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Test: M-Audio Oxygen MK4, USB/MIDI-Controllerkeybaord

24. September 2014

Oxygen Edition 2014

Der Markt der Controllerkeyboards wird von Monat zu Monat unübersichtlicher. In einer Tour bringen altbekannte und neue Hersteller Keyboards auf den Markt, von denen es vor ein paar Jahren gerade einmal eine Hand voll gab. Jetzt schickt sich einer der bekannteren Vertreter an, das Repertoire seiner Controller zu erweitern bzw. zu erneuern. Mit dem neuen M-Audio Oxygen Controllerkeyboard möchte der Hersteller Marktanteile zurück erobern, die er in den letzten Jahren an die neuen Konkurrenten verloren hat.

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Die Geschichte des Oxygen Controllers

Mit dem Oxygen 8 lieferte M-Audio im Jahr 2002 einen der ersten multifunktionalen MIDI-Controller, der entsprechend erfolgreich war und auch von AMAZONA.de seinerzeit getestet wurde (HIER KLICKEN)

M-Audios erstes Oxygen aus dem Jahr 2002

M-Audios erstes Oxygen aus dem Jahr 2002

Inzwischen geht die Oxygen-Reihe in die vierte Generation. Mitzählen fällt schwer. Bezeichnete doch M-Audio irreführender Weise bisher jede Generation nur mit OXYGEN (ohne Zusatz). Das neueste OXYGEN-Werk hat nun aber offiziell den Zusatz MK4 und wurde von uns ausführlich getestet.

Verarbeitung der Oxygen MK4 Controller

Die Oxygen-Serie gehört schon seit langem zu den Standard-Controllerkeyboards, denen man immer wieder in Studios und auf Bühnen begegnet. Die aktuelle Serie ist Generation Nummer 4 und wurde wie bei den letzten Rundum-Erneuerungen auch an die aktuellen Anforderungen der Produzenten und Musiker angepasst. Somit befinden sich neben der Standardausstattung an Fadern, Buttons, einem Display und einer kleinen Transporteinheit nun auch acht anschlagsdynamische Pads auf der Bedienoberfläche des Oxygen. Wie bei den meisten anderen Herstellern auch, ist die M-Audio Oxygen MK4 Serie in drei Größen mit 25, 49 und 61 Tasten erhältlich. Während die 49er- und 61er-Version in ihrer Ausstattung komplett identisch sind, verfügt die 25er-Version nur über einen einzelnen Fader und einen zugehörigen Button. Besitzer der anderen beiden Versionen dürfen sich dagegen über neun Fader und Buttons freuen. Dafür wurden der 25er-Version zumindest nicht die acht Pads geklaut. Ob man sich jetzt lieber vier Pads und vier Fader oder gar nur Fader und keine Pads gewünscht hätte, darf jeder für sich selbst entscheiden.

Ausstattung und Verarbeitung

Gehen wir kurz die Gesamtausstattung der 49er- und 61er-Oxygens durch. Bereits erwähnt habe ich die acht anschlagsdynamischen und farblich aufleuchtenden Pads sowie die neun Fader samt zugehörigen Buttons. Ebenfalls mit an Bord sind acht Encoder (keine Endlos-Drehregler) und eine darunter positionierte Transportsektion mit Loop, Stop, Play und Record. Vor- oder rückwärts spulen kann man mit dieser Sektion also nicht. Links von den Fadern schließen sich ein dreistelliges LED-Display, Oktavierungstasten und Pitch Bend- und Modulationsrad an. Buttons zur Transposition gibt es leider nicht.

Die Rückseite der M-Audio Oxygen MK4 Serie beherbergt die Anschlüsse des Oxygen. Power On/Off-Schalter (sehr gut für diese Preisklasse), USB-to-Host, Haltepedal, Kensington-Schloss und schon sind wir durch. Dem geübten Leser fällt auf, dass es keine MIDI-Schnittstelle gibt und aufgrund der fehlenden Netzanschlussbuchse darf man davon ausgehen, dass der Controller seinen Strom über USB bezieht.

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Pitch Bend- und Modulationsrad dürfen natürlich nicht fehlen.

