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Test: Vermona Filter Lancet & Retroverb Lancet, Effektgeräte


Filter & Retroverb

Vermona baut die Lancet-Serie aus. Lustige kleine Kisten, jeweils auf nur eine Aufgabe fokussiert und natürlich voll analog, das kommt offenbar gut an. Nach dem Synthesizer Mono Lancet und dem Bassdrum-Modul Kick Lancet stehen jetzt ein Filter und ein Effektgerät auf der Orion-Startrampe.

Kleiner und großer Bruder: Retroverb Lancet und Filter Lancet

Kleiner und großer Bruder: Retroverb Lancet und Filter Lancet

Filter Lancet und Retroverb Lancet sind eng miteinander verwandt. Filter Lancet ist eine Auskopplung aus dem Retroverb. Oder andersrum: Das Retroverb ist eine erweiterte Version des Filters – wie man will. Filter Lancet ist nicht nur ein analoges Filter, es gibt auch ein paar weitere nützliche Elemente wie Modulatoren und VCA, damit die Filterbox sinnvoll einsetzen kann. Bei Retroverb Lancet kommt dem Filter in erster Linie die Aufgabe zu, den Hallklang zu verfremden, aber natürlich kann man dieses Gerät auch als reine Filterbox verwenden. Alles nur ein Frage der Anwendung.

Filter Lancet

Das Gehäuse von Filter Lancet ist mit den bisherigen zwei Modulen identisch, eine solide, aber recht leichte Metallkonstruktion im Pultdesign. Die griffigen Schalter und die mit dem Gehäuse verschraubten Regler sind wirklich top, damit macht „Soundschrauben“ richtig Spaß. Anschlussseitig gibt es neben Audio-In und -Out noch zwei Trigger-Eingänge und einen Pedal/CV-Eingang. Die Stromersorgung erfolgt über ein 12 AC-Netzteil.

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Filter

Die Oberfläche ist übersichtlich in sechs Sektionen aufgeteilt, so dass man sich sofort zurechtfindet. Die obere Reihe ist dem Herzstück des Lancets vorbehalten, dem Filter. Hierbei handelt es sich um ein Multimodefilter mit Tief-, Hoch- und Bandpass. Wie bei diesem Prinzip üblich, arbeiten intern zwei 12 dB-Filter, die unterschiedlich verschaltet werden. Bei Hoch- und Tiefpass ergibt das 24 dB Flankensteilheit, während der Bandpass mit 12 dB auskommen muss. Dementsprechend klingt der Bandpass auch hörbar zahmer, jedoch nicht kraftlos. Hoch- und Tiefpass gehen aber deutlich kräftiger zu Werke. In allen drei Modi gelangt das Filter zur Selbstoszillation. Die Resonanz, die ohnehin schon früh anspricht, wird ab ungefähr 2/3 des Regelweges sehr heftig. So habe ich das bei noch keinem Filter gehört. Man mag denken, dass das schlecht kalibriert ist, aber es gibt tatsächlich eine sinnvolle Anwendung für dieses Extremverhalten. Dazu später mehr.

Zum Filter gehört der Regler Balls, den es auch schon beim Kick Lancet gab. Hierbei handelt es sich um einen EQ, der die Bässe anhebt und auch die Höhen, insbesondere von der Filterresonanz, leicht schärft. Man sollte diesen Regler mit Bedacht einsetzen, denn man gewöhnt sich schnell an das Klangbild. Dreht man Balls raus oder schaltet in den Bypass, wirkt der Originalsound im Vergleich etwas flach.

Ein Filter will natürlich moduliert werden. Die Cutoff hat einen extra großen Reglerknopf spendiert bekommen, man soll offensichtlich Hand anlegen. Der interne LFO wird in der Filtersektion mit einem eigenen Regler in der Modulationsintensität dosiert. Daneben ist ein bipolarer Regler vorhanden, der wahlweise die Hüllkurve, den Hüllkurvenfolger oder eine externe CV-Quelle auf die Cutoff-Frequenz routet. Schließlich gibt es noch einen separaten Bypass-Schalter, mit dem die Filtersektion deaktiviert bleiben kann, während alle anderen Funktionen des Lancets in Aktion bleiben.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    a.jungkunst AHU

    Hallo jim,
    interessanter Einblick in die neuen Vermona-Produkte, danke dafür! Das Retroverb hat mich dann gleich interessiert, ich kann nur nichts über einen Liefertermin finden. Ab wann kann es erworben werden? Weißt Du da Näheres?
    Viele Grüße
    Axel

    • Profilbild
      der jim RED

      Hallo – bis Redaktionsschluss lag leider noch keine Info vor. Aber ich denke all zu lange kann es nicht mehr dauern. Vielleicht meldet sich Vermona in Kürze dazu.

    • Profilbild
      der jim RED

      Aktuelle Info von Vermona: die ersten Retroverb Lancets werden diese Woche ausgeliefert.

  2. Profilbild
    Piet66 RED

    Das VSR-3 ist solide verarbeitet, sieht schick aus, und liefert einen ordenlichen, sehr „sahnigen“ Federhall. Richtig schön Vintage eben. Klingt sehr gut in Verbindung mit Prophet 600, OB-X, Jupiter 6 und MonoPoly, am besten mit dezenterem 40% Nassanteil. Extremere Spielereien sind natürlich auch drin, da kommen sofort Assoziationen von „Raumschiff Orion“ hoch. Ich mag das Teil!

  3. Profilbild
    pytrel

    Schöner test. Würde mir allerdings auch einen einfachen langsamen auf-zu sweep auf eine saw wünschen…

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