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Test: Make Noise Strega Desktop Synthesizer

28. Juli 2021

ExperimentelleKlänge - love it or hate it

Der „Make Noise Strega“ ist ein experimentalistisch konzipierter Mono-Analog-Synthesizer mit Waveshaping Oszillator im Desktop Format, welcher aber auch genauso Eurorack kompatibel ist, ganz so wie seine Kollegen 0-Coast und 0-Control aus dem gleichen Hause. Deswegen bezeichnet Make Noise diesen Synth als idealen Kandidaten im Zusammenspiel mit diesen beiden Geräten, die ja auch immerhin den selben Formfaktor haben und das gleiche Design besitzen. Hier werden wir jedoch hauptsächlich die Stand-Alone-Funktionalität unter Zuhilfenahme eines Sequenzers oder einer Tastatur durchleuchten.

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Um diesen Test und den Strega besser einordnen zu können, hier noch ein kurzer, aber wichtiger Exkurs zu dessen Schöpfern. Dieses Instrument wurde in Zusammenarbeit mit Alessandro Cortini und Make Noise erschaffen. Gut, der Name hat mir bis dato nur vage etwas gesagt; nach einer Recherche kommt nur ein Bandname zutage: Nine Inch Nails. Und zwar soviel Nine Inch Nails, dass dieser Herr die Synthfraktion, die Gitarre und den Bass beigetragen hat! Ok! Na gut, warum nicht! Im Vorwort der englischsprachigen Anleitung kommen auch der Make Noise-Chef Tony Rolando und Cortini himself zu Wort: „Der Strega bedarf einiger Inspiration, unter Zuhilfenahme von Alchemie und Wissenschaft, um die Magie entstehen zu lassen.“
Allessandro schreibt zu seinem Wunschsynth: „Ich kann mich nicht erinnern, ob Strega aus einem persönlichen Bedürfnis heraus geboren wurde oder aus der kreativen Beziehung, die ich mit Tony und dem Make Noise-Team habe. Das ist beides so miteinander verwoben! … Das Instrument, das du jetzt in den Händen hältst, ist ein Instrument, das eine Klangästhetik repräsentiert, die mir sehr am Herzen liegt. Strega spricht eine ganz eigene Sprache, die du schnell zu kommunizieren und zu zuhören lernen kannst… Für mich stellt es das auditive Äquivalent eines jahrzehntelang im Meer verbliebenen Objekts dar: Strömungen haben seine Kanten geglättet, Farben haben sich verändert, Texturen sind weicher geworden. Strega fühlt sich an wie die perfekte Balance zwischen Inspiration, Aktion und Ergebnis. Er macht genau das, was ich brauche: Er verkürzt den Weg zwischen Spielzeit und konstruktivem, bedeutungsvollem und emotionalem Klangausdruck. Ich hoffe, Strega weckt bei Dir die gleiche kreative Freude… Habe keine Angst, dich von ihm an einen neuen Ort führen zu lassen.“
Doch, ich hatte Angst, diesen Artikel schreiben zu müssen, denn die vielen Stunden, die ich mit dem Strega verbracht hatte, noch bevor ich die Zeilen von Cortini las, geschweige denn, die Geschichte dahinter kannte, haben mich schon sehr unruhig werden lassen. So, als ob ich meinen Sinn für Klangästetik verloren hätte. Doch jetzt bin ich beruhigter, denn jetzt weiß ich, warum dieser Synth so klingt und solche komischen Sachen macht. Doch genug zur Geschichte!

Designed & build in the USA

Ganz im Sinne von „America First“ steht nun der scheinbar gänzlich in den USA hergestellte Synth im Vollmetallgehäuse in der Größe eines DinA5-Querformates auf dem Tisch. Im daneben liegenden Karton fand ich das Netzteil mit verschiedenen Steckdosenadaptern, vier Miniklinken-Patchkabel, einem Splitterkabel für den Stromanschluss, um mit einem Netzteil zwei Make Noise Geräte zu speisen, und ein Mini-Stereo-Klinke auf 6,35mm Stereo Buchse Adapterkabel. Ach ja, und einen schönen Strega-Aufkleber in schwarz-pink. Eine Anleitung gab es nicht, schade eigentlich bei der Preisklasse, denn so manche Patchidee aus der Anleitung hätte man gerne neben dem Gerät liegen.

