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Report: Synthesizer Treffen München (John Bowen – Solaris, Radikal – Accelerator, Doepfer – Dark Time)

Synthesizer Treffen 2010

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Synthesizer Treffen München – 16./17. Oktober 2010

Nach zwei gelungenen Synthesizer-Treffen in Kufstein, traf sich ein eingeschworener Kreis der Synthie-Fangemeinde diesmal im Herzen von München. Dank Florian Anwanders Initiative und der Hilfe zahlreicher Freiwilliger, wurde das Treffen ein großer Erfolg bei dem auch so manche Neuheit vorgestellt wurde.

Nachtrag 2012: Inzwischen ist auch der Testbericht zu John Bowens Solaris erschienen – und zwar HIER!

Synthesizer Treffen München

Synthesizer Treffen München

München, Oktober 2010: John Bowen persönlich stellt seinen (nach vielen Jahren Entwicklungszeit nun so gut wie fertigen :o) Solaris vor, eine Delegation von Arturia zeigt ein Vorserienmodell des Synthesizer-Flaggschiffs Origin Keyboard, Radikal Technologies präsentiert den Accelerator, EMC ist mit Moog Instrumenten und dem neuen Mellotron vertreten, das Team von GRP wartet mit seiner gesamten Synthesizer-Linie auf, Dieter Doepfer zeigt neben dem obligaten A-100 Monstersystem auch die ersten fertigen Exemplare des Dark Time Sequencers, eines der größten Musikhäuser Münchens steuert weitere aktuelle Produkte bei (von Studio Systems, Cwejman, MacBeth, Vermona, tomoberheim, u.v.m.).

Es gibt viel zu sehen, zu hören und zu diskutieren: Analoge Synthesizer (vintage wie modern) stehen im Zentrum der Begierde – unzählige Besucher aus Deutschland, Österreich und der Schweiz lassen sich diese Gelegenheit nicht entgehen, das Interesse am Synthesizer Treffen München ist sehr erfreulich.

Florian Anwander

Florian Anwander

Amazona hat mit Florian Anwander, einem der Organisatoren des Treffens gesprochen.

Amazona: “Florian, wie kam es zu dem Treffen in München?”

Florian Anwander: “Ich konnte bislang nie zum Treffen in Kufstein fahren. Als bekannt wurde, dass Theo Bloderer 2010 keine Gelegenheit hat, das Treffen zu organisieren, kam mir die Idee, die Veranstaltung in München auszurichten. München ist ja für die Leute aus dem Raum Österreich, Schweiz und Süddeutschland sehr zentral gelegen.”

Amazona: “Die Organisation des Treffens wurde von allen Seiten gelobt. Wie schafft man das?”

Florian Anwander: “Allein hätte ich das nie gekonnt. Sehr schnell hat sich Chris Henkel von o8o8.de bereit erklärt mitzumachen. Und später kamen noch Michal Matlak vom ‘Analog Roland Orchestra’ sowie Rainer Nickel von beatboxer.de dazu. Theo hat uns im Vorfeld beraten und dann viele wichtige Ausstellungsstücke beigesteuert.”

Amazona: “Was hat Dich auf dem Treffen am meisten beeindruckt?”

Florian Anwander: “Zunächst hat der Synton Syrinx einen großen Eindruck bei mir hinterlassen; eine kleine, schlanke Maschine mit einem ganz großen Sound. Wow! Dann war ich hellauf begeistert, was die Leute mit meinem Roland System 100 angestellt haben. Ich bin nur ab und zu vorbeigegangen, habe meinen Kopfhörer eingesteckt und dachte mir jedes Mal: „Das kann doch nicht sein, dass dieser klasse Sound aus dem Instrument kommt, das du seit Jahren zu Hause stehen hast.“

Klangbeispiele

  1. Avatar
    Jan_G

    Der Accelerator von Jörg wird ne ganz übelst fette Kiste, da kann sich die Access Fraktion schonmal auf nen zweiten Platzhirschen gefasst machen.

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      Mit den Funktionen die die Kiste bietet kann der noch nicht mal einem Blofeld, geschweige denn einem Virus TI gefährlich werden.
      Allein schon die Polyphonie ist mehr als mau und der Rest wird von fast jeder Tischhupe angeboten.

