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Green Box: Yamaha VL1, VL1m, VL7

Virtual Acoustic

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Spielweise

Der VL1 basi ert auf dem Modell eines Blasinstruments und wurde für den Synthesizer-affinen Keyboarder als Tasteninstrument getarnt. Ein Patch-Beispiel: Wird etwas am Pitch gedreht, bricht der Ton langsam ab, um dann in einer neuen Harmonischen zu erklingen, wie bei einem realen Blechinstrument. Noch weiter gedreht, und der Ton klingt sehr gepresst.

Richtig lebendig wird es durch einen BC1 Blaswandler. Dieser wandelt den Luftdruck in einen Continous-Control-Datenstrom um, und schon kann man wunderbar modulieren, zungenrollen und gurgeln, was nie mit Aftertouch funktionieren würde. Abhängig vom Blasdruck erklingt bei manchen Patches erst ein Luftrauschen, das sich bei stärkerem Druck in einen resonierenden Ton verwandelt, um dann bei ganz starkem Druck instabil zu werden.

Wer einmal etwas Saxofon oder Querflöte gelernt hat, hat hier einen klaren Vorteil. Man nehme dann statt des Keyboards eine WX-11 Wind Pipe. Pitch-Change wird mit einem Zungenplättchen über Lippendruck oder Draufbeißen gesteuert, und man ist dann sehr nah dran am virtuellen Instrument. Der WX-11 kann auch die Zweistimmigkeit des VL1 nutzen, indem sich über einen Schalter der aktuelle Ton einfrieren lässt und nachfolgende Töne auf die zweite Stimme gehen. Ideal für Dudelsack- oder Ostinatoeffekte.

WX11 Wind Pipe WX11 Wind Pipe

Der VL-1 ist also sehr Controller-hungrig. Diejenigen, denen ein Böhm-Griffsystem ein Fremdwort ist, können die Parameter Breath, Growling, Embouchure, Damping, Throat Control etc. über ein gutes Dutzend Fußschweller bedienen, um dann wirklich unheimlich lebendige und organische Musik zu produzieren. Abhilfe kann ein guter Sequencer zusammen mit einer Fader-Box und einem Einspiel-Keyboard schaffen.

Klangbeispiele

  1. Avatar
    dieter198a

    Ich erinnere mich noch genau an die Veröffentlichung des VL-1.
    Das Ding wurde überall hochgelobt, aber keiner wollte ihn kaufen.
    Der Grund war eigentlich klar. In einer Zeit in der es Quasi nur Workstations mit Standardsounds gab und alle elektronische Sounds wollten, kam Yamaha mit einem Trompeten-Synthesizer (und Korg mit einer Hand-Trommel).
    Ausgerechnet Clavia (bis dahin hauptsächlich Hersteller von E-Drums) schätzte die Zeit richtig ein und zeigte dann allen wo´s lang ging.

    • Profilbild
      pmm

      Stimme Dir absolut zu. Es ist fast schon ein Sickerwitz der Geschichte, dass diese Technologie ausgerechnet im Modellieren analoger Synthesizer ihren Erfolg fand.

  2. Profilbild
    Schorsch

    Ich erinnere mich an eine Vorführung in einem Musikhaus. Der Vorführer spielte zuerst ein Sax aus dem SY99, damals so etwa State-Of-The-Art. Dann kam der VL-1: der Unterschied an Authentizität war echt beeindruckend. Beim Ausprobieren des Instrumentes fand ich die Beeinflussbarkeit der Klänge tatsächlich unglaublich. Allerdings ist es extrem schwierig, etwas anderes als Sax, Klarinette und Co. oder aber wirre Noises aus dem Gerät zu bekommen. Meine Hoffnung, damit etwas Neues abseits der ausgelatschten Standard-Filter-Reso-Sounds mit vor allem neuen Echtzeit-Eingriffsmöglichkeiten zu bekommen, hat sich leider nicht erfüllt.

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    ogerich

    Ich habe einen und ich werde den niemals weggeben! Es ist so ziemlich das unerhörteste elektronische Musikinstrument aller Zeiten – unglaublich bis heute!

  4. Profilbild
    mwalter

    Darf ich als Unwissender mal folgende Frage ans Fachpublikum stellen : Gibt es denn heute eine Hardware oder Software, die den Klangeigenschaften dieses Synths gleichkommt ? Also speziell die naturnahe Emulation von Holz- und Blechbläsern. – Mit dem Hintergrund diese mit einem Windcontroler möglichst naturnah spielen zu können ?

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