Haptik und Aufbau des Strega Synthesizers

Der Strega-Synth ist mit 3-4 cm inkl. Potiköpfe recht flach und, in ein Eurorack gebaut, auch skifftauglich. Ganz typisch Make Noise sind die Aufteilung und Beschriftung recht kryptisch und wirr gehalten. Keinem wird auf Anhieb etwas bekannt vorkommen, einzig die Pfeile zu den Klinkenbuchsen rein und raus schaffen etwas Logisches. Der Kopfhöreranschluss war aber schnell gefunden, das Symbol kenne ich. Ansonsten ist das Panel schwarz, weiß und gold. Wer denkt, dass die goldenen Kreise und Quadrate allein der Optik dienen, der irrt. Das sind Touchpanels. Die runden Plättchen sind Ausgänge (Sources) und die quadratischen sind die Ziele (Destinations). Mit seinen Fingern kann man über den Schaltkreis „Körper“ eine Verbindung herstellen, um den Klang mit dem jeweiligen Parameter zu beeinflussen. Oha!
Es sind vier verschieden große Drehregler verbaut, kleine schwarze, wie bei den Korg Volcas, einmal kürzere und längere weiße und dann noch die drei flachen, aber auch größten Regler. Insgesamt hilft das der Zuordnung nach Struktur aber auch nicht weiter. Die Patchpunkte sind sowohl oben als auch unten zu finden. Patcheingänge sind mit weißen Feldern hinterlegt, jedoch ist das nicht durchgängig so konzipiert, denn es gibt auch noch andere Inputs, zum Beispiel mit Pfeilen. Ausgänge sind entweder mit Pfeilen oder mit anderen Bezeichnungen beschriftet. Wie man sieht, ist das Ganze recht durcheinander, aber von Make Noise bekannt. Hier hilft nur Forschen und Verinnerlichen. Insgesamt ganz schick, aber gewöhnungsbedürftig, und das schreit nach Anleitung. An der Bauweise und der Qualität gibt es nichts zu bemängeln.

Make Noise Strega Klangerzeugung

Audioeingänge und Klangerzeugungsabteilung

Oszillator

Nur drei Regler sind für den Klang im klassischem Sinne verantwortlich. Der „Activation“-Regler ist nicht nur für die VCO-Lautstärke verantwortlich, sondern regelt als dezenter High Pass Filter dünnen, bassarmen Sound zu vollem Klang. Wenn mal allerdings ein Gate-Signal anliegt, fällt diese Funktion weg. Der große „Tonic“-Regler ist für die Tonhöhe zuständig. Der Regelbereich geht von 20Hz bis 10kHz. Mit dem „Tone“-Poti fährt man durch die verschiedenen Wavetables. Welche exakt zur Verfügung stehen, ist nicht bekannt. Auch die Anleitung schweigt sich dazu aus. Durch die Kombinationsmöglichkeiten der beiden Regler sind ausreichend Möglichkeiten vorhanden. Zusätzlich gibt es noch einen Fine-Tune Regler. Wer den Blend-Regler oben rechts komplett zudreht (CCW), hört dann auch erst einmal den Oszillator in Reinform. Tragisch ist, dass das Tracking gerade mal so eine Oktave aushält, dann driftet das Tuning ab. Auch der einzig erreichbare Zugriff auf das Tuning durch ein kleines Loch in der Frontplatte schafft hier keine Abhilfe. Im Video habe ich das Tracking und die Wavetables demonstriert. Aber weiter im Text!
Als Abgreifpunkt stehen auch permanent eine Sägezahnwelle und ein Suboszillator in der zuletzt gewählten Tonhöhe zur Verfügung. Der Sub ist gut drei Oktaven tiefer, kann also auch bei entsprechender Einstellung als LFO zur Manipulation anderer Sachen benutzt werden. Durch den Audioeingang kann zusätzliches Material hinzugefügt werden. Auch sollte man dem Strega seine eigenen Signale über den Audio-In wieder zuführen.
Parallel zum Oszillator kann der Sound noch durch eine regelbare Random Funktion zerstört werden bzw. mit Klangaussetzern zerteilt werden, und zwar so, bis kein permanenter Ton mehr zu hören ist.

