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Papercraft: Synthesizer-Sammlung aus Papier

25. November 2019

Neue Website mit Vorlagen für Papercraft-Synthesizer

Und jetzt live auf unserer Papercraft-Bühne

Kürzlich erhielten wir Leserpost von einem, der auszog, Synthesizer als Papiermodelle zu bauen. Sogenannten „Papercrafts“. Das weckte natürlich unsere Neugierde – vor allem, da „phil the paper“, wie er sich selbst nennt, seine Synthesizer-Papiervorlagen nun auch auf einer eigenen Website anbietet.

Die Papercraft Website von Phil

Alles was ihr sonst über Phil und seine Leidenschaft wissen wollt, gibt es nun im folgenden Interview (die beigefügten Bilder stammen von Phil selbst).

Peter:
Hallo Phil, erzähl uns doch erst mal, was „Papercrafts“ eigentlich sind.

Phil:
Der Begriff „Papercraft“ fasst mehrere unterschiedliche Kunstformen zusammen, die Papier als Medium verwenden, um ein-, zwei- oder dreidimensionale Objekte zu erschaffen. Sei es durch Falten, Kleben, Schneiden, Modellieren oder ähnlichem

Peter:
Wo kommt denn diese Papercraft-Bewegung her?

Phil:
Papercraft-Arten wie z. B. Origami gibt es schon seit Jahrhunderten. Aber in den letzten Jahren hat sich im Internet eine riesige Papercraft-Bewegung gebildet, die 3D-Modelle von allem nur erdenklich möglichen als Papercraft-Modelle erstellt.

Peter:
Wie kam es dazu, dass du selbst Papercrafts von Synthesizern gebastelt hast?

Phil:
Ursprünglich wollte ich einfach eine Miniversion meiner Korg eESX , um sie in Stop-Motion-Animationen zu verwenden, danach habe ich sie dann mit anderen Papercraft Synthies in eine Vitrine gestellt, also einfach nur zum Angucken … Nach und nach habe ich dann auch andere Sachen ausprobiert, wie man die Modelle kreativ nutzen kann, z. B. als Christbaumschmuck oder beleuchtetes Wandbild.

Peter:
Dein erstes Papercraft-Modell war die KORG ESX1, zuerst im Miniaturformat und dann sogar in Originalgröße. Hast du noch mehr Modelle in Originalgröße gebaut? Wenn ja, welche?

Phil:
Also ich habe nicht alle Modelle, die ich als Papercraft-Modell entworfen habe, auch selbst ausgedruckt und zusammengebaut. Manche habe ich jedoch auch als Full-Size-Modell entworfen, wobei jedes Papercraft-Modell auf 4 oder sogar noch mehr DIN A4 Seiten aufgeteilt ist. Die Idee dahinter war eigentlich, dass ich die KORG Electribe ESX in Originalgröße und beleuchtet an meiner Wohnzimmerwand hängen haben wollte. Im Endeffekt ist der Schritt vom Miniatur-Papercraft-Modell zur Full-Size-Version recht simpel, man braucht lediglich ein Programm wie PosterRazor, um das Modell auf mehrere Seiten aufzuteilen.

Peter:
Was genau benötigt man, um die digitalen Papercraft-Vorlagen am Ende in reale Modelle verwandeln zu können?

Phil:
Einen Drucker, um die Vorlagen auszudrucken, normales Druckerpapier (alternativ auch etwas dickeres Papier), eine Schere zum Ausschneiden der Vorlagen, einen Klebestift (oder alternativ doppelseitiges Klebeband), ein klein wenig Geduld UND Fingerspitzegefühl beim Falten und Zusammenkleben, mehr nicht!

Peter:
Wie viele solcher Modelle gibt es inzwischen von dir?

Phil:
Inzwischen habe ich schon über 100 verschiedene Papercraft-Modelle erstellt, von Synthesizern über Sequencer und Samplern bis hin zu Effektgeräten.

Peter:
Wie groß ist der Aufwand, die Vorlagen dafür zu erstellen?

Phil:
In meinem Fall hält sich der Aufwand noch in Grenzen, zumindest verglichen mit anderen im Internet verfügbaren Papercraft-Modellen, die komplexere und/oder kompliziertere Formen darstellen. Im Grunde handelt es sich bei den von mir erstellten Modellen ja nur um eine (meist rechteckige oder quadratische) Box, die auf der Oberseite ein Bild eines Instrumentes enthält.

Peter:
Welche Pläne hast du mit deiner neuen Papercraft-Website für Synthesizer?

Phil:
Nun der Hauptgrund, warum ich diese Seite erstellt habe, war einfach, dass ich meine Papercraft-Modelle für andere zum Download verfügbar machen wollte. Wo es in Zukunft mit dieser Seite hingeht, weiß ich noch nicht genau

Peter:
Gibt es weltweit noch mehr Websites, die sich auf Papercraft-Synthesizer-Modelle spezialisiert haben?

