Test: Korg SV-1

15. September 2010

Stage Vintage Piano

Vor einer guten Weile erreichte mich eine Mail mit Web-Link zu einem YouTube Clip. Zu sehen und hören war ein optisch außerordentlich hübsches Keyboard mit einem zauberhaften Pianosound. Der Hersteller des Instrumentes war im Video nicht erkennbar. Mein spontaner und ungefilterter Kommentar: „Ich weiß nicht, was es ist, aber ich will es!“ Und nun steht es vor mir, es handelt sich um das Korg SV-1 Stage Vintage Piano mit 73 gewichteten Tasten. Man bekommt es auch als 88er Version, und außer der anderen Farbvariante unterscheiden sich die beiden Instrumente darüber hinaus nicht. Korg hat damit ein digitales Keyboard auf den Markt gebracht, das sich an den E-Pianos der 70er Jahre orientiert, insbesondere für den Bühneneinsatz gedacht ist und entsprechend konzipiert wurde. Leicht transportabel soll es sein, gut und vor allem durchsetzungsstark klingen, und auch der Look darf was hermachen. Mal sehen, ob die das hingekriegt haben.

Korg SV-1 Stage Vintage Piano

Korg SV-1 Stage Vintage Piano

Optik

Korg hat sich für ein charakterstarkes Design entschieden, dessen Farb- und Formgebung ganz klar als auffällig bezeichnet werden kann. Ähnlich der typisch 70er Jahre Loungesessel sind die Gehäusekanten hinten und an der Seite stark abgerundet. So geformt lässt sich das SV-1 auch dank gerade mal 17,5 kg angenehm tragen (88er Version: 20,5 kg). Es gibt passende Gigbags als Zubehör sowie einen passenden Ständer. Das Bedienpanel ist in steilem Winkel ziemlich aufrecht zum Keyboarder hin geneigt, so komme ich bequem an alle Bedienfunktionen dran. Diese sind durchweg großflächig und griffig gestaltet, was dem beherzten Handanlegen selbst bei stürmischer Bühnenperformance zugute kommt. Mit zahlreichen Leuchtdioden werden die aktuellen Positionen aller Regler und Taster angezeigt. Auf dem Bedienpanel ganz links ist eine Röhre hinter Glas untergebracht.

Die Röhre

Die Röhre

Die ist mehr als nur ein optischer Gag, daher Details dazu im Abschnitt „Klang“. Ganz rechts dann der Power Schalter, der stilecht dem eines Vintage Amps nachempfunden ist. Hübsch und charmant ist all das anzuschauen! Und lädt auch unumwunden zum fröhlichen dran Rumschrauben ein. Auf der Rückseite befindet sich ein umfangreiches Anschlussfeld für Audio, Pedale, MIDI und Computer. Letzteres überrascht, denn bei einem an E-Piano Klassikern orientierten Konzept erscheint ein USB-Anschluss als nicht unbedingt obligatorisch. Wir werden später herausfinden, wofür das gut ist. Als Zubehör werden Dämpferpedal und Notenhalter gleich mitgeliefert.

Als Zubehör erhältlich: Der SV-1 Ständer

Als Zubehör erhältlich: Der SV-1 Ständer

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    audioworld

    danke erstmal für den test, da ich mich grade eben zwischen sv1, nord piano und yamahap50 entscheiden möchte eine große Hilfe.
    Mich wundert nur, weshalb beim test des nord piano große Minuspunkte für die fehlenden Masterkeyboard-funktionen und Wheels vergeben wurden, hier beim Korg jedoch nicht. Schon klar, es sind unterschiedliche Tester, aber eine konsistente Einschätzung solcher Basisfeatures sollte doch möglich sein…

    • Profilbild
      Mindmuck

      Das war auch mein Gedanke – einerseits eine Lobeshymne auf’s SV-1, andererseits eine Liste an Minuspunkten beim Nord Piano, die einem Produkt, das sich auch noch explizit „Piano“ nennt, m.E. nicht ganz gerecht wird („eingeschränkte Soundauswahl“? Bei dem Stagepiano mit der definitiv größten Piano-Library?).
      Wie auch immer: NP oder SV-1 ist bis zu einem gewissen Punkt Geschmackssache – beide Produkte haben eine große schnittmenge an Features und machen das, was sie sollen auf hohem Niveau.
      Sieht man über die paar zusätzlichen Standardsounds (Strings, Pads, Orgeln) beim SV1 hinweg, so ist das Nord Piano m.E. das bessere Angebot, da die Soundlibrary vielfältiger und in Teilen durchaus überlegen ist.

  2. Profilbild
    filterfunk  

    Vor Allem gebe ich dem Author in einem recht: „Als Musiker interessiert vor allem das Resultat..“
    Das wiederum ist m.E. nicht wirklich „vintage“ : Wuchtiger, und voller Sound ist was anderes! Daran ändern auch die ansonsten guten Effekte nichts.
    Ob das Design a la „aufgeschnittene Zigarre“ wirklich hübsch & vintage ist… na ja, für mich war’s eher ein Hinderniss, die Kiste zu holen. Als ich sie dann hatte, bin ich mit ihr nie richtig warm geworden. Dafür ist die Verarbeitung zu durchwachsen, und die Tastatur zu schwammig und undefiniert, für diese Preisklasse! Die Tatsache, dass man Sounds nicht layern kann, habe ich gerade wegen dem eher dünnen Sound wirklich vermisst. Ich habe das SV-1 wieder zurück gegeben, und ein CP300 geholt – und bin glücklich!
    M.E. ist das SV-1 ein gutes Beispiel dafür, dass hippe Attribute („vintage“), geschickte Werbung, und euphorische Produkttests (nicht nur der hier auf dieser Seite) noch lange keine Garanten für ein dementsprechendes Produkt sind…

    • Profilbild
      jaxson  

      Sorry…finde deine Aussagen zum SV 1 absolut lächerlich!!!…das hat auch nichts mehr mit „über Geschmack kann man sich streiten“ zu tun…
      Ich würde sogar behaupten, dass das SV 1 das beste Keyboard für derartige Vintage Sounds ever ist!!!

  3. Profilbild
    microbug  

    schöner Bericht:)
    BTW zum Thema Supertramp: Herr Hodgson spielt als Wurli-Ersatz eine weiße Triton, insofern kann man sich den Sound des SV1 vorstellen, wenn man sich mal seine Auftritte auf youtube anhört.

    Wenn ich mir das Gerät so anschaue, hab ich den Verdacht, daß da einer der Entwickler ein Polymoog-Prospekt unter dem Kopfkissen gehabt haben muß – zumindest was das Bedienfeld betrifft.

  4. Profilbild
    bytechop  

    Vielen Dank für diesen Test. Der hat noch sein übriges zur Kaufentscheidung beigetragen. Ich bin jetzt Besitzer eines SV-1 73 und muss sagen, dass es eine sehr gute Entscheidung war. Der Sound ist einfach wunderbar, die Software flexibel. Es ist sogar möglich die Softwareparameter über eine BCR2000 zu senden.

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