Make Noise Strega Effekteinheit

Die Effekteinheit mit möglichen Schikanen

Alchemie durch Zerstörung

Das zweite große Hauptsegment des Strega Kosmos ist die, ich nenne es mal, Effekteinheit. Es soll sich um eine Art analoges Delay handeln, welches mit allerhand Eingängen in seiner Intensität und seiner Klangwelt beeinflusst werden kann. Der Begriff Delay wird aber dieser Einheit nicht ganz gerecht. Der große „Time“-Regler ist für eine Art Klangpreset zuständig. Die eine Hälfte des Regelweges ist für Delay und Early Reflexions zuständig und die andere Hälfte liefert eher eine Art Bitcrusher, alles jedoch fließend im Übergang. Das kann dann auch bis zur völligen Unkenntlichkeit des Klanges führen und meistens mit starken Nebengeräuschen einhergehen. Ein Feedback Regler (Decay) und ein nicht beschrifteter Regler sorgen für weitere Unregelmäßigkeiten. Es fällt schwer, das Verhalten dieser Einheit in Worte zu fassen. Um diese Effekteinheit überhaupt hören zu können, dafür ist der „Blend“-Regler zuständig. Dieser blendet den Effektanteil zum Oszillator ein, und kann diesen auch zu 100% ausblenden, so dass nur der Effektsound hörbar ist. Da der Strega auch jeden Pegel über den Audio-In verarbeitet, kann der Synth auch als reines Effektgerät für andere Instrumente dienen. Das ist ein großer Pluspunkt, aber leider ist die gesamte Effekteinheit auch nur in Mono.

Make Noise Strega Filter

Das Filter und der Funktionsgenerator, sowie die Ausgänge

Das Filter des Make Noise Strega

Das Filter trägt seinen Namen fast zu Unrecht, denn es hat weder eine Resonanz, noch ist es auf dem „Hauptklang“ des Oszillator anwendbar. Es ist einzig und allein für den Effektsound vorgesehen. Es gibt keinen Patchpunkt, um ein Audiosignal durchzuschicken. Ich tippe auf ein 2db LP Filter, denn allzu stark greift es ins Geschehen nicht ein. Es dient allein dazu, eine Ästethik zum Klanggeschehen beizutragen oder um Geräuschfahnen zu ebnen. Natürlich ist es auch per Patchpunkt mit CVs, zum Beispiel mit dem Funktionsgenerator, regelbar.

Der Funktionsgenerator

Der etwas abgegrenzte Funktionsgenerator mit Loop Funktion bietet sich als LFO, als zusätzlicher VCO für Ringmodulation, für FM-Klänge und als Slew Generator an. Der Funktionsgenerator ist übrigens auch mit dem Filter normalisiert, wie so manch andere Funktion, wenn man den aufgedruckten goldenen Linien folgt.

Audio Ein- und Ausgänge

Der Audioeinschleifpunkt kommt mit allen Eingangssignalen zurecht. Hierfür steht ein extra Poti zur Anpassung bereit. Ausgangsseitig gibt der Kopfhörerausgang Linepegel ab. Zusätzlich steht ein extra hochpegeliger Audioausgang für das Weiterführen an andere Modulargerätschaften zur Verfügung. Über die Pegelkompatibilitäten muss man sich also keine Gedanken machen. MIDI Funtionalität gibt es überhaupt nicht.

Und was nun?

Bevor ich auf die Klangmöglichkeiten und die Bedienung überhaupt eingehen kann, muss ich kurz meinen Leidensweg schildern, den ich mit dem Strega hatte. Da ich vor einem Test völlig unvoreingenommen bin und auch rein gar nichts über den Strega wusste bis auf das, dass es sich um einen Synth von Make Noise handelt, ging ich völlig leidenschaftslos an das Gerät und den Test heran. Insgesamt drei Phasen habe ich mit dem Gerät durchlaufen dürfen, bis ich bereit war und einen Plan hatte, diesen Testbericht zu schreiben.
In der 1. Phase stand ein unzugängliches, schwer zu handhabendes Gerät vor mir. Allein die Symbole und die Anordnung sowie die Anleitung waren schwer zu fassen. Flüche und Kraftausdrücke waren nötig, da ich kurz vor der Selbstaufgabe stand. Aber da muss man durch als Tester. Mir kam es so vor, dass der Fokus auf „Ich will anders sein als die Anderen“ lag und das Ganze irgendwie eine völlig überteuerte Mogelpackung war. Und es war frustrierend und hat überhaupt keinen Spaß gemacht.
Phase 2 war gezeichnet von Erkenntnis und Verständnis des Konzeptes dahinter. Hier hat mich dann auch die Geschichte hinter diesem Synth interessiert und ich habe recherchiert. Das hat mich natürlich auch beeinflusst, aber es war hilfreich zu verstehen, für was dieser Synth konzipiert ist und welche Möglichkeiten er bietet. Ich war erstaunt, dass doch sehr viele Funktionen vorhanden sind, die man vielleicht erst nach längerer Zeit entdeckt und probiert. Wie auch beim 0-Coast sind Bausteine auf dem zweiten und dritten Blick anders zu verwenden, als sie in der Anleitung stehen. Und hier sind wir im Bereich Modularsynth angekommen. Der Strega ist absichtlich so entwickelt worden. Dann konnte ich ihn erst begreifen.
In der 3. Phase spukten ganz viele Möglichkeiten und Ideen durch meinen Kopf, die man mit dem Strega probieren könnte. Der Experimentierer in mir war geweckt, die Möglichkeiten waren neu und spannend. Doch dann kam die Ernüchterung, denn meinen Geschmack hat es einfach nicht getroffen. Deswegen ist der Strega nicht schlecht! Keine Sorge, ich versuche objektiv zu bleiben, daher kommen wir nun zum Klang.

