Test: PPG Phonem, Vocal Synthesizer

Presets Klang

Phonem liefert eine ordentliche Auswahl an Presets mit. Dies sind vor allem Sprachphrasen, Gesänge, Stimmhaftes, aber auch zahlreiche Padsounds, Bässe oder typische Wavetable-Schöpfungen.

Beim Durchhören der Presets lässt sich die Bandbreite an Klangformungsmöglichkeiten mit Phonem erahnen. Beim Programmieren von neuen Sounds ist es mir immer wieder passiert, dass ich an irgendeiner interessanten Funktion hängengeblieben bin und unerwartet neue inspirierende Ergebnisse entwickelt habe.

Effekt-Page in Phonem

Effekt-Page in Phonem

Die Sprachsynthese klingt bei sorgfältiger Programmierung erstaunlich gut. Besonders positiv ist mir dabei aufgefallen, dass viele Phrasen über mehrere Oktaven gespielt gleich gut verständlich bleiben, egal ob C1 oder C5 gespielt wird, ein- oder mehrstimmig. Dies ist mit vielen Vocodern, die ich kenne, nicht unbedingt der Fall. Auch ein Text to Speech Synthesizer wie z.B. in KORGs iDS-10 kann nicht mit den Fähigkeiten und der Sprachverständlichkeit von Phonem mithalten.

Soll bewusst auf Sprachverständlichkeit verzichtet und es dennoch Vokal-mäßig klingen, produziert PPG Phonem ganz wunderbar „stimmhafte“, ungewöhnliche Klänge, die mit anderen mir bekannten Klangerzeugern so nicht möglich sind.

Den Song Mode möchte ich hier noch als Besonderheit nennen. Dieser bietet die Möglichkeit, mehrere Presets aneinander zu reihen. Phonem kann so Satzketten wiedergeben oder auch ganze Lieder singen.

PPG Phonem gibt es in den Formaten:

  • Windows VTS
    Mac OSX VST und AU
    jeweils mit 64 Bit und 32 Bit Architektur

Fazit

PPG Phonem hinterlässt bei mir insgesamt einen positiven Eindruck. Es ist ein eigenständiges komplexes Instrument zur Erzeugung von Sprachsynthese und ein Wavetable-Synthesizer. Beim Durchhören der Presets wird die Bandbreite an Möglichkeiten gut dargestellt und macht Lust auf eigene Kreationen. Stundenlanges Experimentieren ist garantiert!

An genau diesem Punkt bedarf es allerdings einer intensiven Beschäftigung mit Phonem, denn die Bedienung und Programmierung ist nicht trivial. Kenntnisse in der Programmierung von Synthesizern sind natürlich von Vorteil, darüber hinaus bedarf es mindestens eines Grundlagenverständnisses zur Erzeugung künstlicher Laute.

Auch die GUI und das dahinterstehende Bedienkonzept erschließen sich erst durch den Blick in das gut geschriebene englischsprachige Handbuch, bzw. durch Schauen der Tutorial Videos, die es dankenswerterweise im Internet gibt.

Leider gibt es keine Demoversion, so bleibt auch hier nur der Verweis auf Videos im Netz. Wer ein Faible für Sprachsynthese hat, der sollte sich Phonem unbedingt anhören!

Plus

  • Klang und Sprachverständlichkeit
  • Flexibilität
  • eigenständiges Konzept

Minus

  • Einarbeitungszeit

Preis

  • 119,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    8-VOICE  AHU

    In den 90s wollte ich mal Phoneme sampeln und dann zusammensetzen, habe es jedoch nie umgesetzt. Die Resultate und Möglichkeiten wären jedoch nie an diesen PPG rangekommen und wahrscheinlich nicht sehr brauchbar gewesen….

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    Markus Schroeder  RED

    Hi Gerhardt,

    wie sieht es denn mit dem Kopierschutz von dem Teil aus? Bei meinen letzten Checks was das ein recht eingeschränktes C/R-Verfahren, oder so.

    Das einzige was mich bisher abgehalten hat die Software zu kaufen.

    PS: auch eine geniale Software zum Thema ist chipspeech von Plogue.com – eine Emulation der ganzen alten Sprachcomputer u.a. mit dem „legendäre“ Speak n Spell und so.

    Grüße,
    M.

