Test: MIDIQuest 12 Pro, Software-Editor für Hardware-Synthesizer

12. Juni 2019

Universaler Software-Editor für Hardware-Synthesizer

MIDIQuest 12 Pro, Software-Editor für Hardware-Synthesizer

MIDIQuest 12 Pro, Software-Editor für Hardware-Synthesizer

Die (etwas längliche) Vorgeschichte

Dieser Artikel handelt im Grunde von einem sehr alten Versprechen. Es klingt einfach und naheliegend, aber es hat viele Jahre gebraucht, um sich der Einlösung zu nähern. Und zwischendurch sah es oft aus, als ob es beim Versprechen bleiben müsste: Man würde es heute vielleicht „Total Recall“ nennen – und zwar für MIDI-Synthesizer in einer DAW-Umgebung. Der einfache Wunsch lautet: Lass mich meine Hardware-Synthesizer in einer Sequencer-Software benutzen und dabei alle Einstellungen, die zum Projekt gehören, dort mit ablegen.

Man sehe es mir nach, wenn ich an dieser Stelle ganz gewaltig aushole, aber die Sache interessiert mich inzwischen wirklich seit fast 30 Jahren. „Es begab sich zu der Zeit“, als ich zu Beginn der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Student war. Die Musikelektronik erlebte damals gerade eine weitere Revolution, bei der Software eine immer größere Rolle spielte. Die „Frühphase“ mit den ersten Sequencer-Programmen unter Atari ST oder auf dem Mac hatte ich zwar noch nicht miterlebt, wohl aber die rasante Entwicklung auf dem PC während der neunziger Jahre. Ich „drillte mich hinein“ in die Welt der Synthesizer und Sequencer – bald besaß ich sogar mehr als nur einen Synthesizer. Und die Dinger konnten via Cubase gesteuert werden – fantastisch!

Nur ein paar Sachen blieben dabei immer unpraktisch. Man konnte zwar im Sequencer die Programmnummern für die Sounds abspeichern und ein paar Controller-Daten schicken, aber damit hatte es sich dann. Was „Programm Nr.21“ auf meiner T3 nun für ein Sound war – tja, DAS musste man sich halt merken. Vor allem aber durfte man den Sound und am besten die ganze Programmbank im Synthesizer keinesfalls ÄNDERN, wenn man denn sein Cubase-Projekt irgendwann noch mal genau so wiederhaben wollte (wir reden hier von Zeiten, als an Mehrspuraufnahmen im PC noch kaum zu denken war). Und damit war man schon beim zweiten Problem, nämlich der Verwaltung ganzer Soundbibliotheken. Irgendjemand bei Steinberg kam damals mal auf diesen Trichter und tüftelte für Cubase eine rudimentäre Möglichkeit aus, um ganze Programmspeicher von Synthesizern mit dem Projekt verwalten zu können (das sog. „Studiomodul“). Das war rudimentär, aber es funktionierte so leidlich, verschwand jedoch leider recht bald wieder aus dem Programm.

Ein typisches Library-Fenster im MIDIQuest 12 Pro

Damit war der Traum vom „Total Recall“ also erst mal geplatzt. Bis „Sounddiver“ für den PC kam. Das hörte sich für mich wie eine Verheißung an! Zwar integrierte sich das Programm nicht ins Cubase- Projekt (löste also nicht Problem 1), aber wenigstens war man nun in der Lage, seine Soundsets „langzeitkompatibel“ zu archivieren (Problem 2). Und ein weiteres Versprechen gab es: eine richtige „Bedienoberfläche“ für die Sound-Programmierung, mit der man womöglich in der Lage war, die zuweilen aggressionsfördernd umständlich zu bedienenden Rack-Synthesizern dieser Ära auf eine fast „spielerische“ Weise zu bedienen. Die Software war damals eine echte Investition für mich, aber sie musste her! Ich weiß noch, wie ich aus lauter Vorfreude sogar vorab das Handbuch durchgelesen habe.

Nur leider gab es mit Sounddiver ein kleines Problem. Besser gesagt, es waren zwei und die hießen MIDI und Windows (98!). Trotz sicher sorgfältigster Arbeit und mühevollem Reverse-Engineering der lückenhaften Specs zahlreicher Hardware-Synthesizer hatten es die Programmierer von Sounddiver leider nie ganz hinbekommen, die Software fehlertolerant gegen Abstürze und Hänger bei der MIDI-Übertragung zu bekommen. Den Rest erledigte Windows mit einem lausigen Treibermodell und fehlenden „Circuit Breakern“ im Softwarecode, was dazu führte, dass man einen PC mit einem unglücklichen SysEx-Request schon mal „infinit“ in den Wartezustand schicken konnte.

Vielleicht waren es auch Probleme wie diese, die dazu führten, dass die Firma Apple Sounddiver nach der Übernahme von Emagic schlicht fallen lies. Sicherlich sah man die Zukunft sowieso eher bei Software-Synthesizern und hatte wohl die Lust an Sounddiver verloren. Das alles ist jetzt auch schon wieder mehr als 15 Jahre her, aber trotzdem: Die Idee war ja nach wie vor gut und es wäre schade gewesen, wenn sich keiner gefunden hätte sie aufzugreifen.

Der Patch-Editor des Kurzweil K 2500

Auftritt MIDIQuest

Das Programm gab es auch damals schon, nur wusste ich lange nichts davon. MIDIQuest war nichts weniger als das Versprechen, genau das Gleiche zu leisten wie Sounddiver – und dies sogar in der Mac-Welt! Das kam mir gerade recht, denn ich war dorthin übergelaufen.
Nun ja. Allerdings wirkte die Sache seinerzeit an vielen Stellen „noch nicht ganz fertig“ – und zuweilen gab es offensichtlich auch die ziemlich gleichen Probleme mit der MIDI-Schnittstelle. Aber über die folgenden Jahre beobachtete ich die Entwicklung trotzdem, denn spätestens mit Windows 7 war mein Sounddiver nicht mehr zum Laufen zu kriegen (die Mac-Beta bekam ich nie an den Start).