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        Tischhupe

        Die Polyphonie lässt sich doch prima mit dem optionalen DSP-Board auf bohren und dann hat man sogar 8-fache Multitimbralität.

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          Klar kann man das Ding aufbohren nur stellt sich mir die Frage was ich im Endeffekt davon hab. Mal wieder nichts neues. Das ist genauso das Problem mit dem Solaris. Schaut toll ist, ist toll teuer ab der Sound ist ein alter Hut. Schnee von gestern. Wavetables vom Microwave und Filter vom Moog und Prophet. Ist doch alles schon mehrfach da gewesen. Entweder haben die Ingenieure keine neuen Ideen oder keiner hat den Mut was neues auf den Markt zu bringen. Mal ehrlich, wer nimmt den seinen Synth und wackelt damit im Studio rum um damit irgendetwas zu modulieren.

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            Tischhupe

            Stimmt schon, aber welche Art der Synthese schwebt dir denn vor bzw welche Feature-Kombination? Der Solaris ist ein ziemliches Feature-Monster. Tolle Oberfläche, aber einfach Overkill. Mir würde ein gut klingender aber leicht zu bedienender Synth am Besten gefallen. Und ich finde, der Acci haut da schon in die richtige Kerbe

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              Tja, was schwebt mir da vor. Schwer zu sagen. Sowas wie der Neuron zum Beispiel. Es gibt halt schon so viele Klangerzeuger. Ich beschäftige mich u.a. gern mit der Additiven- und der Granularsynthese aber das ist alles zu kompliziert zu bedienen. Es dauert einfach zu lange bis man brauchbare Ergebnisse hat. Da könnte man weiter an einer brauchbaren GUI tüfteln denn meiner Meinung nach sind diese beiden Syntheseformen am ergiebigsten.

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                Tischhupe

                Mit additiver oder granularer Synthese habe ich nicht so viele Erfahrungen. Kenne aber den Klang. Aber ich denke, viele der (additiven) Klänge lassen sich auch mit anderen Verfahren erzeugen. Bei dem granularen Verfahren wird es da schon schwieriger.
                Vielleicht wäre ein Synth der konsequent mit Makros (Arbeitserleichterung) arbeitet, so eine neuere Sache? Speziell bei der add. Synthese stelle ich mir das hilfreich vor. Die neuen transparenten Touch-Displays mit entsprechender Software, könnte ich mir als Teil einer neuartigen Synth-GUI vorstellen, um komplexe Obertonverläufe “mit der Hand” im “Raum” zu beeinflussen. Ansätze dafür gibt es schon.
                Aber vielleicht ist auch ein neuer Ansatz in der eigenen Arbeitsweise überlegenswert. Im Sinne von zB: Welche Teilaspekte eines Klanges kommen von welchem Synth oder Layer. Den Klang aus Elementen zusammenbauen, die von versch. Synths geliefert werden. Keine triviale Aufgabe, aber flexibel. Natürlich hat das nichts mit neuen GUIs oder Syntheseformen zu tun, kann aber zielführend sein. Anstatt von DEM Synth zu träumen. Tja, komplexes Thema …

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            Electric

            Recht hast du, nirgends was neues. Autos haben auch immer noch runde Räder, können die nichtmal viereckig sein ?

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            fmq75

            Hey,aber der ACC hat doch jetzt immerhin einen revolutionären Neigungssensor für die Rocksäue unter uns parat ;-)

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      Tischhupe

      Weiß man eigentlich schon, wann der lieferbar sein wird. Auf der Internetseite steht etwas von Juni 2010

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        Bloderer AHU

        … John Bowen hat mir beim Treffen in München gesagt, dass der Solaris zu Weihnachten fertig sein soll. In Anbetracht der letzten 4 Jahre Entwicklungszeit (in denen John Bowen, zugegeben, auch einiges an Pech hatte), tippe ich etwas großzügiger auf Frühjahr 2011.

