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Workshop: Elektron Analog Rytm, Drumcomputer


Drehen wir den Rytm durch die Mangel

Die Synthesizerschmiede Elektron sollte inzwischen so ziemlich jedem ein Begriff sein. Seit einiger Zeit schon dabei, haben die sympathischen Schweden gerade mit den neusten Produkten auf sich aufmerksam gemacht. Erst kürzlich tauchten die ersten richtigen Videos zum aktuellen Neuzugang in der Elektron-Familie auf: Schon die Ankündigung samt geschickter PR-Taktik haben in sämtlichen Foren Wellen geschlagen.

Bei dem ganzen Trubel könnte man eines glatt vergessen: Just davor haben die Tüftler den wohl vielseitigsten Drumcomputer aller Zeiten rausgebracht. Ein fortschrittlicher und intuitiver Sequencer, Parameter-Locks und die Kombination analoger Klangsynthese mit Samples haben den Analog Rytm nicht nur auf Amazona.de ganz nach vorn katapultiert. Die „Dark Trinity“, bestehend aus Analog 4, Octatrack und Analog Rytm sind aus vielen Studio- und Livesetups nicht mehr wegzudenken. Auch in meinem Heim steht ein Rytm  und wird dort auch immer bleiben.

Rytm is a dancer!

Dass beim letzten Autorentreffen meine fanatische Verliebtheit in den kleinen Kasten angesprochen wurde, hat nun zu diesem Workshop geführt. Auf den folgenden Seiten werde ich versuchen, einige weniger offensichtliche Vor- und Nachteile des Rytm aufzuzeigen. Es geht um Tipps und Tricks zum Workflow, der Soundbearbeitung und der Einbindung ins Setup. Teils selbst erdacht, teils von anderen Elektronauten gibt es viele Wege, die mit dem Rytm zum Ziel führen und gerade die Ungewöhnlichen resultieren in meiner Meinung nach einzigartigen Ergebnissen. Da es sich hier um einen Workshop handelt und ich den Rahmen nicht sprengen will, empfehle ich die Lektüre beider Testberichte von den Kollegen Muenster (Test Analog Rytm) und Goldschmitz (Test Update Rytm 1.3). Im folgenden Text werde ich nämlich nicht auf sämtliche Begrifflichkeiten eingehen können und setze ein gewisses Know-How voraus. Natürlich versuche ich alles so simpel wie möglich zu formulieren. Am Ende wird es natürlich einige Quellenangaben sowie Links zu interessanten Tutorials in Video- oder Textform geben.

Der Analog Rytm in der Frontalansicht

Das Understatement

Um die Form zu wahren, werde ich keine How-Tos für boomy Kickdrums, Trap-Hats oder Sonstiges aufzählen, sondern Interessierten das Elektronauts-Forum ans Herz legen. Ich beschränke mich hier auf die unkonventionelleren Settings und Verwendungszwecke einiger Machines. Interessanterweise lassen sich nämlich aus einigen Bassdrum-Machines schöne Synthleads herausholen.

So können zum Beispiel aus der „BD Sharp“ Leadsounds verschiedener Charakteristiken geformt und mit entsprechendem Filtersetting von krächzend bis soft reichende Klänge erzeugt werden. Dafür einfach Sweep Time und Sweep Depth auf 0 stellen, Tune recht hoch und Tick nach Wahl. Eigentlich ganz einfach oder?

Das funktioniert ähnlich mit der „BD Plastic“, die mehr als überzeugende Acid-Leads abliefert, solange man einfach nur die Sweep-Time und -Depth runterdreht. Bleiben wir beim Acid und schauen, was man aus der „FM Snare“ so alles rauskriegen kann. Nach meinem Geschmack als Snare etwas zu klobig, kann man sie mit wenigen Tweaks zum Leben erwecken und bleepy FM-Klänge zaubern. Das Noise-Level auf 0, ein paar Tweaks an den Tune- und Decayreglern live recorden und fertig ist der Lack. Die Liste könnte jetzt noch sehr lange fortgesetzt werden, aber des Pudels Kern ist ganz simpel: Von Namen sollte man sich nicht irritieren lassen und die Klangerzeugung des Analog Rytm hat weit mehr zu bieten, als es die Machines erscheinen lassen. Im Internet gibt es genügend Rezepte für allerlei Alternativnutzen der aktuellen Machines, am einfachsten ist es, sich im Forum durch die entsprechenden Threads zu lesen oder YouTube zu konsultieren.

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Klangbeispiele

  1. Profilbild
    Kyotonic AHU

    Pump aus dem Ding so viel Dreck raus wie du kannst und Spaß daran hast! Möglichst sonntags zu Mittagszeit und mit guten Boxen. Die Ankunft der Polizei als Kompliment nehmen und zum „bekloppten“ Nachbarn schicken. Schließlich hast du ja geschlafen. ;) Ernsthaft: Ist das alles noch intuitiv? Dafür steht Elektron angeblich ja. Hier mal ein einfacher Gegenpol:
    https://www.youtube.com/watch?v=wYI8vf8WS8E

    • Profilbild
      Jonas Bonk RED

      Hi Kyotonic,

      dass ausgerechnet meine Nachbarn ( Gott habe sie selig) die Polizei rufen sollen, wage ich stark zu bezweifeln. Da kommen eher traditionelle Techniken, wie etwa der „wütende Stampfer“, der „mahnende Besen“ oder einfach nur „Mit-Hammer-auf-Boden-Gekloppe“ zum Einsatz.