Ein Test der Vorgängerversion 11 hier bei AMAZONA.de stimmte mich hoffnungsvoll, dass es mit MIDIQuest in die richtige Richtung ging. So hatte sich die Stabilität offenbar deutlich verbessert. Der Test ist aber inzwischen schon wieder ein paar Jahre her und einige Indizien ließen zwischendurch zumindest befürchten, dass womöglich trotz der positiven Entwicklung auch MIDIQuest bald das Zeitliche segnen könnte. Zum einen war es damals noch eine reine 32 Bit Software und damit sah speziell unter OSX die Zukunft gar nicht rosig aus. Zum anderen konnte man erkennen, dass leider die Anzahl der unterstützten Geräte über die letzten 10 Jahre fast gar nicht mehr zunahm. Zudem schien die Website seit einigen Jahren im Dornröschenschlaf zu liegen („News“ zu Midiquest 9 etc.).
Also versuchte ich wie sicher so manch anderer auch, meinen Sounddiver mit zunehmend absurden Tricks weiter am Leben zu halten. An den ursprünglichen Traum, nämlich sozusagen eine „Total Control“ mit automatischer Abspeicherung von Sound-Patches mit dem DAW-Projekt, war damit gar nicht mehr zu denken. Es ging im Grunde nur noch um die „Bestandssicherung“ von Soundbibliotheken und Speicherinhalten meiner älter werdenden Geräte.

Der Patch-Editor des Roland JD-990

MIDIQquest, Runde 12

Offenbar ist jedoch der einzige verbliebene Entwickler und „Einzelkämpfer“ hinter MIDIQuest – Mr. Michael Lambie – ein ziemlich zäher Hund. Denn allen Unkenrufen zum Trotz und gegen alle Widrigkeiten hat es dieser Mann geschafft, nun nach mehreren Jahren eine neue Version 12 von MidiQuest zu präsentieren! Allein dafür gebührt ihm schon mein Respekt.

Und diese neue Version hat es in sich – im wahrsten Sinne des Wortes. Wer schon frühere MIDIQuest-Versionen gesehen hatte, kennt sich zwar sofort aus – um es mal positiv auszudrücken. Äußerlich hat sich nämlich nur sehr wenig getan. Die schon seinerzeit monierte „unkonventionelle“ Bedienung ist der Software ebenfalls weitgehend erhalten geblieben, die Menüanordnung wirkt z. T. etwas erratisch und auch die grafische Darstellung von Listen und Patches scheint immer noch für Bildschirmgrößen von vor der Jahrtausendwende optimiert zu sein.
Die eigentlichen Fortschritte liegen jedoch unter der Oberfläche – und sie sind erheblich.

Der Patch-Editor des Yamaha TG77

Der wichtigste Punkt zuerst: Es gibt sie nun als 64 Bit Software!
Damit öffnen sich zahlreiche Möglichkeiten wieder neu, die zwischenzeitlich verschüttet waren. Neben der Lauffähigkeit mit aktuellen und künftigen OSX-Versionen ist nun wieder die Nutzung als Plugin in modernen DAWs denkbar (weiter unten mehr dazu).

Ein weiteres Novum gibt es: MIDIQuest ist neuerdings per iLok verdongelt. Ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt das schon, es ist mir allerdings immer noch erheblich lieber als eine Software, die man nur noch im Abomodell bekommen kann. Das iLok-System funktioniert recht zuverlässig – übrigens auf Wunsch auch völlig ohne ein iLok-Dongle, sondern rein per „Dongle-App“ und Internet-Zugriff. Das vereinfacht die Nutzung der Software an mehreren Computern und Orten, gestattet womöglich allerdings gleichzeitig eine nie dagewesene Kontrolle darüber, wo und wann und wie oft die Software gestartet wird. Anderen Leuten mag das Wurscht sein, mich jedoch ließe allein der Gedanke daran schon die 50,- Euro für einen iLok-Dongle locker machen …

Testaufbau

Obwohl schon Peter Grandl im Test der Version 11 keine echten Probleme mehr mit der Stabilität der Software hatte, gibt es auch hier noch spürbare Fortschritte. Sie betreffen besonders einen „neuralgischen Punkt“: Die Übertragung von SYSEX-Daten von und zu den angeschlossenen MIDI- Geräten. Und was das betrifft, wollte ich es diesmal wirklich wissen: Das Setup meines kleinen Studios ist über die letzten 25 Jahre zwar ein klein wenig umfangreicher geworden, besteht aber zum großen Teil aus „gut abgehangener Ware“. Drei verkettete AMT8/Unitor8 (ein Wunder, dass die mit heutigen Macs überhaupt noch laufen) bedienen inzwischen mehr als 20 permanent angeschlossene Instrumente.

Mein persönliches Studio-Setup

Nun stammt das Gros der offiziell über 800 von MIDIQuest unterstützten Geräte (leider) nach wie vor aus den 90er Jahren. Weil aber meine Sammelleidenschaft aus Platzgründen oft auf Rack-Geräte fiel, die damals ihre große Zeit hatten, werden die nun fast alle auch noch von MIDIQuest unterstützt. Mein Setup eignete sich damit ideal zum Test, sowohl der vielen direkten MIDI-I/Os als auch der zahlreichen „Klassiker“ wegen, die dran hängen. Theoretisch kann MIDIQuest bei der Ersteinrichtung die angeschlossenen Synthesizer auch automatisch finden, wer aber sein Setup kennt, der schafft das schneller von Hand. Sofern man sich für die richtige Zuordnung der MIDI-Ports zu den Geräten und  ggf. Eigenheiten des Geräts ein wenig Zeit nimmt, läuft die Einrichtung dann auch ziemlich glatt. Fast alle Instrumente sendeten schon beim ersten Anlauf ihre Speicherinhalte brav ans Programm.

Ein bisschen Nachsicht üben muss man mit frühen Modellen wie z. B. dem D-550, wo noch nicht alles vom Computer aus erledigt werden kann, weil das die Geräte-Firmware einfach noch nicht hergibt. Hier helfen kleine Readme-Texte, die im Verbindungsdialog zwar etwas unkonventionell, aber genau an der richtigen Stelle platziert wurden und die auf Eigenheiten des jeweiligen Modells eingehen. Je nach Umfang des Equipments lohnt es sich, für die ganze Ersteinrichtung mal einen Abend zu reservieren, denn das erspart später sicher eine Menge Stress.