Make Noise Strega Frontplatte

Klangmöglichkeiten

Stellen wir uns schwebende Raumschiffwracks im Weltall nach einem interstellaren Krieg vor, vor sich hinrostende Autos im Dickicht eines verwilderten Waldes oder einen pyroklastischen Strom, der mit 600 km/h den Vulkan herunterrast. Diese Bilder kann man mit dem Strega vertonen. Da soll aber nicht bedeuten, dass man ihn für tanzbare elektronische Musik nicht verwenden kann. Er hat jedoch einen eher etwas melancholischen Grundcharakter. Es ist eben ein experimenteller Synthesizer, der niemals als normaler Synth gesehen werden will. Der Oszillator ist nur Mittel zum Zweck, die Grundlage für alles Weitere. Bleibt der Klang bei reinem VCO Sound klar und auch bekannt, um gänzlich einfache Synthsachen damit zu spielen, ändert sich das schlagartig, sobald die „Effekteinheit“ mit ins Spiel kommt. Schmutz, Noise und sich aufwallende Soundfahnen bilden sich, die man entweder rhytmisch schweben und wabbern lassen kann oder die sich mit voller Wucht vor einem aufbäumen. Für sich alleine kann der Strega aber nicht sein volles Potential ausschöpfen. Er benötigt Partner. Entweder den 0-Control Sequenzer aus eigenem Haus oder eben andere Sequenzer, möglichst mit mehreren Spuren. Dann nämlich kommen genau die Anwender ins Schwärmen, für die dieses außergewöhnliche Gerät entwickelt wurde. Und hier zeigt sich dann auch der Einfluss von Allessandro Cortini wieder. Der Kreis schließt sich.

Workflow und Bedienung

Selbst als geübter Kabelpatcher war es ein Graus, den Strega zu patchen. Gerade zu Beginn sind weder das Manual noch die Beschriftung oder Anordnung der Bedienelemente hilfreich. Aber auch später muss man sich permanent konzentrieren. Hier helfen wirklich nur Youtube und Ausprobieren. Zwar ist Make Noise für seine extravaganten Layouts und Zeichen bekannt, aber hier wurde es noch etwas weiter getrieben, da bekannte Bezeichungen eben einfach mit eigenen Wortkreationen versehen wurden. Dem einen wird es freuen, da es etwas zu erkunden gibt, den anderen wird es frustieren. Geschenkt bekommt man eben nichts, selbst wenn man dafür bezahlt.
Das Modifizieren des Sounds mit Hilfe der goldenen Touchpanels war nach meinem Gusto nicht sehr effektiv und teilweise nur schwer sinnvoll einzusetzen oder auch nur merklich zu hören. Hier spielen einfach zu viele Komponenten eine Rolle. Der eine Körper leitet eben besser wie der andere. Daher ist das zwar ein nettes Goodie, man sollte aber nicht zu viele Erwartungen an diese Funktion setzen. Wer munter patchen kann, der wird irgendwann diese Möglichkeit gar nicht mehr als solche wahrnehmen.
Tipp: Auf jeden Fall schon mal einen passiven externen Mult-Stern oder die bekannten Stackcables bereithalten, denn das ein oder andere CV Signal möchte man mehrfach verteilen.

Zwischenfazit

Der Make Noise Strega ist so ein Gerät: Entweder man liebt es oder man hasst es! Ein für das Experimentieren geschaffener Synth, der eine Nische bedient und eben anders ist. „Normal“ ist hier gar nichts und Störgeräusche gibt es gratis immer mit dazu. Ein Filter, welches keines ist und nur den Effektanteil beeinflusst, von dem man nicht mal weiß, was es macht. Von einer normalen Hüllkurve wollen wir gar nicht reden. Das Tuning über mehrere Oktaven ist eine Katastrophe. Und die Effekteinheit hätte auch gerne in Stereo sein dürfen. Aber trotzdem glaube ich, dass der Strega das Zeug dazu hat, neue Musikstile zu entwickeln. Er kann nur diejenigen, die dieses Gerät durchhalten und verstehen, dermaßen musikalisch beschenken, dass sie absolut glücklich damit werden. Persönlich ist das kein Gerät für mich, aber trotzdem sehe ich das Neue, das aus diesem Synth entspringen kann. In den richtigen Händen ist das ein Zauberkasten.

