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Test: Ormsby Hype GTR7, E-Gitarre

Der Hype von Down Under

20. November 2018
Ormsby Hype GTR7

Ormsby Hype GTR7

Die Ormsby Hype GTR7 ist eine siebensaitige Gitarre, die man auf den ersten Eindruck in den hohen Norden von Europa einordnet, zumindest ging mir das so. Wahrscheinlich war das zu Klischee behaftet, denn es gibt neben Finnland und Skandinavien bestimmt noch andere Länder, in denen man sich bevorzugt dem Metal zuwendet. Dass letzten Endes Australien das Ursprungsland der Ormsby Hype GTR7 ist, lies mich doch etwas neugierig werden. Zumal ich persönlich wenige Bands der härteren Gangart von diesem Kontinent kenne.

Die Gitarrenbaufirma Ormsby wurde 2003-2004 von Perry Ormsby geründet. Der nach einer durchaus erfolgreichen Schreiner-Karriere dennoch seiner Berufung folgte, Gitarren zu bauen. Seine Instrumente erregen neben dem auffälligen Design auch durch die „Multiscale Carve Set Neck Technik“ seit geraumer Zeit die Aufmerksamkeit. High-End-Gitarren zu einem annehmbaren Preis. Schauen wir mal, wie sich das Teil im nun folgenden Test schlägt.

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Ormsby Hype GTR7 – Facts und Features

Die Ormsby Hype GTR7 wird in einem Kunststoffkoffer ausgeliefert. Mal davon abgesehen, dass es nicht mehr so häufig vorkommt, dass ein Case mit im Lieferumfang ist, bietet dieses Modell auch noch guten Schutz und eine eben so gute Verarbeitung. Die zwei Stauräume werden bei Verschluss automatisch verdeckt. Des Weiteren befindet sich im Lieferumfang ein Innensechskanntschlüssel, zwei Ormsby-Plektren und ein Schlüsselanhänger. Eine nette Geste.

Aus dem Koffer geschält präsentiert sich eine siebensaitige Gitarre im Naturholzlook. Der Strat-Form angelehnt bietet die moderne Gitarre kleine Veränderungen im Shaping, die ihr den Ormsby Stempel aufdrückt. Die Hype GTR7 ist eine Produktion von der Stange in Korea gefertigt, allerdings mit einem Preis, der sie doch in die gehobene Mittelklasse manövriert. Der Sumpfeschen-Korpus ist dreiteilig und hochglanzlackiert. Die Elektronik ist mit Kunststoffdeckeln versehen die, wie man es erwarten sollte, versenkt im Korpus abtauchen. Einen kleinen Blick in das Elektronikfach zeigt: Hier wurde sauber gearbeitet!

Ormsby Hype sauber verkabelt

Ormsby Hype: Sauber verkabelt!

Der Hals der Ormsby Hype GTR7 

Aus Bergahorn ist der Hals gefertigt, was soll es auch anders sein. Die einzigen Unterschiede zum klassischen Aufbau sind das Ebenholzgriffbrett und der eingeleimte Hals, anstatt der meistens benutzten Verschraubung. Verrückt, heutzutage wird wieder bevorzugt Ebenholz anstatt Palisander verarbeitet, ich kann mich an Zeiten erinnern, da war das noch umgekehrt.

Der Kopf des guten Stückes erinnert stark an einen Angelhaken, da sollte man auf der Bühne schon etwas vorsichtig mit seinen Mitmusikern sein. Er bietet eine Satin-Lackierung, greift sich somit etwas angenehmer als bei einer High-Gloss-Lackierung. Der Sattel wurde den Fanned Frets entsprechend schräg eingesetzt und besteht aus Knochen.

Eines der Besonderheiten der Ormsby Hype GTR7 ist das Multiscale-Griffbrett. Die Form erinnert an einen aufgezogenen Fächer, daher auch die Bezeichnung Fanned Frets (Fächer Bünde). Ein oft belächeltes System, dennoch hat es sich erst bei Bässen etabliert und mittlerweile auch bei E-Gitarren durchgesetzt. Vor allem Siebensaitern verschafft es Vorteile, was die Ausgewogenheit zwischen Bespielbarkeit und gutem Klang betrifft. Somit bekommt jede Saite eine andere Mensur, je dicker, desto länger. Bei unserer Hype GTR7 variiert die Mensur somit von 25,5 bis 27,8 Zoll (648 – 706 mm), also eine erweiterte Fender-Mensur.

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Ormsby Hype, bestens verarbeitet

Ormsby Hype GTR7 – bestens verarbeitet

Mit einem Griffbrettradius von 16 Zoll (406,4 mm) und einem mittleren D-Halsprofil bietet die Ormsby einen guten Kompromiss zwischen genug Substanz und angenehmen Handling. Die 24 Jumbobünde runden das Halskonzept ab. Einfach gehaltene weiße Dot-Inlays unterstützen das geradlinige Design. Ein schönes und sogar sehr praktisches Gimmick sind die fluoreszierenden Inlays an der Halsseite – auf mancher düsteren Bühne sicherlich ganz hilfreich.

Hardware und Tonabnehmer der Ormsby Hype GTR7

Mit der Firma Hipshot aus Interlaken, New York State hat sich Ormsby keinen schlechten Hardware-Dealer an Land gezogen. Der Steg ist ein Custom Hipshot, String-through-Body in Schwarz. Die „durch den Korpus Variante“ verspricht in der Regel mehr Sustain. Am anderen Ende finden wir, natürlich auch in Schwarz gehalten: Hipshot Locking Tuner. Bei einer festen Brücke fast überdimensioniert, aber hier merkt man bereits, Ormsby geht wenige bis gar keine Kompromisse ein.

Ormsby Hype Korpus

Ormsby Hype Korpus plus Selfmade PUs

Die Tonabnehmer sind Marke Eigenbau. Am Steg sitzt der Nunchucker Humbucker A8. A8 bedeutet AlNiCo 8, den Pickup gibt es noch in der A2, A5 oder Keramik-Version. Der Achter ist laut Beschreibung der Output-stärkste. Wobei der allgemeine Sound eher ausgewogen scheint, sodass der Verstärker nicht zu stark angeschoben wird und eher clean bleibt. Klingt nach einem Allrounder.

Am Hals sitzt der Del La Creme A2. Auch mit AlNiCo Magneten bestückt, ist er der sanftere der Beiden aus der Fertigung. Er geht eher in Richtung PAF. Die Inspiration zu diesem Pickup kam wohl vom Introthema von „Sweet Child o‘ Mine“.

Ormsby Hype GTR7 – ein Zwischenfazit

Eine hochmoderne Gitarre aus Australien, die höchstwahrscheinlich eher unsere Metal- oder Djent-Freunde anspricht. Schon alleine die Haptik, die Features, das Handling, die Verarbeitung und der „trocken“ angespielte Sound lässt mich nahezu ohne Zweifel zu einem „Sehr gut“ als Testergebnis tendieren. Der einzige Haken bei diesem Instrument scheint die Form der Kopfplatte zu sein. Schauen wir mal, wie sie sich verstärkt in der Praxis schlägt!

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