Besonders bei der MIDI-Datenübertragung merkt man die Fortschritte zu früher. So kann man jeden Transfer inzwischen auch problemlos abbrechen, ohne dass alles danach „hängt“. Man mag sich wundern, was daran so Besonderes sei, aber das ist aufgrund der Eigenarten des MIDI-Protokolls überhaupt nicht trivial. Auch kann es irritieren, dass manche Geräte bei der Übertragung offenbar keine vernünftige Rückmeldung zu ihrem Status geben, woraufhin MIDIQuest dann keinen Fortschrittsbalken zeichnet und anscheinend nichts passiert, obwohl die Daten fließen. Da helfen einfach etwas Nerven und Zuversicht – und manchmal ein klärender Blick in die Dokumentation. Das Thema Hilfe und Dokumentation sei bei der Gelegenheit noch kurz gewürdigt. Gerade hierbei merkt man der Software schon an, dass sie auf eine längere Geschichte zurückblickt und ihre Anfänge in einer anderen Zeit hatte: Das Handbuch wäre wohl in ausgedruckter Form so dick wie ein Lexikon; es hat einen Umfang von über 1000 Seiten (kleiner Seitenhieb: Das von Sounddiver brachte es nur auf 337). Aus purer Bequemlichkeit (und vielleicht Eitelkeit) habe ich da lange nicht reingesehen – und bin eigentlich trotzdem schon erstaunlich weit gekommen. Aber wer das Potential der Software wirklich nutzen will, für den scheint mir die Lektüre durchaus zielführend.

Der Patch-Editor des E-Mu Proteus 2

Collections, Librarys, Patches

Hier sind wir mitten am Kern der Software. Die Verwaltung von Librarys (also den kompletten Einstellungs-Sets für ein Gerät) ist die Stärke von MIDIQuest. Nicht nur lässt sich hier all das sortiert abspeichern, was man überhaupt nur vom Gerät per SYSEX empfangen kann. Zusätzlich kann man die Patches/Programs/Combinations etc. pp. auch mit eigenen Informationen verschlagworten. Wenn man so was konsequent anwendet, kann dass ein Segen sein, denn es ist ja bei Weitem nicht jeder Patch-Name selbsterklärend. Dabei braucht’s halt nur etwas Selbstdisziplin – und Geduld. So wäre man durchaus in der Lage, sich eine Sammlung an Sounds zusammenzuzimmern, die aufgrund der Zusatzinformationen mehr wäre als die Summe ihrer Teile.

Und auch fremden „Content“ bekommt man in der Regel recht unkompliziert ins Programm hinein. Ich hatte z. B. über die Jahre immer mal wieder SYSEX-Files mit Patches für meine T3 aus dem Internet „gehamstert“. Zwar waren manche dieser Files von MIDIQuest offenbar nicht lesbar, aber bei den meisten hat es schon gereicht, sie ganz einfach ins Hauptfenster des Instruments zu ziehen. Sofern MIDIQuest also das Format versteht, macht es sofort ein neues Fenster mit dem SYSEX-Inhalt auf, den man dann ins Gerät pumpen oder im programmeigenen Format abspeichern kann. Die Pro-Version kann das sogar mit den proprietären Dateiformaten der ehemaligen Konkurrenz (z. B. Sounddiver). Wenn sich im SYSEX-File mehrere Datenarten verstecken (z. B. Programs und Combinations bei einer Korg T3), dann macht MIDIQuest für alles jeweils einzelne Fenster auf, wodurch man zunächst gern mal den Überblick auf dem Bildschirm verliert. Trotzdem: Auf diese Weise ist man endlich in der Lage, die SYSEX-Inhalte schnell zu sichten, zu sortieren und gegebenenfalls auch mal „auszumisten“, ohne dafür auch nur ein Byte in den Synthesizer laden zu müssen.

Am Sound „schrauben“ kann man dann ganz einfach durch Doppelklick auf ein Patch. Die Bedienoberfläche ist hier leider immer noch auf „Platz sparen“ optimiert und lässt sich nicht skalieren, was im Zeitalter von 4k-Monitoren mitunter gute Augen und Präzision bei der Mausbedienung erfordert. Auch kommt es wie in früheren Versionen ab und zu vor, dass Einstellungen von der Hardware nicht übernommen werden. Der alte Trick, dann z. B. irgendeinen Schalter auf dem PatchEdit-Panel hin und zurückzusetzen, wirkt nach wie vor.

Als „Schmankerl“ gibt es zusätzlich die sog. „Patch Zone“, eine Sammlung von Patches für das jeweilige Instrument, die MIDIQuest auf einem FTP-Server im Internet vorhält. Man bekommt dabei automatisch die fürs Gerät passenden Patches angeboten. Die kann man einfach anklicken und sofort probehören, ohne sie erst in die eigene Library übernehmen zu müssen. Auf diese Weise kann man sich schnell einen Überblick über das Angebot verschaffen. Das schwankt je nach Modell erheblich. Für Waldorfs Microwaves gibt’s z. B. eher nichts zu holen, aber für alte Kassenschlager wie DX7, M1 oder Matrix-1000 sind zum Teil Hunderte Patches gelistet. Einiges davon kommt einem recht bekannt vor (z. B. liegt da auch so manches Factory Default Patch), die eine oder andere Perle gibt’s jedoch sicher zu entdecken. Übertrieben gut verschlagwortet ist die Sammlung auch nicht, aber als nette Dreingabe (und zum Zeit versenken) taugt es allemal.

Der Patch-Editor des Korg T3

Hardware-Synthesizer als Plugin!

Bis hierhin war alles praktisch „Pflichtprogramm“, denn die Verwaltung und die sortierte Ablage von Sound-Patches ist das, was man von MIDIQuest erwarten darf. Aber jetzt kommt die Kür. Denn MIDIQuestPro (also die „große Ausgabe“) bringt noch ein Versprechen mit, das für mich zunächst fast unglaublich klang: Jedes von MIDIQuest verwaltete Gerät soll als ein VST- oder AU-Plugin „gekapselt“ werden können und dann direkt in der DAW aufrufbar sein wie jedes Software-Synthesizer-Plugin. Die Geräteeinstellungen aus MIDIQuest werden dabei 1:1 übernommen, so dass man sich in der DAW nicht mehr um MIDI-Ports oder -Channels kümmern muss.
Man stelle sich nur vor, was für ein enormes Potential das hat: Man käme dem alten Traum vom „Total Recall“ für ein DAW-Projekt einschließlich aller Hardware-Synthesizer (!) ein erhebliches Stück näher. Denn statt sich z. B. mühevoll aufzuschreiben, welcher Patch sich hinter „Programm 24“ eines MIDI-Tracks verbirgt (damit später nicht der Eisenhammer statt des Soundteppichs erklingt), würde hier einfach das ganze Patch zusammen mit dem DAW-Projekt abgespeichert – die Speichernummer im Gerät wäre dann völlig wurscht.

Ich habe es probiert. Und es hat tatsächlich funktioniert – zumindest ein Stück weit! Denn aus mir noch nicht erfindlichen Gründen hat MIDIQuest schon mal leider nicht für alle meiner eingerichteten Synthesizer so ein Plugin erzeugt. Außerdem wird im Projekt offenbar zwar das Plugin mit geladen, aber nicht unbedingt die Programm-Einstellungen des Synthesizers. Das aber, was davon abgesehen dann ging, war schon ziemlich cool. Ich konnte z. B. meinen JV-1080 ganz „gleichberechtigt“ neben einigen Software-Synthesizern am Bildschirm steuern und sogar während des Recordings (behutsam!) einige Reglerbewegungen aufzeichnen lassen.