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Fazit

Zum Entwickeln, Bauen und Verkaufen eines solchen Synths, gehören Mut und der Glaube an Innovation. Das muss man Make Noise auf jeden Fall hoch anrechnen, denn wir wollen doch andersartige Geräte und keine Aufgüsse. Mit dem Strega bekommt man das! Ja, er klingt nicht nach Hi-Fi, ist kantig und das Tuning über Oktaven hinweg stimmt nicht, aber selbst bei all den negativen Aspekten dieses Artikels ist genau diese in Summe das Positive an diesem Synth. Ohne Fleiß kein Preis. Und ja, er ist nur für eine Minderheit interessant, aber für diese Minderheit kann er der heilige Gral sein. Aber um objektiv zu bleiben, kann die Bewertung nur ein „befriedigend“ sein.

Plus

  • Stabilität der Hardware
  • Innovationsfaktor
  • experimenteller Ansatz
  • mehr Möglichkeiten als vermutet
  • Einzigartigkeit
  • Audio-Eingang

Minus

  • rudimentäres Filter
  • Layout
  • Anleitung
  • Effekteinheit nur mono
  • Bedienung
  • schlechtes Tuning

Preis

  • 599.- EUR
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Forum
  1. Profilbild
    t.goldschmitz  RED

    Aus der Witcher Wiki:
     
    „Striege (poln. strzyga) ist eine Frau, die durch Verwünschung in ein verfluchtes Monster verwandelt wurde. Sie ist erfüllt von Hass auf alle Lebenden und verschlingt sie wahllos.“
     
    …also die Namensgebung passt doch wunderbar! Hätte man auch Striegerich nennen können.

    • Profilbild
      paap narF ZK  

      ich kenne den begriff strigoi aus der rumänischen mytholgie. der kam mal auf einer lp mit einer dracula-story zur sprache und bedeutet etwas untotes, daß sich in seltsame tierwesen verwandelt und das blut anderer konsumiert.
      bei 600eu für so nen ding passt das auch hahaha.
      ……………………..
      zu dem teil

      da spar ich lieber noch etwas und geh zu soma. (obwohl da n paar coole sachen rauskommen)

      • Profilbild
        t.goldschmitz  RED

        Scheint das gleiche Biest zu sein…
         
        Die Ähnlichkeiten gehen sogar noch weiter. Denn:

        „Eine Striege kann von ihrem Fluch befreit werden, wenn es jemandem gelingt, eine Nacht in der Gruft zu überleben und die Striege bei Tagesananbruch daran hindert, in ihr Grab zurückzukehren. “ ( Hexer Wiki – https://hexer.fandom.com/wiki/Striege ).
         
        Genau das hat der gute Mr. P.Head ja auch getan um den Strega „zu bsiegen“.

        Ach ja, ich mag das Teil.

    • Profilbild
      UBeeh  RED

      Wenn ein italienischer Musiker „sein“ Instrument „Strega“ nennt, dann schaue ich zuerst auf‘s Italienische, wo eine Hexe als strega bezeichnet wird. Deswegen würde ich den Synth auch als Die Strega beschreiben. „Der Strega“ tut mir in der Seele weh.

  2. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist der Strega trotz seiner Standalone-Bauweise nur im Kontext eines Modular-Systems sinnvoll zu verwenden. Dort gibt es (meistens) MIDI-CV/Gate-Converter und/oder Sequencer, womit man den Strega ansteuert und wo er rhythmisiert seine Stärken ausspielt (das stelle ich mir wirklich reizvoll vor, siehe Video). Sonst muss man sich auf Milliarden von pulsierenden aber ansonsten statischen Drone-Sounds einstellen. Oder?

    Das mit der Beschriftung finde ich daneben, das mit dem Handbuch ein wenig schade. Man hätte für den »Einsteiger« mal ein Tutorial schreiben und dabei ein paar Klangbeispiele konstruieren können. Wenn ich mir dagegen die Handbücher von zum Beispiel Waldorf in Erinnerung rufe, wie viel Mühe die sich geben … !