Pitch Bend- und Modulationsrad dürfen natürlich nicht fehlen

Die Tastatur ohne Aftertouch ist gut verarbeitet, hat jedoch einen etwas schwammigen Anschlag. Der genaue Auslösepunkt ist somit nicht immer ganz einfach zu treffen. Für die normalen Aufgaben im Studio ist das aber absolut ausreichend. Die Drehregler laufen sicher und sauber in ihren Bahnen, die Buttons lösen sauber und mit gutem Widerstand aus. Die Pads sind für meinen Geschmack zu hart im Anschlag, so dass man da schon richtig ordentlich draufhauen muss, damit etwas passiert. Die Fader sind zwar leichtgängig, aber dennoch gut verarbeitet. Hier stört mich allerdings die Tatsache, dass man keinen richtigen Festhaltepunkt hat, um den man in der Regel Daumen und Zeigefinger legt oder die Fader so aufgebaut sind, dass man nicht so schnell davon herunter rutscht.

Ansonsten ist die Verarbeitung wirklich gut, da gibt es nichts zu meckern. Das Gewicht der 49er-Version beläuft sich auf 2,9 kg. Also kein Problem, den Controller mit zum Auftritt zu nehmen.

Auch die acht Drehregler können frei mit MIDI-Kommandos belegt werden.

Auch die acht Drehregler können frei mit MIDI-Kommandos belegt werden

Die Oxygen MK4 in der Praxis

Wie gewohnt können alle Bedienelemente des Controllers frei mit MIDI-Kommandos belegt werden. Auch die Transportsektion, die im Normalfall MMC-Kommandos ausgibt, kann neben ihrer eigentlichen Aufgabe hierfür herangezogen werden. Die Programmierung der Elemente läuft nach dem Standard-Schema aller gängigen Controllerkeyboards ab. Edit-Taste drücken, Control Select drücken, gewünschtes Element bewegen, MIDI-CC über Tastatur eintippen, speichern, fertig. Das Ganze wird dahingehend erweitert, dass man mit Data 1-3 unterschiedliche Parameter hinzufügen kann, die das Verhalten des Faders, Buttons und Encoders bestimmen. So lässt sich nach Programmierung eines Befehls beispielsweise noch die Velocity eines Buttons einstellen oder es lässt sich der Wertebereich von Bedienelementen eingrenzen. Interessant ist die Möglichkeit, die Fader in den Drawbar-Modus zu versetzen. Dann werden alle Fader in ihrem Wertebereich nämlich umgekehrt, so dass der Wert 127 dann an der unteren Position anliegt. Zur Steuerung von Software-Orgeln super geeignet.

Die Fader fahren zwar sauber und ordentlich, könnten aber griffiger sein.

Die Fader fahren zwar sauber und ordentlich, könnten aber griffiger sein

Bis man mit der Programmierung aller Elemente durch ist, dauert das natürlich etwas, aber M-Audio bietet da glücklicherweise noch eine andere Möglichkeit. Für die gängigen DAWs wie Pro Tools, Logic (9.1 nur im 32 Bit Modus), Cubase, Garage Band, Ableton, Reason und Record sind vorgefertigte Presets erhältlich, die den Controller automatisch an die eigene DAW anpassen. Dazu lädt man sich das passende Preset von der M-Audio Website herunter, installiert dies und schon kann es losgehen. Im Falle von Cubase hat das bei mir wunderbar funktioniert, so dass der Oxygen nach der Installation automatisch die Lautstärke der einzelnen Tracks, den Pan etc. ansteuert. Ähnliche Auto-Mappings gibt es auch bei der Konkurrenz von Novation und Nektar, die ebenfalls vorgefertigte Presets für die gängigen DAWs bieten. Die Impact-Reihe von Nektar geht sogar noch einen Schritt weiter und bietet auch für viele Software-Instrumente von Native Instrument, Waves, Spectrasonics etc. fertige Mappings an. Laut M-Audio soll dies jedoch auch bald für die neuen Oxygens möglich sein.

Speicher und Software

Hat man alles programmiert, lassen sich komplette Setups mit der Belegung aller Bedienelemente intern abspeichern. 10 Speicherplätze stehen dafür zur Verfügung, so dass man ohne Probleme Setups für unterschiedliche Aufgaben im Studio oder für die Bühne anlegen kann.