Wenn dies durchgängig klappen würde, bekäme das Ganze tatsächlich eine neue Qualität. Man säße dann bequem an der DAW und hat buchstäblich alles unter Kontrolle – „faszinierend!“

Aber man ahnt es schon – es hat leider seine Grenzen. Und die werden zum einen vom MIDI-Protokoll gezogen. Selbst wenn alle Geräte über dedizierte MIDI-Ports angeschlossen sind (und damit jedes Instrument theoretisch die volle Bandbreite von ca. 32 kbit zur Verfügung hat), kommt es dennoch schnell mal zum „Stau“ bei so manchem Gerät, sobald man es während des Songs durch Drehen eines Reglers mit SYSEX-Daten flutet. Die im Gerät eingebaute „Rechen-Power“ ist für so was oft zu schlapp und den Rest besorgt die geringe Bandbreite der MIDI-Datenübertragung. Wenn man es aber nicht übertreibt, funktioniert es durchaus!

Ein NordRack2X als „Software-Plugin“ – man achte auf den Kanalzug links …

Zum anderen entstehen einige Verwirrungen daraus, dass ja die DAW nichts von dem „Hardware-Charakter“ eines MIDIQuest-Plugins weiß (zumindest bei bei Logic, aber sicherlich auch bei anderen DAW). Da das Plugin wie alle anderen in der DAW unter den Software-Instrumenten einsortiert wird, wählt man also eine neue Spur mit einem Software (!)-Instrument statt einer reinen MIDI-Spur. Dann braucht man sich natürlich nicht zu wundern, wenn Audio-Kanaleffekte keine Wirkung zeigen können, obwohl sie in der Spur angeboten werden (ja, wie denn auch – der Sound kommt ja ganz woanders raus). MIDI- Effekte funktionieren dagegen tadellos. Weitere Verwirrung (zumindest bei Logic) stiftet z .B. der Druck auf die Muting-Taste einer MIDIQuest-Spur, denn davon lässt sich der Hardware-Synthesizer nämlich gar nicht beeindrucken. Will man ihn zum Schweigen bringen, dann muss man vielmehr das ganze Plugin im Kanalzug deaktivieren.

Trotz dieser ganzen Einschränkungen bleibt es (für mich) immer noch beeindruckend. Dabei sind es die Details und die Erfahrung mit früheren Versuchen dieser Art, die mir die Achtung abnötigen. Leider – man muss es zugeben – erinnert die Sache auch noch einmal deutlich daran, was es früher für ein mühseliges Geschäft mit dem ganzen MIDI-Zoo am Sequencer war und wie viel bequemer man es heutzutage hat, wenn man nur Software-Instrumente einsetzt.

In diesem Zusammenhang sei vielleicht noch erwähnt, dass es von MIDIQuest inzwischen sogar Versionen fürs iPad gibt. Die Idee dahinter war sicher, auf diese Weise z. B. eine elegante große Bedienoberfläche für sonst umständlich handhabbare Rack-Geräte zu erhalten. Es muss wohl auch schon erhebliche Energie in dieses Projekt geflossen sein,  aber inwieweit das funktioniert, vermag ich nicht  zu beurteilen, weil ich es noch nicht gesehen habe.

Fazit

Man kann es drehen und wenden wie man will: MIDIQuest ist ein Software-Saurier für Studio-Saurier, Synthesizer-Sammler, Sound-Frickler und Spinner mit viel Zeit. Und vielleicht für manchen von uns inzwischen von der Zeit überholt, weil es Antworten auf Fragen liefert, die vor 20 Jahren gestellt wurden. Aber wer so was braucht, für den ist es wirklich erste Wahl. Ich schätze, ich bin wohl genau die Art von Spinnern, an die bei MIDIQuest gedacht wurde.

Den Reifegrad merkt man an vielen Stellen und meiner Erfahrung nach hat MIDIQuest kaum jemals besser funktioniert. Damit hilft es mir, einen unglaublichen Spagat hinzubekommen – nämlich die Einbindung von bis zu 35 Jahre alter Musik-Hardware in modernes Computer- Equipment. Dazu kommt: Gerade für Rack-Geräte wie einen Matrix-6R u. ä. kann MIDIQuest einem den relativ erträglichen Einstieg in die Soundprogrammierung liefern. Und die Soundedit-Panels mögen fitzelig sein – aber alles ist sofort nutzbar.

Vor diesem ganzen Hintergrund müssen wohl auch die Preise gesehen werden. Insgesamt scheinen sie seit der Version 11 leider etwas angezogen zu haben. Für jemanden, der wie ich mehr als 15 unterstützte Synthesizer besitzt, ist die Software trotzdem nachgerade günstig. Das Plugin-Feature der Pro-Version darf man da auch noch gern mitnehmen – und am besten eher als „interessante Software-Designstudie“ betrachten. Den meisten „bang for the buck“ bietet wohl MIDIQuest-Standard für Besitzer von vielem älteren Hardware-Equipment, die sich auf Soundverwaltung und -Design beschränken können – also ideal für Leute mit „G.A.S.“  ;-).

Plus

  • für Besitzer vieler älterer MIDI- Synthesizer eine komfortable Sache
  • für Anwender ohne viel Zeit und Programmierkenntnisse praktisch die einzige Alternative
  • inzwischen sehr stabil
  • die aktuelle Version ist wieder relativ zukunftssicher (weil als 64 Bit Version erhältlich)

Minus

  • kein "No-Brainer", durchaus Einarbeitungsaufwand
  • bei der Einbindung in moderne DAW zeigen sich noch die Grenzen des Konzepts

Preis

  • MidiQuest 12 Pro: ca. 370,- Euro
  • MidiQuest 12: ca. 270,- Euro
  • MIDIQuest 12 Essentials: ca. 150,- Euro
  • MIDIQuest 12 One: ca. 65,- Euro
  • Alle Preise errechnen sich aus Tageskursen zum Dollarpreis, der Vertrieb erfolgt online über http://squest.com
Forum
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    Hectorpascal  AHU

    Ich kann die Pro-Argumente verstehen aber bei genauerer Betrachtung kann nur die genaue Kenntnis der Geräte einen intuitiven und musikalischen Mehrwert gewährleisten. Wer seinen super easy JD-990/800 damit einbindet……, sorry muss gerade den virtuellen Kopf schütteln. ;) Gerade der parallele Betrieb mit Cubase ist fast immer problematisch und die lahmen Prozessoren in vielen Geräten tun ihr übriges. Mein Rat: Das Rack ausmisten und nur die wirklich vertrauten Geräte behalten und nicht jedem Preset-Player einen Editor aufhalsen. Diese Software ist nicht nur alt, sondern auch hoffnungslos überfordert. Ein kleiner Ordner mit den wichtigsten Sysex-Dumps seiner liebsten Synths reicht vollkommen aus. Das hier ist meiner Meinung nach absolute Zeitverschwendung. Nicht das ich es nicht probiert hätte.