    Wenn man jetzt böse wäre – was ich nicht sein will, ich stehe auch auf Krach-Sounds – könnte man das auch so interpretieren, als hätte Make Noise etwas zusammen gebastelt, was irgendwie Krach macht – warum und wieso wissen sie selber nicht so genau – einen prominenten wichtigen Namen tragende Dinge dazu verkünden lassen und dann verkauft sich das schon irgendwie.

    Spannenderweise bin ich trotzdem interessiert. Das mit dem MIDI-CV/Gate bereitet mir als Nicht-Besitzer eines Modular-Systems noch Kopfzerbrechen. Auf die Schnelle habe ich den »Doepfer Dark Link« gefunden.

    • Profilbild
      moinho  

      Makenoise sind die Meister des Upselling im Eurorack-Kontext. Für nen Rene braucht man eigentlich nen Tempi (solang man ihnen nicht ne Nase dreht und Pamela’s New Workout nimmt), und für Strega eben nen 0-CTRL (oder sowas wie nen SQ-1, siehe „Nase“).

      Unabhängig davon kann man so Modulardinger auch ohne MIDI oder Sequenzer spielen, in dem man an Knöpfen dreht, (bei dem hier) die Berührungspunkte berührt (a la Circuit Bending) oder einfach Patches macht, die eben auch nicht statisch sind – auch ein Oszillator generiert in irgendnem Sinn ne kontinuierliche CV-Sequenz…

    • Profilbild
      [P]-HEAD (S.Bernhardt)  RED

      Ja, der Doepfer Dark Link wäre z.B. eine Möglichkeit. Natürlich kann das Gerät auch mit sich selbst gepachted, aber dann kommt man irgendwann an die Grenze. Der Strega ist mit Absicht und auch direkt mit Cortini entstanden. Es wurden Arbeitsweisen eingebaut, die eben speziell zu Cortinis Soundempfinden passen. Dem Zufall wurde hier nichts überlassen. Diesen Eindruck hatte ich zu Anfangs, aber nicht gegen Ende des Tests. Make Noise verwaist ja ausdrücklich als mögliche Partner für den Strega auf 0-coast und den 0-Control. Die Beispiel Patches im Handbuch sind hauptsächlich dem Zusammenspiel der Geräte gewidmet.

  3. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Alter Verwalter, stimmt das muß man mögen. Oder man Hasst es. Oder der Nachbar hasst es, zu Not auch mit Nachhilfe.

    Geiles T-Shirt, ich habe gerade das gleiche an ;).

  4. Profilbild
    Django07  

    Danke für den ernüchternden Test! Nach dem zweiten Absatz war ich zum Fazit gesprungen, weil mir die Feierei um C. dann doch zu viel war. Ich ging erst von einer schlechten Übersetzung aus – aber am Ende des Artikels wurde klar, dass es die bestmögliche Übersetzung war:

    „Der Strega bedarf einiger Inspiration, unter Zuhilfenahme von Alchemie und Wissenschaft, um die Magie entstehen zu lassen.“

    So lese ich das Zitat im Kontext des Fazits:

    „Das Ding ist so bescheiden, dass es nicht nur Wissen, sondern Zauberei bedarf, um aus seiner Inspiration Musik entstehen zu lassen…“

    Auch der erste Satz ist plötzlich sinnvoll:
    „[…] experimentalistisch konzipierter Mono-Analog-Synthesizer“
    Erst dachte ich, es sollte experimenteller Mono-Analog-Synth bedeuten, doch wenn man den Artikel gelesen hat wird klar: Nein, die Konzeption/Entwicklung war experimentalistisch.

    Nochmals vielen Dank – genau solche Tests helfen mir. So gebe ich mein Geld lieber für Instrumente aus, die tun, was ich will und mich nicht dazu zwingen zu tun, was jemand anderes will…

  5. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    „…welcher aber auch genauso Eurorack kompatibel ist, ganz so wie seine Kollegen 0-Coast und 0-Control aus dem gleichen Hause.“

    Nein, die sind nicht wirklich kompatibel, jedenfalls nicht ohne lästige Bastelei.
    Ich habe den Strega noch nicht aufgeschraubt, gehe aber davon aus, das er wie der 0-Coast konstruiert ist. Da schaut es so aus:

    Zwar stimmen Höhe und Breite exakt mit den Modulen für Eurorack überein, allerdings passen die Befestigungslöcher nicht. Man kommt also nicht umhin und muss die äußeren Bohrungen mit einer kleinen Rundfeile nacharbeiten, was für viele User schon ein unüberwindbares Problem sein kann.
    Ist das denn so schwer, die Löcher korrekt zu platzieren???