        Mich hat der Solaris “klanglich” sehr überzeugt. Features sind die eine Sache, der Klang etwas anderes. Der Solaris hat beides – sehr interessante Features UND einen guten Klang. (Plus eine intuitive Benutzerführung und gute Hardware). Vor allem ist der “reine” Grundklang (ohne Effekte) sehr überzeugend, was bei vielen modernen (VA) Synthesizern keinesfalls zutrifft. Auch ist der Solaris musikalisch äußerst vielseitig, bietet enormes klangliches Basismaterial (gewöhnliche Oszillatoren, Wavetables, Samples, die “Rotoren”, etc.). Dass mit dem Solaris andere Klassiker wie Prophet VS, Waldorf Microwave und weitere Instrumente “hinfällig” sein werden, ist natürlich nicht zu erwarten. Dennoch wird der Solaris – viele Jahre nach dem Andromeda – nun der neueste Mega-Synthesizer (obwohl digital, das ist korrekt). Schließlich ist der polyphone Synthesizer-Markt seit vielen Jahren sehr unbelebt, um nicht zu sagen (beinahe) im Stillstand.

        Schön, dass Individualisten wie John Bowen (und Jörg Schaaf) bereit sind, viel Zeit in die Entwicklung neuer, leistungsfähiger Synthesizer zu stecken.

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          Leider war ich nicht da obwohl ich vor den Toren von München wohne. Naja. Blöd gelaufen.
          Ich gebe Dir schon Recht das diese Individualisten viel Zeit in die Entwicklung stecken. Ist ja auch richtig so nur sehe ich nichts neues. Das Konzept ist, meiner Meinung nach, veraltet. Wenn der Sound stimmt ist das ja auch in Ordnung nur ich bezweifele das aus den beide o.g. Instrumenten wirklich neue Sounds kommen. Die Subtraktive Synthese hat einfach ihre Grenzen und das Ausgangsmaterial der Oscylatoren ist ja hinnreichend bekannt. Ich würde z.B. einen Wavetableditor begrüssen um eigene Wavetables erzeugen zu können um diese mit der Synthengine des Solaris zu bearbeiten. Durch die eigenen Wavetables käme dann wenigstens ein bischen individualität herraus. Wie gesagt meine Meinung dazu.

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            Bloderer AHU

            Ja, das ist an sich korrekt. Es tut sich “nicht viel Neues”, Synthesizer hin oder her. Der Solaris scheint zumindest einige Bonbons im Gepäck zu haben. Seine 4 Oszillatoren können einer der folgenden Arten zugeordnet werden: (Englisch)

            # MultiMode (standard waveshapes, combinations, plus saw stack)
            # WaveTable (wavetables 1-64 from the Waldorf Microwave synthesizers)
            # Sample playback (.raw format)
            # CEM VCO chip model (like those used in the later Rev. 3.x versions of the Prophet 5)
            # All of the waveforms used in the Prophet VS
            # (temperature stable) model of the oscillator used in the MiniMoog.
            # User-defined waves & wavetables (such as the Prophet VS or Waldorf type – table sample size and number of elements is user-specified)

            Eigene Wavetables sind also möglich. Speziell die “Rotoren” (das Kombinieren von 4 beliebigen Quellen zu einem neuen Klangverlauf) hört sich interessant an (hier nicht gelistet). Die Solaris Features sind nachzulesen auf http://www.....tions.html

            Wir werden sehen. Der Solaris punktet mit Klangpotenzial, der Accelerator wird vor allem durch seine Performance-Möglichkeiten bestechen.

            Das “Neue” im Synthese-Bereich wird noch auf sich warten lassen, du brauchst wohl Geduld.

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          Tischhupe

          Eigentlich meinte ich den Acci. Der Solaris ist preislich sicher “out of range” für mein Budget.