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      Tyrell  RED 41

      Ich nutze den Midiquest sehr gerne, aber gehe anders vor. Ich nehme mir einen Synth, verkable den für eine anstehende Edit-Session und editiere dann auch gerne mal ein ganzes Wochenende und zwar nur ein Gerät. Danach werden Soundbänke nach Themen erstellt und per Bankloader bei Bedarf hochgeladen (so wie du das machst) und höchstens noch am Gerät feinjustiert.
      Die Arbeit mit dem MidiQuest mag für dich antiquiert sein, macht mir aber einen Höllen Spaß. Ich bin froh, dass es Teil gibt. Und ab und zu schieß ich mir auf eBay einen alten Expander für 100€, nur damit ich danach mit dem MidiQuest solche Sessions machen kann :-).

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      TobyB  RED

      Hallo Hector,

      dafür ist das wohl auch nicht gemacht, wenn du aber eine m3r ohne RE1 hast oder D110, U110 wär sowas nett. Versuch mal an einer Oberheim M1000 eine Filterfahrt.

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        Hectorpascal  AHU

        Da hast du recht. Ich möchte auch nicht wissen welche Midimatrix ich bewirten muß um alle Synths anzusteuern. Hätte ich einen M3r oder Matrix würde ich einzelne spezialisierte Editoren nehmen, die meinem Bedarf entsprechen. Dieses All-In-One Ding ist selten so gut das es für alles passt. Mir ist auch der Realbetrieb bei laufendem Sequenzer wichtig und da tun sich nicht nur bei Soundquest schwächen auf. Mal ehrlich, eine M3r editieren??? Warum, um sich selbst zu foltern und um den einen Milleniumsound zu finden der darin steckt? D110 ok, der hat Charakter! :)

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          TobyB  RED

          Hectorpascal,

          ich habe mein für mein m3r eine RE1 :-D Ich nutze die Kiste für die Percussions. Und wenn ich mal den Blues im House hab, Lore/Universe ;-) Und die D/U110 sind am Gerät nicht zu bedienen, ok du kannst Sounds von den ROM und RAM Karten laden.

          Wie unten angedeutet, ich brauchs nicht. Für wegsichern und aufspielen von Daten auf MIDI nehm ich CTRLR. Und da auch nur für den OB-M1000,D/U110. Mein aktuelles Setup braucht das nicht, da ich alles an den Synths drehen kann. Und in der modularen Ecke ein Bild machen und fertig. Am liebsten ist mir aber immer noch Schreibs auf Papier.

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      Christoph Oettinger  RED

      > Wer seinen super easy JD-990/800 damit einbindet……,
      > sorry muss gerade den virtuellen Kopf schütteln. ;)

      Jaha – theoretisch richtig (sogar beim JD990). Aber die Bequemlichkeit siegt: Wenn das geliebte Teil nämlich in einem meterweit entfernten Rack am Fußboden steckt und du dich zum Editieren auf dem Teppich lang machen müsstest, um die Anzeige noch lesen zu können, dann freust du dich, dass Du das Teil auch locker vom Schreibtisch aus mit den Füßen auf dem Tisch bedienen kannst ;-)

      > Das hier ist meiner Meinung nach absolute Zeitverschwendung.

      Naja – Software-Synthies sind sicher „effizienter“…

      > Mein Rat: Das Rack ausmisten und nur die wirklich vertrauten Geräte behalten

      …aber nicht annähernd so cool! Zugegeben – es erinnert mich gerade an den Versuch, einem Smartwatch- Benutzer die Vorzüge einer mechanischen Luxusuhr zu erklären… ;-)

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    TobyB  RED

    Hallo ,

    ich sehe dein Problem. Nur ist es in Logic derzeit nicht möglich MIDI FX in einem MIDI Track abzuhandeln. Du lädst ja auch ein AU hier ein MIDI MIDI Instrument in eine entsprechende Spur. Das ist bei CTRLR auch so. Bleibt abzuwarten, was in Logic 10.5 oder Logic 11 passiert. Der MIDI Zweig von Logic könnte etwas mehr Mainstage vertragen. Was ich bevorzuge, weil ich mit Skripter Einstellungen einfliegen kann und Perfomances und Konzerte sowohl als auch steuern kann. MIDI für IOS leidet extrem unter den mangelnden Anpassungen des UI an das Paradigma IOS GUI. Hat aber im Vergleich zu anderen Lösungen ala Patchbase, mit einer unmöglichen Bepreisung, den Vorteil kostet nix.

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    AMAZONA Archiv

    Ich arbeite immer noch mit SoundDiver und Windows XP. Konsequent retro. :D Gibt nichts Besseres.

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      Christoph Oettinger  RED

      …heldenhaft!
      Ich hab´s auch noch (theoretisch) am Start, in einer Virtuellen Maschine. Aber inzwischen gibt´s noch ein zusätzliches blödes und profanes Problem: Meine Original- Disketten(!!) von V.2 haben Lesefehler und mir ist die „Freischaltung“ flöten gegangen, eine Programm-CD hatte ich nie und auch nie einen Dongle für die OSX-Testversion…
      …so wird das leider nix mit der Nachhaltigkeit für die nächsten Jahre. ;-)

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    GEM-D  

    Ich finde es irgendwie merkwürdig, daß man die Software nicht kaufen kann??!!!
    Ich hab ja damals mit Sound Diver als Windows User aufs völlig falsche Pferd gesetzt!
    Ein Jahr später kam Apple und hat Emagic gekauft und den kompletten Support eingestellt.
    Hätte ich damals schon MidiQuest gekannt, hätte ich da zugeschlagen. Heute würde sich das für mich sogar nach wie vor lohnen, da ich noch genug Hardware hier stehen hab.
    Allerdings macht es auf mich den Eindruck, daß die Device Liste eine etwas größere Lücke aufweist…?
    Ich sag mal so Geräte zwischen ~2008-2012 scheinen zu fehlen… Oder irre ich mich?

