3 dB natürlich weit entfernt von einer groben Verzerrung ist. Dieser Effekt löst vielmehr eine leichte Verdichtung aus, die dem Eingangssignal eine kompaktere Kontur verleiht, die Präsenz betont und die Bildung von weiteren Obertönen anregt.

In dem neuen Solid-State-Modus verhält sich der G14-S gänzlich anders, wobei natürlich der Charakter der Filterbänder prinzipiell erhalten bleibt. Bei einem häufigen Wechsel zwischen den Modi fallen viele Details und Nuancen auf, die je nach Beschaffenheit des Quellmaterials stärker oder schwächer in Erscheinung treten. Am auffälligsten sind die spitzeren Transienten, die eine schnellere Ansprache hervorrufen als im Röhren-Modus. Im Vergleich erscheint das Klangbild der S-Schaltung sauberer und transparenter, aber auch nüchterner. Gerade die Höhen wirken meistens etwas betonter und heller.

Manchmal sind es spezielle Frequenzbereiche, die entweder von dem klaren Solid-State-Sound profitieren oder eben dank der Röhren etwas vollmundiger und runder klingen – umso komfortabler ist es daher, beide Schaltungen in einem Gerät zur Auswahl zu haben.

Gyraf Audio G14-S

Low und Lo Mid

Klangbeispiele

Der Einsatzmöglichkeiten des Gyraf Audio G14-S sind überaus vielseitig, sie reichen von Sub-Gruppen-, Mix-Bus- und Mastering-Anwendungen bis hin zu der Bearbeitung von einzelnen Instrumenten.

Gyraf Audio G14-S

Gyraf Audio G14-S

Preis4.999,00 €

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Jedes der Klangbeispiele ist als erstes im unbearbeiteten Original zu hören. Danach wird ein EQ-Setup angewählt, das unverändert in drei verschiedenen Einstellungen der Ein- und Ausgangsstufe zuhören ist: Solid State, Tube und Tube +3 dB Gain, um noch das Sättigungsverhalten des Röhrenmodus zu demonstrieren.

Alle Klangbeispiele lassen sich wahlweise im WAVE-Format (44,1 kHz, 24 Bit) oder als MP3 (320 kBit/s) aufrufen. Um die teils feinen Nuancen gut hören zu können, empfiehlt sich eine erhöhte Abhörlautstärke.

Gesang

Bei dem ersten Beispiel handelt es sich um eine Aufnahme der Sängerin Isis Zerlett, die für den Test des Rode NT1 mit einem Maihak V41 Röhrenvorverstärker aus den 50er-Jahren aufgezeichnet wurde. Die unbearbeitete Version klingt so:

Um das leichte Dröhnen der Aufnahme zu entfernen, werden zunächst die unteren Mitten bei 280 Hz breitbandig abgesenkt. Anschließend soll der Gesang durch eine Anhebung der Frequenzen bei 100 und 500 Hz etwas mehr Fülle und Substanz erhalten. Für mehr Präsenz und Offenheit sorgt schließlich noch eine kräftige Verstärkung der oberen Mitten und Höhen.

Das Ergebnis hat einen sehr edlen und ausgewogenen Charakter, der in den drei zuvor beschriebenen Varianten zu hören ist:

Gesang:
Isis Zerlett

Einstellungen:
Low: 100 Hz, ca. +5 dB, Q: 11 Uhr
Lo Mid: 280 Hz, ca. -5 dB, Q: 8 Uhr
Mid: 500 Hz, ca. +4 dB, Q: 10 Uhr
Hi Mid: 3 kHz, +7 dB, Q: 7 Uhr
High: 9,1 kHz, ca. +9 dB, Q: 9 Uhr

Westerngitarre

Als nächstes wird eine Westerngitarre mit dem G14-S bearbeitet, deren Aufnahme mit dem Preamp der Chandler Limited TG Microphone Cassette in Verbindung mit einem Neumann U87 der ersten Generation entstand:

Ähnlich wie bei der Gesangsspur zuvor, entzerrt eine spitze Absenkung die oberen Bässe bei 180 Hz, um die dominant hervorspringenden tiefen Saiten zu bändigen. Auch hier wird mit kräftigen Anhebungen bei 100 und 500 Hz den unteren Frequenzen mehr Fundament verliehen. Die oberen Mitten bei 3 kHz erhalten im Verhältnis nur einen leichten Boost, während die Höhen deutlich betont sind, um den Obertönen viel Raum zu verschaffen.