Als Beigabe findet man im Paket des Oxygen die Software Ableton Live Lite sowie den Spectral Morphing Software Synthesizer SONiVOX Twist. Alles da, um gleich mit der ersten Produktion zu beginnen.

Schön ist das Aufleuchten der Pads beim Anschlag anzuschauen.

Schön ist das Aufleuchten der Pads beim Anschlag anzuschauen

Marktvergleich Controller-Keyboards

Wie eingangs bereits erwähnt, tummelt sich mittlerweile eine Vielzahl von Controllerkeyboards am Markt. Neben den funktional etwas einfacher aufgebauten Controllern gibt es somit auch eine starke Konkurrenz für die neue M-Audio Oxygen MK4 Serie. Als direkte Konkurrenten kann man sicherlich die Controller Novation Launchkey und Nektar Impact heranziehen. Funktional sehr ähnlich aufgebaut bieten sie nur eine leicht abgeänderte Bedienoberfläche, so dass die Launchkey-Serie beispielsweise 16 kleine Pads bietet anstatt der acht Pads von Oxygen und Nektar Impact. Die Fader der Launchkeys sind etwas griffiger als bei den anderen beiden Konkurrenten, während die Drehregler dafür deutlich kleiner ausfallen. Hinsichtlich der Bedienoberfläche geben sich der Impact von Nektar und der M-Audio Oxygen nahezu nichts. Hier und da fällt ein Bedienelement etwas größer bzw. kleiner aus, aber im Grunde relativ identisch, dazu im Preis genau gleich. Wie im Test bereits angemerkt, hat die Impact-Serie aber den Vorteil, dass sie neben vorgefertigten DAW-Presets auch Mappings für Plug-ins und Software Instrumente bietet.

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Fazit

Mit der aktuellen  M-Audio Oxygen MK4 Serie bringt M-Audio nun die mittlerweile vierte Generation der beliebten Controllerkeyboards auf den Markt. Neben der Standardausstattung verfügen die neuen Oxygens jetzt über acht anschlagsdynamische Pads. Die Ausstattung ist gut, so dass alles vorhanden ist, um sowohl DAWs als auch Software-Instrumente fernzusteuern. Alle Bedienelemente können frei mit MIDI-Kommandos belegt werden und wie von den größeren M-Audio Keyboards bereits bekannt, verfügen die neuen Oxygens jetzt auch über die Möglichkeit des Auto-Mappings. Vorgefertigte Presets für die gängigen DAWs sind erhältlich, so dass man sich lästige Programmierarbeit ersparen kann. Beim Blick auf die Konkurrenz wird es für die Oxygens allerdings schwer werden, sich neue Marktanteile zu erkämpfen. Die Konkurrenz schläft nicht und hat ihre Controllerkeyboards mit ähnlichen Funktionen und Elementen ausgestattet, die teilweise sogar über die Möglichkeiten der Oxygen-Serie hinausgehen.

Plus

  • gute Ausstattung
  • acht anschlagsdynamische Pads
  • Auto-Mapping für DAW

Minus

  • kein Auto-Mapping für Plug-ins

Preis

  • Ladenpreis:
  • 25 Tasten: 89,- Euro
  • 49 Tasten: 129,- Euro
  • 61 Tasten: 159,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Mich wundert es etwas, dass das wirklich sehr geringe Gewicht immer als Vorteil für den Live-Bereich betrachtet wird. Ich empfinde es als deutlichen Nachteil, denn:
    das Instrument sitzt nicht mehr sicher auf dem Keyboard-Stativ! Selbst einen doppelt so schweren Juno Gi kann man bei Glissandi locker vom Stativ fegen und er bewegt sich während des Spielens fortwährend auf dem Stativ, wenn man keine Sicherungsmaßnahmen ergreift. Für mich stellen deshalb 6kg die absolute Untergrenze dar. Gerade bei 49 Tasten Keyboards, die ja gerne zum Solospiel in die zweite Etage verfrachtet werden, ist die Auflagefläche schon sehr gering. Dazu dann noch geringes Gewicht……

    Die Dinger sind für das Studio gemacht und nicht für den Live-Betrieb. Da wiegt ja jede gut gepolsterte Tasche und jedes Case weitaus mehr als das Instrument.
    Ein Nord Electro 4 ist roadtauglich verarbeitet, mit 7.6 kg dennoch leicht und sitzt bombensicher auf dem Stativ. Aber so ein Plastik-Ding wie das Oxygen?