      Ob der Intuitivität der beschriebenden Techniken habe ich mir ehrlich gesagt keine großen Gedanken gemacht. Die sind lediglich Folge von langen Nächten zwischen Rytm und Elektronauts-Forum. Persönlich gehen mir die Sachen, mit Ausnahme des Time-Stretch-Tricks, schnell von der Hand und ich schätze, dass mit ein wenig Einarbeitungszeit der Analog Rytm tatsächlich sehr intuitiv und zielführend genutzt werden kann. Eine Prise „muscle memory“ schadet gewiss auch nicht.

  2. Profilbild
    Tyrell RED

    Toller Workshop – heute Morgen beim Frühstücken nur quer gelesen, aber wenn heute Nachmittag das angekündigte Gewitter aufzieht, werde ich Deine Tipps und tricls mal Stück für Stück ausprobieren :-)

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      Jonas Bonk RED

      Hallo Simon,

      sowas höre ich als bereits Infizierter natürlich gerne und nehme das als Lob auf. Da auch gerade die MK2 Version angekündigt wurde, hast du einen denkbar günstigen Zeitpunkt dafür gewählt. Es werden sicherlich einige MK1 in der E-Bucht landen und für einen guten Preis ist der MK1 m.M.n lohnenswerter, als die neue Version zum Vollpreis.

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      Kyotonic AHU

      Für sowat muss man doch nicht sparren?
      Leben=kurz=vorbei wenn du nicht aufpasst. :)
      Ich war immer knietief im Dispo und bei den heutigen Zinsen würde ich ALLES kaufen was ich wollte und auf mindestens 7 Jahre finanzieren. Mario Draghi sei dank! Der Deepmind 12D neben mir ist übrigens ein echter Schmatzer. Besser noch als der Minilogue wie ich finde. Jetzt aber schnell noch ein paar Spuren absamplen damit der Mutable Warps für Stereoexperimente wieder frei ist. Also nicht immer selber so limitieren. Kaufen! ;)

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        Wellenstrom AHU

        Ja, nee… kommt zwar in einer konsumorientierten Welt nicht so dolle an:
        Aber die Beschränkung auf das Wesentlichste fördert die Kreativität oftmals mehr. Wenn man denn wirklich Musik aufnehmen will und nicht um des Sammelns Willen kauft.

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  5. Profilbild
    freile

    Also chichi…mon…so gut is das teil nicht…viel zeit mi einplanen…für mich groovt das teil auch nicht..mit nem guten plug in bekommst ja bessere bassdrum hin..viel besser…schau auf ebay meine is drin is bei 700 euro..ich empfehle acidlab detroit oder alpha dings…chichi warum brauchst du nen workshop um das zu kaufen…echt

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      SimonChiChi ••••

      ich hadere ja schon lange damit… aber nun muss es her. Hab das ding ausführlich vor Wochen im Shop getestet und dank des Workshops war ich heute Vormittag nochmals dort um ein paar Sachen auszuprobieren Groovt nicht??? Genau das Gegenteil war der Fall. Also ich finde das Teil heiß.

  6. Profilbild
    undertheecho

    Mir hat der Artikel gut gefallen. Er gibt denjenigen, die bereit sind sich auf die Komplexität des Geräts einzulassen wertvolle Tipps und Tricks.

    Für mich sind die Elktrons leider nichts. Der Grundsound und die Komplexität schrecken mich ab. Ich bin immer noch auf der Suche nach meinem Drumsynth.

    Ich möchte bewusst nur einen besitzen und den richtig beherrschen. Daher kann ich der Aussage von Wellenstrom nur zustimmen. Letztendlich handelt es sich um Musikinstrumente, die beherrscht werden wollen.

    • Profilbild
      Jonas Bonk RED

      Hallo undertheecho,

      zu aller erst: Danke für das Lob.
      Wenn dir der Sound der Kiste nicht gefällt, dann ist alles andere ja auch irrelevant. Vielleicht wäre ja auch ein Sampler denkbar? Mit einem soliden Sampler hättest du den vereinfachten Workflow bei einer unbegrenzten Soundpalette.

  7. Profilbild
    fritz808

    leider ist mir die schrift und das display zu klein. da braucht man in meinem alte (über 70) schon starke gläser um da noch mit arbeiten zu können. den sound finde ich aber überzeugend.

  8. Profilbild
    StevenHachel

    Danke für die Tipps :) Cooles Tutorial.
    Schade nur, dass das Programm SDS Drop nur für den Mac angeboten wird. Samples hochladen über den c6 ist mir auch immer zu mühseelig. :)

  9. Profilbild
    aszent

    Ich muss mich nun doch endlich mal mit meinem AR beschäftigen. Ich klebe immer noch zu sehr an der Machinedrum die mich einfach nicht loslässt. Immer schwierig wenn man bereits mit einem Elektron ‚verschmolzen‘ ist. Die MD würde ich aber nie hergeben. Sie ist völlig anders als die AR, und das ist auch gut so.
    Super Artikel.. Weiter so!

    • Profilbild
      Jonas Bonk RED

      Hallo aszent,

      vielen Dank für das Lob.

      Die Machinedrum hat mich vom Sound auch sehr überzeugt. Selber habe ich so eine nie bedient, nur mal bei einem Bekannten in Aktion bestaunen können.

      Um so richtig in den Rytm einzutauchen braucht es sicherlich auch etwas Zeit. Die Mühe wird dann aber auch belohnt und mal ehrlich; Wer mit der MD umgehen gelernt hat, wird auch den Rytm schnell unter Kontrolle bringen.

  10. Profilbild
    Son of MooG AHU

    Irgendwie haben die Elektron-Sachen auf mich keinen Reiz; erscheinen mir nicht sehr intuitiv. Trotzdem fand ich den Workshop recht informativ, viele Tipps lassen sich ja übertragen. Ich brauche für meine Musick eher softe BDs und Hats mit gelegentlichen Snares, also die Sounds des Akai RhythmWolf’s…

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