Top News: Sequential Prophet XL, Hybrid-Synthesizer

19. Oktober 2018

Der Sequential Prophet X bekommt einen großen Bruder

In der gestern veröffentlichten Novemberausgabe des britischen Magazins Sound On Sound erwähnt Gordon Reid am Ende seines Tests zum Sequential Prophet X, dass Sequential derzeit an einer großen Version des Prophet X arbeitet, die der Philosophie des Sequential Circuits Prophet T8 (1983-85) zu folgen scheint: dem Sequential Prophet XL.

Sequential Prophet XL – Der Unterschied

Im Kern wird der Sequential Prophet XL identisch mit dem Prophet X sein, jedoch über eine gewichtete 76-Tasten Klaviatur (Fatar TP/8) verfügen. Darüber hinaus wird der Sequential Prophet XL einen 32-stimmigen Modus bieten, obgleich er wie der Prophet X nicht mehr als 16 Filterchips beherbergt. Im 32-stimmigen Modus wird man ein Instrument und einen Oszillator je Layer im Mono-Modus einsetzen können, während das Filter im paraphonen Betrieb genutzt wird. Dieses neue Feature wird auch über ein künftiges Firmware-Update für den Prophet X erhältlich sein.

Sequential Prophet XL

Der Teaser aus Gordon Reids Prophet-X-Test.

Darüber hinaus arbeiten Sequential und 8DIO weiterhin an der Integration von User-Samples und Samplepacks von 8DIO. Der aktuelle Stand der Dinge ist, dass die Integration von User-Samples und Samplepacks in einer internen Firmware-Version bereits unterstützt wird, während 8DIO die Betaversion eines Sample Editors entwickelt hat und gleichzeitig die ersten beiden Samplepacks für den Prophet X/XL zusammenstellt.

Letzte Information zum Prophet XL:

The 150 GB sample library in the Prophet XL and Prophet X includes numerous acoustic and electronic instruments as well as an extensive collection of ambient and cinematic effects. Users can shape the samples through loop manipulation, sample stretching, and the synthesizer’s many sound-sculpting functions which include 4 envelope generators, 4 LFOs, a deep modulation matrix, and other tools. The Prophet XL and Prophet X also provide 50 gigabytes of internal storage for importing additional samples. Support for user-created sample content is planned for December, 2018.

The Prophet XL will be available in November of 2018 with a MAP of $4,399.

Fazit
Forum
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    AMAZONA Archiv

    Und ich dachte der Prophet X ist schon der Große!
    Dieser Herr Smith überrascht selbst dann noch wenn allen schon eine Weile der Mund offen steht …

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        AMAZONA Archiv

        Ach komm, das Teil ist geil. Ausserhalb meiner Reichweite, aber geil. Es ist kein Reissue, keine irgendwo ausgegrabene neue Synthese mit noch schickeren Hubschraubersounds, sondern ein echter Gewinn für die Soundlandschaft. Der Preis ist angemessen. Leider ausserhalb meiner Reichweite. Was die Sache mit diesem Sample-Anbieter angeht, da bin ich noch nicht sicher ob das eine soo gute Idee ist, aber ich muss auf dieses Blatt ja nix setzen.
        .
        Von mir bekommt der Prophet X eine 1 mit Sternchen… ;-)

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          arnimhandschlag  

          Reizt mich gar nicht. Wenn das Ding selbst samplen könnte wäre es was, aber dieses ganze Thema mit 8dio. Und was soll es da, die eh schon beschränkte Polyphonie als paraphon auszubauen? Das ist ja nur Software, das rechtfertig vielleicht 10€ Mehrpreis. Dazu sieht er noch aus wie aus dem Baumarkt. Für mich sind DSI in den letzten Jahren falsch abgebogen, war mal ne sympathische Firma. Aber da ich mir die meisten Kisten sowieso nur schwer leisten kann interessiert die meine Meinung wahrscheinlich auch nicht

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    fritz808  

    würde mich schon reizen, aber ich nehme mal an jetzt fängt das wettrüsten wieder zwischen den amerikanischen synth-firmen an – wer ist am teuersten? moog one oder sequential xl… oder… und dann kommt der deutsche auswanderer mr. b um die ecke .. und zwei jahre später dürfen dann sequential und moog wieder insolvenz anmelden. lernen die denn gar nichts aus der geschichte?

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      AMAZONA Archiv

      Also, dieser Auswanderer tut sich schon relativ schwer mit seinen Nachbauten. Die Zeit zwischen Ankündigung und Auslieferung liegt aktuell gegen 2 Jahre. Mit so einer gigantischen Produktionsmaschine im Hintergrund würde ich eher von 9 Monaten zwischen Prototyp und Auslieferungstermin ausgehen. Und zwar bei 5 oder 6 gleichzeitig laufenden Produkten. Immerhin bauen die bekannte Schaltungen nach.
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      Mir dünkt, der Rückhalt im eigenen Haus für die Produktlinie scheint wackelig. Das Board scheint mit den Zahlen nicht so recht zufrieden. Wenn dem wirklich so ist, dann könnte das Synthesizer-Abenteuer für Behringer bald zu Ende sein. Dann wird das auch nix mit der Insolvenz für Moog und Sequential …

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        Crossbow

        Hallo polyaural,

        „Mir dünkt, der Rückhalt im eigenen Haus für die Produktlinie scheint wackelig. Das Board scheint mit den Zahlen nicht so recht zufrieden.“

        Könntest Du das etwas konkretisieren?