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    dilux  AHU

    mir kam bei den meisten klangbeispielen sofort kraftwerk in den sinn, auch sonst klingt es doch arg „vocoderig“. die sprachverständlichkeit eines vocoders ist sehr abhängig von der anzahl der bänder, mit denen er ausgestattet ist.
    ein nettes programm, neuartiges scheint es aber nicht zu bieten – zumindestens den klangbeispielen nach.

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    rauschwerk  

    Beim dem PPG Phonem handelt es sich keinesfalls „nur“ um einen „vocoder-ähnlichen“ Voicesynthesizer. Dies hier ist ein vollständiger Synthesizer, mit dem sich u.a. hervorragende Chors, Pads, Strings, FXs als auch natürlich phonetische Silben, -Worte, etc., synthetisieren lassen. Gerade Voice-ähnliche Chors/Strings können hervorragend realisiert werden. Das Plug-In dient in erster Linie als Instrument im Sinne eines Synthesizers und nicht (wie einige es ggf. in erster Linie interpretieren könnten) ausschließlich als Effekt-Plug-In / Speechsynth. Experimentiert etwas mit dem Teil .. schaut euch den Presetaufbau an .. es kann viel mehr, als der Anschein auf den ersten Blick trügerlich zu vermitteln vermag.

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    musicanderson

    Im Vergleich zu anderen wäre ja mal interessant. Zum Beispiel: Autotune, TC Helicon usw. Hier gibt es auch noch ein interessantes Plugin. PitchProof, und ist kostenlos :-)http://www.vstplanet.com/News/2014/Pitchproof-updated-to-v1.1-free-VST-and-AU-for-Mac-and-PC.htm Download:http://aeg.....roof-specs

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      Gerhardt Kusche  RED

      Die von Dir genannten Tools dienen der Korrektur der Tonhöhe. PPG Phonem macht etwas gänzlich anderes. Es erzeugt künstliche Sprache, bzw. Gesang.

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    Günni

    Mir ist es schleierhaft, warum Wavemapper und besser noch der Wavegenerator (beide für IOS) so ein Schattendasein führen. Für mich gehören sie vom Sound, von der GUI und von der internen Logik her zu den absoluten TOP-Synthies für IOS/Mac. Eigentlich braucht man dazu ev. noch Moog15 und ARP Odysey.
    Ich hab mir geschworen 10 Jahre keinen HW-Synth zu kaufen (jetzt noch 7J), Das hat es mir erlaubt, alle IOS-Synthi-Apps zu kaufen ohne lang abzuwägen. Doch bis auf die og sind (fast) alle wieder gelöscht (iPad 128GB)..

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    Coin  AHU

    Hallo Leute, wollte mal fragen, ob es ein vergleichbares VST gibt,
    oder in naher Zukunft etwas vergleichbares auf den Markt kommt ?
    Der Phonem klingt nämlich in meinen Ohren zu digital.
    Das geht doch bestimmt besser :)
    Höre grad den AquesTone2 und Alter/Ego (free)
    die mich aber nicht überzeugen.

    • Profilbild
      Isaac Asmotiv  

      Nimm ein Micro und sprich rein. Dann hast du was besseres. Ich finde deine Bemerkung ziemlich borniert. Was soll denn deiner Meinung nach „besser“ gehen ?
      Das sind immer so Kommentare, bei denen man vermutet, das wenig Sachverstand dahinter steckt.
      Aber wenn ich mich irre und du der Soundprofi schlechthin bist, klär uns doch auf und beschreibe mal, was dir beim Fenom fehlt.

  8. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Denke, viel mehr kann man einfach nicht erwarten.Die menschliche Stimme ist bei weitem der individuellste Klang, den wir kennen. Dann das Problem der verschiedensten Artikulationsformen bedingt durch Hunderte von Sprachen und Dialekten. Was wir heutzutage noch bei Physical Modelling von Gitarre oder Klavier (zu recht) kritisieren, trifft natürlich in noch stärkerem Maße auf das Modelling von menschlicher Sprache und menschlichen Stimmen zu. Bin da auch beim Isaac Asmotiv dahingehen, dass man für den Fall, dass es wirklich menschlich klingen soll, schlichtweg ein Mikro benutzt. Und für schlechte Sänger gibbet immer noch melodyne und Co.

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