    • Profilbild
      Filterpad  AHU

      Top Argument. Instrumente müssen stabil stehen und das können sie in aller erster Linie durch das Gewicht erreichen. Eine Hammond wird keiner so leicht umstoßen oder zur Seite schubsen.^^

      • Profilbild
        TobyB  RED

        Hallo Filterpad,

        Gegenargument, der Schwerpunkt des Geräts muss tief liegen sonst nützt das schwerste Gewicht nichts. Zum anderen Formschluss ist bei 2 Massen ebenso wichtig, sonst hat der sich Keyboarder ein Pendel gebaut… Das kann man dann auch nicht mehr Gaffa oder Duct tapen ;-) ^^

        :-)

          • Profilbild
            TobyB  RED

            Hallo Filterpad,

            das muss man nicht berechnen, das sagt einem die Physik, hier Ladungssicherung ;-) ich hab mein „ultraleichtes“ Triton Taktile mit doppelseitigem Klettband am Keyboardständer befestigt, nach dem das es mir beim Spiel eines Basslaufes die Brille von der Nase gehauen hat. Also das Keyboard…

            Grüsse

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              Filterpad  AHU

              …ist ja abgefahren, besonders wenn man sich das bildlich vorstellt.^^ Das sollte aber bei einem Key wirklich nicht passieren. Dann sollten die Firmen ab sofort Bleikugeln in die Keys befördern. ;)

              • Profilbild
                TobyB  RED

                Hallo Filterpad,

                ich habe mich nur erschrocken ;-) Grundsätzlich wäre bei luftgefüllten Leichtbaugehäusen etwas zum befestigen von Klettverschlüssel oder so ähnlich schon mal ein Fortschritt. :-)

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                  Filterpad  AHU

                  …wobei sich Klettverschlüsse schnell abnutzen und auch mit der Zeit verdrecken. Besser wäre hier vielleicht eine Klammer, die man irgendwie am Keyboard-Ständer befestigt oder auch Druckknöpfe etc. Nur so eine Idee, aber man muss sich ja Gedanken machen. Leicht hat nicht „nur“ Vorteile wie man sieht, also sollte man das ausgleichen.

                  • Profilbild
                    TobyB  RED

                    Hallo Filterpad,

                    es gibt da mehrere Möglichkeiten, mit Klettband erschien mir am sinnvollsten, da ich gerne mal umbaue, wenn es ein Song oder Track erfordert. Die Idee mit der Klammer ist auch nicht schlecht und lässt sich einfacher realisieren, wenn ich mich nicht irre hat K&M das für einige Keyboardständer Modelle sogar im Programm. Ganz Klasse wäre wenn die Hersteller einfache Grundsätze der Physik beachten würden, Formschluss würde bei Leichtbau schon viel bringen.

                    Grüsse ToB

  2. Profilbild
    beatz01

    Gäääähn.Was unterscheidet diese Controller nun von der Konkurrenz ? Nichts.Wenn die Keyboardtasten wenigestens Aftertouch hätten oder die Encoder endlos wären oder zumindest die Pads über Aftertouch verfügten.Wer also soll diese Controller kaufen und warum ? Für etwa den Preis der 49er Version gibt’s z.b. auch schon das Graphite49 das Aftertouch UND Endlosencoder hat…

    • Profilbild
      chk  

      Da ich jetzt mit 2 teureren Keyboard Probleme mit Endlos-Encodern hatte, würde ich sagen, die nicht-Endlosen sind da eher ein Vorteil, als ein Nachteil… in den Endlos-Encodern verbauen die so billige Potis, das geht gar nicht.

  3. Profilbild
    richard  AHU

    Die Oxygen Reihe scheint echt omnipräsent in den Studios von Freunden von mir. Mir selber gefallen die Dinger nicht, die Tastatur ist mir zu leichtgängig/klapprig und die gesamte Verarbeitung zu plastikhaft.

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