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    Schuli

    Ich weiß nicht, ob ich grad komplett auf dem Schlauch stehe und irgendwas nicht verstehe, aber ich dachte bisher, dass sich mit Ableton und Max for Live genau das Problem hervorragend lösen lässt. Es gibt für Max for Live nahezu jeden Hardware Synthie als Bedienoberfläche, der dann per Midi das externe Gerät steuert. Das habe ich in meinem Studio demnächst auch vor (hab günstig ein ganzen Studio erworben und hier hängen im Rack jetzt mehrere Synthies die ich ehrlicherweise noch gar nicht ausprobiert habe) um alle Geräte einzubinden. Ich hoffe das funktioniert. Und dann sollte er eigentlich die externen Geräte exakt wie Software Synthies behandeln und auch alle eingestellten Parameter bei jedem abgespeicherten Projekt mitladen.

    Sollte das nicht funktionieren, werde ich mich wohl demnächst von einem Teil der Hardware wieder trennen….

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      TobyB  RED

      Hallo Schulli,

      viele wege führen nach Rom. In Max for Live lädst du ein „Plugin“ was deine HW per MIDI steuert. MIDIQuest läuft nun als Plugin oder Standalone.

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      griottier  

      In Cubase gibt es die Moeglichkeit ebenfalls, aber nicht so komfortabel wie in Max. Man kann ein Plugin fuer beliebige Hardware anlagen – inklusive Zuordnung zu MIDI und Audio Ein- und Ausgaengen. Eine Kontrolloberflaeche muss man sich runterladen oder selbst zeichnen und die Widgets mit MIDI-CCs oder SysEx verbinden. Ich habe so zB eine Nord Drum 3P und Outboard Effekte eingebunden.

      Kennt jemand die verschiedenen Moeglichkeiten aus der Praxis? Wie gut funktioniert das im Vergleich, zB in Bezug auf Stabilitaet?

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        TobyB  RED

        Hallo griottier,

        in Logic gibt es im Erweiterten Modus das hier, https://apple.co/2KOCV2b , die Logic User Enviroments. Das kann aber vielmehr als nur Synts steuern. Andere Variante wäre Mainstage, was den Vorteil hat das es für die Live-Performance gedacht ist und du z.b. mit einem dedizierten MIDI HW Controller Mainstage und die Performance steuern kannst. Logic Enviroments sind fürs Studio und Mainstage für die Bühne. Ich denke da gibts noch andere Lösungen auch für Windows.

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          polycake

          Das Logic Environment ist so dermaßen voller Bugs, dass es schon enorme Frusttoleranz oder Prokrastinierdrang braucht um damit was anzustellen. Finde ich. Wie läuft das in MainStage?

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            TobyB  RED

            Hallo Polycake,

            besser. :) du organisierst halt immer vom Concert, zu einer Performance runter zu einem Control. Das geht flott von der Hand uns ist livetauglich. Du kannst dabei gleichzeitig z.B. Softsynhts in Mainstage und die MIDI HW gleichzeitig steuern. Mit Skripten arbeiten und recht viel automatisieren oder remote steuern. für die 23 Euro etc. mehr als okay.

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      Christoph Oettinger  RED

      Hello Schulli,
      da ich nun meinerseits mit der ganzen „Ableton- Schiene“ nie warm geworden bin, weiß ich eigentlich leider gar nicht, was die inzwischen so bietet. Das mit dem „MaxforLive“ ist daher neu für mich – ich hab mal versucht aus dem schlau zu werden, was man auf deren Online- Auftritt lesen kann. Aber so richtig hat sich mir der Bezug zu Hardware- Synths nicht erschlossen – es sieht mir vielmehr eher nach einer Art „Reaktor“- Alternative aus… (also Software-Synths) ?

    • Profilbild
      iltis30  

      Moin, das finde ich interessant. Wo gibt es denn die Max for Live-Editoren? Ich suche schon ewig nach einer Möglichkeit, meinen Yamaha tx81z zu editieren … Hast du einen Link?

  6. Profilbild
    Ralle373  

    Hallo,
    als blinder Logic User kommt dieses Programm wie gerufen! Ich habe diverse Hardware Synthesizer in meinem Setup und keines der Geräte (eine Ausnahme) lässt sich als Blinder „richtig“ nutzen. Einzige Ausnahme ist der Clavia Nord Lead 4. Dieser Synthesizer ist fast barrierefrei und lässt sich wirklich durch sein Bedienkonzept gut programmieren (Modulationen). Anders bei einem Waldorf MicroQ, DSI Pro-2 oder Mopho X4. Gerade bei den DSI Geräte habe ich sehr gute Erfahrungen mit Codeknobs als AU Plugin gemacht. Das bedeutet in der Praxis, dass ich innerhalb des Plugins die volle Unterstützung der Sprachausgabe (VoiceOver) habe und ich die gesamte Modulations Matrix „vor Augen“ habe. Klar gab es auch Abstürze in Logic, jedoch kam das sehr selten vor und die Vorteile liegen da ganz klar bei diesem Konzept. Nur Codeknobs bietet nicht für alle meine Geräte ein Plugin an. So blieben der Waldorf Microwave I, MicroQ, Blofeld bei der AU Plugin Einbindung auf der Strecke. Andere Lösungen kamen bisher nicht in Frage…
    …und so kommt o.g. Programm in der Pro Version doch wie gerufen.
    Ich werde es mir demnächst auf jeden Fall ordern!

    Gruß Ralle

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    Sudad G  

    Hatte bisher nur mit älteren MIDIQuest-Versionen das Vergnügen und empfand diese im Vergleich zum Sounddiver äußerst wackelig und unhandlich. Oftmals waren auch die SysEx-Scriptings fehlerhaft und die Software konnte keine Verbindung mit dem angeschlossenen Gerät aufnehmen. Vielleicht ist diese Version 12 jetzt doch endlich ausgereifter.

    Aber dieses Zitat: „Ein bisschen Nachsicht üben muss man mit frühen Modellen wie z. B. dem D-550, wo noch nicht alles vom Computer aus erledigt werden kann, weil das die Geräte-Firmware einfach noch nicht hergibt.“ stimmt mich wieder misstrauisch.

    Denn da hatte Sounddiver nie Probleme, Es versetzte den D-550 automatisch in den sog. „Handshake-Modus“. Ein manuelles Nachhelfen war da überhaupt nicht nötig.

    Viele DAWs bieten heutzutage teilweise ähnliche Möglichkeiten,

    Trotzdem eine interessante Software und ein schöner Testbericht.

