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Test: Moon Modular, Modular-Synthesizer in 5U

17. März 2018

Flüge zum Mond bucht man in Berlin!

Wir schreiben den 09.September 2017. An diesem Tag ging das viel beachtete Interview mit Gert Jalass, seines Zeichens Mastermind der Berliner Synthesizerschmiede Moon Modular online. Wir sprachen damals mit Gert über sein bisheriges Leben und über seine Schritte ins Business. Wir sprachen über seine Wahlheimat Berlin und warfen einen näheren Blick auf seine prominente Kundschaft. Nur rudimentär konnten wir aber sein eigentliches Werk, die Module und Systeme von Moon Modular, vorstellen. Das wollen wir heute nachholen und vor allem auch mal bewerten.

Das MoonModular Studio Cabinet

Einleitung

Testsystem oder besser ein System zum Testen. Wo soll man da anfangen? Länge x Breite x Höhe? Wie viel Platz hat man zur Verfügung? Modularsysteme aus dem Hause Moon Modular sind prinzipiell frei konfigurierbar. Obwohl grundsätzlich realisierbar, gibt es keinen Zwang zur Kopie, keine zwingend notwendige Hinwendung zu berühmten Systemen wie 15, 35 oder 55 und I, II oder IIIP usw. Die einzigen Konventionen, die Gert Jalass mit Moon Modular eingehen wollte und will, sind das 5U Modulformat und die elektrische Kompatibilität zu den Systemen der anderen Mitbewerber.

Die Module haben zwar allesamt Look & Feel von Moog (aus reiner Tradition und Liebe zum Original), weichen ansonsten aber doch deutlich von Moog’schem Vorbild ab. Ganz bewusst! So haben sich Gert Jalass und ich also überlegt, wie ein „System for Beginners“ aussehen könnte. Wichtig ist, den Augenmerk auf das Sequencing zu richten. Sequencer waren schon immer DIE „Spielhilfen“, die den Elektronikfan Gert Jalass besonders fasziniert haben. Und als die Idee aufkam, selbst Module für andere Musiker zu bauen, war tatsächlich der 4-Track/8-Step Trigger Sequencer (Modul 563) das erste Modul, mit dem Moon Modular ins Geschäft eingestiegen ist. Das sind mittlerweile die ältesten Module im Programm und sie sind noch immer heiß begehrt. Dessen große Brüder, die Module 568 und 569, gehören also unbedingt in unser Setup. „Drumherum“ baut Gert Jalass alles ins System ein, was zum guten Moon Ton gehört. Erweiterungen für die Sequencer wie MIDI To Clock und MIDI To CV Interfaces, Gate Output Expander und ein Universal Programmer.

Die Klangerzeugung ist zweistimmig ausgelegt. Sie besteht aus einem Dual Voltage Controlled Oscillator, einem Dual Voltage Controlled Amplifier, einem Voltage Controlled Multi Mode Filter, einem weiteren Voltage Controlled High Pass/Low Pass Filter, einem Dual Voltage Controlled Amplifier und einem Dual Envelope Generator. Dazu gesellen sich ein Quad Low Frequency Oscillator, ein Multiple und ein Utility Module. Unser „Testsystem“ ist zwar nun komplett, aber auf keinen Fall vollständig …

 

Der DUAL VOLTAGE CONTROLLED OSCILLATOR 501D

Der MoonModular Dual Voltage Controlled Oscillator 501D

Dieses 2U weite Modul beinhaltet zwei spannungsgesteuerte Oszillatoren. Das Layout des 501D möchte ich als „halbseparat“ bezeichnen. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass es Funktionen gibt, die gemeinsam auf beide Oszillatoren wirken und welche, die vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. Grundsätzlich geben die Oszillatoren Sinus, Dreieck, aufsteigender und abfallender Sägezahn, Rechteck und Puls (modulierbar) aus. Die Pulsbreiten können durch entsprechende PULSEWIDTH 1 und 2 Regler manuell eingestellt oder mittels Steuerspannungen, die man an die Eingänge PW MOD 1 und 2 anlegen und in ihrer Stärke über die korrespondierenden Regler einstellen kann, verändert werden. Die Fußlagen beider Oszillatoren können von 32‘ bis 2‘ eingestellt werden. Hinzu kommen noch die Schalterpositionen LOW und WIDE. Im LOW Modus kann ein Oszillator als LFO verwendet werden.

Mit dem MASTER TUNE Regler werden beide Oszillatoren gleichzeitig gestimmt. Zum Verstimmen gibt es einen VCO 2 DETUNE Regler. Schaltet man nun einen Oszillator in den WIDE Modus, werden MASTER TUNE und VCO2 DETUNE entkoppelt und können manuell einen Frequenzbereich von 20 Hz bis größer 10 kHz durchfahren. Beide Oszillatoren können über einen entsprechenden Schalter „hard gesynct“ werden. Für die Frequenzmodulation der beiden Oszillatoren gibt es separate Modulationseingänge. Die Tiefe der Modulation wird über die Regler FREQ. MOD 1 und 2 gesteuert. Ein paar Worte zu den Ausgängen für die Schwingungsformen. Der Schalter für die zuvor genannten Schwingungsformen wird DUAL WAVEFORM SELECT genannt. Das bedeutet, dass hier die Schwingungsform eingestellt wird, die an den separaten Ausgängen WAVE OUTPUT 1 und 2 ausgegeben wird. Doch das ist nicht alles. Zusätzlich hat man dem VCO2 noch extra Ausgänge für Sinus, Dreieck und Puls spendiert.

Zu guter Letzt verfügt der 501D noch über einen weiteren Ausgang für White Noise. In der Tonhöhe gesteuert können die beiden Oszillatoren des 501D separat über die Eingänge CV IN OSC 1 und 2 oder über den zentralen Eingang CV IN OSC 1+2. Nicht Bestandteil dieses Systems, aber dennoch Wert erwähnt zu werden, sind die Erweiterungen 501E Oszillator Expander und 501M Oszillator Mixer. Der Oszillator Expander stellt weitere Modulationsmöglichkeiten und zusätzlich mehr Einzelausgänge für die Schwingungsformen des 501D bereit. Der Oszillator Mixer ist ein sechskanaliges Modul, mit dem die Schwingungsformen des 501D gemischt werden können. Beide Module funktionieren nicht standalone, sondern müssen mit dem 501D intern verschaltet werden.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    iggy_pop  AHU

    Sollte ich jemals in dieser Inkarnation noch modular werden, so wäre es mit größter Wahrscheinlichkeit Moon Modular — vor allem auf der Sequencerebene.

  2. Profilbild
    P-Nautilus

    Schöner Testbericht und Soundbeispiele!
    Gibt’s das Studio Cabinet jetzt in der nächsten Verlosung? ;-)
    Da würde bestimmt nicht nur mir der modulare Mund wässrig…

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