Wieder hat das Resultat einen sehr entspannten Klang, der Unterschied zwischen dem Solid-State- und Röhren-Modus ist hier besonders gut in den Höhen und unteren Mitten wahrnehmbar:

Einstellungen:
Low: 100 Hz, ca. +8 dB, Q: 3 Uhr
Lo Mid: 180 Hz, ca. -6 dB, Q: 5 Uhr
Mid: 500 Hz, ca. +7 dB, Q: 10 Uhr
Hi Mid: 3 kHz, ca. +4 dB, Q: 9 Uhr
High: 14 kHz, ca. +8 dB, Q: 10 Uhr

Gitarre:
Suzuki Three’s GW-15

Gyraf Audio G14-S

Gravierte Beschriftung

Drum-Bus

Weiter geht es mit einem rohen Drum-Track, den Christoph Eggener für den Test des UnderToneAudio MPDI-4 und MPEQ-1 eingespielt hat:

Bei diesem Beispiel zeigt der G14-S, dass er bei Bedarf auch sehr energetisch und druckvoll klingen kann. Für diesen Zweck ist das Low- und Topend stark akzentuiert, wobei eine zusätzlich Absenkungen der unteren Mitten bei 330 Hz hilft. Um die nötige Durchsetzungskraft und Präsenz zu erhalten, werden auch die oberen Mitten bei 700 Hz und 3 kHz deutlich verstärkt.

Das Schlagzeug hat anschließend einen wesentlich muskulöseren Charakter, der sicherlich plakativ ist, aber dennoch sehr beeindruckt:

Einstellungen:
Low: 48 Hz, ca. +8 dB, Q: 5 Uhr
Lo Mid: 330 Hz, ca. -2 dB, Q: 1 Uhr
Mid: 700 kHz, ca. +5 dB, Q: 11 Uhr
Hi Mid: 3 kHz, ca. +7,5 dB, Q: 7 Uhr
High: 9,1 kHz, ca. +8 dB, Q: 11 Uhr

Drums:
Schlagzeuger: Christoph Eggener
Schlagzeug: Pearl Masters Custom Maple Shell
Cymbals: Custom Crash 16“, K Ride 20“, K Dark Crash Thin 14“, Oriental China Trash 16“, Sabian HHX 10“ Splash, Paiste 14“ Signature Dark Energy MK1 Hihat
Mikrofone:
Bassdrum: Electro-Voice RE 320 (Kick Drum Mode)
Snare: Shure SM 57
Overheads: 2x Sennheiser MKH 40
Close Ambiance: 1x Sennheiser MKH 40
Room: 2x Sennheiser MKH 40
Vorverstärker: UnderToneAudio MPDI-4, MPEQ-1, Studer 962 (Room)

Toms

Nach dem Drum-Bus folgt nun eine Tom-Aufnahme, die ebenfalls von Christoph Eggener für den Test der sE Electronics V Beat Mikrofone eingespielt wurde:

Wieder gilt es als erstes ,ein leichtes Dröhnen bei 180 Hz zu entfernen, eine Anhebung bei 100 und 800 Hz sorgt für ein druckvolles Fundament. Die Anschläge lassen sich wiederum sehr gut bei 1,4 kHz herausarbeiten und eine kräftige Verstärkung bei 12 kHz öffnet abermals das Topend.