    Außerdem fehlt der Anschluß für das Flachkabel zur Busplatine.
    Entweder lötet man an einem 600 Euro-Modul selber ein Kabel an und riskiert damit den Verlust der Garantie oder man besorgt sich vorher ein Adapterkabel mit Winkelstecker, wie sie beispielsweise auch bei den Roland Aira-Modulen verwendet werden.
    Leider ist der Anschluß nur seitlich am Modul vorhanden, sodas man bei der Planung links noch ein 4TE-Blindpanel, das den Stecker optisch abdeckt, mit einplanen muss.

    Ich finde das sehr schade, denn zumindest in dieser Preisklasse sollte so ein Billigstecker für ein paar Cent mit drin sein.

    • Profilbild
      [P]-HEAD (S.Bernhardt)  RED

      Hallo Bernd, ja was den Stromanschluss angeht, stimmt das. Das weiß ich auch, habe aber trotzdem einen 0-coast im Rack. Ich habe das nicht ausführlich behandelt, weil es verwirrend sein kann. Damit war einfach die Kompatibilität des Formates und der Ein- und Ausgänge gemeint. Wer keine festen Rails hat merkt die etwas falschen Bohrungen ja nicht. Aber wer will kann das Ding schon so richtig einbauen, auch ohne den seitlichen Netzteilanschluss.
      Ich denke, das liegt einfach daran das Make Noise nun mal zu Beginn mit dem 0-Coast diese Bauweise entworfen hat und nun nicht die weiteren Module in höheren Metallwannen verbaut, um dem Konzept und der Optik dieser Gerätegruppe treu zu bleiben. Ich denke auch, das Sie vom 0-Coast Erfolg überrascht waren und sich selbst ein bißchen ärgern, das so nicht ganz durchgezogen zu haben.
      Aber wer will, der findet im Netz genug Anleitungen, wie man das Ding komplett ins Rack schrauben und mit dem Busboard anschließen kann.

  6. Profilbild
    gaffer  AHU

    Ja, mir gefallen da einige Teile aus den Videos recht gut. Nur wüsste ich 600 € besser einzusetzen. Ich würde da definitiv nach einer Softwarelösung suchen, wollte ich solche Sounds erzeugen. Aber gilt natürlich nur für mich. Wer im Club Musik macht, findet da womöglich das richtige Tool.

  7. Profilbild
    fmq75  

    Ich stellte mir anhand des Tests ( und der nimmermüden Betonung, dem per CV Beine zu machen) vor,dass man damit doch bestimmt interessante Rhythmusspuren kreieren könnte aber die angehängten Videos spiegeln das leider nicht wieder.Das Teil klingt scheusslich und die kryptische Beschriftung ist schlimmer als je zuvor :) Den 0-coast finde ich noch ganz cool (hatte ich mal) und Maths ist DIE Eurorack Legende schlechtin aber das hier…

  8. Profilbild
    lightman  AHU

    Strega ist italienisch für Hexe.

    Den Klang des Geräts finde ich super, habe es noch nicht selbst getestet, aber soweit ich sehen kann, ist das was für mich.

    Wird wohl kein Spontantkauf, aber steht schon auf der Liste.

  9. Profilbild
    P-Nautilus  

    Dass die Strega nicht den Geschmack des Autors trifft – geschenkt. Kommt vor und danke für die Ehrlichkeit.
    Das schon fast arrogante Betonen, wie unvorbereitet der Autor in den Test ging um dann ständig enttäuscht und verwirrt zu werden, nervt aber nicht nur, sondern gehört sich meiner Meinung nach nicht.
    Was ich damit meine? Beim Test eines FM- oder Wavetable-Synths fände ich das auch unmöglich, v.a. wenn dann ein fehlendes Filter am DX7 o.ä. bemängelt und der ständige Vergleich zu subtraktiven Synths a la Minimoog gezogen wird. Da erwarte ich, dass Autor*innen sich, vorher mit Konzept, Arbeits- und Funktionsweise beschäftigen!
    Ich hatte schon vor dem Lesen nicht die Absicht, das Instrument zu kaufen. Aber ich weiss, dass Make Noise zum einen oft eher in den Gefilden der eher West Coast-lastigen Synthese unterwegs ist. Dort sind Filter traditionell Fehlanzeige. Das Filter hier ist in der der/den Delay-Lines und dient soweit ich das verstehe dazu, das Delay dumpfer zu machen und abzustumpfen – in etwa so wie man es von analog Delays und Tape Delays kennt. Der Kritikpunkt zum fehlenden bzw. unbrauchbaren Filter ist damit für mich erledigt. Du willst filtern? Patch Stregas Output in dein Lieblingsfilter oder Low Pass Gate!