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      janschneider  

      Nach allen zugänglichen Informationen (wenige) ist B übrigens Schweizer. Zumindest in der Schweiz geboren und erst mit 19 nach Deutschland gezogen (siehe Amazona-Interview)
      Und ich glaube kaum, dass B sowas wie den Prophet X oder den One in voller Konsequenz Klonen würde. Dafür ist der Markt für solche Produkte doch zu klein und ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie einen Preis unter den magischen 1000 schaffen, eher deutlich mehr, und das schränkt die Abnehmer nochmals deutlich ein. Nicht deren Marktsegment, nicht wirtschaftlich genug für die Music Group.

      Sequential und Moog wissen natürlich ganz klar, dass sie mit B im low cost Segment nicht konkurrieren können, unmöglich als kleine Firma mit Standort und Produktion in einem Hochlohnland. Also tun sie das naheliegende und zielen auf das Premiumsegment, was B nie machen würde. Wobei beide Firmen ja auch noch günstigere Produkte im Angebot haben. Insbesondere Dave Smith traue ich ja zu, dass er aus der Geschichte gelernt hat, auch wenn seine Produkte nicht mehr die Preisbrecher sind, wie sie es vor ein paar Jahren ja durchaus waren.

      Natürlich sind dann die armen Leute, die alles für „overpriced“ halten, was sie sich nicht leisten können, aber trotzdem gerne hätten, beleidigt…

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      Mike Hiegemann  RED

      Das Problem von Sequential Circuits und Moog bestand in den 1980ern nicht darin, dass man „preisliches Wettrüsten“ betrieben hat, sondern dass 1983 plötzlich weitaus erschwinglichere digitale Synthesizer auftauchten (siehe DX7). Wenn man seitens Sequential überhaupt von historischen Fehlern sprechen kann, dann bestanden die eher im Gegenteil, nämlich darin, dass man zu viele Ressourcen in die Entwicklung von günstigen Instrumenten investierte, an die sich heute kaum noch jemand erinnert (Fugue, Prelude, Piano Forte, MAX, TOM, Multitrak, Split Eight/ Pro 8), und dass man den Heimcomputermarkt nach Veröffentlichung des C64 zu früh bedienen wollte (Model 64, Model 242, Musicmate). Das führte schließlich dazu, dass Produkte wie der Prophet VS oder der Prophet 3000 zu spät kamen (1-2 Jahre hätten einen bedeutenden Unterschied ausgemacht), was nicht passiert wäre, wenn man sich ausschließlich auf die Entwicklung von sog. Flaggschiffprodukten konzentriert hätte, auf die die Fachpresse damals auch wartete. Insofern haben DSI/Sequential mit ihrem Rückzug aus dem Niedrigpreissektor durchaus dazugelernt.

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        janschneider  

        Interessant! Wobei DSI ja auch heute noch nicht nur ultrateure Geräte im Angebot hat, die Prophet 8 Serie war ja auch immer vergleichsweise preiswert. Natürlich nicht so günstig wie der Deep Mind, aber im Bereich polyphone (größtenteils) analoge Synths gibt es für die Prophet Rev2 in dem Preisbereich auch nicht sooo viel Konkurenz, oder?
        Aber wohin sich der Markt entwickelt, kann man ja eh nicht vorhersagen. Vor 35 Jahren waren plötzlich digital Synths hip, seit ein paar Jahre gibt es den Analog-Boom, und wie lange der noch anhält, weiß man auch nicht.
        Ich finde es jedenfalls gut, dass es Unternehmen gibt, die den Mumm haben, ein richtiges „Flaggschiff“ zu machen, auch wenn es dann halt teuer wird. Es gibt ja schon reichlich billige Geräte, da ist für jeden was dabei…

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      Maxi  

      Als gäbe es nichts zwischen den Extremen Luxus und Trash. Die „Digitalisierung“ im Sinne von Synth-Plugins dürfte den namhaften Herstellern analoger Geräte mehr weh getan haben. Brauchte man die Kisten früher noch unbedingt, werden sie heute oft nur noch als Statussymbol gekauft, was ja o. k. ist. Dann sollte natürlich „Moog“ oder „Sequential Circuits“ draufstehen. Die effiziente Produktion mit harter Deadline findet vielerorts ausschließlich im Computer mit Plugins statt.

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    iggy_pop  AHU

    „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld? Wer hat so viel Hinkepinke, wer hat das bestellt…?“
    .
    Und jetzt alle…
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    Son of MooG  AHU

    Nachdem Behringer den Low-Cost Bereich neu definiert hat, kommt jetzt auch Bewegung im High-End. Habe nichts dagegen, auch wenn’s außerhalb meiner Reichweite liegt. Moog hat ja beim One auch im digitalen Bereich ordentlich aufgeholt, da ist es konsequent, wenn Sequential gleichzieht. In wenigen Jahren hat dann auch der Normalverdiener etwas davon, wenn die neue Technik in die unteren Preisbereiche eingeflossen ist…

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