Wieder lässt der G14-S die Muskeln spielen und verleiht den Toms damit mehr Energie.
Vor allem der Aufschlag der Sticks auf den Fellen tritt sehr schön in den Vordergrund:

Einstellungen:
Low: 100 Hz, ca. +7,5 dB, Q: 3 Uhr
Lo Mid: 180 Hz, ca. -4 dB, Q: 12 Uhr
Mid: 800 Hz, ca. +3 dB, Q 11 Uhr
Hi Mid: 1,4 kHz, ca. +7 dB, Q 7 Uhr
High: 12 kHz, ca. +8 dB, Q 8 Uhr

Aufnahme:
Schlagzeuger: Christoph Eggener
Schlagzeug: Pearl Masters Custom Maple Shell
Mikrofone: 3x sE Electronics V Beat, 2 x Sennheiser MKH 40 (Room)
Vorverstärker: Studer 962

Mix-Bus

Am Ende soll der G14-S noch seine Fähigkeiten im Electro-Genre demonstrieren, dafür dient eine Sequenz des L.E.P. Leploop V2. Diese sehr spezielle Groovebox erzeugt ein nicht unerhebliches Rauschen, das natürlich durch die folgende Bearbeitung verstärkt wird. Wohlgemerkt: Der G14-S erzeugt selbst bei starken Anhebungen keine wahrnehmbaren Nebengeräusche.

Ohne Equalizer klingt die Spur wie folgt:

Die Bassdrum wird mit spitzer Güte bei 60 Hz betont und die unteren Mitten recht breitbandig bei 480 Hz hervorgehoben. Da der Bereich um 900 Hz etwas nasal klingt, greift hier die Cut-Funktion mit einem sehr hohen Q-Faktor, während die oberen Mitten und Höhen ebenfalls eine starke Anhebung erhalten.

Anschließend wirkt vor allem die Bassdrum wuchtiger, der Shaker-Sound öffnet sich sehr schön und auch der Snare ähnliche Klang wirkt runder und ausgewogener. Insgesamt sorgt der G14-S für ein offeneres und druckvolleres Klangbild.

Einstellungen:
Low: 60 Hz, ca. + 7dB, Q: 5 Uhr
Lo Mid: 490 Hz, ca. +4 dB, Q: 8 Uhr
Mid: 900 Hz, ca. -4 dB, Q: 5 Uhr
Hi Mid: 2,5 kHz, ca. +8 dB, Q: 10 Uhr
High: 9,1 kHz, ca. +8 dB, Q: 11 Uhr

Audiointerface: RME Fireface 800
DAW: Logic Pro

Die Klangbeispiele sind unbearbeitet, nur die Lautstärken wurden angepasst.

Gyraf Audio G14-S

Gyraf Audio G14-S, Stereo-Equalizer

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Fazit

Bei dem Gyraf Audio G14-S handelt es sich um einen erstklassigen Stereo-Equalizer mit einem äußerst edlen und zugleich flexiblen Klang für professionelle Anwendungen. Seine Verarbeitungsqualität ist absolut hochwertig und das großzügig gestaltete Frontpaneel ermöglicht eine komfortable und intuitive Bedienung.

Die Equalizer-Bänder des G14-S haben einen überaus gutmütigen Charakter, der sich selbst bei kräftigen Anhebungen stets sehr behutsam auf das Eingangssignal auswirkt. Dank der zwei grundverschiedenen Designs der Ein- und Ausgangsstufe, bietet der G14-S die Klangeigenschaften von zwei verschiedenen Geräten: Die Röhrenschaltung sorgt für eine weichere, rundere Ansprache mit der Möglichkeit von Sättigungseffekten, während der Solid-State-Modus nüchternere und transparentere Ergebnisse mit einer schnelleren Ansprache hervorruft.

Der Preis ist sicherlich nicht gering, aber vollkommen gerechtfertigt für ein Highend-Gerät, das fern des Massenmarktes von wenigen Personen entwickelt und in Handarbeit gefertigt wird.

Plus

  • sehr hochwertiger und edler Klang
  • Sold-State- und Röhrenschaltung in einem Gerät
  • intuitive Bedienung
  • Bauteile
  • Verarbeitung

Preis

  • 4.999,- Euro
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Klangbeispiele
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