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      Christoph Oettinger  RED

      Da kann ich beruhigen – man kann auch mit dem D-550 durchaus in Echtzeit alle möglichen direkten Änderungen machen. Nur zum „Absaugen“ des KOMPLETTEN Programmspeichers muss man zuerst die Übertragung in MIDIQuest „initialisieren“ und danach auf einer Taste am D-550 starten, anderenfalls wartet MIDIQuest „infinit“ darauf, dass was kommt.
      Ob das in Sounddiver auch schon so war, weiß ich (noch) nicht, denn zu dessen aktiven Zeiten hatte ich den D550 noch gar nicht. Weil´s mich aber interessiert könnte ich das nachstellen – der SD schlummert bei mir noch in einer VM…

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      Christoph Oettinger  RED

      Habe das gestern doch tatsächlich nochmal probieren können und mein altes SD3.05 an den Start bekommen. In der Tat – der SD konnte den D550 direkt abfischen. – schön! Leider isses mir dann auch zuverlässig 3-4 mal abgeraucht (so mit „Problem an Microsoft melden…? “ – find ich dann immer goldig). Da merkt man dann schon: Bissl was hat sich inzwischen DOCH weeiterentwickelt. ;-)

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      microbug  

      Als alter Sounddiver-Nutzer kann ich das mit dem instabil nur bestätigen, vor allem funktionieren viele der Anpassungen erst garnicht, weil sie offenbar auch nie an den Geräten getestet wurden und rein nach der fast immer fehlerhaften Dokumentation erstellt wurden. So kann man zB beim Novation KS die hintern Bänke zwar manuell dumpen, aber nicht anfordern, weil der Befehl im Gerät aufgrund eines Firmwarebugs schlicht und einfach nicht funktioniert, und die Software kann im Gegensatz zu Sounddiver keine manuell ausgelösten Dumps erkennen, außer das hätte sich in den letzten Versionen grundlegend geändert.

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    lightman  AHU

    Wenn man bedenkt, wieviel Zeit es kostet, den ganzen SysEX-Krempel zusammenzutragen und in GUIs umzuwandeln, sind die Preise für die MIDIQuest-Lizenzen schon okay. Laut Kompatibilitätsliste werden fast alle meine Synths unterstützt, allerdings ist ein Editor nicht bei allen davon notwendig.

    Richtig Sinn macht er bei meinen YS100 und 200, sowie dem FB-01, die sich nicht übers Frontend editieren lassen, dafür verwende ich aber seit Jahr und Tag YSEDITOR auf dem Atari, da geht einfach nix drüber (und ist kostenlos). Der TX81Z kann vollumfänglich am Gerät bedient werden, und das funktioniert auch ganz gut, obwohl auch hier ein graphischer Editor hilfreich ist.

    Nicht so nötig ist ein Editor beim K1m, der läßt sich eigentlich recht einfach editieren, aufgrund der wenigen Speicherplätze ist aber eine externe Soundverwaltung/Library nützlich.

    Interessant ist die Unterstützung für den Mirage mit MasOS und Akai S2000, würde mich mal interessieren, wie das abläuft und ob man da auch Samples verwalten kann. Hatte zwar nie Probleme bei der Arbeit mit den beiden Kisten, aber kann ja nicht schaden, sich die Sache mal anzusehen. Ebenso wäre ein Volca FM-Editor nett, das Ding hat mich schon einige Male zum Fluchen gebracht.

    Mal sehen… gibts von MIDIQuest Demoversionen?

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      Christoph Oettinger  RED

      > Mal sehen… gibts von MIDIQuest Demoversionen?

      Es gab sie von der vorherigen Version11. Ich vermute, auch wegen des Einbaus von iLok in die 12er Version gibt´s da erstmal noch keine Demo… vielleicht ändert sich das ja noch.

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        lightman  AHU

        Danke, wäre nett, ich kaufe nicht gern die Katze im Sack, ob das allerdings mit iLok klappt, sei mal dahingestellt.

        Dongles sind Käse.

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    microbug  

    Der Grund, warum Sounddiver eingestellt wurde war, daß man die Software unter OSX nicht zuverlässig zum Laufen bekam (was auch an der eigens erstellten Crosplattform-Library für das Klassische MacOS lag, die bei Logic auch erst rausprogrammiert werden mußte) und außerdem zu dieser Zeit alles zur Software wechselte, also scheute man den Aufwand. Unter OSX ist Sounddiver eh nur noch mit dem XSKey zu betreiben und nur bis 10.6.8, weil noch PPC Code, und stürzt sehr häufig ab. Meinen verwende ich daher unter Windows, und zwar auf Win7/64, lauft ziemlich gut, will halt ab und zu mal die Original-CD Zwecks Autorisierung haben.

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      Christoph Oettinger  RED

      > Meinen verwende ich daher unter Windows, und zwar auf Win7/64, lauft ziemlich gut,

      ….beneidenswert. Darf man fragen mit welchen MIDI- Interfaces Du das machst?
      Bekannterweise gibt´s ja für meine alten AMT8/Unitor8 keine Treiber mehr – und DAS ist ECHT schade, weil es bis heute keinen vollwertigen Ersatz für diese Teile gibt*. Daher hab ich SD auch nie mit späteren Windows- Versionen testen können.

      * Die AMT8/Unitor8 konnten auch als Patchbay laufen, wenn KEIN Rechner an ist, d.h. mit EINEM Keyboard kann ich meine ganzen Rackmodule (knapp 20!) bedienen. Alle heute aktuellen MIDI-Interfaces können das nicht oder sind nicht kaskadierbar – oder beides.

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        TobyB  RED

        Hallo Christoph,

        iconnectivity mio 10, der Service und der Support von iconnectivity sind Klasse.

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          Christoph Oettinger  RED

          …das hatte ich schon mal fast gekauft, es scheint in der Tat auch das mit Abstand modernste am Markt zu sein.
          Aber: Wie sieht es aus, wenn man mehr als 10 MIDI-I/O braucht?
          Aus der Sicht der DAW/des Computers wahrscheinlich klar: Einfach zwei Geräte nebeneinander betreiben. Nur was ist, wenn der Computer NICHT läuft? Haben die MIO10 dann noch „Kenntnis voneinander“?
          Was mache ich, wenn z.B. MIDI-IN1 des zweiten MIO10 auch die MIDI-Outs des ersten MIO10 ansteuern soll? Die mir bekannten Beschreibungen gingen auf sowas nie klar genug ein, so dass ich bisher vermutete, dass es hier ein Defizit gibt…

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            TobyB  RED

            Hallo Christoph,

            Aus einer DAW z.b. kannst du 4 Mio 10 parallel betreiben. Die DAW ist dann der Master. Die Grenze von vier Mios liegt allerdings in den Tücken des MIDI Protokolls hier Midi over LAN/WLAN.