Phil:
Nicht dass ich wüsste. Das Internet ist zwar voll von Papercraft-Modellen für so ziemlich ALLES, was man sich vorstellen kann, aber elektronische Musikinstrumente habe ich nur sehr wenige gefunden, was unter anderem auch ein Grund war, warum ich beschlossen hatte, einfach selber welche zu erstellen.

Peter:
… aber du machst auch noch Musik, oder? In welche Richtung geht das?

Phil:
In letzter Zeit mache ich relativ wenig Musik und beschäftige mich mehr mit dem Programmieren von VST/VSTi-Plugins und dem Erstellen von Papercraft-Modellen. Meine Musikrichtung geht aber generell schon in Richtung Techno und alles, was man sich darunter vorstellen kann

Peter:
Kann man deine Sachen irgendwo hören – Soundcloud, YT etc?

Phil:
Bei YouTube findet man teilweise ziemlich alte Sachen von mir, die ich vor langer Zeit unter dem Synonym Philter5 hochgeladen habe. Bei Soundcloud und Mixcloud habe ich auch ein paar Sachen als Phil Ton hochgeladen, die aber auch schon etwas älter sind. Unter anderem ein paar Sets, die komplett improvisiert sind und nur mithilfe meines Lieblings-VSTi-Drumsynths SonicCharge Microtonic gemacht wurden

Peter:
Lieben Dank für das Interview Phil … und viel Erfolg mit deiner Seite und deiner Musik!!!

Phil:
Danke ;)

Forum
  1. Profilbild
    dilux  AHU

    eindimensionale objekte? wie soll das denn gehen?

    ansonsten sind das doch einfach nur kartons mit bildern drauf…das geht doch wirklich besser

      • Profilbild
        Philipp Ruppel

        ich werde demnächst mal ein paar meiner stop motion videos hochladen die ich zuletzt gemacht habe, die sind auch eine art synchronisiertes Musikvideo zu Musik die ich selber gemacht habe. ich wäre auf jeden fall interessiert das ergebnis zu sehen falls du auch
        welche erstellst!

    • Profilbild
      Philipp Ruppel

      klar geht das besser, die frage ist nur ob das die mühe wert ist ein instrument KOMPLETT detaillgetreu und als dredimensionale, komplexe form (z.B. inklusive jedes einzelnen drehreglers!) in ein papercraft modell zu packen was so winzig ist…. mir war wichtig es so einfach wie möglich zu halten und für meine zwecke war das auch immer absolut ausreichend.

  2. Profilbild
    Emmbot  AHU

    Tolle Idee fürs Büro, zu Hause habe ich kaum Platz für die originale ;). So kann man seine Lieblinge gedanklich mitnehmen. Die Vorlagen auf der Seite sehen schon Mal gut aus.

    Behalte ich mal im Hinterkopf wenn ich wieder mit den kindern bastele.

    Die Monster an den Electribes kenn ich auch, die sind ausm Angelspiel und knapp 30 Jahre alt.

  3. Profilbild
    mariemusic  

    Da hat man doch mal ratzfatz all seine Lieblinge im Miniplayroom versammelt. In jedem Fall empfiehlt sich möglichst dickes Papier (was der Drucker gerade noch so packt), damit die Flächen auch schön plan liegen. Jetzt fehlen nur noch die MiniSounds aus den MiniKistchen :-)
    Deutlich aufwändiger sind die Miniaturen von Dan McPharlin z.B.
    http://www.....niatures-2 oder von Ronaldo Lopes Teixeira ROLT (mal bei youtube danach suchen), hier gleich ein komplettes Synth Museum en miniature.
    Mit den papercraft Vorlagen läßt sich natürlich leicht und ohne großen Aufwand ein nettes Setup zusammenbasteln. In jedem Fall vielen Dank fürs Teilen.

    • Profilbild
      Philipp Ruppel

      mit dem dickeren papier hast du auf jeden fall recht, teilweise habe ich auch schon mal foto-glanzpapier verwendet.
      alternativ könnte man es auch auf normalem druckerpapier ausdrucken und den ausdruck auf etwas dickeren karton oder dickeres papier aufkleben
      (für den fall das euer drucker dickes papier nicht so gut verträgt :).
      es gibt aber durchaus ein paar papercraft modelle die ich persönlich ganz bewusst NUR auf dünnem standard druckerpapier gedrückt und zusammengebastelt habe, nämlich dann wenn ich die modelle von innen mit LEDs beleuchtet und an die wand hängen wollte. in dem fall gilt dann: je dünner das papier, desto heller „leuchtet“ das papercraft dann auch .

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