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    Ingo_Debus

    “Zwischendurch gibt es seeehr, seeehr analoge Teile”… Haha, nein, mein MIDI-Xylofon ist ein reiner MIDI-Controller und somit ziemlich digital. Aber die Filterbank (im Bild Mitte oben, neben dem Laptop) ist in der Tat sehr analog :)

    Ingo

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    filterfunk

    Es wäre ja schon supie, wenn es einen aktuellen Synth geben würde, der analoge Klassiker wirklich überzeugend emulieren könnte. Das hat m.E. bisher noch kein VA so richtig hinbekommen, auch wenn die VA’s in vielerlei Hinsicht haushoch überlegen sind, und teilweise ziemlich “analog” klingen. Einen wirklichen Ersatz für die alten Oberheims (OBI/Matrix), Rolands (Jupiter/Juno/JX) und Yamahas (CS), etc. gibt es aber nicht, und die alten Schlachtschiffe segnet sukzessive das Zeitliche. Das finde ich noch frustrierender als der Mangel an neuen Synthesen, bzw. Konzepten. Insbesondere, wenn man auf den 80er Sound steht.
    Wenn der Solaris das wirklich hinbekommen würde, wäre er schon so gut wie gekauft. Aber die ersten Sounddemos hören sich m.E. nicht sonderlich überzeugend an. Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen…

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      Bloderer AHU

      Den Sound der 80er wird auch ein Solaris nicht hinbekommen. Am ehesten dürfte er die Microwave- und Prophet VS-Ecke einigermaßen “getreu” hinbekommen. Weiters dürfte er sich vor allem mit fülligen Klangteppichen, lebendigen Modulationsgebilden und stark experimentellen Sounds einen Namen machen. Doch 80er Jahre Sound – sicher nicht.

      Kein moderner, rein digitaler Klangerzeuger wird einen Oberheim OB-8, Roland Jupiter-8, Memorymoog oder Sequential Prophet-5 jemals ersetzen. Von Boliden à la Yamaha CS-80 oder Rhodes Chroma ganz zu schweigen.

      Ganz so schlimm ist es ja nicht, dass die Instrumente das Zeitliche segnen. Bei guter Pflege (und mit Hilfe erfahrener Techniker) können und werden die Vintage Polyphonen noch viele Jahrzehnte im Einsatz sein. Aber natürlich: Die Erhaltungskosten nehmen weiter zu und man kann es in einigen Jahren wohl als Luxus betrachten, mehr als “ein” polyphones Vintage-Instrument zu erhalten.

      Der Klangcharakter eines Analogsynthesizers ist so vielschichtig, dass “Virtuell” Analog keine Alternative darstellt (wenn es um die Reproduktion besagten Klanges geht). Und es bleibt zu bezweifeln, dass sich Roland zur Neuauflage eines Jupiter-8 entschließt oder Moog (unter Mike Adams) endlich den ersehnten Polyphonen auf den Markt bringt. So dürften die edlen Vintage Polyphonen untrennbar mit dem begehrten Klang der 80er Jahre verbunden bleiben.

      Man kann sich natürlich den (durchaus sehr gut klingenden) Virtuell Analogen widmen und auf der Suche nach jener Musik machen, die ihrem (wiederum eigenen) Klangcharakter entspricht. Das ist nun wohl ein schwacher Trost, entspricht aber letztlich doch einer wesentlichen Ur-Eigenschaft der Musik, nämlich jener, dass sie sich (in kompositorischer wie klanglicher Hinsicht) ständig verändert …

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        filterfunk

        Das ist sicher richtig, und – so vermute ich – ein Grund dafür, dass es keinen Massenmarkt für die Neuauflage der alten Klassiker gibt. Sprich: Das Experimentieren und Komponieren mit “neuen” Klängen und Konzepten ist – wenngleich diese nicht wirklich “neu” sind – für die meisten Elektro-Musiker interessanter als die möglichst originalgetreue Nachbildung der “traditionellen” Klänge, bzw. deren Klangcharakteristik.
        Dennoch liegt in der Tatsache, Klänge nicht mehr reproduzieren zu können, eine gewisse “Tragik”, denn die Affinität von Klängen und Erinnerungen ist – möchte ich mal behaupten – sehr hoch. Okay, bei dem einem mehr, beim anderen weniger, andere wiederum haben eine größe Toleranz hinsichtlich des Deckungsgrads eines emulierten Klanges im Vergleich zum Original. Wie auch immer, als ich vor 2 Wochen meinen JX8-P bekam, waren sie sofort wieder da – die 80er!

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    studiodragon

    Vielen Dank für die Fotos und den Bericht. Alles wie immer sehr interessant und es macht immer noch viel spass sich hier bei Amazona.de durch die Archive zu blättern …

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