            Stand alone Betrieb ohne DAW, Was funktioniert, ein Mio10 ist der Master, hier kannst du an entsprechende Ports weitere Mios hängen. Aber Achtung, du kannst immer nur eines konfigurieren und mit dem USB verbinden. Baumtopologien sind nicht unproblematisch. Die Clock kommt dann von einem MIDI Gerät.

            Was auch kein Thema ist, vorrausgesetzt du hast eine externe Masterclock, oder eine MPC mit z.B. 4 MIDI Outs, eine Top Down Verakabelung. Das funktioniert aber nur, wenn du die 4 MIOs entsprechend programmierst, das Live Patchen nicht mehr nötig ist und die MPC o.ä alles startet und stoppt.

            Aus einer DAW mit Scripting Host kannst du das MIO 10 auch dazubringen, on the fly die Config(Common SysEx) zu wechseln, dass ist aber für mich noch experimentell, ich habs ein paar Mal geschafft, mit fehlerhaften Configs zu einem Neustart zu bewegen.

            Iconnectivity stellt grade die Controller Software um, Auracle ist die Zukunft, iconfig und der Portmanager sind als Legacy markiert.

            Iconnectivity hat in seinen Anleitungen immer einen Teil zu Optimierung der MIDI Programmierung. Den sollte man unbedingt beachten, Datensparsamkeit bei MIDI ist absolutes Muss.

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              Christoph Oettinger  RED

              Das hört sich faszinierend an – aber nicht wirklich trivial… ;-)

              > Stand alone Betrieb ohne DAW, Was funktioniert, ein Mio10 ist der Master, hier kannst du an entsprechende Ports weitere Mios hängen. Aber Achtung, du kannst immer nur eines konfigurieren und mit dem USB verbinden.

              …oder mit anderen Worten: Eine wirkliche „Verkettung“ – also „transparente“ Vergrößerung EINES MIO10 auf mehr als 10 MIDI-Ports scheint so nicht vorgesehen zu sein. Man müsste wohl die MIO10 für den „Offline“- Betrieb und den Betrieb an einer DAW unterschiedlich verschalten.

              Naja – vielleicht tun sich ja mit der neuen Software „Auracle“ in dieser HInsicht neue Möglichkeiten auf…

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                TobyB  RED

                Hallo Christopher,

                trivial nicht, weil die Programmierung eines Setups viel Zeit braucht. Und SysEx in Scripter (Logic/Mainstage) zu Fuss zu programmieren ist nicht eben nebenbei gemacht.

                Aber man muss sich das ja nicht geben. Sondern kann das Mio10 einfach nur nutzen.

                Die Verkettung von MIOs ist machbar, siehe oben. Nur eben muss man eben im Kopf haben, wie du die Kisten konfigurierst und dann muss man auch ein Stück weit das MIDI Protokoll im Kopf haben, dass kann ich zwar schön verbiegen und auslutschen aber eben nur in bestimmten Grenzen. Denn sonst bekommt alles Panic ;-)

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    gaffer  AHU

    Die Besprechung hatte ich übersehen, ist aber interessant, es war zeitweise mein Beruf. Wir hatten mehrere Editoren/Librarians in den 80ern am Start. Nicht sehr erfolgreich, sonst würdet ihr mich alle beim Vornamen kennen. Schon damals gab es SoundQuest, es lief unter MS-DOS. Ich übersetzte damals so ein Dutzend Handbücher von denen in unsere Sprache.
    Die Firma hat eigentlich so lange keine Rolle gespielt, solange es Konkurrenz gab, ein gewisses Alleinstellungsmerkmal war lediglich die Tatsache, dass es auf PCs lief, das machte keiner. Ansonsten hat das niemand beachtet. Die einzeln erhältlichen Atari Editoren z.B. von Steinberg waren deutlich besser, selbst Geerdes. Als dann Polyframe kam, später wurde das zu SoundDiver, ging das Ding fast unter. Ich behaupte, der Grund ist die albackene Oberfläche und der Preis ist (für mich) so, dass ich mich frage, was träumt der nachts? Die SysEx Kommunikation hat sich seit der MIDI Steinzeit nicht verändert, die Synthies auch nicht, zumindest nicht japanische Modelle. Und einen Hunni für ein einzelnes Modul?
    Würde ich sowas nochmal angehen, käme nur ein iPad in Frage, eingebunden per Kabel am Rechner. Jedes Modul einen 10er (die SysEx läuft immer noch gleich ab, die Routinen lassen sich weiter verwenden) und er würde eventuell mehr als 13 Stück davon verkaufen. (Und die sitzen alle hier im Forum)

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      Christoph Oettinger  RED

      Die Preisgestaltung ist „eigen“ – in der Tat. Eigentlich ist es ja fast schade. Die mangelnde Flexibilität hierbei mag sogar schon seit 30 Jahren verhindern, dass MidiQuest zum „MS-Office“ in diesem Bereich wurde. Wo ja die Konkurrenz inzwischen praktisch nicht mehr existiert – der (ursprüngliche) Markt aber eben (fast) auch nicht mehr.
      Vielleicht ist aber gerade dieser „Starrsinn“ auch ein Grund, warum es die Software heute überhaupt noch gibt. (Für Sounddiver hat man schon vor 20 Jahren cool die Reißleine gezogen!). Und das so wie´s ist aufs IPAD zu bringen – dazu gehört wohl schon ein bissl „Unerschütterlichkeit“ – wobei für Mr. Lambie die Gesetze der „App-Welt“ ja auch eigentlich fremd zu sein scheinen – was man wieder an seinen Preisvorstellungen dort sehen kann… ;-)
      Für Leute wie mich (mit mehr als 20 verschiednen Synths) scheint die Software dagegen gemacht – da geht der Preis absolut in Ordnung.

      Und EINES kann man ihm ganz sicher nicht vorwerfen:
      Dass ihm seine Software egal wäre. Ich hatte zum Beispiel kürzlich angefragt, ob denn irgendwann mal ein Nordlead3- Modul denkbar wäre. Die Antwort kam prompt – er bräuchte nur mal ein paar SysEx- Files, um wenigstens die Library- Funktion zu bedienen. Den Editor könne er wegen nicht existierender SysEX-Dokumentation nicht schreiben. „To make a long Story short“: Innerhalb von 3 Tagen (!!) hatte ich ein Modul, das schon wunderbar funktioniert. Da war ich platt!

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