    • Profilbild
      P-Nautilus  

      Zum anderen wäre ein kurzer Blick in Herrn Cortinis Diskographie post-NIN (dort ist er längst nicht mehr oder „nur“ noch als Mitglied der Tourband) und/oder diverse Youtube Videos mit ihm ausreichend gewesen, um von seiner Vorliebe für Buchla Synths (West Coast, s.o.), Mehrspur-Kassetten Recorder wie Portastudios und generell „schwieriges“ oder fehlerhaftes Gear zu wissen. Seine Solo-Releases der letzten Jahre waren dementsprechend in den Genres Noise und Ambient zu Hause.
      Ist Strega deswegen ein Fehldesign? Ich glaube nicht!

      Nochmal: Ich besitze weder Strega (will das Instrument auch noch), noch ein Cortini Album oder Make Noise Aktien ;-)
      ABER ich erwarte eine gewisse Qualität von Amazona (an die habe ich mich durchaus gewöhnt in den letzten 20 Jahren).
      Doch bei der Art des Autors, bei diesem Test ignorant und auch noch stolz darauf an die Materie heran zu gehen, kann ich diese Qualität leider nicht mehr finden. Das geht besser bzw. hätten andere in der Redaktion besser erledigt.
      Auch und gerade wenn sie vielleicht das selbe vernichtende Urteil über Strega gefällt hätten. Manchmal ist der Weg eben doch das Ziel!

      • Profilbild
        [P]-HEAD (S.Bernhardt)  RED

        Danke für Deine Kritik. Nun, der Strega ist mitnichten ein Fehldesign! Er ist eben anders, aber er ist absichtlich so designed worden. Das der Artikel die Lager spaltet war mir klar! Mir ging es mit dem Gerät ebenso.
        Auf den Schöpfer des Gerätes weiter einzugehen, wäre nicht Sinn und Zweck des Artikels, und würde den Rahmen dazu sprengen. Selbst Make Noise schreibt hierzu nichts in Ihren Marketing Infos, nur der Name fällt. Also, ist das für einen Gerätetest zweitrangig, wurde aber in der Form von mir mit eingebunden. Auf Deine Anmerkungen zur Ignoranz und zur Qualität gehe ich nicht ein. Ich finde das es einem kostenlosen Portal wie es Amazona.de ist, unfair gegenüber.

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        lala  

        das ist alles schön für Herrn Cortini, dessen Musik ich übrigens mag, das krachige, überteuerte gerät dessen „witz“ auf nem 80er jahre karaoke delay beruht dessen clock man Richtung null drehen kann, bleibt trotzdem ein überteuertes one trick pony. (meine fresse, ein kaputtes delay pedal für 5€ vom Flohmarkt klingt auch nicht anders, da kann mich kein namedropping blenden. ;) )

        • Profilbild
          lala  

          ach ja, analog is da übrigens nix, das ist digital Technik aus dem letzten Jahrtausend die man gegen den strich bürstet. Takt vom delay chip runterfahren reduziert die samplerate was zu dem bitcrush Effekt und anderen schweinereien führt … ;)

    • Profilbild
      [P]-HEAD (S.Bernhardt)  RED

      Stell Dir mal folgende Situation vor: Du magst Make Noise Geräte oder entdeckst dieses Gerät und schaust es Dir an, und willst es kaufen. Dort steht auf dem Panel „Filter“. Und zu 99% bedeutet das, das der Synth ein Filter hat. Also, denkst Du: „Ok, Filter ist ja auch dabei, klar! Super!“.
      So, und dann steht das Ding vor Dir und merkst, das das Filter den Synth selbst nicht betrifft. Und auch keine Resonanz! Das kann sehr enttäuschend sein. Und daher wird das hier getestet, damit die Leser sich informieren können und Bescheid wissen.
      Und ich finde es gut, das Du so engagiert schreibst, denn das belebt dieses Forum ebenfalls.

  10. Profilbild
    dopplereffekt

    Die in den beiden Videos dargebotenen Soundbeispiele sind klasse! So herrlich unverbrauchte Klänge, mit denen sich meiner Meinung nach fantastische Kompositionen erstellen lassen. In Verbindung mit dem 0-Coast ist das eine unerschöpfliche, wohltuende Klangquelle. Natürlich ist hier ein gewisses Maß an Experimentierfreudikeit erforderlich, einfach irgendwelche Presets abfeuern ist naturgemäß nicht drin. Aber genau das macht den Reiz des Strega ja aus. Definitiv auf meiner Liste.

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